4. Februar – Die Dementoren in Askaban

Dementoren können weder sehen, noch riechen, noch schmecken, sie können nur fühlen, jedoch lediglich die Gefühle ihrer Opfer. Askaban war das Paradies für sie. Hier hatten sie die Erlaubnis oder eher den Auftrag, jeden noch so kleinen glücklichen Gedanken aus den vielen Menschen hier herauszusaugen und zu zerstören. Hier musste ein Dementor nie an Hunger leiden oder sich vor Zauberern in Acht nehmen. Hier war man ihnen für ihre Arbeit sogar dankbar, auch wenn man sie selbst als Wesen nicht wertschätzte.

Nach dem Ausbruch einiger Häftlinge im letzten Jahr waren viele dunkle Seelen entkommen, doch es gab immer wieder Nachschub. Besonders die Neuen hatten noch so schöne, frische Erinnerungen...

Heute war ein ganz besonderer Tag: Ein paar neue Häftlinge, die so schwerwiegendes verbrochen hatten, dass sie einen Kuss verdient hatten... Dieser herrliche Schmerz, wenn einem die Seele ausgesaugt wurde. Wenn ein Dementor eine menschliche Seele in sich trug, konnte er davon jahrelang leben, so reichhaltig war sie.

Und wenn man den Worten des größten Schwarzmagiers, den die Welt zurzeit sah, glauben durfte, sollte es bald noch mehr Seelen für die Dementoren geben – und zwar auch außerhalb von Askaban und sogar die von Kindern. Dann mussten sie sich nicht mehr verstecken, sondern konnten frei über ihr Leben entscheiden – und das ihrer Opfer.