Kapitel 37 – Hermine – Arbeiten im Labor

Mit schnell pochendem Herzen klopfte Hermine an Severus' Tür.

„Herein!", bellte er.

„Ich bin's nur", lachte sie, als sie reinkam.

„Aber es hätte ja auch ein Schüler sein können."

Hermine grinste skeptisch. „Freiwillig? Am Freitagnachmittag?"

„Nein, wohl eher nicht", erwiderte Severus und lächelte.

Hermines eigenes Lächeln vergrößerte sich angesichts dieses guten Starts.

Schließlich räusperte Severus sich. „Nun gut, dann lass uns mal anfangen." Zusammen gingen sie in sein Privatlabor.

„Ich war schon in der Bibliothek und habe recherchiert, was es über den Wolfsbanntrank zu wissen gibt", sagte Hermine und holte ihre Notizzettel aus ihrer Tasche.

„10 Punkte für Gryffindor", meinte Severus scherzhaft, doch Hermine wurde wütend.

„Ich bin keine Schülerin mehr!", fauchte sie.

Severus stellte sich vor sie hin, legte ihr die Hände auf die Schultern und erwiderte todernst: „Ich weiß."

„Okay", nickte Hermine nur.

„Gut", meine Severus und nahm seine Hände wieder runter. „Dann lass uns anfangen."

Es blieb nicht nur bei diesem einen Nachmittag, denn sie fanden schnell heraus, dass sie gut miteinander arbeiten konnten. Hermine liebte es, mit ihm zu diskutieren und zu brauen – besonders, wenn sich beim Überreichen von Zutaten ihre Finger manchmal berührten oder wenn er ganz dicht neben ihr stand, um mit ihr gemeinsam in den Kessel schauen zu können – und manchmal sogar, wenn auch sarkastisch oder zynisch, zu scherzen. Außer das eine Mal.

„Severus!", sagte Hermine erbost. „Ich möchte nicht, dass du in meiner Anwesenheit etwas Schlechtes über Hershel sagst!"

Severus sah sie erst erstaunt und dann wütend an. Er schnaubte nur einmal und verließ dann das Labor.

Hermine fühlte sich natürlich sofort schlecht – sie wollte ihn ja nicht von sich stoßen! – aber das konnte sie ihm einfach nicht durchgehen lassen. Sie wartete darauf, dass er wiederkommen würde, doch er tat es nicht. Also erledigte sie die letzten Schritte am Trank für heute alleine, bevor sie die Flammen ausstellen konnte. Sie ging in sein Büro, wo er regungslos am Fenster stand und hinaus in die schwarze Nacht sah. „Severus?", sagte sie behutsam.

Er drehte sich erschrocken um.

„Ich gehe jetzt. Ich habe im Labor alles fertiggemacht. Wir können morgen daran weiterarbeiten, wenn du möchtest."

Er reagierte nicht, sah sie einfach nur an.

„Möchtest du?", fragte sie leise.

Er nickte, sah aber immer noch verletzt aus.

Deswegen ging Hermine schnell auf ihn zu und umarmte ihn einfach. „Es tut mir leid, wenn ich zu grob war, aber ich kann es nicht leiden, wenn man etwas Gemeines über meine Freunde sagt." Sie sah zu ihm auf. „Ich würde es auch nicht zulassen, wenn jemand über dich etwas Gemeines sagen würde." Versöhnlich lächelte sie ihn an.

Er lächelte zaghaft zurück und drückte sie dann fest an sich.

Hermine schmiegte sich glücklich an ihn, bis ihr jedoch etwas einfiel. „Severus, wie spät ist es?"

Er schob sie sanft von sich, holte eine silberfarbene Taschenuhr aus seiner Hosentasche, klappte sie auf und zeigte ihr das Ziffernblatt. Dabei fiel aber etwas aus der Uhr und auf den Boden.

Hermine bückte sich automatisch und hob es auf. Es war ein gefaltetes Stück Pergament, das durch den Fall aufgegangen war. Erstaunt erkannte Hermine ihre eigene Handschrift.

„Danke", sagte Severus schnell und entriss ihr das Pergament aus der Hand, legte es zurück in die Uhr und klappte sie wieder zu. „Ähm", meinte er dann und Hermine entdeckte eine leicht rötliche Färbung auf seinen Wangen. „Ich glaube, du wolltest los."

„Ja, ich habe noch einen Termin mit Minerva."

Er nickte nur.

„Bis morgen", sagte sie dann und wollte sich gerade umdrehen und gehen, als sie einer spontanen Idee einfach nachgab. Sie stellte sich blitzschnell vor ihn auf die Zehenspitzen und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Dann lächelte sie ihn liebevoll an und verschwand eilig aus seinem Büro, damit er nicht böse auf sie sein konnte. Grinsend ging sie zu Minerva.