Es war das erste Mal, dass Severus die Zeit mit Enya nicht genießen konnte. Er verstand natürlich, dass sie trauerte. Immerhin war Black ihr sehr wichtig gewesen, auch wenn genau das ihn störte. Selbst im Tod hatte Black es geschafft, dass sie sich miserabel fühlte. Enya versuchte immer wieder, fröhlich zu wirken, als wäre nichts gewesen. Sie nahm Rücksicht auf ihn, weil sie wusste, dass es ihn störte, dass sie so um seinen Erzfeind trauerte. Aber immer, wenn sie lächelte, sah es gequält aus. Ihr Lachen erreichte ihre Augen nicht mehr. Sie war nicht mehr die alte, quirlige Enya, die ihm zwar manchmal mit ihrem Frohsinn auf die Nerven ging, aber die immer gute Stimmung verbreitete. In dem Haus, das sie so liebevoll renoviert hatte, herrschte wieder eine ähnliche Stimmung wie zuvor, irgendwie bedrückt. Wahrscheinlich war es nur eine Frage der Zeit, bis Enya über Blacks Tod hinweggekommen war und dann würde sich alles wieder normalisieren.
Im Moment genoss Severus es, allein im Haus zu sein. Enya hatte etwas von der schlechten Stimmung mitgenommen, als sie einkaufen gegangen war. Anscheinend brauchte sie noch einige Dinge aus der Winkelgasse und wollte diesen Ausflug nutzen, um sich mit Nymphadora Tonks zu treffen, der wahrscheinlich einzigen Person, die noch quirliger war als Enya.
Severus saß in seinem geliebten grünen Samtsessel und las im Tagespropheten, als es an der Tür klopfte. Wer störte denn jetzt schon wieder? Er musste Kraft tanken für das in ein paar Tagen beginnende ging er zur Tür und öffnete sie. Vor ihm standen Narzissa und Bellatrix. Severus schaffte es, seine Überraschung schnell zu verbergen. Verdammt, hoffentlich waren die beiden wieder weg, bevor Enya zurückkam! Sie durfte nicht erfahren, dass er Kontakt zu Todessern hatte, ganz zu schweigen davon, dass er noch einer war!
Schweigend trat er zur Seite und ließ die beiden Schwestern hinein.
"Hier sieht es anders aus als damals, als ich zum letzten Mal hier war.", sagte Narzissa und sah sich um.
"Ich habe renoviert, bevor das Haus auseinandergefallen wäre.", sagte er kühl, "Was kann ich für dich tun, Narzissa?" Bellatrix versuchte er zu ignorieren, denn eigentlich passte es ihm garnicht, dass die Irre in seinem Haus war.
"Ich bin in einer schwierigen Situation.", begann Lucius' Frau, "Der Dunkle Lord verbot mir, darüber zu sprechen…"
"Dann solltest du auch nicht darüber sprechen.", sagte Severus scharf, fuhr dann aber weicher fort: "Aber ich weiß davon."
Bellatrix, die gerade sein Bücherregal begutachtet hatte, fuhr herum. "Der Dunkle Lord hat es dir erzählt?!"
Er sprach weiter mit Narzissa: "Deine Schwester vertraut mir nicht. Verständlich, denn ich habe meine Rolle gut gespielt. So gut, dass ich sogar einen der größten Zauberer aller Zeiten an der Nase herumführen konnte."
Bellatrix schnaubte verächtlich.
"Nur ein Narr würde an Dumbledores Fähigkeiten zweifeln.", sagte Severus und war sich des Seitenhiebs an Bellatrix bewusst.
"Ich zweifle nicht an dir, Severus.", sagte Narzissa. Sie wollte etwas von ihm, sonst würde sie ihm nicht Honig um den Mund schmieren. Severus wusste von dem Auftrag, den der Dunkle Lord ihrem Sohn gegeben hatte und er wusste auch, dass Draco daran scheitern würde.
"Du solltest dich geehrt fühlen, Narzissa, genau wie Draco.", sagte Bellatrix. Sie beneidete Draco darum, so einen wichtigen Auftrag erhalten zu haben. Sie selbst tat alles, um in der Gunst ihres Meisters zu steigen und ihm ihre Loyalität zu beweisen. Sie war so besessen von ihm, dass man fast meinen konnte, sie wäre in ihn verliebt, wenn es nicht so eine abstoßende Vorstellung wäre.
"Er ist nur ein Junge, Severus.", sagte Narzissa flehend.
"Ich kann die Meinung des Dunklen Lords nicht ändern. Aber ich kann Draco helfen.", sagte Severus. Mit weniger würde sie sich nicht zufriedengeben.
Sie lächelte ihn dankbar an, aber ihre Schwester war noch nicht zufrieden. "Schwöre es!", zischte sie, "Schwöre den Unbrechbaren Schwur."
Severus hätte dieses Weib erwürgen können. Er saß in der Falle und das wusste sie. Wenn er Nein sagte, wüsste Narzissa, dass sie ihm nicht vertrauen konnte. Und wenn er zustimmte, musste er Draco beschützen, sonst würde er selbst sterben. Bellatrix ging langsam um ihn herum und flüsterte: "Es sind nur leere Worte. Wenn es ernst wird, kriecht er wieder zurück in sein Loch… Feigling."
Er hatte keine andere Wahl. Und er hasste es, seine Entscheidungen nicht frei treffen zu können. "Nimm deinen Zauberstab.", schnarrte er und umfasste Narzissas Unterarm.
"Schwörst du, Severus Snape, Draco zu beschützen?", fragte Bellatrix und hielt ihrem krummen Zauberstab über die verschränkten Arme.
"Ich schwöre.", sagte Severus mit fester Stimme. In seinem Kopf jedoch spielte sich immer wieder das Szenario ab, das wahrscheinlich eintreten würde, wenn Enya jetzt hereinkäme. Ein golden leuchtender Faden kam aus Bellatrix' Zauberstab und wickelte sich um die Stelle, wo Severus und Narzissa sich berührten.
"Schwörst du, Draco bei seiner Aufgabe zu helfen so gut du kannst?"
"Ich schwöre." Ein weiterer leuchtender Faden wand sich um seinen und Narzissas Arm.
"Schwörst du, Dracos Aufgabe zu übernehmen, sollte er versagen?"
Das war nicht abgesprochen! Severus' Alarmglocke schrillten und Wut stieg in ihm auf. Diese verdammte… Aber er konnte nicht zurück. Dracos Mutter sah ihn erwartungsvoll an. "Ich schwöre."
Ich betrat das Haus und rief: "Ich bin wieder zu Hause!", dann stellte ich die Tüten auf dem Küchentisch. Sofort begann ich, sie auszupacken. Ich liebte es, neu gekaufte Dinge einzuräumen. Wie jedes Jahr hatte ich mich erst einmal mit Schreibbedarf eingedeckt: Federn, Tintenfässchen, Pergamentbögen. In Flourish & Blotts hatte ich ein paar Bücher gekauft, hauptsächlich über Quidditch.
Da Oliver Wood im Sommer seinen Abschluss gemacht hatte, übernahm Harry die Position als Kapitän des Gryffindor-Quidditchteams und hatte mich gebeten, ihm beim Training zu helfen. Er übernahm nicht gerne die Führungsposition und war keine Autorität, weil er den Spielern gegenüber lieber kumpelhaft blieb. Also brauchte er eine Autoritätsperson, die Zucht und Ordnung in die Truppe brachte. Gestern hatte ich meinen Besen aus dem Schrank geholt und auf Vordermann gebracht, mit einem Pflegeset, das Harry mir zu Weihnachten geschenkt hatte. Da hatte er wahrscheinlich schon gewusst, dass er mich würde um Hilfe bitten müssen. Ich hatte bei der Sache kein sonderlich gutes Gefühl. Ich war zwar körperlich fit, aber weit entfernt von sportlich. Mich interessierte Quidditch auch eigentlich nicht sonderlich und ich besuchte die Spiele nur, weil es von mir erwartet wurde, vor allem, wenn Gryffindor spielte. In Quidditch im Wandel der Zeiten hatte ich mir ein Grundwissen angeeignet und die Regeln kannte ja jedes Kind. Meine Bedingung für die Hilfe beim Training war allerdings, dass Harry mit mir noch vor dem Auswahltraining fliegen übte. Ich hatte schon ewig nicht mehr auf einem Besen gesessen und war wahrscheinlich etwas eingerostet. Und das Letzte, was ich wollte, war, mich vor meinen Schülern zu blamieren.
Severus hatte mir auch eine Liste von Zaubertrankzutaten gegeben, die er sowohl für den Unterricht als auch für sein kleines Labor in der Gartenlaube brauchte. Ich nahm das Paket aus der Apotheke und ging damit ins Wohnzimmer. Sev saß in seinem geliebten grünen Sessel und las.
"Ich hab dir deine Zutaten besorgt.", sagte ich und stellte das Paket auf den Tisch. Er bedankte sich, wirkte aber irgendwie abwesend. Wahrscheinlich nur in sein Buch vertieft. Wir waren uns da sehr ähnlich, wenn wir lasen, wollten wir nicht gestört werden. Also drehte ich mich um und wollte gehen, doch dann stockte ich.
"Rieche ich da Parfüm?" Es roch süßlich, aber nicht schwer. Ein teures wahrscheinlich. Nichts, das ich benutzen würde jedenfalls.
Severus sah mich an und etwas huschte über sein Gesicht, war aber so schnell verschwunden, dass es auch Einbildung hätte sein können. "Interessant…", sagte er, "Ich experimentiere im Moment mit einem neuen Trank und habe heute Morgen aus Versehen eine Phiole hier fallen lassen. Trotz Lüftens verschwindet der Geruch nicht, wahrscheinlich muss ich etwas an der Textur ändern.", erklärte er und machte sich Notizen in das kleine Notizbuch, das er immer bei sich trug.
"Und was soll der bewirken?", fragte ich.
"Eigentlich soll er mehr Selbstvertrauen schaffen, ähnlich wie der Felix Felicis, aber im Moment hat er die Nebenwirkung, dass er dich zu dem macht, was du schon immer sein wolltest. Wenn du also schon immer blonde Haare haben wolltest, bist du für die Wirkzeit des Trankes eben blond. So war das nicht gedacht und wenn ich das nicht in den Griff kriege, bewirkt er genau das Gegenteil von dem, was ich eigentlich wollte. Man will sich selbst ändern, anstatt mit dem zufrieden zu sein, was man schon hat."
"Und er riecht nach Parfüm?"
Für einen Moment sah Severus mich genervt an. "Er riecht nach dem, was du an dir attraktiv fändest, ähnlich wie Amortentia."
"Ich mag aber kein Parfüm, das weißt du." Langsam fand ich das etwas verwirrend.
"Ich stehe ganz am Anfang meiner Forschung, vielleicht kann ich dir das in ein paar Tagen erklären.", sagte er und wandte sich wieder seinem Buch zu. Ich hatte zwar ein wenig Einfluss auf Severus' Sozialverhalten gehabt, aber manchmal war er halt immer noch komisch.
Zwei Tage vor Beginn des neuen Schuljahres fand traditionell die vorbereitende Lehrerkonferenz statt. Wir begrüßten Albus mit Applaus wieder im Amt des Schulleiters, nach der traumatischen Erfahrung mit Umbridge. Nach der üblichen Tagesordnung (Einteilung der nächtlichen Flurpatrouille, Festlegung der Daten für die Quidditchspiele inklusive Schiedsrichterauslosung und so weiter), verkündete Albus, dass er Horace Slughorn als Lehrer für Zaubertränke hatte anwerben können. Severus fielen fast die Augen aus dem Kopf. "Albus…", sagte er vorsichtig, als wollte er ihn erinnern, dass er noch da war.
"Ich weiß, Severus, das ist dein Posten. Aber ich konnte beim besten Willen niemanden für Zaubereigeschichte finden und es ist von großer Wichtigkeit, dass Horace dieses Jahr hier unterrichtet."
Wir sahen Albus verwirrt an. Es war nicht ungewöhnlich, dass seine Entscheidungen schwer nachzuvollziehen waren, aber das hier war schon schräg.
"Ich möchte dich bitten, Severus, dass du nur dieses eine Jahr Zaubereigeschichte übernimmst. Im nächsten Jahr wird alles anders sein." Ich hatte das Gefühl, dass er mit dem letzten Satz mehr meinte, als die Lehrerposten und bemerkte, wie er gedankenverloren über seine Hand strich. Schon zu Beginn der Konferenz hatte er uns erklärt, dass er mit einem Zauber experimentiert hatte, aber seine Hand war schwarz und wirkte skelettartig.
"Außerdem", fuhr er fort, "werden in diesem Schuljahr Auroren das Schulgelände sichern. Wenn die Schüler ankommen, wird ihr Gepäck durchsucht und die Auroren werden vor den Eingängen patrouillieren und nachts die Lehrkraft, die sowieso patrouilliert, unterstützen. Das sind notwendige Vorsichtsmaßnahmen aufgrund der Vorkommnisse. Ich denke, ihr alle habt von dem Angriff der Todesser auf die Winkelgasse und der Entführung von Ollivander gehört."
Ersteres hatte im Tagespropheten gestanden, drei Tage nachdem ich mit Tonks dort gewesen war. Letzteres war nicht öffentlich bekannt und überraschte uns. Vermutlich waren deshalb alle Geschäfte in der Winkelgasse geschlossen worden, bis auf Gringotts und Weasleys Zauberhafte Zauberscherze, dem Scherzartikelladen von Fred und George Weasley.
"Das kann doch nicht sein Ernst sein!", ereiferte Severus sich. So wütend hatte ich ihn selten gesehen und ich war froh, dass er nicht auf mich so wütend war. "Zaubereigeschichte!"
"Severus…", begann ich, aber er steigerte sich so in seine Tirade hinein, dass er mich garnicht beachtete.
"Jahrelang hat er das von einem Geist unterrichten lassen, der schon seit Ewigkeiten tot war! Lockhart hat das unterrichtet, der unfähigste Stümper, der je über diese Erde gelaufen ist! Und jetzt ich?!"
"Es ist doch nur für ein Jahr…", versuchte ich verzweifelt, ihn zu beruhigen, aber er lief weiter in seinem Wohnzimmer auf und ab.
"Will er mich damit bestrafen? Nach allem, was ich für ihn getan habe?!"
"Ähm… Was hast du denn für ihn getan…?"
"Das einzig schöne an diesem verdammten Job war, dass ich selbst brauen konnte, aber jetzt gehört das Labor ja Slughorn! Wenn er Unordnung in mein Labor bringt, bringe ich ihn eigenhändig um!"
"Severus, beruhige dich!", sagte ich und stand aus dem Sessel auf, in dem ich bis jetzt gesessen hatte. Severus fuhr sich durch die Haare und ich trat von hinten an ihn heran, umarmte ihn und legte meine Wange an seine Schulter. Er strich über meine vor seinem Bauch verschränkten Hände und wir blieben eine Weile einfach so stehen. Ich machte mir Sorgen um ihn. In den letzten Wochen war er immer nachdenklicher, öfter mit den Gedanken woanders. Sein Gesicht war öfter verhärtet, sorgenvoll und er war blasser als früher. Es war, als würde ihn etwas quälen, aber so oft ich ihn auch darauf ansprach, er wich mir immer aus. Da war etwas, das er mir nicht sagen wollte, aber ich wusste, dass ich warten musste, bis er es mir von sich aus erzählte. Ich konnte ihn nicht dazu drängen, also blieb mir nichts anderes übrig, als mir Sorgen zu machen. Ich war viel mit mir selbst oder Harry beschäftigt gewesen, wegen Sirius' Tod, aber jetzt musste ich mich um Severus kümmern, wie er sich um mich gekümmert hatte.
Vorsichtig drehte ich ihn zu mir um, sah ihm in die Augen und küsste ihn. Er öffnete zögerlich seinen Mund und unsere Küsse wurden immer leidenschaftlicher, bis er sie plötzlich unterbrach.
"Wir dürfen das nicht…", sagte er schwer atmend, "Dumbledore…"
"Der Dumbledore, der deinen Posten Slughorn gegeben hat?", fragte ich und Severus machte sofort da weiter, wo wir aufgehört hatten. Albus war mir im Moment herzlich egal, er hatte Severus verletzt und ich musste das jetzt wieder in Ordnung bringen. Der Schulleiter war wichtig für Sev, er schätzte ihn und vertraute ihm, doch dieses Vertrauen hatte heute einen ziemlichen Knick bekommen.
Ich liebte das Gefühl von Severus' Haar zwischen meinen Fingern. Heute glänzte es auch nicht so ölig wie an den Tagen, an denen er die ganze Zeit über dampfende Kessel gebeugt stand. Er löste die Spange, die meine Haare zusammenhielt und fuhr durch die braunen Locken, die sich nun über meinen Rücken ergossen. Dann schob er meine Haarmähne zur Seite, um sanft meinen Hals zu küssen. Er wusste, wie sehr ich das liebte und schien meine Seufzer zu genießen, bis er plötzlich neckisch in meinen Hals biss. Ich quietschte und löste mich von ihm.
"Severus!", sagte ich vorwurfsvoll und legte meine Hand auf die Stelle, "Das gibt bestimmt einen Knutschfleck!"
Er grinste nur und da wusste ich, dass er genau das gewollt hatte. Sein Revier markieren. Ich lachte und küsste ihn wieder, während seine feingliedrigen Hände unter mein Kleid wanderten und sanft meinen Hintern kneteten. Indes fummelte ich an seinen Knöpfen und streifte ihm den schwarzen Gehrock von den Schultern, sodass darunter sein grünes Hemd hervorkam.
"Ich wusste garnicht, dass du auch Farben in deinem Kleiderschrank hast.", sagte ich schmunzelnd.
"Ich bin halt immer wieder für Überraschungen gut.", sagte er, fügte dann aber hinzu: "Nur die eine." Dann öffnete er den Reißverschluss an meinem Rücken und das geblümte Sommerkleid fiel raschelnd zu Boden. Mit einem schnellen Blick versicherte ich mich, dass ich farblich passende Unterwäsche anhatte und atmete erleichtert aus. Wenn ich nicht mit Sex rechnete, wie heute, trug ich auch schon mal das erstbeste, das in meiner Schublade lag und das konnte auch farblich unpassende, aber bequeme, Omaunterwäsche sein. Severus bemerkte meinen Kontrollblick natürlich und lachte leise, bis ich ihn mit einem Kuss zum Schweigen brachte. Dann erinnerte ich mich wieder an meine Mission: mich um ihn kümmern, sodass er sich wieder besser fühlte. Also zog ich ihn bis auf die Unterwäsche aus und führte ihn zum Bett, wo er sich auf den Bauch legen sollte. Er sah mich verwirrt an, tat nach einem strengen Blick von mir aber, was ich sagte. Das hier hatte ich schon länger vorgehabt, aber irgendwie immer wieder vergessen.
Aus dem kleinen Nachtschränkchen neben dem Bett nahm ich ein kleines Fläschchen und setzte mich dann rittlings auf seinen Hintern.
"Enya, das ist ja sehr … anregend, aber was hast du vor?", fragte er in das Kissen nuschelnd.
"Schsch!", erwiderte ich nur und verteilte das Öl aus dem Fläschchen in meinen Händen. Dann begann ich, Severus' Rücken zu massieren. Er hatte die Angewohnheit, durch seine Haltung sehr verspannt zu sein und diese Verspannungen löste ich durch gezielte Handgriffe, vor allem in den Schultern. Um das effektiv tun zu können, musste ich etwas fester zugreifen, deswegen murmelte er immer wieder protestierend: "Aua!". "Mimose!", entgegnete ich und brachte ihn so zum Schweigen. Nach ein paar Minuten hatte ich die schlimmsten Verspannungen jedoch gelöst und wurde etwas sanfter, sodass Sev begann, zufrieden zu brummen. Irgendwann verstummte jedoch das Brummen und als ich mit der Massage fertig war, stieg ich von ihm herunter und stellte fest, dass er langsam und gleichmäßig atmete. Er war im Ernst eingeschlafen!
