Kapitel 36: zwischen Freude und Leid
Sie hatte es eilig, als Laereth durch die Gänge eilte. Heute war die Anprobe des Kleides und sie war mehr als nur nervös, wie es denn nun geworden war. Gerade wollte sie um die Ecke eilen, als ein schwerer Körper gegen den ihren prallte. In einem Gewirr aus Armen und Beinen fielen sie und der Fremde zu Boden, doch entschuldigte dieser sich nicht, sondern sprang regelrecht auf, murmelte ein „Verzeihung" in ihre Richtung und eilte schon weiter fort. Erstaunt erkannte Laereth, dass es sich um Hauptmann Haldir gehandelt hatte. Doch noch mehr erstaunte es sie, ein verräterisches Glitzern in seinen Augen gesehen zu haben. So viel sie über den stolzen Galadhrim wusste, war dies doch sehr ungewöhnlich. Sie beschloss Aníril zu fragen, die sie nun abholen würde.
Die dunkelhaarige Elbenmaid ging
raschen Schrittes über die Gänge und wäre beinahe mit Haldir zusammengestoßen,
der eilig an ihr vorbeilief. Erstaunt sah Aníril ihm nach und schüttelte leicht
den Kopf, doch konnte sie sich keinen Reim darauf machen. Ohnehin hatte sie
keine Zeit für lange Überlegungen, da Laereth wegen der letzten
Hochzeitsvorbereitungen auf sie wartete und Aníril bereits früher auf dem Weg
hatte sein wollen. Nun bog die Elbenmaid um eine weitere Ecke und prallte
beinahe auf die Gesuchte.
"Laereth... Verzeih", war
das einzige, was Aníril atemlos hervorbringen konnte.
Leichter Schock stand in den Zügen
der rotblonden Elbenmaid und ihre grünen Augen funkelten vergnügt.
„Du bist nicht die Erste, die heute
in mich hineingerannt ist. Doch bin ich froh, dich zu sehen, lass uns gehen,
die Näherinnen warten schon", antwortete Laereth lächelnd, ergriff Anírils Arm
und zog sie zu dem Haus der Näherinnen.
Kopfschüttelnd, aber mit einem
Schmunzeln auf den Lippen ließ sich Aníril von Laereth mitziehen.
"Ist es alleine deine baldige
Hochzeit, die deine gute Laune verursacht?", fragte die Dunkelhaarige dann
lachend, als sie der Freundin ihre Hand entzog und nun schwungvollen Schrittes
neben ihr ging.
„Nein, nein, ich versuche nur meine Nervosität zu überspielen", antwortete die Sängerin heiter und ließ kurz erkennen, dass sie eigentlich ein wenig zitterte. „Doch sag, was war mit Haldir? So aufgelöst habe ich ihn noch nie erlebt."
Aníril konnte jedoch nur erneut den
Kopf schütteln.
"Ich weiß es auch nicht, aber
warum fragst du? Hast du ihn eben auch getroffen?", erwiderte die
Elbenmaid dann. "Er kam eben an mir vorbei und ich wunderte mich, da er
mir seltsam erschien."
„Nun, ich stieß einen Moment, bevor du in mich hineinliefst, mit ihm zusammen. Wenn ich mich nicht irre, standen Tränen in seinen Augen", erzählte die ältere Elbenmaid sorgenvoll, während sie das Haus der Näherinnen betrat. „Seid gegrüßt und verzeiht meine Verspätung." Ein scheues Lächeln erschien auf ihren hübschen Zügen.
Überrascht blickte Aníril Laereth an. "Tränen sah ich zwar nicht, aber dennoch... Vielleicht sollte ich meinen Vater fragen, er könnte wissen, was mit Haldir ist", antwortete sie dann, bevor die Aufmerksamkeit beider Elbenmaiden auf eine, ihnen entgegenkommende, Näherin richtete. Die Elbenfrau war eine der ältesten Bediensteten in diesem Bereich und aus dem von langen dunkelblonden Locken umrahmten Gesicht wurden Laereth und Aníril aus zwei warmen, braunen Augen gemustert.
"Ihr werdet bereits
erwartet", sprach die Näherin, als sie vor den zwei Freundinnen zu stehen
kam und ihr Blick richtete sich auf Laereth. "Wenn ich Euch bitten darf mit
mir zur Anprobe zu gehen?"
Fast schon schüchtern folgte Laereth
der Elbenmaid und ließ sich von ihr in das cremefarbene Kleid helfen. Ein Hauch
von Rot lag auf ihren Wangen, als sie vor Anírils prüfenden Blick trat.
„Was sagst du? Gefällt es dir?",
fragte sie unsicher und beobachtete, wie die Näherin hier und dort noch
Kleinigkeiten absteckte.
Fast erschien es so, als wollte
Aníril ihre Freundin ein wenig ärgern, als ihr Blick länger und prüfend an
Laereth hoch und wieder hinunter glitt ohne auch nur ein Wort zu sagen oder die
Miene zu verziehen. Erst als die dunkelhaarige Elbenmaid bemerkte, wie
ungeduldig die Ältere zu sein schien, lächelte sie kaum merklich.
"Es könnte niemandem besser
stehen", entgegnete sie dann leise.
Deutlich ließ Laereth erkennen, dass
sie mit dieser Antwort nicht zufrieden war, denn ihr Gesicht wurde einen Ton blasser und sie schlug die Augen nieder.
„Auch wenn es niemandem besser
stehen könnte, heißt es nicht, dass es zu mir passt. Sag, ist es dezent genug?"
Aníril lachte.
"Du bist dir nie sicher, hab
ich Recht? Aber in diesem Fall kannst du mir glauben. Es steht dir
ausgezeichnet und es betont deine natürliche Schönheit, ohne sie zu
überstrahlen. Bist du mit dieser Antwort nun zufrieden?", fragte die
Elbenmaid schließlich neckend und mit funkelnden Augen.
Freude leuchtete in Laereths Augen auf und sie zwinkerte ihrer Freundin zu,
während die Näherin ihre Arbeit beendete.
„Ihr könnt Euch wieder umziehen. In
zwei Tagen sollte die letzte Anprobe sein", sprach die dunkelblonde Elbenmaid
und Laereth lächelte sie an. Sie mochte die Stimme dieser Frau, die genauso
warm und weich war, wie ihre braunen Augen. Geschwind schlüpfte sie aus dem
Gewand und zog sich ihr eigenes Kleid wieder über.
„Vielen Dank, wir sehen uns dann in
zwei Tagen. Kommst du, Aní?"
Die Angesprochene nickte der Näherin
noch kurz freundlich zu, bevor sie sich umwandte und Laereth folgte, die
bereits auf dem Weg war das Haus zu verlassen.
"Gibt es noch Dinge, die
besprochen werden müssen?", erkundigte sie sich, als sie aus der Tür
hinausgetreten waren.
„Ja, wir müssen Erestor noch einmal anflehen uns etwas von dem Wein zu geben, den er wie seinen Augapfel im hintersten Keller hütet", erklärte Laereth lachend und innerlich wand sie sich bei dem Gedanken mit Anírils Vater verhandeln zu müssen. Noch nie war sie sonderlich gut mit Worten gewesen, und sie sah ihre Hoffnung mehr und mehr dahinschwinden.
"Dann lass mich mit ihm reden", entgegnete Aníril und zwinkerte der anderen verschwörerisch zu. "Ich glaube nicht, dass er mir die Bitte abschlagen wird, was meinst du?", fragte die dunkelhaarige Elbenmaid und ließ zugleich ein helles und fröhliches Lachen erklingen.
Dankbar nickte die rotblonde
Elbenmaid und sie umarmte Aníril stürmisch.
„Wenn du das für mich tun würdest,
wäre ich dir ewig dankbar. Doch sag, wie geht es dir und dem Kleinen? Ich freue
mich ja so für dich… Wie fühlst du dich?", fragte sie aufgeregt. Lange hatte
sie keine Gelegenheit gehabt mit ihrer Freundin über deren Schwangerschaft zu
sprechen, und nun war sie mehr als neugierig.
"Ich glaube, im Moment könnte es mir nicht viel besser gehen", entgegnete Aníril lächelnd und ihre Augen schienen einen Moment ins Leere zu blicken, nachzudenken. Fast schien es so, als wollte sie noch etwas sagen, doch im nächsten Moment erschien wieder das Lächeln auf ihren Lippen. "Nur meinst du zu wissen, dass es ein Junge wird oder ist es nicht schon ein wenig früh dies zu sagen?", fragte sie dann neckend.
„Ich hoffe es einfach, genauso, wie jeder hier im Haus hofft, dass das Kleine nicht dein und Erestors Temperament erbt", kicherte die ältere Elbenmaid fröhlich. „Manchmal frage ich mich, wie es deine Großeltern schafften, Erestor aufzuziehen. Wenn man Glorfindel glauben schenken darf, war Erestor im Alter von über tausend Jahren ein noch viel schlimmerer Heißsporn, als du es jetzt bist. Und eben diesen ehemaligen Hitzkopf werden wir nun aufsuchen."
Aníril schmunzelte nur gespielt
empört.
"Willst du mir damit etwa
sagen, dass etwas dagegen spräche, wenn das Kind etwas von unserem Temperament
mitbekäme?", fragte sie ebenfalls kichernd, doch erwartete sie auf diese
Frage keine Antwort mehr.
X.X.X.X.X
„Und deswegen bitte ich euch beide, nach eurem Bruder zu sehen", beendete Erestor seine Erzählung, während er in die sorgenumwölkten Augen der Galadhrimzwillinge blickte. Er wusste, dass Rúmil und Orophin ihrem Bruder sehr nahe standen und für ihn da sein würden.
Rúmil nickte nur, während er den
Blick zu seinem Zwilling wandte und in dessen Augen die Sorge um ihren
gemeinsamen Bruder sah.
"Wir werden ihn sofort suchen,
doch Erestor, wo hast du ihn als letztes gesehen? Könnte er in seinem Gemach
sein?", ergriff der Galadhrim auch sogleich das Wort. Der Elb wollte
keinerlei Zeit verlieren an den falschen Orten zu suchen. Nach dem, was Erestor
erzählt hatte, würde Haldir sie nun dringend brauchen.
Lange überdachte Erestor diese
Frage, bevor er verneinend den Kopf schüttelte. Eine andere Vermutung stieg in
ihm empor.
„So wie ich Haldir einschätze, wird
er euch aufsuchen. Damals, in der Nacht, in der seine Geliebte starb, ist er zu
seiner Mutter gegangen und hat in ihren Armen geweint. Er braucht seine
Familie", antwortete der Ratgeber bedacht.
"Dann wird uns nichts anderes übrig bleiben, als hier zu warten. Er wird hoffentlich schnellstmöglich hierher kommen", erwiderte nun Orophin, doch in seinen Augen ließ sich noch immer die Besorgnis ablesen und diese würde sich nicht legen, bevor der Elb nicht seinem Bruder gegenüberstand.
Ein knappes Nicken war Erestors
einzige Antwort. Es zerriss ihm das Herz zu wissen, was die Szene bedeutet
hatte, doch niemandem sagen zu können, was es war. Besonders, dass er es Haldir
verheimlichen musste, doch es war nicht seine Angelegenheit, war nicht sein
Recht etwas zu verraten.
„Er wird bald hier eintreffen, ich
bin mir sehr sicher. Zu lange kenne ich ihn und Legolas schon."
"Das haben wir auch nicht bezweifelt, aber meinst du nicht, dass wir erst einmal alleine mit ihm sprechen sollten?", erwiderte Orophin ruhig und warf noch rasch einen Blick auf seinen Zwillingsbruder, der jedoch nichts erwiderte, sondern nur zur Tür sah, als erwartete er, dass Haldir jeden Moment durch diese herein trat.
Der traurige Blick Erestors glitt
auch zur Tür und er nickte kurz.
„Ihr habt Recht, ich werde nun
gehen. Danke…", sprach er leise und schlüpfte dann durch die Tür, auf dem Weg
zu Glorfindel. Er brauchte jemanden, mit dem er reden konnte.
Tränen rannen stumm seine Wangen hinab, als Haldir sich den beiden Räumen näherte, in denen seine Brüder nächtigten. Es gab niemanden, den er nun mehr brauchte. Mit zitternden Händen klopfte er an, versuchte die Gewalt über seinen Körper zurück zu erlangen.
Niemand brauchte den zwei Elben zu
sagen, wer soeben angeklopft hatte, und Rúmil, der bereits aufgestanden war,
eilte sofort zur Türe, um diese zu öffnen. Draußen stand, wie erwartet, der
Bruder der Zwillinge und auch wenn Rúmil auf seine Ankunft vorbereitet gewesen
war, so schockte es ihn dennoch, wie er den Älteren vorfand. Die sonst so
strahlenden Augen schimmerten nur matt, waren vom Weinen gerötet und auch von
der sonst so straffen Haltung war nichts mehr vorhanden. Haldir schien völlig
in sich zusammengesunken.
"Haldir...", sagte er
leise und zog den Galadhrim ohne ein weiteres Wort zu sagen in eine tröstende
Umarmung.
Zitternd ließ Haldir sich in die
warme Umarmung ziehen, während immer mehr Tränen aus seinen Augen
hervorquollen.
„Warum…", flüsterte er heiser und
vergrub sein Gesicht an der Schulter seines Bruders. „Ich… ich… warum…?"
"Ich weiß es nicht,
Haldir", entgegnete Rúmil und warf einen Blick über seine Schulter zu
Orophin, der nun ebenfalls herangetreten war.
"Was ist denn geschehen?",
erkundigte sich Orophin leise und legte Haldir sanft seine Hand auf die
Schulter.
Am ganzen Körper bebend ließ Haldir
sich zu dem Bett führen, setzte sich darauf und fühlte, wie sich sein Bruder
neben ihm nieder ließ, ihn noch immer fest umfangen hielt. Dankbarkeit mischte
sich in den Schmerz in seinem Inneren, vertrieb ein wenig von der Verwirrung.
„Er hat…hat mich zurückgewiesen…
warum? Er sagte… er… er liebe mich. Noch letzte Nacht…"
"Dann wird er es auch jetzt
noch tun", entgegnete Rumil sanft.
"Vielleicht hat ihn etwas
verwirrt, was wir alle nicht zu deuten wissen?", fügte Orophin hinzu, der
gerade die Türe geschlossen hatte. "Er wird dich nicht belogen haben, als
er dir sagte, dass er dich liebt."
Am ganzen Körper zitterte er, seine
Seele schrie auf, so sehr sehnte er sich nach der sanften Umarmung, welche er
die letzte Nacht genossen hatte. Er hatte sich geöffnet, sich völlig fallen
lassen, nur um am nächsten Morgen tiefer verletzt zu werden, als es sonst
jemand könnte.
„Aber… er muss mir nicht sagen, was
es ist. Auch ich habe Geheimnisse vor ihm, doch wieso hat er mich so sehr
abgewiesen?", fragte er mit tränenerstickter Stimme.
"Vielleicht hat er genauso ein Geheimnis, was er dir noch nicht anvertraut hat?", entgegnete Rumil ruhig, während er den Bruder sanft drückte. "Und trotz allem ist er noch nicht bereit, es dir anzuvertrauen, vielleicht hat er deshalb so reagiert. Gib ihm Zeit und dann rede noch einmal mit ihm, er wird dich nicht ewig abweisen."
„Ich hoffe es…", lautete die matte Antwort Haldirs und auch seine Augen hatten jeglichen Glanz verloren. Sein Innerstes war bei den letzten Worten Rúmils eingefroren, zeigte keine Reaktion mehr. Selbst die Tränen in seinen Augen waren versiegt. Es war, als hätte sich seine Seele an einen weit entfernten Ort zurück gezogen.
Beunruhigt betrachtete Orophin
Haldir und sah seinen Zwilling dann missbilligend an.
"Vielleicht waren das die
falschen Worte, aber im Grunde hat er recht. Legolas
liebt dich wirklich, jeder konnte es an seinen Blicken sehen, wenn man ihn nur
genau ansah. Er wird nicht einfach aufhören dich zu lieben."
„Hat er das überhaupt je getan?", fragte der blonde Hauptmann nur kalt. Seine trüben Augen richteten sich auf Orophin und sein Gesicht zog sich zu einer zynischen Grimasse. „Wir werden sehen…" Die innere Eiswüste begrüßend ließ er sich gänzlich in sie fallen, verschloss jegliches Gefühl noch tiefer, während er sich nach hinten auf die Laken sinken ließ, sich in Embryonalhaltung zusammenrollte. Seine blauen Augen schlossen sich und er gab sich völlig den Fesseln des Schlafes hin.
"Will er es nicht verstehen,
oder warum wehrt er sich dagegen?", fragte Rúmil nur leise, während er
sich nachdenklich in einen Sessel setzte und Haldir beobachtete. "Nicht
nur er weiß, dass Legolas ihn liebt... also warum will er es dann trotz allem
nicht begreifen?"
Sein Blick glitt zu seinem Zwilling,
der nur unweit entfernt stand. "Warum glaubt er uns nicht?"
Seufzend ergriff Orophin die Hand seines geliebten
Zwillings, küsste ihn auf die Finger.
„Ich glaube, er hat Angst. Angst zu hoffen und dadurch noch
mehr verletzt zu werden. Erinnerst du dich daran, was Adar uns einmal über
Haldirs erste große Liebe erzählte? Wenn er einmal liebt, dann tut er dies aus
ganzem Herzen. Und genau das ist auch bei Legolas der Fall. Wie immer gibt
unser Bruder alles, öffnet sich völlig, gibt sich völlig hin, so wie auch ich
es dir gegenüber tue. Und erinnere dich daran, was in dem Höhlensystem
passierte, aus dem wir Erestor befreiten." Seine Stimme hatte einen fernen
Klang, und er drückte noch einmal fest die Hand seines
Bruders.
Rúmil nickte stumm und starrte aus dem Fenster.
"Ich wünschte nur... ich wünschte nur, er könnte sich
auf diese Liebe einlassen und würde sich auch jetzt nicht dagegen sperren...
wer weiß, warum Legolas so reagierte, was der Grund war?" Der silberblonde
Elb seufzte leise.
Zärtlich fuhr Orophin durch das seidige Haar seines älteren
Bruders und sah mit umwölkten Augen auf ihn herab.
„Ich denke, im Moment ist es das Beste für ihn, wenn er sich
dagegen sperrt", antwortete er seinem Zwilling leise. „Niemand weiß, was der
Grund war, wie dieser aussehen mag, und so lange ist es so für Haldir sicherer.
Auch wenn sein Herz jetzt schon gebrochen sein mag, so besteht durchaus die
Möglichkeit für ihn, zu überleben, sollte Legolas' Geheimnis zu tragisch sein.
Zudem, bedenke, wie schwer auch wir es haben… Ich denke, wir dürfen nicht
urteilen." Sein Blick richtete sich nun auf seinen Zwilling, ließ ihn all die
Liebe sehen, die er für ihn empfand, und erinnerte ihn daran, dass auch sie für
immer zum Stillschweigen verdammt waren.
"Nein, das dürfen wir nicht...", erwiderte Rúmil nur leise und verstummte. Es würde ihm nicht helfen, wenn sie noch weiter darüber redeten, einzig und alleine würde es helfen, wenn er mit Legolas spräche und vielleicht den Grund für dessen Verhalten erfuhr. Seine Brüder konnten nichts anderes tun, als Haldir den Beistand geben, den er brauchte. Leise seufzte der ältere der Galadhrimzwillinge und lehnte sich an seinen Bruder, während er versuchte einfach nur die Stille in diesem Augenblick zu genießen.
Sanft hauchte Orophin einen Kuss auf
das Haupt seines geliebten
Zwillings. Es schenkte ihm inneren Frieden, ihn einfach nur in den Armen halten
zu dürfen, seine Wärme und Liebe zu fühlen. Nur sehr selten war es ihm
schwierig die dunkle Wahrheit zu akzeptieren, dass seine Liebe immer geheim
bleiben musste, viel eher gab sie ihm Kraft, besänftigte seine Seele, wie auch
in diesem Moment.
„Rúmil, lass uns uns
um Haldir schmiegen, ihn einfach zwischen uns liegen haben und über seinen
Schlaf wachen. Wenn er aufwacht sind wir da, mehr können wir nicht tun. Alles
andere wird sich von selbst finden, oder?"
Der Angesprochene nickte.
"Du hast recht, das ist das
Einzige, was wir noch für ihn tun können, also lass es uns machen",
antwortete er und erhob sich, den Blick fest auf seinen Zwilling gerichtet. Die
ganze Liebe, die aus seinen Augen sprach, schien Rúmils
Gedanken zu beruhigen und langsam trat er an das Bett Haldirs heran und setzte
sich auf die Kante.
Gleichzeitig setzte sein Zwilling
sich auf die andere Seite seines
Bruders, ergriff sanft dessen Hände.
„Ich liebe dich, mein Zwilling",
flüsterte er uns legte sich dann neben seinen älteren Bruder, sodass Haldirs
Gesicht an seiner Schulter ruhte.
"Und ich liebe dich genauso", antwortete der Angesprochene, während er sich an den Rücken Haldirs schmiegte. Mit funkelnden Augen sah er zu Orophin hinüber und ein leichtes Schmunzeln huschte über seine Züge.
Dieser erwiderte das Lächeln und
ergriff wieder die Hände seines Bruders, während seine Augen auf Haldir ruhten.
Er schien im Schlafe entspannter, die Tränen waren getrocknet und die Spuren
schon längst verschwunden. Es brach Orophin fast das Herz zu wissen, dass es
sich bald wieder ändern würde.
„So sieht er friedlich aus. Auf das
sein Schmerz bald ein Ende nehmen werde."
"Und darauf, dass er nie wieder so eintreten möge", entgegnete Rúmil und drückte die warmen Hände seines Bruders, bevor er diese losließ und sich zurück auf das Bett sinken ließ, um sich noch näher an Haldir zu schmiegen. Er hoffte für seinen älteren Bruder und mit diesen Hoffnungen glitt auch er langsam in das Reich der Träume.
Aus ruhigen, doch liebevollen Augen wachte Orophin über den Schlaf seiner Brüder. Über den Schlaf der beiden Elben, die er am meisten liebte, die ihm alles bedeuteten und für die er alles tun würde.
X.X.X.X.X
Huch, hier hat sich ja schon wieder so wenig getan? Was ist denn los Leute? Es tut mir echt leid, dass es so lange dauert mit den Kapiteln – aber mein Mathestudium geht nun einmal vor. Ist es wirklich so schwer, einfach einen kleinen Kommentar zu hinterlassen? Es wäre eine super Aufmunterung, im Gegensatz zu dem Stress und der Arbeit, die ich an der Uni habe ;). Denn glaubt mir, Mathe ist echt hart ;).
Galu: Vielen Dank für das liebe Review, fühl dich ganz dolle geknufft. Doch, es war unser ernst ;). K.A., ob Legolas sich das von Erestor abgeschaut hat, aber ich glaube, er hat einfach ein wenig Angst davor – denn seine Vergangenheit hat ihn doch schwer gezeichnet. Zu Haldirs Reaktion… tja, was denkst du, wie er reagiert, wenn er erfährt, dass Legolas Gwiwileth geliebt hat?
Mondliesel: Danke du – fühl dich auch ganz lieb geknutschelt. Sind wir wirklich so fies? Naja, versprochen, im nächsten Kapitel geht es einen Schritt weiter… Und hey, würden wir nicht unsere Charaktere von einer Katastrophe in die nächste jagen, wäre die FF schon lange beendet ;). Und ist dir das lieber? So langsam solltest du FaEn aber wirklich einmal lesen – denn dann wird das hier viel klarer ;). Oder wenigstens einmal überfliegen ;).
Enessa: Dankeeee – ich hoffe, du kannst dein Taschentuch verbrauch hält sich noch in Grenzen ;). Fühl dich auf jeden Fall ganz lieb geknuddelt. Zu Erestor: verbrochen hat er nichts, aber bei Legolas ist das damals falsch angekommen, weil es ja Erestor war, der ihn zu Gwiwi geführt hatte, nachdem sie das ganze erfahren hatte – und sie hat Legolas dann ja abgewiesen. Und denken bevor Legolas was sagt? In dieser Situation? Ich glaube, sein Gehirn ist leicht abgeschaltet ;).
