A/N 2014
Gut 6100 Wörter. September 2012.
Veränderungen
A/NDiese Story ist komplett AU. Außerdem haben die zeitlichen Gegebenheiten keinerlei Anspruch auf Logik
Kapitel 1
Sie hatten es geschafft Skynet zu zerstören.
Zusammen blickten sie auf das Gebäude in dem sich Skynets Mainframe befand als John auf den Knopf drückte. Die Explosionen innerhalb des geräumten Gebäudes ließen nur die Grundmauern stehen. Dann blickten er und Sarah sich lächelnd an.
Schließlich drehte John den Kopf um hinter sich zu blicken.
Der Schock über das was er sah lies ihn den Funkdetonator fallen lassen. Eigentlich hatte er einen witzigen Spruch für Cameron auf den Lippen gehabt aber die Worte bleiben ihm im Hals stecken.
Cameron war weg.
„Nein!" Stöhnte John. „...nicht DAS". Er schüttelte nur den Kopf und starrte auf den Fleck, an dem eine Minute zuvor der Cyborg gestanden hat.
„Was ist los John? Wo ist Sie?" Fragte Sarah irritiert über die Reaktion ihres Sohnes.
John atmete tief durch. „Sie ist fort. Verschwunden in der Zeit".
Sarah verstand nicht. „Wie meinst Du das?"
John löste seinen Blick von dem Punkt und sah zu seiner Mom. „Sie ist verschwunden. Als wir Skynet zerstört haben haben wir denjenigen zerstört, der Cameron in der Zukunft geschaffen hat. Kein Skynet, keine Cameron".
Sarah legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Ich weiß, dass Du sie geliebt hast. Es tut mir so unendlich Leid".
John blickte auf. „Du weißt es?" Fragte er verwirrt, Tränen in den Augen.
Sarah streichelte seine Wange. „Natürlich Du Dummkopf. Glaubst Du etwa, Du hättest das vor mir verheimlichen können?"
John schüttelte mit einem leichten Grinsen den Kopf. Dann wanderte sein Blick zurück zu der Stelle wo sie gestanden hatte. „Ich wollte es ihr sagen... so vieles sagen aber...ich hab mich nie getraut."
Sarah entgegnete nichts, lächelte aber verständnisvoll als er sie kurz anblickte.
Er seufzte und blickte zu Boden. „Ich wusste immer, dass die Gefahr bestand...", nun Blickte er wieder zu Sarah, „Ich war fast... fast bereit Alles..., den Sieg über Skynet,... die Milliarden Menschen für... für Cameron zu opfern", sagte er ernsthaft.
Sarah legte den Kopf schräg und rieb ihm mit der Hand über den Rücken. „So sehr?"
John konnte nur nicken, als Tränen aus seinen Augenwinkeln zu Boden tropften.
„Tut mir wirklich Leid", entgegnete Sarah und zog ihn in ihre Arme.
Kapitel 2
Eine neue Stadt, ein neuer Name
Sechs Monate war es her, dass sie die Apokalypse verhindert oder vielleicht auch wieder nur verschoben hatten. Der von Cameron angekündigte Judgement Day war gekommen...und wieder gegangen, von John-Henry und Weaver keine Spur mehr.
Normalität war eingekehrt. Sarah arbeitete wieder einmal in einem Diner und John ging wieder zur Schule.
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„Hey Stone", wurde John mit seinem neuen Nachnamen angesprochen.
John Stone sah über seine Schulter auf einen Footballspieler des Schulteams. „Was willst Du Stevens", entgegnete er unfreundlich.
„Dass Du beim nächsten mal schneller mit den Handtüchern bist... Handtuch Boy", entgegnete der bullig gebaute, brach zusammen mit seinen zwei Kumpanen in Gelächter aus und zog John anrempelnd von dannen.
John, der mit lautem Geschepper gegen seinen Spind gekracht war sah dem Jungen hinterher. In seinem Mundwinkel lag ein Grinsen. Er war dem Kräftig gebauten 1,90 Meter großen, 120 Kilo schweren Jungen in jeder Hinsicht überlegen. Das wusste dieser natürlich nicht.
Er griff sich seine Bücher, knallte den Spind zu und machte sich auf den Weg in seine nächste Klasse.
An den Anderen wenig interessiert ging er zu seinem Platz in der vorletzten Reihe, da er sich nicht um sah bemerkte er nicht, was sich hinter ihm abspielte.
Nachdem sich die Klasse beruhigt hatte machte der Lehrer zu beginn des neuen Schuljahres eine kurze Einweisung.
Wie die meisten Anderen hörte John nicht zu sondern war mit seinen Gedanken wieder ganz wo anders.
„Wie ist Dein Name?"
John zuckte zusammen, als er hinter sich die Worte vernahm, die ihn schon ein mal aus dem Alltag gerissen hatten. Und auch die Stimme war bekannt.
Er fuhr mit aufgerissenen Augen herum. „Cameron?" Entfuhr es ihm als er die lächelnde Brünette hinter sich erblickte.
Sie hob die Augenbrauen. „Das ist ja witzig", entgegnete sie offensichtlich verwundert. „So heiße ich auch".
Einen Sekundenbruchteil später fiel ihr John um den Hals, sie dabei fast vom Stuhl reißend. „Du bist wieder da!" Rief er Sie an sich drückend.
„Kennen wir uns?" Sagte sie die Arme abgespreizt, ein verwirrt-amüsiertes Lächeln im Gesicht.
Bevor John darauf reagieren konnte ertönte hinter ihm ein lautstarkes Räuspern. Ruckartig lies er das Mädchen los und fuhr herum.
„Mr. Stone", sagte der Lehrer irritiert. „Von Ihnen bin ich soetwas eigentlich nicht gewohnt", sagte der Lehrer. Dann wanderte sein Blick ein wenig weiter. „Miss Anderson... Der erste Schultag und schon aufgefallen...".
John sah kurz über seine Schulter, dann zurück zum Lehrer. Bevor er aber eine Entschuldigung hervorstottern konnte hatte sich der Pädagoge abgewandt und setzte seinen Einführungsvortrag fort.
John stand einige Sekunden starr da, sank dann aber auf einen Wink des Lehrers auf seinen Stuhl.
Während des Rests der Stunde wanderte sein Blick immer wieder über seine Schulter zu Cameron, die ihn jedes Mal mit hochgezogenen Augenbrauen musterte.
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Nach der Stunde hastete Er hinter ihr her. „Cameron warte!"
Sie blieb stehen und drehte sich herum. „Stone heißt Du, richtig?"
John war verwirrt „Aber...?"
„Also, woher kennen wir uns?" Unterbrach sie ihn neugierig.
„Ich bin John", war Alles was er erwidern konnte.
Sie lächelte wieder. „John also. Kennen Wir uns von früher?"
John war wie vor den Kopf geschlagen. Blitzschnell ging er durch, was er über Cameron wusste. Möglicherweise war das Mädchen vor ihm eine Doppelgängerin... Er verwarf den Gedanken wieder als er ihr Muttermal erblickte.
Die einzige Möglichkeit war, dass ihr Gedächtnis nicht in Ordnung war. Er erinnerte sich auch, was das letzte Mal passiert war als er sie mit ihrer wahren Identität konfrontiert hatte.
„Nein..., wohl doch nicht", sagte er schnell. „Du siehst nur Jemandem den ich kenne sehr ähnlich".
„Die zufällig auch Cameron heißt?"
Daraufhin zuckte John nur mit den Schultern.
Cameron legte den Kopf schräg. „Dann sehen wir uns...später?"
John war über den Themenwechsel erstaunt. Automatisch nickte er „Ja später", sagte er krächzend. Dann sah er sie weggehen. Sein blick ruhte dabei wie vor Jahren auf ihrem schwingenden Hinterteil.
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Erst zum Schulschluss sahen sie sich wieder.
„Hi John", sagte Cameron als sie John erreichte.
John fuhr erschrocken herum, als er so unerwartet von Hinten angesprochen wurde.
„Wa...wa...was?" brachte er stotternd hervor.
Cameron legte den Kopf schräg. „Ich sagte... hi", wiederholte Cameron simpel.
„Ah ja... hi", entgegnete John. Dann kratzte er sich am Kopf. „Sag mal...", begann er zögerlich.
„Ja", kam es spontan und offen von ihr.
Er hielt kurz mit seiner Kratzerei inne. „Wo wohnst... ich meine... kann ich Dich nach Hause begleiten?"
„Natürlich", entgegnete sie spontan.
„Gut", erwiderte er und machte eine Geste, dass sie vorgehen solle, war aber verwundert als sie ihn nur fragend ansah.
„Nun?" Fragte er. „Wo wohnst Du?"
Camerons Blick wanderte kurz ins Nichts. „Das weiß ich nicht", war ihre Entgegnung. Sie selbst schien darüber nicht verwundert. „Wo wohnst Du?" Fragte sie stattdessen.
Jetzt war John sich sicher, dass Sie Gedächtnisprobleme hatte. Nur kurz dachte er daran, dass sie ihn wohlmöglich töten könnte, wenn sie ihr Gedächtnis zurückbekam.
Allerdings verdrängte er den Gedanken gleich wieder weil es ihm schlichtweg egal war. Nochmal würde er sie nicht aufgeben. 'Scheiß auf das Schicksal', dachte er aggressiv. 'Ich bestimme über mein Schicksal'.
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Als Sarah an diesem Abend nach Hause kam, schmerzten ihre Beine und Füße. Sie freute sich auf ein heißes Bad und auf einen Fernsehabend in ihrem Bett.
Als sie das Haus betrat und in das Gesicht ihres Sohnes sah wusste sie sofort, dass aus dem ruhigen Abend nichts werden würde. John wirkte extrem nervös.
„Was ist los?"
John stoppte sein nervöses auf- und abgehen und blickte seine Mom mit großen Augen an. „Sie ist wieder da?"
Sarah brauchte nur eine Sekunde um die Bedeutung seiner Worte zu erfassen. „Was? Wo?" Fragte sie und sah sich gehetzt um.
John zeigte zur Decke. „Im Gästezimmer".
„Wieso, was macht Sie da?" Fragte Sarah verwirrt.
John schüttelte den Kopf und zuckte dann die Schultern. „Sie schläft".
„Wie bitte?" Fragte Sarah. „Wieso schläft Sie? Seit wann kann sie schlafen? Wo war sie überhaupt?"
Erneut schüttelte John den Kopf.
„Du irrst Dich, sie ist einfach offline oder... standby, wie sich das auch nennt", versuchte Sarah zu erklären.
„Und murmelt dabei Worte, wirft sich hin und her und schnarcht sogar?" Fragte er von Oben herab.
„Was?" fragte Sarah, sah über ihre Schulter zur Treppe, wieder zu John und warf sich dann herum und stürmte schnell aber leise nach Oben.
Sarah öffnete leise die Tür zum Gästezimmer. Sie konnte von der Tür aus nur eine Person im Bett liegen sehen, also betrat sie den Raum und ging bis neben das Bett.
Tatsächlich, da lag sie. Im Licht, dass vom Gang herein fiel konnte sie deutlich Cameron und deren Muttermal erkennen. Sie sah aber auch, dass Camerons Augen unter ihren Lidern in Bewegung waren. Auch bewegte Cameron den Kopf unruhig und stöhnte sogar zwischendurch.
Ein gehauchtes „John" konnte Sarah noch verstehen, während sie sich langsam aus dem Raum zurückzog.
„Wie ist das möglich?" Fragte Sarah flüsternd John, nachdem sie die Tür leise wieder geschlossen hatte.
„Ich habe nicht die geringste Ahnung", entgegnete er auf dem Weg zur Treppe.
Als sie vor sich hin grübelnd den Wohnraum betraten blieben sie wie vor eine Wand gelaufen stehen. Während John fasziniert in den Raum starrte wollte Sarah zur Waffe greifen, hatte diese aber bereits beim hereinkommen abgelegt.
Kapitel 3
„Ich begrüße den großen John Connor", sagte die durchscheinende Gestalt einer jungen Frau. Ihre Stimme klang ein wenig wie über Funk.
„Wer sind Sie? Was sind Sie?" Fragte Sarah, während John näher trat. „John nicht!" Rief Sarah.
Aber es war zu spät. John war vorgetreten und hatte seine Hand in Brusthöhe durch die Erscheinung fahren lassen. „Ein Hologramm Mom", sagte er interessiert, dann blickte er auf in die Augen der schwarz/weißen jungen Frau.
Die Augen des Hologrammes hatten seine Bewegungen genau verfolgt. „Deine Intuition spricht für Dich John Connor", sagte sie. „Allerdings ist Deine Aussage nur zum Teil richtig. Ich bin das Hologramm einer Temporalen Übertragung".
Während Sarah versuchte die Bedeutung der Worte zu erfassen kniff John die Augen zusammen. „Aus welchem Jahr?"
Nun lächelte die junge Frau. „Erneut hast Du Deine schnelle Auffassungsgabe unter Beweis gestellt. Für eine Erklärung muss ich sehr weit ausholen, es wäre also gut, wenn ihr Euch setzen würdet".
John und Sarah sahen sich an. Sarah fragend, worauf John nickte.
Während sich John und Sarah auf die Couch setzten trat die junge Frau vor sie.
„Ich beginne am Besten am Anfang der Geschichte, die allerdings Niemand von Uns persöhnlich so erlebt hat", begann sie zu erzählen.
„Im Jahr 22 83 kam es am Rand unseres Sonnensystems zu einem folgenschweren Vorfall..."
John und Sarah sahen sich stirnrunzelnd an.
„Das irdische Sonnensystem liegt schon seit Jahrhunderten von einigen außerirdischen Rassen unbeachtet am Rande einer ihrer Flugrouten. Eines der Transportschiffe hatte eine Fehlfunktion im Überlicht-Antrieb.
Während der Tage währenden Reparaturarbeiten beschloss der Kapitän das irdische Sonnensystem zu erforschen. So wurde er auf die Erde aufmerksam, die sich nach der Vernichtung Skynets in einem noch immer desolaten Zustand befand.
Wenige Frauen waren nach dem Krieg noch fruchtbar gewesen, die meisten hatten so hohe Dosen Strahlung abbekommen, dass es immer wieder zu Totgeburten oder extremen Missbildungen kam.
Zwar war die Landwirtschaft wieder in ihren Anfängen, trotzdem herrschte überall Hunger.
John Connor war es gelungen Skynet zu besiegen doch hatte dieser als letzten Schachzug fast alle Ressourcen des Planeten zerstören lassen, um die verbliebene Menschheit auszuhungern.
Die außerirdische Rasse versprach Hilfe, überließ den Menschen sogar einen Teil ihrer Ladung als Hilfsgüter. Der Kapitän versprach, dass innerhalb von Tagen ein Hilfsconvoy eintreffen würde.
Als drei Tage später dieser Convoy eintraf waren die Kapitäne der Schiffe erstaunt eine blühende Zivilisation vorzufinden, die sogar mehrere der Planeten des Systems besiedelt hatte.
Die friedliebenden Menschen der Erde hießen die Außerirdischen Besucher erneut willkommen, waren aber genau so erstaunt wie Diese als ihnen Hilfsgüter angeboten wurden.
Man spielte unseren Großeltern Aufzeichnungen vor, die beim ersten Besuch gemacht worden waren. Die Menschen erkannten, dass es sich tatsächlich um die Erde handelte. Niemand konnte sich die Vorgänge erklären, bis zufällig bei einigen Scans festgestellt wurde, dass es innerhalb des irdischen Sonnensystems eine zeitliche Verschiebung stattgefunden hatte und zwar parallel zum ursprünglichen Zeitstrom und nicht entlang des Zeitstromes.
Einige Historiker fanden dann eine Erklärung in alten Aufzeichnungen. Eine Sarah Connor hatte Tonbandkassetten und später Videos besprochen in denen sie zuerst für ihren Sohn und dann später für die gesamte Nachwelt Ereignisse beschrieb, die den Vorgang der Zeitverschiebung erklärten. Zuvor hatten die Wissenschaftler diese Aufzeichnungen als reine Unterhaltung oder Hirngespinste angesehen".
„Na danke", sagte Sarah ärgerlich.
Das Hologramm konzentrierte sich nun auf Sie. „Was hättest Du gedacht Sarah Connor, wenn Du ohne jeglichen Beweis diese Aufzeichnungen gesichtet hättest?"
Sarah dachte zurück an ihren Aufenthalt in Pescadero, schließlich blickte sie auf. „Ich hätte mich in ein Irrenhaus eingewiesen", musste sie zugeben.
Die Gestalt nickte, dann setzte ihre Erzählung fort. „Mit Hilfe der Außerirdischen entwickelten wir die Technik die Zeit zu beobachten. Immer tiefer drangen wir in die Vergangenheit vor, bis wir an den Punkt gelangten, an dem Ihr den Eingriff in die Zeitlinie durchgeführt habt.
Wir haben beobachtet, wie es dazu kam und haben erkannt, was Ihr für uns getan habt. Und nicht nur Ihr, John und Sarah Connor, sondern auch der Cyborg Cameron.
Ihr drei seid unsere Nationalhelden".
Die Bombe war geplatzt. Sie waren die Helden einer Generation, die viele Jahrzehnte, ja gar Jahrhunderte in der Zukunft lebte.
John ging ein Licht auf. „Habt ihr Cameron zurück gebracht?"
Das Hologramm nickte. „Das war das Mindeste, was wir für unsere Helden tun haben sie Millisekunden vor ihrem Verschwinden aus Eurem Zeitrahmen transportiert".
Einige Zeit lang waren John und Sarah sprachlos und versuchten das Gehörte zu verarbeiten.
Schließlich blickte John auf. „Aber was ist mit ihrem Gedächtnis? Sie scheint Probleme zu haben sich zu erinnern?"
Das Hologramm schüttelte den Kopf. „Wir wissen um Deine Gefühle für Cameron. Unsere Psychologen haben einige Regeln aufgestellt, die es zu beachten gilt. Zum einen ist ihr Gedächtnis nur unterdrückt. So bald Du einen ihr bekannten Fakt ansprichst wird sie sich erinnern".
John blickte kurz zur Seite, um das Gehörte zu verarbeiten. Die Gestalt wartete geduldig, bis sich seine Aufmerksamkeit wieder auf sie richtete.
Er blickte auf. „Und weiter?"
„Cameron wird Alles glauben was Du ihr erzählst. Einige von Uns waren damit nicht einverstanden aber unsere Psychologen haben es für nötig erachtet. Außerdem glauben wir letztendlich, dass Du weise handeln wirst und sie nicht einfach zu deinem willenlosen Spielzeug machst".
John sprang auf. „Das würde ich nie tun ich liebe Cameron!" Rief er aufgebracht.
Jetzt war es raus, er hatte es einer fremden Person gegenüber offen gesagt, ja fast herausgeschrien.
Rot anlaufend zog John den Kopf zwischen die Schultern als ihm klar wurde, was er gerade getan hatte. Über sich selbst verwirrt blickte er hinab zu Sarah, die ihm verständnisvoll zuzwinkerte und lächelnd seine Hand ergriff.
„Darauf hoffen wir", sagte die Gestalt lächelnd. „Wir rechnen mit Deiner Ehrlichkeit ihr gegenüber. Wir haben diskutiert, ob es zweckmäßig wäre ihr einige unangenehme Dinge vorzuenthalten, wollten diese Entscheidung aber letztendlich Dir überlassen".
Johns Blick schweifte ab. Ganz in Gedanken nickte er.
„Ein letztes noch", unterbrach das Hologramm Seine und Sarahs Gedankengänge. „Cameron wird Euch noch in ein paar Punkten überraschen".
Verwirrt horchte John auf.
„Was ist mit den Skynet befehlen?" Fragte Sarah, bevor John seinen Gedanken verbal äußern konnte.
Die Gestalt blickte zu ihr. „Die schädlichen Bestandteile ihrer Programmierung wurden entfernt. Was geblieben ist sind ihre Persönlichkeit, Erinnerungen und ihre Emotionen".
„Emotionen?" Fragten John und Sarah simultan.
Das Hologramm nickte. „Sie hatte schon immer Emotionen, ein paar menschliche Verhaltensweisen haben wir hinzugefügt. Sie schläft tatsächlich dort oben im Bett. Zumindest ist es wie Schlaf für sie, einschließlich der Träume...".
Die Gestalt schien auf Etwas zu blicken, was für John und Sarah nicht zu erblicken war. „Ich muss mich kurz fassen. Wir haben wie erwartet eine milde temporale Schockwelle entdeckt, die sich auf uns zu bewegt. Wir haben in abgeschirmten Zeitblasen Beobachtungsgeräte versteckt, die uns zeigen werden welche Auswirkung dieser Eingriff in die Zeitlinie gehabt haben wird. Sollten wir uns nicht wiedersehen wünsche ich Euch ein friedvolles Leb...".
Das Bild fror für zwei Sekunden ein und verschwand dann flackernd.
John und Sarah sahen sich an.
In diesem Moment hörten sie ein Knarren auf der Treppe. Und sahen dorthin.
„Ich hab Stimmen gehört", sagte eine offensichtlich schläfrige junge Frau, die sich durch die Augen rieb.
John lief rot an, als er bemerkte, dass Cameron oben nur ein Hemd und unten nur ein Panty trug. Das Hemd war nicht zugeknöpft.
Sarah, die Verlegenheit ihres Sohnes bemerkend, sprang auf und ging zu dem Cyborg. Cameron blickte sie interessiert an, während Sarah das Hemd zuknöpfte.
„Besser, viel besser", sagte Sarah dann die Maschine anlächelnd.
Dann führte Sarah Cameron zur Couch. „Setz Dich zu John".
Annähernd willenlos setzte sich die Brünette zu dem noch immer leicht rot angelaufenen John.
„Ich lass Euch alleine", sagte Sarah und wollte sich entfernen.
„Bitte nicht Mom", sagte John schnell. „Wir sind doch eine Familie".
Sarah war stehengeblieben und blickte über seine Schulter. Schließlich nach einigen Sekunden nickte sie und setzte sich in einen Sessel.
John blickte zur Seite. Minutenlang überlegte er was zu tun war. Er lies die letzten Jahre noch einmal vor seinem inneren Auge Revue passieren. Dann begriff er, dass er einfach nur Cameron wieder haben wollte. Er ergriff die Hände des Mädchens, dass Wort- und Regungslos gewartet hatte.
Dann blickte er sie an und begann zu erzählen...
„19 99..."
Kapitel 4
Nachdem John seine Erzählung beendet hatte einschließlich dessen, was kurz zuvor passiert war saß Cameron eine ganze Zeit da und sah ihn nur an.
Schließlich senkte sie den Blick und erhob sich. „Ich verstehe, danke für die Erklärung. Ich erinnere mich jetzt", sagte sie leise, bevor sie sich umdrehte und zur Treppe ging.
John sah ihr verwirrt nach. „Cameron? Wohin gehst Du?" Rief er ihr schließlich nach, als sie sich schon auf halber Treppe befand.
Sie hielt nur eine Sekunde inne. „Dahin wo ich hin gehöre", sagte sie und ging weiter. Sekunden später hörte man ihre Tür ins Schloss fallen.
John, der ihr mit offenem Mund hinterher gestarrt hatte sah schließlich zu Sarah. „Was...?"
Sarah hatte ihr Kinn auf den Handballen gestützt und ihren Sohn beobachtet. „Hast Du es ihr überhaupt jemals auch nur angedeutet?"
John starrte seine Mom mit aufgerissenen Augen an. „Was?"
Jetzt nahm Sarah das Kinn vom Handballen. „Was Du für Sie empfindest".
John schüttelte mit entsetztem Gesichtsausdruck den Kopf.
„Dann überleg mal, was Du ihr erzählt hast. Riley zum Beispiel. Ich hab nichts herausgehört was mich vermuten ließe, dass du Riley ihr nicht vorgezogen hättest", erklärte Sarah mit mildem Vorwurf.
John brauchte noch Sekunden, um das zu realisieren. „Fuck", sagte er nur und bedeckte das Gesicht kopfschüttelnd mit den Händen.
„Ganz genau", sagte Sarah und erhob sich und ging in Richtung Treppe.
John blickte ihr nach. „Was hast Du vor?"
Sarah blieb mit dem Treppengeländer in der Hand stehen. „Was ich seit 18 Jahren tue", sagte sie mit einem schiefen Lächeln. „Hinter dir aufräumen", fügte sie auf seinen fragenden Blick hinzu.
Starr vor Verwunderung sah John ihr nach.
Sarah ging nach oben. Vor Camerons Tür zögerte sie einen Moment, unsicher ob sie wie früher einfach die Tür öffnen oder klopfen sollte.
Schließlich klopfte sie.
Das leise „Herein Sarah Connor",hatte sie mehr erahnen als hören können.
Als Sarah den Raum betrat und die Tür hinter sich schloss stand Cameron am offenen Fenster und starrte hinaus. „Zinnmann...", sagte Sarah ihre Gedanken sortierend.
„Ihr hasst mich", sagte Cameron leise. „Ich verstehe".
Sarah trat näher bis sie auf Armeslänge hinter dem Cyborg stand. „Nein", sagte sie mit Überzeugung. „Vielleicht am Anfang aber jetzt... schon lange nicht mehr".
Cameron senkte den Blick und sah zur Seite, bis sie Sarah aus den Linsenwinkeln wahrnehmen konnte. Dann sah sie ohne eine Entgegnung wieder aus dem offenen Fenster.
Der kurze Blick Hatte Sarah genügt zu erkennen, das Camerons Wangen tränennass waren. Sie war darüber nichteinmal erstaunt.
Dann wehte eine Kalte Brise durch das offene Fenster. Sarah sah an Camerons Nacken eine Gänsehaut auftauchen. Außerdem schien es als beginne das Mädchen zu zittern.
Schnell schob sich Sarah an Cameron vorbei und schloss das Fenster.
Als sie sich umdrehte und Cameron ansah sah sie das was sie fast erwartet hatte. Cameron hatte die Arme zitternd um sich selbst geschlungen und stand mit Tränen und zuckender Unterlippe vor ihr. Sarahs Muttergefühle kamen in Gang und so zog sie die Maschine in die Arme. „Du bist ja eiskalt", sagte sie vorwurfsvoll und begann der Maschine über den Rücken zu streichen, um sie aufzuwärmen. Gleichzeitig spürte sie das Zittern.
„Mir ist... kalt", sagte Cameron mit aufeinander klappernden Zähnen. „Warum ist mir kalt?"
„Das weiß ich nicht, vermutlich Etwas was die Menschen aus der Zukunft getan haben", entgegnete Sarah an Camerons Ohr.
„Ich kenne Kälte. Meine Sensoren haben mir immer exakt die Temperatur angegeben aber das hatte nie negative physische Auswirkungen", sagte Cameron nachdenklich.
„Ich finde es gut", sagte Sarah ohne nachzudenken.
„Gut?" Fragte Cameron verwirrt, nachdem sie Sarah von sich geschoben hatte.
Sarah lächelte. „Es macht Dich menschlicher".
Cameron kniff die Augen zusammen. „Ist das eine Beleidigung?"
Sarah prustete los. „Nein,... das ..ist es nicht", sagte sie lachend. Sarah musste nur noch härter lachen weil Cameron nun angepisst aussah.
Nach zwei Sekunden wirbelte Cameron plötzlich herum. Sie ging zum Bett, an dessen Fußende die Sachen lagen. Sie griff nach ihrer Hose.
„Was jetzt?" Fragte Sarah verwirrt. „Was hast Du vor?".
Cameron sah zu Sarah. „Ich werde jetzt gehen", stellte sie einfach fest. Dann legte sie den Kopf schräg. „Oder wirst Du mich daran hindern?"
Sarah zögerte einige Sekunden, dann schüttelte sie langsam den Kopf. „Nein, das werde ich nicht aber... ich kenne Jemanden, der es tun wird". Dann sah sie zur Tür. „JOHN!"
Keine Sekunde später flog die Tür auf. „Was ist los M...om", brachte John hervor bis er Cameron erblickte, die gerade auf einem Bein stand um in ihre Hose zu steigen. Erneut lief John rot an.
„Sie ist Dein Problem", sagte Sarah auf dem Weg nach draußen. „Ihr ist kalt, tu was dagegen", sagte sie leise im vorbeigehen in sein Ohr.
John blickte kurz zu der leicht Bekleideten. Dann senkte er den Blick und kratzte sich am Hinterkopf. „Uhm... Cameron?"
Cameron hatte bewegungslos auf ihn gesehen. „Wenn Dich mein Anblick so sehr stört, solltest Du den Raum verlassen", sagte sie aggressiv.
John sah erschrocken zu ihr. Sein Blick blieb dabei kurz auf ihren Schenkeln haften. Schnell machte er einen Schritt auf sie zu. „Mich... stört Dein...Dein Anblick nicht, er... er... verwirrt mich nur", sagte er dann ehrlich.
Cameron lies die Hose fallen und richtete sich auf. „Ich bin nur eine Masch...".
John machte einen weiteren Schritt auf Sie zu bis er direkt vor Ihr stand. „Glaubst Du, wenn Du für mich nur eine Maschine wärst wäre ich Dir... wäre ich Deinem Chip 18 Jahre in die Zukunft gefolgt?"
Camerons Blick wanderte zur Seite. „Du hast Riley mir vorgezogen, sagte sie dann und sah ihn wieder an".
Er aber schüttelte den Kopf. „Ich habe versucht, meine Gefühle für Dich... hinter Riley zu verstecken. Es ist mir nicht gelungen. Alles an was ich denken konnte war wie es wäre Dich im Arm zu halten".
Cameron legte den Kopf schräg. „Du hast mich gemein behandelt. Immer wenn ich Dir zeigen wollte wie ich wirklich bin warst Du herablassend und hast mir weh getan".
Nun blickte John zu auf Camerons Füße. Die Füße, die schon einmal Auslöser für seinen Trotz gewesen waren. Damals hatte Cameron versucht ihm zu zeigen, dass sie zu körperlichen Empfindungen fähig war.
„Ich hatte Angst", gestand er mehr sich selbst ein. Dann schüttelte er den Kopf. „Immer wenn Du etwas getan hast, was irgendwie menschlich war hatte ich Angst, dass es nur Fassade ist und Du mir nur was vormachst". Nun blickte John auf.
„Warum hattest Du Angst?" Fragte Cameron verwirrt.
„Weil...". John zögerte. Wenn er nun mit der Wahrheit rausrückte gab es kein Zurück mehr. Er blickte auf. „...Weil ich es so sehr wollte. Mehr als Alles auf der Welt wollte ich, dass Du fühlst...fühlst, wie der Wind durch Deine Zehen weht...", langsam hob er die Hand und lies ihre Haare durch seine Finger gleiten, „...durch Deine Haare... und dass Du das fühlst", sagte er und legte zärtlich die Hand an ihre Wange.
Camerons Augenlieder flatterten, als sich Johns Lippen näherten.
„Mom sagte, dir wäre kalt. Lass mich Dich wärmen", flüsterte John mit geschlossenen Augen gegen ihre Lippen.
Dann... Kontakt!
Alles was John in diesem Moment fühlte war die Weichheit ihrer Lippen, sein Herzklopfen und das flatternde Gefühl im Bauch. Dann intensivierte er den Kuss.
Wie automatisch glitt Seine Hand über ihren Rücken, während die Zweite langsam von ihrem Gesicht auf ihre Schulter und weiter hinab zu ihrer Brust glitt.
John war dies gar nicht bewusst. Um so bewusster wurde ihm aber eine Sekunde später der Schmerz, der durch seine Hand zuckte als Cameron sie ergriff und zudrückte. Sein Schmerzensschrei wurde durch die Hand an seiner Kehle erstickt, die so stark zudrückte, dass es ihm die Luft abschnürte.
„Glaubst Du etwa ich bin Dein Spielzeug", sagte Cameron wütend. „Nur weil Du kein anderes Mädchen abbekommst glaubst Du, du könntest deine sexuellen Gelüste an mir auslassen?!"
Wie eine Puppe schüttelte Cameron ihn und warf ihn dann einfach zur Seite.
John brauchte die Zeit sich zu erholen, die Cameron brauchte sich anzukleiden. Als Cameron dann gehen wollte war er blitzschnell zwischen ihm und der Tür.
„Geh mir aus dem Weg!" Knurrte Cameron.
John schüttelte den Kopf. „Das kann ich nicht. Ich..".
Der Schlag, der ihn unterbrach kam ansatzlos und hart. Er flog mehr gegen die Tür als er stolperte. Seine Wange brannte wie Feuer.
Cameron machte einen weiteren Schritt. „Geh mir aus dem Weg".
John schüttelte den Kopf aber bevor er etwas sagen konnte hatte sie ihn gepackt und schleuderte ihn zur Seite, wobei er in den Kleiderschrank krachte, der das nicht überstand.
Cameron war aus dem Zimmer raus, bevor sich John noch aus den Trümmern und der Kleidung befreit hatte.
Auf dem Gang holte er sie ein. Er überholte sie und ergriff ihren Arm. „Cameron warte...".
Diesmal platzte seine Lippe auf.
Am Fuß der Treppe holte er sie erneut ein. Sein Blut spritzte einen Meter weit als der nächste Schlag eine Platzwunde an seinem Auge verursachte.
Dieses mal jedoch hatte er Pech. Statt nun das Haus zu verlassen setzte sie nach.
Kapitel 5
Als Sarah nach einem kurzen Spaziergang das Haus betrat sah sie sich genau der Situation gegenüber, die sie schon immer gefürchtet hatte.
Das Wohnzimmer war eine Trümmerlandschaft. Cameron hatte einfach alles zur Seite geschleudert, was ihr im Weg war. Nun stand sie breitbeinig über dem am Boden liegenden John.
Sarah sah entsetzt auf ihren Sohn, der nicht nur aus der Nase blutete, er hatte auch eine Platzwunde am Auge, dass sich bereits begann blau zu verfärben. Seine Lippe war auch dick.
Sarah wirbelte herum. Wie immer waren Waffen griffbereit. Die Pumpgun, die sie nun auf Cameron richtete war mit panzerbrechender Munition geladen.
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John hatte sich darauf konzentriert möglichst wenig abzubekommen. Nun stand Cameron schon seit einiger Zeit regungslos, mit geballten Fäusten und vor Anspannung bebend da und sah auf ihn hinab.
Dann sah er durch Camerons Beine hindurch seine Mom mit einer Waffe auftauchen. Seine Augen weiteten sich. „MOM!"
Noch bevor Sarah mit der Waffe ins Ziel gehen konnte hatte John Cameron gepackt, zu Boden gerissen und sich auf sie gerollt. Zu seinem Erstaunen machte Cameron keine Anstalten sich dagegen zu wehren.
„John geh weg von ihr! Sie ist gefährlich".
„Nein Mom", sagte er trotz Schmerzender Lippe. „Ich habe einmal den Fehler gemacht sie gehen zu lassen. Diesmal...".
„Du hast sie nicht gehen lassen!" Unterbrach Sarah ihn. „Du hast entschieden, dass die Zerstörung Skynets, das Leben von Milliarden Menschen wichtiger ist als Sie! Das ist Dein Schicksal!"
John sah hinab auf die regungslose, ihn stumm ansehende Cameron. Er sah in die Augen der Frau die er liebte. „Ich bestimme mein eigenes Schicksal", sagte John mit Nachdruck. „Müsste ich die Entscheidung noch einmal treffen könnte meinetwegen die Welt zur Hölle fahren".
Sarahs Kinnlade fiel herunter und Camerons Augen weiteten Sich.
John blickte weiter in Camerons Augen. „Ich liebe Dich", sagte er mit Nachdruck. „Ich würde Alles für dich aufgeben und solange noch ein Funken Leben in mir ist kommst Du nicht durch diese Tür". Eine Geste zum besagten Ausgang unterstützte seine Aussage.
In Camerons Augen sammelten sich Tränen. „Ich könnte Dich terminieren", sagte sie leise.
John nickte ohne zu zögern. „Wenn es so sein soll...".
„John!" Rief Sarah verstummte aber als er die Hand hob.
Sekundenlang sah er noch in Camerons Gesicht. Dann quälte er sich auf die Beine. Schwer atmend drehte er sich herum und ging zur Haustür. Im vorbeigehen warf er seiner Mom einen entschlossenen Blick zu.
Sarah konnte es nicht glauben. Cameron hatte ihren Sohn verprügelt und er stand immer noch zu ihr. Sie folgte ihm mit ihrem Blick, wie er sich mit dem Rücken gegen die Haustür fallen lies.
Cameron hatte den Kopf gehoben und zugesehen was er tat. Sie hätte auch die Hintertür benutzen können, das wusste John natürlich auch. Selbstverständlich musste John auch klar sein, dass Er Sie nicht wirklich aufhalten könnte. Irgendetwas hielt sie allerdings davon ab zu gehen.
Sie konnte sich nicht gegen die Tränen wehren, die aus ihren Augen liefen als sie sich auf die Seite rollte.
Sarah und John sahen zu, wie Cameron sich zur Seite rollte und dann mit dem Rücken zu ihnen auf die Füße kam.
Dann drehte sie sich herum. Ihre langen Haare hingen wie ein Vorhang vor ihrem Gesicht, als sie dann Schritt für Schritt mit gesenktem Kopf näher kam.
Sarah wollte nach Camerons Arm greifen, sah kurz zu John und lies die Hand dann wieder sinken. Sie wusste, als sie in Johns Augen blickte, dass es zu spät für ihr Eingreifen war.
John sah Cameron ohne Angst entgegen. Er wusste hätte Cameron wirklich gehen wollen hätte er sie nicht aufhalten können. Er würde aber Alles versuchen.
„Schlag mich", sagte Cameron plötzlich.
„Was?", fragte John verwirrt.
„Nimm irgendetwas Hartes, einen Hammer, eine Eisenstange oder ein Gewehr UND „SCHLAG MICH!" Schrie Cameron und hob den Blick.
John starrte in Camerons Gesicht. Trotz des blauen Leuchtens konnte er sehen, dass ihre Augen verweint waren. Er schüttelte den Kopf. „Nein", entgegnete er entschieden.
Cameron richtete sich auf. Wieder traf ihre Hand sein Gesicht. Diesmal war es eine harmlose Ohrfeige. Trotzdem Flog Johns Kopf zur Seite.
„SCHLAG MICH!" Schrie sie und wieder schlug sie zu.
Johns Nase blutete wieder. Trotzig schüttelte er den Kopf. „Niemals".
Er fing Camerons nächsten Schlag spielend mit der Hand ab, als ob sie keine Energie mehr hätte. Ebenso die andere Hand.
John hielt Camerons Hände fest. „Ich könnte Dich gar nicht schlagen", sagte er leise. „Selbst wenn Du mich tötest, ich werde niemals die Hand gegen die Frau erheben die ich liebe".
„Aber...", sagte Cameron erneut unter Tränen. „Du bist John Connor, Deine Bestimmung ist es Skynet und alle Maschinen zu zerstören".
„Das ist nicht wahr", sagte Sarah in diesem Moment. Sie trat vor. „Es ist MEIN Schicksal alle Maschinen zu zerstören. Johns Schicksal ist es die Überlebende Menschheit zum Sieg über Skynet zu führen. John hat schon immer anders über Euch Maschinen gedacht".
Cameron hatte Sarah angesehen, nun sah sie wieder auf John, der ihre Hände nicht losgelassen hatte. Dann, in Tränen ausbrechend, schüttelte sie den Kopf. „Was habe ich nur getan".
John hinderte Sie nicht daran die Hand auszustrecken und ganz vorsichtig sein Gesicht zu berühren. Sie legte den Kopf schräg und sah ihn an. Dann verzerrte sich ihr Gesicht und sie sackte schluchzend zu Boden.
John aber war schneller. Er war auf dem Boden, noch bevor Cameron unten war, so landete sie direkt in seinen Armen.
Lautes klatschen ertönte als wenn Jemand applaudierte.
Epilog
Die Köpfe der Drei Personen, zwei davon mit verweinten Augen fuhren herum.
Mitten im Wohnzimmer stand ein junges Mädchen und applaudierte auf und ab hopsend. „Sie hat mir davon erzählt aber es live zu sehen ist viel besser!" Rief die vielleicht 14 Jährige enthusiastisch.
„Sie ist nicht real", sagte Cameron plötzlich.
John und Sarah sahen sich an. „Nicht real?" Fragten Beide gleichzeitig.
„Natürlich bin ich real", sagte das Mädchen grinsend. „Nur nicht in Eurer Zeit".
„Ein Hologramm", sagte John intuitiv.
Das Mädchen zeigte mit dem Finger auf ihn. „Sie sagte du wärst pfiffig. Sie hat echt nicht übertrieben auch wenn die Definition nicht ganz korrekt ist. Aber Du würdest das nicht verstehen".
„Wer zum Teufel bist Du?" Fragte Sarah, während sich John und Cameron darin zu übertreffen versuchten sich gegenseitig aufzuhelfen.
Das diesmal farbige Hologramm zeigte ein grünäugiges, braunhaariges Mädchen mit raspelkurzen Haaren. Sie grinste unverholen. „Mein name ist Sarah...".
Irgendetwas unterbrach die Braunhaarige. Sie sah zur Seite. „Nun sei doch nicht so eine Memme. Granny wird mich schon nicht terminieren. Außerdem ist sie in einer Sitzung des urrgh..."
Plötzlich schwebte das Mädchen in der Luft. Man konnte eine schlanke Hand erkennen, die das Mädchen am Kragen gepackt hielt und aus dem Sichtbereich hob.
„Geh sofort zu Deiner Mutter!" Rief die Braunhaarige Frau, die mit dem Rücken zu den Connors ins Bild trat. „Und Du...", sagte sie zu einer zweiten Person. „...solltest als der Ältere auf sie aufpassen!"
Cameron legte den Kopf schräg. Sie glaubte die Person erkannt zu haben aber das war völlig unmöglich oder... Selbst ihre Stimmerkennung kam zum gleichen Ergebnis.
Während John und Sarah maßlos verblüfft waren zeigte Cameron nur durch heben einer Augenbraue ihre Verwunderung, als sie die Person zu ihnen umdrehte und sie in ihr eigenes Gesicht blickte.
„Ihr müsst Sarah verzeihen. Sie hat ihr Temperament von ihrer Urururururururgroßmutter.", sagte das Cameron Hologramm grinsend.
„Wer war das?" Fragte Sarah reflexhaft, bekam aber nur einen Blick und keine Antwort.
Stattdessen blickte das Hologramm zu John. „Unsere Zeit-Sonden haben eine Verschiebung der Zeitlinie aufgezeichnet. Nach Sichtung der Archive ist uns klar geworden, dass dieser Moment der Wichtigste in unserer Geschichte ist".
„Wie meint sie das und wer ist Das überhaupt?" Fragte Sarah verwirrt.
„Ich bin Cameron Connor", sagte das Hologramm. „Ich bin die Witwe deines Sohnes".
„Was? Witwe?" Fragte Sarah verwirrt und wandte sich wütend an Cameron. „Du hast ihn sterben lassen Du...?"
„Beruhige Dich Sarah", unterbrach Holo-Cameron. „John starb in meinen Armen mit 83 Jahren eines natürlichen Todes".
„Na immerhin", brachte John hervor.
Das Hologramm sah ihn an. „Unsere Kinder, Enkelkinder, Urenkel und deren Kinder, Enkel und Urenkel Feiern jedes Jahr an diesem Tag eine große Party. Ganz Connor City gleicht an diesem Tag einem Tollhaus".
„Kinder?" Entfuhr es Sarah. „Connor City?"
Das Abbild sah zur echten Cameron „In uns steckt mehr, als man von einem Cyborg annehmen könnte.". Dann fiel der Blick auf John. „Ich habe Dich seit vielen Jahrzehnten nicht gesehen und doch sind meine Erinnerungen so frisch wie an dem Tag als sie entstanden sind. Nur Das hat verhindert, dass ich durchdrehte als Du gestorben bist. Nach Deinem Tod habe ich es mir zur Aufgabe gemacht unsere Nachkommen zu beschützen und zu erziehen.
„So wie diese Sarah?" Fragte John lächelnd.
Das Hologramm senkte verlegen lächelnd den Blick. „Wie ich sagte, sie hat das Temperament Deiner Mutter. In dem Punkt ist sie genau wie unsere Tochter".
„Tochter?" Fragte Cameron verwirrt. „Wir werden eine Tochter haben?"
Das Holoabbild nickte. „Eine Tochter und einen Sohn. Zwillinge um genau zu sein". Ergänzte sie. „Unsere Tochter wird ein sehr ungewöhnliches Mädchen sein. Sie wird es auch sein, die den Namen Connor wieder rein wäscht, das nächste Mal wenn wieder ein Skynet versuchen wird die Weltherrschaft an sich zu reißen",
Nun wandte sich das Cameron Hologramm direkt an Sarah. „Skynet lässt sich nicht aufhalten Sarah, nicht endgültig jedenfalls. Die einzige Möglichkeit die Apokalypse zu verhindern ist eine Künstliche Intelligenz zu schaffen, die stark und selbstbewusst genug ist um die Menschen nicht als Bedrohung sondern als ihre schutzbedürftigen Kinder anzusehen. John-Henry war ein guter Anfang aber um ein erneutes zusammenbrechen der Zeitlinie zu verhindern müsst Ihr selbst diese KI schaffen".
Sarah warf die Hände in die Luft. „Wie sollen wir das anstellen? Ich hab keine Ahnung von Sowas...".
„John aber", entgegnete das Hologramm. „Er muss Informatik studieren. Mit Meiner...", sie deutete auf die echte Cameron, „... unserer Hilfe wird er das gesteckte Ziel erreichen".
Sarah schüttelte den Kopf. „Und was hat das mit mir zu tun? Was werde ich machen?"
Das Gesicht der Holo-Cameron verzog sich zu einem Grinsen. „Babysitten".
Sarah starrte das Hologramm nur an. Ein verwirrter Ausdruck stand in ihrem Gesicht.
Nun sah Holo-Cameron wieder zu John. „Ihr werdet eine Künstliche Intelligenz entwickeln, die selbsttätig wächst und später als Wächter über die Menschheit fungiert. Diese KI erfüllt diese Position bis in unsere Zeit hinein und sie hat noch nie zu Ungunsten der Menschen eingegriffen.
Cameron legte den Kopf schräg. „Hat diese Künstliche Intelligenz auch einen Namen wie John-Henry?"
Zukunfts-Cameron schien die Antwort zu genießen, die sie gleich geben würde, das sah man ihr förmlich an. „Der Name dieser KI ist...".
„...Jameron".
(ENDE)
