Eiszeit
Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
Die kommenden Tage fand Hermione verstärkt zu ihrer eigentlichen Verfassung zurück und war damit nicht allein.
Nach ihrem heimlichen Besuch war Draco zum späten Nachmittag endlich zu sich gekommen. Noch nicht einmal richtig wach und bei Sinnen, durfte er sich eine schier unaufhörliche Schimpfkanonade von Blaise anhören, die damit endete, dass dem Schwarzhaarigen die Tränen kamen.
„Heulst du?", fragte Draco perplex, aber auch recht erschöpft. Zabini schnaubte.
„Hast du 'nen Knall? Ich heul nicht! Ich hab bloß was im Auge!", motzte er.
„Klar", höhnte Charlie daneben und fing sich zur Strafe einen tödlichen Blick ein.
„Halt's Maul!"
Daraufhin brachen die Sorgen um ihren Freund langsam in sich zusammen, sodass sie sich auch wieder bei den Mädchen blicken ließen.
Auf Ginny waren sie nach wie vor alles andere als gut zu sprechen, die es fürs Erste so hinnehmen musste. Hermione ihrer nahmen sie sich wiederum erleichtert an, was sogar noch mehr wurde, als sich die Löwin bei den Beiden für ihre Hilfe bedankte und nach Malfoy erkundigte.
Diese kleine Frage ließ Blaise zufrieden grinsen, bevor er und Charlie ihr erklärten, dass er sich gefangen hatte und noch etwas Ruhe brauchte. Zudem schimpfte Blaise sanft mit ihr, dass sie ihnen ordentlich Angst gemacht hatte, was Hermione leid tat.
Ginny versuchte im Kommenden, mit Daniels Hilfe, den Orden mittels Telefon zu erreichen. Nur legte ihr Vater in seinem Wahn anfangs ständig wieder auf oder drückte die falschen Knöpfe. Irgendwann gelang es ihr dennoch, mit ihm zu reden. Sie versicherte ihm und ihrer Mutter, dass alles gut gelaufen war, Hermione sich erholte und es auch sonst keine Probleme mit den Jungs gab, was Molly nicht so richtig glauben konnte.
Dass es so war, erkannte mit der Zeit auch Kingsley, den Tonks dazu überredete, vorzeitig nach London zurückzukehren, sie würde alleine zurechtkommen. Als Hermione ebenfalls nach England zurück wollte, um Harry und Ron bei ihrer Suche zu helfen, wurde sie von Blaise und Charlie jedoch nachhaltig festgenagelt.
„Du bleibst schön hier. Du siehst noch immer aus wie Scheiße!", schimpfte Blaise, worauf sie beleidigt die Backen aufplusterte.
„Sonst geht's dir gut?" „Mir ja, dir aber nicht. Du schonst dich noch eine Weile, ansonsten helfen Charlie und ich nach!" „Aber ich muss mit Harry und Ron -" „Vergiss die Pfeifen! Die müssen ohne dich auskommen. Wir haben uns nicht ein Bein ausgerissen, um dir zu helfen, nur damit du dich gleich wieder in Lebensgefahr bringst. Du bleibst hier!" „Ich -" „Sie haben Recht, Hermione", unterstützte Ginny die beiden Jungs in ihrem Eifer und redete ihrer Freundin nochmal ruhig ins Gewissen.
„Du wärst durch alles fast gestorben und bist jetzt auch noch nicht wirklich auf der Höhe. Du bist total ausgemergelt und blass. Harry und Ron geht es bestimmt gut. Sie werden schon auf sich aufpassen, da bin ich mir sicher." „Da hörst du's!", stimmte Blaise ihr energisch zu, sodass Hermione, zwar leicht knurrig, dennoch einknickte.
„Geht doch", freute sich Charlie und verschwand mit einem „Ich sag Sally, sie soll uns Essen machen" in Richtung Küche. Hermione sah ihm jedoch kurz stinkig hinterher, bevor sie resignierte.
Die Drei meinten es nur gut und vermutlich hatten sie auch Recht. Trotzdem fühlte sie sich unwohl bei dem Gedanken, am anderen Ende der Welt in Sicherheit zu sein, während ihren Freunden sonst etwas passieren konnte. Sie machte sich Sorgen um ihre Jungs und auch sonst um alle, die ihr wichtig waren, wobei sich Malfoy immer mal in ihren Kopf stahl.
Inzwischen war er ebenfalls wieder auf den Beinen, ging ihr seither jedoch akribisch aus dem Weg, was sie wahnsinnig machte. Verdammt, sie wollte doch nur mal in Ruhe mit ihm reden! Sie wollte wissen, was ihn zu alldem bewegt hatte? Sie wollte es verstehen und wissen, was in seinem Kopf vor sich ging.
So entdeckte sie ihn schließlich, wie schon die vergangenen Tage, auf der Terrasse, wo er sich der warmen Sonne Arizonas hingab und damit seit langem nicht mehr so blass aussah.
Er hatte, im Gegensatz zu den letzten Jahren, nun wieder etwas mehr Farbe bekommen und schien diese Wärme von oben auch sichtlich zu genießen. Warum konnte sie sich denken, denn die zurückliegenden beiden Jahre waren alles andere als warm gewesen. Nicht für sie und offensichtlich auch nicht für ihn.
,Ich hab die ganze Scheiße nie gewollt', hatte er gesagt. Sie wusste nicht warum, inzwischen glaubte sie ihm das aber. Sie hatte in der kurzen Zeit so viel Neues von ihm mitbekommen und auch so viele unterschiedliche Gefühlsregungen in seinen grauen Augen gelesen, von denen sie immer gedacht hatte, sie würden in ihm nicht existieren.
„Malfoy?", rief sie ihn vorsichtig, da er sie bis eben nicht bemerkt hatte. Auf den Klang ihrer Stimme zuckte er jedoch zusammen und schielte in ihre Richtung. Allerdings konnte er sie nicht sonderlich lange ansehen.
Jetzt, da es ihr wieder gut ging, schaffte er es nicht einmal mehr ihr in die Augen zu sehen, da er jedes Mal, da er es tat, diesen ganzen Horror erneut vor sich aufblitzen sah. Sein Versagen.
Er warf es sich noch immer vor, nicht früher gehandelt zu haben. Dass er all das zugelassen und sie in ihrem Leid so lange allein gelassen hatte. Es quälte ihn, weshalb er sich aufrappelte, um zu gehen. Weg von ihr, wenngleich er ohnehin nicht weit kommen würde. Tonks hatte noch immer seinen Zauberstab und selbst wenn nicht, würden Blaise und Charlie ihn finden und zurückholen.
So verschwand er lediglich mehr im Garten, den Hang hinunter in Richtung See. Hermione folgte ihm kurz unschlüssig mit Blicken, bevor eine leise Wut in ihr hochkochte. Sie wollte Antworten von ihm und die würde er ihr verdammt nochmal auch geben!
„Warte!", rief sie ihm nach, doch er blieb, wie befürchtet, nicht stehen, sondern stapfte stur weiter. Hermione schloss schnellen Schrittes zu ihm auf und bekam ihn am Arm zu fassen. Draco war es wie ein elektrischer Schlag. In der nächsten Sekunde machte er sich ruppig von ihr los.
„WAS?", keifte er, was sie pflegte zu überhören und stattdessen ihrerseits laut wurde.
„Warum rennst du ständig vor mir weg? Warum gehst du mir auf einmal aus dem Weg?", fauchte sie. Seine Augen verdunkelten sich daraufhin um eine Nuance, was sie schlucken ließ, da sie ihn wütend gemacht hatte.
Draco schluckte seine Emotionen jedoch runter und drehte sich erneut um, um zu verschwinden. Damit fing sich Hermione. Ihre Unsicherheit verschwand und machte aufs Neue einer leisen Wut Platz.
„Malfoy!", schrie sie ihm nach, doch er hörte nicht, womit sie ihn gleich wieder ein hatte.
„Verdammt, jetzt warte!" „Lass mich!", zischte er giftig und funkelte sie ein weiteres Mal an. Diesmal hielt sie seinem Blick stand und ihn damit auch an der Hand fest.
„Ich lass dich in Ruhe, aber erst will ich wissen, was das alles sollte!" „Was?", knurrte er.
„Ich denke, das weißt du ganz genau. Warum hast du das alles für mich getan?", fragte sie nun ruhiger, das Brennen in seinem Blick blieb jedoch. Genauso wie er schwieg, sodass sie neu ansetzte.
„Du warst das doch. Der Schatten, der zweimal im Kerker war und mir die Tränke gebracht hat, hab ich Recht?", sah sie ihn ruhig an und gewahrte so ein kurzes Blitzen in seinen Augen, was sie als Jadeutete.
„Warum hast du mir geholfen?" „Wärst du lieber noch dort?", zischte er kalt, worauf sie schluckte und zittrig mit dem Kopf schüttelte.
„N-Nein", zitterte ihre Stimme ebenfalls, als sie an all das zurückdachte. So auch Draco, der es einfach nur vergessen wollte. Ihre Schreie, das Blut, überhaupt ihr geschundener Anblick.
„Warum?", fragte sie stattdessen wieder und versuchte etwas in seinem Blick einzufangen, der nur so sprühte vor Wut und Zorn. Hass, was sie unweigerlich ein Stück vor ihm zurückweichen ließ.
Angst machte sich auf diesen Ausdruck in ihr breit. Eine Angst, die er sah, womit er sich von ihr losriss und den Hang weiter runter wollte. Kurz darauf hatte sie ihn erneut bei der Hand, was ihn fast wahnsinnig machte.
Konnte sie ihn damit nicht einfach zufriedenlassen? Das wäre so viel einfacher. Es wäre so viel leichter und besser, wenn sie ihn wieder abgrundtief hassen und verachten würde.
„WAS!?", schrie er sie stattdessen wütend an, worauf sie all ihren Mut zusammen nahm und zurück schrie.
„Wieso?" „Was interessiert dich das? Sei einfach froh und gut!" „Nein! Verdammt, ich versteh es nicht! Alles! Du entpuppst dich mehr und mehr zu einem Rätsel und ich mag keine Rätsel!" „Ja, na klar. Unsere ach so schlaue Miss Neunmalklug muss ja unbedingt alles wissen und ergründen!", zischte er und brauste noch stärker auf.
„Kannst du dich nicht einfach damit zufrieden geben, dass du nicht krepiert bist, Danke sagen und gut?" „NEIN! Ich will mich damit nicht zufrieden geben! Ich will es verstehen. ... Dich", setzte sie als Letztes wieder ruhiger an, worauf auch seine Wut verschwand und er verbittert meinte: „Das wirst du nie." „Versuch es. Erklär's mir", bat sie und sah ihn aufmunternd an.
Draco musterte sie aber nur kurz. Bitter, bevor er sich umdrehte, und erneut versuchte, sich von ihr zu entfernen. Diesmal ließ sie ihn, im Blick jedoch eine dumpfe Bitterkeit, die zu einer leisen Wut wurde.
„MALFOY!", schrie sie ihm hinterher, doch er zuckte sich nicht. Er lief den Hang ganz nach unten, riss im vorbeigehen noch einen Ast einer kleinen Akazie ab, den er, kaum unten am See, wütend von sich direkt in das klare Gewässer schleuderte. Hermione beobachtete es zunehmend deprimiert vom Garten aus.
Was sollte das? Verdammt, was sollte das? Was zum Teufel stimmte nicht mit ihm? Warum war er jetzt wieder so kalt und abweisend, während er sich die Tage im Cottage beinahe liebevoll um sie gekümmert hatte? Sie hatte ganz normal mit ihm reden können. Ja, er hatte sie sogar etwas geneckt. Er hatte sie angelächelt. Nicht überheblich oder spöttisch, nein. Es war ein warmes Lächeln gewesen. Warm, aufmunternd, offen, fürsorglich und eben auch irgendwie liebevoll. Es waren alles Dinge, die sie nicht von ihm kannte und die sie nun verwirrten. So auch die Tatsache, was er in den vergangenen Tagen für sie auf sich genommen hatte.
„Danke", murmelte sie schließlich. Ein kleines Wort, was der laue Wind ungehört hinfort trug. Sie hatte es ihm noch immer nicht gesagt. Zumindest nicht so, dass er es auch hörte. Es war nur ein Wort. Eines, dessen sie sich schuldig sah, es ihm gegenüber zu äußern. Nur wollte sie gerne wissen, für was sie sich bei ihm bedankte? Für seine Hilfe war das eine. Natürlich dafür! Das andere aber… Sie kannte nach wie vor seine eigentlichen Beweggründe nicht.
Dass er mit dem ganzen Dunkel nichts zu tun haben wollte, war eine Sache. Nur hatte das nichts mit ihr zu tun. Er war ihr doch in keiner Weise zu etwas verpflichtet und trotzdem hatte er all das getan.
Wenn sie es nicht besser wüsste, würde sie glatt auf den Gedanken kommen, er hatte sie irgendwie vielleicht sogar etwas gern. Nur lief gerade diese Vorstellung völlig aus der Reihe, womit sie seufzte und zurück ins Haus verschwand, um Blaise zu suchen. Wenn Malfoy nicht gewillt war, ihr eine Antwort oder gar Erklärung zu liefern, dann vielleicht Blaise. Immerhin war er sein bester Freund. Unter Umständen wurde er aus Malfoys Verhalten schlau.
„Blaise?", rief sie und linste in die geräumige Bibliothek. Er suchte irgendetwas, drehte sich auf ihren Ruf aber gleich freudig zu ihr.
„Hey Süße. Alles okay bei dir?" „Weißt du doch", lächelte sie etwas matt, was ihn misstrauisch stimmte.
„Aber?" „Hm?" „Du hast doch was." „Ja. Es…" Sie seufzte und überlegte, wie und vor allem wosie anfangen sollte?
„Es ist wegen Malfoy." „Was er hat er jetzt wieder gemacht?", stöhnte Blaise halb.
„Nichts. Das ist es ja." „So?", sah Blaise sie erneut skeptisch an, während sie auf und ab ging und sich dabei die Haare raufte.
„Er macht mich wahnsinnig!" „Ist doch nichts Neues", grinste Blaise nun, was sie aufbrausen ließ.
„Nein! Das Warum allerdings. Er ist doch ein Freund?!" „Sicher", grinste er noch immer.
„Dann erklär mir mal, was in seinem blöden Schädel vor sich geht?!" „Was meinst du?" „Was ich meine? Alles! Er hat mich jahrelang wie den letzten Dreck behandelt und noch nicht einmal ansatzweise ein nettes Wort für mich übrig gehabt! Dann aber werd ich gefangen genommen und er kümmert sich plötzlich um mich! Er holt mich aus diesem Horror Haus raus, pflegt mich, ohne irgendwelche gemeinen Sprüche von sich zu geben, und beschützt mich obendrein vor den Death Eatern, anstatt sich selbst in Sicherheit zu bringen! Er redet ganz normal mit mir, lächelt mich sogar an und hätte mir auch seinen Zauberstab gegeben, damit ich mir selber helfen kann. Und als ob das noch nicht genug wäre, bringt er sich selber in Lebensgefahr, indem er diesen Fluch von mir nimmt! Deswegen ging's ihm hinterher doch so scheiße?", funkelte sie den Slytherin aufgebracht an. Als dieser ihr antworten wollte, tobte sie weiter.
„Kaum geht's mir wieder gut, mutiert er zurück zu diesem gefühlskalten Eisklotz! Er geht mir aus dem Weg, egal was ich mache! Er redet nicht mehr mit mir und guckt mich jedes Mal so an, als ob er mir am liebsten an die Kehle springen würde! Der Typ macht mich wahnsinnig! Also was stimmt nicht mit ihm?!", fauchte sie Blaise an, der ein unschuldiges Gesicht machte.
„Ich hab keine Ahnung." „Ach nein?", zischte sie wütend, sodass Blaise seufzte, zu ihr trat und sie sich setzen ließ, bevor er ihr gegenüber Platz nahm.
„Hör zu. Draco ist manchmal etwas … eigen." „Wirklich? Ist mir noch gar nicht aufgefallen", frotzelte sie sarkastisch, was Blaise ein weiteres Seufzen entlockte, der auch nicht verstand, was sein Freund gerade hatte. Warum er nun, wie Hermione sagte, einen auf Eisklotz machte.
„Ich weiß nicht, was er jetzt wieder hat. Ich kann dir nur das sagen, was ich dir und Ginny bereits die ganzen Jahre gesagt habe. Er ist kein so schlechter Kerl, wie ihr denkt. Wenn doch, hätte er das alles nicht gemacht." „Aber warum hat er es getan? Verdammt, Blaise. Er hasst mich! Wie kommt er da auf einmal dazu, mir zu helfen?", kamen ihr allmählich in einer dumpfen Verzweiflung die Tränen.
„Süße, du… Er ist manchmal komisch und alles. Das stimmt schon. Charlie und ich, wir werden auch nicht immer aus ihm schlau. Ich versteh ja auch nicht, was er jetzt wieder hat. Was für dich, denke ich, aber nur wichtig zu wissen ist, ist, dass er kein gefühlskaltes Monster ist. Er … er hasst dich nicht, so wie du denkst. Und… Er hat dir doch gesagt, dass er das mit den Death Eatern nicht gewollt hat." „Ja." „Das war nicht gelogen. Er wollte das wirklich nicht. Sein Alter hat ihn allerdings da reingetrieben und ihm alles aufgezwungen." Also doch, dachte sie, während Blaise weiter sprach.
„Sie haben ihm keine Wahl gelassen. Und das alles, dass… Es hat ihn fertiggemacht. Richtig fertig. Charlie und ich, wir haben zeitweise echt nicht mehr gewusst, wie wir ihm noch helfen können." „Aber was hat das jetzt mit mir zu tun?", sah sie Blaise hilflos an, der ihr gerne die Wahrheit gesagt hätte. Nur würde Draco ihm zum einen den Kopf abreißen, was ihn im Moment seltsamerweise weniger beunruhigte, als mehr die Tatsache, warum sein Freund sich nach allem nun wieder so abweisend verhielt. Er hatte irgendetwas vor und solange Blaise nicht wusste was, würde er auch den Mund halten.
„Ich weiß es nicht, Süße. Du warst aber genauso ein Opfer. Er hasst die. Abgrundtief, das kannst du mir glauben. Er weiß, zu was für Grausamkeiten sie imstande sind. Und denen wollte er dich wahrscheinlich nicht aussetzen", versuchte er sich eine grobe Erklärung aus den Fingern zu ziehen, die alles andere als logisch war. Und doch war es eine Erklärung, die Hermione als kalte Tatsache verinnerlichte. Bitter und auch irgendwie seltsam enttäuscht, womit ihre Hand gedankenverloren an den Anhänger ging.
„Dann war es nur Glück", murmelte sie tonlos, mit Tränen in den Augen, was sich Blaise kaum mehr mit ansehen konnte. Am Ende trat er zu ihr und schloss sie tröstend in die Arme.
„Ich weiß nicht was. Ich hab keine Ahnung, was in seinem Kopf vor sich geht. Er erzählt mir und Charlie auch nicht alles, und… Hör zu, ich red mal mit ihm. Okay?", sah er sie an und strich ihr die Tränen weg.
„Mach dich deswegen nicht fertig. Es ist doch auch eine Menge passiert. Das Wichtigste ist erstmal, dass wir dir helfen konnten und es dir langsam besser geht. Und damit du wirklich wieder ganz die Alte wirst, legst du dich ein bisschen hin und ruhst dich aus." „Blaise, ich -" „Nein. Hinlegen hab ich gesagt. Auch wenn du dich wieder gut fühlst, du bist trotzdem noch angeschlagen. Du bist extrem abgemagert und alles, also gönn dir ein wenig Ruhe. Hier hast du sie." „Aber die anderen…", sah sie ihn verweint an.
„Denen bist du auch keine Hilfe, wenn du vor Erschöpfung zusammenbrichst. Es herrscht noch immer Krieg. Und dem fallen die Schwächsten als erstes zum Opfer. Und zu dieser Gruppe gehörst du im Moment. Das ist das Letzte, was Charlie, Ginny, ich oder sonst wer will. Deswegen bleibst du schön brav bei uns und erholst dich richtig. Hast du mich verstanden?" Sie nickte und zwang sich zu einem kleinen Lächeln, bevor sie Blaise die Arme um die Mitte schlang und sich an ihn schmiegte.
„Danke für alles", flüsterte sie, worauf er sanft lächelte.
„Dafür hat man doch Freunde. Und jetzt mach dir keinen Kopf weiter, Süße. Es findet sich alles. Ganz bestimmt", gab er ihr beruhigend zu verstehen und hauchte ihr einen Kuss auf den Schopf, was sie in ihrer Bitterkeit wieder mehr lächeln ließ. Glücklich darüber, dass sie in Blaise auch so einen liebevollen Freund gefunden hatte, wie in Harry.
Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
