Kapitel 34: Guter alter Spalding

Nervös lief Spalding auf dem Dachboden hin und her, während er nervös an seinen Fingernägeln knabberte. Endlich hatte er einen Grund um das Gespräch mit seiner Obersten zu suchen. Der einzigen Obersten der er immer mit Leib und Seele diesen wollte. Er verehrte Fiona Goode und das schon seit dem Tag, an dem er sie das erste Mal sah. Sie war seine Göttin und er würde alles für sie tun und bisher tat er das auch. Viele würden sagen, dass er steht's nur Fionas Dreck weggeräumt hatte, doch er sah es als Ehre an. Sie hatte ihren Spalding immer vertraut und heute hatte er die Chance erneut zu beweisen, dass er ihr auch heute noch treu ergeben war.

„Sag schon Emily, soll ich es ihr gleich sagen? Soll ich zu ihr gehen? Ich bin so aufgeregt, seitdem sie hier ist, habe ich mich ihr noch nicht gezeigt."

Fragend sah er zu einer großen Porzellanpuppe und knabberte weiter an seinen Nägeln.

„Was? Meinst du? Ach ich weiß nicht so recht, bisher habe ich ihr nie meine Familie vorgestellt!"

Die große Puppe blickte mit ihren glasigen Augen geradeaus und Spalding sah sie an, als würde sie wirklich mit ihm reden.

„Eine Teeparty? Ich weiß nicht…" wie wild begann er zu kichern und errötete „Glaubst du wirklich, dass Fiona zu einer meiner Teepartys kommen würde?"

Die Puppe blieb bewegungslos und doch glaubte Spalding wirklich sie waren an Leben. Seine Familie.

„Glaubst du ich sollte eine offizielle Einladung schreiben? Nein, natürlich du hast Recht, die Situation eilt. Weißt du was, ich werde es Eleonora sagen."

Spalding nahm die große Puppe und gab ihr einen Kuss auf die Wange, dann stellte er sie weg und sah warnend zu seinen anderen Puppen „Und ihr alle werdet euch benehmen! Wir bekommen heute ganz besonderen Besuch."

Und während Spalding völlig unerkannt zu Fionas Zimmer lief indem Eleonora war, war Fiona auf den Weg zu Zoe's und Kyles Schlafzimmer. Sie war noch nicht einmal vor der Tür, da hörte sie schon das herzzerreißende Weinen des Mannes. Fiona seufzte und schüttelte den Kopf, sie hatte jetzt keine Zeit sich mit diesen Aushilfsbutler zu beschäftigen. Mit einer Fingerbewegung öffnete sie die verschlossene Tür und trat ein. Der bissige Gestank von verbrannten Fleisch stieg ihr in die Nase und sie hielt sich schnell ein Taschentuch davor.

Sweet Jesus, wie das stinkt.'

Sie sah sich um und erblickte Kyle auf dem Bett, der die verkohlte Leiche seiner Frau umklammerte. Unter Umständen hatte er Fiona vielleicht leidgetan aber jetzt gab es etwas Wichtigeres. Sie musste verhindern, dass sie selbst und Eleonora ebenso enden würden wie Zoe.

„RAUS, wir wollen allein sein!" schrie Kyle und blickte nicht einmal auf.

Fiona rollte mit den Augen „Dafür habe ich keine Zeit!" Sie konzentrierte sich auf Kyles Gedanken und zwang ihn dazu aufzustehen. Mit leeren Blick und roten Augen, sah er Fiona an „Du gehst jetzt raus und wartest dort, verstanden?"

Kyle der keine Kontrolle über sein Handeln hatte, nickte nur und verließ wie in Trance das Zimmer.

Jetzt erst nahm sich Fiona Zeit, die Leiche von Zoe zu studieren. Sie hatte nie wirklich viel Interesse an der jungen Frau. Sie war einfach zu weich und zu gut für diese Welt. Einmal mehr wurde Fiona bewusst, dass nur die Stärksten in dieser Welt überleben würden. Zoe war keine davon gewesen.

Kopfschüttelnd blickte Fiona auf den bis zu Unkenntlichkeit verbrannten Leichennahm und rümpfte die Nase. Zoe's Handgelenke und Knöchel waren an den Bettpfosten gefesselt und ihre Arme und Beine waren an den Gelenken abgeschlagen worden. Bei näheren Hinsehen sah sie, dass an einigen Stellen die Axt oder was auch immer es war, sein Ziel verfehlt hatte und Kerben im Holz hinterließ. Fiona lächelte und ein kurzes Kichern entkam ihr. Eines stand fest, der Axtmann kann es nicht gewesen sein. Niemals hätte er daneben geschlagen, er war ein Meister seines Fachs. Dennoch würde ein Besuch nicht schaden. Sie war wirklich gestresst und auch wenn sie noch immer eine riesen Wut im Bauch hatte, so hatte er es immer geschafft ihren Stress erfolgreich abzubauen.

Fiona schloss die Augen und versuchte die letzten Emotionen die es hier gab aufzuspüren. Eine Aura verschwand nicht gleich mit der Person, die Gefühle und Empfindungen blieben meistens noch eine Weile zurück. Doch außer Trauer und Schmerz verspürte Fiona nichts. Es waren nur noch Kyles Emotionen zu spüren, die anscheinend so stark waren, dass sie alles andere überdeckten.

„Idiot!" murmelte Fiona und sah sich weiter um.

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Eleonora rauchte schon ihre dritte Zigarette. Noch immer konnte sie nicht verstehen was hier geschehen war und das ihre Mutter sie in Verdachte hatte.

Für was für ein Monster hält sie mich?'

„Hallo meine Kleine."

Eleonora schreckte auf und ließ vor Schreck ihre Zigarette fallen.

„Verdammt Spalding, willst du mich umbringen? Warum schleichst du dich so an?" sie hob ihre Zigarette auf und schüttelte den Kopf „Hör zu Spalding, ich habe jetzt keine Zeit für dich. Zoe wurde ermordet und meine Mutter….."

Spalding unterbrach Eleonora und ging auf sie zu „Ich weiß, ich weiß! Deswegen bin ich ja hier. Hör zu meine Kleine, du weißt ich bin dein Freund. Ich habe dir und Fiona etwas Wichtiges zu sagen aber dazu müsst ihr zu mir kommen. Ich bereite eine kleine Teeparty vor und ihr seid meine Ehrengäste. Ich erwarte euch und glaub mir, es wird sich lohnen."

Noch bevor Eleonora etwas sagen konnte, verschwand Spalding mit einem geheimnisvollen Lächeln.

Eleonora war nun nervöser als zuvor. Hatte Spalding etwas gesehen? Sie musste unbedingt sofort zu Fiona. Schnell verließ sie ihr Zimmer und sah sich um, bis auf Kyle der teilnahmslos im Flur stand, war niemand zu sehen. Sie lief los und rannte an Kyle vorbei, sofort fielen ihr seine verweinten Augen auf. Er hat ihr schrecklich Leid, er musste Zoe wirklich geliebt haben. Sie ging weiter und betrat das Schlafzimmer.

„Fiona? Ich muss dir etwas sagen…oh mein Gott." Kaum hatte sie den Raum betreten, da erblickte sie Zoe oder das was noch übrig war. Nie zuvor hatte sie etwas wie das gesehen. Das sollte Zoe sein? Tränen stiegen ihr in die Augen und sie hatte das Gefühl sich übergeben zu müssen.

„Verdammt Eleonora, was machst du hier? Ich sagte du sollst in meinem Zimmer warten."

Fiona packte ihre Enkeltochter an den Schultern und schob sie aus dem Zimmer.

„Ich….ich weiß aber….oh mein Gott, das war Zoe?" schockiert sah sie Fiona an und begann zu zittern, nie hätte sie mit so einem Anblick gerechnet.

„Du! Geh wieder ins Zimmer und du hast uns hier nicht gesehen, verstanden?" Fiona warf Kyle einen eiskalten Blick zu und sah nur, wie er nickte und wieder in das Schlafzimmer zu seiner toten Freundin ging „Was zur Hölle machst du hier?"

Eleonora sammelte ihre Gedanken und versuchte das Bild von Zoe aus ihren Gedanken zu verbannen.

„Spalding, er war bei mir! Ich glaube er weiß etwas über den Mord!"

Ein leichtes Lächeln bildete sich auf Fionas Gesicht. Ihr guter alter Spalding! Immer noch so neugierig wie früher.

„Er möchte, dass wir zu ihn gehen. Er bereitet eine Teeparty vor und…."

„Eine Teeparty? Eine Teeparty? Wir stehen kurz davor auf den Scheiterhaufen zu kommen und wir sollen zu einer verdammten Teeparty gehen? Das ist doch wohl ein Witz?"

Ungläubig sah Fiona zu Eleonora. Spalding hatte schon immer eine Vorliebe für das skurrile und es war Fiona egal, solange sie sich damit nicht auseinander setzten musste.

„Ich weiß es klingt seltsam aber diese Partys sind seine einzige Freude. Ich glaube wir sollten zu ihn gehen, er war Jahrelang mein einziger Freund hier und er betet dich an. Er würde es nie wagen, dich zu behelligen wenn es nicht wichtig wäre."

Fiona seufzte und verzog das Gesicht, wie schlimm konnte dieser Tag noch werden?