Ich öffnete vorsichtig meine Augen, bemerkte, dass ich mit meinem Kopf auf Beyonds Brust eingeschlafen war und legte meinen Arm über seinen Bauch damit ich bequem mit meiner Hand über seinen Körper streicheln konnte. Ich schloss für einige Minuten erneut meine Augen und lauschte seinem Herzschlag. Regelmäßig und ruhig klopfte sein Herz, welches mir eine innerliche Ruhe verschaffte. Ich dachte an die letzte Stunde, in der er sich mir voll und ganz hingegeben hatte…

Gewiss, war er nicht der Typ sich gehen zu lassen und nicht zu wissen, was ihn erwartete. Er musste eigentlich immer am längeren Hebel sitzen und bestimmen, was als Nächstes kam, aber heute war es anders. Er hatte mir bedingungslos vertraut und sich gehen lassen. Es war ein unbeschreibliches Gefühl gewesen… Noch nie hatte ich ihn so entspannt und ausgeglichen erlebt, wie vorhin…

Auch wenn es eventuell eine Ausnahme war, habe ich es nicht minder genossen.

Es war mal etwas anderes, selbst zu entscheiden was passieren würde, selbst auf Erkundungstour zu gehen und den Menschen vor einem zu erobern. Es war ein neues Gefühl für mich gewesen, aber je länger ich darüber nachdachte, desto eher kam ich zu dem Entschluss, dass ich es noch mehr liebte von Beyond erobert zu werden. Mich einfach fallen und überraschen zu lassen.

Ich seufzte glückselig, öffnete meine Augen und schenkte Beyonds Brust einige zärtliche Küsse. Meine Hand strich sanft über seine Bauchmuskeln und ich fühlte mit meinen Finger die Höhen und Tiefen. Egal was in Zukunft passieren würde, ich werde immer für ihn da sein…

Ich hatte endlich etwas, was es zu beschützen galt… und dafür würde ich alles machen.

„Ja… genau… dort…", murmelte plötzlich Beyond im Schlaf los und ich sah nach oben zu ihm.

Ich grinste, legte meine Hand auf seine linke Wange und strich mit meinem Daumen über seine Lippen. Ob er sich gerade eine zweite Runde gönnte? Ich gluckste leise, stütze mich ab und drückte nun meine Lippen auf seine.

„Aufwachen… wir wollen heute noch etwas unternehmen", flüsterte ich in Beyonds Ohr, nachdem ich mit dem Kuss fertig war.

„Mh?"

Beyond hob einen Arm zu seinem Gesicht und bedeckte nun mit dem Unterarm seine Augen.

Mein Blick fiel auf seine rechte Wange, auf der immer noch die verkrusteten Überreste einer Platzwunde prangte… eigentlich hätte man ins Krankenhaus fahren müssen um sie nähen zu lassen, was logischerweise aktuell aber nicht möglich war… dies würde sicherlich eine Narbe geben…

„Es wird in wenigen Stunden dunkel und viele Geschäfte machen zu. Steh auf oder ich muss dich wieder energischer wecken!", drohte ich ihm und legte meine linke Hand auf seine rechte Brust.

„Beyoooond?", fragte ich nun etwas lauter und grinste. Vorsichtig umschloss ich mit Zeigefinger und Daumen seine Brustwarze, beugte mich erneut über sein Gesicht und stupste seine Nase mit meiner an.

„Letzte Chance mein Guter", dachte ich, strich ihm mit meiner rechten Hand durch das feine Haar und ließ sie an seinem Hinterkopf ruhen.

„Sag nicht, ich hab es nicht probiert…", sagte ich belustigt und petzte ihn daraufhin in seine rechte Brustwarze, worauf er augenblicklich mit seinem Kopf nach vorne schoss und gegen meine Stirn prallte.

„Autsch!", brüllten wir gleichzeitig und hielten uns mit beiden Händen die Stirn.

„Was sollte das L?! Wieso tust du mir weh?!", fragte er mit einer kleinen Träne im Augenwinkel, die sich wohl von selbst, durch den Schmerz, gelöst hatte.

„So war das eigentlich nicht beabsichtigt… tut mir leid…", entschuldigte ich mich, wich mir ebenfalls die kleine Träne im Auge weg und rieb mir erneut die Stirn.

„Als ob ich nicht schon genug durchmachen muss… nun fügt mir auch mein Freund schmerzen zu…", sagte Beyond geknickt, hielt sich mit einer Hand die Stirn und mit der anderen seine rechte Brust.

„Jetzt tut mir nicht nur meine Wange weh, sondern auch noch mein Kopf und die Brust… danke auch…", meckerte er weiter und sah mich böse aus zusammen gekniffenen Augen an.

Betrübt ließ ich meinen Kopf sinken, geplant war es ja wirklich nicht. Bestimmt dachte er, es war Absicht, aber warum sollte ich so etwas machen, bei dem ich mir selbst wehtue?

„Es tut mir wirklich leid…"

„Ist schon gut… aber bitte mach das nie wieder, bitte."

„Ja, kommt nicht mehr vor…", antwortete ich kleinlaut, beugte mich über seinen Körper und hauchte ihm einen Kuss auf seine schmerzende Brustwarze.

„L… wir wollen heute noch in die Stadt, wenn du wieder so anfängst, wird das heute nichts mehr", sagte Beyond nun deutlich fröhlicher, als noch vor wenigen Minuten. Ich blickte ihm ins Gesicht und er schenkte mir jetzt sogar ein liebevolles Lächeln, schloss seine Augen und legte den Kopf leicht zur Seite.

„Mh, wo du Recht hast, hast du Recht, aber die Stadt läuft uns ja schließlich nicht davon und…" begann ich und wurde durch einen fordernden Kuss von Beyond unterbrochen. Er umarmte mich, ich erwiderte seinen Kuss, legte eine Hand in seinen Nacken, um ihn besser an mich zu drücken, die andere Hand vergrub ich in seinem verwuschelten Schopf, mit diesen seidig, weichen Haaren.

„Ich werde dir nicht weglaufen L…", flüsterte Beyond in einer kurzen Atempause und vergrub daraufhin seinen Kopf auf meiner Schulter.

„Ich werde an dir kleben, wie Erdbeermarmelade an meinen Fingern"

„Das ist schön zu wissen und ich werde dich beschützen… egal was passiert", erwiderte ich ihm und drückte ihn stark an mich.

Nach einigen Minuten lösten wir unsere Umarmung und Beyond stand von der Couch auf um seine Kleidungsstücke, die überall im Wohnzimmer verteilt lagen, einzusammeln. Wir beide hatten uns, kurz bevor wir einschliefen, nur unsere Boxershorts schnell angezogen.

„Wie zur Hölle kommt mein Shirt hier in die Ecke?", fragte er verwundert, beugte sich kurz nach unten und hob es auf. Ich tat es ihm gleich und begann meine Kleidung ebenfalls aufzulesen.

Als ich an meinem Fernseher vorbei lief, schaltete ich ihn an, griff nach der Jeans daneben und zog sie flink an. Dann trottete ich erneut zur Couch, hockte mich auf sie und starrte zum Fernseher. Es konnte ja nicht schaden, ein paar News anzuhören um wieder auf dem neusten Stand zu sein.

„Ich mach uns eben zwei Kakao. Möchtest du auch einen Toast mit Erdbeermarmelade?", fragte mich Beyond und verschwand in der Küche.

„Ja gerne, danke."

Gebannt schaute ich zum Fernseher und verstand erst nicht richtig um was es ging. Ich schnappte mir schnell die Fernbedienung vom Tisch und drehte die Lautstärke hoch.

„… dies ist bereits der 23. Tod durch Herzinfarkt. Bis jetzt waren nur Straftäter die Opfer dieses Mörders. Eine Krankheit kann ausgeschlossen werden. Die japanische Polizei arbeitet bereits mit der ICPO zusammen um diesen Mörder, der im Internet als "Kira" geehrt wird, zu fassen. Für Hinweise können Sie sich…"

Die restliche Nachricht bekam ich nicht mehr mit, ich legte meinen Daumen an meine Unterlippe und begann am Daumennagel zu knabbern. Schon 23 Tote durch Herzinfarkt? Wie konnte so etwas möglich sein?

„Sooo hier dein Kakao und dein Toast L", teilte mir Beyond mit, als er sich neben mich setzte und Besagtes vor mich auf dem Tisch platzierte.

„Oh, du denkst nach? Was ist los?"

„In Japan ist ein mysteriöser Mörder namens Kira unterwegs und tötet Straftäter. Scheinbar hat er eine seltsame Vorstellung von Gerechtigkeit."

„Das klingt ja unheimlich… durch einen Herzinfarkt jemand töten können? Wie soll das gehen?", fragte mich Beyond.

„Genau dasselbe habe ich mich ebenfalls gefragt. Ich glaube, ich muss Watari doch aus dem Urlaub holen. Dieser Fall klingt äußerst interessant. Er muss der ICPO Bescheid geben, dass ich mich um diesen Fall persönlich kümmern werde."

„Oh, der große L wird wieder aktiv? Klingt ziemlich spannend, darf ich dir assistieren?", fragte mich Beyond begeistert.

Ich drehte meinen Kopf langsam zu ihm, schaute ihm tief in seine rotleuchtenden Augen, schenkte ihm ein Lächeln und sagte:

„Nichts lieber als das B."