~*~

Teil 34

~*~

Es war ein schier unmöglicher Kraftaufwand, einen Riesen wie Sam - zusammengesunken und schwerer als eine Wagenladung Sandsäcke - in seinem unförmigen Zustand der Besinnungslosigkeit zurück ins Haus zu bringen und Bobby lehnte sich keuchend gegen den Türrahmen, als die Last endlich auf der Couch lagerte.

"Okay, Junge", fing er an, die Augen noch starr auf das jämmerliche Bild vor sich gerichtet, die Worte aber an Dean gewandt, der eben wieder ins Zimmer kam, beladen mit zwei Decken. "Entweder wir dringen zu ihm durch oder wir können anfangen, sein Grab zu schaufeln."

Unwirsch hob er die Hand, als er den lautlos angesetzten Protest hörte und wandte sich jetzt endlich seinem zweiten Sorgenkind zu. "Dean. Er bringt sich um."

Die Augen des älteren Jägers suchten die seines jüngeren Freundes, hofften auf einen Funken Einsicht, auf eine Lösung, die das Problem "Dämonenblutabhängigkeit" in den Griff bekam. Sie hatten selbst beide genug damit zu tun gehabt, ihre Alkoholexzesse zu unterbinden und das stille Übereinkommen, darüber nie ein Wort zu verlieren, bestand weiterhin. Es war also nicht so, dass sie nicht genau wussten, woran sie waren.

Was sie nicht wussten, war mehr das, wie sehr das Dämonenblut Menschen veränderte im Gegensatz zu Alkohol. Wie schwer es werden würde, jemanden davon wieder los zu bringen und vor allem, wie gefährlich für alle Beteiligten.

Seufzend verschränkte Bobby die Arme vor sich, als er auf Sam stierte - die Augenbrauen zusammenziehend, als durch dessen Körper ein Schaudern lief, das seine Strähnen flattern ließ wie von einem nassen Hund, der sich schüttelte.

"Wenn er nicht reden will ...", fing Bobby gedankenverloren an "... jedenfalls nicht bewusst - sollten wir es auf die unbewusste Art versuchen."

Just in diesem Moment erschütterte ein Schrei die Anwesenden, der nichts mit denen in der Nacht zu tun hatte. Pure, nackte Panik und Schmerz klangen mit, füllten den Raum und Sam saß senkrecht auf der Couch, die Augen weit aufgerissen und nicht fähig, seine Umgebung zu erkennen.

"Verdammt noch mal!", fluchte Bobby und sprintete eine Sekunde nach Dean los, um die geringe Distanz zu überwinden.

~*~