A/N: Hallöchen! °smile° Hach, ist das schön – ich habe Urlaub. °freu° Und da dachte ich, warum sollte ich euch nicht auch gleich ein wenig beglücken? Zwar sind die Reviewzahlen nicht die, die ich angestrebt habe, aber nachdem ich neulich auch noch den Fehler begangen habe und Kapitel 36 vor 35 hochgeladen hab (was ja zum Glück nur 2 von euch gelesen haben °grinsel°), denke ich, ist es kein Verlust, wenn ich die zwei Kapitel schnell hintereinander rausgebe. Zumal dieses Kapitel heute doch sehr ... anders – tolles Deutsch – nya, eben anders ist. Ihr ward von Harry überrascht? Na denn... °smile°
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Vielen lieben Dank nun...
- meinen Betas Svenja und Meg
- Megchen: Hm, du warst ja eine der Beiden, die das Kapitel 36 gelesen hat. Und dann ist dir das nicht mal aufgefallen – und das als Beta. °der Ohnmacht nahe° Na gut... Nun möchte ich also ein Kommi zu Kapitel 35, okay? ;) Und zu diesem hier: Ich weiß gar nicht, wie du jetzt auf Draco kommst... °grinsel°
- Maia May: Tja, da du das letzte Mal gleich ein Zwei-in-einem-Review geschrieben hast, darfst du diesmal aussetzen. Dafür musst du aber auch ein paar Tage länger als die Anderen auf was Neues warten. °knull°
- Schnuffi: Tja, jetzt wartet deine Mail wieder bei mir im Kasten... mal gucken, wann ich zu komme. Hoffentlich bald. °smile° Und heute gibt's Unterricht für Harry. :)
- Saxas13: Freut mich, dass dir das Kapitel so gut gefallen hat. Und du hast Recht – dass Harry den Trank selber brauen darf, ist höchst ungewöhnlich. Wieder eine Sache, die ich nicht beachtet habe. ;o)
- moonshine11: Sorry, dass ich vorgestern wieder so schnell weg war. °knull° Der PC...
- mrsgaladriel, Loki Slytherin undKarin
Na denn, happy reading. :)
Grüßlis, LeakyC
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36. Extra Unterricht
Die Zeit bis zum folgenden Donnerstag verging wie im Flug. Severus braute Harry die nächsten Portionen seines Trankes und bekam dafür von Hermine bei jeder Begegnung ein Lächeln, was ihn natürlich freute und trotzdem verunsicherte. Immerhin tat sie das nur, weil er ihrem Freund half - ihrem besten Freund und nicht mehr. Und er redete sich ein, das alles nur für sie zu tun und nicht für Potter. -
Pünktlich um halb Acht stand der Gryffindor bei ihm vor der Tür. Schweigend ließ Severus ihn eintreten.
„Guten Abend, Professor", sagte Harry höflich und blieb mitten im Raum stehen.
„N'abend", brummte Severus.
Ungefähr so hatte er sich das vorgestellt. Als Hermine das letzte Mal den Trank zusammen mit Harry abgeholt hatte, waren sie durchaus noch in der Lage gewesen, einander anzusehen.
„Gehen wir gleich rüber, ich habe noch zu tun." Mit einer Handbewegung forderte er Harry auf, ihm in den Nebenraum zu folgen. Zuerst hatte er sich überlegt, im Klassenraum zu arbeiten, sich dann aber aus Bequemlichkeitsgründen dagegen entschieden. Außerdem gab es nichts, was er verstecken müsste.
„Dort auf dem Tisch liegt das Rezept, lesen Sie es sich gründlich durch."
Harry griff nach dem Zettel und studierte ihn, während Severus Wasser aufsetzte und ein Feuer entzündete.
„Wie viel Wasser muss in den Kessel, Sir?", fragte Harry. „Das steht nicht im Rezept. Ich nehme an, das dies ein Kessel der Normgröße eins ist?"
Severus nickte. Anscheinend hatte Potter doch was gelernt. „Fünf Liter", antwortete er dann. „Reine Verschwendung, wenn Sie mich fragen, immerhin verbrauchen Sie nicht mal einen Liter. Aber ich habe das Rezept nicht erfunden..."
Als er das Lächeln auf Harrys Lippen sah, legte er automatisch die Stirn in Falten. „Bringen Sie mir nun die Eierschalen und die Vogelbeeren oder wollen Sie da anwachsen?", meinte er missmutig.
Harry legte das Rezept weg und sah sich suchend um.
„Vorräte hinten links", brummte Severus und träufelte drei Tropfen Eukalyptusöl in das siedende Wasser.
Harry kam zurück. „Die Beeren", sagte er und legte sie auf den Tisch. „Aber Sir, warum benutzen wir giftige Beeren?"
„Gekocht sind sie unschädlich", erklärte Severus ohne aufzusehen. Er streckte die Hand aus. „Acht Stück, richtig?"
„Neun, wenn ich mich recht erinnere", entgegnete Harry.
Severus blickte auf. „Gut, Potter", lobte er.
Harry blickte ihn ruhig an. Er hatte augenscheinlich dazugelernt.
Schweigend arbeiteten sie eine Weile, bis der Trank fünfzehn Minuten köcheln musste.
„Achten Sie darauf, dass die Flamme klein bleibt, aber nicht ausgeht", sagte Severus und ließ sich auf einen Stuhl sinken. Gedankenverloren fuhr er mit einem Finger über die Kante des alten Holztisches, auf dem die Zutaten lagen. Er beobachtete, wie Harry nach dem Feuer sah und dann das Rezept erneut zur Hand nahm.
Es war kaum zu fassen, sie verstanden sich. Zwar hatten sie sich noch nicht ganz überwunden, aber sie konnten immerhin freundlich und vor allem respektvoll miteinander umgehen. Und das war schon mal etwas, wie Severus fand. Auch wenn er sich fragte, warum er plötzlich Wert darauf legte, sich gut mit Potter zu stellen.
„Meinen Sie, Sie schaffen es beim nächsten Mal schon allein, den Trank zu brauen?", fragte er Harry.
Der Gryffindor sah ihn überrascht an. „Ich weiß nicht, Professor, meinen Sie?"
„Wenn Sie die Eierschalen das nächste Mal von Eidechsen und nicht von Enten benutzen und sie ordentlich mörsern, dürfte nicht allzu viel passieren", entgegnete der Lehrer.
„Sicher, Sir." Harry nickte. „Aber wo soll ich ihn brauen? Meinen Sie, ich kann so einfach den Klassenraum benutzen?"
Severus blickte ihn an. Recht hatte er. Aber was tun?
„Ich rede mit Dumbledore", hörte er sich sagen. „Aber bis dahin können Sie ihn hier brauen."
Harry war nicht minder überrascht über diesen Satz als Severus selbst. Er konnte sich nicht erklären, was auf einmal mit ihm los war. So gut verstand er sich dann ja nun doch noch nicht mit dem Jungen.
„Danke, Professor", erwiderte er. „Aber nur, wenn ich Sie damit auch bestimmt nicht störe?"
Severus winkte ab, bevor er es sich noch einmal anders überlegen konnte. „Natürlich werde ich die meiste Zeit hier sein und arbeiten. Und der Raum wird Ihnen wirklich nur jeden zweiten Tag zur Verfügung stehen."
„Natürlich, Sir."
Severus erhob sich. Irgendwie gingen ihm diese Förmlichkeiten auf den Keks, aber sie mussten sein. Erstens hatte er für Potter noch nicht so viel übrig, um ihm freundschaftlich gegenüber zu treten, und zweitens hatte er Hermine... Er brach den Gedanken ab und fluchte innerlich. Wie oft war ihm das in den letzten Tagen passiert?
Trotzdem sagte er: „Ich wundere mich, dass Miss Granger nicht gebeten hat, an diesem Unterricht teilzunehmen." Er drehte sich vom Regal, zu dem er eben gesprochen hatte, zu Harry um.
„Sie meinte, das wäre eine Sache zwischen Ihnen und mir."
„Eine Sache?"
Harry lächelte unsicher. „Nun ja, ich benötige den Trank und Sie sind der Lehrer. Außerdem hat sie schon genug getan."
„Da haben Sie Recht", bestätigte Severus. „Sie können verdammt froh sein, eine solche Freundin zu haben."
„Ich weiß, dass ich sie nicht immer verdient habe, auch nicht als beste Freundin", seufzte Harry und Severus blickte ihn überrascht an. Offenbarungen im Kerker?
„Seien Sie ihr ein wenig dankbar, ich glaube, das reicht ihr schon."
„Ich bin ihr dankbar." Harry nickte und blickte zu Boden. „Aber auch Ihnen. Sehr."
Severus wurde ganz anders. Potter bedankte sich wirklich? „Schon - schon gut", stotterte er und ärgerte sich maßlos über seine mangelnde Selbstbeherrschung.
„Nein, Professor, bei allem, was wir schon - Also, ich meine, ich habe Ihnen das Leben auch nie leicht gemacht. Sie hätten -"
Er hatte es sowieso nur für Hermine getan, sagte sich Severus. Trotzdem nickte er und ein kleines Lächeln schlich sich auf seine Lippen. Ein ehrliches Lächeln. Sie waren anscheinend auf dem richtigen Weg.
„Aber Sir", fuhr Harry fort, „woher wissen Sie, dass Hermine nur ein bisschen Dankbarkeit will?"
Severus, der gerade auf dem Weg zum Kessel war, um umzurühren, wandte sich abrupt um. „Das - ich -" Er holte Luft, was ihm drei Sekunden Bedenkzeit schenkte. „Davon gehe ich aus", antwortete er. „Genauso, wie ich denke, dass sie zu gern mit hierher gekommen wäre." Er schmunzelte siegessicher.
„Tut mir Leid, Professor, aber sie sagte, ich könne es ihr irgendwann ja mal beibringen, so schwer würde es schon nicht sein."
„Potter, Sie sollten mich nicht zu sehr reizen", brummte Severus in den Kessel. Sein Lächeln war verschwunden.
Harry verstummte, doch Severus wusste, dass er nur die Wahrheit gesagt hatte. Und dass ihm die nicht gefiel, war ja nicht die Schuld des dunkelhaarigen Jungen. So groß war Hermines Sympathie dann wohl doch noch nicht...
„Fügen Sie nun noch die Spinnenbeine hinzu und dann - müssen wir entscheiden, welche Zutat für ihren Traum in Frage kommt", erklärte er und schluckte seine Enttäuschung hinunter. Allerdings gelang ihm das nur halb so gut wie sonst und blieb als störender Klos den restlichen Abend zurück.
Harry befolgte seine Anweisung und dann setzten sie sich zusammen und Severus erklärte ihm, mit welcher Vorsicht er die Zutaten auswählen musste.
„Träume, in denen Tiere vorkommen, müssen genau auf die Tiere zurückgeführt werden und ein Haar, eine Feder oder ähnliches hinzugefügt werden. Bei Träumen von Menschen muss man differenzieren, was genau passiert. Allerdings gibt es dafür ein Buch in der Bibliothek."
„Dann werde ich mal Hermine fragen", warf Harry ein und Severus schluckte wieder hart.
Er räusperte sich. „Nun denn, bei Ihnen geht es um -"
„Meinen Paten. Ich habe immer wieder geträumt, dass hinter dem Vorhang im Ministerium die schrecklichsten Gestalten auf ihn warten." Harry senkte den Kopf. „Verzeihen Sie, das ist kindisch."
„Potter, das ist Blödsinn", sagte Severus fest.
„Dann eben das."
„Nicht Ihre Träume, Ihr Geschwätz ist Blödsinn!", erwiderte der dunkelhaarige Mann.
Harry hob den Kopf und blickte ihn an.
„Was uns unser Unterbewusstsein vermitteln will, ist nie kindisch. Und bei Ihnen handelt es sich um ein Trauma, verstehen Sie? Deswegen diese Wiederholungen. Sie hätten schon längst etwas unternehmen sollen!"
„Ich weiß", flüsterte Harry und ließ den Kopf in die Hände sinken.
„Wir werden Nelkenblüten hinzufügen", entschied Severus. „Die habe ich die letzten Male auch verwendet und ich denke, es hat geholfen."
Harry nickte.
Severus erhob sich. „Los, stehen Sie auf. Das bringt Sie nicht um! Irgendwann haben Sie auch das überstanden."
Der Jungen blickte ihn an.
Seltsam war diese Situation schon. Plötzlich empfand Severus Mitleid und irgendwie auch den Wunsch, ihm wirklich zu helfen. Diese Träume konnten Menschen in den Wahnsinn treiben, das hatte er in seinem Studium gelernt. Und das hatte Potter nicht verdient.
Sie brauten den Trank zu Ende, dann füllte Severus zwei Ampullen ab und gab sie ihm mit.
Als der Gryffindor weg war, löschte er das Feuer und ließ sich in seinen Sessel sinken.
In der Tat, sie waren erfolgreich gewesen. In jeder Hinsicht. Und trotzdem war eines ernüchternd: Dass er zunehmend einsah, dass er sich mit seiner Schwärmerei lächerlich machte und inzwischen viel zu offen damit umging, als dass es niemand bemerken würde. Es galt also, die Sache zu vergessen.
Aber sollte Severus das schaffen?
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…to be continued...
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