Kapitel 30

Am nächsten Morgen wurde Harry von Ginny und Hermine geweckt, die mit dem Essen vor seinem Gesicht wedelten. Fleur durfte die Krankenstation unter den Bedingungen bereits verlassen, ihre weitere Behandlung von ihrem Familienarzt durchführen zu lassen. Ihre Verbrennungen waren schlimm gewesen und nur teilweise geheilt, aber ihre Familie wollte sie nach Frankreich zurück holen. Harry verabschiedete sich herzlich von ihr und er fragte sich ob er sie jemals wieder sehen würde.

Irgendwann kam auch noch Ron zu Besuch, aber keiner der Drei konnte wegen der Prüfungen die ihnen noch bevorstanden sehr lange bleiben. Harry war ein wenig verärgert darüber, dass er die Prüfung in Verwandlung versäumt hatte, auch wenn er sie gar nicht machen musste. Sobald er mit dem Mittagessen fertig war, schnappte er sich seine Tasche und holte seinen Unsichtbarkeitsumhang heraus, in dem er die Tasche dann einwickelte. Er wartete darauf das Moody auftauchte und die Tür zum Krankenflügel aufmachte und als es endlich soweit war, stand Harry mit der eingewickelten Tasche auf und erzählte Madam Pomfrey er würde nur kurz das Klo benutzen.

Er glitt durch die Tür, warf sich dann den Umhang über, aktivierte die Karte und lächelte als er den zweiten Harry Potter-Punkt direkt vor der Tür des Klos, im Badezimmer, entdeckte. Sein zukünftiges Ich muss 'Moody' in den Krankenflügel gefolgt sein.

Erleichtert darüber, keine Probleme mit seinem Plan zu bekommen, öffnete er die Klotür und huschte schnell aus dem Badezimmer, während sein anderes Ich ebenfalls aus dem Badezimmer trat und mitsamt Unsichtbarkeitsumhang zu seinem Bett zurück kehrte. Als er durch die offene Tür des Krankenflügels eilte, konnte er einen Blick auf sich selbst erhaschen und erschauerte. Es war niemals Weise sich selbst zu sehen wenn man mit der Zeit spielte. Es gab da diese Horrorgeschichten von den Leuten die sich selbst gesehen hatten und davon Wahnsinnig wurden. Harry war sich nicht wirklich sicher darüber warum eine Person wahnsinnig wurde wenn sie sich selbst sah, vor allem wenn sie genau verstand wie und warum und es sogar erwartete, aber dennoch spürte auch er das Beben in seiner Magie, also vermutete er das es wahrscheinlich irgendein seltsames magisches Gesetz über Zeitreise gab die diese ganze Sache zu einem großen Tabu machte.

Zwanzig Minuten später humpelte Harry schnaufend im Anwesen die Treppen hoch. Er musste zugeben, dass das Gift dieser verdammten Spinne ihn immer noch etwas schwach machte. Gerade als Harry oben ankam, hörte er wie die Tür des Büros aufging und ein finster drein blickender Tom im Gang erschien. Harry duckte instinktiv seinen Kopf, sah den Dunklen Lord aber durch seine langen Wimpern mit einem unschuldigen Lächeln an.

„Dummer, närrischer Bengel."

„Ich hab doch gewonnen?"

„Hast du schon gesehen was die Zeitungen über die Aufgabe schreiben?"

Harry blinzelte. Daran hatte er nicht gedacht. „Nein, aber es sind wahrscheinlich alles Lügen."

„Das sollten sie auch besser sein, verdammt noch mal", knurrte Tom.

Harry setzte seinen Weg zu Tom fort, vergeblich versuchend sein Humpeln zu minimieren.

„Nun, eines haben sie auf jeden Fall richtig. Du hast dir den Knöchel gebrochen", meinte er armeverschränkend und sah ihn mit einem düsteren Blick an.

„Er ist nicht mehr gebrochen. Pomfrey hat es recht gut geheilt. Er ist nur noch ein wenig Wund", murmelte Harry verteidigend und sah betreten zur Seite.

Tom schnaubte, kam ihm entgegen und schlang einen Arm stützend unter Harry's Arme und führte Harry dann in das Büro. Harry war ziemlich überrascht über die Geste, lehnte sich aber begierig in die Seite des anderen Mannes, badend in der sanften Wärme des physischen Kontaktes. Darin angekommen zog Tom seinen Zauberstab und richtete ihn auf den Sessel hinter dem Schreibtisch. Er levitierte ihn in den offenen Raum und mit einem Schlenker verwandelte er den Sessel in eine Couch, nahm darauf Platz und zog Harry in eine liegende Position darauf, mit Harry's Kopf in seinem Schoß. In dieser Position saßen sie bis jetzt immer nur auf der Chaiselongue in der Bibliothek, aber das Arrangement war ihm vertraut genug, sodass Harry sich rasch entspannen konnte und den Fuß mit dem verletzten Knöchel auf der unteren Armlehne hochlegte. Er seufzte zufrieden.

Wie üblich, fanden Tom's Finger sofort ihren Weg in Harry's Haare.

„Du hast mir Sorgen bereitet, realisierst du das überhaupt du dummer Junge?", sagte Tom kalt, aber Harry konnte eine Tiefere Bedeutung in den Worten erkennen und es füllte seine Brust mit Wärme.

„Sorry", entschuldigte Harry sich leise, das Lächeln auf seinem Gesicht verging allerdings nicht. „Es war nicht so schlimm. Ich bin mir sicher das der Tagesprophet wie immer übertrieben hat."

„Sie schreiben, dass du es geschafft hast dir den Knöchel nach einem Kampf mit einer gigantischen Acromantula zu brechen, die es schaffte dich zu Beißen und dann auf dich zu fallen und dich unter sich zu begraben."

„Sie hat mich nicht gebissen, eine der Zangen kratzte an meiner Seite als die Spinne neben mich gefallen ist.", verbesserte Harry ihn.

„Sicherlich", erwiderte Tom sarkastisch und Harry konnte aus seinem Ton erkennen, dass er wohl grade seine Augen verdrehte.

„Ich würde nicht so viele Probleme mit dieser dummen Spinne gehabt haben wenn da nicht diese verdammten aggressiven Ranken in den Hecken gewesen wären. Diese Tentakel haben sich mit ihren Widerhaken in meinen Knöchel verkrallt als ich damit beschäftigt war die Beine der Acromantula zu entfernen. Dadurch bin ich gestürzt und konnte nicht mehr rechtzeitig ausweichen. Bis dorthin hatte ich alles unter Kontrolle. Es war ein kleiner, dummer Fehler und ich weiß, ich war ein Idiot nicht früher erkannt zu haben was geschah, aber am Ende war doch alles in bester Ordnung und hab in Rekordbrechender Zeit gewonnen. Ich habe das Labyrinth schneller als jeder andere in der Geschichte des Tri-magischen Turniers beendet. Ich denke das muss doch auch was wert sein."

„Sie schreiben, dass du bewusstlos am Eingang des Labyrinths aufgetaucht bist, am Portschlüssel hängend", bemerkte er anklagend. „Bewusstlos am Portschlüssel hängend kann wohl kaum als 'in bester Ordnung' bezeichnet werden."

„Ich wusste, der Pokal war ein Portschlüssel der mich zu der Jury bringen würde und demnach zu einem Heiler. Ich denke ich war recht gut. Ich hätte das Bewusstsein auch noch verloren haben können bevor ich den vermaledeiten Pokal erreiche und dann hätten diese Tentakel-Ranken wahrscheinlich versucht mich in die Hecken zu ziehen um mich zu fressen oder sowas."

Tom gab ein missbilligendes knurrendes Geräusch von sich und seine Finger verkrallten sich für einen Augenblick stärker in seinen Haaren. Schließlich seufzte er mit schwerer Stimme und kehrte zu seiner sanften Massage zurück.

„Wir müssen einiges besprechen."

„Richtig.", erwiderte Harry nickend.

„Hast du dir für den Sommer schon ein Alias überlegt?"

„Hab ich ja!", meinte Harry, seine Stimme munterer. „Ich habe mich für Evan Harris entschieden."

„Evan Harris?"

„Ja, mit Harris als Nachname, sollte mich also jemand in der Gegenwart von Todessern versehentlich Harry rufen, werden sie einfach denken das ich 'Harris' genannt wurde und nicht weiter darauf eingehen."

„Das ist gut... ich mag es. Und Harris ist ein häufiger Name. Es gibt einige Reinblutlinien mit diesem Namen. Keine kann man miteinander verbinden oder hat ein signifikantes Ansehen, aber das macht es für dich nur einfacher in den Hintergrund zu verschwinden, ohne einen richtigen Beweis für deine Identifizierung. Sehr gut Harry."

Harry grinste breit über das Lob.

„Und Evan?", fragte Tom.

„Der Mädchenname meiner Mutter. Evans. Es ist nicht zu offensichtlich oder?"

„Offensichtlich wäre James oder Jim gewesen."

Harry gluckste. „Ja, ich dachte mir auch meinen Mittelnamen zu benutzen wäre keine gute Idee. Als mir Evan in den Sinn kam, realisierte ich das mir die Idee ziemlich gut gefiel. Ich meine, das mir der Name gefällt hat nicht wirklich was damit zu tun das er am Mädchenname meiner Mutter basiert ist – ich mag nur den Namen richtig gern. Ich denke ich kann gut mit dem Namen leben."

„Mhm," Tom gab ein anerkennendes Geräusch in seiner Kehle und nickte. „Evan... ich denke ich kann mich daran gewöhnen. Du bist dir darüber bewusst das ich diesen Namen für den Großteil des Sommers benutzen muss?"

„Oh, ja, das verstehe ich. Ich denke sogar, dass ich es vorziehe. Irgendwie mag ich den Gedanken für eine Weile nicht mehr Harry Potter sein zu müssen."

„Oh?"

„Ja, ich meine... Harry Potter ist nicht mal mein richtiges Ich. Harry Potter ist der Junge-der -Lebt. Der Goldene Junge von Gryffindor. Dumbledore's Mann. Ich hasse das. Ich meine, es ist als wäre Harry Potter ein Charakter in dem Lieblingsmärchen der Zaubererwelt und sie alle haben diese irrationalen, irritierenden Erwartungen von mir. All dieser Müll mit den Zeitungen ist nur ein weiteres Level davon. Die Leute scheren sich einen Dreck um mich, sie wollen nur weitere Geschichten von Harry Potter lesen. Ich habe Harry Potter satt", endete Harry mit einem verstimmten Seufzen.

„Und du denkst, Evan Harris zu werden hilft dir dabei?"

„Hat Voldemort zu bekommen und Tom Riddle weg zu werfen geholfen?"

„Hmm. Ich denke ich kann dich nicht dafür verurteilen eine neue Identität zu wollen. Würdest du es vorziehen wenn ich auch privat anfange dich Evan zu nennen?"

„Du kannst mich im privaten nennen wie du willst. Es stört mich nicht wirklich wie du mich nennst. Du kennst mich. Du kennst mein wahres ich, wenn du mich also Harry nennst bin ich nicht Harry Potter, Junge-Der-Lebt. Ich bin nur... Harry. Aber ich denke es wäre nett auch Evan zu sein... Auf jeden Fall lässt du mich dich Tom nennen und ich liebe, dass du es mir erlaubst. Es fühlt sich... bedeutend an", Harry verstummte mit einem Flüstern. „Nenn mich wie du willst, mir ist alles recht."

Für eine Minute lag die Stille in der Luft und Harry fragte sich ob er einen Fehler gemacht hatte, seinen innersten Gedanken eine Stimme zu verleihen.

„Es ist bedeutend, Liebling", gab Tom schließlich zu und Harry lächelte, wegen des Zugeständnisses sowie auch des Kosenamens. Tom sagte es in letzter Zeit immer häufiger und Harry liebte es.

Sie waren für eine weitere lange Minute still, ehe Tom wieder sprach. „Heute Nacht um Mitternacht werde ich die Todesser zu mir rufen. Ich würde dich gerne eine Stunde eher hier haben. Ihre Male werden sie direkt in die Eingangshalle schicken und das ist der einzige Ort innerhalb der Schutzzauber, an dem sie Apparieren können. Ich möchte, dass du sie in den Ballsaal führst, sobald sie ankommen."

„In Ordnung", sagte Harry.

Tom zog seinen Zauberstab heraus und nach einem Schlenker kam eine Box von seinem Schreibtisch zu ihnen geflogen. Tom stoppte mit seiner Massage und Harry erhob sich aus seiner bequemen liegenden Position, um sich hinzusetzen, während der ältere Mann sich zurück lehnte und seinen Arm hinter Harry auf die Lehne legte. Harry schnappte sich die Box aus der Luft und öffnete sie. Darin befand sich, was aussah wie eine feine, nachtschwarze Robe. Als er die Roben herausholte, entdeckte er auch die Maske die darunter lag. In einem Chromsilber, bestickt mit Verzierungen.

Sein Herz stoppte für einen Moment, ehe es enorm beschleunigte.

Es war seine Todesseruniform.

Die Maske war allerdings anders. Sie war nicht wie die Masken die er schon gesehen hatte. Anstatt einer Vollmaske, war seine eine venezianische Halbmaske. Sie verdeckte nur die obere Hälfte seines Gesichts und besaß eine Einbuchtung für die Nase. Außerdem war sie Silber anstatt Knochenweiß, so wie die Masken die er im vergangenen Herbst bei der Weltmeisterschaft erblicken konnte.

Zugegeben, jede der Todessermasken war auf ihre eigene Weise einzigartig, aber es waren alles Vollmasken und sie waren alle weiß. Er hatte noch keine gesehen, die nur die Hälfte des Gesichts abdeckte. Das würde die unter Hälfte seines Gesichts völlig frei lassen.

„Wunderschön", flüsterte Harry ohne es überhaupt zu bemerken. Er sah auf und blickte Tom in die Augen. „Sie ist allerdings anders."

„Du bist kein einfacher Todesser. Selbst Evan Harris wird nicht nur einer meiner Anhänger sein", meinte Tom.

Die Bedeutung davon nicht ganz begreifend, runzelte Harry die Stirn. „Was meinst du?"

„Du wirst als mein persönlicher Assistent bekannt werden und als mein... Lehrling. Die anderen werden von deinem speziellen Rang heute Nacht bei der Versammlung in Kenntnis gesetzt."

Harry starrte ihn mit offen stehendem Mund an, zu verblüfft und überwältigt um etwas sagen zu können.

„Du hast viel für mich getan, Harry. Deine Dienste, Loyalität und Opfer werden angemessen belohnt werden."

„Nur hier mit dir zu sein ist Belohnung genug", flüsterte Harry kopfschüttelnd.

„Und das ist nur ein weiterer Grund...", sagte Tom, seine freie Hand strich zärtlich über Harry's Wange. Harry schloss seine Augen, lehnte sich genießend in die Berührung und seufzte zufrieden.

„Heute Nacht wird meine Rückkehr schließlich bekannt gegeben. Heute Nacht nehme ich den ersten Schritt in Richtung Neuaufbau meiner Armee, der Übernahme der magischen Welt und der Erfüllung meiner Aufgabe und du wirst dabei an meiner Seite stehen."

Harry stieß zittrig die Luft aus als er versuchte seine Gedanken um die enorme Tragweite dieser Aussage zu wickeln. Es erfüllte ihn mit so einem starken Gefühl und er wollte nichts weiter als einen dieser langen Finger zu küssen, welche gerade die Seite seines Gesichts liebkosten.

Stattdessen, war das nächste was beide wussten, wie ihre Lippen aufeinander gepresst waren und sie aneinander zogen, in dem Versuch noch näher an dem Anderen zu sein.

Schweres bebendes Atmen, geschwollene Lippen, markiertes Fleisch und zerzaustes Haar war gefolgt von dem Gefühl von Tom's starken Händen auf Harry's Hüfte und er wurde in Tom's Schoß gezogen, sodass er mit gespreizten Beinen auf dem älteren Zauberer saß. Keuchende Atmung, leidenschaftliches Wimmern und langes stöhnen erklang von den Beiden als sie verzweifelt versuchten die Spannung zwischen ihnen noch weiter in die Höhe zu treiben. Roben wurden plötzlich krampfhaft entfernt und Knöpfe ungeduldig aufgeknöpft um den frustrierenden Stoff der sie noch trennte endlich loszuwerden. Gewispertes Flehen und Namen wurden gehaucht und rhythmisch ausgerufen als Fleisch von einer warmen, langfingrigen Hand ergriffen wurde und sein Haar heftig von dem Anderen gezogen wurde.

Durch seinen heftigen, lustgefüllten Rausch schaffte es Harry sich durch Tom's Hosen zu graben und die Länge des anderen Mannes zum ersten Mal zu ergreifen. Das Geräusch das aus Tom's Kehle folgte war Euphorie pur in den Ohren des jüngeren Zauberers und er wusste in diesem Moment, dass er sein ganzes Leben mit dem einzigen Ziel leben könnte, dieses Geräusch immer und immer wieder zu hören und ein glücklicher Mann zu sein.

Harry kam hart, keuchte harsch in Tom's Hals und klammerte sich an den Älteren als würde sein Leben davon abhängen. Der andere Zauberer folgte ihm schnell, sein lustvolles Stöhnen gedämpft durch Harry's Haare. Er hatte sich noch nie so zu jemanden hingezogen gefühlt, so im Einklang und so Verbunden... so Verstanden. Er bedeutete diesem Mann etwas. Er war um ihn besorgt wenn er verletzt war. Dieser Mann wollte Harry an seiner Seite haben, während er die Welt eroberte.

Als er sich an Tom klammerte und sich langsam von seinem euphorischen Hoch herunter kam, hallte nur ein einziger Gedanke in seinem Kopf wider.

Ich verliebe mich in dich, Tom...

Aber er konnte es nicht sagen. Er konnte die Worte nicht aussprechen weil er sich zu sehr fürchtete. Fürchtete sich davor diesen perfekten, seltsamen Augenblick mit Tom zu zerstören. Er würde nicht derjenige sein der das hier kaputt machte. Dafür braucht er es zu sehr. Er brauchte Tom. Also klammerte er sich stattdessen noch heftiger an ihn, während sich seine Atmung langsam normalisierte.

Sie lösten sich von einander und Tom säuberte sie mit einem einfachen Schlenker seines Zauberstabes. Sie verbrachten noch eine Weile damit die Pläne für den heutigen Abend zu besprechen, ehe sie beschlossen, dass Harry seine Todesseruniform im Anwesen lassen würde. Er würde sie dann anziehen wenn er heute Abend hier her kam.

Tom half Harry die Treppen runter, stirnrunzelnd über Harry's Hinken und zauberte seinen Knöchel schließlich Taub. Er eskortierte Harry in die Zeitumkehrer-Kammer, wo sie noch einen letzten leidenschaftlichen Kuss teilten, ehe Harry in der Kammer verschwand.

Als Harry aus Madam Pomfrey's bösen Klauen zum Abendessen endlich befreit war, fühlte er sich unglaublich erleichtert. Sein Hinken war fast verschwunden und er fühlte sich nicht mehr annähernd so schwindlig wie früher. Ein paar weitere Stunden Ruhe und ein paar Tränke hatten ihm wirklich gut getan.

Die Große Halle verstummte vollkommen als er seinen ersten Schritt hinein setzte und nur wenige Sekunden darauf brach der Gryffindor-Tisch in tosendem Gejubel aus und begann zu applaudieren. Harry stand da, blinzelnd und völlig geschockt, während er versuchte sich zu erinnern worum zur Hölle es noch mal ging. Dann fingen auch die Ravenclaws an zu klatschen und auch die Hufflepuffs folgten widerwillig. Die Slytherins hingegen fielen nicht mit ein, in der Tat sahen ihn einige sogar höhnisch an. Schließlich dämmerte es Harry, dass er ja nun der Tri-magische Champion war und den Pokal für Hogwarts gewonnen hatte.

Er kam nicht umhin und schnaubte über die Unterstützung die ihm die Schule nun so enthusiastisch entgegen brachte, wenn sie ihn eigentlich völlig verstoßen hatten nachdem er zur Teilnahme gezwungen wurde. Er ging zu seinem Haustisch rüber und setzte sich auf eine leere Bank neben Hermine und gegenüber von Ron. Ginny gesellte sich zu ihnen und setzte sich auf Harry's andere Seite, von wo aus sie ihn begeistert anstrahlte.

„Madam Pomfrey hat dich also früher gehen lassen?", fragte sie.

Harry betrachtete sie nur mit einem blanken Gesicht, immer noch unsicher darüber wie er auf all das reagieren sollte. „Ähm, ja. Sie hat mich gehen lassen." Sein Blick schweifte über die eifrigen Gryffindors die ihn alle mit Stolz und Selbstgefälligkeit ansahen, dass er sie am liebsten alle verflucht hätte.

„Also Harry, stimmt es, dass du gegen eine gigantische Acromantula gekämpft hast?", rief Seamus Finnigan von weiter unten am Tisch.

„Ja...", antwortete Harry langsam und sah ihn komisch an.

„Stimmt es, dass du es getötet hast?"

„Ja, ich habe die Spinne getötet", erwiderte Harry augenrollend.

„Wie?", rief Seamus.

„Ich hab meinen Zauberstab in ihren Kopf gesteckt und ihn geradewegs mit einem Sprengzauber getroffen", erklärte er in einer Stimme, die man benutzen würde um einem kleinen Kind etwas zu erklären.

„Du bist nahe genug dran gekommen um deinen Zauberstab in ihren Kopf zu stecken?", japste Dean.

„Nun, das war nachdem ich fast alle ihre Beine durchtrennt habe und sie auf den Boden gefallen war."

„Du hast die Beine durchtrennt?", keuchte einer der Fünftklässler. „Wie?"

„Mit einem Schneidezauber."

„Was – diffindo? Diffindo kann durch die Beine einer Acromantula schneiden?", fragte ein anderer Gryffindor.

„Nein, nicht diffindo."

„Was dann?", fragte derselbe Junge als könnte er sich keinen anderen Zauber vorstellen den Harry dafür benutzt haben könnte.

„Uh, ich denke ich habe concisus für die Beine benutzt", gab Harry mit einem übertriebenen Seufzen zu. Das hier zerrte an seinen Nerven. Er frage sich ob er überhaupt noch zum Essen kommen würde.

„Wie zur Hölle hast du concisus gelernt?", rief der Junge erstaunt.

„Sprich schöner!", mahnte ihn die weibliche Vertrauensschülerin aus der sechsten Stufe, sah Harry aber trotzdem mit offensichtlicher Neugier an.

„Errr... einem Buch?", stellte ihm Harry die Frage und sah sie mit einem Blick an der sagte. 'Woher denn sonst, ihr Dummköpfe'.

Sie befragten ihn noch für einige weitere nervigen Minuten ehe Harry die Schnauze voll hatte und ihnen deutlich machte lieber essen zu wollen anstatt noch länger mit ihnen zu reden.

Als sich das Abendessen dem Ende zuneigte, erhob sich Dumbledore aus seinem Sessel und rief zur Aufmerksamkeit.

„Aufgepasst, alle miteinander! Wie ihr euch sicher alle bewusst seid, fand gestern Abend die letzte Aufgabe des Tri-magischen Turniers statt. Drei der Vier Champions mussten direkt nach Verlassen des Labyrinths in den Krankenflügel gebracht werden, weshalb keine richtige Gewinnzeremonie während des eigentlichen Events stattfinden konnte. Und während sich die junge Miss Delacour mittlerweile in ihrem Zuhause in Frankreich ausruht, haben wir heute Nacht noch drei Mitstreiter unter uns, daher werden wir ausnutzen was wir haben.

Vor der Aufgabe letzter Nacht, war Mr. Harry Potter mit einer Punktzahl von 88 auf dem ersten Platz, Cedric Diggory mit 76 Punkten auf dem Zweiten, Viktor Krum mit 72 Punkten auf dem Dritten und schließlich Fleur Delacour mit 60 Punkten auf dem Vierten. Beide, Fleur Delacour und Cedric Diggory, die von ihren Gegnern innerhalb des Labyrinths besiegt wurden und bewusstlos zu uns zurück kehrten, erhalten 10 Punkte jeweils, dafür das sie trotz der Gefahren, das Labyrinth so lange überstanden haben. Viktor Krum verließ das Labyrinth mit minimalen Verletzungen, durch seine Anwendung von beeindruckenden Zaubern. Für seine Bemühungen überreichen ihm die Richter 40 Punkte.

Und schließlich, nachdem er äußerst geschickt das Nest junger Acromantulas beseitigte, gegen einen voll ausgewachsenen Knallrümpfigen Kröters gekämpft, Anti-Gravitations Nebel überwunden, das Rätsel der Sphinx gelöst und einen Kampf gegen eine komplett ausgewachsene Acromantula gewonnen und das Zentrum des Labyrinths in Rekordbrechender Zeit erreicht hat, wird Harry Potter mit 50 Punkten ausgezeichnet!"

Die Halle brach in tobendem Gejubel aus, obwohl Harry wieder den fehlenden Enthusiasmus der Slytherins bemerken konnte. Wenn er aber genau hinsah, konnte er erkennen, dass ihn Draco mit einem recht komischen Ausdruck ansah. Es war kein Hass, soviel war sicher. Harry wusste immer noch nicht ob Draco seinem Vater von Harry's Treuewechsel erzählt hatte, obwohl er ja vermutete, dass er es heute Nacht wahrscheinlich erfahren würde.

„Deshalb, mit einer Punktezahl von 138, wird Mr. Harry Potter zum neuen Gewinner des Tri-magischen Pokals!", rief Dumbledore, grinsend und verrückt funkelnd als die Halle in eine erneute Runde Applaus ausbrach.

Harry bemerkte plötzlich wie er nach vorne gewunken wurde und seufzte widerwillig ehe er aufstand und ein dankbares Lächeln auf sein Gesicht pflasterte. Er ging zum Lehrertisch, wo ihm der Pokal und ein schwerer Sack voller Galleonen von Ludo Bagman übergeben wurde, der den Beutel voller Gold mit hungrigen Augen betrachtete. Harry hielt den Beutel mit eisernem Griff fest und ließ den Mann nicht aus den Augen. Außerdem beschloss er, das Gold zu zählen ehe er es den Weasley Zwillingen überreichte.

Er bedankte sich bei den Direktoren und Ludo Bagman und war überaus dankbar darüber als er sich endlich wieder aus dem Rampenlicht entfernen konnte, ohne vorher eine Art Rede gehalten haben zu müssen.

Ausgebrannt und irritiert über all seine neuen Fans, verließ Harry die Große Halle. Diese Doppelgesichtigkeit fachte seinen Zorn nur weiter an. Glaubten sie tatsächlich, dass er so einfach vergessen würde wie sie ihn behandelt hatten als diese ganze Misere begann?

Er blieb solange wie er konnte im Gemeinschaftsraum, aber seine Bewunderer kamen einfach immer wieder also zog er sich, nachdem es ihm zu viel wurde, in den Schlafsaal zurück. Um halb 11 sicherte Harry die Vorhänge um sein Bett und schlich sich unter seinem Umhang in den Gemeinschaftsraum. Unsichtbar und unbemerkt glitt er aus dem Portraitloch, ohne, dass jemand mitbekam das es sich öffnet und wieder schloss. Stumme Ich-seh-nicht-recht-Zauber verhinderten es.

Er eilte durch die Schule, über die Ländereien und kurz nach 11 Uhr aktivierte er seinen Portschlüssel und tauchte im Riddle Anwesen wieder auf. Er konnte Tom's magische Energie aus dem Ballsaal kommen spüren, ging aber zuerst hoch zum Büro um sich zuerst seine Uniform zu holen. Er betrat den Raum und nahm die Box von einem kleinen Seitentisch, wo er sie früher am Tag hingestellt hatte. Er lächelte zu sich selbst als er sich ihre Eskapaden vom Nachmittag in Erinnerung rief und musste die Bilder von seinem inneren Auge und aus seinem Gedächtnis drängen als ihn ein Schauer von Verlangen durchzog. Er schlüpfte in die schwarzen Roben, zog sich dann seinen Illusionsring auf seinen linken Zeigefinger und spürte, wie sich die Illusion über ihn legte. Die Illusion war teilweise körperlich. Er konnte die Veränderungen auf seinem Gesicht fühlen wenn er es berührte. Er konnte sogar seine Hand durch die langen blonden Haaren fahren, die nun von seinem Kopf hingen. Aber da er in sein Erscheinungsbild eingebunden war, sah er nur seine echte Reflexion, wenn er in den Spiegel sah.

Schließlich holte er auch die silberne Halbmaske vom Boden der Box hervor und betrachtete sie. Sie war wirklich ziemlich schön. Zumindest dachte er das. Einige einfache fließende Linien waren in die makellose Metalloberfläche eingraviert, von jeder Seite des Nasenrückens, bis hoch zu seinen Augenbrauen.

Mit einem Schlenker seines Zypressenzauberstabs zauberte einen stehenden Spiegel herbei – der andere aus Stechpalme war behutsam innerhalb seiner Tasche verstaut und die Tasche lag hinter Tom's Schreibtisch – und stellte sich davor. An der Maske war eine Art magischer Klebezauber sodass es nicht möglich war, für jeden anderen als ihn selber und dem Dunklen Lord, die Maske von seinem Gesicht zu entfernen. Er musste sie dafür nur aufsetzen.

Wie hypnotisiert starrte er auf sein Spiegelbild. Er sah immer noch sich selbst, nicht seine blonde Erscheinung. Aber nach einem Augenblick, in dem er sich prüfend betrachtete, zog der die Haube seines schwarzen Umhangs über den Kopf und sein Gesicht wurde in Dunkelheit verhüllt. Das Licht wurde von der Chrom-Maske reflektiert und lies sie dadurch noch ätherischer erscheinen.

Der Anblick ließ ihn in perversem Vergnügen erschauern. Er fühlte sich mächtig und gefährlich. Wie eine Macht, die ernst zu nehmen war. Eine Macht, die gefürchtet werden sollte.

Dann begab er sich schließlich in den Ballsaal. Tom war da – oder eher, Voldemort war da. Er hatte sich bereits verwandelt und stand in all seiner knochenweißen, haarlosen und geschuppten, schlangenähnlichen Herrlichkeit im Zentrum des Raums. Der Mann fühlte sich durch die Parselmagie stets so überwältigend an, wenn er in dieser Form war und Harry spürte wie ihm von der ausgehenden Macht leicht schwindlig wurde. Es war berauschend und brachte das stärkste Verlangen in ihm hervor, den Mann küssen zu müssen.

Er war ziemlich erleichtert darüber sich von dem Mann auch in dieser Form noch angezogen zu fühlen, obwohl es ihn sich wundern ließ ob da nicht etwas total falsch mit ihm war. Denn – ernsthaft – Voldemort schien völlig monströs und furchteinflößend. Es gab nichts an seinem Erscheinungsbild das von jemandem in völliger geistiger Gesundheit als Attraktiv gesehen werden sollte. Gut, vielleicht seine Macht. Aber sich zu seiner Macht hingezogen zu fühlen war nicht ganz dasselbe. Harry fühlte sich immer noch zu ihm angezogen. Zu Voldemort. Zu Tom. Harry konnte wirklich keine logische Beschreibung für seine Gefühle finden, also gab er es als hoffnungslosen Fall auf und schob diese Gedanken beiseite.
Tom war mit den Vorbereitungen für das Treffen abgelenkt. Er hatte in der letzten Woche zwei weitere Verträge für Hauselfen abgeschlossen und zusammen mit Mixey hatten sie daran gearbeitet das Anwesen in eine makellos saubere Kondition zu bringen. Mittlerweile waren sie auch schon dabei das Land um das Anwesen in einen ansehnlichen Zustand zu bringen. Aber das würde länger dauern und es war ja nicht so dass die Todesser das Land um das Anwesen heute zu sehen bekommen würden.

Harry stand beobachtend im Ballsaal und half Voldemort wann immer er nach Hilfe verlangte. Der Dunkle Lord sprach zum größten Teil zu sich selbst als plante er einige Dinge und immer wenn es angemessen schien, gab Harry seine Meinung dazu ab. Voldemort zeigte es nach außen hin nicht sehr, aber Harry wusste, dass der Dunkle Lord es schätzte das er hier war.

Barty kam um halb 12 und um viertel vor 12 hatte er sich vollkommen seiner 'Moody' Verwandlung entledigt. Er war zuerst verwirrt darüber gewesen wer Harry war, bis es Harry dämmerte das er ja den Illusionsring trug. Er gluckste und speicherte Barty in den Ring ein, sodass dieser sein wahres Gesicht sehen konnte. Voldemort ergriff außerdem die Gelegenheit Barty darüber zu Informieren, dass er von nun an als Evan Harris bekannt war.

Um zehn Minuten vor 12 zog Voldemort seinen Eibenzauberstab und presste ihn auf Barty's linken Unterarm um die Todesser zum ersten Mal seit seiner Rückkehr zu sich zu rufen. Barty zuckte regelmäßig zusammen und Harry konnte die ersten Anzeichen von Schweißperlen auf seiner Stirn erkennen, aber der Mann grinste trotzdem triumphierend. Plötzlich erwärmte sich Harry's Lederband und Bilder des Anwesens tauchten vor seinem inneren Auge auf. Er keuchte leicht überrascht und grinste Voldemort breit an, der ihm selbst ein heimliches Grinsen zu warf.

Harry war sich nicht sicher gewesen ob sein Portschlüssel auch wirklich aktiviert werden würde, zusammen mit den anderen Dunklen Malen, aber der Gedanke daran, dass es das tat, gefiel ihm sehr.

Harry wusste was seine Aufgabe war und verließ den Ballsaal mit einem schnellen verbeugen seines Kopfes um in der Eingangshalle auf die ankommenden Todesser zu warten.

Er stand lässig an den Torbogen gelehnt, der von der Eingangshalle zum Ballsaal führte. Ein paar Minuten vergingen ehe die ersten Geräusche von Apparition ertönten. Der Mann der nun in der Eingangshalle stand war bereits in seiner schwarzen Todesseruniform und der weißen Vollmaske, welche dunkle Linien eingraviert hatte um die Maske wie einen Totenschädel aussehen zu lassen. Die Person blinzelte ihn überrascht an und Harry nickte ihm knapp zu.

Einen Augenblick später traf noch ein weiterer ein. Die Maske von diesem war auf eine Art dekoriert die Harry an diese Masken aus einem Irrenhaus erinnerten, die mit nur einem kleinen Loch für dem Mund, mit vertikalen Linien die verhinderten, dass etwas von außen eindringen konnte. Wieder nickte Harry dem maskierten Neuankömmling zu, der Harry's Geste nur überrascht beobachtete.

Eine Sekunde später ertönten zwei weitere plops und zwei schwarz gekleidete Figuren waren plötzlich da. Wieder mit einzigartigen Masken als ihr einziges Differenzierungsmerkmal.

„Die Eingangshalle wird sich schnell füllen, ihr könnt euch schon auf den Weg in den Ballsaal begeben", begann Harry plötzlich und lenkte damit die Aufmerksamkeit aller Männer völlig auf sich. Ein weiterer plop und ein Fünfter Mann stand im Raum. Harry zuckte seinen Kopf in Richtung Torbogen. „Hier durch, nach links, den Gang entlang und durch die große Doppeltür. Ich bin mir sicher ihr werdet alle die magische Signatur erkennen um zu wissen wohin ihr gehen müsst."

Die Gruppe tauschte stumme Blicke aus ehe sie sich in Bewegung setzte und an Harry vorbei durch den Torbogen ging.

Nachdem sich weitere Fünf angesammelt hatten wiederholte Harry seine Anweisungen und schickte sie los. Sechs weitere tauchten nach ähnlich kurzer Zeit auf und wurden dem letzten Haufen direkt hinterher geschickt. Vier einen Moment später und dann noch zusätzliche sieben welche die Halle innerhalb von zehn Sekunden auffüllte. Harry war froh darüber die Halle so schnell wie möglich zu leeren, andernfalls würden sie anfangen über sich zu fallen. Mehr und mehr tauchten auf und Harry war beeindruckt über die Menge. Nun ja, sie hatten ja schließlich Monate um sich darauf vorzubereiten.

Schließlich, um fünf nach 12 rief Harry eine der neuen Hauselfen, ein junger, männlicher, namens Kibby und ließ ihn dort für diejenigen die sich verspäteten. Er vermutete das Snape der einzige sein würde, der sich verspätete. Jeder andere der dumm genug sein könnte sich zu verspäten, würde wahrscheinlich auch gar nicht erst auftauchen.
Harry schritt rasch den Gang entlang und betrat den Ballsaal.

Voldemort hatte sich selbst einen aufwendig geformten Silber- und Malachitgrünen Thron errichtet, der auf einem erhobenen Steinplatz stand. Als Harry eintrat sah er wie wohl der Letzte des 'Festzuges' vom Dunklen Lord zurück kroch, sich von ihren Knien erhoben und aufstanden.

Sie küssen seine Roben, erkannte Harry mit einem Mal. Er fragte sich ob er es auch tun sollte. Tom hatte nichts davon erwähnt und es würde ihn nicht im Geringsten stören...

„Ah, mein Lieber Harris... komm zu uns", sagte Voldemort und zeigte eine Spur an hochgezogenen Mundwinkel. Ein kleines Grinsen stahl sich auf Harry's Lippen, aber er meisterte seinen Ausdruck rasch und ging eiligen Schrittes durch den großen Raum, wo er neben Voldemort stehen blieb und sich hin kniete.

„Mein Lord", sagte Harry mit höchster Ehrfurcht und einem gebeugten Kopf.

„Steh auf, Harris und stell dich zu meinen anderen Todessern. Dein rechtmäßiger Platz ist in der ersten Reihe."

Geschwind erhob er sich und ging zu einem freien Platz nahe dem Zentrum in der kleineren, ersten Reihe. Dahinter waren weitere Reihen die sich alle in einem Halbkreis um Voldemort versammelt hatten. Harry bemerkte aus seinen Augenwinkel heraus die platinblonden Haare die unterhalb einer Haube seines Nachbarn hervorlugten und er grinste innerlich, genau wissend neben wem er stand.

Langsam stand Voldemort auf und stieg von dem erhobenen Steinplatz als seine stechenden roten Augen über die Menge schweiften. „Siebenundzwanzig...", begann er in einer tödlich sanften Stimme. „Siebenundzwanzig meiner Anhänger die treu geblieben waren und zu mir zurückgekehrt sind nachdem ich sie gerufen habe."

Er stoppte, verengte seine Augen zu schlitzen. „Oder etwa nicht? Ihr alle seid zu mir zurückgekommen, jetzt da ich wieder meine volle Macht besitze, aber niemand von euch hat mich aufgesucht!", spuckte er in einem leisen, wütenden zischen aus. „Dreizehn Jahre, war ich dazu verdammt zu wandern und niemand von euch kam zu Hilfe...", seine Stimme verstummte und Harry konnte den Schauer der Furcht spüren, der sich durch die Ränge der Todesser schlich, während sich in ihm selbst Begeisterung und eifrige Vorfreude aufbaute.

„Bitte, mein Lord! Vergebt uns!", rief ein mutiger Mann aus der ersten Reihe und warf sich vor die Füße des Dunklen Lords.

„Vergeben?" Voldemort's Stimme war erhoben und wütend und sein Zauberstab war schneller gezogen als es mit den Augen auffassbar war. Die nächsten Sekunden waren gefüllt mit den schrecklichen gequälten Schreien des vermummten Mannes als ihn der Dunkle Lord mit dem Cruciatus folterte.

Harry bemerkte wie sich seine Atmung beschleunigte, er grinste verzückt und sah wie hypnotisiert dabei zu wie sich der Mann auf dem Boden windete. Voldemort's mächtige und berauschende Magie füllte den Raum mit voller Inbrunst. Dann erstarben die Schreie und Harry blinzelte unter seiner Maske, während er seine Emotionen mit aller Kraft davon abhielt, sich auf seinem Gesicht auszubreiten.

„Vergeben?", zischte Voldemort in einem tödlichen Flüstern, unterbrach damit die plötzlich schwere Stille. „Vorläufig mag ich euch vergeben, aber ich werde mit Sicherheit nicht vergessen", spie er. „Dreizehn Jahre in denen ihr alle eure bequemen Leben gelebt habt, nach einer öffentlichen Verleugnung eurer Loyalität zu mir. Flehend und vorgebend von Nötigung, Gedankenkontrolle und Unschuld. Ihr verbrachtet eure Leben in Komfort, verstecktet euch unter euren Feinden und saht zu, wie sie langsam aber sicher unsere Welt mit ihren ignoranten Philosophien und Moral zerstörten. Während ich nichts weiter als ein Gespenst war, gefangen und nicht fähig mich selbst zu retten."

Plötzlich öffnete sich die Tür und einige Köpfe wandten sich instinktiv in die Richtung. Harry war sich sicher, dass einige von ihnen neugierig darüber waren zu sehen wer denn die Nerven hatte einige Minuten zu spät zu kommen.

„Ah, Severus", sagte Voldemort und winkte ihn zu sich.

Severus trat einige Schritte vor und fiel mit geneigtem Kopf auf ein Knie. „Mein Lord."

„Steh auf, Severus", sagte Voldemort und Snape erhob sich von seiner Position, ein paar Schritte vom Dunklen Lord entfernt. „Ich nehme an das alles nach Plan verlief?"

„Ja, mein Lord. Genau wie Ihr es erwartet habt."

„Gut. Stell dich in die erste Reihe."

„Ja, mein Lord", erwiderte Snape als er kurz seinen Kopf verbeugte und dann einige Schritte nach hinten trat um sich auf Harry's rechte Seite zu stellen.

„Bitte, mein Lord!", sagte der Todesser zu seiner Linken, den er eindeutig als Lucius Malfoy identifizieren konnte. „Wir würden es alle gerne wissen. Wie ist dieses Wunder geschehen? Was ist mit Euch geschehen und wo wart Ihr all diese langen Jahre?"

„Wo ich gewesen bin?", höhnte Voldemort leise. „Ich war nicht mehr als ein Echo meiner selbst. Losgelöst von meinem Körper und meiner Macht. Gerade dazu Fähig von den einfachsten Kreaturen denen ich begegnete Besitz zu ergreifen. Ich überstand die Monate und dann die Jahre in einer dunklen Höhle, tief in den albanischen Wäldern. Unfähig einen Zauberstab zu schwingen oder die Magie zu verwenden meinen Körper wiederherzustellen und wartete. Wartete und hoffte darauf das einer meiner treuen Todesser mich suchen würde, aber niemand kam." Voldemort's harte, kalte Augen schweiften, mit wütender Anklage brennend, über sie.

„Warum, frage ich mich, würde niemand zu mir kommen? Sicherlich wussten sie es besser als mich Verloren zu glauben. Meine Anhänger, die wussten welche Schritte ich genommen hatte um mir meine weiter bestehende Existenz zu gewährleisten. Ich, der den Pfad der Unsterblichkeit weiter gegangen war wie sonst niemand! Sicherlich wussten sie es besser als mich Gegangen zu glauben?

Wenn nicht das, dann wählten sie möglicherweise sich der Seite meines Feindes anzuschließen? Um neben diesen Kriechern auf der Hellen Seite zu stehen? Vielleicht entschlossen sie sich, sich mit Dumbledore zu verbünden?"

An dieser Stelle konnte Harry die nicht übereinstimmende Aura von den Anwesenden spüren und einige bewegten sich als wünschten sie gegen diese Annahme argumentieren zu können, besaßen aber nicht den nötigen Mumm oder Idiotie aus der Reihe zu tanzen...

„Dann glauben sie möglicherweise, dass ich besiegt wurde? Zerstört von einem Kind, gefeiert als der Junge-Der-Lebt?", fuhr Voldemort fort und durchbohrte die Anwesenden mit einem stechenden Blick.

„Würdet ihr gerne wissen, was genau eigentlich in dieser Nacht geschehen war, die Nacht vor Dreizehn Jahren?", fragte er und hob eine fragende, haarlose Augenbraue. Die Gruppe murmelte leise vor sich hin, aber niemand erhob seine Stimme zu mehr als einem Flüstern.

„Es war die Magie der lieben Lily Potter", sagte er sanft und Harry sah, wie Voldemort's Augen sich auf Snape richteten. „Es wurde gefragt, ob ich es Lily Potter erlauben würde, weiter zu leben. Es war eine Bitte, für die ich keinen Grund sah sie zu verweigern, da der Mann von dem sie stammte mir gut gedient hatte und mir einen außergewöhnlichen Dienst geleistet hat. Als ich also in dieser Nacht in das Zuhause der Potters eindrang und mich James Potter rasch entledigte, folgte ich Lily Potter hoch in das Kinderzimmer des jungen Harry Potter. Ich gab der Frau die Möglichkeit zu fliehen. Sie musste nicht sterben und ich wünschte mir, sie nicht töten zu müssen. Ich ahnte gar nicht, dass es schlussendlich mein Untergang sein würde. Ihr müsst verstehen, die junge, unschuldige, Helle, Lily Potter führte im Geheimen Blutmagie durch und hatte einen Pakt mit uralter Magie erlassen, den ich nicht vorhergesehen hatte.

Als Lily Potter sich weigerte beiseite zu treten und durch meine Hand starb obwohl es unnötig war, opferte sie ihr Leben im Austausch für das ihres Sohnes. Es kreierte einen Schutz mächtig genug um einen Großteil der Kraft hinter meinem Todesfluch zu reflektieren. Und der junge, fünfzehnmonatige alte Harry Potter erhielt nichts weiter als eine Narbe, während meine Seele von meinem Körper gerissen und in einen Abgrund gestoßen wurde. Jedoch wurde es in diesem Moment zumindest klar, dass eines meiner Experimente in die Natur der Unsterblichkeit erfolgreich war, da ich nicht tot war, obwohl ich es eigentlich sein hätte sollen. Wie ihr seht, meine Diener, hat Harry Potter mich nicht besiegt. Er hat nichts getan. Er war lediglich ein kleines Kind und nichts weiter. Es war Lily Potter, die mir meinen vorübergehenden Untergang bescherte und sie ist tot."

Harry war überrascht, wie wenig Wirkung diese Worte auf ihn hatten als er zuhörte wie Voldemort zu der Menge sprach, aber es wurde für einen kurzen Moment deutlich als sich Voldemort's und seine Augen trafen, dass der Dunkle Lord eigentlich Gefühle der Sorgen hegte. Die Besorgnis hinter seinen rubinroten Augen würde von jedem anderen ungesehen bleiben, aber Harry sah sie und er erwiderte seinen Blick mit einem versichernden Lächeln, welches er nur kurz darauf wieder hinter einer blanken Maske versteckte.

Voldemort konzentrierte sich wieder auf seine versammelten Todesser und fuhr auf der Stelle fort. „Der Junge-Der-Lebt ist ein Märchen. Er ist ein Charakter der Fantasie, kreiert vom Licht und an ihre Kinder weitererzählt als eine Bett-Geschichte um ihnen falsche Hoffnungen zu bereiten. Er existiert nicht. Einige von euch sind sich über die Prophezeiung bewusst, die mich dazu veranlasste mich auf die Potters zu konzentrieren. Sie tauchten unter Dumbledore's Schutz unter, da eine Seherin vorhersagte, dass ihr Kind mit den Kräften geboren werden würde, mich zu besiegen."

Er stoppte und die Anwesenden des Raumes hielten gespannt ihren Atem an.

„Es war eine Lüge", höhnte er dann. „Diese ganze Sache wurde von Dumbledore zusammengebraut, ein ausführlicher Plan um zu versuchen, dass ich mich selbst vernichte. Die Prophezeiung, die davon spricht das Harry Potter für meinen Fall verantwortlich sein würde, ist eine Lüge."

Dumpfes Gemurmel brach aus, wurde aber von einem scharfen Blick des Dunklen Lords sofort unterboten.

„Was ist mit Harry Potter, mein Lord?", fragte Lucius und Harry konnte spüren. dass da mehr an der Frage war als er eigentlich aussprach. Snape warf einen Seitenblick auf die Position neben Harry und sah Lucius für einen Augenblick an, ehe er seinen Blick wieder nach vorne richtete. Harry wusste das keiner der Beiden eine Ahnung hatte wer er gerade war und zwang sich sein Grinsen zu unterdrücken.

„Ah, ja. Potter", begann Voldemort bedächtig. „Es ist gut, dass du fragst, Lucius. Es ist eine Angelegenheit von größter Wichtigkeit, die ich mit euch heute besprechen muss. Harry Potter", begann er mit einer Pause für einen dramatischen Effekt, „darf nicht angefasst werden. Unter keinen Umständen soll sich ihm einer von euch nähern. Unter keinen Umständen, sollt ihr ihn angreifen. In Bezug auf Harry Potter habe ich bereits Pläne in Bewegung und ich möchte nicht, dass sie wegen eurer Einmischung fehlschlagen.

Sollte ich jedoch darüber erfahren, dass einer von euch dafür verantwortlich war, Potter zu verletzten oder zu attackieren, ohne meinen eindringlichen Befehl, wird derjenige aufs höchste Bestraft", zischte er bedrohlich und seine Augen leuchteten dabei hellrot. Die Versammelte Menge erschauerte.

„Nun zurück zu wichtigeren Angelegenheiten. Wie ihr sehen könnt, bin ich schon seit einiger Zeit zurück. Ich habe heimlich und langsam angefangen Vorbereitungen zu treffen. Meine wunderbare Rückkehr, wie du fragtest, lieber Lucius, ist das Ergebnis dreier treu ergebener Anhänger. Wurmschwanz, tritt vor!"

Wurmschwanz zuckte auf seinem Platz am Rand der ersten Reihe zusammen und trat ein paar zittrige Schritte mit gebeugtem Kopf nach vorne.

„Wurmschwanz war der einzige von Euch der mich aufgesucht hat. Er kam zu mir, fand mich als ich durch die Tiefen der albanischen Wälder streifte. Es war durch seine anfängliche Hilfe, sodass ich in der Lage war meine Pläne in Bewegung zu setzen. Aber selbst Wurmschwanz hat mich nicht aus Loyalität aufgesucht. Nein. Wurmschwanz kam zu mir um Schutz vor jenen zu suchen, die er beschlossen hat zu verraten. Er kam aus Furcht zu mir." Wurmschwanz zuckte erneut zusammen. Ein leises Wimmern drang zu Harry's Ohren.

„Trete zurück, Wurmschwanz", sagte Voldemort mit Abscheu in seiner Stimme. „Barty!"

Barty trat von seinem Platz, vier Plätze von Harry entfernt, groß und stolz. „Barty Crouch hier allerdings, ist ein wahrlich treuer Untergebener. Er nahm eher Askaban in Kauf, anstatt mich als seinen Meister und Lord zu verleugnen. Für ein Jahr litt er dort, bevor er heimlich von seinem kürzlich verstorbenen Daddy rausgeholt wurde", endete Voldemort gehässig. „Er litt für ein Jahrzehnt, befreite sich schließlich und kam zu meiner Unterstützung. Er hat mir in diesem letzten Jahr gute Dienste geleistet und wird dafür angemessen Belohnt werden."

„Vielen Dank, mein Lord", erwiderte Barty mit tief verneigten Kopf, bevor er aufstand und zurück in die Reihe ging.

„Und schließlich, stelle ich euch jemand Neues vor. Jemand der mir seine Loyalität und Kostbarkeit auf eine Weise bewiesen hat, wie es keiner von euch je erreichen könnte. Jemand der Dinge für mich getan hat, die womöglich niemand sonst für mich tun könnte und der sich mir gegenüber vollständig bewährt hat. Er ist noch jung, aber ihr alle werdet ihm mit angemessenem Respekt gegenüber treten!", begann Voldemort mit einer festen Stimme und stoppte dann um seine Augen über die Menge schweifen zu lassen.

„Evan, tritt vor", befahl Voldemort letztendlich und Harry trat einige Schritte vorwärts und blieb direkt vor dem Dunklen Lord stehen. „Hiermit möchte ich euch allen meinen Lehrling vorstellen, Evan Harris." Voldemort ergriff Harry's Schultern und drehte ihn zur Menge. Herumgewirbelt, verneigte er kurz seinen Kopf und stand dann wieder mit gestrafften Schultern vor ihnen.

Es war eindeutig, dass die Todesser von dieser Ankündigung sprachlos und verblüfft waren und Harry konnte sein leicht selbstgefälliges Grinsen nicht ganz verstecken, welches sich auf seinem Gesicht ausgebreitet hatte während er in die Gruppe der Todesser blickte.

„Evan wird für die nächsten Monate hier im Anwesen wohnen. Er wird als mein persönlicher Assistent agieren, sowie sich zusätzlicher Aufgaben annehmen. Wenn es vorkommt, dass ihr hier im Anwesen seid um einen Bericht abzugeben und ich bin, auf welche Weise auch immer, verhindert, werdet ihr die Informationen bei Evan hinterlassen und er wird sie mir schnellst möglich überbringen. Und nun..." Voldemort stoppte erneut über die Menge blickend, eine Hand auf Harry's Schulter legend um anzudeuten, dass er sich zurück in die Reihe stellen sollte. Harry wirbelte rasch herum, verneigte seinen Kopf und trat zurück in die Reihe.

„Einige von euch haben es geschafft innerhalb des Ministeriums eine Position zu beziehen. Das erfreut mich zu hören. Ich möchte, dass diejenigen so viele Informationen wie möglich vorbereiten, über eure Abteilung, die Arbeit, mit welchen Leuten ihr zusammenarbeitet und über jene über die ihr Einfluss ausübt und mir einen Bericht davon bringt. Ich werde jeden einzelnen von Euch individuell treffen um eure Informationen zu besprechen.

Viel Zeit wurde verschwendet. Während ich dazu verdammt war in den Abgründen zu wandern, nahm das Licht enorm an Macht zu. Sie verabschiedeten Gesetzgebungen und etablierten neue Abteilungen, die unsere Grundsätze in der Gesellschaft schwächten und uns verletzlich gegenüber den Muggeln machte. Die ungeheuerlichen Taten dieser Idioten die an die Macht kamen müssen behoben werden!", zischte er. „Wir müssen schnell Handeln, aber es muss hinter den Kulissen bleiben bis wir uns richtig vorbereitet haben. Es ist ein Krieg, der anfangs in den Schatten geführt wird, aber wenn wir erst einmal bereit sind, werden wir rasch die Kontrolle übernehmen und sie uns mit eiserner Hand sichern!

Unsere Mission ist von höchster Priorität! Die Zaubererwelt ist in größerer Gefahr als sie realisieren und es wird nicht durch unsere Hand sein, durch die sie Fallen werden, sondern durch ihre eigene! Sie zerstören uns allmählich und ziehen uns mit in die Tiefe. Durch ihre idiotische Regierung werden wir alle verschwinden, wenn die Muggel Wind von uns bekommen und sich entschließen sich gegen uns zu stellen. Wir müssen die Kontrolle über das Ministerium, das Zauberergamot und schließlich auch Hogwarts übernehmen. Ein neuer Tag bricht an, meine treuen Untergebenen. Mit euch an meiner Seite, werde ich unsere Welt erneuern und sie in neue, glorreiche Zeiten führen!"

Das Treffen ging noch eine ganze Weile weiter. Harry wurde irgendwann dazu aufgefordert sich neben Voldemort auf die erhobene Steinplattform zu setzen und sich Notizen zu machen. Er beschwor Pergamente und Feder und begann damit spezifische Dinge aufzuschreiben, für die sich Voldemort zu ihm lehnen würde um sie ihm leise zuzuflüstern als der Dunkle Lord individuell mit den einzelnen Todessern sprach. Zum Großteil waren diese Notizen Erinnerungen daran gewisse Dinge zu untersuchen oder vorzubereiten und nützliche Objekte, die er für gewisse Spionage Zwecke herstellen könnte.

Die hinterste Reihe wurde zuerst entlassen, nachdem sie kurz ihre Berichte erstatteten und ihnen spezifische Aufgaben zugeteilt wurden. Das was übrig war, dachte Harry, war wohl Voldemort's Innerer Kreis. Noch mehr Dinge wurden besprochen und noch mehr Aufgaben wurden erteilt. Von jeder anwesenden Person wurden einige Bericht über verschiedene Informationen erwartet, die sie später zu bringen hatten. Als Harry da saß und damit beschäftigt war Dinge auf seine Pergamente zu schreiben, bemerkte er wie er von einigen Leuten spekulativ beobachtet wurde und einige ihn verächtlich anfunkelten. Es war klar, dass jene im Inneren Kreis weniger vergnügt darüber waren, dass so plötzlich ein ihnen unbekannter Jüngling wie aus dem Nichts auftauchte und plötzlich den Titel eines 'Lehrlings' inne hatte. Die bloße Idee daran, dass sich der Dunkle Lord einem Lehrling annahm war gänzlich unbekannt und ließ bei einigen zweifellos viele Fragen aufkommen.

Die einzige Person unter den Todessern, die im Moment, neben Voldemort, in Harry's Illusion eingespeichert war, war Barty. Selbst Wurmschwanz war ignorant über Harry's wahrer Identität.

Als die Nacht voranschritt wurde ein Todesser nach dem anderen entlassen bis nur noch Lucius, Snape und Barty übrig waren. Wurmschwanz wurde schon vor langer Zeit in seinen Raum geschickt. Irgendwann während der langen Berichterstattung war auch Nagini in den Raumgekrochen gekommen und lag momentan vor Voldemort's Füßen.

Der Dunkle Lord wurde gerade fertig Lucius in seinen Auftrag einzuweisen und es war der offensichtlichste Moment für ihn nun zu gehen, aber man konnte ihm deutlich ansehen, dass es ihn juckte eine Frage zu stellen.

Voldemort grinste über sein Zögern. „Gibt es etwas worüber du mit mir sprechen möchtest, Lucius?"

„Ich habe ein... merkwürdiges Gerücht gehört, mein Lord", begann Lucius mit leicht verneigtem Kopf. Seine Augen huschten kaum merklich zu Snape und dann zu Barty.

„Hast du das? Worüber?"

„Über Harry Potter, mein Lord", erklärte er. Wieder sah er kurz zu den Beiden und warf dann auch 'Evan Harris' einen recht misstrauischen Blick zu. „Vielleicht könnte das Privat besprochen werden, wenn Ihr fertig mit den anderen seid?"

„Das wird nicht nötig sein, Lucius. Jeder noch Anwesende in diesem Raum ist sich bereits im Klaren worüber du nachfragst", erwiderte Voldemort amüsiert. Schreck und Überraschung huschte durch Malfoy's unverdeckte Augen und brachte Harry dazu seinen Kopf zu senken um sein Grinsen zu verstecken. Offenbar war er nicht sehr erfolgreich dabei, da Lucius ihn nun böse anblitzte.

„Gehe ich richtig in der Annahme das dein Sohn Draco mit der Andeutung zu dir kam, dass der Junge-der-Lebt zum Jungen-Der-Die-Seiten-Gewechsel-Hat wurde?", fragte Voldemort sorglos.

„Ja, mein Lord. Ich hatte allerdings meine Zweifel über die Gültigkeit dieser Annahme. Es lag die Vermutung nahe, dass Potter nur versuchte Draco dazu zu bringen Dinge zuzugeben die man besser nicht vor jemanden wie Potter zugab. Jedoch erwähnte Potter ein Datum, der 20. März und deutete an, dass mein Mal an diesem Tag reagiert haben muss. Was es natürlich hat – kann ich annehmen, dass es die Nacht Eurer Wiederauferstehung gewesen war, mein Lord?"

„Das ist Korrekt."

„Als Draco Potter fragte woher er sowas wissen konnte, erwiderte dieser für das Ritual anwesend gewesen zu sein..." Lucius ließ seinen Satz in eine unausgesprochene Frage ausklingen.

„Er war", bestätigte Voldemort. Lucius blinzelte und es war selbst mit der Maske ersichtlich, dass der Mann sprachlos war.

„Er... war?"

„Potter hat sich mir angeschlossen. Er spielte eine entscheidende Rolle in dem Ritual, welches meinen Körper und magischen Kräfte wiederherstellte. Er arbeitet im geheimen gegen Dumbledore und die Veränderung in seinen Loyalitäten muss unter allen Umständen geheim gehalten werden."

„Ja, mein Lord!", sagte Lucius der sich nur gerade so von seinem Schock erholt hatte. Seine Lippen zitterten ein paar Mal als suchte er nach den richtigen Worten, unsicher wie er seine Frage stellen könnte ohne verflucht zu werden. „W-wie..."

„Wie es kam, dass Harry Potter auf meine Seite wechselte?", frage Voldemort leicht grinsend.

„Ich muss zugeben, mein Lord, dass ich auch verzweifelt versuche zu verstehen wie es geschehen konnte", fügte Snape hinzu.

„Hat Potter es dir nicht erklärt als er dich für mich aufsuchte?", fragte Voldemort sorglos und Lucius' Augen weiteten sich hinter seiner Maske als sich sein Blick geschockt auf Snape richtete.

„Das... hat er", erwiderte Snape langsam. „Er sagte, dass seine Teilnahme am Turnier durch Euch zustande kam. Der ursprüngliche Plan war es ihn während der letzten Aufgabe zu entführen, um mit Gewalt an sein Blut für das Ritual zu kommen, welches Euren Körper wiederherstellen würde."

„Das ist Korrekt."

„Jedoch sagte er auch, dass er über das Jahr hinweg zu einigen Erkenntnissen gekommen war, genauso wie er Eure Pläne entdeckte."

„Wieder korrekt. Die Erkenntnis, dass die Prophezeiung eine Fälschung war und sie von Dumbledore in dem Versuch erschaffen wurde mich zu zerstören, gab uns keine offensichtlichen Gründe, weiterhin zu versuchen uns gegenseitig umzubringen. Wir realisierten, dass unsere Bemühungen weitaus besser genützt werden konnten wenn wir zusammen auf das Ziel hinarbeiten, unseren gemeinsamen Feind – Albus Dumbledore – aus den Weg zu räumen."

Harry Potter betrachtet Dumbledore als seinen Feind?", fragte Lucius nach als könnte er nicht glauben was er hörte.

„Wir sind uns völlig im Klaren über das Ausmaß der Doppelzüngigkeit zu der Dumbledore Fähig ist. Außerdem ist er bemerkenswert geschickt darin jene in seiner Nähe zu täuschen. Unglücklicherweise für Dumbledore, ist Harry Potter erwacht und hat gelernt die Täuschungen des alten Mannes zu sehen für was sie sind. Er kam aus freiem Willen zu mir, ohne jegliche Nötigung. Er ist mir treu und hat mir bis jetzt gut gedient.

Es stimmt das er Fehler gemacht hat, aber er war jung und wurde von einem Meister der Manipulation gelenkt. Während seines ersten Jahres als er mich daran hinderte den Stein der Weisen zu erwerben, hatte er keine Ahnung wer überhaupt hinter ihm her war und handelte nur aus dem Grund, weil ihn Dumbledore heimlich in meine Richtung lenkte. In seinem zweiten Jahr kosteten mich seine Handlungen erneut ein extrem kostbares Objekt und resultierten darüber hinaus in dem Tod eines tausend Jahre alten Basilisken, jedoch wurde er nochmals Opfer von den Manipulationen des alten Mannes. Er war eine Erweiterung von Dumbledore's Hand. Er wurde benutzt. Ich gebe ihm nicht die Schuld an seinen Taten. Er war jung, naiv und wurde ausgetrickst.

Er hat seine Handlungen gegen mich bereut und ich habe ihm seine vergangenen Missetaten vergeben, außerdem hat er sich über die, die ihn hintergangen haben, hinweg bewegt und arrangiert sich unter mir zu arbeiten. Seitdem hat er mir bewiesen, dass er zuverlässig ist und sich unserer Sache widmet. Es ist nicht seine Loyalität die ich in Frage stelle. Deine, jedoch, lassen bei mir Zweifel aufkommen."

„M-mein Lord! Ich habe mich immer nur Euch und der Dunklen Seite gewidmet! Ich bin euch immer Treu und untergeben gewesen! Ich-"

„Völlig eigennützig verwarfst du ein mächtiges magisches Artefakt das mir kostbar und unersetzlich war", warf Voldemort harsch, wütend und gehässig dazwischen.

„Dieser Muggel-liebende Narr Weasley versuchte ein Gesetz durchzubringen, welches unserer Seite äußerst geschadet hätte, mein Lord. Ich wünschte lediglich-"

„Ihn zu erniedrigen und zu diskreditieren. Ja, soviel konnte ich selbst sehen, Lucius. Ob deine Handlungen um den Gesetzesentwurf zu einem Fehlschlag wurde oder nicht, ist jedoch bestreitbar. Ich erkenne das Ziel an, jedoch ließ ich das Artefakt mit der Erwartung in deinen Händen, dass du es mit deinem Leben beschützt und stattdessen lässt du es in die Hände der Weißmagier fallen. Deine Taten resultierten in der Zerstörung des Tagebuchs und dafür, wirst du mir vergelten."

Augenblicklich füllten sich Lucius' Augen mit kaum verstecktem Horror und er schüttelte eilig seinen Kopf ehe er sich unterwürfig verbeugte. „J-ja, mein Lord."

„Und nun, Lucius", sagte Voldemort und setzte sich aufrechter in seinen Thron. „Das Schuljahr ist so gut wie vorbei und während des nächsten Schuljahres, wird dein Sohn Potter bei einer Aufgabe unterstützen."

„Natürlich, mein Lord. Was immer Ihr wünscht."

„Bring ihn im Sommer zu mir, sodass ich mit ihm sprechen kann."

Harry erkannte Lucius Unbehagen aus seiner Haltung, aber der Mann versuchte es gut zu maskieren. „Ja, mein Lord. Ich werde ihn zu Euch bringen."

„Gut. Das ist alles, Lucius. Ich erwarte den Bericht von dir innerhalb einer Woche."

„Ja, mein Lord", sagte Lucius als er sich auf ein Knie niederließ und sich verbeugte, dann wieder aufstand. Harry fragte sich wie oft er an diesem Abend die Phrase 'ja, mein Lord' gehört hatte.

„Evan, begleite Lucius in die Eingangshalle und warte dann im Büro auf mich", befahl Voldemort dann und holte Harry aus seinen Gedanken. Harry nickte und stand auf. Er hatte es erwartet. Snape und Barty würden ihre Einweisung für Hogwarts beenden und Befehle für das Ende des Schuljahres erhalten, die Harry dann später noch erfahren würde.

Er rollte die Pergamente zusammen auf denen er sich seine Notizen gemacht hatte und klemmte sie unter seinen Arm. Dann stieg er von dem erhobenen Steinplatz hinunter und stellte sich zu Lucius. Barty, Snape und Voldemort zurücklassend, verließen die Beiden den Raum raschen Schritts.

Zuerst gingen sie Stumm nebeneinander her, aber dann wurde die Stille von Lucius unterbrochen.

„Ich muss zugeben, dass meine Neugierde über Sie mehr als nur geweckt ist", begann er in einem ruhigen Umgangston.

„Oh? Und was über mich würde solch eine Neugierde anspornen?"

„Ich denke nicht davon gehört zu haben, dass der Dunkle Lord jemals einen Lehrling angenommen hat. Es ist gänzlich beispiellos."

„Ah, das."

„Ja, das", erwiderte Lucius knapp und drehte seinen Kopf schließlich mit einem eindringlichen Blick zu Harry. Harry grinste zurück, was dem älteren Malfoy die Augen verengen ließ.

„Es ist eine Position in die ich zufällig gerutscht bin. Ich habe sie nicht absichtlich aufgesucht, aber der Dunkle Lord wünscht mich zu unterrichten."

„Er wünscht Sie zu unterrichten?", wiederholte Lucius ungläubig.

„Es gibt viel über mich das unbemerkt ist", grinste Harry.

„So viel würde ich annehmen, wenn Sie in der Lage waren die Aufmerksamkeit des Dunklen Lords auf sich zu ziehen", erwiderte Lucius und sie kamen in der Eingangshalle zum stehen, wo er seine Augen noch einmal aufmerksam über Harry schweifen lies. Nicht das es etwas Auffälliges zu sehen gab, da sie Beide von Kopf bis Fuß in schwarzen Roben gekleidet waren. Obwohl Lucius' Augen länger auf Harry's halb freigelegten Gesicht verweilten. Der ältere Malfoy war eindeutig von seiner einzigartigen Maske fasziniert.

„Evan Harris, richtig?", fragte er.

„Das ist richtig."

„Sie würden nicht zufällig mit den Tushill Harris' oder vielleicht den Portree Harris' verwandt sein?"

Harry grinste den anderen Mann nur an, blieb sonst aber still.

„Hm", schnaubte Lucius leise. „Nun, vermutlich sollte ich nun gehen."

„Ich vermute Sie sollten es", stimmte Harry zu. „Wenn Sie in diesem Sommer öfter in das Anwesen kommen, werden wir uns wahrscheinlich öfter sehen."

Lucius hob eine einzelne Augenbraue bevor er seine Augen zu Schlitzen verengte. Er nickte knapp und apparierte davon. Harry grinste, gluckste kurz vor sich hin und wirbelte dann herum um im Büro zu warten.