Consequences of Meddling With Time

by beaweasley2

Chapter 36

SUMMARY: SSHG; DH-compliant. EWE? Hermione Granger wird ein Zeitumkehrer in die Hand gedrückt und die Anweisung erteilt, diesen zu benutzen. Lediglich – die Nutzung eines Zeitumkehrers kann ein klein wenig heikel sein, falls man ihn nicht korrekt verwendet: Ein Fehler, der beim Zählen unterläuft, oder ein Abrutschen der Finger können den Benutzer außerplanmäßig springen lassen, und folglich könnte sie ihre Zeitachse versehentlich verändern. Und als ein solcher Unfall geschieht, verwendet Severus Snape Hermiones Zeitumkehrer, um ein entsetzliches Unrecht wiedergutzumachen. Allerdings ist es sein jüngeres Selbst, der zu der Person wird, die sicherstellen muss, dass der Lauf der Geschichte nicht verändert wird.

DISCLAIMER: Nicht meins. Ich borge sie mir nur für eine Weile aus. Und ich verspreche, sie zurückzustellen, wenn ich fertig bin. Oh, nee, auch keine Knete – nur aus Spaß an der Freud'.

RATED: NC17

GENRES: Romance, Time Turner

WARNINGS: Character Death, Violence

TRANSLATION: AleaThoron

A/A: Ich möchte gern an meine Alpha Arabellabloodgood, an Proulxes für die Überprüfung auf Akkuratesse hinsichtlich britischer Ausdrücke und an DuchessOfArcadia eine dicke fette Umarmung als Dankeschön schenken, dafür, dass sie das hier durchkämmt haben, und mir dabei geholfen haben, meine zahlreichen Fehler auszumerzen. Ich weiß es wirklich mehr zu schätzen, als Ihr möglicherweise wisst.

Und an Jay: Vielen Dank für das wundervolle Banner. Ich liebe es total!

beaweasley2


A/Ü: YIPPIE-YA-YEAH - SORRY, ABER ICH BIN HIN UND WEG! Normalerweise versuche ich, Vorworte zu vermeiden, doch dieses Mal mache ich eine Ausnahme. Es ist kaum zu glauben, aber ich habe vor ein paar Tagen mein vorzeitiges Geburtstagsgeschenk bekommen – eine Anfrage von black_lodge zur Übersetzung von "Coniunctio Perpetua" ins Englische. Ich freue mich wie ein kleines Kind und bin unglaublich stolz darauf, weil ich weiß, wie außergewöhnlich und rar solche Anfragen aus dem englischsprachigen Raum sind. Niemals hätte ich gedacht, dass mein Traum eines Tages Wirklichkeit werden könnte. Im Moment bin ich einer der glücklichsten Menschen auf der Welt. Sobald das erste Kapitel auf AO3 gepostet ist, werde ich den Link einstellen. Ich hoffe, Ihr freut Euch mit mir.

Alea


Kapitel 36

Severus betrat die Große Halle durch den Eingang für die Belegschaft, schlüpfte mit einer gleitenden Bewegung auf seinen Stuhl, platzierte seine Serviette über seinen Schoß und füllte sein Kelchglas. Er beobachtete die Schüler, während diese hereinkamen und ihre Plätze einnahmen. Seine Slytherins waren pünktlich – wie üblich – recht viele von ihnen saßen bereits. Mr. Malfoy und seine beiden Kumpane, Mr. Crabbe und Mr. Goyle, kamen herein und gingen zum Slytherin-Tisch hinüber, wobei Miss Parkinson besitzergreifend an Malfoys Arm hing, obgleich der Junge ihr überhaupt keine Aufmerksamkeit schenkte. Die kleine Gruppe nahm die freien Plätze in der Nähe von Mr. Rayne Boughton und Miss Brambila Rushbridge ein, den einzigen beiden Sechstklässlern, die Severus' Gruppierung 'Snapes Slytherin-Armee' beigetreten waren – nicht, dass er die Bezeichnung gebilligt hatte.

Mr. Aldebaran Urguhart und Miss Penelope Reilly, seine Vertrauensschüler aus dem siebten Schuljahr, setzten sich neben Mr. Raymond Aubry, Mr. Terrance Higgs, Miss Winnifred Maguire, Miss Mary Langley und Miss Catherin MacTirdelvach. Severus war zufrieden, dass sich Miss MacTirdelvach bei seiner Siebtklässler-Gruppe aus Slytherins befand. Vielleicht würde sie sich dieses Jahr dazu entscheiden, damit zu beginnen, für sich selbst zu denken und ihrem Vater die Stirn zu bieten – oder still zu rebellieren. Miss Candice Longacre und Miss Tracy Davis, die ihre Zeit vor der Rückkehr des Dunklen Lords mit Miss Greengrass und Miss Parkinson zu verbringen pflegten, blieben jetzt mehr unter sich und Severus fragte sich, ob sie möglicherweise von den Schülern auf Abstand gingen, die sich auf die Seite des Dunklen Lords stellten.

Von seinen Fünftklässlern war Mr. Gasper Vaisey dabei, aktiv zu rekrutieren. Er hatte Severus gegenüber nach der Besprechung der Vertrauensschüler einräumt, dass Mr. Seumond Sharma Angst hatte, Severus' Gruppe beizutreten, allerdings davon wusste, und er vertrat die entschiedene Meinung, dass es nur eine Frage der Zeit sein würde, bevor Mr. Eugene Caldwalter beitrat. Severus war sich dessen nicht sicher; Eggart Caldwalter hatte eine Festnahme am Ende des ersten Voldemort-Krieges vermieden, doch er und seine Frau bestätigten öffentlich ihre Loyalität dem Dunklen Lord gegenüber seit dessen Rückkehr.

Eddart Terrance und William McGariety saßen mit Jessica Arenas, seiner anderen Vertrauensschülerin aus dem fünften Schuljahr, und Pauline Gweynewoud und Aurora Shidhom zusammen. Damayea Vogelli hielt sich für sich, aber andererseits war sie ein kleines und schüchternes Mädchen. Das ließ vier seiner Fünftklässler außen vor, die meisten von ihnen zu festgefahren in ihren Reinblüter- und anti-Muggelgeborenen-Ansichten.

Er müsste bald eine Besprechung arrangieren, doch einstweilen hielten Mr. Urguhart und Miss Reilly diese ab. Severus' Aufmerksamkeit schwenkte hinüber an den Gryffindor-Tisch.

Sein Blick fiel sofort auf Hermione und ihre beiden Freunde. Er hatte sich Sorgen um sie gemacht, seitdem er bemerkt hatte, dass das Mädchen den Magischen Schub durchlebte. Sie musste lernen, ihre Ausbrüche von Magie in seinem Klassenzimmer und in seinen privaten Unterrichtsstunden zu kontrollieren, doch sie konnte auch jetzt noch nicht über ihre magische Kraft herrschen. Er lächelte ein wenig bei der Erinnerung an ihren geschmeidigen Körper, der sich bei jeden der magischen Verteidigungszauber in perfekter Balance mit ihren komplizierten Zauberstab-Bewegungen bewegte, den sie warf – ihre kämpferischen Fähigkeiten hatten sich erheblich verbessert seit jenem Zeitpunkt, an dem er begonnen hatte, sie zu trainieren. Sie würde einen furchterregenden Feind für jeden seiner Todesser-Brüder abgeben. Ungeachtet dessen, wie sie das Mädchen in ihren Kreisen verspotteten – sie war eine außergewöhnliche Hexe.

Sie lechzte auch jetzt noch nach seiner Anerkennung, versuchte immer außergewöhnlich angestrengt in seinen Unterrichtsstunden, diese zu erringen, verzauderte jedoch niemals, wenn er sie ihr versagte. Er hätte sich eigentlich an Minerva wenden sollen, damit diese sie unterrichtete, doch er wollte es selbst tun. Er hatte keine Ahnung, warum es für ihn derartig wichtig war, aber er würde jetzt keinen Rückzieher machen.

Severus blickte rasch flüchtig hinüber zum Ravenclaw-Tisch, als Hermione zu ihm aufschaute, doch er beobachtete sie weiter in seiner peripheren Vision. Weasley sagte irgendetwas, während er ihren Arm anstupste, um ihre Aufmerksamkeit zu erhalten, und sie drehte sich herum, um ihn anzuschauen, wandte dann ihre Aufmerksamkeit Potter zu. Potter schenkte Hermione einen finsteren Blick, doch sie wandte sich nur Weasley zu, als ob sie versuchte, ihn dazu zu bringen, ihr beizustimmen, doch Weasley zuckte bloß mit den Schultern. Typischerweise schien der Dummkopf zwischen zwei Stühlen zu sitzen, dabei jedoch neutral geblieben zu sein, während er weiterhin vor sich hin mampfte. Was auch immer es war, es betraf Severus nicht.

Was ihn allerdings betraf, waren Malfoy und diese verdammte Aufgabe, die dieser hatte; und dieser verdammte Schwur trieb ihn derartig in die Enge, dass er selbst in die ganze Sache hineingezogen wurde, und er musste den Jungen immer noch irgendwie dazu bringen, sich ihm anzuvertrauen.


Ihre folgende Kräuterkunde-Schulstunde wurde damit verbracht, die Samen der Euphorbia Peplis Draconis, oder landläufig auch Gefleckte Taubnessel genannt, aufzusammeln. Die aggressiven, fleischigen, magischen Spezies des dornigen Wolfsmilchgewächses mochten es nicht, gestört zu werden, und noch viel weniger, sich seine kleinen Samen auszupfen zu lassen, und der giftige milchige Saft würde sogar aus der geringfügigsten Wunde herausspritzen. Jeglicher Kontakt des Safts mit der Haut musste augenblicklich und gründlich abgeputzt werden, aber, falls er mit Schnitten oder Kratzern in Berührung kam, die durch die Dornen verursacht worden waren, wurde der Schüler geradewegs zum Krankenflügel geschickt. Jeder Schüler trug einen Arbeitsoverall, seine Drachenhaut-Handschuhe, eine Schutzbrille und eine Maske aus Grindeloh-Haut.

Die Pflanze versuchte, sich selbst vor den Bemühungen der Schüler zu schützen, die Samen zu sammeln, indem sie brutal die behandschuhten Hände der Schüler mit ihren langen Dornen attackierte, und Hermione, genau wie über die Hälfte der Klasse, musste großzügige Mengen an Akoko-Emulsion auf den Einstichwunden und Kratzern auftragen und eine Dosis Serum aus Balsam-Wolfsmilch nehmen, um jegliche, extrem schmerzhafte Entzündung zu verhindern. Glücklicherweise wurden lediglich ein paar wenige Schüler wegen einer Vergiftung in den Krankenflügel geschickt.

Professor Sprout kündigte am Ende der Unterrichtsstunde an, dass sie die Pflanzen am Donnerstag umtopfen würden, was den Schülern ein Aufstöhnen entlockte, und dass sie die Pflanzen die Woche danach melken würden, um den temperamentvollen Pflanzen Zeit zu geben, sich mit ihren neuen Töpfen zu arrangieren.

„Verflixt, ein ganzer Monat mit diesen verdammten Pflanzen", stöhnte Ron, während er seine Handschuhe abstreifte.

„Saft aus Gefleckten Taubnesseln ist die Hauptzutat für purgative und laxative Zaubertränke, Ron", sagte Hermione ihm, während sie vorsichtig ihren Overall auszog.

„Aber ich dachte, dass Professor Slughorn jene Zaubertränke bis Oktober nicht auf seinem Lehrplan hat", sagte Neville und hielt eifrig Hermiones Robe, so dass sie leicht in sie hineinschlüpfen konnte. „Das ist zumindest das, was Professor Sprout mir gesagt hat."

„Danke, Neville", antwortete sie, während sie ihre Arme in die Ärmel gleiten ließ. Ihr Lächeln verblasste ein wenig, als er in ein Dunkelrosa errötete. Er tat dies neuerdings in ihrer Nähe ziemlich viel: Erröten, genau wie das Öffnen von Türen, ihren Stuhl zurechtrücken … und anderes merkwürdiges Verhalten.

„Trotzdem, es ist nett, mich in einer Unterrichtsstunde zu befinden, in der wir frei sprechen können", sagte Ron, während er seinen Overall im Wäschekorb entsorgte. „Anders, als bei anderen Professoren."

Hermione wusste, auf wen er sich bezog, und ihre Lippen verzogen sich verärgert.

„Und keine Hauspunkte dafür zu verlieren, wenn wir fluchen, wenn diese verdammte Pflanze uns sticht", fügte Harry hinzu, während er mehr Akoko-Emulsion auf seine Kratzer rieb.

Als sie das Gewächshaus verließen, öffnete Neville die Tür für Hermione und errötete abermals, als sie ihm dankte. Den gesamten Weg bis zum Schloss hinauf, fuhren Ron und Harry damit fort, über den Verlust von Hauspunkten fürs Sprechen zu murren, während sich Hermione und Neville über die Eigenschaften der Gefleckten Taubnessel unterhielten. Sie hatte Sprachkunst und Mythologie und Arithmantik nach Kräuterkunde, während Harry und Ron eine hübsch lange Pause hatten, um ihre Revision aufzuarbeiten vor der Doppelstunde Verwandlung, die alle drei am Nachmittag hatten. Sie war ziemlich enttäuscht, als Ron vorschlug: „Ich erinnere mich gerade – Ginny hat gerade auch eine Pause. Lass sie uns finden und sehen, ob sie Lust hat, den Quaffel zu werfen. Ich könnte das Training zweifellos brauchen."

Harrys Gesicht leuchtete voller Entzücken auf, doch Hermione runzelte ihnen gegenüber die Stirn. „Yeah, und ich denke, dass Katie möglicherweise ebenfalls Zeit hat", sagte er enthusiastisch.

„Ihr habt vier Aufsätze zu schreiben", begann sie, sie zu mahnen, doch Harry schnitt ihr das Wort ab, indem er sagte: „Hermione, wir haben Stunden vor Verwandlung. Und sie sind bis Donnerstag nicht fällig."

„Genau wie die Aufsätze für Kräuterkunde und Zaubertränke", erinnerte sie die beiden.

„Richtig, die wir ausarbeiten werden, und dann kannst du sie morgen Abend für uns überarbeiten und die Fehler ausmerzen", sagte Ron, während er begann, in Richtung der Treppe zu gehen, um dann über seine Schulter zu rufen: „Komm schon, Harry, lass' uns Ginny suchen."

„Mach dir keine Sorgen, Hermione, wir werden dich nach deinem Arithmantik-Unterricht in der Bibliothek treffen", sagte Harry entschuldigend und rannte dann Ron hinterher.

Sie schüttelte ihren Kopf und machte sich auf den Weg zum Unterricht. Sie sah Anthony Goldstein und Justin Finch-Fletchley im Korridor, als sie um die Ecke bog, die sich mit Megan Jones unterhielten, während sie in den Klassenraum gingen. Anthony entdeckte sie, blieb stehen, lächelte und winkte sie zu sich heran, deshalb schloss sich Hermione ihnen an.

„Hallo, Hermione", sagte Anthony. Aus irgendeinem Grund war Anthony dieses Jahr ein wenig freundlicher ihr gegenüber, doch sie vermutete, dass es etwas damit zu tun hatte, dass sie im letzten Jahr gemeinsam auf einem Thestral geritten waren, um im Zaubereiministerium zu kämpfen.

Sie erwiderte sein Hallo und schloss sich der Diskussion über Druscilla Penninghams Version der Count Dracula-Geschichte an.

„Ich wette, dass Professor Rosencruz uns Bram-Strokers Dracula mit Penninghams Dracula vergleichen lässt", sagte Anthony, während Justin die Tür für alle öffnete. „Was denkst du, Hermione?", fragte Anthony und folgte ihr durch die Tür.

Megan warf Hermione flüchtig einen neugierigen Blick zu und schnaubte, während sie zu ihren Schreibtischen gingen.

„Ich vermute mal, da sie beide über Vampire sind", sagte Hermione, als sie sich hinsetzte. Sie hatte Jean-Berléand François' Vampires de Bohémien et de Hongrie und die Geschichte von Vlad Țepeluș I., Voivode of Wallachia, Son of Dracul, gestern Abend nach ihrem Schwimmen beendet und geplant, ebenfalls den Klassiker des Vampir-Genres von Sheridan le Fanu, Carmilla, heute Abend zu lesen.

Anthony plumpste in den Sitz neben dem ihrigen, was Sue Li, die normalerweise neben Hermione saß, verärgert die Stirn runzeln ließ. „Ich habe meine Mum hinsichtlich der Bücher von Anne Rice gefragt. Hast du sie gelesen?"

„Äh, nein", sagte Hermione, wohl wissend, dass sich Anne Rices Bücher nicht in der Schulbibliothek befanden. Sie hatte John Polidoris The Vampyre, welcher durch das Leben und die Legende von Lord Byron inspiriert wurde, und das kurze deutsche Gedicht Der Vampir von Heinrich August Ossenfelder gelesen, zwei Dinge, die sie vor hatte, in ihrem vergleichenden Aufsatz zu verwenden. „Du?"

„Yeah, ich mag den Vampir Lestat. Er ist cool."

„In Ordnung, setzen Sie sich", sagte Professor Rosencruz, wobei sie von ihrem Stuhl aufstand, um mit dem Unterricht zu beginnen.


Hermione, eingedenk der Anweisungen von Professor Snape, sich nur auf ihre Intention und Entschlossenheit zu konzentrieren, wenn sie mit ihrem Zauberstab arbeitete, bewerkstelligte es schließlich, beim dritten Versuch in Verwandlung das meiste ihres Igels mit Hilfe eines Verschwindezaubers zu entfernen, doch sie hatte kleine Stückchen von Federkielspitzen noch sichtbar zurückgelassen. Bei ihrem vierten Versuch vergaß sie, den Schwanz verschwinden zu lassen, doch beim fünften Versuch schaffte sie endlich, das geduldige kleine Geschöpf vollständig verschwinden zu lassen. Doch Harry hatte kein solches Glück mit seinem Meerschweinchen und murrte, dass er es nicht verschwinden lassen könnte, weil es größer als Rons Ratte oder Hermiones Igel war; deshalb tauschte Hermione die Tiere. Als sie es jedoch schaffte, das Meerschweinchen beim ersten Versuch verschwinden zu lassen, war Harry sogar noch mehr pikiert. Aber ihr Zauberspruch musste zu stark gewesen sein, da das arme Geschöpf lauthals quiekte.

Sie hatte auch wenig Probleme, am folgenden Morgen in Zauberkunst nonverbal Aufrufe- und Abwehrzauber für die großen Kartoffel- und Reissäcke zu verwenden, die Professor Flitwick zum Unterricht mitgebracht hatte. Hermiones Sack Reis war so schnell in ihre Richtung geschossen, als sie ihren Aufrufezauber demonstriert hatte, dass es sie in Ron hineinkrachen ließ, der hinter ihr stand, und als sie ihn mit Hilfe eines Abwehrzaubers von sich abstieß, schoss er quer durch den Raum und traf die gegenüberliegende Wand mit einem laut hörbaren dumpfer Aufschlag. Professor Flitwick warf ihr einen fragenden Blick zu, doch sie hatte einfach mit ihren Schultern gezuckt und ihm zugelächelt.

Allerdings empfand Hermione, dass die magischen Theorien, welche durch die Professoren gelehrt wurden, sehr viel schwieriger und komplexer wurden, und sie hatte darum zu kämpfen, ihre Noten im Unterricht auf dem gewohnten Niveau zu halten. Dazu kam, dass die Professoren McGonagall und Flitwick erwarteten, dass alle Zaubersprüche, die die Schüler im praktischen Aspekt ihrer Unterrichtsstunden anwendeten, nonverbal zu sein hatten, was allem Anschein nach nicht jeder schaffte.

Obwohl Hermione nach mehreren Versuchen die Zaubersprüche nonverbal werfen konnte, verwandte sie den größten Teil ihrer Bemühungen darauf zu versuchen, ihre Magie zu kontrollieren, wie es Professor Snape von ihr verlangte, und sich nicht auf das wellenartiges Anbranden und sich Auftürmen ihrer Magie zu verlassen. Doch dies war schwierig.

Demgegenüber waren ihre Mitschüler alle rot- oder blaurot im Gesicht, glupschäugig, und viele von ihnen bissen von innen in ihre Wangen, um sich davon abzuhalten, die Beschwörungen laut zu sagen und Punkte zu verlieren.

In dieser Nacht, auf ihrem Weg zu den Kerkern für ihre Unterrichtsstunde mit Professor Snape, entdeckte Hermione Luna auf dem obersten Treppenabsatz, der in den zweiten Stock führte. „Hallo, Luna", rief sie aus.

Luna drehte sich herum und lächelte, um dann ihren Kopf etwas schräg zu legen, während Hermione sich ihr näherte. „Du bist ohne jeden Zweifel am Glühen. Ist das jetzt diese Zeit für dich?"

Hermione hatte keine Ahnung, worüber sie redete; es war unmöglich, dass ihr 'Glühen' daher stammte, weil sie schwanger war, und sie war nicht in irgendjemand speziellen verliebt, zumindest nicht genug, um deshalb zu 'glühen', und strahlend vor Liebe zu sein, passte nicht genau auf Lunas Erwähnung von 'jetzt diese Zeit'. Verwirrt, stammelte sie: „Äh, nein", mit einem Achselzucken.

„Oh, ich dachte, dass es beinahe deine—nein—okay", sagte Luna, während sie damit begann, und in einem lässigen Tempo die Treppe hinunter zu laufen.

Noch immer verwirrt, doch die Sache auf sich beruhen lassend, da Luna häufig Sachen sagte, die wenig oder gar keinen Sinn ergaben, passte sich Hermione dem Schritt ihrer Freundin an. „Wohin willst du?", fragte sie.

Luna lächelte. „In einen Raum im zweiten Stock", antwortete sie, während sie mit ihren Fingerspitzen kleine Wirbel auf den steinernen Handlauf zeichnete, während sie gemeinsam die Treppe hinunter gingen. „Er hat eine Menge an großen Fenstern und einen Kamin, und es ist für die ganzen Hufflepuffs bequem zu erreichen, die mit mir Yoga machen möchten."

„Du unterrichtest immer noch Yoga?", fragte Hermione, tatsächlich gewissermaßen erfreut darüber, dass die DA-Mitglieder sich noch gemeinsam trafen.

„Nein, es ist eher wie Anleiten. Amber Colbert – kennst du sie? Sie ist in meinem Jahrgang." Hermione schüttelte ihren Kopf, also fuhr Luna fort. „Sie und ich folgen einfach den Bildern in den Büchern, und jeder andere kopiert uns so gut er kann. Cho leitet ebenfalls immer noch eine Yoga-Klasse; sie hält ihre Treffen im Westflügel im fünften Stock nahe der Treppe ab, die zum Gemeinschaftsraum im Ravenclaw-Turm führt. Lavender und Parvati gehen dorthin, um mit den Ravenclaws zu arbeiten, die sich gelenkig halten möchten."

Als sie das untere Ende der Treppe erreichten, drehte sich Luna herum, um sie anzusehen. „Schließt du dich uns heute Abend an? Ich werde heute den King Dancer zeigen, die Billywig-, Locust- und die Flying Griffin-Pose", sagte Luna heiter.

Hermione hatte keine Ahnung, was diese Haltungen sein sollten, allerdings war sie sich absolut sicher, dass ihre Mum niemals von der Billywig- oder Flying Griffin-Pose gehört hatte. „Nein, ich kann nicht, ich muss in fünf Minuten in Professor Snapes Büro sein."

„Oh, das ist okay, der nächste Freitag kommt bestimmt", sagte Luna mit einem wehmütigen Lächeln, doch Hermione wusste, dass sie auch dann eine weitere Übungsstunde bei Professor Snape haben würde. „Ich werde am Freitag das Sleeping Unicorn, den Reverse Moon, das Clabbert und das Mooncalf versuchen, lediglich, um die Angelegenheit interessant zu halten."

„Klingt nach Spaß, aber ich muss mal sehen", sagte sie und wünschte Luna viel Glück mit ihrem Yoga, um dann hinunter in die Kerker zu eilen.

Hermione klopfte an die Tür zu Professor Snapes Büro und drehte sich gerade in dem Moment herum, um auf die Tür auf der gegenüberliegenden Seite des Korridors zu blicken, als er diese heftig aufriss. „Sie sind früh", erklärte er.

Sie wusste, dass sie bestenfalls nur ein oder zwei Minuten zu früh dran war. „Ich verspreche, beim nächsten Mal langsamer zu gehen", sagte sie und überquerte schnell den Korridor. Als sie sich unter seinem Arm durch die Türöffnung hindurchduckte, glaubte sie, dass sie ihn tief inhalieren hörte, allerdings, als sie flüchtig zu ihm aufblickte, war in seinem Gesicht nur sein üblicher gebieterischer Ausdruck zu erkennen.

„Wie sind Sie in Ihren Unterrichtsstunden zurechtgekommen?", fragte er, als sie ihre Tasche auf einen Stuhl stellte und ihre Schulroben auszog. Sie war nach wie vor mit ihrer weißen Bluse und dem Rock bekleidet, aber hoffentlich würden sie sich heute nicht zu sehr duellieren.

„Ich habe ein paar kleinere Schwierigkeiten mit der Entschlossenheit und Ausführung meiner nonverbalen Zaubersprüche in Zauberkunst und Verwandlung", sagte sie beiläufig, während sie ihre Ärmel hochrollte.

Seine dunklen Augen schienen jeder ihrer Bewegung zu folgen, bevor er sich herumdrehte, um das magische Fenster in der Wand zu betrachten. Heute bestand die Szenerie in dem gespenstischen Grün des Sees hinter dem dicken Glas.

„Größtenteils, weil mein Fokus aufgespalten ist zwischen mich daran zu erinnern, nicht zu sprechen, und mich auf meine Intention und Entschlossenheit zu konzentrieren, ohne mein Magie anbranden und sich auftürmen zu lassen. Es ist wirklich schwer."

Er nickte, seine gesamte Aufmerksamkeit abermals ausschließlich auf sie gerichtet. Auf eine sonderbare Art und Weise war dies gleichzeitig beruhigend und nervtötend. „Ja, es ist schwer, weil Sie sich auf Ihr wellenartiges Anbranden und sich Auftürmen verlassen haben, um Ihre stablosen und nonverbalen Zaubersprüche auszuführen, allerdings ist es absolut unerlässlich, dass Sie lernen, Ihre Magie zu kontrollieren. Sie können Verschwinde-, Aufrufe- und Abwehrzauber werfen, nicht wahr?", fragte er und sie lächelte, weil er davon wusste. „Das nehme ich als ein ja", bekundete er, bevor sie antworten konnte.

Er zog ein kleines Kästchen aus seiner Tasche heraus, etwas größer als das, was er besessen hatte, um ihren Zeitumkehrer darin aufzubewahren.

Hermiones Neugier wuchs alarmierend an, als er den Deckel öffnete und einen seltsam aussehenden, spindeldürren Gegenstand mit einer Glaskugel herausnahm.

„Halten Sie Ihre rechte Hand aus", wies er sie an, während er irgendetwas an dem Gerät überprüfte.

Sie entsprach seiner Aufforderung, und er balancierte das kleine Gerät auf ihrer Handfläche, wobei er sie bat, ihren Arm ganz gerade auszurichten. Der Gegenstand schien auf einem einzigen Punkt zu balancieren, wobei er kaum ihre Haut berührte, als ob er weniger wiegen würde, als eine Daunenfeder. Er beobachtete ihn, wobei er die Apparatur anstarrte, als ob er irgendetwas ablesen würde. Hermione versuchte, dasselbe zu tun, doch er blaffte sie an, sich nicht zu bewegen, und ließ sie ihren Arm erneut gänzlich ausstrecken. Nach einer Weile begann ihr Arm, schwer zu werden, doch er bat sie, weiter still zu halten.

Später, was wie eine Ewigkeit erschien, begann sie, die Belastung der Muskeln in ihrem Arm zu spüren, als das Zentrum des kleinen Gerätes begann, sich zu drehen, wobei dies erst langsam geschah, um dann zu beschleunigen, bis die Bänder immer schneller wirbelten, und es anfing, schrill zu pfeifen. Severus pflückte es von ihrer Handfläche und hielt es ins Licht, während er das Zentrum der Apparatur betrachtete, also ließ sie ihren Arm herunterfallen, dankbar für die Atempause.

Hermione versuchte, ebenfalls auf das Gerät zu spähen und schob sich deshalb hinüber, bis sie neben ihm zu stehen kam, so wie sie dies getan hatte, als sie als Teenager zusammen gebraut hatten, doch sie hatte keinerlei Ahnung, was es war, das er dermaßen eingehend betrachtete, es sei denn, dass er die Ausrichtung auf irgendeine Linie oder irgendwelche kleinen Markierungen betrachtete, die sie nicht erkennen konnte. Er atmete scharf ein und drehte sich herum, um sie anzusehen, während sich sein Gesichtsausdruck in einen fragenden funkelnden Blick verhärtete, also machte sie einen Schritt zurück. Er wandte seine Aufmerksamkeit auf die Kugel zurück, allerdings entspannte er nicht seine Schultern. Sie schaute ihn an und versuchte, anhand seines Profils seine Stimmung abzuschätzen. Sie sah, wie sein Adamsapfel ruckartig auf und ab hüpfte und entdeckte das vertraute Zucken in seinem Kiefer verursacht durch das Zusammenpressen seiner Zähne und lächelte.

„Her—Miss Granger, ich mag es nicht, analysiert zu werden", sagte er, genau wie er dies als Teenager getan hatte.

Sie schürzte ihre Lippen, um ihr Lächeln zu verbergen, und drehte sich ab.

„Oder ausgelacht zu werden."

Ihr Kopf schnappte in seine Richtung herum. „Ich habe nicht— … ich bin einfach nur neugierig hinsichtlich der Apparatur."

„Augenscheinlich", sagte er in einem fließenden Tonfall. „Unter anderem." Er legte das Gerät zurück in sein Kästchen und starrte aus dem Fenster, während er es in seine Tasche gleiten ließ. Er atmete noch einmal tief durch, während er sich herumdrehte, um sie abermals anzusehen. „Heute Abend werden Sie einfach nur an der Kontrolle arbeiten. Versuchen Sie den Human-Offenbarungszauber."

Sie runzelte über die Anweisungen die Stirn – sie hatten bisher lediglich die Theorie wiederholt und mussten den Zauberspruch noch in der Praxis üben. Sie versuchte den unvertrauten Zauber nonverbal. Doch die Intensität seiner ungeteilten Aufmerksamkeit und die Steifheit seines Körpers waren ein wenig nervtötend. Sie machte einige erfolglose Versuche und schnaubte voller Enttäuschung, aus der Fassung gebracht, weil sie es nicht zuwege brachte. Sie schürzte ihre Lippen und versuchte es entschlossen noch einmal, wobei sie es schließlich bewerkstelligte, ein leuchtendes holographisches Abbild von ihm vor sich zu erschaffen … obgleich sein Abbild dermaßen hell erstrahlte, dass es den gesamten Raum beleuchtete.

„Machen Sie es aus", schnauzte er, und sie murmelte schnell: „Nox!"

„Wiederholen Sie den Zauberspruch, aber kontrollieren Sie Ihre magische Stärke. Das Abbild sollte nur eine schwache, geisterhafte Reflexion von mir sein."

Sie versuchte es, mehrere Male, obgleich, jedes Mal erstrahlte er derartig hell, dass sein Abbild den gesamten Raum beleuchtete.

„Genug. Versuchen Sie einen anderen Zauberspruch. Ich glaube, dass Sie in der Lage sind, einen Zauberabwehr-Zauber zu werfen?"

Sie nickte. „Ja, Barty Crouch Jr. beibrachte ihn uns bei, als er sich als Mr. Moody ausgab."

Sein Mundverzog sich zu einem Lächeln, und sie konnte ein leises Lachen tief aus seinem Brustkorb heraus hören. „Werfen Sie ihn einfach", sagte er, während er seine Lehrer-Pose zurückgewann.

Hermione zog ihren Zauberstab heraus und zielte damit von ihm weg. „Hexa Declinare!" Ihr Schild barst in gleißender Pracht heraus, höllisch grell, um den den gesamten Raum zu erleuchten.

„Beenden Sie ihn und werfen Sie ihn erneut", sagte er, fast wie eine Forderung, und sie löschte ihren Deflektionsschild. „Werfen Sie ihn nonverbal und … Kontrollieren! Sie! Ihre! Stärke!"

Mittlerweile lenkte die Intensität seiner ungeteilten Aufmerksamkeit, sein gestrenges Auftreten und seine Missfallen über ihr Unvermögen, das zu tun, was er verlangte, sie deutlich ab. Sie unternahm mehrere Versuche, wobei sie sich wegen ihrer Unfähigkeit, ihre Magie zu kontrollieren, selbst nervös machte. Sie konnte diesen verdammten Zauberspruch verbal ausführen, aber jedes Mal, wenn sie ihn nonverbal warf, brandete ihre Magie an und türmte sich auf, was den Schild hell aufglühen ließ und den Raum in gleißend silbrig-weißem Licht badete – und sie hatte keine Ahnung, wie sie ihre Stärke zurückhalten sollte.

Sie machte vor Schreck einen Satz in die Luft, als er nachdrücklich blaffte: „Machen Sie ihn aus!", weil er so dicht hinter ihr stand, dass es praktisch in ihr Ohr gezischt wurde. „Sie lassen es zu, dass Ihre Magie anbrandet und sich auftürmt. Versuchen Sie es noch einmal", sagte er verärgert, seine Stimme tief und leise, sein Körper dermaßen nah, dass sie ihn beinahe an ihrem spüren konnte.

Sie schloss ihre Augen, um die scharfe Erwiderung ihre Kehle hinunterzuzwingen, mit der sie ihm antworten wollte – seine Nähe und seine Verärgerung gingen ihr durch und durch. Sie wusste, dass sie sich mitten im wellenartigen Anbranden und sich Auftürmen befand – sie konnte das wellenartige Anbranden und sich Auftürmen ihrer Magiefühlen. Sie war es wirklich am Versuchen – aber sie wusste nicht, wie sie es anstellen sollte, das zu tun, was er von ihr verlangte. Sie konnte seine Verärgerung praktisch auf ihrer Haut kribbeln spüren, doch sie war nicht … es war nicht … verdammt noch mal. Ihre Hände ballten sich zu Fäusten und sie atmete tief durch, um zu versuchen, sich zu beruhigen. Sie würde es nur noch stärker versuchen müssen.

„Was ist das Problem?", fragte er mit einem tiefen Knurren, das sie verwirrte, während sein Atem ihr Haar ein wenig bewegte.

Sie drehte sich herum. „Was habe ich getan, um Sie zu verärgern?"

Er zuckte leicht zurück. „Pardon?"

„Sie scheinen verärgert zu sein – nicht nur gereizt – richtig verärgert. Also frage ich – was habe ich getan, um Sie zu verärgern?", fragte sie ihn mutig, wobei sie hoffte, dass die direkte Herangehensweise funktionieren würde. „Weil, was auch immer es auch ist – es tut mir leid."

Er trat zurück, seine Körperhaltung steif. „Ich bin nicht mit Ihnen verärgert; ich erwarte von Ihnen, größere Anstrengungen zu unternehmen."

Hermione hielt sich gerade noch davon ab, frustriert mit ihrem Fuß aufzustampfen. „Ich versuche es. Ich habe es wirklich versucht. Aber dies ist nicht … jedes Mal … ich kann es einfach nicht verhindern, dass die Magie anbrandet und sich auftürmt." Seine Augen verhärteten sich ein wenig. „Machen Sie das hier mit jedem, der den Magischen Schub durchlebt?"

„Nein", antwortete er.

Sie war von seinem Eingeständnis schockiert. „Nein? Warum dann bei mir?"

Er machte einen Schritt auf sie zu, lehnte sich ein klein wenig nach vorn und funkelte sie seine Nase hinunter an, doch dies brachte ihre Gesichter auf einen Abstand von wenigen Zentimetern zueinander. „Sie sind außergewöhnlich begabt und – weil ich nicht meine gesamte Zeit investierte, um Sie sich selbst ausbrennen zu lassen, weil Sie Ihre Magie nicht kontrollieren können", sagte er verärgert.

Sie atmete tief durch, um sich zu beruhigen, während sie kurz darüber nachdachte, dass er angenehm roch, und schaute dann zu ihm schockiert auf. „Sie haben Angst, dass ich ausbrenne? Aber meine Magie sollte sich in einigen Tage einpendeln."

Er antwortete nicht, er stand einfach nur da, ihre Augen verfingen sich ineinander, mit dem Blick auf Gesicht des jeweils anderen gerichtet.

„Was verschweigen Sie mir?"

„Ihre magische Stärke ist angewachsen", sagte er schließlich. „Sie sollte sich eingependelt haben …" Er drehte seinen Kopf und schaute auf die Wand. „Versuchen Sie, Ihren Schutzschild so zu werfen, als ob spontan, im Affekt. Denken Sie nicht darüber nach – tun Sie es einfach. Sie dürfen es verbal tun."

Hexa Declinare!", sagte sie selbstbewusst, wobei sie den Zauberspruch warf, ohne sich darauf zu konzentrieren, und den kuppelförmigen Schutzschild aus ihrem Zauberstab ausbrechen sah. Er war auch jetzt noch strahlend hell, viel heller als normalerweise, allerdings nicht derartig blendend grell. Er nickte, und sie ließ ihr Schutzschild langsam verschwinden.

„Besser", sagte er, während seine Lippen sich ein klein wenig zu einem Lächeln verzogen. „Und jetzt – warum war dieses Mal anders als die anderen?"

„Ich habe mich nicht um die einzelnen Schritte gesorgt. Ich habe einfach entschieden, was ich tun wollte und mich auf meine Erinnerung konzentriert", sagte sie, während ihr Verstand das Problem gründlich analysierte.

„Sie analysieren Ihr Handeln übermäßig", sagte er mit einem Schmunzeln. „Sie denken zu viel darüber nach. Sie haben das auch schon getan, als Sie jung waren. Sie würden sich eher im Morast um der Frage willen festfahren, wie man ihn ausführen muss, als auf sich selbst zu vertrauen und ihn einfach zu werfen. Ich weiß, dass Sie erreichen können, was auch immer Sie sich in Ihren Kopf gesetzt haben, Sie haben eine schnelle Auffassungsgabe und sind äußerst kompetent, aber Sie konzentrieren sich auf jeden einzelnen Schritt, als ob Sie den Theorien aus den Büchern folgen. Vertrauen Sie auf Ihre Handlungen."

Sie lächelte über seine Komplimente.

Er bewegte sich in die Mitte des Raumes. „Und jetzt, verteidigen Sie sich – nonverbal."


Hermione verließ die Kerker, während sie in Gedanken alles analysierte, was sie während Professor Snapes privater Übungsstunde getan hatte. Sie dachte wirklich zu viel über ihre einzelnen Schritte nach. Obgleich ihre Magie noch immer abnorm stark war – wenn sie sich nicht auf ihre Magie konzentrierte, floss sie besser. Das Problem war, als sie sich aktiv gegen ihn in einem Duell verteidigt hatte, war ihre Magie angebrandet und hatte sich auftürmt, und sie hatte Professor Snape unmissverständlich quer durch den Raum geworfen. Wenigstens hatte sie ihn nicht verletzt; er hatte dies erwartet gehabt und hatte die Wand hinter sich mit einem Kissenzauber gepolstert. Trotzdem fühlte sie sich schuldig, dass sie gänzlich der Gnade ihres wellenartigen Anbrandens und sich Auftürmens ausgeliefert war.

Cormac McLaggen und Bernard Dunstan, beide Siebtklässler, näherten sich der fetten Dame zur gleichen Zeit, als dies Hermione tat. „Nach dir", sagte McLaggen mit einem sonderbaren Schimmer in seinen Augen.

„Danke", antwortete sie. Sie bemerkte, dass er sie beobachtete, während sie durch den Portrait-Zugang zum Gemeinschaftsraum krabbelte. Hermione wünschte sich, dass irgendjemand den Portrait-Zugang vergrößern würde. Es war weit einfacher gewesen, in den Gemeinschaftsraum zu kommen, als sie eine Erst- oder Zweitklässlerin gewesen war, als es dieses Jahr war, und zwei Jungs an ihren Fersen zu haben, die auf ihren Hintern starren, als sie sich bückte, um hereinzuklettern, war befremdend.

„Jederzeit, Granger", sagte McLaggen mit einem Grinsen, seinen Freund anstupsend.

Sie tat es Achselzucken ab und ging in ihren Raum, um sich umzuziehen. Was sie brauchte, war eine gescheite, ausgedehnte Runde Schwimmen, um ihren Kopf frei zu bekommen. Sie schaute dort hinüber, wo die Sechstklässler dabei waren, den Unterrichtsstoff zu wiederholen und stöhnte innerlich auf, dass die Jungen sie beobachteten, während sie quer durch den Raum ging. Neville errötete und duckte seinen Kopf, und Dean drehte sich herum, um irgendetwas zu Seamus zu sagen. Sie verstand einfach ihr plötzliches Interesse nicht. Fünf Jahre für ihre männlichen Hausgenossen total unsichtbar zu sein, und jetzt plötzlich fanden sie sie interessant. Dies ließ sie sich selbstbewusst fühlen.

Es war überall dasselbe, egal, wohin sie ging; Hermione hatte die merkwürdige Sinnesempfindung, dass viele der Schüler, insbesondere die Jungen, sie zu beobachten schienen, wenn sie einen Raum betrat, ganz besonders, wenn sie die Große Halle für die Mahlzeiten betrat. Ron agierte absonderlich, regelrecht bizarr, wobei er häufig Hermiones Brustkorb anstarrte, wenn er mit ihr sprach, und selbst Harry beobachtete sie mehr als gewöhnlich. Neville errötete, wann auch immer sie irgendetwas zu ihm sagte, sogar bei nur einem einfachen 'Hallo'. Seamus erfand Ausreden, um mit ihr zu sprechen. Die Jungen aus anderen Häusern, diejenigen, die sie inzwischen für fünf Jahre kannte, begannen sich ebenfalls eher eigentümlich zu benehmen. Sie vermutete, dass dies hormonal bedingt war oder so etwas in der Art.

Harry und Ron saßen glücklicherweise mit Ginny zusammen am Feuer und wiederholten den Unterrichtsstoff.

Ron schaute auf, lächelte und winkte sie zu ihnen herüber. „'Mione, wirst du über meinen Aufsatz drüberschauen?", fragte er, als sie sich näherte, während sein Blick zwischen ihrem Brustkorb und ihrem Gesicht hin und her sprang.

„Ich möchte zuerst ein Bad nehmen, wenn das recht ist", sagte sie, und er nickte.

„Nun, wir werden genau hier sein", sagte er und kehrte zu dem einen Aufsatz zurück, an dem er arbeitete. Sie eilte nach oben, um sich umzuziehen.


Severus hatte sich abermals zwei von Dumbledores spindeldürren Apparaturen ausgeborgt. Die eine, die vermutlich die Menge der statischen Magie in der Luft maß, war auf seinem kleinen Sockeltisch am Wirbeln, während die zweite, die anzeigen würde, ob Hermione aktiv ihre Magie anbranden und sich auftürmen ließ, einen Summton ausstrahlte. Nicht, dass er irgendeines dieser Gerät benötigte, um ihm zu zeigen, was er augenscheinlich auf den Indikatoren der Sparring-Dummies sehen konnte, doch Miss Granger reagierte mit der entsprechenden Verärgerung auf die zusätzlichen Geräusche.

„Wenn Sie Ihre Magie kontrollieren würden, würden die Geräte inaktiv sein", erklärte er ihr abermals.

Sie schenkte ihm einen missmutigen Blick, den er seinerseits mit einem strengen Blick und einer hochgezogenen Augenbraue rügte. Sie sah augenblicklich zerknirscht aus. „Ja, Sir."

Ihr Bedürfnis, seine Anerkennung zu gewinnen, amüsierte ihn nach wie vor, doch sie begann sich ebenfalls in seiner Gegenwart einfach zu wohl zu fühlen, und dies musste gedämpft werden. „Versuchen Sie es noch einmal. Ich erwarte, den Indikator, der Ihre Stärke misst, in den grünen Tönen zu sehen." Er lächelte leicht spöttisch über das Aufblitzen eines Feuers der Entrüstung in ihren warmen braunen Augen.

Hermione entschuldigte sich und blickte zu Boden, als ihr Gesicht sich mit einem hellen Rosa überzog. Sie versuchte es nochmals, doch der Indikator zeigte ihr, dass sie sich immer noch in den blaugrünen Bereichen bewegte, nicht im Grün.

Dies führte nirgendwo hin. 'Bei allen elementaren Formen der magischen Künste kann sie ihre Stärke zufriedenstellend zügeln – doch bei den defensiven Zaubersprüchen ist sie zu stark – regelrecht aggressiv, und strengt sich viel zu sehr an. Geschwindigkeit, Genauigkeit und Stärke – die Dinge, die ich ihr im fünften Jahr eingebläut habe … Das Mädchen muss einfach lernen, ihre Magie zu kontrollieren.' Selbst eine Erstklässlerin konnte ihre magische Stärke zügeln. 'Ihr erstes … Ja.' Er versuchte eine andere Taktik. „Erinnern Sie sich daran, mir erzählt zu haben, wie Sie als kleines Kind lernten, Ihre Magie zu kontrollieren?", fragte er, während er sich an die Unterhaltung erinnerte, als ob es erst vor einem Jahr gewesen war und nicht eine ganze Lebenspanne zuvor. „Ihre Eltern dachten, dass das, was Sie taten, Telekinese und Pyrokinesis entsprach, wenn ich mich richtig erinnere."

„Ja", sagte sie, wobei sie ihren Kopf geneigt hielt, während sie starr zu ihm aufblickte, fragend, und dennoch dermaßen vertrauensvoll.

Er war sprachlos bei dem Eingedenken an ihre Pose; sie hatte damals genau dasselbe getan, als sie zusammengearbeitet hatten, als er ein Teenager gewesen war – ihr Kopf würde sich zur Seite neigen, wenn sie zu ihm mit bedingungslosem Vertrauen heraufstarrte und wenn sie irgendetwas erwog, was er gesagt hatte, ihre Augen fragend, während die Gedanken in ihrem Kopf so schnell wirbelten, dass er dabei beinahe zusehen konnte … Besser nicht diesen Dingen nachhängen, er war jetzt ihr Lehrer.

„Warum entspricht dies hier nicht demselben für Sie? Kontrollieren Sie Ihre Gefühle und Ihre Fähigkeiten", sagte er, während er zu ihr herunterblickte. Er war einmal mehr überrascht, dass sie fast so groß war, wie er. Nicht mehr der bescheidene, dennoch altkluge, schlaksige, überambitioniert Teenager mit den langen Zähnen … Die kleine Miss Neunmalklug, der Bücherwurm, war erblüht, würde noch dazu bald ihr Magisches Aufblühen erleben und die Hexe sein, die er in ihr als Teenager gesehen hatte. Genau genommen war sie jetzt im gleichen Alter, wie er gewesen war, als sie einander zum ersten Mal begegnet waren. Es war ein merkwürdiger Gedanke.

„Es kann nicht derartig einfach sein", sagte sie und riss ihn aus seinen Betrachtungen.

Er schenkte ihr einen leicht finsteren Blick und schüttelte dann seinen Kopf. „Es ist nicht—"

„Nein, die Theorie dahinter – aber es würde so einfach sein, oder nicht?", murmelte sie und unterbrach ihn damit. Wie auch immer – er konnte den Gedankenprozess sehen, der in ihrem Verstand wirbelte, ihre warmen braunen Augen glänzend, während sie versuchte, verstandesmäßig zu erklären, was er meinte. Plötzlich schaute sie zu ihm mit jenen ausdrucksvollen Augen, die denen eines Rehs ähnelten, auf…

„Ja", sagte er mit einem Kopfnicken, genau wissend, dass sie zu der richtigen Schlussfolgerung gekommen war. Sie war solch ein Prachtmädchen. „Versuchen Sie es noch einmal."


Beim Frühstück hielt Hermione ihren Kopf gesenkt, während sie versuchte, all diese anstarrenden Blicke zu ignorieren, die sie erreichten und war dankbar, als Harry vorschlug, dass sie alle Hagrid besuchen gehen sollten.

Allerdings knallte Ron seinen Becher auf den Tisch, während er sagte: „He, wir haben Quidditch-Tryouts heute morgen, Harry", was bedeutete, dass sich die Aufmerksamkeit aller auf Harry richtete, zumindest am Gryffindor-Tisch, als ihre Hausgenossen darüber zu spekulieren begannen, wer es in das Team schaffen würde und ihre Freunde ermutigten, die sich für das Team austesten lassen wollten.

„Oh, dann danach", sagte Harry zu Hermione, während die Eulen in die Große Halle herabschossen.

Hermione war jeden Morgen froh, wenn die Post kam. Obwohl sie nicht mehr so viel Post wie früher von ihrer Familie erhielt, bedeutete es jedoch nach wie vor, dass jedermanns Aufmerksamkeit auf ihre Lieferung abgelenkt wurde. Harry bekam sein neues Lehrbuch Zaubertränke für Fortgeschrittene, doch, obgleich Hermione vorschlug, Professor Slughorn das alte Buch zurückzugeben, lehnte Harry dies ab. Er wechselte rasch die Umschläge, sehr zu ihrer Enttäuschung.

Eine weitere Eule schoss herab und lieferte Harry eine Rolle Pergament mit der Liste aller Leute, die für das Hausteam spielen wollten.

Hermione blickte flüchtig auf die Liste und verschluckte sich beinahe an ihrem Kürbissaft. Es sah aus, als beinhalte die Liste mehr Namen, als auswählbar waren, überhaupt für ihr Haus zu spielen. „Diese Liste ist zu lang, Harry", keuchte sie und wischte mit ihrer Serviette ein wenig des Safts von ihrem Kinn ab.

Zwischen Harrys Augenbrauen bildete sich aus Verwirrung eine steile Falte. „Kann nicht sein. Professor McGonagall hat sie geschrieben", sagte er. „Verflixt, das Team scheint dieses Jahr wirklich populär zu sein."

„Das ist nicht das Team, Harry, du bist es." Hermione erklärte Harry, warum er populärer geworden war, doch er errötete nur. Sie hatte nicht beabsichtigt, ihm einen Vortrag darüber zu halten, und sein Gesicht hatte sich immer mehr gerötet, je länger sie es erklärte, also ließ sie schließlich die Angelegenheit fallen.

„Nun ja, ich vermute mal, wenn du das so sagst", sagte er, wobei er es vermied, ihr in die Auge zu schauen, während er sprach, und steckte die Rolle Pergament ein.

Als sie auf das Spielfeld gelangten, drückte Harry Hermione die Rolle in die Hand, damit sie die Namen ausstreichen konnte, die es nicht in das Team geschafft hatten, da er keinen Federkiel und keine Tinte mitgebracht hatte. Sie blieb hinter Harry und etwas links von ihm stehen, während er über all die Leute blickte, die für das Probetraining aufgekreuzt waren.

McLaggen, für den Lavender im ganzen letzten Jahr ziemlich geschwärmt hatte, näherte sich Harry in einem stolzierenden Gang, seine Schultern gestrafft und mit stolzgeschwelltem Brustkorb. „Wir haben uns im Zug in Ol' Sluggys Abteil getroffen"*, sagte McLaggen, wobei er Hermione beobachtete, während er fest Harrys Hand schüttelte. „Cormac McLaggen. Ich versuche die Position des Hüters zu bekommen", beendete er seine Vorstellung laut genug, damit diejenigen, die um sie herum standen, es hören konnten.

Hermione seufzte, weil sie wusste, dass Ron Hüter spielen wollte, als Harry ihn fragte: „Ich erinnern mich nicht daran, dass du vorher schon einmal bei einem Probetraining gewesen wärst. Du hast es letztes Jahr nicht probiert, oder?"

„Ich war im Krankenflügel, als sie letztes Jahr das Probetraining abhielten", rühmte McLaggen sich, während er flüchtig auf seine Freunde blickte, als ob er sich brüsten wolle. „Ich habe ein Pfund Doxyeier für eine Wette gegessen. "*

Hermione wollte sich allein bei dem Gedanken daran übergeben.

„In Ordnung. Geh hinüber und warte an der Seite … da drüben fürs Erste", sagte Harry, offensichtlich überhaupt nicht beeindruckt, und Hermione fragte sich, wie McLaggens Entschuldigungen für seine Vorjahre aussahen.

Zuerst schickte Harry jedermann weg, der nicht einmal einen Besen mit hierhergebracht hatte, eine einleuchtende Beurteilung, da es am besten war, seinen eigenen Besen zu besitzen, um zum Team zu gehören. Er schickte eine Gruppe kichernder Mädchen weg, die einfach nur da waren, um ihn zu sehen, und etliche Leute, die nicht einmal in Gryffindor waren.

Dann teilte Harry alle in Gruppen ein, wobei einige der Kombinationen auf den ersten Blick für Hermione nicht viel Sinn ergaben.

„Okay, jetzt wird jede Gruppe um das Spielfeld herumjagen und sich zwischen den Pfosten für die Zielringe durchschlängeln", wies Harry an, während er auf die Zielpfosten am Ende des Spielfeldes zeigte. „Dann werdet Ihr so schnell, wie Ihr könnt, an das andere Ende des Spielfeldes fliegen und Euch abermals zwischen den Pfosten für die Zielringe durchschlängeln", sagte er, als er hinüber zu den Zielpfosten auf der anderen Seite des Spielfeldes wies, „und dann fliegt Ihr so schnell zurück, wie Ihr könnt, um danach über mir zu schweben. Hat das jeder verstanden?"

Die meisten Bewerber nickten, aber einige schauten äußerst verwirrt.

Harry schickte eine Traube aus Erstklässlern weg, die die Übungsaufgabe auf alten ausgeleierten Schulbesen versuchten, weil die meisten von ihnen beim Fliegen zu unerfahren waren und die alten Besen nicht schnell oder manövrierfähig genug waren. Ebenso schickte Harry die zweite Gruppe weg, weil sie es nicht schafften, das Manöver zu fliegen, das er verlangt hatte und in einem Haufen auf dem Fundament der Zielpfosten geendet waren, und die nächste Gruppe ebenfalls, da sie einander weiter bekämpften und anrempelten, anstatt ihre Flugfähigkeiten vorzuführen.

Hermione zeichnete eine Strich durch jeden Namen, den Harry entließ, wobei sie beobachtete, wie die Namen von jenen, die sie ausstrich, magisch an das Ende des Pergaments herunterrutschten.

Letztendlich, nach etlichen unterschiedlichen Flugtests, die viele Beschwerden hervorriefen, mehr als nur ein paar Wutanfällen, etlichen ausgebrochenen Zähnen und einem Jungen, der eine Hälfte von seinem Zahn verlor, während ein anderer Junge mit seinem Besen auf den Boden krachte und die Zweige an dessen Schwanz zerbrach, und einer Kollision, die einen Komet 260 und zwei Sauberwischs beschädigte und zwei Besitzern womöglich Gehirnerschütterungen verpasste, wählte Harry schließlich drei Jäger aus: Katie Bell war zurück im Team, Ginny und eine weitere Fünftklässlerin, Demelza Robins.

Die Dinge sahen keinesfalls besser aus, wenn es darum ging, Treiber auszuwählen, doch selbst Hermione konnte erkennen, dass Harrys beste Wahl Jimmy Peaks war, der Harry beinahe umbrachte, als er ihn mit einem heftigen Klatscher am Kopf getroffen hatte, und Ritchie Coote, der ziemlich schmächtig aussah, doch den Klatscher wirklich hart schlagen konnte und ein sehr schneller Flieger war, sogar gut genug, um gegebenenfalls Sucher zu spielen.

Hermione entschuldigte sich, um auf die Tribüne zu steigen, als Harry vorschlug, dass diejenigen, die bereits für das Team ausgewählt waren, ihre Positionen einnehmen und üben sollten, gemeinsam gegen diejenigen, die sich als Hüter bewarben, zu arbeiten. Hermione wählte eine Stelle an der Mittellinie, so dass sie den klarsten Blick auf das gesamte Spielfeld hatte und nach wie vor Harry hören konnte. Jedem Hüter wurden zehn Schüsse zum Blocken gegeben, und Harry wies seine Jäger an, nichts zurückzuhalten. Hermione war überrascht, wie gut die Treiber dieses Jahr waren, als sie den Konkurrenz für die Hüterposition nacheinander verringerten.

Colin und Dennis Creevey saßen hinter Hermione zusammen mit Marcus Belby auf der Tribüne, so dass sie ihr nicht im Weg sein würden, doch die Siebtklässler Alex Hughes, Bernard Dunstan und Geoffrey Hooper saßen rechts neben ihr, und alle Mädchen schienen die vorderen Reihen der Tribüne zu füllen, um Harry zu beäugen. Seamus, Dean und Neville saßen zu Hermiones linker Seite und schrien jedes Mal auf, wenn die Person, die sich als Hüter bewarb, den Schuss abwehrte, so dass Hermione es notieren konnte. Das war auch deshalb eine gute Sache, weil McLaggen damit weitermachte, an ihr vorbeizufliegen, um vor ihr eine Show abzuziehen, bis er für seine Versuche an der Reihe war.

Schließlich war Ron an der Reihe, der besorgt auf einer Seite des Spielfeldes auf seinen neuen Besen schaute, während sich McLaggen auf der anderen Seite des Spielfeldes befand und die drei Jäger ihre Positionen einnahmen. Bis jetzt war das beste erreichte Spielergebnis nur sechs Paraden, und Hermione drückte mental ihre Daumen, dass Ron alle zehn hielt. Ron machte zwei solide Paraden, verfehlte jedoch den dritten Wurf, blockte dann drei in Folge ab, fing einen von Ginnys Würfen mit seinen Fingerspitzen und fiel dabei beinahe von seinem Besen und stoppte dann einen Schuss durch die neue Jägerin, Demelza, mit seinem Kopf und kickte den nächsten mit seinem Fuß weg. Ron verfehlte seinen siebten, machte dann zwei sehr nette Paraden, verpasste jedoch den letzten Schuss, da dieser gerade so aus seiner Reichweite heraus war, und der Quaffel von der Innenfläche des Zielringes zurückprallte, was anscheinend trotzdem als Tor galt.

Hermione lächelte, während sie die Zahl sieben neben seinen Namen schrieb und sie einkreiste.

McLaggen verfehlte Ginnys ersten Schuss, wobei er behauptete, dass sie nur aus purem Glück an ihm vorbeigekommen war. Er stoppte gerade noch Katies Schuss mit seinem Fuß, parierte dann drei in Folge, fing Ginnys unangenehme Überraschung, einen Kurvenwurf, und fing seinen siebten, doch Katies rollte über seine Fingerspitzen und prallte von der Innenfläche des Zielringes zurück und fiel durch den Ring. Harry gab es als Tor, doch McLaggen fühlte sich dadurch offensichtlich beleidigt; er fluchte laut genug, so dass Hermione ihn hören konnte, und sie war über seinen Mangel an Sportsgeist überrascht.

Demelza warf eine Kurve auf den linken Ring, auf den McLaggen sich stürzte, wobei er nur knapp Kontakt mit dem Quaffel herstellen konnte, aber Harry sagte, dass dies nicht als Parade galt, weil sie schlecht gezielt und den Ring verfehlt hatte, also löschte Hermione das Doppelkreuz, das sie neben seinem Namen dafür gemacht hatte. Allerdings wurde McLaggen ärgerlich und beschuldigte Harry, unfair zu sein und ein Lügner, was Hermione fassungslos machte, wenn man in Betracht zog, dass Harry gesagt hatte, dieser Wurf würde nicht als einer seiner zehn Schüsse gelten.

Er argumentierte nach wie vor mit Harry, als Katie den Quaffel in den linken Ring schleuderte. Harry erklärte Katie widerstrebend, dass dies hier ein Probetraining und kein richtiges Spiel war, und es deshalb nicht zählen würde, obgleich Hermione anhand seines Gesichtsausdrucks erkennen konnte, dass er es hasste, dies sagen zu müssen. Katie runzelte die Stirn, nickte jedoch und sagte irgendetwas zu Ginny und Demelza, die beide nickten, wobei Ginny McLaggen ein rasches Grinsen zuwarf.

McLaggen nahm die Angriffsposition ein, seine Augen hart und entschlossen. Katie, Ginny und Demelza flogen das Spielfeld hinunter. Ginny warf Hermione ein Lächeln zu, als die drei Mädchen an ihr vorbeiflogen, machten dann eine Kehrtwende, um McLaggen niederzustarren. Die Mädchen flogen gut zusammen, die Positionen untereinander von einer Seite zur anderen wechselnd und sich duckend, wobei sie sich gegenseitig den Quaffel zuwarfen, während sie die Torpfosten anvisierten. Ginny machte einen Sturzflug auf den rechten Zielring, als Katie vorwärts in Richtung zum mittleren Zielring schoss, dann plötzlich in der letzten Sekunde abrollte und einen Schlenker machte, während sie den Quaffel von Demelza fing und einen harten bogenförmigen Ball warf, der in den linken Ring flog, gerade über McLaggens Fingerspitzen. Hermione markierte einen Fehlschlag auf ihrem Pergament und schaute auf, um zu sehen, wie Ginny ihr zublinzelte.

Hermione beobachtete McLaggen, während sie sich fragte, ob er wirklich der beste Spieler für das Team sein würde. Ron und McLaggen hatten jeder drei Fehlschläge gehabt, doch wenn McLaggen diesen hier hielt, würde er der Hüter für das Team sein. Hermione warf einen nonverbalen Verwirrungszauber auf ihn, was ihn rechts antäuschen und den Quaffel verfehlen ließ, während dieser durch den mittleren Ring segelte.

Lavender hüpfte auf ihrem Sitz auf und ab, während sie quietschte: „Er hat's geschafft, er hat's geschafft!", während Harry herüberflog, um Hermiones Pergament zu kontrollieren.

Harry drehte sich lächelnd herum, als er verkündete: „Okay, Ron hat heute die meisten Paraden gemacht, also ist er der Hüter."

McLaggen, der nach wie vor über dem Feld auf seinem Besen schwebte, schleuderte den Quaffel voller Ärger weg und traf damit Demelza im Kopf, während er über Rons Untauglichkeit fluchte, die das Team ruinieren würde, und sagte: „Es gibt keinerlei Chance, mit solch durch Inzucht gezeugten Füchsen im Team jetzt noch ein Spiel zu gewinnen", mit einem funkelnden Blick auf Ginny. Ginny, die gerade ihren Bruder beglückwünscht hatte, drehte sich herum und funkelte ihn ihrerseits an, sagte jedoch nichts.

Hermione, allerdings, interessierte sich nicht dafür; sie sprang auf und rannte von der Tribüne herunter, um Ron gratulieren zu gehen.

Hermione erinnerte sich daran, den Verwirrungszauber bei McLaggen aufzuheben, als sie ihn in einen Pfosten rasen sah, was ihr einen finsteren Blick von Harry einbrachte. Sie zuckte bloß mit den Schultern und drehte sich herum, um Ron zuzuhören, der sich seines Sieges rühmte.

Fortsetzung folgt


A/A: Ich habe folgende Dinge aus dem Buch nicht geändert, ich habe sie jedoch auch nicht erwähnt: Hermione, Ron und Harry haben Hagrid besucht und dort erfahren, dass Aragog stirbt. Hermione und Ginny nahmen an Slughorns erster Slug-Club-Dinnerparty teil, und Harry absolvierte sein Nachsitzen bei Professor Snape.

In Hermiones Sprachkunst- und Mythologie-Unterrichtsstunde: Druscilla Penningham und Thaddeus Werten sind Namen, die ich erfunden habe, und sind keine real existierenden Autoren, die anderen, die Erwähnung fanden allerdings schon.

Euphorbia ist eine Gattung von den Pflanzen, die der Familie Euphorbiaceae angehören; augenscheinlich ist diejenige, die ich verwendet habe erfunden; falls du ein Autor bist, fühle dich frei, die Pflanze in deinen eigenen Geschichten zu benutzen.
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