XXXVI. Camp Halfblood - die Ankunft
Ich blickte direkt in eine getrocknete Blutpfütze ich versuchte aufzustehen, war aber offensichtlich festgepappt, noch jedenfalls. Der Regen wusch mir das Blut vom Gesicht, ich rappelte mich auf und blickte auf die Leiche nieder auf der Ich gelegen hatte. Es war die meines alten Freundes, meine Augen fühlten sich mit Tränen des Zorns und der Trauer. Er war zu alt gewesen, warum hatte ich nicht einfach nicht mitgenommen? Warum spielte das Schicksal immer mir solch schreckliche Scherze? Ich begann zu lachen, es war ein schreckliches kaltes Lachen das aus meiner Kehle drang. Offensichtlich hatte die Tatsache, dass ich im Blut meines Freundes gelandet war dafür gesorgt das ich weder überwältigt noch getötet worden war. So hatte Lynn am Ende also doch mich beschützt und nicht umgekehrt. Mein Lachen erstarb wieder, als mir auf einmal schlagartig klar wurde, das ich nun auf mich allein gestellt war. Ich wusste nicht wo meine Freunde waren und ich hatte keine Ahnung wo ich suchen sollte. Ich fand meinen Rucksack nicht wieder, das bedeutete, dass ich kaum noch Waffen besaß und was noch viel schlimmer war, dass unseren Feinden damit unsere Waffentechnik in die Hände fiel. Aus irgendeinem Grund schienen sowohl die griechischen Götter als auch ihr ominöser Feind immer noch der Ansicht zu sein, dass Bögen und Speere zeitgemäße Waffen seien.
Wenn der jetzt aber auf die Idee kam wie wir moderne Schusswaffen einzusetzen würde das einen immensen taktischen Vorteil darstellen. Ich hatte also wohl keine andere Chance als meine Freunde zu finden und den Olympiern den gleichen Ratschlag zu geben. Zumindest Athena würde das vollkommen verstehen, wenn sie denn nicht vollständig den Verstand verloren hatte. Mein Armband befand sich immer noch an meiner Seite, sehr gut. Ich beschloss zunächst einmal zu suchen ob ich meine Freunde noch irgendwo in der Nähe fand. Es wunderte mich andererseits schon ziemlich, dass niemand sich darum gekümmert hatte unsere Leichen zu beseitigen. Nicht einmal den Höllenhunden hatte man das überlassen. Vielleicht wollten sie aber auch nur ein eindeutiges Zeichen setzen. Ich spielte einen kurzen Moment damit mich beim Feind einzuschleusen, verwarf diesen Gedanken allerdings gleich wieder. Es war zu riskant, ganz davon abgesehen das ich einfach nicht vergessen konnte was diese Bestien mir angetan hatten. Ich schlich mich so leise wie möglich von dem Hügel herunter. Ihre Toten hatten sie jedenfalls mitgenommen stellte ich fest. Vielleicht musste ich mein Urteil revidieren, das waren keine wilden Bestien, das waren hochdisziplinierte Militärs, es ist wohl keine Frage was gefährlicher ist oder? Je länger ich suchen musste ohne jemanden zu finden, desto tiefer sank meine Stimmung. Das einzig Gute an der Situation war jedenfalls, dass ich die Leichen meiner anderen Freunde nicht gefunden hatten und das wiederum induzierte eindeutig, dass sie noch leben. Inzwischen hatte der Regen wirklich zu wüten begonnen, es regte laut und Platschen, das Geröll wurde nass und schlüpfrig. Überall bildeten sich Pfützen und nicht zuletzt wurde ich von oben bis unten von kaltem Regen durchnässt. Ich hatte doch einen Taucheranzug unter meine Rüstung ziehen sollen dachte ich während langsam und Sicher kleine Wasserbäche zwischen die Platten meiner Rüstung sickerten. Mein Schlaf war nicht sehr erholsam gewesen und die Rüstung fühlte sich immer noch schwer an. Wo wäre ich wenn ich mich erst einmal verstecken und die Situation überdenken müsste? Vermutlich in dem Hausübergang von gestern, der war ja auch gar nicht einmal so weit weg. Aber nein, das war unmöglich, da hätten meine Leute die Reihen der Gegner durchbrechen müssen und das hätte ich wohl gemerkt. Ich schritt also weiter Richtung Osten, irgendwo dort musste schließlich Camp Halfblood liegen und die anderen hatten sich vermutlich in diese Richtung abgesetzt. Ich schwieg und ließ den Kopf hängen. Es war in diesem Moment ziemlich egal ob mich jemand bemerkte oder nicht. Aber wie das so ist - depressive, Betrunkene und kleine Kinder haben einfach mehr Glück als andere Leute. Ich kam vollkommen ungestört aus der Nähe des Lagers und lief wohl eine halbe Stunde Richtung Osten. Schließlich bemerkte ich einen nur halb eingefallenen Supermarkt. Da sollte ich vermutlich einmal nachsehen. Ich drückte auf mein Armband und hielt mein Schwert in der Hand. natürlich war der Supermarkt dunkel und unbeleuchtet. Ich trat die Türe auf und Trat ein, das Schwert lässig in der Hand haltend. Ich ging weiter Die Regale waren größtenteils umgefallen. Auf einmal hörte ich wie jemand entsetzt die Luft einsog. Sofort blickte ich in ihre Richtung. "Hallo. Jemand da?" fragte ich, meine Stimme klang fast vollkommen normal. Ein Pulk von Gestalten erhob sich und stürzte auf mich zu. Jubelnde Stimmen erklangen und ich wäre von den Füßen gerissen worden, hätten sie mich nicht von verschiedenen Seiten umarmt.
Ich spürte mich unter dem bärenartigen Griff von mehreren Armen fast zerbrechen. "Du lebst." hörte ich Sam seufzen mit ziemlich wässrig klingender Stimme, "Du verdammtes Arschloch bist auf nicht tot zu kriegen" jubelte Dimitrij. "Woooohhooooooo." ertönte von Shigeru der herumheulte wie ein tollwütiger Hund. Percys Stimme hörte ich nicht. "Ahm ja Leute, ich würde mal sagen ich lasst mich mal los." quetschte ich hervor. Ich war schon ein bisschen gerührt, dass meine Freunde mich so vermisst hatten. Nach einer gefühlten Ewigkeit taten sie das schließlich auch. "Bist du verletzt?" erkundigte sich eine schniefende Sam die wohl ziemlich froh war das es hier drin so dunkel war. "Nein - bin ich nicht. Entschuldigt meine Reaktion. Ich weiß ich hätte weiterlaufen sollen." gestand ich ein und ließ den Kopf hängen. Ich hatte mich wie ein Kind aufgeführt, ein zorniges und trauriges Kind. Schweigen. "Halt die Klappe und hör auf mit dem Scheiß!" knurrte Sam ärgerlich. "Wir sollten weitergehen, jetzt wo du wieder da bist. Wir haben niemanden - niemanden mehr auf den wir warten können." stellte sie mit zitternder Stimme fest. "Ja - da habt ihr Recht. Ich wäre schon längst weitergezogen." erklang Percys bebende Stimme aus besagter Ecke. Warum waren sie nicht weitergezogen so wie es sich gehörte. Warum hatten sie auf mich gewartet. Doch wohl nur weil ich vermutlich wichtiger für sie war als unsere Mission, sie hatten wohl immer noch nicht vollkommen verstanden, bis auf Percy. "Danke das ihr gewartet habt. Aber jetzt müssen wir weiter - reden wir nicht über gestern, sondern über Morgen." sagte ich ein wenig niedergeschlagen. Es herrschte betretenes Schweigen, allen hatte Lynn nahegestanden. Er war fast schon so etwas wie eine Großvaterfigur gewesen, außer für Josh und Jane. "Können wir jetzt endlich aufbrechen?" schmollte Jane genervt. Ich war kurz davor ihr zu erzählen was ich von ihrem rücksichtslosen Benehmen hielt, aber es würde eh nichts bringen, dessen war ich mir sicher. "Ja - können wir." gab ich ruhig zurück und richtete mich wieder auf, wobei ich die Luft stark einsog als sich mein geschundener Körper meldete. Also raus aus dem verdammten Supermarkt und vorsichtig weiter. "Du gehst als letzte Jane." sagte ich - sie war die lauteste, sollte sie also selbst zusehen wie sie zurechtkam. Durch ihre panische Reaktion und die ihres kleinen Begleiters waren wir ja erst in diesen ganzen Dreck gekommen. Ich konnte sie nicht für Lynns Tod verantwortlich machen, aber ein Teil von mir tat es dennoch. "Ok." antwortete sie folgsam, offensichtlich hatte sie wohl ein Gespür dafür wann man besser nicht wiedersprach. Wir machten uns auf den Weg , natürlich nutzten wir die Deckung so gut aus wie es ging. Shigeru nutzte inzwischen das aufschraubbare Zielfernrohr seines Scharfschützengewehrs um die Gegend nach Feinden abzusuchen. So mussten wir wenigstens nicht die ganze Zeit schleichen und konnten bei besser zu überblickenden Strecken aufrecht und schnell marschieren. Ich schätzte, dass dies unser Tempo etwa veranderthalbfachte. Dennoch waren wir ziemlich langsam, ich hatte ein Drittel meines Wasservorrats verbraucht und durfte jetzt auch noch Josh und Jane mitversorgen, die natürlich vergessen hatten eine nennenswerte Menge des flüssigen Nasses mitzunehmen. Ich genehmigte mir einen kleinen Schluck Wasser, gerade genug um das Durstgefühl erträglicher zu machen.
Ich hatte keine Ahnung wie lange wir bis zum Camp brauchten und das Wasser das hier auf dem Boden stand würde ich bestimmt nicht trinken. Inzwischen Kamen wir offensichtlich im Zentrum von New York an. Wie abgebrochene Zahnstocher ragten halb eingestürzte Hochhäuser in den Himmel, aber immer noch war die Straße vollkommen frei außerdem führten diese gewaltigen Fahrspuren immer noch weiter. Man schien also wirklich große Hoffnungen auf diesen Tribock zu setzen, oder ich musste mich ziemlich geirrt haben und es handelte sich um etwas vollkommen anderes. Wir nutzten die Straße, da eingestürzte Hochhausteile viele Meter hohe und nahezu unüberwindliche Barrieren darstellten. Wir stießen seltsamerweise auf keinerlei weitere Monstertruppen, bis Shigeru auf einmal die Hand hob. "Da vorn haben wir was, du hattest Recht Jack, die hatten echt einen Riesigen Tribock. Sie spannen das Teil gerade. Die verschießen damit verdammte Roboter!" stellte Shigeru verwundert fest. er überlegte einen Moment, ich konnte mir schon vorstellen was in seinem Kopf vorging. "Kannst du ihnen die Suppe versalzen oder nicht?" fragte ich den Japaner. "Es wird auf alle Fälle Knapp, du weißt das es ab 1000 Meter verdammt knifflig wird, erst Recht bei diesem beschissenen Lüftchen das hier weht. Andererseits ist das Risiko geringer. Ich werd versuchen." stellte er kurzentschlossen fest. "Dimitrij." sagte ich nur und begann eine zwei Mal einen Meter breite Schuttfläche einzuebnen. "Was habt ihr vor, wie müssen zum Camp oder nicht?" erkundigte sich Josh verwirrt. "Wir versuchen einen Tribock zu zerstören." erklärte ich "das heißt, Shigeru versucht es." "Wie das, doch nicht mit seinem Gewehrchen da?" spottete Jane und blickte skeptisch auf den Japaner, der vorsichtig sein Zielfernrohr auf seinem Barett Scharfschützengewehr festschraubt, nachdem er die Standbeine aufgestellt hatte. Ich hielt den Finger in den Wind, der fast nicht vorhanden war. und zog einen Block aus der Tasche auf dem er zu rechnen begann. "Warum schießt er dann nicht?" fragte Josh drängelnd. "Was meinst du warum Scharfschützen im Militär eine Jahrelange Ausbildung machen, er schießt auf über einen Kilometer!" erklärte ich barsch. Das war wirklich ein Irres Vorhaben, Shigeru mochte ja gut sein, aber ich bezweifelte dennoch das er wirklich Weltklasse war, das sagte ich dem Japaner aber nicht. Wir mussten es wenigstens versuchen. Shigeru fummelte an den Einstellungen des Zielfernrohrs herum, überprüfte sorgfältig die Verschiedene Patronen, murmelte etwas, zog des Geschoss aus einer Patronen und ersetzte es durch ein anderes, um einen Hauch schmaleres aus seinem Rucksack und lud diese eine Patrone durch. Ich wartete Gespannt. Er drückte den Kolben fest gegen die Schulter und Atmete tief aus, dann zielte er zehn Sekunden, zwanzig Sekunden, dreißig Sekunde.
Dann drückte er ab. Ein lauter Knall ertönte. Shigeru stand auf. Ich blickte ihn gespannt an. "Und hat es geklappt?" fragte ich. Eigentlich war es eine rhetorische Frage. Ich habe das Halteseil erwischt und es ist zerrissen, dadurch ist der Katapultarm zu früh umgeschlagen und hat einige Monster getötet, ich denke die Reparatur wir einige Stunden dauern. Die ganzen anderen Seile werden vermutlich auch neu gemacht werden müssen." dozierte Shigeru trocken wie Staub. Ich riss die Augen auf, wie gut konnte dieser Mann schießen? Alle wirkten Sprachlos, bis auf Dimitrij. "Hat sich unser Extratraining doch gelohnt kurzer." bemerkte der Russe breit grinsend. Wir begannen zu laufen, sobald sich die Aufregung gelegt hatte würde man nach uns suchen. Gott, das musste man sich reinziehen schießt auf über 1000 Meter ein vielleicht 20 Zentimeter dickes Hanfseil kaputt. Erst nach einer Meile wurden wir langsamer, will heißen Jane klappte zusammen und ich war auch nicht gerade weit davon Entfernt. Mittlerweile dürfte man schon herausgefunden haben was los war und Jagd auf uns machen. "Mann hab ich ein beschissenes Seitenstechen." keuchte Percy, der vorgebeugt dastand und sich die Hände gegen die Seiten presste. "Percy, du hast nicht zufällig noch einen Trumpf im Ärmel oder?" fragte ich ihn mit ebenfalls hechelnder Stimmt. "Nee." antwortete der und zog den Kompass aus dem Rucksack, der die gesamte Aktion irgendwie überstanden hatte. Ein manischer Ausdruck legte sich über sein Gesicht. "Aber wir sind genau in die Richtige Richtung gerannt!" jubelte er und setzte sich langsam in Bewegung. Sam und Shigeru hatten sich Janes Arme um die Schultern gelegt und zogen die Hyperventilierende Halbgöttin langsam weiter ohne darauf zu achten ob ihre Füße irgendwo gegenstießen, dafür waren sie wohl auch schon zu fertig. Hoffentlich hatte man nicht Shigerus Position berechnet. "Sag mal, ist die Kugel irgendwo im Tribock eingeschlagen?" fragte ich Shigeru. Der zuckte mit den Schultern. Ich wertete das besser einmal als ja, das hieß im schlimmsten Fall, dass man uns ziemlich schnell Höllenhunde, Drakainas oder irgendwelche anderen Monster auf den Hals hetzte. "Los, weiter." schnarrte ich und schleppte mich weiter. Dimitrij fluchte, der Rest hatte dafür keine Luft mehr. Während ich mich so dahinschleppte bemerkte ich erstaunt, dass Percy einen richtigen Bart im Gesicht stehen hatte - unwillkürlich fuhr ich mir selbst über die Wangen, nur um festzustellen, dass sich auch dort tüchtig Wolle gebildet hatte. Wir mussten wirklich aussehen wie Penner in Rüstungen, hoffentlich schafften wir es noch bis zum Camp. Ich bemerkte auf einmal, wie meine Haare fast von einem Augenblick auf den anderen durchnässt wurden, ein regelrechter Platzregen kam nieder, für uns war das äußerst Vorteilhaft, da so unsere Spuren eigentlich verwischt werden mussten. "Dankeschön, war auch immer von euch dahinter steckt." bemerkte ich , während ich die Augen schloss und den Regen direkt auf mein verschwitztes Gesicht prasseln ließ, damit der Dreck abgewaschen wurde. Es ist schon merkwürdig, aber kommen euch die Schuldgefühle auch immer in der Dusche hoch. Bei mir war das in diesem Moment jedenfalls so, ich kam mir wieder unglaublich schuldbeladen voll und das obwohl mein rationaler Teil mir sagte das ich für die Mehrzahl der bisherigen Ereignisse nicht die Verantwortung trug, jedenfalls nicht mehr als jeder andere um mich herum. Hätte ich gestern nur einen Schritt weiter Rechts gestanden, dann könnte Lynn eventuell noch Leben, hätte, hätte ,hätte - man muss die Vergangenheit ruhen lassen. Ich zwang mich dazu mich auf die Gegenwart zu Konzentrieren. Am besten wäre es eine Ablenkung durchzuführen, nur für den Fall, dass die Monster doch einen Weg fänden uns trotz des Regens weiter zu verfolgen. Während wir uns Schritt für Schritt weiterkämpften kühlten wir wegen des Regens natürlich aus, es war schneidend kalt und mein Körper begann natürlich zu zittern um sich gegen den Wärmeverlust zu schützen. Meine Nase begann zu laufen, herrlich - wenn das keine Grippe nach sich zog.
Ich musste lachen als ich feststellte wie deplatziert dieser Gedanke eigentlich war. Niemand stimmte in mein Lachen ein, oder machte eine Bemerkung dazu, ich denke das zeigt deutlich in welcher körperlichen Verfassung wir alle waren. Jane raffte sich schließlich dazu auf wieder selbst zu gehen und so holperten und stolperten wir schließlich immer weiter. Erst nachdem wir die Stadt schon mehrere hundert Meter hinter uns gelassen hatten bemerkte ich tatsächlich, dass wir uns Camp Halfblood näherten, eindeutig vor dem meinen Berechnungen entsprechenden Zeitpunkt. Nun, warum sollte ich nicht auch einmal etwas Glück haben, mir war beschissen kalt, ich Zitterte und hatte Muskeln die sich so anfühlten wie nach einem Iron Man Triathlon. "Da ist das Camp!" rief Percy erfreut aus! Camp, war der jetzt bekifft, alles was ich sah war eine verdammter Hügel. Zugegeben ein Hügel auf dem sich eine ziemlich große Fichte befand, die weit über ihre kleiner gewachsenen Schwestern herausragt. "Also ich sehe nur Bäume." stellte Dimitrij fest. Auf einmal ertönte ein lautes Kreischen aus der Luft über uns, ich blickte nach oben und sah eine Frau auf mich zufliegen. Was bei allen Göttern für ein Vieh war das, sie war offensichtlich nicht allein, mindestens 5 ähnliche Kreaturen stürzten sich auf uns hernieder. Die Frau sah eigentlich relativ gut aus, sie hatte einen schlanken Körper, ein formschönes, fast herzförmiges Gesicht mit tiefschwarzen Augen. Sie trat mir mit voller Wucht ins Gesicht und warf mich so zu Boden. "Ergib dich Sterblicher, dann wirst du vor unseren Herrn geführt und kannst dich rechtfertigen." sprach sie mit erstaunlich lauter, aber keineswegs hungernden Stimme wie ich sie sonst von Monstern kannte. Die anderen wurden vermutlich ernsthafter verletzt als ich, ich hörte ein wildes Durcheinander von Schmerzensschreien. Ich gab keine Antwort sondernd schnellte meinen Oberköper nach vorne, meine Stirn knallte mit voller Wucht auf ihre niedliche Stupsnase. Das Monster stieß einen Schrei aus, den man schon fast menschlich nennen konnte. "Nein - Shigeru." jaulte eine offensichtlich verletzte Jane, während von dem Japaner nur ein schallendes Gelächter ertönte. "Sind diese Kratzer alles was du Drauf hast!" höhnte der Japaner. In diesem Moment sausten mit langen, schwarzen Krallen bewehrt Hände auf mich ein, das verwunderliche war dabei, dass die Arme des Monsters keinesfalls normal waren. Es schien als seien sie Bestandteil einer Art Flügel, der sich aber zumindest in den unteren zwei Gliedern so bewegen ließ wie ein gewöhnlicher arm. Es entsprang neben den Handwurzelknochen, wenn das Monster denn sowas hatte, aber noch eine Verlängerung - vielleicht ein sechster Finger, der Ansatz für einen tiefschwarz gefiederten Flügel darstellte. Die Hand selbst war im wesentlichen geformt wie ein menschlichen, nur dass die Fingernägel deutlich länger und Rasiermesserscharf waren. Ganz davon abgesehen, dass eklig aussehende gräuliche Warzen, oder Knochenplatten die gesamte Hand bedeckten. Die Hand fühlte sich rau und trocken an, das bemerkte ich bevor ein brennender Schmerz meinen Kopf durchfuhr, der unsanft wieder zurück auf den Boden gedrückt wurde. Auf einmal bildeten sich rauschend Wasserblasen um die Monster, welche von uns weggerissen wurden. Ich raffte mich auf, Percys Kräfte waren wirklich sehr hilfreich. Der Mann wusste sie eben gezielt und wohldosiert einzusetzen. Sofort zückte ich mein Schwert, nach der euch allen ja wohl bekannten Anleitung. "Los, lauft verdammt noch mal hoch auf den Hügel!" donnerte ich in den Regen. Alle hörten auf mich und rannten los, am schnellsten war Josh der jetzt ein Tempo an den Tag legte das ich fast schon unmenschlich nennen würde. Auf einmal zerplatzten die Wasserblasen und stürzten zu Boden wie ausgeschüttete Eimer.
Die Monster stürzten wegen ihres vollkommen durchnässten Federkleids ebenfalls zu Boden. Obwohl sie sich sicherlich 10 Meter über dem Boden befunden hatten überlebten sie den Sturz. Sie mussten unglaublich leicht für ihre Größe sein - machte ja auch Sinn bei den "kleinen" Flügeln. Ohne zu zögern schlug ich der Bestie die mich angefallen hatte den Schädel ab, auch die Arme die sie mir in den Weg hielt waren Kein Hindernis. Ich war erschöpft, verzweifelt und Müde - es reichte vollkommen. Warum bewegte Percy nicht endlich den Arsch und lag auf dem Boden! Ach verdammt, der war also auch noch ohnmächtig. Percy durfte nicht in die Hände des Feindest fallen, offensichtlich hatten diese verdammten Viecher genau das vor, sich gruppierten sich um Percy und luden ihn sich auf die Schultern. Rasend spurtete ich nach vorn, meine brennenden Muskeln wurden von einem Rausch aus Adrenalin überspült. Mein Körper funktionierte wie eine wohlgeölte Kampfmaschiene. Ich trat zwei der etwa Menschengroße mit gezielten Tritten um, rammte einer Dritten die Klinge in den Bauch, duckte mich unter Zwei Hieben der krallenbewehrten Hände hinweg und stach ihm meine Klinge durchs Herz. Die Monster zerfielen zu einer matschigen Bronzemasse. Ich spürte ein Gewicht auf meinem Rücken, Krallen marterten meine Haut und spitze Zähne schlossen sich um mein Ohr. Ich schrie rasend vor Schmerz auf und griff mit beiden Händen nach den Haaren des Monsters, meine Finger krallten sich in die langen, nassen zotteln und rissen das gesamte Monster nach vorn. Ich packte mit einer Hand den Unterkiefer, drückte die anderen Gegen den Kopf und brach dem Monster mit einem wuchtigen Ruck das Genick. Es war unglaublich, es war keine harte Arbeit, fast so leicht wie einem Kaninchen das Genick zu zerstören. Ich hörte noch ein Kreischen und wirbelte herum. Ich packte die heran sausende Klaue des ausgestreckten Arms und brach ihn mit einem wilden Aufschrei, der von einem schmerzlichen Kreischen gefolgt wurde. Es handelte sich um das Monster das mich angefallen hatte. "Warum wollt ihr nicht lernen. Verdammt mein Herrscher würde euch mit Gold aufwiegen und euch mächtiger machen als ihr euch jemals erträumen könntet und was macht ihr, ihr Bastarde tötet meine Schwestern." spie sie mich voller Wut an. Ich hob das Schwert und schlug ihr mit dem Knauf heftig genug auf den Schädel um das Monster bewusstlos zu Boden zu bringen. Dann stellte ich mit meinem Fuß auf die Ellbogenbeuge, packte mit beiden Enden das Handgelenk und richtete mich auf. Mit einem lauten knacken brach auch der zweite Arm. Nun endlich konnte ich mich Percy zuwenden, er war immer noch bewusstlos, auch wenn ein dünner Wasserfilm seinen kompletten Körper bedeckte. Ich bemerkte das als ich ihm eine Schallende Ohrfeige versetzte, mit dem Ergebnis das meine Handfläche brannte und Percy nicht einmal einen einzigen Gesichtsmuskel verzog. Ich war allerdings auch nicht mehr in der Lage irgendwohin zu gehen, wie ich merkte. Meine Lungen brannten, mein ganzer Körper schmerzte und mir war eiskalt. Ich rammte mein Schwert in den schlammigen Boden und ließ mich zu Boden gleiten. Ich würde nur ein paar Minuten Kräfte sammeln, dann würde bestimmt alles wieder funktionieren. Es regnete unterdessen unvermindert weiter. Ich blickte in den Wald empor, aus dem regelrechte schlammige Sturzbäche auf uns herabrannen. Inzwischen war das Monster wieder aufgewacht. "Ich bin Marcia - Unteroffizier in der Armee des Allwissenden. Das wirst du bereuen dreckiges Halbblut. Ich werde dir mit Freuden die Eingeweide - aaaahhh." das Monster hatte sich offensichtlich auf einen der gebrochenen Arme gestützt. Es war schon erstaunlich wie zäh dieses Weib war, das offensichtlich eine nennenswerte Stellung in der Armee unserer Feinde hatte. Dies war auch der einzige Grund warum ich diese bemitleidenswerte Existenz nicht beendet hatte. Ich lachte nur spöttisch. "Mal gespannt was man in Camp Halfblood zu deinem Vorhaben sagt Marcia." kommentiere ich eisig. Inzwischen hatte sie sich ohne Zuhilfenahme der Arme auf die Beine gekämpft und versuchte wegzulaufen sie rutschte auf dem matschigen Boden allerdings aus und fiel in den Dreck. Inzwischen hatte ich eingesehen, dass ein längeres ausruhen auf dem nassen und kalten Boden meiner Kondition wohl mehr schaden als nützen würde. Also raffte kämpfte ich mich wie ein alter Mann zurück auf die Beine. Ich richtete mich auf und versetzte Marcia einen kräftigen Triff gegen den Kopf, sie fiel erneut in die Bewusstlosigkeit.
Inzwischen hörte ich von weiter oben entsetzte aufschreie und das aufknurren eines Drachen. Mein Herz setzte für einen Moment aus. Nein, meine Freunde waren nicht ernsthaft in einen Drachen hineingerannt oder? Obwohl ich besorgt war konnte ich Percy nicht einfach so auf dem Präsentierteller liegen lassen, daher packte ich ihn unter den Achseln und begann ihn den glitschigen Hügel hinaufzuwerfen. Er war verdammt schwer in der vollen Rüstung und ich musste schon nach wenigen Metern ein längere Atempause einlegen. Ich hörte Schritte hinter mir und bevor ich mich überhaupt umdrehen konnte bemerkte eine volltönende Baritonstimme. "Denk gar nicht erst daran zu den Waffen zu gehen. Ist deinen Freunden auch nicht gut bekommen - wenn du also nicht gerade in deinen Eigenen Gedärmen liegen willst erklärst du uns was hier los ist. Götter wir sind Camp Halfblood nicht irgendeine verschissene Tourismuszentrale." brummte der Sprecher, der es offensichtlich hasste im Regen zu stehen. Wir waren also doch im Camp angekommen, aber was hatte dieser Kerl mit meinen Freunden angestellt. Am liebsten hätte ich ihm erst einmal wüste Drohungen an den Kopf geschmissen, das machte aber keinen Sinn. "Was mich viel mehr interessiert als eine Waffe zu ziehen ist die Frage ob ihr wisst das hier ein Drache sein Unwesen treibt." erklärte ich trocken, es ertönte ein lautes Gelächter. Es schien sich um Jugendliche zu handeln vor allem Jungs, wie ich an den teils ziemlich krächzend klingenden Stimmen hörte. "Verdammt das ist der erste gute Witz seit der Verkündigung von Mr. D das die Apollo Kabine nicht auf der Gästeliste Steht!" spottete der Junge. "Also los, wie heißt du." fügte er hinzu "Ich hab keinen Bock die ganze Zeit im verdammten Regen zu stehen wenn ich stattdessen chillen und mir Den Ritt der Walküren zu Ende anhören könnte." beschwerte sich der Musikliebhaber. "Jack Schmidt." antwortete ich kurz angebunden, Wagner war eigentlich schon nicht schlecht, wenn ich auch andere Musik lieber mochte. "Und warum schleppst du eine verdammte Leiche mit dir herum Freak." brach eine andere Stimme lautstark ein. "Schnauze Stoll - du weißt, dass die Woche noch nicht um ist. Nimm unserem neuen Freund doch die Last ab." bemerkte der Anführer der Patrouille süffisant. "Och nee! Gordon, du bist so ein verfluchter…" protestierte der Mann namens Stoll der gar nicht einmal so jung zu sein schien, die Stimme jedenfalls war schon die eines Erwachsenen. Der Kerl trat schließlich in mein Blickfeld, er war zierlich gebaut und hatte ein Gesicht das eher zu einem Elben passte als zu einem normalen Menschen, vortretende Wangenknochen, fragile Nase, rundes Kinn und glattrasiert, allerdings war er ziemlich hoch gewachsen. Die Augenbrauen wirkten etwas seltsam und als ich ihm in die schelmischen blauen Augen blickte musste ich sofort an Hermes denken. "Pfoten weg." knurrte ich ihn an und blickte ihn durchdringen an. "Wow - Mann du machst echt noch Clarisse Konkurrenz in punkto böser Blick." witzelte der Kerl. "Aber mal im Ernst, wenn du mich nicht da ran lässt durchlöchern die dich mit Pfeilen - unsere kleinen Sonnenscheine sind nämlich verdammt angepisst weil sie nicht auf die geilste Party durften die Camp Halfblood je gesehen hat. " ein zynisches lächeln legte sich um seine Lippen.
"Ich bin übrigens Connor Jack und warum ziehst du diesen Typen den Hang hoch, kann der nicht selbst laufen?" fragte Connor hoffnungsvoll. "Ich ziehe ihn hier hoch weil er mein Freund ist und offensichtlich bewusstlos zu sein scheint Connor und ganz davon abgesehen habe ich weder Lust auf eine Diskussion noch auf sonst was - verdammt ich bin mit meinen Leuten in unter einer Woche von Kanada hierhergefahren - durch dieses verfickte Kriegsgebiet und habe gestern einen meiner ältesten Freunde verloren. Ich hab keinen Bock auf irgendwelche Scheißkommentare." schwallte ich ihn zu. "Weiter unten liegt ein Monster das mit einigen Artgenossen auf uns gehetzt wurde es ist Unteroffizier bei dem Typen mit dem Augenbanner. Also geht das holen, es dürfte für die Olympier von Vorteil sein, beide Arme sind gebrochen, es kann euch nix mehr tun." erklärte ich. Connors Ausdruck wurde für einen Moment lang Ernst, er erinnerte mich wirklich sehr an Hermes - jetzt sogar noch mehr als vorher. "Ok - mach ich.! sagte Connor und fegte los. "Connnor wenn das eine Fall ist." plärrte ihm der offensichtliche Anführer hinterher den ich schon jetzt für einen arroganten Dummkopf hielt. "Claire und Olivia schleppt den Bewusstlosen ins Camp." bemerkte er. zwei Mädchen traten vor, beide hatten sie blaue Augen und glänzend blaue Haare. Ihre Gesichter zeigten deutlich, dass sie ziemlich wenig von ihrer Aufgabe begeistert waren. Die ältere von ihnen war vielleicht 15 Jahre alt, die andere war vermutlich zwei bis drei Jahre jünger.
Wirklich, das ist ein wahrer Gentleman dachte ich mir spottend. "Du kommst mit mir alter Mann und wehe du rührst auch nur einen Finger." bemerkte der Sohn des Apollo drohend. Ich drehte mich um und blickte auf einen Kerl herab der einen halben Kopf kleiner und bedeutend zierlicher war als ich. Seine normalerweise vermutlich kunstvoll frisierten Haare hingen jetzt als etwa Schulterlange Matte herunter. Sein Haar war tiefschwarz, die Augen fast schon bernsteinfarben. Er war eine wahre Schönheit, er sah vermutlich besser aus als Percy - was nicht gerade leicht war. "Hab ich verstanden Mr." antwortete ich ironisch,er runzelte kurz die Stirn. Eines der Mädchen kreischte entsetzt auf als hätte sie einen Geist gesehen. "Das ist Percy!" ich wirbelte herum und sah die ältere der Beiden von ihm wegspringen wie vor einem Geist. "Er ist doch tot, das kann nicht sein." winselte sie. "Komm runter Claire, du bist doch kein kleines Mädchen mehr. Niemand hat die Leiche von Percy Jackson gesehen auch wenn Grover Underwood ein Riesentheater abgezogen hat. Der Mann da hat alleine eine halbe Armee niedergemetzelt, so jemand stirbt nicht so schnell egal was für Horrorgeschichte Clarisse dir erzählt hat." meldete sich der Anführer zu Wort. Seine Augen bohrten sich in meine. "Du hast dich für einiges zu Verantworten Jack." er schien sich zu freuen. "Wenn Percy Jackson tot ist, dann werden wir dich in Lava ersäufen." sagte er mit einem grausamen Lächeln auf den Lippen, der Typ schien wirklich nicht alle Tassen im Schrank zu haben. "Ne, keine Sorge - wir sind ja nicht mehr im alten Griechenland - aber mit Chiron und Mr. D wirst du wohl ein ernstes Gespräch haben. Deine Freunde sind ja alle eingeschlafen sobald sie über die Grenze gebracht wurden, sie haben alle Dreizacktattoos auf den Händen - arbeitet ihr für Poseidon?" fragte er verwundert.
"Durchaus." gab ich zurück, obwohl ich über die Tattoos ebenso verwundert war wie mein Gegenüber. Ich ließ mir nicht anmerken welch ein gewaltiger Stein mir vom Herzen fiel als ich erfuhr, dass es meinen Freunden offensichtlich gut ging und man sie nicht verletzt worden waren. Offensichtlich behandelte man sie also nicht als Gefangene, sonst hätten sich zumindest Sam und Dimitrij bis aufs Blut gewehrt. "Gehen wir, Connor sollte den Rückweg schon finden." bemerkte er, er konnte Connor Stoll offenbar absolut nicht abhaben. Ich folgte ihm krumm und schief wie ein alter Mann und blickte entsetzt auf als sie direkt auf einen unter dem hohen Baum liegen Drachen zuschritten. Ich wollte zu meinem Schwert greifen als mich der Drachen aus Faustgroßen gelben Augen anblickte. Er wirkte eigentlich fast schon wie eine übergroße Schlange mit kupferfarbenen Schuppen. "Alles in Ordnung Peleus. Du hattest deine Hammelkeule schon." bemerkte Claire und streichelte dem Drachen über den Geschuppten Kopf, er zischte vergnügt. Das war wirklich unheimlich - Monster die sich streicheln ließen. In was für einem Kindercomic war ich denn hier gelandet? "Er ist ziemlich friedlich wenn man das goldene Vlies und Ruhe lässt." dozierte der Anführer. "Wohl lange nicht hier gewesen Jack." stellte er fest. Ich nickte einfach, ich war zu müde um ihm genauer zu erläutern war mir zugestoßen war, davon abgesehen wollte ich das auch nicht. Der Mann erschien mir nicht so besonders Vertrauenswürdig. Das goldene Vlies war ein Schaffell, ein golden leuchtendes Schaffell. Hier hatte es aufgehört zu regnen, die Luft war sommerlich warm und vereinzelte Sonnenstrahlen vielen auf den von Nadeln bedeckten Waldboden. Ich begann mich augenblicklich besser zu fühlen als die warme Luft mein Gesicht streifte, sie wirkte irgendwie natürlich und wohlwollend. Warm wie eine helfende Hand. "Na dann bring mich mal zu Chiron." seufzte ich, eigentlich wollte ich jetzt etwas gutes Essen und dann eine runde Schlafen.
"Ich bin dabei." bemerkte der Spross des Apollo der sich elegant auf seinen Langbogen stützte. Dann führte ich mich den Hügel hinab. Ich konnte auf ein Dorf hinabblicken - ja man konnte die regelmäßige Ansammlung von Gebäuden eigentlich schon Dorf nennen. Eine gepflasterte Straße führte vom Hügel hinab, das Dorf lag umgeben von dichten Wäldern, weit hinten konnte man das Meer als blauen Streifen am Himmel sehen. Am Ende der Straße stand ein mehrstöckiges an ein modernes Designerhaus erinnerndes Gebäude, es war offenbar noch nicht ganz fertig gebaut, da sich noch ein Baukran dort befand und einige Leute dort mit bauen beschäftigt waren. Jedenfalls hatte es eine Große Veranda, gewaltige Fenster und erinnerte mit seinen Stuckverzierungen dennoch irgendwie an die Akropolis in Athen. In einer U-Form waren um diese Gebäude herum 12 kleinere Gebäude platziert, darum herum waren Sternförmig andere Gebäude angelegt, ebenfalls grob in einem altgriechischen Einheitsstil gehalten. Die zwölf Hütten in der Nähe des großen Gebäudes schienen allerdings etwas besonderes zu sein, denn sie unterschieden sich voneinander sehr, sogar in der Farbe. Eine der Hütten war niedrig und langgezogen, in einem schmutzig grünen Farbton. Zwei andere bestanden aus weißem Marmor und ragten wie königliche Paläste in den Himmel. Ein weiteres Gebäude glänzte golden, dass man blinzeln musste wenn man es direkt ansah. Des weiteren entdeckte ich eine klassisches Griechisches Amphitheater, welches offensichtlich als Arena diente, ich konnte mir nicht vorstellen, dass die Halbgötter in der klassischen griechischen Tragödie unterrichtet wurden, sie hatten sogar eine mit von Lava überflossene Kletterwand von beachtlicher Höhe, welche sich direkt neben dem Amphitheater erhob. Es gab langgezogene Gebäude die ich als Stallungen einordnete. Schmieden streckten ihre Schornsteine hoch in den Himmel. Die Nutzgebäude waren allerdings vorsorglich vom Wohnbereich durch eine hohe und breite Hecke vom Wohnbereich abgetrennt.
Wer immer das alles geplant hatte, es wirkte vollkommen harmonisch und Stilecht. "Macht sich wirklich gut das Camp." bemerkte ich nicht ohne ein Spur von Hochachtung in der Stimme. "Ja, das Camp hat sich wirklich verschönert seit Annabeth Chase das Ganze nach dem 2ten Titanenkrieg neuplanen durfte. Wenn du mich fragst, die hatte bestimmt die Hilfe ihrer Mutter, das ist doch nicht mehr normal." lästerte er. "Aber die ist jetzt ja auch verschwunden, angeblich weil sie Jackson sucht, ihre ach so große Liebe." höhnte der Sprössling Apolls ein wenig zu spöttisch. War da etwa jemand ein heimlicher Verehrer, ich verkniff mit ein grinsen. Inzwischen hatten wir unseren Weg durch das leergefegte Camp fortgesetzt. Aus der Nähe wirkten die Gebäude wirklich nach beeindruckender, vor allen Dingen waren sie sehr wohldurchdacht angelegt und ausgeschildert. Jede Hütte hatte einen Vorgarten mit Zaun, der Garten wirkte mehr oder - in den meisten Fällen - weniger gepflegt. Die Häuser erfüllten mit Sicherheit alle Anforderungen die moderne Menschen an sie stellten und wirkten trotzdem irgendwie Antik, das lag an den ganzen Fresken die die größten Taten der jeweiligen Elterngottheit darstellten, wie mir Claire freudig erklärte. Die ursprünglichen Hütten der 13 Olympier hatte man übernommen, weil die Bewohner an ihnen hingen, demnächst würde man sie jedoch abreißen und durch Hütten des Einheitskonzepts ersetzen um das harmonische Gesamtbild zu vervollständigen. Das würde aber noch ein paar Jahre dauern. Mr.D wollte einfach keine Baugenehmigungen erteilen wollte. Tja, das passierte eben wenn man Dionysos seinen Wein wegnahm, selber schuld. Wir erreichten das Haupthaus und traten auf die Veranda, vorsichtig klopfte Claire an die schwere Holztür. Niemand antwortete, also trat ich einfach ein. "Hallo?" rief ich mehr feststellend als fragend und entdeckte einen glückselig in einem Sessel sitzenden Mann. er war ziemlich dicklich und hatte das typisch rote Gesicht eines Trinkers.
er trug einen Leopardenfellblazer und ein ziemlich buntes Hemd. Seine Hosen - oh er hatte ja gar keine an, stellte ich leicht verfremdet fest. Zugegeben sein Gehänge war durchaus beeindruckend aber deswegen musste man es sich doch nicht gleich so zur Schau stellen. In seiner Hand hielt er ein Glas Rotwein, welches er blitzschnell in einem violetten Rauch verschwinden ließ. "Ehm das war Cola!" stellte er entrüstet fest und nahm einen qualmenden Joint aus dem vor ihm auf dem Tisch stehenden Aschenbecher. "Das ist ganz normales Rasenverschnitt - nix süchtigmachendes, willst du auch mal?" lud er mich ein, dann blinzelte er mit den Augen. "Ah wieder ein neuer, bist du nicht ein bisschen alt für ein Sommercamp?" der Mann blickte mich aus tiefvioletten Augen an, er wirkte mit seinem wirren Schwarzen Haar und dem Outfit ziemlich irre. Das war dann wohl Mr. D "Mein Name ist Jack Schmidt Mr. D! Ich bin nicht hier um sie zu belästigen oder ihre Rauchgewohnheiten zu Kritisieren. Ich bin lediglich auf der Durchreise, hier wartet ein Schiff auf mich und meine Begleiter - ich hoffe mal das Lord Poseidon sie da informiert hat." erklärte ich trocken. "Weise einen Gott nicht vollends abzufucken." er sinnierte kurz. "Aber JAAAAA stimmt Poseidon hatte glaube ich etwas derartiges erwähnt auf dem letzten Ratstreffen, tut mir Leid aber da war ich mit den Festvorbereitungen beschäftigt. Geht doch einfach zum Strand da liegt das Schiff bestimmt. Wenn nicht trefft ihr da die blöden Halbgötter beim saufen. Bah - Syrah wie kann man sowas trinken, nicht mal geschenkt würde ich sowas nehmen." fluchte Dionysos schlecht gelaunt. "Nicht die Tetrapackversion oder?" fragte ich - grrr dieser Wein wäre wirklich ein Zumutung für jeden der noch halbwegs nüchtern war. "Doch - die haben nix besseres Verdient." sagte der Weingott mit einem fiesen grinsen. "Da drin sind nicht nur jede Menge Sulfide und Alkohol, nein auch noch ein paar Amphetamine und eine tüchtige Priese Koks - das ist ein Spaß denen zuzusehen, da geht mir beinahe einer ab!" statierte er mit einem irren lachen. "Wo habt ihr eigentlich meine Freunde hinbringen lassen?" fragte ich ihn. "Hermes Hütte. Gordon, was kannst du eigentlich? Zu dumm um Leute ordentlich zu informieren." brummte er den Sohn des Apolls an, der gerade ziemlich betreten auf seine Füße guckte während Claire mit Kullerrunden Augen fragte "Was sind Amphetamine?"
Da musste ich ebenfalls lachen, zusammen mit Dionysos. Ich musste zugeben auf seine seltsame Art war der Weingott nicht unbedingt übel, trotzdem war ich froh wenn ich nicht zu viel mit ihm zu tun haben musste. "Wollte nicht auch Chiron mich sprechen?" fragte ich und erhielt darauf eine Denkwürdige Antwort. "Der hat gerade Spaß mit seinen Verwandten - kaum zu glauben was der alte Moralapostel gerade mit dieser Kräftigen Stute anstellt." Dionysios grinste anzüglich, ich wollte nicht sehen wie es in seiner unteren Etage aussah. Mann, dieser Kerl war so unglaublich peinlich und ekelhaft! Blankes Entsetzen stand den Demigöttern ins Gesicht geschrieben, offensichtlich konnten sie sich nicht vorstellen dass Chiron auf Pferde stand. Naja, als Zentaur war das schließlich nicht einmal so weit hergeholt oder? Wenn die Strandparty offensichtlich in einer von harten Drogen dominierten Orgie ausartete, dann konnte ich mich auf alle Fälle getrost ausschlafen.
Insofern war ich mit dem Stand der Dinge gar nicht mal so unzufrieden, zumal ich mich nicht darum sorgen musste das ein betrunkener Dimitrij eine Schlägerei anzettelte oder mit unseren Taten prahlte - oder noch schlimmer ausplauderte was für eine Mission wir zu erfüllen hatten.
Chiron war ja eh erst einmal nicht ansprechbar, vermutete ich. Andererseits, Jahtausende lang Helden ausbilden musste ziemlich langweilig sein, da tat es dem alten Kerl bestimmt auch mal gut die Sau raus zu lassen - ich gönnte ihm den Spaß jedenfalls. Mr. D allerdings konnte ich gar nicht abhaben, mieser spanner, sollte er doch mitfeiern wenn er solchen Spaß an derartigen Veranstaltungen fand und sich nicht nüchternen Kopfes über die anderen amüsieren! "Gut Mr. D wenn das alles ist, dann haben sie nichts dagegen wenn ich mich jetzt ausruhe?" fragte ich den Gott der nickte. "Sicher, ich bin ein Gott. Ich brauche keine Gesellschaft von solchen Pimpfen wie dir." knötterte Dionysos, aber ich hatte mich schon einfach umgedreht und marschierte aus dem Haupthaus heraus. Ich überlegte in welcher der Hütten ich ein Bett benutzen sollte, wenn die sich gerade alle die Birne zu dröhnten würden die wohl vor Morgen Abend nicht wieder hier sein, einer Zeit zu der ich auf alle Fälle wieder wach sein würde. Ich entschied mich für eine der dreizehn nächstgelegenen, die sah verdammt cool aus mit ihrer tiefschwarzen Fassade und den Schädellaternen aus der Augenhöhlen grüne Flammen loderten. Ich trat ein und fand seltsamerweise nur eins von mehrere Betten bezogen. Ich legte meine Dreckigen Klamotten ab und stellte mich unter die in einem separaten Raum untergebrachte Dusche um den Matsch und Schweiß loszuwerden. Das tat wirklich unglaublich gut, meine Muskeln entspannten sich quasi von selbst und nachdem ich mich mit vorhandenen Handtüchern abgetrocknet hatte legte ich mich einfach auf das Bett welches zwar etwas seltsam roch, aber herrliche weich war. Binnen weniger Sekunden war ich tief und fest eingeschlafen.
