„W-Was?!", stotterte L, setzte sich panisch auf und blickte sich erstmal im Zimmer um.
„Ganz ruhig Ryuzaki… Ich glaube… du hattest einen Alptraum."
„Einen…. Scheiße!"
Der Detektiv sprang von der Matte auf und wollte gerade aus dem Zimmer sprinten, als ihn Light am Handgelenk festhielt.
„Hey… es war nur ein Traum."
„Noch… es tut mir leid Light, aber ich muss hier weg, schnell!"
Der Braunhaarige schnaufte, ließ den Griff nicht locker, nein, er zog sogar L zu sich.
„Ich lass dich jetzt nicht gehen… und schon gar nicht zu deinem… besagten Freund."
„Ich kann nicht hier bleiben, versteh das bitte…"
„Ich verstehe es nicht! Dann musst du mir schon ein wenig was erklären… Was bedeutet das B? Wieso ist es auf deiner Brust eingeritzt worden? Ich will nicht wissen, was das für eine riesen Wunde war…"
L atmete einmal tief durch, setzte sich zurück auf die Matte und senkte seinen Kopf.
„Hör zu… ich kann dir nicht alles erzählen, auch zu deinem Schutz, aber…"
Wo sollte der Detektiv nur anfangen? Er wollte den Studenten nicht gefährden, aber er wollte ihn auch nicht so im Unwissen lassen. Er sortierte kurz seine Gedanken und begann zu erzählen:
„Also das B steht für Beyond. Der Name meines Freundes…"
L verschwieg bewusst die Geschichte rund ums Wammys und er wollte auch nicht zu viel preisgeben.
„Und Beyond lebt bei mir, weil…"
„Weil?", fragte Light ungeduldig nach, setzte sich auf sein Bett zurück und verfolgte die Geschichte aufmerksam.
„Weil er krank ist. Er hat eine Persönlichkeitsstörung und starke Gefühlsschwankungen, deswegen kann es passieren, dass er sehr aggressiv wird. Sie ist auch bekannt als bipolare Störung."
„Okay… eine bipolare Störung… was bedeutet das genau?"
„Das wäre jetzt zu ausschweifend… Seine Laune ändert sich immer wieder, oftmals auch grundlos. Von Depression, zu Manie, was bedeutet das er eine euphorische oder gereizte Stimmung hat. Diese Zustände wechseln sich oft und willkürlich ab. Das wäre so die Kurzfassung."
„Alles klar… das erklärt das B und die vielen Narben auf deinem Bauch… aber… wieso ist er in keiner Nervenheilanstalt, wo man ihm helfen kann?"
L war in Gedanken kurz abgedriftet und war gerade froh, dass Light noch nicht seinen Rücken gesehen hatte, er würde wohl durchdrehen.
„Weil ich ihn bei mir haben wollte…"
Light riss die Augen auf, ließ sich nach hinten fallen und lachte einfach nur. Der Detektiv verstand nicht, was mit dem Jüngeren plötzlich los war.
„Was ist daran so lustig?"
„Oh… Gott… haha… sorry, aber… ich versteh dich absolut nicht Ryuzaki…", presste er hervor und hielt sich seinen Bauch.
„Ich mich irgendwie auch nicht…", nuschelte L und senkte seinen Kopf. Klar, es gab einige Gründe, wieso er Beyond bei sich hatte, aber es gab doch viel mehr Gründe, die dafür sprachen, ihn wieder zurück in die Anstalt zu schicken und dies wäre auch zu seinem Besten.
Eigentlich konnte es mir egal sein, wie es ihm ging. Er kümmerte sich ja auch nicht um meine Gefühle… um mein Wohlbefinden… aber… ich wollte ihm ein besseres Leben schenken. Ich hatte ihm ja sein Altes… irgendwie genommen. Genau! Deshalb muss ich jetzt durch diese Hölle gehen. Ich habe es verdient!
„Ryuzaki?"
Die Frage riss L wieder aus seiner kleinen Welt und er sah direkt in die braunen Augen des Studenten. Dieser hatte sich vor ihn auf die Matratze gesetzt und seine Hände ruhten nun auf seinen Schultern.
„Hey… wenn du jemanden zum Reden brauchst, ich bin da. Und… ähm… ich weiß nicht wie ich es sagen soll…"
Der Detektiv verstand nicht, wieso Light gerade so herumdruckste und musterte diesen aus seinen schwarzen Augen. Die Wangen des Studenten waren rötlicher, als sonst, sein Blick schien etwas verschleiert und er musste öfters als gewöhnlich schlucken.
Huch, was ist denn plötzlich mit Light los? Er sieht nicht normal aus. Ob er krank wird? Oder ist ihm gerade nicht gut? Vielleicht bin ich ja gerade an seinem Zustand schuld… ich hätte ihm nichts sagen und einfach verschwinden sollen. Nun habe ich ihn irgendwie mit hineingezogen. Ich musste hier weg… was hatte ich mir eigentlich dabei gedacht, Beyond alleine zu lassen? Er würde sicher wieder durchdrehen, wenn ich zurückkam. Aber das habe ich mir selbst eingebrockt…
„Light-kun, es tut mir wirklich leid, aber ich muss gehen…"
„Moment… Ryuzaki… ich… verdammt!" Light petzte die Augen zusammen, atmete schwer aus und fixierte mich.
„Ich kann es gerade nicht in Worte fassen, aber das hier sollte dir zu verstehen geben, was ich dir sagen will…"
Und mit diesen Worten kam der Braunhaarige den Lippen von L immer näher, bis er sie schließlich erreichte und ihn hauchzart in einen zärtlichen Kuss verwickelte.
