Titel: Lower Your Shields And Surrender
Autoren: Zanna & Laren (ZaLa)
Disclaimer: siehe Prolog
Kommentar: Trotz 37°C im Schatten, 28°C Wassertemperatur und 5-Sterne-
Hotel haben wir uns in unserem Urlaub hingesetzt und ein Kapitel getippt. Wir
erwarten dafür gelobt zu werden! 'g'
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Kapitel 35
„Wie? Was? Wo?" stammelte Duo. Er hatte mit vielem gerechnet aber nicht damit. Unbewusst fing er an zu zittern. Er konnte sich nicht mehr an das erinnern was mit ihm geschehen war, während seiner Zeit im Kollektiv, aber allein die Tatsache, dass er nicht mehr er selber gewesen war, war der größte Alptraum den er sich vorstellen konnte.
Kurz nachdem seine Hände anfingen zu zittern, stand auch schon Heero dicht neben ihm und bot allein durch seine Nähe Sicherheit. Im Moment würde Duo noch nicht einmal groß protestieren, wenn Heero ihn in seiner typischen Mutterhennenart in die Arme nehmen und von hier fortbringen würde.
„Die Borgkönigin ist wieder da," wiederholte Wufei Unes Worte. „Wir haben Beweise, dass die Königin den Commander wieder in Besitz genommen hat."
„Also hab ich mich doch nicht verhört," murmelte Duo und verabschiedete sich von dieser Theorie.
Heero hatte sich inzwischen beschützend vor Duo geschoben, hatte sich damit zwischen ihm und Une gebracht. Duo konnte es zwar nicht genau sehen, aber er vermutete, dass Heero ihrer Chefin einen Deathglare zugeworfen hatte. Denn sie sagte mit leicht genervtem Unterton, „Natürlich nicht im Moment, Agent Yuy. Glauben Sie, dass Agent Chang sich hier in Ruhe mit mir unterhalten würde, wenn ich gerade die Königin wäre?"
„Hn," erwiderte Heero, aber er machte tatsächlich einen Schritt zur Seite und ermöglichte es Duo so wieder alle im Raum zu sehen.
„Ihr meint das wirklich ernst, oder? Une ist wieder von der Königin besessen?"
„Ja," erklärten Une und Wufei synchron.
„Fuck!" erwiderte Duo aus tiefstem Herzen.
„Wir sollten herausbekommen, wie das geschehen konnte," sagte Heero in seiner Missionsstimme. Duo gab ihm da ganz Recht. Das war wirklich etwas, dem sie auf dem Grund gehen mussten.
„Und wie lange das schon so geht," setzte Une noch hinzu. „Ich gebe zu, ich hatte in den letzten Wochen immer mal wieder unerklärliche Kopfschmerzen und fühlte mich etwas durcheinander, aber ich habe es auf den Stress wegen des Borgwaffenfalls geschoben. Vielleicht war ich schon die gesamte Zeit unter der Kontrolle."
„Und wir sollten noch etwas hinterfragen," setzte Wufei hinzu. „Wenn Une jetzt wieder die Königin ist, wie hängt das mit dem Borgwaffenfall zusammen? Ich habe Beweise, dass Une – bzw. die Königin – zumindest hinter einem der Sabotageakte steckt. Ich denke wir können davon ausgehen, dass sie auch für die anderen verantwortlich ist. Aber wir hatten immer vermutet, dass diese Anschläge uns bei der Lösung des Falles behindern sollten. Arbeiten beide Seiten zusammen?"
Duo schüttelte seinen Kopf: „Ich denke nicht. OK, J ist vollkommen durchgedreht und hat nicht alle Tassen im Schrank. Und dass er der Hintermann bei diesem Waffenfall ist, wird mir noch ziemlich viele schlaflose Nächte verursachen. Aber er ist nicht durchgeknallt genug um mit den Borg gemeinsame Sache zu machen. Mit den Waffen will er sich ja selbst an die Macht bringen. Davon hätte er aber gar nichts, wenn er nur die Lieblingsdrohne der Königin wird."
„Zwei von einander unabhängige Ereignisse?" fragte Une. „Interessant."
„Wir sollten diese Fälle so schnell wie möglich aufklären," sagte Heero mit sehr bestimmtem Ton. „Und wir sollten auch so schnell wie möglich alle Untersuchungen anstellen."
„Da gebe ich Heero Recht," erklärte Seven, die bisher sehr still gewesen war. „Wenn die Königin Une wieder in ihre Gewalt bringen konnte, dann muss sie irgendeinen Weg gefunden haben doch die Barriere zwischen dem Subraum und hier zu durchbrechen. Wir müssen alles genau untersuchen. Commander, wenn Sie es gestatten, dann sollte der Doktor Sie auf Herz und Nieren prüfen. Währendessen werde ich erneut zur Subraumspalte fliegen und die Versiegelung überprüfen."
„Oh toll, kaum sind wir hier, schon geht's wieder los. Hoffentlich gibt's Überstundenzuschlag," bemerkte Duo. Warum musste so etwas immer dann passieren, wenn er eigentlich Feierabend hatte und Heero ihm eine Tafel Schokolade versprochen hatte? Die Welt war ja so ungerecht.
„Baka, du wirst nicht mit Seven mit fliegen," erklärte Heero bestimmt.
Duo seufzte. Das sein Partner es auch immer schaffte es mit seinem Beschützerinstinkt zu übertreiben. Von „nett" zu „lass mich bloß in Ruhe" schaffte es Heero innerhalb weniger Sekunden.
Aber Duo würde sich nicht in Watte packen lassen. Sie hatten darüber geredet. Sie hatten sich darauf geeinigt, dass Duo sich bis zum Ende des Borgwaffenfalles nicht würde schonen müssen. Darum griff Duo Heeros Schulter und drückte sie etwas fester. „Ich werde mit Seven mitfliegen und die Subraumspalte untersuchen."
Heero wollte aber nicht so schnell nachgeben. „Dafür besteht gar keine Veranlassung. Es ist zu gefährlich und Seven kann die Untersuchung auch hervorragend ohne deine Hilfe durchführen."
„Es ist nicht gefährlicher, als wenn ich hier auf die Assimilation warte. Außerdem kann ich Seven sehr wohl helfen. Ich kann die Borg spüren. Ich werde es sofort bemerken wenn die einen Weg da durch gefunden haben."
„Das gefällt mir gar nicht," grummelte Heero.
Duo gab ihm einen Blick, der mehr als deutlich machte, dass er das zwar wusste, es aber nichts an seiner Entscheidung ändern würde. Erstaunlicherweise begehrte Heero nicht noch weiter auf. Wahrscheinlich weil er wusste, dass er diese spezielle Auseinendersetzung niemals gewinnen würde.
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Danach war eigentlich alles recht schnell gegangen. Seven hatte den Doktor ins Büro gerufen und dieser war zusammen mit Sally Po gekommen um Commander Une aufs Gründlichste zu untersuchen.
Doch Seven, Heero und Duo waren nicht geblieben um das Ergebnis der Untersuchung abzuwarten. Stattdessen waren sie sofort wieder in das Shuttle gestiegen und hatten sich auf dem Weg gemacht, während Wufei im Hauptquartier die Stellung hielt. Er wollte auf die Rückkehr seines Partners warten und auch noch einmal durch sämtliche Unterlagen der Anschläge durchgehen. Und so versuchen herauszufinden, ob Une wirklich jedes Mal dafür verantwortlich war.
Duo saß im Copiloten Sitz und langweilte sich. Sie würden noch knapp eine Stunde brauchen, bis sie die Koordinaten der Subraumspalte erreicht hatten. Seven war im hinteren Teil des Shuttles verschwunden um dort die technischen Geräte noch einmal genau zu kalibrieren. Diesmal musste die Untersuchung von Erfolg gekrönt sein. Es konnte schließlich nicht angehen, dass sie wieder nichts fanden. Schließlich war es der Königin irgendwie gelungen wieder Gewalt über Une zu erlangen. Es musste einfach irgendeinen Weg aus der Spalte geben.
Heero hatte sich Seven angeschlossen. Zwar grummelte er immer über die Sternenflottentechnik – besonders die Transporter – aber er war auch absolut fasziniert davon. Und würde sich diese Chance nicht entgehen lassen.
Duo hatte ihn ziehen lassen – ihn selbst reizten die Scanner nicht so besonders. Aber wenn Seven mal – bildlich gesprochen – die Motorhaube des Shuttles hochheben würde, dann wäre er der erste der über ihre Schulter schauen würde. Duo grinste bei dem Gedanken.
Die Abwesenheit der beiden anderen erklärte natürlich, warum Duo ein wenig langweilig zu mute war. Er hatte sich ein paar Minuten damit beschäftigen können, sich auszumalen, was er J alles antun würde, sobald sie ihn gefasst hätten. Dann waren seine Gedanken ungewollt zu dem Baby gesprungen. Beschützend hatte er seine Hand über seinen Bauch gehalten.
Natürlich konnte er gut verstehen, dass Heero ihn am liebsten in Watte packen würde. Und er wollte am liebsten im Moment auch nichts riskieren. Aber die Borg waren eine unheimliche Bedrohung. Wenn sie sie nicht jetzt aufhielten, dann könnten sie die gesamte Menschheit vernichten. Inklusive ihrer Kleinen. Deshalb konnte er sich bei diesem Fall nicht zurück nehmen. Die Borg mussten vernichtet und J dingfest gemacht werden. Danach könnten er und Heero dann überlegen wie sie es ruhiger angehen konnten. Er wusste zwar noch nicht genau, was sie denn tun könnten, sobald sie keine Feldagenten mehr wären, aber irgendwie würde sich schon was finden lassen. Zur Not würde ihnen Q sicher einen Job besorgen. Nicht das sie es wirklich bräuchten. Sie beide hatten sich während des Krieges genug Geld von OZ erschlichen um damit bis zu ihrem Lebensende bequem auszukommen. Eine Tatsache die außer ihnen niemand kannte. Aber sie würden sich sicher zu Tode langweilen ohne Job. Auch mit einem Kind.
Dieser Gedanke führte dazu, dass Duo sich wieder bewusst wurde, wie sehr er sich in diesem Augenblick langweilte. Er überlegte, ob er sich nicht doch zu den anderen gesellen sollte, als eine Anzeige anfing zu blinken. Scheinbar rief jemand ihr Shuttle.
„Computer, Gespräch auf Monitor zeigen," befahl Duo. Innerhalb weniger Hunderstelsekunden verschwand das Bild des Weltalls und stattdessen konnte Duo das Gesicht von Ian McNab sehen. Sein Freund sah ziemlich fertig aus. Ärgerlich und gleichzeitig vollkommen ausgelaugt. Was aber kein Wunder war. Schließlich wurde nicht jeden Tag eine gute Freundin als Geisel von einem Verräter genommen. „Hey Ian. Habt ihr den Einsatz beendet? Wie geht es denn dir und Doro?" Wenn dieser Baxter Doro etwas angetan hätte, dann wäre Duo zum Berserker geworden. Wahrscheinlich konnte der Typ wirklich von Glück reden, dass er von J gekillt worden war.
„Ihr geht's gut," erklärte Ian kurz angebunden.
Duo zog erstaunt seine Augenbraue hoch, aber er wollte jetzt auch nicht tiefer graben. Schließlich hatte Ian ihn sicher nicht für ein reines Plauderstündchen kontaktiert. „OK. Was gibt's?" fragte er deshalb.
„Der Doktor bat mich euch zu kontaktieren und die vorläufigen Untersuchungsergebnisse mitzuteilen. Also es sieht wohl so aus, dass Une tatsächlich wieder in der Gewalt der Borgkönigin ist. Wir haben die Daten verglichen. An jedem Zeitpunkt wo die Preventer Opfer eines Sabotageaktes wurden, war Une unpässlich. Sie hat sich nichts dabei gedacht. Nicht nach so vielen Jahren. Aber es sieht wohl so aus, dass sie seit einigen Monaten immer schlechter schlief, und immer wieder kleine Blackouts hatte. Da die Medikamente der Sternenflotte damals für eine Heilung ihres kleinen Problems gesorgt hatten, hatte sie diese Blackouts jetzt für Auswirkungen des Stress und des Schlafmangels gehalten."
„Autsch," sagte Duo voller Sympathie. Ihm war klar, wieso Une niemanden ins Vertrauen gezogen hatte. Solche Unpässlichkeiten könnten ihre Stellung als Chefin der Preventer gefährden.
„Aber Une hat sich zum Glück die Zeitpunkte dieser Blackouts notiert – zumindest die größeren. Und wir haben sie verglichen. Stimmen eins zu eins mit den Sabotageakten überein. Ich schick euch mal die Daten."
„OK," erklärte Duo. Eine Sekunde später zeigte der Monitor an, dass eine neue Datei empfangen wurde. „Was ist denn jetzt mit Une?" fragte er besorgt. „Müssen wir uns jetzt vor ihr in Acht nehmen? Wird sie wieder als Handlanger der Borg zuschlagen?"
Ian schüttelte seinen Kopf. „Der Doktor sagt, dass dies nicht zu befürchten ist. Er hat wohl ihre Medikation erhöht. Und er hat irgendein Tracingdevice – frag mich bloß nicht nach Einzelheiten, ich bin bei dem ganzen Technobabbel fast eingeschlafen – in ihr implantiert. Sollte sie doch noch einmal unter der Kontrolle der Borg fallen, dann werden wir es sofort wissen."
„Das ist doch beruhigend."
„Finde ich auch. OK, ihr habt die Daten. Ich muss noch meinen Bericht über die Geiselnahme beenden. Ian out."
Duo starrte mehr als verwundert auf den dunklen Monitor. Ian hatte sich wirklich sonderbar benommen. So einsilbrig. Aber darum würde er sich erst später kümmern können.
Knapp zwei Stunden später lehnte sich Seven in ihrem Stuhl zurück und rieb sich die Schläfen, so als wenn sie Kopfschmerzen hätte. „Eines ist sicher, die Versiegelung der Subraumspalte ist noch intakt."
„Aber wie kann das angehen Seven?" fragte Heero. „Wir haben schließlich die Daten genau geprüft, bei jeder Gelegenheit, wo Une diese Sabotage Akte durchgeführt hat, gab es diese Borgsignale. Damit wurde der Commander garantiert gesteuert. Und die müssen ja schließlich von irgendwoher gekommen sein."
„Da stimme ich dir zu Heero. Ich hab auch nie behauptet, dass diese Signale nicht von hier kommen. Aber die Versiegelung ist noch intakt."
„Jetzt versteh ich gar nichts mehr," gestand Duo.
„Ich befürchte, die Borgkönigin hat einen Weg gefunden, wie sie durch kleinste – ich nenn es mal Löcher – in der Versiegelung hindurch ihre Befehle geben kann."
„Aber Sie sagten die Versiegelung wäre intakt. Wie kann das sein, wenn es da jetzt Löcher gibt?" Heero sah wirklich erstaunt drein.
Seven schüttelte den Kopf. „Diese kleinen Löcher hat es schon immer gegeben. Sie sind so klein, dass wir sie bei normalen Scans noch nicht einmal bemerkt haben. Und sie sind normalerweise auch keine Bedrohung. Die Borg selbst können dort nicht hindurch. Wenn die Verbindung mit Une nicht bestehen würde, dann würden diese Löcher den Borg überhaupt gar nichts nützen. So allerdings hatten sie eine Marionette auf der Erde."
„Aber wenn diese Löcher schon immer bestanden haben, wieso macht sich die Borgkönigin diese erst jetzt zu Nutze?" fragte Heero.
„Genau, und was hat das alles mit den Borgwaffen zu tun?" ereiferte sich Duo.
Seven seufzte. „Um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht. Vielleicht war es wirklich nur ein dummer Zufall, dass die Königin ausgerechnet jetzt diesen Weg gefunden hat. Und wieso sie so lang gebraucht hat? Nun denkt daran, die Borg sind da drin gefangen. Im Subraum wird sämtliche Energie absorbiert. Ich wundere mich eher darüber, dass die Königin überhaupt noch agieren kann. Bei den Rahmenbedingungen ist es kein Wunder, dass so lange gebraucht hat um überhaupt einen Weg zu finden."
Duo runzelte die Stirn. „Und was machen wir jetzt?"
Seven zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es noch nicht. Ich werde die Ergebnisse mit dem Doktor besprechen müssen. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit die Barriere zu verstärken. Oder wir müssen endgültig dafür sorgen, dass Une nicht mehr als deren Spielball genutzt werden kann."
