Trommelwirbel!
Es ist soweit!
DAS ERSEHNTE KAPITEL!
TADADADAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!
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Als Blaine das Apartment betrat, war es wie am vergangenen Tag verlassen. Rachel war wahrscheinlich gerade dabei der Erstbesetzung ihres Stückes was ins Essen zu mischen, während Kurt anscheinend noch bei Arbeiten war. Seine Chefin war in der letzten Zeit sehr rücksichtsvoll mit ihm gewesen, doch nun musste er sich wieder mal ab und zu dort sehen lassen. Santana war irgendwo. Was sie genau machte, wusste irgendwie keiner und Blaine war es auch egal.
Etwas enttäuscht darüber, dass Kurt noch nicht da war, ging er in die Küche und machte sich ein Sandwich. Während er aß, überlegte er, was er Kurt sagen sollte und wie er es ihm sagen sollte. Er konnte kaum erwarten, Kurt zusehen. Nachdem er ein Glas Wasser getrunken und damit auch eine Schmerztablette genommen hatte, legte er sich einen Moment auf sein Bett. Er fühlte sich plötzlich fürchterlich müde und er beschloss nur ganz kurz die Augen zu schließen. Mit seinen Gedanken bei Kurt schlief er ein.
Kurt kam drei Stunden später nach Hause und war überrascht Blaine erneut schlafend vorzufinden. Ihm fiel ein, dass Blaine wahrscheinlich genauso wie er in der letzten Nacht nicht genug Schlaf gefunden hatte. Seufzend ging er in die Küche und machte sich einen Tee. Er setzte sich an den Küchentisch und während der Tee noch vor sich hin zog, ging ihm immer wieder der gestrige Streit mit Blaine durch den Kopf. Blaines Handeln und seine Worte hatten ihn verletzt, aber er war bereit mit ihm zu reden, wenn dieser es wollte.
Heute Morgen hatten sie nicht viele Worte gewechselt bevor Steve ihn abgeholt und zu seiner Psychologin gebracht hatte. Kurt hatte den ganzen Tag an Blaine gedacht und ihm war klar geworden, dass es so nicht weitergehen konnte. Er musste mit Blaine reden.
Als Santana das Apartment betrat und die Tür hinter sich wütend zuschmiss, sah er auf.
„Diese verdammten kleinkarierten, geizigen New Yorker!" hörte er sie nur schimpfen.
„Was ist dir denn über die Leber gelaufen?" fragte er als sich Santana auf einen Stuhl ihm gegenüber fallen ließ.
„Ich kann dir sagen, was mir über die Leber gelaufen ist! Die Trinkgelder, die die Leute heutzutage geben, sind wirklich miserabel!" Sie seufzte, zog ein Bündel Ein-Dollar-Noten aus ihrer Tasche und begann sie zu zählen.
Kurt bekam große Augen, denn für ihn sah das nach einer Menge Geld aus. „Sag mal, Santana, arbeitest du jetzt in irgend einem anrüchigen Schuppen?"
„Was?" Sie sah ihn an und schaute dann auf das Geld. Sie fing an zu lachen. „Nein, keine Sorge, Ladyface! Ich arbeite als ganz normale Kellnerin in einem Diner vier Straßen entfernt. Hatte ich euch das noch nicht gesagt?"
„Nein, hattest du nicht!" erwiderte Kurt und war etwas erleichtert über Santanas Erklärung.
„Ist der Hobbit da?" fragte Santana.
Kurt sah sie böse an. „Blaine schläft! Wahrscheinlich war es anstrengend bei seiner Therapeutin."
„Hast du mittlerweile mit ihm geredet? Ich habe keine Lust mehr mir jeden Morgen eure kaum zu ertragenden Trauermienen anzusehen!" Santana steckte das Geld in ihre Jackentasche.
„Nein, habe ich noch nicht!" erwiderte Kurt und seufzte.
„Tu es lieber so schnell wie möglich, Kurt! Zwerg Nase hat mir gesagt, dass er mit dem Gedanken spielt, hier auszuziehen!"
„Was?" entsetzt sah Kurt sie an. „Wann… wann hat er dir das denn gesagt?"
„Gestern Morgen. Der Grund ist, dass er Angst hat, dir zur Last zu fallen und dass du es anscheinend mit deiner Fürsorge etwas zu gut meinst." Santana zog sich Kurts Teetasse zu sich hinüber und roch kurz daran. Angewidert schob sie die Tasse zurück. „Ehrlichgesagt nervt es auch mich schon ein wenig, wenn du ständig nur Blaine, willst du dies, Blaine, willst du das, Blaine, hast du Schmerzen, und so weiter von dir gibst!"
Kurt schluckte. Er war sprachlos. War er wirklich so schlimm? Hatte er es vielleicht mit seiner Fürsorge für Blaine übertrieben? Er dachte eine Weile nach. Okay, vielleicht hatte Santana Recht, vielleicht war er wirklich zu fürsorglich gewesen! Aber warum dachte Blaine nur, dass er ihm zur Last fiel? Das tat er nicht. Die Vorstellung, dass Blaine wegen ihm hier ausziehen und vielleicht dann allein in seinem riesigen unpersönlichen Apartment wohnen wollte, machte ihn traurig und er dachte daran, wie Blaine ihn im Krankenhaus um seine Hilfe gebeten hatte. Anscheinend war er nicht so gut als Freund, wie er dachte. Anscheinend machte er alles falsch.
Erschreckt zuckte er zusammen als Blaine in diesem Moment zu ihnen trat. Er sah verschlafen aus, aber wie immer fand Kurt, dass er selbst so mit verwuschelten Haaren wunderschön aussah.
„Hallo ihr beiden", sagte Blaine und er hatte ein nervöses Lächeln auf den Lippen. „Kurt, könnte ich … könnte ich dich kurz sprechen. Ich müsste dir etwas sagen. Es ist wirklich wichtig!"
Kurt schoss durch den Kopf, dass Blaine ihm jetzt mit Sicherheit sagen würde, dass er nicht mehr länger hier wohnen wollte. Dies wollte Kurt aber nicht hören, nicht jetzt, nicht morgen, es sollte einfach gar nicht passieren. Er sah panisch zu Santana und ihm kam ein Gedanke.
„Blaine, ich … es tut mir leid. Santana hat mich gebeten, mit ihr shoppen zu gehen, richtig? Du sagtest doch, du bräuchtest ganz dringend ein neues Outfit, nicht wahr Santana?" Er sah sie hilfesuchend und fast schon flehend an.
Santana musterte ihn ungläubig und stand auf. Sie hob ihre Hände abwehrend vor sich und schüttelte den Kopf. „Halt mich aus der Sache raus, Ladyface! Ich mache dabei nicht mit. Es ist Zeit, dass du mit dem Hobbit redest, also schieb mich nicht als Ausrede vor. Du wirst sowieso nicht darum herumkommen, also rede gefälligst jetzt mit ihm!"
Blaines Miene erstarrte. Kurt wollte nicht mit ihm reden? Waren seine Gefühle nicht mehr so, wie er sie ihm im Krankenhaus geschildert hatte? Ihm wurde heiß und kalt gleichzeitig. Blaine hatte von Kurt geträumt und als er gerade erwacht war und Kurts Stimme aus der Küche gehört hatte, hatte er beschlossen, dass er ihm sofort sagen würde, was ihm klar geworden war. Doch nun war alles plötzlich ganz anders. „Wenn du nicht mit mir reden willst, dann… dann must du das nicht, Kurt! Du musst mich nicht anlügen! Ich … ich…" Blaine wusste nicht, was er sagen sollte. Seine schön vorbereiteten Worte schienen ihm nun nichts mehr wert. Traurig drehte er sich um und verschwand langsam in seinem Zimmer.
Sprachlos sah Kurt hinter ihm her, dann drehte er sich zu Santana und funkelte sie böse an.
„Sieh mich nicht so an, Hummel! Geh zu ihm und rede mit ihn!" Sie schnappte sich ihre Jacke. „Ich gehe eine Weile zu einer Freundin. Habe ich dir von Brittany erzählt? Sie ist eine Tänzerin, die ich in einem Nachtclub kennengelernt habe. Sie ist echt scharf."
Mit diesen Worten verließ sie die Wohnung und ließ einen sehr nachdenklichen Kurt zurück, der einen Moment lang vor sich auf den Tisch starrte. Er nahm einen Schluck von seinem Tee, der mittlerweile nur noch lauwarm war und holte tief Luft. Dann stand er auf und ging zu Blaine.
Dieser saß auf seinem Bett und starrte vor sich auf seine Hände. Er sah nicht auf als Kurt das Zimmer betrat. „Wenn du mich hier nicht mehr willst, Kurt, dann gehe ich …" begann er, doch Kurt unterbrach ihn sofort.
„Ich will nicht, dass du gehst. Du brauchst noch Hilfe, Blaine, und wenn du nicht mehr willst, dass ich dir helfe, dann … dann frage ich Santana oder Rachel. Sie werden bestimmt nicht nein sagen." Er setzte sich ebenfalls auf Blaines Bett, aber er ließ viel Platz zwischen sich und ihm. „Es tut mir leid, wenn ich dich gerade verletzt habe. Ich wollte nicht lügen, aber ich habe einfach Angst davor, dass du mir sagen wolltest, du würdest ausziehen wollen, weil… ich …" Er holte tief Luft. „Ich kann den Gedanken einfach nicht ertragen, nicht zu wissen, ob du vielleicht Hilfe brauchst und niemand ist für dich da. Verstehst du das?"
Blaine sah auf und blickte ihn an. Kurt sah Tränen in Blaines Augen und er fühlte sich dafür verantwortlich und deshalb fühlte er sich schlecht. Nun war er es, der auf seine Hände starrte. „Wenn du willst, ziehe ich aus und wohne eine Zeitlang in einem Hotel oder so. Ich rede mit den Mädels und sie werden es bestimmt verstehen. Ich will nur nicht, dass du alleine bist."
Blaine begann langsam zu Kurt hinüber zu rutschen, bis er dicht neben ihm saß. Kurt schien dies gar nicht zu bemerken, als er weiter sprach. „Ich will nicht, dass du allein bist. Was ist, wenn du wieder Schmerzen bekommst und du keine Tabletten mehr hast? Was ist, wenn du nachts deine schlimmen Alpträume hast und niemand ist in deiner Nähe, der dir beistehen kann? Ich .. ich… will doch nur …"
In diesem Moment fasste Blaine einen Entschluss. Er entschloss sich, Kurt genauso zu zeigen, was er für ihn empfand, wie dieser es im Krankenhaus getan hatte. Er umfasste Kurts Gesicht sanft mit seinen Händen und küsste ihn.
Kurt war völlig überrascht, da er niemals damit gerechnet hatte. Der Kuss war kurz, aber sanft und Blaines Lippen fühlten sich so unsagbar gut auf seinen an. Dies war der einzige Gedanke, den Kurt denken konnte und da war der Kuss auch schon vorbei. Blaine rückte ein wenig von ihm weg und sah ihn unsicher an. Kurt hingegen war völlig verdattert und einen Moment mehr als sprachlos. Er schloss und öffnete seinen Mund ein paar Mal, doch er war nicht fähig zu sprechen.
„Ich hoffe, du verzeihst mir meine plumpe Art!" Blaine bekam ein unsicheres Lächeln hin und griff nach Kurts Hand. „Ich hatte niemals vor, hier auszuziehen, zumindest nicht jetzt, wo ich wirklich noch Hilfe brauche. Der Gedanke, ganz allein zu sein, ängstigt mich auch irgendwie und niemals, nie niemals würde ich von dir verlangen, aus deinem eigenen Apartment auszuziehen, Kurt!"
„Und darum hast du mich geküsst?" fragte Kurt leise. Er war immer noch völlig erstaunt und zu keinem klaren Gedanken fähig.
Blaine atmete tief durch. „Bei der heutigen Sitzung mit meiner Psychologin ist mir klargeworden, was ich für dich fühle, Kurt. Sie hat mich ein Lied singen lassen. Ich sollte an dich denken und dann ein Lied singen, was mir zu dir einfällt."
„Und was hast du gesungen?" fragte Kurt neugierig und sein Herz begann schneller zu schlagen. Blaine hielt immer noch seine Hand und jetzt begann er sogar sie sanft zur streicheln. Kurt begann langsam zu verstehen, was hier gerade passierte, was seinen Herzschlag nur noch schneller werden ließ.
Blaine sah ihn mit seinen haselnussbraunen Augen liebevoll an, als er weitersprach. „Ich habe Teenage-Dream gesungen und dabei nur an dich gedacht. Vielleicht sind wir zwar keine Teenager mehr, aber genau wie in dem Lied weiß ich, dass du mich verstehst. Bevor ich dich traf, war ich wirklich ein Wrack, obwohl es mir gar nicht klar war. Wie in dem Lied beschrieben, bleibt mein Herz stehen, wenn du mich ansiehst und mich berührst. Was ich gestern zu dir gesagt habe, tut mir so leid und ich hätte dich auch nicht von mir stoßen dürfen, Kurt. Du bist das fehlende Puzzleteil in meinem Leben und ich will nie mehr zurücksehen, denn mit dir an meiner Seite werde ich nur noch nach vorne schauen, denn ich will meine Zukunft mit dir verbringen!"
Kurt waren bei Blaines Worten die Tränen in die Augen gestiegen. Sein Herz raste und er glaubte zu träumen. Dies war alles, was er sich erwünscht hatte, seitdem er Blaine kennengelernt hatte. War dies ein Traum? Träumte er dies nur, denn dies war alles viel zu schön um wahr zu sein.
„Heißt das…?" begann er, doch seine Stimme versagte.
Blaine sah ihn eindringlich an. „Das heißt, dass ich dich auch liebe und ich hoffe, du tust es immer noch!"
„Das tue ich!" flüsterte Kurt und sein Atem ging schneller.
Ein Lächeln trat auf Blaines Lippen und er beugte sich zu Kurt hinüber. Kurz bevor seine Lippen sich auf die von Kurt legten, murmelte er: „Ich liebe ich!"
Kurt atmete tief ein. Er war sich klar, was jetzt passieren würde, trotzdem kam es ihm immer noch wie ein Traum vor. Blaines Körpergeruch strömte in seine Nase und er stellte wieder fest, wie gut dieser roch. Seine leicht geöffneten Lippen waren jetzt ganz nah an seinen und er spürte die Hitze, die von ihm ausging. Kurts Herz schlug schnell, Nervosität kochte in ihm hoch und übermannte seinen Verstand. Dieser Moment war etwas ganz besonderes, das was er sich seit langem gewünscht hatte. Er schloss seine Augen und dann berührten sich ihre Lippen.
Blaines Lippen waren warm und weich auf seinen, zärtlich und ganz sanft und dennoch hatten sie genug Wirkung. Kurt legte seine Hand in Blaines Nacken und er bemerkte wie seine Hand anfing zu zittern. Kurts Herz rannte gerade den Marathon seines Lebens.
Es war Blaine, der ihn gerade küsste. Dieser wundervolle Mann küsste ihn.
Es war ein langer zärtlicher Kuss, ein Moment den er sich in seinen Träumen schon so oft vorgestellt hatte. Jetzt war er Realität. Ihre Lippen lösten sich wieder und Kurt sah direkt in Blaines Augen. Die wunderschönsten dieser Welt.
Blaine sah ihn schweratmend an. Dieser Kuss war für ihn ebenfalls mehr als wundervoll gewesen. Während er Kurt geküsst hatte und dessen warme und weiche Lippen auf den seinen gespürt hatte, hatte er nicht an Justin oder an das, was ihm passiert war gedacht, sondern nur an diesen bezaubernden jungen Mann, der ihm so unglaublich nah war und dem er so sehr vertraute. Während des Kusses war ihm klar geworden, dass er die richtige Entscheidung getroffen hatte. Kurt liebte ihn und er liebte Kurt. Irgendwie war alles so einfach.
„Heißt das… ich meine dieser Kuss … ich … was…" Kurt stotterte, doch Blaine unterbrach ihn.
„Kurt, willst du mein Freund sein?" fragte er. „Ich meine, willst du mit mir zusammen sein?"
Kurt blinzelte und war einen Moment sprachlos, dann nickte er lächelnd. „Natürlich will ich mit dir zusammen sein, Blaine! Ich liebe dich!"
„Dann küss mich!" flüsterte Blaine und zog Kurt wieder an sich.
Gemeinsam sanken sie auf das Bett und ihre Lippen fanden sich erneut.
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So, Puh, endlich! Ich habe noch nie 36 Kapitel gebraucht, um die beiden zu vereinen! Ich habe auch noch nie eine FF geschrieben, die so lang ist.
Eigentlich könnte die FF jetzt hier aufhören und alle wären glücklich, oder?
Ich habe aber noch so viele Ideen im Kopf, was noch passiert und Blaine ist auch noch lange nicht über alles hinweg. Ich hoffe, ihr wollt gerne noch weiterlesen, was mit unseren beiden Süßen weiter geschieht!
