Hier das letzte Stück dieser Zwischenhandlung, danach geht es mit Sasch, Berry und Macnair weiter ...
Kapitel 35 - Zurück in England
Der nächste Morgen kam für James' Geschmack viel zu schnell. Er hatte am Abend zuvor noch zwei Stunden an diesem bescheuerten Bericht gesessen, der im Endeffekt nur aussagte, dass er nichts gefunden hatte. Drei Blatt Pergament verschwendet für etwas, das man auf einem hätte erklären können. Aber der Boss wollte genaue Berichte, also schrieb James sie, so lästig sie auch waren. Und der Mist hatte ihn zwei Stunden gekostet, die er hätte neben seiner bezaubernden Verlobten verbringen können.
O.k. Du bist mal wieder notgeil, stellte er jetzt fest, während er im Fahrstuhl des Ministeriums stand. Also denk an was anders. Am Besten an Sirius und Remus, und daran, dass sie hoffentlich beide gesund wieder auftauchen.
Peters Erscheinen mitten in der Nacht hatte er bereits wieder verdrängt. Genau so wie dessen schlechte Nachrichten. Mrs. Odgen war tot. Vor Peters Nase entführt worden. Na ja... er konnte es seinem Freund nicht verübeln, dass der sich nicht mit zwei Todessern gleichzeitig anlegen wollte. Es war schlicht Irrsinn, so was zu tun. Und dass sie verfolgt worden waren, konnte nur mit seiner Befragung zusammenhängen. Nur ohne die Leiche der Frau konnte er nicht weiter ermitteln, ganz zu schweigen davon, dass sich wohl keiner der Verdächtigen selbst die Hände schmutzig gemacht haben würde. Dafür gab es die niederen Todesser. Die Außenstehenden. Den Äußeren Kreis. Die verrichteten die Drecksarbeit. Es war wirklich frustrierend. Irgendwann erwischen wir aber einen. Irgendwann macht einer von den großen einen Fehler und dann sind wir da, nahm sich James grimmig vor.
Im Büro war er tatsächlich mal der erste. Etwas, dass nur sehr selten vorkam, auch wenn er noch nie zu spät gekommen war. Moody war meistens weit vor Arbeitsbeginn schon hier, da war es einfach schwer vor ihm hier zu sein, wenn man nicht eine Stunde früher aus dem Haus ging.
Nach dem ordnungsgemäßen Verstauen des Berichts besorgte James sich erstmal einen Kaffee. "Wollen wir mal hoffen, dass Moody was hat und wir nicht bei Null anfangen müssen. Oder ich muss mir diesen anderen Todesser noch mal zur Brust nehmen.", seufzte er.
Vollkommen übernächtigt betrat Alastor Moody das Büro, das er sich mit James Potter teilte, welcher zu seiner nicht geringen Überraschung bereits da war. Aber ... nun eigentlich war es doch keine so große Überraschung, bedachte man, dass er zwar noch pünktlich, aber nicht weit davon entfernt war, das erste Mal in seinem Leben zu spät zum Dienst zu erscheinen, ohne dass ihn seine Pflichten davon abgehalten hätten.
Sofort stieg ihm der schwere Kaffeegeruch in die Nase und mit einem unterdrückten Gähnen, ein kurzes: "Was gefunden, James?", dabei seinen Blick zu dem abgelegten Bericht schweifen lassend, schenkte er sich ebenfalls eine Tasse voll des schwarzen Gebräus ein.
Nur wenige Augenblicke später kam Jake Ciesten ebenfalls in das Büro. Er hatte einen Bericht dabei. Er sollte James Potter erzählen, dass die beiden Todesser, die unmittelbar mit dem Fall zu tun hatten, nicht mehr unter den Lebenden weilten.
Jake kannte Potter nur flüchtig. Er hatte ihn ein paar Mal auf dem Flur gesehen, aber Worte hatten sie noch nie richtig miteinander gewechselt. Das fand Jake schon irgendwo komisch, da er ja James Vater näher gekannt hatte.
So stand der Auror dann also in dem Büro und räusperte sich einmal kurz, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Er fand, dass die Ähnlichkeit zwischen James und Matthew Potter doch vorhanden war und musste etwas lächeln.
Jake hatte ein freundliches Lächeln. Seine Augen waren grau, wirkten je nach Lichteinfall aber grün. Dies wirkte bei seinen relativ kurzen, hellbraunen Haaren irgendwie... bestechend. Die Augen stachen regelrecht hervor.
James sah auf, da er eigentlich gerade Moody hatte antworten wollen. Wobei er für diese Störung nicht gerade undankbar war, immerhin musste er ihm jetzt wohl oder übel von Dumbledores kleinem Geheimnis ihm gegenüber berichten. "Guten Morgen, Ciesten.", grüßte er den hereingekommenen Kollegen. "Was gibt's?" Es war klar, dass der Mann, der schon mit seinem Vater gearbeitet hatte, nicht einfach so reinschneite.
"Guten Morgen.", grüßte er, gefolgt von einem Nicken an James und Moody gerichtet. Doch anstatt sofort mit der Neuigkeit herauszurücken, fragte Jake erst einmal: "Und wie läuft es so, bei der Arbeit?"
"Geht so.", meinte James nur. Er wollte jetzt nicht mehr auspacken als nötig. Moody würde vermutlich sowieso ziemlich wütend werden.
"Tut es das?" Jake ließ die Worte erst einmal im Raum stehen und konnte sich ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen, ehe er dann das aussprach, wofür er eigentlich gekommen war.
"Nun, es geht um die beiden Todesser... Odgen und... na ja, der Name ist ja noch unbekannt. Nun... sie weilen nicht mehr unter den Lebenden"
James stöhnte auf und fuhr sich durch die Haare: "Das darf doch wohl nicht wahr sein. Wie ist denn das passiert?"
Alastor, der dem herein gekommenen Auroren ebenfalls kurz zunickte und dem sich anschließenden Gespräch mit halbem Ohr gelauscht hatte, verschluckte sich an dem brühend heißen Kaffee, von welchem er gerade einen Schluck getrunken hatte und ehe ihm die Tasse aus der verbrannten Hand fallen konnte, verbannte er sie mit einer wütenden Geste samt des restlichen Inhalts zurück in die Etage, in denen die Ministeriumshauselfen ihrer Arbeit nachgingen.
"Bitte was?", brachte er schließlich mit grollender Stimme hervor, sich aus seiner müden Haltung heraus aufrichtend und Jake Ciesten einen durchdringenden Blick zuwerfend. Wieso bei Merlin wusste er als stellvertretender Leiter dieser Abteilung nichts von zwei ermordeten Todessern – in ihren Zellen? Soweit er wusste sollte sich derzeit nicht einmal ein Einziger hier befinden.
Waren sie doch niemals sehr lange hier … sondern wurden nach ihrer Verhandlung nach Askaban gebracht, oder gleich den Dementoren überlassen.
"Es war wohl kein schöner Anblick...", begann Jake und warf den beiden anderen einen Blick zu. Vor allem Moody schien doch so ziemlich aus der Fassung gebracht zu sein.
"Ich weiß selber nicht sonderlich viel. Aber man vermutet, dass die beiden Selbstmord begangen haben." Er seufzte einmal, kaum merklich, auf. "Anscheinend haben sie... Messer zugesteckt bekommen. Wahrscheinlich bei einem Besuch."
"Der Tag wird ja nun wirklich immer besser … nicht nur dass sich zwei Todesser, die gar nicht da sein sollten, in meinen Zellen unter unserer Aufsicht befinden, nein sie sind nun auch noch tot … von dem Umstand, dass sie noch keine zwölf Stunden hier sein können, da ich bis dahin hier war und in dieser Zeit keine Gefangenen gebracht wurden, einmal ganz abgesehen …!" Mit jedem Wort war Alastors Stimme im Gegensatz zu manch anderem nicht lauter, sondern eher im Gegenteil, bei gleich bleibender Tonlage eher noch leiser und zorniger geworden.
"Also... sagen wir mal so... sie waren seit... 22 Stunden hier!", gestand nun James leise, ja schon fast den Kopf einziehend.
Der ältere Auror fuhr zu dem Schwarzhaarigen herum: "Und warum … Mr. Potter … erfahre ich davon erst jetzt? Sie oder jeder andere, der für diesen … diesen Zustand verantwortlich ist, hätte mir sofort Bericht erstatten müssen!"
"Es ist eingetragen und ich denke Mr. Crouch weiß Bescheid, Mr. Moody. Außerdem waren Sie zu dem Zeitpunkt gar nicht im Büro.", konterte James ebenfalls fest.
Schweigend hatte er der Sache gelauscht und irgendwie verstand Jake ja auch, warum Moody ungehalten war. Aber das war nicht sein Brot. "Crouch weiß Bescheid.", sagte er dann nach einer Weile unverbunden. Manchmal hatte Jake das Gefühl, dass Moody meinte, das gesamte Ministerium müsste nach seiner Nase tanzen und das machte ihn bei Jake Ciesten nicht gerade sympathisch.
"Tatsächlich …", antwortete Moody kalt, "… also … was bei Merlin hat es mit den beiden – nun Toten – auf sich?"
James seufzte leise und warf Ciesten einen kurzen Blick zu. "Sie... waren Verdächtige in unserem aktuellen Fall. Du weißt schon. Dieser Überfall auf das Haus in der Pampa, mit den ganzen Toten.", erklärte James wage und hoffte das Moody begriff.
"Natürlich …", murmelte Alastor und schüttelte leicht seinen Kopf. Dann musterte er Ciesten durchdringend und fragte scharf: "Und was haben Sie mit diesem Fall zu tun?"
Jake sprach mit dem ruhigen, gelassenen Ton, der für ihn typisch war. Aber innerlich ging ihm Moody mehr und mehr auf die Nerven. Mit einem scheinheiligen Lächeln sagte Jake dann: "Nicht viel, Alastor Moody, aber da Sie ja leider nicht auf dem Laufenden waren, musste irgendwer anderes ja Bescheid geben. Und in diesem Fall war ich der Glückliche." Ein Hauch von Spott schwankte in seiner Stimme. "Man sieht sich und viel Glück noch..."
Mit diesen Worten verschwand Jake dann aus dem Büro...
Alastors Miene verdüsterte sich – wenn überhaupt möglich – nur noch mehr. Er würde mit diesem von sich selbst eingenommenen Ciesten wohl mal eine extra Übungsrunde einlegen müssen, um ihn daran zu erinnern, dass er hier – nach Crouch – dessen unmittelbarer Vorgesetzter war.
James seufzte und versiegelte dann das Büro: "Du warst nicht da, als ich sie hergebracht habe. Das große A hat mich und Moony zu ihnen gebracht, als ihr weg wart. Warum du nichts weißt, frag mich nicht, frag ihn."
"Glaub mir, das werde ich auch tun. Nachdem diese Schweinerei hier restlos aufgeklärt ist – was du tun wirst, da ich ja annehmen kann, dass du auch für die Verlegung der beiden jetzt Leichen hier her verantwortlich bist." Damit schnappte sich Alastor seinen zuvor abgelegten Mantel und rauschte nach einem "Ich erwarte einen vollständigen Bericht!" aus dem Büro, um mit einem gewissen Schulleiter das ein oder andere Wort zu wechseln.
"Na toll. Papierkram!"; brummte James und erhob sich, um sich selbst die Sauerei auch einmal anzusehen und dann einen Bericht zu schreiben, nachdem er für die Überführung gesorgt hatte.
Der Tag verflog dann recht schnell, auch wenn es James fuchste, dass diese Idioten im Kerker so leichtsinnig gewesen waren und sie deswegen wieder am Anfang standen bei Null. Denn Averys Alibi zu knacken war unmöglich, so genau James auch wusste, dass es erstunken und erlogen war. Einem Malfoy ans Bein zu pinkeln, war genau so gefährlich, wie einen Hippogreifen zu beleidigen. Es blieb also nur zu hoffen, dass Moody was gefunden und es ihm noch nicht mitgeteilt hatte, oder dass Remus Erfolg hatte. Wobei James es Moody ganz sicher nicht verübeln würde, wenn der ihm keine Infos zukommen ließ. Er hatte es ja auch nicht getan. Und dabei stellte sich ihm auch wieder die Frage was Dumbledore damit bezweckt hatte, Moody nichts von den Gefangenen zu sagen. Sollen die das unter sich ausmachen, beschloss er schließlich.
Als er dann nach Dienstende nach Hause kam, erwarteten ihn schon seine Freunde und er war erleichtert sie wieder zu sehen. Vor allem gesund wieder zu sehen!
TBC
... und weil ich jetzt dann zwei Wochen in Urlaub bin ... TADA! Gibts auch gleich das nächste Chap :)
- Morti
ps. bitte um vieele Reviews! Das macht das weiterschreiben nach dem Urlaub umso schöner
