Sooo,
Hier haben wir dann mal das nächste Kapitel. Mir war klar, dass ich nach so langer Zeit des nicht-schreibens keine Reviews mehr zu erwarten habe, umso mehr freue ich mich aber, dass doch manche sich an mich erinnern konnten :)
Also viel Vergnügen mit dem nächsten Kapitel und vielleicht ringen sich ja mal ein paar mehr Leute zu einem kleinen Review durch.
Remember : Reviews keep the writers alive^^
LG Lucia
Wieder im Moor
"Lucius hast du irgendwas von Bellatrix gehört? Sie ist gestern nicht- MERLIN!" Rodolphus, der gerade aus dem Kamin gestiegen war, stolperte entsetzt zurück und stieß mit dem Kopf gegen den Sims.
Lucius, wach geworden durch den Krach, setzte sich abrupt auf. Sein Blick wanderte auf etwas schweres, dass auf seinem Schoß ruhte. "Bellatrix!" Der blonde Mann hob beim Anblick Rodolphus' beschwichtigend beide Hände. Bellatrix, die inzwischen auch wach geworden war, erhob sich von Lucius Schoß. "Du brauchst dich nicht aufzuregen, Liebling.", säuselte sie, während sie ihr Kleid zurechtrückte.
"Nicht aufregen?" Rodolphus hatte den Zauberstab gezückt und richtete ihn abwechselnd auf seine Ehefrau und seinen besten Freund. "Ist euch bewusst, was ihr da getan habt? Narcissa ist im Krankenhaus, das Baby schreit oben wie verrückt…" Jetzt hörte Lucius es auch. Lucius sah in die enttäuschte Miene seines Freundes, dann zu Bellatrix, die am gelassensten von allen zu sein schien. Schließlich wanderte sein Blick zum Portrait seiner Frau über dem Kamin. "Entschuldigt mich." Übelkeit stieg in ihm auf, als er aus dem Zimmer stürmte.
Was hatte er nur getan? Rodolphus hatte recht. Er hatte seine kranke Frau hintergangen und seinen besten Freund gleich mit dazu.
"Schon gut, Draco." Nachdem er die Türe verriegelt hatte, nahm er seinen Sohn aus der dunkelblauen Wiege.
Eine Etage tiefer : "Du gehst jetzt sofort nach Hause. Darüber reden wir später." Bellatrix hatte ihren Ehemann noch nie so bestimmt und wütend gesehen. "Wirst du Lucius etwas antun?", fragte sie mit einem interessierten Glimmen in den Augen. "Nach Hause, du Miststück. Und wage es nicht mir in den nächsten Stunden unter die Augen zu treten. Der Mann deiner Schwester. Das hält man ja im Kopf nicht aus-" Er schimpfte noch während er aus dem Zimmer ging, um eine Etage höher seinen Freund zu sprechen.
"Lucius. Mach die Türe auf. Ich muss mit dir reden."
Nachdem ihm zögerlich die Türe geöffnet worden war und Rodolphus sich auf dem Fensterbrett gegenüber der Wiege niedergelassen hatte, begann der Dunkelhaarige nach einiger Zeit das Gespräch.
"Lucius Mann. Ich kann nicht leugnen, dass ich verdammt wütend auf dich bin. Du hast mit meiner Bellatrix geschlafen. Das ist meine Frau, zum Teufel. Aber darum geht es jetzt nicht. Glaub mir das wird Konsequenzen nach sich ziehen, aber es geht jetzt um Narcissa."
Der junge Vater sah zögerlich hoch in das Gesicht seines besten und ältesten Freundes.
"Du musst sie besuchen! Sie ist seit Tagen ganz alleine und niemand ist bei ihr. Bella und ich können sie nicht besuchen, solange bis der Dunkle Lord stark genug ist um die Macht zu ergreifen. Aber du bist frei und du bist ihr Ehemann. Du musst für sie da sein."
Lucius hatte die ganze Zeit über langsam den Kopf geschüttelt. "Ich kann nicht dorthin.", antwortete er endlich mit belegter Stimme. "Ich kann sie nicht so sehen. So hilflos. Das ist nicht meine Frau. Das ist nur ihre Hülle. Meine Frau ist tot."
"Ich begreife nicht, wie du so etwas sagen kannst!" Er hatte sich erhoben und redete wild gestikulierend auf den Freund ein. "Sie atmet, ihr Herz schlägt. Das heißt doch wohl, dass sie lebt."
"Es ist, als habe ein Dementor sie… du weißt schon. Aber das schließen die Heiler aus. Eigentlich weiß ich gar nicht, wofür ich diese Stümper bezahle…" Draco war mittlerweile wieder eingeschlafen und Lucius legte ihn sanft zurück in sein Bettchen. "Liebst du sie noch?"
"Natürlich tue ich das.", sagte Lucius erschrocken über diese Frage. "Dann geh hin und besuch sie. Ich denke, du hast etwas gut zu machen."
oOoOoOo
"Hallo Narcissa.", sagte Lucius leise, als er das Krankenzimmer seiner Frau betrat. Zögerlich kam er näher. "Liebling." Totenblass war sie. Die Augen geschlossen. Die Lippen immer noch leicht bläulich.
Beim Anblick seiner Frau spürte Lucius einen dicken Kloß im Hals. Trotz des beklemmenden Gefühls in der Brustgegend, nahm er ihre eiskalte Hand und drückte einen Kuss darauf.
"Ich weiß, ich war lange nicht mehr hier. Und das tut mir Leid." Er holte mit seinem Zauberstab den Holz geflochtenen Stuhl aus der Ecke heran an ihr Bett und setzte sich. Angesichts dieser unbequemen Sitzfläche, verzog er missmutig das Gesicht, hielt ihre Hand aber weiterhin fest gedrückt.
"Das holen wir heute aber nach, in Ordnung? Der Tag heute gehört nur dir."
oOoOoOo
"Lucius, wir werden im Moor nachsehen."
Mit gerunzelter Stirn begrüßte Lucius den aufgeregten Freund, der gerade ins Büro gestürmt war.
"Wir haben dort doch nachgesehen, Rod." Er legte den Stift aus der Hand und rieb sich über die geröteten Augen. Vier Wochen lang lag Narcissa nun schon unverändert in ihrem Bett. Lucius hatte sie inzwischen nach Hause geholt und eine weitere Hilfskraft engagiert, die sich nur um seine Frau kümmern sollte.
Die meiste Zeit des Tages lag Narcissa stumm in ihrem Bett und rührte nicht einen Finger.
Nur von Zeit zu Zeit wurde in Lucius neue Hoffnung geweckt, dass er noch mehr von seiner Frau vor sich hatte, als nur eine Hülle.
Das war ein kleines Lächeln, eine kurze Bewegung der Hand oder der Lider.
"Ja ja ich weiß. Aber ich denke, ich habe wirklich einen Hinweis." Zuversichtlich grinsend knallte er ein dickes mit silbernen Ornamenten verziertes Buch auf Lucius Schreibtisch.
Lucius seufzte. "Was hast du nun schon wieder gelesen?" Er war der ewigen Versuche, Hilfe für Narcissa zu finden, überdrüssig geworden.
"Lucius, mein Freund. Hast du je darüber nachgedacht, dass es eine Parallele zwischen dem plötzlichen Ableben deiner Mutter und dem Erkranken von Narcissa gibt?"
"Ich weiß wirklich nicht, was du hier finden willst. Das ist doch absurd. Tote im Moor…", grummelte Lucius vor sich hin. Rodolphus stiefelte jetzt schon seit über einer Stunde vor ihm her durch das düstere Moor. "Glaub mir, das ist eine ganz heiße Spur. Das klingt plausibel. Und zwar alles. Überleg doch mal. Deine Mutter hat Narcissa gehasst. Was gebe es da besseres, als sie vor ihrem Tod zu verfluchen?" Auf eine merkwürdige Art und Weise leuchtete ein, was sein Freund da vor sich hin brabbelte.
Andererseits hatte Lucius noch nie etwas von einer ähnlichen Art der Magie gehört.
"Vielleicht sollte ich doch den Dunklen Lord noch mal bitten…" Rodolphus hob die Brauen. "Du hast gesehen, dass es nichts gebracht hat beim ersten Mal. Er weiß nicht, was ihr fehlt. Außerdem ist er viel zu beschäftigt. Ich kann es kaum fassen, dass es schon bald soweit sein wird. Bella und ich können uns endlich wieder frei bewegen…"
"Sieh doch!" Lucius deutete nach Osten, wo über dem Moor viele Fetzen leuchtenden Nebels zu schweben schienen. "Das sind keine Irrlichter.", sagte Rodolphus überzeugt. "Los hin!"
"Was habt ihr meiner Frau angetan?", rief Lucius mit erhobenem Zauberstab noch ehe er nah genug an der Stelle war, um erkennen zu können, womit er es zu tun hatte.
"Zum Teufel…" Als sie die vielen nebligen Gestalten erkannten, schreckte selbst Lucius zusammen. "Das- gibt es doch nicht…"
