Hello, sorry it had been a very busy week. Now I found time to go on with the story. Enjoy this chapter!
Thanks for congratulations for my corn snakes' birthday. Now I have three new little baby snakes at home. ^^
36. What next?
Ein Schauer lief über Rangos Rücken, als seine Hand weiter wanderte und Bohnes Kleid abtastete. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals, als er ihre Hand berührte. War sie tot? Zitternd umklammerte er ihre Hand, traute sich aber nicht, nach ihrem Puls zu fühlen. Er wusste, dass er den Gedanken nie ertragen könnte, dass Bohne durch seine Schuld ihr Leben lassen musste.
„Was ist da unten?", schalte Jakes Stimme von oben zu ihm runter. „Bist du unten angekommen?"
Rango schluckte. „Ja, ich hab sie gefunden."
Hastig stand er auf und versuchte Bohne irgendwie hoch zu heben. Der Wassereimer schwankte bei jedem seiner Bewegungen. Rango wollte gar nicht daran denken, wie tief es unter ihnen runter ging.
Nach mehreren Versuchen gelang es ihm Bohnes Körper auf seiner Schulter zu stützen. Aber wie sollte er sie nach oben bringen? Sein Blick wanderte nach oben zum Brunneneingang.
„Jake!", rief er. „Kannst du mich irgendwie hochziehen?"
Zuerst herrschte Schweigen.
„Wie stellt er sich das vor?", murmelte Jake leise am Brunnenrand.
Sein Blick wanderte hoch zur Brunnen-Winde. Er schüttelte den Kopf. Die Winde war total kaputt und stand kurz vor dem Zerfall. Es war unmöglich sie benutzen zu können.
Vielleicht runterklettern? Wieder schüttelte er den Kopf. Das Seil war viel zu alt und könnte unter seinem Gewicht zerreißen.
„Ich kann dich nicht hochziehen!", rief er nach unten. „Versuch irgendwie an dem Seil hochzuklettern."
„Na toll", murmelte Rango. „Auch das noch."
Aber welche Wahl blieb ihm? Hier unten konnte er auch nicht bleiben.
Schnell zog er seine Weste aus und legte Bohnes Arme anschließend über seine Schulter und ihren Körper auf seinen Rücken, um wenigstens die Hände frei zu haben. Dann zog er sich die Weste wieder an, damit sie nicht so leicht herunterfallen konnte.
Sein Blick wanderte wieder nach oben. Dann atmete er nochmal tief durch und schwang sich mit aller Kraft an das Brunnen-Seil. Keuchend zog er sich daran hoch. Bohne war zwar nicht schwer, aber mit ihr zusammen war es doppelt so anstrengend das Seil hochzuklettern. Ihr Gewicht zog ihn immer bei jedem Hochziehen ein paar Millimeter nach unten. Schon nach wenigen Zentimetern glaube Rango vor Erschöpfung jeden Moment in Ohnmacht fallen zu müssen. Keuchend unterbrach er die Klettertour, um einen kurzen Moment zu verschnaufen. Doch kurz darauf begannen seine Hände am Seil abzurutschen. Sofort griff er wieder nach oben und zog sich erneut ein kleines Stück hoch. Dann nochmal und nochmal.
Er erschrak, als er ein merkwürdiges Geräusch vernahm. Er hielt inne und lauschte. Es hörte sich an wie ein Rascheln. Nein. Eher wie ein leichtes Reißen. Sein Blick wanderte nach oben. Er stieß einen erstickten Schrei aus, als er erkannte, dass über ihm das Seil an einer Stelle leicht gerissen war.
„Nein! Nein!", schrie Rango und zog sich wieder am Seil hoch. Doch bei jedem seiner Bewegungen drohten die Fasern des Brunnenseiles mehr und mehr zu reißen.
Panisch kletterte Rango weiter. Doch zu spät. Krampfhaft krallte sich das Chamäleon mit der Wüstenechse am Seil fest und kniff die Augen zusammen.
Plötzlich spürte er einen leichten Ruck. Das Seil riss.
„AHHHHH!"
Beide fielen. Doch kurz darauf landeten sie auf etwas Schwerem. Instinktiv krallte sich Rango daran fest und wäre fast heruntergefallen. Der Wassereimer zerschellte in der Tiefe.
Rangos Herz raste wie wild. Er öffnete erst wieder die Augen, als er eine vertraute Stimme vernahm.
„Das war ganz schön knapp gewesen, oder?", sagte Jake.
Rango sah ihn überrascht an. Jake hatte sie gerade noch aufgefangen, bevor sie in den Brunnen runterfallen konnten. „Was? Wie bist du hierher gekommen?"
„Ich hab im Schuppen nach etwas Passendem gesucht. Das alte Pferde-Zaumzeug war noch drinnen gewesen."
Jake wandte seinen Körper zu einer Woge und kroch an der alten, aber stabilen Leine hoch, die er oben am Brunnenrand befestigt hatte. Oben angekommen ließ er sich über den Brunnenrand fallen und alle drei landeten auf den staubigen Boden. Rango, der mit seinem Gesicht direkt im Sand gelandet war, spuckte angewidert den Sand aus dem Mund.
Sofort erinnerte er sich an Bohne. Sie lag immer noch bewegungslos neben ihm.
Zögernd drehte er sie auf den Rücken und beugte sich besorgt über das ohnmächtige Mädchen. Sie war blass und das Blut hing in einer angetrockneten Rinne von ihrem Haar runter. Rango schluckte schwer. „Bitte nicht, bitte nicht."
Mit zittrigen Händen strich er ihr Haar zur Seite. Jake war inzwischen näher an sie herangerückt und umschlang Bohne sachte mit seinem Körper.
„Was tust du da?", fragte Rango erschrocken.
„Abhören", raunte Jake ihm zu. Konzentriert lauschte er nach einem Lebenszeichen.
Dann entspannte sich seine Miene. „Sie lebt noch."
Rango sah ihn ungläubig an. „Sie lebt? Aber wie kann das sein? Sie war doch tot."
„Lass mal sehen." Mit diesen Worten beugte Jake sich vor und warf einen Blick unter Bohnes Haare.
„Tz, ist nur ein Streifschuss. Offensichtlich hat sie nur einen Schock."
Rango glaubte vor Glück in Tränen auszubrechen.
Jake lächelte leicht. „Tja, offensichtlich kann Madog nicht so gut, aus der Entfernung zielen."
Plötzlich wurde sein Gesicht wieder ernst. „Apropos, wir müssen sofort in die Stadt."
Mit diesen Worten löste er sich von den beiden und kroch hastig ein paar Meter nach vorne.
Doch als er merkte, dass Rango ihm nicht folgte, bremste er ab.
„Was ist jetzt? Nun komm schon! Wir müssen verhindern, dass sie die Stadt zerstören."
Doch Rango schenkte ihm keine Beachtung. „Ich kann, sie nicht alleine lassen", sagte er und strich sanft über Bohnes Gesicht.
Jake rollte die Augen. „Himmel und Hölle, vergiss sie. Ihr passiert schon nichts. Es ist nur ein Streifschuss. Sie kommt wieder in Ordnung. Aber der Stadt passiert gleich was, wenn wir uns nicht sofort auf den Weg machen."
„Nein!", erwiderte Rango. „Ich kann, sie nicht alleine lassen!"
Jakes Augen verengten sich. „Jetzt reiß dich zusammen und hör auf zu heulen! Denkest du, sie wäre damit einverstanden, dass du hier herumsitzt und sie bemutterst, anstatt deine Stadt zu retten?"
„Sag doch was du willst", entgegnete Rango und drückte Bohne so feste an sich, als ob er befürchtete, Jake würde sie ihm jeden Moment aus den Armen reißen. „Mir kannst du es nicht verbieten."
Jake knurrte verärgert. „Hast du mir eigentlich richtig zugehört?"
Doch Rango schien Jake in diesem Moment wirklich nicht zuzuhören. Seine Gedanken waren nur bei Bohne. Alles andere schien ihm in Moment völlig egal zu sein. Sogar seine Stadt.
„Jetzt hör mir mal zu!", knurrte Jake, und drehte Rangos Kopf in seine Richtung. „Willst du wirklich, dass deine Freunde alle tot sind? Vergiss nicht. Er will Dynamit einsetzen! Glaubst du, dass sie das überleben werden?"
Rango schwieg, wobei er immer noch Bohnes Kopf streichelte. Schließlich wandte er seinen Blick von Jake ab und blickte betrübt zu Boden. „Warum übernimmst du das nicht? Was kann ich schon gegen sie ausrichten? Gegen die haben wir doch keine Chance. Weder einzeln noch zusammen."
Jake biss sich auf die Unterlippe. Im Grunde hatte Rango Recht. Aber dem Triumph diesen Schlangenmörder und dieser hochmütigen Schildkröte zu überlassen, wollte Jake nicht akzeptieren. „Jetzt lass dir etwas einfallen! Du bist doch hier der Held! Also tu auch was!"
„Ich bin kein Held", entgegnete Rango. „Ich weiß, dass jede Geschichte einen Helden braucht. Aber in diesem Fall ist auch der größte Held machtlos."
„Ach, genauso machtlos wie du damals mich besiegt hast?", fragte Jake spöttisch. „Wer hatte denn damals mir einen Revolver vors Gesicht gehalten und wer hatte damals das Wasser zurückgebracht? Na, wer?"
Rango seufzte. „Ich."
Als ob dies das Stichwort gewesen wäre, fing Bohne plötzlich an zu stöhnen. Dann schlug sie die Augen auf.
„Bohne!"
Erleichtert drückte Rango sie an sich. „Ich hab schon gedacht du wärst…"
„Was war los?", fragte Bohne noch etwas benommen. „Da war ein lauter Knall."
Prüfend betastete sie ihren Kopf.
„Nicht dran gehen." Rango nahm ihre Hand und drückte sie wieder runter.
Dann holte ein Tuch aus seiner Hosentasche raus und hielt es ihr an die Schusswunde. „Es ist nur ein Kratzer."
„W-was... was ist denn mit dir passiert?"
„Wieso?"
„Du bist so dunkel."
Erst jetzt erinnerte sich Rango daran, dass er wegen dem Russ immer noch wie ein Schornsteinfeger aussah. „Och, das ist nichts von Bedeutung."
„W-wo sind die anderen?", fragte Bohne weiter. „Wo ist die Schildkröte?"
„Sie sind zur Stadt geritten und wollen sie zerstören", unterbrach Jake.
Bohne sah ihn verwundert an. „Und? Was steht ihr denn noch hier herum?"
„Genau das habe ich ihm auch schon gefragt", mischte sich Jake ein. „Aber dieser Dickkopf will seine Stadt nicht retten."
Bohne sah Rango überrascht an. „Ist das wahr?"
Rango wurde rot. „Äh… nein… das heißt, zuerst, aber dann… Ich hab mir Sorgen um dich gemacht!"
„Rango, die anderen sind wichtiger", sagte Bohne vorwurfsvoll.
Jake grinste. „So etwas Ähnliches habe ich ihm auch gesagt."
Rango saß da und wusste nicht was er sagen sollte. „Aber was verlangt ihr von mir? Ich kann doch nichts ausrichten."
Er stand auf und wich ein paar Schritte zurück.
Doch Bohne ließ nicht locker. „Dann denk dir was aus. Das kannst du doch so gut."
Jake grinste breit. Sehr zum Ärger von Rango.
„Aber was soll ich tun? Ich kann gar nichts tun!" Verzweifelt schlug das Chamäleon die Hände über den Kopf zusammen. „Ich weiß nicht was ich machen soll!"
Enttäuscht von sich selbst, sank Rango zu Boden. Bohne ging auf ihn zu und massierte beruhigend seine Schultern. „Jetzt beruhige dich und denk ganz in Ruhe nach. Dir muss was einfallen, sonst ist die Stadt verloren."
Rango massierte seine Schläfen. „Aber was? Ich bin doch nur ein Chamäleon mit einem Revolver. Und Jake. Was kann er schon gegen eine Bande von Schlangentötern ausrichten?"
„Aber selbst du hast ihn besiegen können", sagte Bohne aufmunternd. „Dann wird dir auch etwas gegen diese Bande einfallen."
Rango warf einen hilfesuchenden Blick zum Himmel. „Aber was?"
Eine Stille trat ein. Eine Stille, die niemand zu unterbrechen wagte. Sogar Jake nicht. Er hielt Rango zwar schon immer für etwas verrückt, aber er musste zugeben, dass er nicht immer dumme Ideen hatte.
Nach einer Weile stand Rango auf und ging unruhig auf und ab. Dabei verschränkte er die Hände auf den Rücken und hielt leise Selbstgespräche.
„Alleine kommen wir nicht gegen sie an", murmelte er leise. „Wir müssen Hilfe holen. Aber von wem? Wir sind alleine. Völlig alleine. Obwohl…"
Er sah auf.
„Es sei denn…" Er schnippte mit den Fingern. „Ich glaube, ich weiß was wir noch machen könnten."
„Was?", fragten Bohne und Jake wie aus einem Munde.
Doch Rango antwortete nicht auf ihre Frage sondern trieb zur Eile an. „Wir müssen uns sofort auf den Weg machen! Bohne? Denkst du, du kannst laufen? Oder nein, besser nicht. Du musst dich schonen. Jake, könntest du nicht…"
Jakes Augen weiteten sich. „Kommt nicht in Frage!"
„Jake…"
„Nein."
„Bitte." Rango machte Rehaugen.
„Nein!"
„Idiot", murmelte Jake, während er durch das Wüstengelände kroch. Mit Rango und Bohne auf dem Rücken. „Idiot. Idiot."
„Wenigstens diesen Gefallen schuldest du ihr", sagte Rango. „Immerhin hast du es ihr zu verdanken, dass du noch deine Zunge hast."
Jakes Gesicht verfinsterte sich noch mehr. Das Chamäleon und seine Argumente. Wie sehr er das hasste.
„Hört dieser Tag denn niemals auf?", grummelte er mit zusammengebissenen Zähnen. „Wohin kriechen wir eigentlich hin?"
„Dorthin, wo wir vermutlich noch eine Chance haben Hilfe zu bekommen", antwortete Rango. Aber seine Stimme klang nicht so ganz überzeugend.
„Und wie weit ist das noch?"
„Das sag ich dir dann schon."
Nach einer Weile weitem Fußmarsch rief Rango: „Halt an. Das ist weit genug."
„Weit genug? Von was?", fragte Jake.
„Wirst du gleich sehen."
Mit diesen Worten sprang Rango von Jakes Rücken runter.
Kaum war Rango unten, formte Jake seinen Körper zu einer Woge und ließ auch Bohne von seinem Rücken runterrutschen.
Jake sah sich um. Um sie herum war weite felsige Wüstenlandschaft. Wer sollte ihnen hier schon helfen?
Rango ging ein paar Schritte geradeaus. Dann blieb er stehen, sah sich nochmal um, dann pfiff er so laut er konnte.
Zuerst passierte gar nichts. Doch dann…
Jake schrie auf, als er einen Schatten über sich hinweghuschen sah. Vor lauter Panik raste er an Rango vorbei und zwängte sich unter einen Stein, während der Schatten am Himmel weiter seine Kreise zog.
All right. Let's see what happens next. Next chapter comes next week. Bye.
