Legende:
»Gerede«
/Gedanken/
:Parsel:
((AdA: Meine Kommentare))
°°Gedankenübertragung°°
Tiersprache
Verlobung
Während Minerva, Hagrid, Tom und Angelus die Treppe zur Küche runter liefen, versteckte sich Talia in Angels Haaren.
Der lange Tisch war schon von einem Hauselfen, welcher gerade disapparierte, gedeckt worden. Das Mittagessen, bestehend aus Bratkartoffeln, verschiedenen Salaten, Steaks und allerlei anderes Zeug, von denen Angelus manchmal nicht einmal die Namen kannte. Abgesehen von der Gans, die feierlich in der Mitte des Tisches lag. Es kam ihm ein wenig komisch vor, dass an normalen Tagen so etwas gekocht wurde, aber gut...
Die vier Schüler waren die letzten, die sich an den Tisch setzten. Abgesehen von den Jugendlichen und Irma, war nur noch ein Mann dabei. Er hatte schwarze Haare und Augen.
»Guten Tag«, begrüßte er Hagrid, Tom und Angelus. Minerva hatte er bereits gesehen. »Ich bin Walpurgas und Cygnus' Vater, Pollux Black. Rubeus Hagrid, Tom Riddle und Angelus Nexima, richtig?« Sie nickten höflich, als Irma sich auch schon Essen auf ihren Teller lud und die restlichen Anwesenden es ihr gleich taten.
»Walpurga, du wirst nachher in Alphards Zimmer ziehen«, sagte Irma nach ein paar Minuten. Ihre Tochter sah erstaunt auf.
»Warum?«
»Alphards Chef hat ihn nach Australien geschickt und heute Abend bekommen wir Besuch. Sie wird hier übernachten. Ich möchte, dass sie in deinem Zimmer schläft.«
»Wer kommt denn?«, fragte nun Cygnus und sah auf.
»Deine Verlobte.«
Klappernd fiel das Messer aus Cygnus' Hand, während er selbst seine Mutter anstarrte, als wäre sie von den Toten auferstanden. »Meine was?!«
»Ich denke, ich habe mich klar genug ausgedrückt, Cygnus.«
»Seit wann hab ich eine Verlobte?!«, zischte der Junge nur und stand auf.
»Seit deiner Geburt. Und sprich nicht in diesem Ton mit mir, Sohn! Setz dich«, fuhr Irma ihn scharf an, sah jedoch nicht auf.
»Du nimmst mich auf den Arm, oder?«
»Nein.«
Kurz starrte Cygnus seine Mutter noch fassungslos an, bevor er seinen Stuhl umschmiss und aus dem Raum stürmte. Die Blacks aßen unberührt weiter, während sich die Schüler unsicher ansahen. Angelus hingegen blickte Cygnus hinterher, bevor er sein Besteck auf den Tisch legte und, nachdem er Talia unauffällig Tom gegeben hatte, ihm folgte. Auch wenn er Cygnus am liebsten den Hals umdrehen würde, in diesem Moment tat er ihm leid.
»Ang-«, wollte Minerva ihn aufhalten, wurde jedoch von Tom gestoppt.
»Nicht, McGonagall. Lass ihn.«
»Ich denke, dass Angelus einer der letzten Personen ist, den Black jetzt sehen will. Sie hassen sich«, antwortete Minerva spitz.
»Mag sein. Aber vielleicht ist genau das hilfreich. Sieh mal, McGonagall, in mich ist Cygnus verliebt und du bist, wie auch der Rest hier, in einem anderen Haus und ihr habt nicht viel miteinander zu schaffen. Angelus weiß, was er tut. Er wird Cygnus nicht verspotten oder sonst was. Genau weil sie sich hassen, wird er ihn auf andere Gedanken bringen können«, erklärte Tom leise und aß weiter. Minerva, die den Sinn nicht ganz verstehen konnte, tat es ihm nach einem Moment gleich.
--
Angelus öffnete jede Tür, an der er vorbei kam. Allerdings hatte er erst Erfolg, als er die letzte Tür im zweiten Stock öffnete. Er entdeckte sofort Cygnus, welcher ausgestreckt auf dem Bett lag und in das Kissen weinte. Der Todesengel trat ein, schloss leise die Tür und lief lautlos zu Cygnus, wo er sich auf dem Bettrand nieder ließ. Dann sah er aus dem Fenster, das ihm gegenüber lag und den Himmel zeigte. Schweigend wartete er darauf, bis das Schluchzen verebbte und die Schultern nicht mehr zuckten.
»Du hast gewonnen«, murmelte Cygnus nach einiger Zeit.
»Wie bitte?«, gab Angelus von sich und sah auf den dunkelbraunen Hinterkopf.
»Du hast gewonnen«, wiederholte sich der Black und wandte sein tränenverschmiertes Gesicht dem Todesengel zu. »Ich gebe auf. Tom und dir steht nichts mehr im Weg.«
Angelus schwieg lange, während er wieder aus dem Fenster sah. Doch schließlich durchbrach er die Stille. »Ich wusste es.«
»Was meinst du, Nexima?«
»Ich hab es von Anfang an gewusst. Du hast nur eine große Klappe, sonst nichts. Keine Ehre, kein Stolz, kein Ehrgeiz. Du hast ja nicht einmal den Mumm, dich gegen deine Eltern aufzulehnen. Wie sollte so ein Weichei wie du, mir schon den Freund ausspannen? Das ist einfach lächerlich.«
»Sei still«, fuhr Cygnus dazwischen und setzte sich auf, während er seine Fäuste ballte. »Du hast doch keine Ahnung! Meine Familie ist für mich das wichtigste.«
»Und deine Liebe ist nichts wert? Wirklich jämmerlich.«
»Ich sagte, dass du still sein sollst!«
»Sonst was, Black?«, schnarrte Angel und sah ihn spöttisch an. »Willst du mir eine reinhauen? Ich bitte dich. Ein Reinblüter wie du würde doch nicht seine Fäuste, wie die Muggel, zum kämpfen benutzen, oder? Wenn man doch die Magie hat.«
»Ich werde dir einen Fluch aufhalsen!«
»Ich würde ja sagen beweis es, aber... Das kannst du nicht.«
Cygnus knurrte. »Du solltest den Mund halten, Nexima! Das ist besser für dich!«
»Glaubst du, hm?« Der Zeitreisende schnaubte und stand auf. »Vor dir habe ich nichts zu befürchten. Du bist ein Waschlappen, ein Feigling. Tom hat mir schon von Anfang an gehört, ich bin froh, dass du das jetzt eingesehen hast.« Er ging zur Tür, doch bevor er sie öffnen konnte, erklang auch schon wieder Cygnus' Stimme.
»Das glaubst du, Nexima! Wie du willst, es geht weiter, wenn wir wieder in Hogwarts sind. Für den heutigen und morgigen Tag werde ich euch in Ruhe lassen, aber dann... Verlobt oder nicht, Tom gehört mir.«
»Wenn das so ist...« Angel drehte sich um, gleichzeitig legte er aber seine Hand auf die Türklinke. »Dann hoffe ich auf einen fairen Kampf, Black.« Er öffnete die Tür und trat auf den Gang, wo er Walpurga erblickte, die an der Wand stand und zur Decke starrte. Als er die Tür hinter sich wieder geschlossen hatte, wandte sie ihren Blick von der Decke ab und sah ihn schweigend an.
»Was ist?«, erkundigte sich Angel.
»Ich hab es ihm schon gesagt, als wir in diesem Hallenbad waren«, erwiderte das Mädchen ruhig. »Er wird nie gegen dich ankommen. Ich habe ihm geraten, dass er aufgeben soll. Ich wusste, dass wir beide einmal mit Reinblütern verlobt werden. Nur er wollte es nicht einsehen. Das hat er jetzt davon.«
»Hm«, gab Angelus nur von sich und lief an ihr vorbei.
»Warum hast du ihn dazu ermutigt? Ich dachte, es liegt in deinem Interesse, wenn er aufgibt, Nexima.«
»Ermutigt?«, schmunzelte Angelus, nachdem er stehen geblieben war. Er drehte sich leicht um, damit er sie ansehen konnte. »Ich habe nur die Wahrheit gesagt.«
»Oh, ich bitte dich. Glaubst du wirklich, dass ich so dumm bin? Dein ganzes Verhalten spricht für einen Gryffindor, nur diese eine Eigenschaft ist so Slytherin von dir. Du schaffst es, ohne dass die anderen es merken, die Leute mit versteckter Gerissenheit zu manipulieren. Und es merkt niemand. Nur später, wenn man noch einmal darüber nachdenkt, kommt man vielleicht drauf.«
»Und ich dachte wirklich, dass du es nicht gemerkt hast«, lachte Angel leise. »Aber so ganz hast du nicht Recht. Tom und Minerva bemerken es immer.«
»Wie auch immer«, winkte Walpurga ab. »Warum hast du das getan?«
»Wäre es dir lieber, wenn sich dein Bruder in seinem Zimmer verkriecht und sein ganzes Leben lang das tut, was ihm gesagt wird?«
»Nein. Ich verstehe es trotzdem nicht. Was, wenn er es doch schafft? Wenn er dich und Riddle auseinander bringt?«
»Das werde ich nicht zulassen, Black. Tom ist das wichtigste in meinem Leben. Später, wenn wir die Schule abgeschlossen haben, wird es vielleicht wieder solche Typen geben, die genauso drauf sind wie dein Bruder. Und auch da werde ich mich beweisen müssen.«
»Also ist das für dich wie ein Training?«, fragte Walpurga fassungslos.
»Mh... so in etwa. Wie gesagt, ich werde nicht zulassen, dass mir Tom irgendwann von irgendeinem Idioten weggenommen wird. Immerhin ist er mein Seelenpartner.«
»Er ist dein... Seelenpartner?«, flüsterte Walpurga.
»Ja«, nickte Angelus. »Deshalb nehme ich das alles auch so ernst. Und nun, entschuldige mich. Tom wartet bestimmt schon.« Der Todesengel drehte sich um und lief zu seinem und Toms Gästezimmer.
»Und?«, fragte Tom, nachdem er seinen Geliebten mit einem ausgiebigen Kuss begrüßt hatte.
»Anfangs wollte er dich aufgeben...«
»Endlich«, grinste der Vampir zufrieden.
»... aber ich hab ihn davon abgehalten.«
»...«
»Tom?«, lächelte Angelus unschuldig.
»Warum?«
»Naja«, zuckte der Blonde unsicher seine Schultern. »Er tat mir irgendwie leid... Sicher, er ist ein Arschloch, aber er war so niedergeschlagen...«
»Du verarschst mich doch, oder?«
»Äh... Nein...«
Tom stöhnte und ließ sich nach hinten fallen, genau auf das Bett. Er bedeckte seine Augen mit einer Hand. »Ich hätte es wissen müssen. Das ist so typisch.«
Angelus krabbelte über ihn und setzte sich auf sein Becken. »Bist du sauer?« Bei dieser Frage ließ er seine Finger unter das T-Shit seines Freundes gleiten, ehe er über dessen durchtrainierten Bauch streichelte.
»Nein, nur etwas überrascht«, gab Tom zu und seufzte genüsslich. Talia, die wieder auf dem Schreibtisch saß und malte, räusperte sich verhalten. Angelus zog zögernd seine Finger zurück. Wie gerne würde er jetzt weiter gehen...
/Bald sind wir wieder in Hogwarts, tröstete er sich selbst. Tom hatte anscheinend den gleichen Gedanken, da er vorfreudig grinste.
»Sollen wir unsere Aufsätze schreiben?«, fragte Angelus, worauf er ein Nicken erhielt.
--
Als es um einundzwanzig Uhr klingelte, siegte die Neugierde der Hogwartsschüler, weshalb sie sich aus ihren Zimmern und dann in die Eingangshalle begaben. Cygnus wurde von seiner Schwester runter gezerrt.
»Mein Sohn«, begann Pollux und trat zur Seite. »Das ist Druella Rosier, deine Verlobte.« Das Mädchen, das sie nun sehen konnten, hatte blonde, schulterlange Haare und blaue Augen. Sie war recht hübsch und ungefähr so groß wie Walpurga. Beide, Cygnus und Druella, musterten sich gegenseitig ziemlich abschätzend.
»Hallo.«
»Hallo.« Nach dieser knappen Begrüßung war es still, bis Walpurga sich selbst und anschließend ihre Mitschüler vorstellte. Druella nickte nur bei jedem Namen und sah kurz zu den dazugehörigen Gesichtern.
»Wenn ihr übermorgen wieder nach Hogwarts geht, wird Druella euch begleiten. Es ist schon alles mit dem Schulleiter besprochen, Cygnus. Sie wird nach Slytherin und in Walpurgas Klasse kommen«, gab Irma bekannt.
»Hast du Hunger, Druella? Wir haben schon vor einiger Zeit gegessen, aber wenn du möchtest, bereiten die Hauselfen dir noch etwas zu«, fügte sie, an Cygnus' Verlobte gewandt, hinzu.
»Nein, danke, Mrs. Black«, lehnte Druella höflich ab.
»Walpurga, führe sie bitte in dein Zimmer. Dort wirst du diese zwei Nächte schlafen, Druella«, erklärte Pollux. Seine Tochter nickte, winkte das blonde Mädchen zu sich und stiefelte wieder die Treppe hoch. Die zwei schwebenden Koffer, die Druella gehörten, folgten ihnen.
»Warum kommt sie erst jetzt nach Hogwarts, Mutter?«, informierte sich Cygnus, als die beiden außer Reichweite waren.
»Sie hat bis vor einer Woche noch mit ihrer Familie in Amerika gelebt, bevor sie dann hier zu ihrem Onkel gezogen ist. Sie ist extra wegen dir nach England gekommen.«
»Wunderbar«, murmelte Cygnus sarkastisch und verkrümelte sich wieder auf sein Zimmer. Da die Neugierde nun gestillt war, gingen auch die restlichen Schüler zurück.
»Das Mädchen scheint sich ja genauso auf die Hochzeit zu freuen wie Black«, sagte Angelus, als sie wieder in ihrem Zimmer waren.
»Was erwartest du? Immerhin ist das eine arrangierte Verlobung, beziehungsweise Ehe«, antwortete Tom schulterzuckend.
»Auch wieder wahr«, seufzte der Todesengel. »Und was machen wir jetzt? Mir ist langweilig.«
»Mir auch«, murrte der Riddle und ließ sich auf das Bett fallen. »Diese Projektwoche ist so nervig...«
»Stimmt«, nickte Angel und setzte sich auf das Bett. »Irgendwie haben wir jeden Tag mehr schlecht als recht rumgekriegt. Mir haben nur die Tage gefallen, als wir im Hallenbad und im Zoo waren.«
»Mh«, stimmte Tom ihm zu. »Aber das Treffen mit Ravenclaw und Hufflepuff war auch interessant.«
»Da hast du Recht... Gehen wir ins Bett? Talia ist auch schon eingeschlafen.« Zur Verdeutlichung zeigte Angel auf die Fee, die neben dem Bild, das sie gemalt hatte, auf dem Schreibtisch lag und schlief. Der Zeitreisende zauberte ihr noch schnell ein Bett unter und eine Decke auf ihren Körper, was sie zufrieden seufzen ließ.
»Müde bin ich zwar nicht, aber wir können uns ja hinlegen. Oder ein Buch lesen.« Angelus nickte, worauf sich die beiden bis auf ihre Shorts auszogen und sich jeweils ein Buch nahmen, ehe sie sich unter der Decke eng aneinander kuschelten und zu lesen anfingen.
»Tom«, sagte Angelus nach ein paar Minuten und legte sein Buch auf die Brust des Anderen, als er in dessen Gesicht blickte. Tom löste seinen Blick von den Buchstaben und sah den Blonden fragend an. »Ich wollte dich das schon seit heute Morgen fragen, aber dann hab ich es doch vergessen... Warum hast du mir nie deine Vampirgestalt gezeigt?«
»Du hast mich nie nach ihr gefragt.«
»Eigentlich habe ich angenommen, dass geborene Vampire nur eine Gestalt haben. Zumindest hat mir das meine Mutter in einem Brief mitgeteilt.«
»Das stimmt auch«, schmunzelte Tom. »Aber nur reinblütige Vampire, also mit einem Vater und einer Mutter die beide Vampire sind, haben eine Gestalt. Halbblütige haben ein menschliches und ein vampirisches Aussehen.«
»Ah, alles klar«, nickte Angelus verstehend und nahm wieder sein Buch in die Hand.
»Angel?«, unterbrach nun Tom wenig später die Stille. »Sollen wir mit dem Animagustraining anfangen?«
»Jetzt?«
»Natürlich. Wir haben doch sowieso nichts zu tun und ich denke nicht, dass uns jetzt noch jemand besuchen kommt. Zur Sicherheit können wir ja ein paar Verschließzauber auf die Tür legen.«
Angelus wiegte die Vor- und Nachteile ab, fand dann aber, dass es schon in Ordnung war. Er hatte es ja auch in diesem Haus, wenn auch in einer anderen Zeit, gelernt, warum also nicht? »Okay, dann leg mal die Zauber auf die Tür, Tommy.«
--
Der nächste Tag verging genauso schnell, wie er auch gekommen war. Angelus und Tom waren die letzten, die, mit Augenrändern, am Frühstückstisch saßen. Der Riddle hatte seinen Freund dazu gedrängt, sein Essen runter zu schlingen, damit sie schnell wieder in ihr Zimmer gehen konnten, wo sie sich einschlossen. Die Blacks und die Hogwartsschüler hatten keine Ahnung, was in dem Raum passierte und wenn sie ehrlich waren, wollten sie es auch nicht wissen, weshalb keiner nachsehen ging.
Cygnus und Druella gingen sich den ganzen Tag aus dem Weg. Das war eine ziemlich schwere Tat, da es sich Walpurga anscheinend in den Kopf gesetzt hatte, die zwei so viel Zeit wie nur möglich zusammen verbringen zu lassen. Ihre Eltern bemerkten das mit zufriedenen Gesichtsausdrücken, ihr Bruder hingegen hätte sie dafür köpfen können. Diese Show, die die drei damit ihren Mitschülern lieferten, amüsierten diese sehr. Sie saßen extra in ihm Wohnzimmer, wo entweder Druella oder Cygnus oft vorbei eilten, auf der Flucht vor Walpurga.
--
Am Tag der Abreise wurden sie erst um die Mittagszeit abgeholt, was Tom und Angelus zum Schnauben veranlasste. Da ging es nach Hogwarts zurück und der werte Professor Dumbledore ließ sich alle Zeit der Welt.
Irma verabschiedete sich knapp von den Jugendlichen, wünschte Druella allerdings viel Glück in Hogwarts. Der Verwandlungslehrer bat seine Schüler das Stück Stoff – die Schüler vermuteten im Stillen, dass es sich um einen Putzlappen handelte – anzufassen, was sie auch taten. Einen Augenblick später verschwanden sie.
»Schön, Sie wieder zu sehen«, begrüßte Professor Dippet sie, nachdem sie in seinem Büro gelandet waren. Sie murmelten ein paar Begrüßungswörter, die er allerdings gar nicht mitbekommen zu schien.
»Miss Rosier, herzlich Willkommen in Hogwarts. Da Sie ja schon vor ein paar Tagen den Hut aufgesetzt haben, wissen wir ja, dass Sie nach Slytherin kommen. Miss Black begleitet Sie bestimmt in Ihr neues Zimmer. Sie wohnen ja im gleichen. Da wir das geklärt haben... Professor Dumbledore, bringen Sie die Kinder bitte vor den Wasserspeier.«
»Natürlich«, nickte Albus.
»Oh, da fällt mir ein«, hielt der Schulleiter sie zurück. »Mr. Riddle, Miss McGonagall, Ihre Schulsprechergemächer wurden hergerichtet. Sie können gleich einziehen.«
»Vielen Dank, Sir«, lächelte Minerva.
»Professor? Würde es etwas ausmachen, wenn Angelus mit mir in das Schulsprecherzimmer einzieht?«, wollte Tom wissen. Cygnus' Blick verfinsterte sich schlagartig. Der Todesengel war sich nicht sicher, ob er sich über die Genesung des Blacks freuen sollte oder nicht. Allerdings war dieser Gesichtsausdruck ziemlich klasse.
»Nun«, gab Dippet nachdenklich von sich. »Eigentlich dürfte nichts dagegen sprechen... Mr. Nexima ist ja schließlich kein Mädchen...«
»Aber sie sind ein Paar«, sagte Alastor. »Läuft es da nicht auf das Gleiche raus?«
Dippet sah zu Angelus, welcher total unschuldig den Blick erwiderte und sein breites Grinsen zu unterdrücken versuchte. Er wusste, wie die Entscheidung lautete. Dippet hielt Tom für einen gewissenhaften Schüler, das wusste er.
»Sie sind volljährig und werden es bestimmt nicht übertreiben. Nicht wahr, Mr. Riddle?«
»Natürlich werden wir das nicht, Professor Dippet, Sir.«
»Gut. Sie können gehen, meine Lieben«, winkte der Schulleiter sie raus, worauf sie Dumbledore die Treppen herunter folgten, bis sie vor dem Wasserspeier standen.
»Vergessen Sie nicht Ihre Aufsätze morgen bei Ihren Hauslehrern abzugeben«, zwinkerte der braunhaarige Mann ihnen zu, ehe er hinter dem Wasserspeier verschwand, welcher dann wieder den Eingang versperrte.
»Kaum zu fassen, dass er da wirklich zugestimmt hat«, murmelte Alexander.
»Das war doch nur fürs offizielle, Alex«, sagte Minerva. »Selbst wenn Professor Dippet dagegen wäre, Angelus würde trotzdem zu Riddle ins Zimmer ziehen. Ist doch so, oder?«
»Stimmt«, nickte der Todesengel grinsend. Kopfschüttelnd ging Minerva den Korridor entlang, der unter anderem zum Gryffindorturm führte.
»Wir sehen uns dann ja im Unterricht, Angelus, Riddle«, verabschiedete sie sich.
»Ja, bis dann«, lächelte Angel, bevor er Tom, welcher schon voraus gegangen war, den Gang entlang folgte, der zu den Kerkern führte. Die anderen drei Slytherins folgten ihnen, während die restlichen Schülern Minerva folgten.
Als die Slytherins in ihrem Gemeinschaftsraum angekommen waren, konnten sie nur wenige ihrer Mitschüler ausmachen. Anscheinend waren sie, trotz der späten Uhrzeit, unter den Ersten. Tom und Angelus gingen zu dem Schulsprecherzimmer und sahen sich zuerst einmal um. Die Vorhänge an dem großen Himmelbett und vor den beiden magischen Fenstern waren silbern, der riesige Schrank war aus dunklem Holz, ebenso wie der Schreibtisch, die zwei leeren Bücherregale und die beiden Nachttischen, die an den Seiten des Bettes standen. Der Teppich, der den gesamten großen Raum auslegte, war slytheringrün, so wie auch das Satinbettzeug.
»Hier kann man es aushalten«, beschloss Tom grinsend.
»Stimmt«, lächelte Angelus. »Sieh mal, da ist auch eine Tür.« Demonstrativ zeigte der Blonde auf die dunkle Tür, die neben dem Schrank war. Tom ließ seinen Koffer los und ging zu ihr, um sie zu öffnen.
»Ein Bad«, rief er seinem Freund zu. »Ein ziemlich großes sogar, vergleicht man es mit dem, welches wir im Schlafsaal hatten.«
»Packen wir aus«, sagte der Zeitreisende, worauf der Halbvampir nickte, die Tür wieder schloss und seinem Freund beim Auspacken half.
Als sie fertig waren, beschloss Tom Nagini zurück zu holen. Angelus ging mit ihm in den Gemeinschaftsraum, wo er Orion traf und sich dazu entschied, hier auf seinen Geliebten zu warten.
»Und?«, grinste Angelus, nachdem er sich neben Orion auf die Couch gesetzt hatte.
»Was und?«
»Wie ist es mit Lydia gelaufen?«
Wie aufs Stichwort bekam der Black leuchtende Augen und einen verträumten Gesichtsausdruck. »Einfach spitze! Sie ist so toll, so schön, so intelligent und so...«
»Rio«, unterbrach der Langhaarige den Slytherin lachend. »Ich will keine Charakterbeschreibung von ihr.«
»Tschuldige«, nuschelte Orion verlegen. »Jedenfalls ist es wirklich gut gelaufen. Wir sind zwar kein Paar, aber wir haben schon Freundschaft geschlossen. Ist das nicht klasse?«
»Mh«, nickte Angel lächelnd. »Es ist ein guter Anfang, Rio.«
»Das finde ich auch«, strahlte der Black. In der nächsten dreiviertel Stunde durfte sich Angelus nun doch noch eine Charakterbeschreibung von Lydia anhören, bis seine Rettung in Form seines Geliebten kam und er mit ihm auf ihr neues, privates Zimmer ging.
