Rückblick auf Kapitel 33
Niemand war im Büro des Schulleiters zu sehen und trotzdem unterhielten sich vier Personen über den ersten Tag auf Hogwarts. „Professor Dumbledore, ich und Snape ..."
„Professor Snape und ich, Felicitas. Es hört sich so herum besser an", unterbrach sie Dumbledore.
„Also, gut. Er und ich haben besprochen wie sie die Änderungen in Zaubertränke einführen sollen, halten Sie sich bitte daran."
„Wie denn, Felicitas?", wollte Ginny wissen.
„Großes Geheimnis, schließlich kann er es sich nicht leisten, mit mir Händchen haltend in die ‚Große Halle' zu kommen."
„Nein, das soll er sich auch nicht trauen", brummte Harry.
Dumbledore schmunzelte: „Brechen wir das Training ab, Kinder. Ich habe da noch eine Einladung zum Tee, wie ihr wisst."
„Moment, Harry, Du musst noch jemanden einladen!", unterbrach Phineas Nigellus.
„Wen", wollte Harry wissen.
„Der guten Minerva könnt ihr das Erlebnis nicht vorenthalten. Sie war es, die ganz alleine von dem Haus überzeugt war. Es wird sie freuen!"
Kapitel 34. 01. September
Was würde auf ihn im neuen Schuljahr zukommen? Nachdenklich ging Harry die gewohnten Wege durch Hogwarts. War es eine gute Entscheidung Felicitas mit hier herzunehmen? Wie würden die Mitschüler aus Gryffindor und vor allem die Slytherins auf sie reagieren? Er musste nochmals mit Dumbledore sprechen! Nichts, gar nichts würde er sich gefallen lassen, das schien dem alten Herrn vielleicht noch nicht ganz klar zu sein. Die Gänge kamen ihm sehr verlassen vor, das würde sich bald ändern.
Vom Unterbewusstsein geleitet, fand sich Harry vor der Türe wieder. Dahinter hatte er sich schon einige Ermahnungen anhören müssen. Er klopfte kräftig an und das Gewohnte, ja bitte' erklang umgehend und die Türe schwang auf. Professor McGonagall legte ihren Zauberstab beiseite und bat Harry herein.
„Harry schön dich hier zu sehen, was führt dich zu mir? Wir hatten doch hoffentlich keinen Unterricht vereinbart?"
„Nein Professor McGonagall", zögernd stand Harry vor dem Schreibtisch. Auf ihm lag eine Wanderkarte mit sehr vielen handschriftlichen Einträgen.
„Halte es für einen kleinen Spleen von mir, aber seit den schrecklichen Ereignissen um die Kammer des Schreckens, schenke ich alten Sagen viel mehr Glauben. Ich möchte beinahe behaupten, dass bei allen alten Sagen es einen wahren Kern gibt. Und ich suche, in meiner freien Zeit, danach."
Harry betrachtete die Karte, sie zeigte Hogsmeade und seine Umgebung. Die Höhle war auch eingezeichnet, daneben stand, in der korrekten Handschrift der Professorin geschrieben, die Namen von Sirius und Hagrid, unwillkürlich legte Harry seinen Finger auf die Stelle.
„Dieses Mal war die Suche enttäuschend. Ich war bis gestern davon überzeugt, dass es von dieser Höhle nicht mehr weit bis zu der sagenumwobenen Villa der Blacks war."
„Bis gestern?" Harry musste ein Lächeln unterdrücken. Sie war schon so nahe gewesen und jetzt hatte sie aufgegeben. Dies hatte er von ihr nicht erwartet.
„Ja bis gestern. Professor Dumbledore war gestern Abend mit in der Höhle, er hat sich die größte Mühe gegeben. Harry, du weißt ja, wie mächtig ein Hexagramm ist. Er hat es angewandt, obwohl es schon schwarze Magie ist. Leider nichts – vermutlich eine der Sagen, die wirklich der reinen Phantasie entspringt. Genug von mir", unterbrach sie sich selbst. „Was ist dein Anliegen?"
„Ursprünglich wollte ich sie nur zum Tee einladen, es lässt sich aber beides verbinden. Ich begleite Sie zu dieser Höhle, vielleicht finde ich etwas. Sie kennen ja meinen Hang zu solch unerklärlichen Dingen. Danach trinken wir mit Professor Dumbledore, Feli und Ginny einen Tee!" Harry hielt seine Hand einladend hin.
„Professor Dumbledore hat davon berichtet, dass er in euren Unterschlupf eingeladen worden ist. Da lasse ich mich gerne überraschen." Nachdenklich sah sie ihren Schüler an. „Deiner Selbstsicherheit nach bin ich mir nahezu gewiss, dass du was in der Höhle finden wirst. Ich denke, ich darf auf die Auflösung meines Ferienrätsels hoffen."
„Vielleicht?"
McGonagall griff zu ihrem Umhang, während Harry seinen Spiegel zog. „Felicitas zur Höhle! Warum und weshalb will ich dort sagen!"
„Felicitas, weiß sie auch von der Höhle? Wie kommt sie dorthin?"
„Sie wird zusammen mit Professor Dumbledore und Ginny dorthin reisen. Der Schulleiter wird wohl einen Portschlüssel herstellen, während wir meinen nach Hogsmeade benützen müssen. Ich habe ja in den Ferien eine ganze Anzahl von Portschlüsseln bekommen. Wir können dann von dort in die Höhle apparieren."
„Lass mal Harry, der Schulleiter war so freundlich mir für die Höhle einen Portschlüssel zu überlassen. Nicht ganz in die Höhle, das war nicht möglich. Warum wissen wir beide nicht, deshalb habe ich so sehr auf diese Höhle gesetzt."
Die Strahlen der Sommersonne versuchten es mit aller Macht den Waldboden zu erreichen, durch das dichte Blätterdach des Waldes fanden sie aber keinen Weg. Hier wenige Meter vor der Höhle, roch es nach Wald und es war kühl. Harry kam mit Professor McGonagall an, ohne das sonstige Knäuel von Beinen und Armen. Nein, er und die Professorin hatten sich sehr konzentriert, sie wollten kein Anlass zur Heiterkeit sein, denn sie vermuteten den Professor mit Felicitas und Ginny schon dort.
„So, da seid ihr ja endlich", begrüßte Professor Dumbledore die gerade Eingetroffenen. „Ich, nein wir wissen nicht, warum wir hierher sollten, aber ich kann dies zum Anlass nehmen, euch die Wirkung eines Hexagramms zu erklären."
Nach einer ausführlichen Erklärung bat Dumbledore alle in die Mitte des sechszackigen Sternes, der neben vielen Runen in den Höhlenboden geritzt war. Der Schulleiter murmelte Zaubersprüche, die so unverständlich waren, dass Harry vermutete sie stammen aus einer alten Sprache. Es bildete sich ein magisches Feld, welches sie ganz von der Umgebung abschirmte. Harry hatte seine Umhängetasche außerhalb des Hexenkreises abgestellt, es war in der Mitte des Kreises schon eng genug. Diese Tasche leuchtete hell. Dumbledore sprach weiter und die feinen Linien auf dem Boden vermehrten sich. Die Sprüche wurden intensiver und nun leuchteten die einzelnen Gegenstände in Harrys Tasche auf. Nicht nur in der Tasche von Harry leuchtete es, etwas abseits vom Höhleneingang leuchtete ein länglicher Gegenstand. Er war nicht so lang wie ein Bleistift, aber etwas dicker. Harry wollte gerade dorthin gehen, als ihm einfiel, dass niemand ein Hexagramm verlassen konnte, während die Zauber noch wirkten.
Dumbledore brach die Zauber ab und wandte sich an McGonagall: „Minerva, du hast gesehen es klappt, aber deine geheimnisvolle Villa ist nicht aufgetaucht. Harry rief nach Felicitas, die seinen Fund kritisch betrachtete. Sie wollte den Gegenstand aufheben, als sich eine dicke Erdkröte darauf setzte.
„Iiiiiiiihh!"
„Immer aufpassen! Felicitas", mahnte Harry und verwandelte die Kröte zurück in einen Stein. Nun konnten sie sich, befreit von dem Gedanken an einen Portschlüssel, um den Fund kümmern. Es war ein kleiner Glaskolben, welcher mit einem Stück Papier beklebt war.
„Wie kommt den ein Trank von Snape hierher?", wunderte sich Dumbledore.
„Er hat ihn verloren, als er sich hier vor den Auroren verstecken wollte. Professor Dumbledore, hier haben wir ihn gefunden, nachdem ihn Voldemort gefoltert hatte", erklärte Ginny.
„Snape hatte ihm zuvor den positiven Schwangerschaftstest von Bellatrix Lestrange gezeigt. Sie war aber zu dem Zeitpunkt schon tot, was Snape nicht wusste."
„Harry, Professor Snape bitte!", tadelte der Schulleiter ihn. „Dann schließt sich hier vermutlich der Kreis!", bemerkte er weiter, aber so leise, als würde er laut denken.
„Und wie kam es, dass ihr ihn hier mitten im Wald gefunden habt?" Fragend blickte McGonagall in die Runde.
„Wir wurden beim Tee gestört, nachdem er den ersten Zauber von ‚Black Castle' durchbrochen hat. Dieser warnt den Hausherrn vor unliebsamen Besuch."
„Black Castle?", fassungslos sah McGonagall Felicitas an.
„Danke, Professor Dumbledore, dass sie uns durch den mächtigen Zauber mit dem Hexagramm gezeigt haben, wie sicher das Haus doch ist" zufrieden lächelnd ging Harry in die Höhle zurück. „Wir sind durch diese Türe gekommen und haben Snape nach oben schweben lassen."
„Durch welche Türe?" Verwundert sah sich McGonagall um. Harry legte ihr seine Hand auf die Schulter. „Durch diese Türe!"
„Ach, Albus hätte ich nur mit dir gewettet!" Die Professorin wartete, bis der Schulleiter auch die Türe gezeigt bekam. „Und wieder hat sich eine Sage bewahrheitet."
Der alte Mann wartete mit Harry an der Türe, bis alle dahinter verschwunden waren und beseitigte mit einem Schwung seines Zauberstabes das Hexagramm vom Höhlenboden.
Der Gang durch das Haus dauerte länger, da Dumbledore an den verschiedensten Stellen die Schutzzauber überprüfte. „Exzellent! Exzellent! Vielleicht sollte ich mich doch etwas mehr mit schwarzer Magie beschäftigen?"
„Wäre sicherlich eine gute Sache, Professor Dumbledore! Wie sollen wir uns gegen die Todesser wehren, wenn wir nicht wissen mit was sie umgehen?", meinte Harry.
„Wir könnten uns doch hier treffen und Sie zeigen uns die wichtigsten Dinge!", schlug Ginny vor. Dumbledore wirkte etwas nachdenklich, aber plötzlich kehrte der entschlossene Gesichtsausdruck zurück: „Vorstellbar, durchaus vorstellbar Ginny. Eines müssen wir jedoch sicherstellen – Molly darf davon nichts erfahren!"
Ginny grinste zufrieden. „Ich bin jetzt in einem Alter, da erzählt man zu Hause besser nicht immer alles. Wir treffen uns hier einmal in der Woche und lernen die Zauber unseres Gegners. Professor McGonagall, etwas schwarzer Hokuspokus im Syndikat Black-Potter, müsste Sie doch auch reizen?"
Die Professorin lächelte verschmitzt: „Etwas ist sicherlich nicht schlecht. Schließlich lernt man auch eine Fremdsprache, wenn man ins Ausland geht. Verrate mir nur noch wer alles dem Syndikat Black-Potter angehören soll?"
„Wobei Syndikat Black-Potter ein schönes Wortspiel ist", bemerkte Dumbledore. „Einmal für den Verbund der beiden Häuser Black und Potter. Das andere Mal als Hinweis, dass sich Harry Potter nun mit der schwarzen Magie beschäftigt. Ginny halte den Kreis klein. Den überraschten Gesichtern deiner Freunde hier, scheint die Idee ganz neu zu sein?"
Ginny nickte: „Ist mir gerade eingefallen, ich dachte, dass wir eine Art geheimen Bund schließen. Wir, das wäre außer uns hier Nanda, Tonks und Remus. Mehr sollten es nicht sein. Ron wird es zu viel Arbeit sein und Hermine stünde uns mit ihren moralischen Bedenken ständig nur im Weg."
„Das ist eine sehr interessante Gruppe, ja so könnten wir es machen. Nein so machen wir es!" Dumbledore nickte entschlossen. „Mit Nanda habe ich noch nicht soviel zu tun gehabt, aber ich glaube er hat ein großes magisches Potenzial. Wir müssten ihm den Zauber, den ihr bei mir so toll gelernt habt, auch beibringen. Harry, Felicitas seid ihr auch damit einverstanden, wir haben gar nicht gefragt?"
„Albus, was für einen Zauber?", erkundigte sich McGonagall skeptisch. Der Schulleiter verschwand und tauchte wieder auf. „Ich hatte gestern die Idee, es könnte ein Beweis meines Vertrauens sein, Harry den Unsichtbarkeitszauber zu zeigen."
„Professor Dumbledore, wenn ihnen das früher eingefallen wäre, hätten sie mich um das Vergnügen gebracht mit Tonks zu zaubern", bemerkte Harry trocken, und ließ die Zeichen der geköpften Schlange durch den Raum schweben.
Wissend nickte McGonagall, vermutlich hatte es Dumbledore ihr schon erzählt.
„Harry, du weißt, welche Auswirkungen das auf den gegengeschlechtlichen Körper hat?", mahnte Professor McGonagall.
„Was und für welchen Körper?", fragte Felicitas interessiert nach.
„Nun ich meine wenn ein Zauber und eine Hexe zusammen ihre Magie einsetzen gibt es gewisse Reaktionen. Immer im Körper, durch den die Magie geleitet wird. Ginny kann es dir sicherlich erklären. Ich denke du kennst es sicherlich auch schon!"
„Ich habe nicht gewusst, dass das Gefühl nicht auftaucht, wenn gleichgeschlechtliche Magier zusammenzaubern", bemerkte Felicitas. „Dann hätte es mit Hermine gar nicht geklappt, schade. Aber Ron könnte ich damit in Verlegenheit bringen?"
Ginny und Harry lachten, während die Professoren schmunzelten.
Die Hauselfen hatten sich mächtig ins Zeug gelegt. Bei hervorragenden Muffins besprachen sie noch mal den Ablauf des ersten Schultages. Dumbledore schien nur nicht ganz bei der Sache zu sein: „Harry, Felicitas wie war das mit Peter Pettigrew genau? Ich kam ja erst dazu, als er schon im Ministerium war. Auch interessiert mich, was am nächsten Tag in St. Mungo geschehen ist."
Ginny wurde kreidebleich, als Harry von der großen Schlange in St. Mungo und den Kampf dieser, mit den herbei beschworenen Königskobras berichtete. Unsicher hielt sie sich an der Tischplatte fest.
Professor McGonagall war aufgestanden, aber Harry war schneller. Er zog die neben ihn sitzende Ginny auf seinen Schoß, während Felicitas zu Ende erzählte.
„Das muss aber eine besondere Magie sein, Schlangen aus Indien hier herbeizurufen" wunderte sich der Schulleiter.
„Ich glaube wir sollten das Thema Schlangen lassen", bemerkte jemand am Türrahmen. Bis Harry begriffen hatte, dass Nanda da stand, war Ginny schon in seine Arme geflogen.
Mit Ginny im Arm begrüßte Nanda die Professoren. Felicitas bekam ein Kuss auf die Wange und Harry einen freundschaftlichen Klaps auf die Schulter. „Ich habe gewusst, dass ich mich auf dich verlassen kann. Danke, dass du dich um meine Kleine gekümmert hast."
„Kleine!" Empört schaute Ginny zu Nanda hoch.
„Schon gepackt, große Maus?"
„Gepackt, warum?"
„Hat Molly dir tatsächlich nichts verraten? Ich nehme dich für ein paar Tage noch mit nach Hause. Pünktlich zum Schulanfang sind wir wieder hier."
„Ja! Dann hole ich meine Sachen gleich. Felicitas, es macht euch doch nichts aus? Wenn doch, kommt uns doch einfach besuchen?" Der letzte Satz war kaum noch zu hören, denn sie stürmte die Treppen bereits hinauf.
„Nanda, was habt ihr in Indien vor?", erkundigte sich Dumbledore.
„Eigentlich nur Urlaub, aber Ginny muss noch für ihre letzte Prüfung lernen. Ich glaube es ist Verwandlung", antworte der große junge Mann. Er saß neben McGonagall und verdrückte gerade die letzten Muffins. Diese sah ihm amüsiert zu.
„Nanda, genießt den Urlaub. Ich glaube nach dem heutigen Unterricht bei Professor Dumbledore, kann ich die Urkunde bereits ausstellen lassen. Ich habe mich an den Zauber bis heute nicht getraut. Vielleicht hat der Schulleiter in den nächsten Tagen Zeit mir Nachhilfe zu geben?" Professor Dumbledore nickte schmunzelnd.
Neben ihnen ploppte es und Dobby stand mit Addy im Zimmer. „Harry, Dobby hat gehört, dass Ginny und Nanda Urlaub machen. Und da dachte sich Dobby, Urlaub ist auch für Harry und Felicitas gut."
Dumbledore nickte und wandte sich an Felicitas: „Am Besten ihr geht auch mit nach Indien! Eine gewisse Zeit nur für Euch ist sehr notwendig. Von eurem Zusammenhalt hängt sehr viel ab, zu viel! Sorgt dafür, dass ihr euch nie zu sehr von einander entfernt!"
Addy räusperte sich vornehm: „Eure Lordschaft müssen nur noch Weisungen erteilen, was für die Schule vorbereitet werden soll. Die Koffer seiner Lordschaft sind schon im Haus der ehrenwerten Nirupama McKinnon."
„Die Lady freut sich auf den Besuch von ...", Dobby wurde von einem Lachen geschüttelt. „Lady freut sich, wenn Sahib Jayadeep und Lady Anandita, kommen."
Fragend sah Harry Felicitas an, doch Dumbledore war schneller: „Jayadeep? Anandita, das hat mir dein Vater schon erklärt Felicitas. Aber Jayadeep?"
Felicitas wurde etwas verlegen: „Jayadeep, das ist der Namen den meine Mutter und ich für Harry ausgesucht haben, er bedeutet ‚Licht des Sieges'."
Harry gab seiner Freundin einen Kuss, der Name gefiel ihm.
Dumbledore gebrauchte ihn bei der Verabschiedung, während McGonagall bei Harry blieb.
Harry verbrachte die Tage zusammen mit Felicitas, außer den Besuchen bei Abt Buddhadev Singh im Kloster, hatten sie keine Pflichten. So bummelten Sie durch die Märkte und an den Stränden. Da sie sich auch selten mit Ginny und Nanda trafen, so freuten sie sich auf den 31. August. Molly hatte sie alle in den Fuchsbau eingeladen. Es sollte das traditionelle Treffen vor Schulbeginn stattfinden. Ginny und Nanda waren schon vorher abgereist und hatten den Fuchsbau in der gewohnten Art angetroffen.
Nun genoss Harry von der Terrasse des Hauses der McKinnons, den Blick auf die Stadt und das Meer. Hier von dem beliebten Wohngebiet Malabar Hill aus konnte man, fernab dem Treiben der Stadt, die Bucht betrachten und bekam hin und wieder auch einen erfrischenden leichten Wind zu spüren
Mit der Familie seiner Freundin aß er hier zu Abend. Endlich sah er zum ersten Mal die Brüder von Felicitas. Sie berichteten von ihren Erlebnissen in der Mongolei und in Tibet und hörten aber auch interessiert zu. Es war die kleine Familienfeier, die sie sich Nirupama gewünscht hatte. Jandaran hatte alles wunderschön gerichtet.
„Warum habt ihr eigentlich nicht Nanda und Ginny eingeladen?", die Frage von Sohan, einen der beiden Brüder, schreckte Harry aus seinen Träumen.
„Sohan, ich denke", mischte sich Gaurav, der ältere der beiden Brüder, ein „ab und zu sollte sich nur der engste Familienkreis treffen. Nanda und Ginny sind doch sonst bei allem dabei."
Als der Wind kühler wurde, zogen sie sich in das Haus zurück.
In der alten Gartenlaube des Fuchsbaus hatte es Kuchen und Tee gegeben, die Reste standen noch auf dem Tisch. Während Mutter und Tochter plauderten, wollte Arthur Nanda unbedingt seine Sammlung an Muggelgegenständen zeigen.
„Ginny es ist mir gar nicht recht, dass du mit Ron einkaufen warst und soviel! Wir können doch nicht so viel Geld von Harry annehmen!"
„Mum ist schon gut, außerdem hat es nicht Harry bezahlt, sondern ich."
„Du?"
„Ja. Sirius hat in seinem Testament verfügt, dass Harry für meine Ausbildung aufkommen muss. Für alles, was meine Ausbildung betrifft. Durch den Einkauf in Indien habe ich so viel Geld gespart, dass es locker für Ron gereicht hat!"
„Albus hat es mir schon erklärt. Sirius hat sicher genau vorgegeben, wie viel du für was ausgeben darfst, halte dich daran!"
„Nein Mum, er hat gar nichts vorgeschrieben. Ich habe mir selber eine Aufstellung gemacht, was die Ausbildung in Hogwarts so kostet. Alles, was mit der Ausbildung zu tun, hat habe ich aufgeschrieben, vom Schulgeld bis zu den Süßigkeiten. Meine Kleider habe ich so günstig bekommen, dass einiges übrig blieb."
„Ist Harry damit einverstanden?"
„Weiß ich nicht, ich werde ihn auch nicht fragen."
Überrascht sah Molly ihre Tochter an. Diese blätterte weiter in ‚Zauberhaft gekleidet', der Katalog kam vor ein paar Tagen per Eule. Es war nicht erkennbar, dass Harrys Firma dahinter stand, denn der magische Zweig eines amerikanischen Versandhauses wickelte die Geschäfte ab. Er hatte auch die Kataloge versandt. Leider hatten die Kleider eine Lieferzeit von zwei Wochen, so reichte es zum Anfang des Schuljahres nicht mehr. So hatten viele der Schüler von Hogwarts, ihre Roben wie gewohnt wieder bei Madame Malkins gekauft. Neville, der die Hintergründe nicht kannte, hatte sich aber nur einen neuen Umhang gekauft. Nicht nur die Longbottoms bestellten die weiteren Umhänge im Katalog. Viele Bestellungen hatten als Lieferadresse Hogwarts angegeben. Ginny war sich sicher, dass dies schon im nächsten Jahr viel mehr so machen würden, es war einfach billiger.
Molly kam wieder auf das Thema zurück: „Ich habe es geahnt, Sirius konnte man nie von einer Idee abbringen, welche er gut fand. Es ist sehr lieb von dir, dass du das Geld auch für Ron ausgibst."
„Ich mach doch für meinen großen Bruder beinahe alles."
„Hast du Harry auch zu deinem Bruder erklärt, wie Tonks?"
„Nein, definitiv nicht. Harry ist einfach Harry, das ist eine ganz andere Sache", meinte Ginny lächelnd.
„Ich hoffe du strapazierst die Toleranz von Nanda nicht zu sehr", bemerkte Molly besorgt. Ginny schüttelte den Kopf. „Keine Angst, alles im grünen Bereich."
„Lady Ginny?" Addy war mit einem Plopp erschienen. „Ja, Addy."
„Die Schutzzauber sind perfekt ausgeführt, Addy hat sie überprüft. Die Herren George und Fred Weasley reisen über den Koffer an. Sie kommen in Begleitung."
Jetzt kehrte Leben in den Fuchsbau ein. Die Stimmen von Fred und George drangen aus dem Haus in den Garten herüber. Kurz darauf standen sie mit ihren Freundinnen bei Molly und wurden von ihr herzlich begrüßt.
„Traditionen halten sich doch!", bemerkte Fred. Ginny nickte: „Mum hat darauf bestanden, dass wir uns am Vorabend vor Schulbeginn wieder hier treffen."
„Kommt Harry auch?"
„Harry und Feli kommen etwas später. Rate mal, wo sie sind?"
Fred grinste: „Wer hat bestimmt Harry oder Feli?"
„Beide!"
Fred verzog sein Gesicht zu einer Mine des angestrengten Nachdenkens. „Ich denke sie aalen sich tagsüber in irgendeinem Pool, das wäre Harrys Idee gewesen. Abends sind sie dann bei Snape, nehme ich an. Das ist dann nach dem Wunsch von Felicitas."
„Wer hätte auchdas gedacht, dass Harry in den Ferien und dazu noch freiwillig die düsteren Kerker und den noch düstereren Zaubertränkeguru besucht. Ich habe den Gestank noch in der Nase", meinte Angelina.
„Der Gestank wird ihn wohl kaum abhalten, er bekommt ihn ja oft genug direkt ins Schlafzimmer geliefert!" Molly schaute überrascht auf. „Mum, du hast Felicitas noch nicht gerochen, nachdem sie sich mühsam von ihren Kesseln gelöst hat."
„Aber George, es gibt in dem neuen Haus und in London auch noch andere Räume als das Schlafzimmer! Du musst es nicht immer so hervorheben, nur weil sich die beiden mögen!" tadelte Molly ihren Sohn.
„Beinahe richtig Fred. Nur der Teil mit Snape stimmt nicht. Er kam zu ihnen nach Indien. Genauer zu Felicitas, wegen einem Kräuterbasar. Harry musste mit. War sicherlich lustig, während Snape und Feli begeistert von einem Blumentopf zum anderen rannten, trotte Harry hinterher."
„Und wann kommen sie Ginny? Du weißt wegen dem Essen", erkundigte sich Molly.
„Bald, sie haben sich schon aus dem Haus in London gemeldet und wollten noch bei dem in Hogsmeade vorbei schauen."
„Ich frage mich, ob sie sich nicht auf ein Haus einigen sollten. Zwar ist der Grimmauldplatz größer, aber in Black-Castle gibt es einen schönen Garten", dachte Molly laut nach.
„Ah, sie waren schon dort", stellte Kati fest.
„Ja gestern hat mich Ginny einfach mitgenommen, ich weiß nicht ob Harry damit einverstanden war?"
„Haben Sie da auch das Zimmer von Ginny gesehen – echt geil!", platze Kati heraus.
„Molly und du, Kati! Geil ich weiß nicht, ob der Ausdruck passt, aber es ist eines der schönsten Zimmer. Ginny ich hoffe du hast dich vorgedrängt, schließlich hast du hier auch eins."
„Mum, ich habe es dir schon einmal gesagt. Ich habe nur gesagt, dass es ein tolles Zimmer ist."
„Tu Ginny nicht unrecht Mum, sie muss sich nicht vordrängen. Feli als Freundin zu haben ..."
„George!"
Der Angesprochene schüttelte den Kopf: „Was denkst du schon wieder Mum? Natürlich meinte ich als Freundin, nicht als Partnerin."
Die Jungendlichen lachten, als sie den entrüsteten Ausdruck auf dem Gesicht von Mrs. Weasley sahen. „Du musst noch viel lernen, Mum", meinte Fred versöhnlich.
„Das ist die Welt, für die wir kämpfen", meinte Ginny nachdenklich. „So lustig sollte es überall zugehen."
Plötzlich legten sich Hände auf Ginnys Schultern: „So gefällt mir die Zauberwelt, dir nicht auch Feli?" „He, habt ihr mich erschreckt. Schön, dass ihr heute auf Schwefel und Snape verzichtet."
„Hermine und Ron kommen gleich. Hermine ist mit Ron bei Dumbledore zum Üben, dein armer Bruder muss als Testperson herhalten", berichtete Felicitas.
„Und ich habe es überstanden, keinen weiteren Kopf mehr und alles andere ist auch noch vorhanden", rief Ron ihr entgegen, der mit Hermine die Treppe in den Garten herunter kam.
„Weißt du das oder hast du nachgeschaut?"
„Fred, lass diese Anzüglichkeiten", verwarnte ihn seine Mutter.
Harry genoss den Abend, Felicitas im Arm und lauter ausgelassene Freunde um sich herum. Molly und Arthur ließen sich vielesnoch berichten.
„Und von diesem Kloster hast du Ginny, die schwarze Katze bekommen?", wollte Arthur wissen.
„Schwarze Katze?" fragend sah Felicitas ihre Freundin an.
„Ja sie hat Abhijat, der uns gestern besucht hat, begleitet. Sie will tatsächlich bei mir bleiben!"
„Woher willst du das wissen?", erkundigte sich Ron. „Sie wird bleiben, weil sie von dir verwöhnt wird."
„Ron, warum sollte sie es mir nicht in das Ohr geschnurrt haben? Außerdem lässt sie sich nicht verwöhnen. Sie ist sehr eigensinnig", verteidigte sich Ginny.
Felicitas strahlte: „Toll, eine eigene Katze!" Sie betonte Katze nachdrücklich. Ein bittender Blick von Ginny und sie sprach ihre Vermutung nicht aus, sondern wechselte das Thema.
Es wurde noch viel gesprochen, von dem Haus über Hogsmeade, der turbulenten Testamentseröffnung und dem vielen Unterricht.
„Madame Malkins hat die Preise schon reduziert, es werden nur noch wenige Schulumhänge gekauft" berichtete Fred. „Sie jammert schon sehr!"
„Ich nicht, hat sich sehr gut angelassen. Festumhänge sind der Renner!" berichtete Harry. „Irgendwann besuche ich sie wieder und frage, ob ich wieder in den Laden kommen darf."
Arthur sah Harry nachdenklich an: „Harry übertreib es nicht, sonst wird man bald vermuten, wer dahinter steckt."
„Arthur, dies sind nun mal Harrys Sprüche" beruhigte Felicitas ihn. „Er hat sich brav per Eule zwei Umhänge bestellt und schon bekommen. Sie sind aber doppelt so teuer als die im Katalog. Tonks und Remus haben sie geprüft. Es ist keine schwarzer Zauber mitgeliefert worden."
„Wo ist Tonks eigentlich?", wollte Molly wissen.
„Neulich war doch erst Vollmond, sie ist mit Remus noch in Indien", erklärte Harry.
In der Küche fiel irgendwas zu Boden. „Ist sie doch da?", fragte Arthur belustigt. Aber es war Bill, der mit einer Zeitung in den Garten kam.
„Abend zusammen!" Er winkte allen zu.
„Bill, was war das in der Küche?"
„Nur ein alter Teller, aber ich habe ihn gleich wieder repariert. Im Gegensatz zu dem Bericht ist der nicht wichtig. Leute warum habt ihr mir die Zeitung nicht geschickt. McNair haben sie angegriffen – das Zeichen am Himmel ist genial!" Begeistern wedelte er mit der Zeitung.
„Schnee von gestern!", meinte George.
„Quatsch, Schnee von gestern. Wisst ihr, was das bedeutet? Eine weitere Gruppe ist aktiv geworden!" Bill setzte sich neben seinen Vater: „Was sagt denn das Ministerium dazu, Dad?"
„Nun wir rätseln immer noch. Das Gebiet hatte mehr als einen Antiaparrierschutz. Selbst mit Portschlüsseln konnte man es nicht erreichen. Wir wissen nicht, wer es war, es konnte ja niemand hin. Höchstens er ist durch den Wald gelaufen, aber es kamen gleich Auroren und sie konnten niemanden im Wald finden"
„Und trotzdem wurde die Hütte zerstört."
„Hütte? Das war ein gemauertes Gebäude, Bill!", warf Arthur ein. „McNair war untröstlich, sein Lebenswerk wäre zerstört worden. Das hat er immer wieder vor sich hingewimmert. Nur keiner weiß, was er damit meinte. Sie haben ihn bis heute Morgen in St. Mungo behandelt, trotzdem ist er noch ganz verwirrt. McNair sagte beim Verhör nur aus, dass es sein Hobby gewesen sei. Er ist nicht bereit zu sagen, was es war.
Bill verdrehte die Augen: „Das Ministerium ist ahnungslos wie immer. Ich vermute, was er darin versteckte. Hast du gewusst, dass er Präparator gelernt hat?"
„Woher weist du das?" Interessiert schaute Arthur auf.
„Ein Arbeitskollege hat eine ausgestopfte Kobra in seinem Zimmer. Als ich mir dieses Teil angeschaut habe, hat er von McNair geschwärmt.
„Damit muss ich McNair konfrontieren! Diesen Weg werden die Körper der hingerichteten Bestien gegangen sein. Erst neulich habe ich ihn danach gefragt." Arthur hatte sich ein Pergament heraufbeschworen und machte sich Notizen.
„Arthur, mit was schreibst du da? Hoffentlich ist es nicht verhext!" Misstrauisch schaute Molly ihrem Mann über die Schulter. „Mit einem Kugelschreiber, alle Muggel schreiben damit. Irgendwie füllen sie die Tinte in diese moderne Feder. Amelia hat ihn mir gegeben, als ich mich neulich mit Muggel getroffen habe.
„Das Symbol finde ich cool. Köpft einfach die Schlange – krass. Ein Anti-Todessersymbol", begeisterte sich Bill. „In einer solchen Gruppe würde mir das Kämpfen mehr Spaß machen, als für Dumbledore irgendwelchen Kleinkram erledigen."
„Bill, sag so etwas nicht. Unsere Aufgaben im Orden sind wichtig. Außerdem sind sie nicht so gefährlich", bemerkte Molly nachdrücklich. „Du hast Papa gehört, niemand kennt die Leute! Im Tagespropheten werden sie wohl kaum Mitkämpfer suchen, also lass es!"
„Vielleicht muss man nur die Augen aufmachen, um sie zu treffen!", warf Harry ein, der zurück gelehnt auf seinem Stuhl saß und die Hände unter dem Tisch hielt.
„Feli...", hob Molly an. "Pass gut auf, dass Harry nicht wieder in etwas Schlimmes hineingerät. Du musst wissen…" Während Molly ihre ganzen Sorgen über die Risikofreudigkeit des Trios und auch die von Ginny loswurde, beobachtete Bill den schwarzhaarigen Jungen. Er traute seinen Augen nicht. Unter Harry tanzte das Symbol auf dem Boden. Als Bill wieder aufsah, lächelte Harry ihn an, obwohl die Ausführungen von Molly, keinen Grund gaben.
„Bill, Harry, habt ihr überhaupt zugehört?", Molly, der kaum was entging, hatte sie erwischt.
„Ja Ma'am!" Beinahe gleichzeitig kam die Antwort von beiden, doch nur der Überraschungseffekt sorgte dafür, dass Molly sich nicht verschaukelt fühlte.
„Uns ist sogar aufgefallen, dass das Butterbier schon wieder leer ist", meinte Bill und winkte Harry.
„Zu zweit ist das aber nicht notwendig!", kommentierte Molly. „Aber Mum, er hat genauso intensiv zugehört wie ich", meinte Bill schmunzelnd.
„Und beeilt euch, ich brauche dringend eine Abkühlung!" Fred griff sich theatralisch an den Ausschnitt seines T-Shirts.
Harry beendete das leise Gespräch mit Feli und folgte Bill in den Keller. Nach kurzer Zeit kamen sie ächzend die aus dem Keller zurück. Zwischen ihnen ein Butterbierfass, welches mit etwas Mühe, man auch alleine tragen konnte.
„Beeilt euch, mir geht es schon ganz schlecht!", spielte Fred seine Szene weiter. Bill und Harry ließen das Fass los und warf mit triefenden Wasserschwämmen nach dem Schauspieler. Während das Fass scheinbar in der Luft schwebte. Ron war aufgestanden und umrundete das Fass. Niemand hatte seinen Zauberstab auf das Butterbier gerichtet, um es mit einem Zauberspruch am Schweben zu halten. Ron betrachtete die Sache weiter, plötzlich stieß sein Fuß gegen etwas. Ron hob seinen Zauberstab: „Finite Incantatem!"
Der Ständer unter dem Fass wurde sichtbar.
„Ich habe es immer befürchtet", kommentierte Arthur das Geschehen. „Jetzt habe ich die Bestätigung, das Virus von George und Fred ist übertragbar."
Müde drehte sich Harry in seinem Bett, irgendetwas hatte ihn geweckt. Ja, jemand hatte seinen Namen gerufen. Er brauchte ein paar Sekunden um sich zu orientieren.
Gestern hatten sie im Fuchsbau gefeiert und es war verdammt spät geworden. Felicitas war neben ihm eingeschlafen, deshalb war er im Fuchsbau geblieben. Zum Apparieren war er zu müde gewesen und die Reise mit einem Portschlüssel wollte er sich nicht antun. Ginny hatte ihnen ihr Zimmer überlassen und war mit Nanda verschwunden.
„Is was Harry?", Feli blinzelte verschlafen. Da waren die Stimmen wieder. Es war Mollys Stimme, die zum Frühstück rief. Ärgerlich ließ er sich in das Kissen zurückfallen.
„Hast du ihr nicht gesagt, dass wir nach Hogsmeade apparieren?"
„Doch Felicitas habe ich. Ron war ja richtig neidisch, dass wir so lange schlafen können!"
„Selbst schuld. Sie müssen ja unbedingt mit der Bimmelbahn fahren. Hermine will es wohl noch nicht war haben, dass Vertrauensschüler keine Wachhunde mehr sind."
„Hallo Harry, Felicitas, wo bleibt ihr?" Hermines Stimme drang durch die Türe. Feli zauberte mit Hilfe ihres Ringes und die Türe öffnete sich: „Komm herein Hermine, du störst nicht mehr! Hast du es dir anders überlegt und willst hier noch eine Runde schlafen?"
„Danke für das Angebot, aber ich will mit dem Hogwarts-Express fahren, könntet ihr vielleicht unsere Koffer mitnehmen. War Rons Idee, er meinte es wäre praktisch."
„Klar! Und du Hermine meinst das nicht?"
„Felicitas, ich weiß nicht, wie die Hauselfen reagieren, wenn sie unsere Koffer nicht finden! Sie packen sie doch immer gleich aus."
Harry schlug die Bettdecke zurück, überrascht ging Hermine einen Schritt zurück.
„Die Hose hat er an, keine Angst!", machte sich Felicitas lustig und rief nach Dobby.
„Dobby wurde von Felicitas gerufen?" Mit einem Krachen stand der Hauself im Raum.
„Dobby, Hermine und Ron fahren mit den Hogwarts – Express, kannst du ihre Koffer schon mitnehmen. Du musst den Hauselfen auf Hogwarts sagen, dass sie nicht nach den Koffern suchen müssen."
Dobby nickte: „Darf Dobby das Frühstück hierher bringen?"
„Nein Dobby", antworte Hermine ihm. „Molly hat das Frühstück schon fertig, wir frühstücken alle in der Küche."
„Ach Hermine, du bist so ungemütlich. Ist doch toll Bett zu frühstücken", bemerkte Felicitas enttäuscht. Dobby konnte ein Kichern nicht unterdrücken und wurde von Felicitas mit einem Kissen bedacht, welches er geschickt auffing. „Dobby kümmert sich jetzt lieber um die Koffer!" Mit einem weiteren Krachen verschwand der Hauself.
„Kinder da seit ihr ja endlich!"
Molly richtete Wurstbrote für die Bahnfahrt. „Wollt ihr wirklich nicht mitfahren, an den Broten soll es nicht liegen. Ich mache euch gerne welche!"
„Vielleicht wäre es besser", bemerkte Bill, „wenn Hermine und Ron auch nicht den Zug nehmen würden. Ginny fährt ja auch nicht."
„Bill ich habe das mit Professor Dumbledore ausführlich besprochen. Er meint es besteht keine große Gefahr, da dieses Mal Auroren und Lehrer als Begleitpersonal mitfahren", verteidigte Hermine ihre Entscheidung. „Sollen sich etwas Auroren um die Erstklässler kümmern, die bekommen doch ein ganz falsches Bild von Hogwarts!"
„Was für ein Bild sollen sie den bekommen, wenn nicht das einer Schule, die zur Sicherheit ihrer Schüler, Auroren anfordert? Willst du ihnen noch immer ein ‚Friede, Freude, Eierkuchen Bild' präsentieren?"
„Felicitas, du kannst da nicht mitsprechen, du kennst das Erlebnis ja gar nicht! Müssen wir uns nicht beeilen?", antwortete Hermine. Felicitas schwieg, nachdem sie den genervten Gesichtsausdruck von Harry gesehen hatte.
Bill, der mit Arthur aufgestanden war, schaute sich suchend um: „Und wo sind die Koffer?"
„Hat Dobby schon mit nach Hogwarts genommen!", beantwortete Harry die Frage. „Hermine, Ron, ich habe kein gutes Gefühl dabei. Wollt ihr nicht lieber mit uns nach Hogsmeade apparieren?"
„Harry, ich habe dir schon erklärt, warum wir mitfahren. Die Erstklässler brauchen unsere Hilfe. Etwas Normalität müssen sie doch erleben dürfen!", verteidigte Hermine ihren Entschluss. „Nur weil es Felicitas nicht versteht, musst du nicht versuchen mir meine Überzeugung auszureden. Bis heute Abend!"
„Hoffentlich!", knurrte Harry, als die Türe hinter ihr zuflog. Arthur und Molly sahen erschrocken auf.
„Harry hast du irgendwelche Informationen?"
„Nein, ich habe keine Informationen! Ich versuche mich nur, in die Lage der anderen Seite zu versetzen. Kings Cross ist eine letzte Möglichkeit, neben Hogsmeade, wo sie einen Angriff wagen könnten."
„Mach dir keine Sorgen Bill ist bei ihnen und auf dem Bahnhof sind Auroren eingeteilt", versuchte Arthur Harry zu beruhigen. Er stand auf: „Ich muss nun los. Hopkins hat das ganze Ministerium in Alarmbereitschaft versetzt. Es werden sicherlich ungemütliche Zeiten mit ihm als Minister! Wann kommen eigentlich Tonks und Remus zurück? Dumbledore hat sich etwas über beide geärgert. Eigentlich sollten sie mit nach Kings Cross, aber Remus hat es mit deiner Begründung abgelehnt, Harry!"
„Heute wollten sie in den Grimmauldplatz kommen. Harry, ich glaube wir sollten los! Sonst machen sie sich Sorgen", meinte Felicitas, während sie sich von Molly verabschiedete. Verwundert sah Harry sie an, aber er verabschiedete sich ebenfalls von den Weasleys, ohne Felicitas nach dem Grund, des schnellen Aufbruchs, zu fragen. Er hatte die rote Hogwarts Lokomotive in ihren Gedanken gesehen. Wie, sie für den Fall eines unerwartet schnellen Aufbruchs, abgesprochen hatten, apparierten sie in das Büro in Black Castle.
„Was war das jetzt, Feli?"
„Ganz einfach, es ist, wie es immer war. Deine Bedenken werden einfach nicht ernst genommen. Deshalb werden wir beide jetzt nach dem Rechten sehen, unsichtbar, dank Dumbledores Zauber. Du nimmst mich mit, denn wie sagte Hermine so schön: Felicitas, du kannst da nicht mitsprechen. Du kennst das Erlebnis ja gar nicht!. Harry ich bin ja noch viel schlimmer, ich weiß, noch nicht einmal wo das verdammte Gleis 9 ¾ ist."
Diesen Blick auf den Bahnsteig mit dem wartenden Zug hatte Harry noch nie gehabt. Bewusst war am Ende der Bahnhofshalle gelandet. Die Lok stand fauchend neben ihnen und sie konnten das ganze Geschehen betrachten. Neben den hetzenden Schülern und den rufenden Eltern verhielten sich erwachsene Menschen sehr unüblich. Harry erkannte, dass es die Auroren waren, die in einem Kreis zusammenstanden, wie eine Mannschaft von Muggel vor dem Spiel.
Es herrschte das traditionelle Durcheinander an diesem Tag. An den Waggontüren standen verschiedene Lehrer von Hogwarts. Jeder Schüler musste in die Wagen für sein Haus einsteigen. Der erste Wagen war mit dem Wappen von Hufflepuff geschmückt und ein Schild verriet, dass im Wagen dahinter, die Erstklässler willkommen waren.
Harry begann Felicitas von seiner ersten Fahrt zu berichten, als er sich selbst unterbrach: „Siehst du den, der jetzt über den Bahnsteig stolziert?" Er tastete vorsichtig nach den Schultern von Felicitas und drehte sie in die richtige Richtung. „Das ist der liebe Draco Malfoy, ganz ohne seine Bodyguards."
„Harry wir müssen ganz nah zusammenbleiben, unsichtbar zu sein kann auch sehr riskant sein. Wir könnten uns verlieren!"
Harry legte seinen Arm um sie. „He, da sind Luna und Neville!"
Die beiden suchten das Gryffindor Abteil, gerade als sie es gefunden hatten, platzte der Koffer von Neville auf und der Inhalt purzelte auf den Boden. Während Neville's Großmutter mit ihrem Enkel schimpfte, latschte Malfoy über die Kleider: „Na, hat der kleine, dicke Neville wieder einmal nicht richtig packen können!"
„Todesserbrut, halt's Maul!" schimpfte Luna und schwang ihren Zauberstab, ohne vom Klitterer aufzuschauen. Die Kleider von Neville legten sich zusammen und verschwanden im Koffer. Warum Luna ihren Zauberstab auf Malfoy richtete, verstand Harry erst, alssich dieser ihm den Rücken zeigte. In rosa Schrift stand Mama's Liebling, auf dem Umhang. Einige Herzchen tanzten herum.
Von den anderen Schülern sahen es einige, aber sie flüsterten nur. Niemand wollte sich mit Malfoy anlegen, der suchend den Bahnsteig auf und ab schaute.
Felicitas machte Harry auf dunkel gekleidete Gestalten aufmerksam, die sich durch Zeichen verständigten.
Genau konnte man sie nicht erkennen. Langsam leerte sich der Bahnsteig.
„Hermine ist wohl schon im Zug?", fragte Felicitas. „Ihre lieben Kleinen verhätscheln!"
Harry schüttelte den Kopf. „Da!" Er zeigte mit seiner Hand auf Ron, der, mit einer Tüte eines Schnellimbisses, das schmiedeeiserne Tor zum Bahnsteig passierte.
„Wo? Harry ich sehe deinen Arm nicht!" Harry erklärte Felicitas gerade, wo sie hinschauen musste, um Ron und jetzt auch Hermine und Bill zu sehen.
„Fällt so ein Tor den Muggel, auf der anderen Seite, nicht auf?", wollte Felicitas wissen. Harry schüttelte den Kopf und erklärte, was es mit dem Pfeiler zwischen Gleis neun und zehn auf sich hatte, als plötzlich Flüche auf die Auroren niederprasselten. Sofort verwandelte sich der Bahnsteig in ein Chaos. Keiner schien wissen, was zu tun war. Einige Eltern versuchten den Bahnhof durch das Tor zu verlassen, aber eine schwarze Gestalt versperrte den Weg. Die Lehrer schoben Schüler und Eltern, wie auch kleinere Geschwister einfach in die Abteile. Während ein Teil der Todesser sich mit den Auroren bekriegten, sahen sich zwei suchend um.
Malfoys verhasste Stimme drang an Harrys Ohr: „Da ist das Schlammblut und der Weasley! Die wissen, wo Potter ist!"
Harry riss seinen Zauberstab noch oben. „Nur mit dem Ring", flüsterte Felicitas ihm zu. Malfoy, brach in der Türe des Waggons zusammen und fiel auf den Bahnsteig. Er wälzte sich vor Schmerzen auf dem Boden.
Harry wollte Felicitas in Nichts nachstehen und sorgte dafür, dass die beiden Todesser, welche total überrascht das Schauspiel des jungen Malfoys beobachteten, der sich vor Schmerzen schreiend auf dem Boden wand. Mit einem kombinierten Schock- und Fesselfluch gesichert, blieben sie ohne Bewusstsein liegen.
Während die übrigen Todesser anfingen sich hinter Schutzschilder zu verbergen, hörte das Schreien des Nachwuchstodessers plötzlich auf. Felicitas hatte ihren kombinierten Zauberspruch von ihm genommen und stellte ihn mit einem ‚Stupor' ruhig. Sein Anblick würde ihn sehr kränken, da war Harry sich ganz sicher. Um Draco noch lächerlicher zu machen, hatte Felicitas ihm die Haare rosa gefärbt. Sie passten hervorragend zu dem Schriftzug auf seinem Umhang.
Am anderen Ende des Bahnhofes schienen sich, die restlichen Todesser, ihres Ziels zu erinnern und griffen Bill, Hermine und Ron an. Diese leisteten mit ein paar Auroren Widerstand, wurden aber von den Todessern in die Enge getrieben. Harry stimmte sich mit Felicitas ab, was sehr schwierig war, da beide sich nicht sehen konnten.
„Feli, du musst immer ganz dicht bei mir bleiben! Nachher treffen wir uns noch, weil wir uns nicht sehen können!" Sie apparierten hinter Bill und nahmen den Angriff wieder auf. Kurz davor hatte Harry das neue Zeichen auf dem Boden vor Bill, tanzen lassen. Dieser sah sich um und nickte, obwohl er niemand sehen konnte.
Einige Auroren mussten bei dem Kampf in der Bank dabei gewesen sein. Sie hatten eine Schutzwand aus Spiegel errichtet. Harry er kannte die Stimme wieder, welche bei den Todessern die Befehle gab.
„Felicitas, McNair ist der Anführer!"
Ein Schrei unterbrach ihn, Hermine hatte sich zu nahe an einen Zwischenraum der Spiegel gewagt und wurde von einem Fluch getroffen. Bill wollte sich schützend auf sie stürzen, als er zurückgehalten wurde. Etwas flog auf Hermines Bauch, die gekrümmt vor Schmerzen am Boden lag und sofort darauf verschwand.
„Harry, verdammt noch einmal wo ist sie hin?", Bill sah sich suchend um. Harry klopft ihm auf die Schulter: „Psst! Sie ist in St. Mungo! Pass auf, dass Ron immer nahe bei dir ist, ich werde versuchen, um uns vier ein Schutzschild zu errichten. Du weißt es hält nicht, wenn wir es zu sehr strapazieren." Niemand konnte das kurze Gespräch hören, denn die Lokomotive pfiff ohrenbetäubend und der Hogwarts-Express verließ lärmend den Bahnhof.
Drei Auroren waren vom Zug abgesprungen und kamen unbemerkt auf die Todesser zu. Die ersten Flüche trafen sie überraschend, aber umgehend hatte sie ihre Spiegel vermehrt und standen nun in einem Spiegelkreis. Die Auroren stellten den Beschuss ein, da das Risiko zu groß war, von einem reflektierenden Fluch getroffen zu werden. Nur noch einzelne, wohl gezielte Angriffe fanden statt. Ein Pfeifen und der darauf folgende dumpfe Ton verriet ihnen, dass das Feld, welches das Apparieren unterband, aufgehoben war.
„Sie entkommen schrie Ron und feuerte einen ‚Stupor' nach dem anderen ab.
Der Schutzschild von Harry hielt den Flüchen, die von Ron ausgingen und von dem Spiegel reflektiert wurden, nicht mehr stand.
Trotz aller Bemühungen konnten die Auroren nicht so schnell die Spiegel zerstören, wie die Todesser sie wieder ersetzten.
„Zurück", mit verstellter Stimme gab Harry einen Befehl, der von Bill nochmals wiederholt, wurde. Erschrocken sprangen einige Auroren zurück. Ron sah seinen Bruder fragend an, als er die Stimme hörte, welche eine Beschwörung in einer alten Stimme sprach. „Harry? Bill es hört sich wie..."
„Schnauze", zischte Bill warnend.
Ein weißer Kreis bildete sich um die Todesser, welche sich um einen Verletzten, im Schutz ihrer Spiegel, kümmerten. Der Kreis, so schien es, begann zu glühen.
„Ah!", Ron sprang erschrocken zurück, als sich der Kreis entzündete. Ein Flammenkreis umgab nun die Todesser. Die Auroren konnten nun die Spiegel unbehelligt zerstörten und ein Ploppen verriet, dass die Gegner disapparierten.
Es blieben nur die zurück, welche Harry schon am Anfang der Aktion in das Reich der Träume geschickt hatte. Von Malfoy war keine Spur mehr zu sehen, vermutlich hatten ihn seine Freunde in den Waggon gezogen.
„Verdammt!", fluchte Bill. „Harry?", aber diesmal kam keine Antwort.
„Also doch Harry?", ungläubig schaute Ron seinen Bruder an.
„Harry appariert mit Felicitas direkt nach Hogsmeade, er hates befürchtet, dass so etwas geschieht. Aber das weißt du doch!", mehr sagte Bill nicht, denn der Anführer der Auroren kam auf sie zu: „Wo ist das Mädchen, Bill?"
„In St. Mungo, Phil!", antwortete Bill in aller Ruhe. „Die Genehmigung ..."
„Mich interessiert nur, wo sie ist! Gut gemacht, vor allem die schnelle Reaktion! Willst du nicht die ollen Pharaonen ruhen lassen, um Auror zu werden? Der Brandkreis war erste Sahne!"
„Nein ich glaube nicht, denn ich weiß nie wann welcher Spruch zu schwarz ist. Ich denke, bei euch hätte ich ständig Ärger mit dem Ministerium."
„Nun es tut sich einiges, seit Hopkins Minister ist. Nur die Kleingeister im Ministerium machen uns zu schaffen, da kannst du mit deiner Sorge Recht haben. Bill bringst du deinen Bruder nach Hogsmeade?"
Bill nickte: „Zuerst schauen wir nach Hermine!"
Der Auror, er könnte in Bills Alter sein, wandte sich seiner Mannschaft zu: „Männer Einsatz beendet, packt das Gesindel was herumliegt und ab nach Askaban."
Bill nickte und nahm Ron am Arm und verschwand.
Im fernen Hogwarts sah Professor McGonagall, während sie mit Dumbledore sprach, aus dem Fenster. „Schade, dass die Lehrerkonferenz dieses Jahr nicht zu Beginn des Schuljahres stattfindet, Albus. Sie fehlt mir irgendwie."
„Mir auch Minerva, aber ich traue den Auroren zurzeit nicht viel zu. Deshalb bat ich die Lehrer im Zug mitzufahren. Flitwick und Hagrid warten am Bahnhof Hogsmeade und werden uns im Ernstfall informieren."
Der Kamin flammte giftgrün auf und ein aufgeregter Mann in einer weißen Robe erschien im Feuer: „Professor Dumbledore, schnell, es gab einen Überfall auf King's Cross. Eine ihrer Schülerinnen aus Gryffindor ist verletzt hier aufgetaucht, einfach aus dem Nichts! Wir brauchen Sie dringend hier! Fragen Sie einfach nach Parker, Charles Parker."
Der alte Professor zog einen Portschlüssel aus einer Umhangtasche und verschwand zusammen McGonagall.
Sie wurden gleich begrüßt und eine Pflegerin führte sie den langen Flur entlang. An der Türe angekommen, bat sie die Professoren zu warten. Sie waren nicht lange den Flur angespannt auf und ab gegangen, als sich die Türe öffnete und die Schwester sie hereinließ.
„Hermine!"
„Sie braucht noch Ruhe Professor Dumbledore! Nach ein paar Untersuchungen können wir sie aus der Ohnmacht aufwecken, später sollte sie aber wieder schlafen."
Während der Heiler seiner Aufgabe nachging, aktivierte Dumbledore den Kamin. „Amelia Bones!"
„Albus, ich habe kaum Zeit! Du weißt, was an Gleis 9 ¾ geschehen ist?"
„Nicht im Detail, Amelia. Nur, dass Hermine Granger hier in St. Mungo eingetroffen ist."
„Und ein weiterer Schüler?"
Fragend drehte sich der Schulleiter zum Heiler um, der den Kopf schüttelte: „Nein, ein paar Auroren, aber keine weiteren Schüler."
„Nein, warum suchst du noch weitere Verletzte oder ist gar Schlimmeres passiert? Ich wurde von Mister Parker nach St. Mungo gerufen, kurz, nachdem die Schülerin hier eintraf."
„Zwei unbedeutende Todesser konnten geschockt werden, der Rest entkam", erklärte die stellvertretende Ministerin resigniert.
Der Heiler hatte das Mädchen aus der Ohnmacht aufgeweckt, als der Schulleiter an das Bett trat.
Sie lächelte schwach, als sie den Professor erkannte und öffnete die verkrampfte Hand. Interessiert betrachte Dumbledore, was Hermine festgehalten hatte und schmunzelte, trotz den schrecklichen Umständen.
„Ein Schrankschlüssel?", Hermine sah fragend ihrer Schulleiter an.
„Er ist ein Teil seiner Geschichte, du solltest den Schlüssel ihm so schnell wie möglich wieder geben!"
Hermines Augen weiteten sich sie erhob sich aus dem Kissen: „Und er hatte versucht, mich noch umzustimmen."
Miss Granger, nichts übereilen. Bleiben sie bitte liegen!" Vorsichtig half der Heiler Hermine, sich wieder auf das Kissen zu legen. Sie können, wenn der Professor einen Portschlüssel erstellt mit nach Hogwarts, aber in die Krankenstation!"
Hermine nickte und schlief erschöpft ein.
„Mister Parken, woher kennen Sie das Mädchen?"
Der Heiler lächelte auf Dumbledores Frage und zeigte auf das Vertrauensschülerabzeichen mit ihrem Namen. „Sir, denke Sie sollten seine Lordschaft sofort informiert, außerdem warten die Herren Bill und Ron Weasley im Raum neben an."
Dumbledore zog einen kleinen unscheinbaren Spiegel aus seinem Umhang. Auf den fragenden Blick des Heilers erklärte er: „Seine Lordschaft hat ihn, bei seinem letzten Besuch auf meinem Schreibtisch liegen gelassen."
„Professor Dumbledore, wir müssen noch ein Ergebnis aus dem Labor abwarten, dann können sie unsere Patientin mit nach Hogwarts nehmen." Besorgt schaute der Heiler auf die nun schlafende Hermine und verließ den Raum. An der Türe blieb er stehen und wandte sich nochmals an den Schulleiter: „Der Herren Weasley kann ich sicher hereinschicken?"
Dumbledore nickte und tippte mit seinem Zauberstab auf den Spiegel. „Harry?"
Er bekam keine Antwort. Vielleicht wusste Bill mehr?
Die Türe wurde vorsichtig geöffnet, Ron und Bill betraten den Raum. Besorgt setzte sich Ron auf das Bett. „Wie geht es ihr, Professor Dumbledore?"
„Ich vermute einen Schockzauber verbunden mit einem schmerzhaften Angriffszauber. Sie wird sich noch ein paar Tage erholen müssen", antwortete der alte Zauberer. „Könnte ich von euch erfahren, was genau geschehen ist?"
Bill berichtete ausführlich, unerwähnt blieb, dass er das Zeichen von Harry gesehen und mit ihm gesprochen hatte.
„Und sie kommen, dann einfach auf die Idee Miss Granger in St. Mungo zu suchen?", Professor McGonagall sah ihn forschend an.
„Viele Möglichkeiten blieben ja nicht, die Todesser flohen. Sie hatten nicht einmal Zeit ihre Kameraden mitzunehmen!"
„Bill, Malfoy war aber nicht mehr da!"
„Ja, aber er war schon weg, als die Kämpfe bei uns begannen", erklärte Bill.
Hermine wurde unruhiger und Ron hielt ihre Hand, die wieder zu einer Faust verschlossen war.
„Nur", fragte er laut. „Wer kann uns hier geholfen haben?"
Hermine blinzelte und öffnete ihre Hand, der Schrankschlüssel wechselte den Besitzer. Ron starrte auf den Schlüssel. „Wie kommst du an den Schlüssel, er gehört doch Harry..."
Hermine nickte und beinahe stimmlos meinte sie: „Ich hatte ihn in der Hand, als ich hier ankam."
„Dann war es also Harry, der uns auf 9 ¾ trotzdem geholfen hat!", bemerkte Ron nachdenklich.
„Trotz was Ron?", fragte Dumbledore nach. „Wir hatten noch im Fuchsbau einen Streit. Harry und auch Felicitas wollte nicht, dass wir mit dem Zug fahren", gab er kleinlaut zu.
„Es war McNair, der die Truppe angeführt hat", bemerkte Bill. „Aber beweisen können wir ihm nichts!"
„Verdammt, Albus!"
„Aber Minerva, solche Ausdrücke von dir?"
„Stimmt doch! Sie konnten schon wieder entkommen!"
„Nicht alle."
„Kleine Fische, wir müssen endlich die Großen vor Gericht ...", die Professorin unterbrach sich selbst und schaute auf den Platz vor Hermines Bett. Da stand plötzlich Harry mit Felicitas.
„Professor McGonagall, sie können sicher sein McNair wäre lieber vor den Zaubergamot erschienen und nach Askaban gegangen. Der, vor dem er sich nun verantworten muss, kennt wenig Erbarmen für Leute, die in seinen Augen versagt haben."
Hallo, irgendwie bin ich erleichtert. Ich habe es geschafft diese Geschichte zu Ende zu bringen.
Nach einer kleinen Pause werde ich mich an die viel verlangte Fortsetzungsgeschichte machen. Dazu brauche ich aber etwas von Euch. Ideen und Anregungen, was würdert Ihr gerne lesen, was soll passieren, was soll aufjedenfall nicht passieren.
Schreibt es mir einfach. In dieser Geschichte sind schon sehr viele gute Anregungen der Leser umgesetzt worden. Zum Beispiel hat Harry jetzt auch einen indischen Namen, oder der Nyx, der wurde ganz von einer Leserin gestaltet.
Tut euch also keinen Zwang an und schreibt was ihr wollt.
Ganz herzlichen Dank gilt Jörg, der die ganze Geschichte als Beta mit erlitten hat. Lea, die seit ein paar Kapiteln mit auf Fehlerjagd geht. Zur Zeit ist sie aber verreist. Lea ich hoffe Dir gefällt dieses Kapitel auch.
