Hey :)

Da bin ich wieder, und das sogar pünktlich ;)

Ich bedanke mich ganz herzlich bei BuildingTerror, Miriam und ariana für die lieben Reviews :D

Viel Spaß beim Lesen und schreibt mir, was ihr darüber denkt,

lg Marit


Kapitel 26 – Alles wird gut?

Nachdem wieder eine kleine Ewigkeit vergangen zu sein schien, machten wir uns händchenhaltend zurück auf den Weg ins Wohnheim.

Die anderen saßen immer noch so, wie wir sie vorhin verlassen hatten. Sie sahen auf, als wir durch die Tür kamen, alle mit einem Fragezeichen im Gesicht. Ich musste für sie wohl schrecklich aussehen durch meine immer noch verquollenen und wohlmöglich blutunterlaufenen Augen von dem Gespräch und meiner hemmungslosen Wein-Attacke eben, aber die Tatsache, dass ich lächelte, schien sie zu verwirren.

Edward setzte sich wieder auf mein Bett und zog mich auf seinen Schoß.

„Und? Haben wir was verpasst? Seid ihr schon weiter gekommen?", fragte er ohne irgendwelche der fragenden Blicke zu erwiedern.

„Ähh..", Alice sah immer noch irritiert aus, aber im nächsten Moment fasste sie sich wieder und schüttelte kurz ihren Kopf, „Ja, eigentlich schon." Wir sahen sie erwartungsvoll an, gespannt darauf, was sie zu sagen hatte. „Während ihr wer was getrieben habt," – und dabei schaute sie uns mit hochgezogener Augenbraue an, was mich natürlich erröten ließ – „haben wir uns überlegt, wie wir den Typen kriegen können." Jetzt wurde ihr Grinsen diabolisch. Und ich wurde immer neugieriger, aber sie blieb still.

„Na los, sag schon!", forderte ich sie auf, doch sie schüttelte nur ihren Kopf. Was sollte das denn? Ich musste doch wissen, was ich jetzt tun sollte. Sie konnten doch nicht – sie konnten mir ihren Plan doch nicht verheimlichen! Aber anscheinend konnten sie das.

„Alice!", mischte sich nun auch Edward ein.

„Ihr werdet es ja bald erfahren, aber bis dahin müsst ihr euch noch ein bisschen gedulden", grinste sie. Sie war ja so gemein! Aber gut, gegen Alice und ihren Dickkopf konnte man sowieso nichts unternehmen.

Ich seufzte. „Ist der Plan denn wenigstens gut?", fragte ich ergebend.

„Was denkst du denn? Der Plan ist hochsicher, es kann gar nichts schiefgehen!" Na da war aber einer überzeugt, dachte ich. Aber man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben. Sowas zu sagen bedeutete immer, dass es noch schlimmer werden konnte und auch würde. Hoffentlich hatte sie Recht.

„Und was machen wir jetzt?", fragte Emmett.

„WIR gehen jetzt zu Bett. Es ist schon spät und morgen wird ein langer Tag", meinte Rose, „Was du machst, sei dir überlassen." Und damit stand sie auf und ging ins Bad. Emmett verzog sein Gesicht, anscheinend machte ihm dieses ganze Spiel hier Spaß, nur dass es kein Spiel war.

Auch Jasper stand auf und verabschiedete sich von seiner Alice. Ich dagegen kuschelte mich weiter in die Umarmung von Edward, nicht bereit, ihn jetzt schon gehen zu lassen. Er verstärkte seinen Griff um mich und lachte leise vor sich hin. Sein Lachen war einfach nur atemberaubend schön und ich wollte ihn am liebsten nie wieder gehen lassen.

„So leid es mir auch tut, Liebste, aber mein Bett ruft mich", flüsterte er mir ins Ohr.

„Dann sag deinem Bett, dass deine Freundin dich aber nicht hergeben will", murmelte ich an seiner Brust. Wieder lachte er und strich mir eine Haarstähne aus dem Gesicht. Seine smaragdgrünen Augen fanden meine und ich versank in ihnen.

„Ich liebe dich." Edwards Worte waren wie Musik in meinen Ohren und ich beugte mich vor, um den letzten Abstand zwischen uns zu schließen. Ich konnte gar nicht genug von seinen Lippen kriegen, aber ein Räuspern hinter uns ließ uns auseinander fahren.

„Nehmt euch ein Zimmer!", grölte Emmett. Ha ha. Aber ich hörte nicht auf ihn und drückte meinem Liebsten noch ein Kuss auf die Lippen, nur um noch ein genervtes Stöhnen seitens Emmett zu kriegen, bevor ich endgültig von Edwards Schoß aufstand und ihn zur Tür begleitete. Jasper und ein versschmitzt grinsender Riesenteddybär standen schon im Flur, doch ich hilet sie auf, bevor sie gehen konnten.

„Vielen Dank, Jungs, echt. Das bedeutet mir wirklich viel, dass ihr mir helft." Es war nicht selbstverständlich, dass jemand so etwas tat.

„Dafür sind Freunde doch da", tat Jasper meinen Dank ab.

„Kein Ding, Bella, ich lass meine kleine Schwester doch nicht im Stich", kam von Emmett, „Außerdem wäre es ohne dich viel zu langweilig hier. Endlich mal wieder ein bisschen Action!" Und wie so oft in letzter Zeit schoss mir der Gedanke durch den Kopf, dass ich die besten Freunde auf der ganzen Welt hatte.

Als Edward nach einem weiteren zärtlichen Kuss auch endlich gegangen war, schloss ich die Tür hinter mir ab. Sicher war sicher.

„Ach Bella, bevor du schlafen gehst, kann ich vielleicht mal dein Handy haben?" Rose sah mich unschuldig an, aber ich wusste es besser. Es hatte mit ihrem Plan zu tun. Mir war es ehrlich gesagt sogar ganz lieb, dieses Ding loszuwerden und keine von diesen Anrufen mehr zu kriegen.

„Klar." Ich warf es ihr zu und sie fing es gekonnt auf.

Nur wenig später lagen wir alle in unseren Betten, bereit einzuschlafen. Doch meine Gedanken wollten einfach keine Ruhe geben. Das Gespräch mit Edward hatte mir viel zu denken gegeben und dieses blöde Telefondrohspielchen ließ mich einfach nicht locker. Warum musste sowas eigentlich immer mir passieren? Das Leben war doch unfair! Kaum wenn man dachte, dass alles gut werden würde, kam so etwas.

„Seid ihr noch wach?", fragte ich deswegen leise in den Raum. Ich wusst enicht wieviel Zeit vergangen war, seit wir uns zu Bett gelegt hatten, aber ich konnte einfach nicht einschlafen.

„Mmh", kam es jeweils von Alice und Rose.

„Glaubt ihr euer Plan wird wirklich funktionieren?" Ich war mir immer noch unsicher. Rose stöhnte und was Alice machte, konnte ich nicht sehen, da es stockdunkel in unserem Zimmer war.

„Ich mein ja nur, vielleicht sollte ich doch lieber das tun, was er will..", flüsterte ich weiter.

„Bella! Du wirst nicht tun, was er oder sie von dir will! Dann hätte der Typ doch, was er wollte und du und Edward würdet dann beide unglücklich sein. Also..zum letzten Mal: nein! Überlass das uns, außerdem liebst du doch deinen Eddie", sagte Rose schlaftrunken und gähnte mehrmals zwischendurch.

„Ihr ruft doch nicht die Polizei, oder?", fragte ich. Jetzt, wo wir noch keinen einzigen Beweis hatten, würde das doch nur den anonymen Anrufer wütend machen und anstacheln...

„Nein, Bella, und jetzt geh schlafen, es ist spät." Okay, damit schien das Thema für sie gegessen zu sein. Ich war mir aber immer noch nicht ganz sicher. Ich wollte nicht, dass ihnen irgendwas passieren würde, das könnte ich mir nie verzeihen.

„Danke", flüsterte ich wieder in den Raum. Sie wussten echt nicht, was es mir bedeutete, dass sie mir halfen.

„Kein Problem", kam von einer müden Elfe, „und jetzt hör auf Rose und mach deine Äuglein zu und versuch ein bisschen zu schlafen." Und tatsächlich schlief ich nach nur wenigen Minuten ein.

Als ich aufwachte, war es noch nicht ganz hell, aber ich war merkwürdigerweise nicht müde. Ich sah auf die Uhr, kurz nach sechs Uhr morgens. Das war definitiv unnormal. Ich richtete mich auf und sah mich im Zimmer um. Nanu? Wo waren Alice und Rose? Ihre Betten waren leer und frisch gemacht. Sie waren anscheinend schon länger weg.

Ich stand auf und ging ins Bad, um mich um meine Morgen-Toilette zu kümmern. Ich wusste ehrlich gesagt nicht, was ich machen sollte, da es noch so früh war und Edward und die Jungs noch schliefen. Also griff ich zu meiner aktuellen Lektüre, um ein bisschen weiterzulesen.

Als ich das nächste Mal auf die Uhr sah, war es bereits kurz nach neun. Rose und Alice waren immer noch nicht da und so langsam machte ich mir echt Sorgen. Sie hatten mir keine Nachricht hinterlassen und auch am Abend vorher nichts gesagt. War das etwa Teil ihres Plans? Waren sie deswegen vielleicht gerade unterwegs?

Wie dem auch sei. Ich zog mir schnell eine einfache Jeans und ein Top an und machte mich auf den Weg zum Zimmer der Jungs. Als sie nach fünf Minuten immer noch nicht geöffnet hatten, drückte ich die Klinke runter und zu meinem Erstaunen war die Tür sogar offen. Doch als ich mich im Zimmer umschaute, war auch hier niemand vorzufinden. Ich klopfte an die Badezimmertür, aber nachdem ich einmal hineingelinst hatte, fand ich auch dort keinen meiner Freunde.

Das war doch echt seltsam. Emmett und Jasper hätte ich ja noch zugetraut, dass sie zusammen mit Rose und Alice gemeinsam ihren Plan verfolgen – aber Edward? Ihn wollten sie gestern Abend doch auch nicht einweihen.. Aber vielleicht hatte er nicht locker gelassen und einer der anderen beiden hatte sich verplappert und jetzt war ich die einzige, die nicht in den Plan eingeweiht war.

Ich machte mich auf den Rückweg zu meinem Zimmer. Auf dem Flur war nichts los, was mich verwunderte, denn heute war Donnerstag, also ein ganz normaler Wochentag, an dem ganz normal Lesungen stattfanden und eigentlich hätten die Flure doch voll sein müssen? Seltsam.

Aber ich machte mir nichts draus, ging zurück aufs Zimmer, schnappte mir meine Tasche mit meinen Büchern, um zu meiner eigenen Lesung zu gehen.

Als ich aus dem Studentenwohnheim austrat, war immer noch keine Spur von Alice und den anderen, aber was mich noch mehr verwunderte, war, dass ich keinen einzigen Studenten, Professor oder sonst wem auf dem riesigen Uni-Gelände sah. Und dabei schien die Sonne. Irgendwas stimmte hier nicht.

Als ich zu meinem nächsten Hörsaal ging, schaute ich mich überall um, aber entdeckte keine Menschenseele. Hatte ich vielleicht irgendwas verpasst? Hatten wir Ferien und alle waren abgereist? War irgendetwas Schreckliches passiert, sodass... – meine Gedanken waren nicht mehr zu stoppen und ich malte mir die schlimmsten Szenarien aus. Doch als ich dem Hörsaal näher kam, hörte ich Stimmen. Ich atmete erleichtert auf. Wahrscheinlich wurde ich wegen diesen ganzen Anrufen noch paranoid. Leise über mich lachend, öffnete ich die Tür und blieb geschockt stehen.

Der ganze Hörsaal war voll und mit dabei waren Alice, Rose, Edward, Emmett und Jasper und sie standen – ich musste schlucken – sie standen bei Tanya und Jacob und – konnte es eigentlich noch schlimmer werden? – sie lachten zusammen über etwas, was Tanya ihnen erzählte.

Dieses Bild war absolut seltsam. Normalerweise würde Edward es nicht aushalten, in Jacobs Nähe zu sein, ohne ihm an den Hals zu gehen, aber jetzt standen beide locker da und unterhielten sich.

Anscheinend hatten sie mich noch nicht gesehen, also machte ich mich auf den Weg zu ihnen, nur um zu hören, dass sie über mich redeten. Was zum..?

„Und sie hat es dir wirklich geglaubt?", fragte Alice an Tanya gerichtet.

„Wenn ich es dir doch sage, unsere kleine Bella ist so leichtgläubig und so ängstlich. Wie gut, das ich diese tolle App auf meinem Handy hab, die meine Stimme verzerrt. Ich wette, sie hat sie in die Hosen gemacht. Ich weiß gar nicht, was Edward jemals von ihr wollte." Ich hätte ihr am liebsten eine reingehauen, aber ich war wie gelähmt, als ich das schallende Gelächter meiner Freunde vernahm.

Ich wollte gerade wieder gehen, als die falsche Schlange weitersprach.

„Und aww, guckt mal, wen wir da haben. Die kleine ängstliche Bella. Na, haben dir meine Anrufe gefallen?", fragte sie hämisch. Ich konnte nicht antworten, starrte sie nur an. „Eddiiie!", rief sie stattdessen und er kam auch noch und sah sie mit einem liebevollen Blick an.

Ich war doch echt im falschen Film oder? Das konnte nicht sein, das konnte einfach nicht sein. Nicht Edward und... und diese blöde, hinterhältige, gemeine... ach, mir fiel gar kein passendes Wort ein, um diese falsche Schlage zu bezeichnen. Aber anscheinend konnte es doch sein, denn genau in diesem Moment legte mein Freund seine Lippe auf ihre und eine Welt brach zusammen.

Alles um mich herum wurde schwarz und ich fiel. Tief.

Vor lauter Verzweiflung und Schmerz schrie ich auf. Ich schrie und schrie und schrie, bis mich jemand an der Schulter rüttelte und ich hörte, wie jemand aus weiter Ferne meinen Namen rief.

Wie bei einem Radio, bei dem man das Volumen aufdrehte, wurde die Stimmer lauter und endlich erkannte ich sie. Es waren Rose und Alice.

„Wach auf, Bella!", rief Alice. Wach auf? Ich schlief? Ich... das war nur ein Traum? Ein Albtraum, um genauer zu sein?

„Bella!", hörte ich auch Rose. Und als ob ich an der Wasseroberfläche nach langem Tauchen ankam, hörte ich alles klar und deutlich und öffnete die Augen.

„Gott sei Dank! Ich dachte schon, du hörst nie auf zu schreien", meinte Rose. Mein Herz raste immer noch, mein ganzer Körper zitterte und ich war schweißgebadet.

„Ich hab geschrien?", fragte ich mit heiserer Stimmer. Es war nur ein Traum, nur ein Traum!, wiederholte ich mein neues Mantra immer wieder in meinen Gedanken.

„Alles wird gut, Bella, es war nur ein schlechter Traum." Alice nahm mich vorsichtig in die Arme.

„Wovon hast du geträumt?", fragte Rose vorsichtig, doch ich war nicht in der Lage zu sprechen. Das war ein schrecklicher Traum, ein furchtbar schrecklicher Traum. Ich versuchte meine Atmung zu beruhigen und Alice reichte mir ein Glas Wasser.

„Alles in Ordnung?", fragte sie besorgt. Ich nickte. Auf einmal war ich wieder furchtbar müde.

„Ich wusste nicht, dass dich das Ganze so sehr mitnimmt", flüsterte Rose genau so besorgt, „Du brauchst dir keine Sorgen um deinen anonymen Anrufer machen, Süße, wir kümmern uns schon dadrum."

„Ich –", setzte ich an, doch ich wurde sogleich unterbrochen.

„Du brauchst uns jetzt nichts dadrüber erzählen, wenn du nicht willst, du solltest vielleicht lieber noch ein bisschen schlafen, bis zu deiner ersten Lesung nachher", meinte Alice, „Oder soll ich Edward anrufen, dass er vorbeikommt?" Sie sah mich fragend an.

Ich starrte auf meine Bettdecke, immer noch benommen von diesem Albtraum. „Tanya", flüsterte ich.

„Was ist mit Tanya?", fragte Rose.

„Sie.. sie und Jacob und.. und ihr..?", murmelte ich zusammenhanglos. Ich hörte, wie Alice ins Badezimmer ging und ihr Handy schnappte.

„Was ist mit uns?" Rose saß auf meiner Bettkante und streichelte mir beruhigend über meine Knie.

„Ihr wart auf einmal weg. Und... und ich hab euch gesucht, aber nicht gefunden.. und dann, dann wart ihr da mit Tanya.. und Jacob und... habt zusammen gelacht... über mich", stotterte ich und hoffte, dass sie daraus halbwegs schlau wurde.

„Oh, Bella", Rose umarmte mich fest, „Sowas wird nie passieren. Erstens bist du unsere Freundin und wir würden dich nie, niemals auslachen, und zweitens – Tanya? Hallo?! Ihr Niveau ist auf Höhe einer Teppichkante! Mit sowas würde ich mich doch niemals abgeben", lachte sie. Und tatsächlich musste ich sogar ein bisschen mitkichern.

„Wieder gut?", fragte Rose mit einem Lächeln auf den Lippen, froh darüber, dass ich wieder lachen konnte. Ich nickte und es wurde still zwischen uns.

Alice kam aus dem Bad zurück und gesellte sich zu uns. „Dein herzallerliebster Lieblings-Edward kommt gleich runter", meinte sie nur.

Nach einer kurzen Stille meldete sich Rose wieder zu Wort: „Hatte unsere Diva denn wenigstens noch grüne Haare?"

Und jetzt musste nicht nur ich lachen, sondern auch Rose selbst und Alice, bis es an der Tür klopfte und ich sie aufriss, nur um in Edwards Arme zu fallen.


Und? Hat's euch gefallen? Ein bisschen Drama kann doch nie fehlen ;)