Tuniwell - schön, dass du die FF weiterverfolgen wirst. Da kann ich dir auch sagen, dass sie fertig ist und ich die letzten Kapitel in den nächsten Tagen fertig hochgeladen haben werde :)

36. Kapitel - Zurück zur Normalität

Lucius Malfoy ging langsam den Weg zur großen Halle. Sein Kopf brummte. Irgendwie fühlte er sich komisch. Warum konnte er sich nicht an das Geschehene in Dumbledores Büro erinnern. Er soll ihm erzählt haben, dass es allen Slytherins gut geht? Warum hatte er da nicht die Vertrauensschüler gefragt? War das nicht deren Aufgabe, sich um solche Dinge zu kümmern? Sehr seltsam. Er rieb sich die Stirn. Naja, vielleicht wurde er einfach ein bisschen krank. Eine Erkältung oder so…davon blieben auch Zauberer ab und an nicht verschont. Und schließlich war er bei Dumbledore und da wird ihm schon nichts Schlimmes zugestoßen sein. Malfoy betrat die Große Halle, in der schon die meisten Schüler versammelt waren. Es herrschte große Unruhe. Was war denn hier los?

Malfoy setzte sich an den Slytherin Tisch zu Crabbe und Goyle. „Wasn passiert?", fragte er verwundert. Irgendwie war das nicht sein Tag heute. War denn alles an ihm vorbei gegangen?

Crabbe schaute ihn überrascht an. „Na du weißt doch…Lupin, Potter, Black und Co sind von Greyback angegriffen worden…" „Was?", platzte es aus Malfoy heraus. „Dem Werwolf? Wie das denn? Ist ihnen was passiert?" Das waren ja Nachrichten. „Aber Lucius", wunderte sich Goyle, „darüber haben wir doch vorhin schon gesprochen…nachdem Lupin weggerannt ist, weil du ihm gesagt hast, dass du weißt, dass er ein Werwolf ist."

„Lupin? Ein Werwolf?" Malfoy blickte zum Tisch der Gryffindors hinüber. Wer war Lupin noch mal? Der da neben Potter musste es sein. „Ach hör doch mit diesen lächerlichen Ideen auf…ein Werwolf…auf Hogwarts…das glaubt ihr doch selber nicht."

„Aber wir haben doch…", fing Crabbe an. „Schnauze Clarence! Ich will von diesem Schwachsinn nichts mehr hören." Für Malfoy war die Unterhaltung damit beendet. Crabbe und Goyle schauten sich sprachlos an. Schließlich zuckte Crabbe mit den Schultern und begann zu essen. Warum sich mit Malfoy anlegen? Hatte doch sowieso keinen Sinn.

„Alle reden über unseren Kampf, aber niemand hat bis jetzt ein Wort über mein… ähm… ‚Problem' verloren.", flüsterte Remus James zu. „Dumbledore hat doch versprochen, dass er etwas unternimmt. Scheinbar hat er es hinbekommen.", lächelte James nun viel positiver gestimmt. Remus rang sich ebenfalls ein Lächeln ab. Hoffentlich hatte er Recht.

Gerade betrat Dumbledore die große Halle. Es passierte selten, dass der Direktor zu spät zum Abendessen erschien. Beim Vorbeigehen zwinkerte er den Maraudern zu. „Ich würde das als gutes Zeichen interpretieren."; sagte Sirius überzeugt.

Dumbledore nahm seinen Platz am Lehretisch ein und begann ganz ruhig zu essen. Als alle geendet hatten, klatschte er in die Hände und die leer gegessenen Platten und Teller verschwanden. Er stand auf und räusperte sich.

„Meine Lieben", begann er, „ich nehme an, Sie haben bereits von den unglücklichen Zwischenfällen heute Nachmittag in Hogsmeade gehört. Wir waren uns zwar darüber bewusst, dass durchaus ein Risiko bestand, als wir trotz aller aktuellen Ereignisse den Ausflug gestattet haben, aber wir hätte nie damit gerechnet, dass tatsächlich Schüler angegriffen werden würden."

„Ich hab es ja gleich gesagt.", murmelte Professor Alraune für die Schüler unhörbar. Sie fühlte sich in ihrer erst als übervorsichtig verschrienen und belachten Ansicht bestätigt. Hätte Dumbledore den Schülern doch nie erlaubt ins Dorf zu gehen. Dumbledore ging nicht weiter auf diese kleine Unterbrechung ein. Besserwisserei half nun auch niemandem weiter.

„Nun, dass diese Attacke passieren konnte, hing auch damit zusammen, dass sich jemand nicht an die von uns vorgeschriebenen Regeln, die wir für den Ausflug aufgestellt haben, gehalten hat. Wir sind zwar alle glücklich, dass keinem Schüler etwas Ernstes passiert ist, aber trotzdem können wir diesen Disziplinverstoß nicht einfach so hinnehmen. Wir müssen darauf achten, dass in dieser Schule ein geregelter Ablauf gesichert ist. Dazu ist die Einhaltung von Regeln unabdingbar wichtig. 200 Punkte Abzug von Gryffindor für den Regelverstoß von Mr. Remus Lupin."

Remus wurde knallrot im Gesicht. Damit fiel Gryffindor auf den letzten Platz in der Hauswertung zurück und es war seine Schuld. Es war ihm sehr peinlich, besonders weil ihn jeder anstarrte. Naja, verdient war es ja schon.

„Aber auf der anderen Seite belohnt Hogwarts die, die über sich hinauswachsen und sich für ihre Freunde einsetzen. Aus diesen Gründen erhalten Lily Evans, Eowyna Scremadour, Celina Hatcher, Peter Pettigrew und Sirius Black je 50 Punkte für die mutige Rettungsaktion für ihren Freund."

Die Gryffindors klatschten euphorisch. Die Freunde mussten lachen. Da waren die Punkte doch schon wieder gerettet.

„Außerdem belohnen wir James Potter für eine außergewöhnliche magische Leistung, das Behalten eines kühlen Kopfs in einer gefährlichen Situation und sein selbstloses Verhalten mit 100 Punkten."

Der Applaus am Gryffindor Tisch war ohrenbetäubend. Das war das erste Mal in diesem Schuljahr, dass sie in der Wertung in Führung gingen.

„Meine Damen und Herren, Sie haben sich heute als echte Gryffindors bewiesen. Und trotz all der Gefahr, in die sie sich heute gebracht haben, können wir nicht leugnen, dass wir stolz auf ihre Leistung sind, stolz darauf sind, dass sie zu Zauberern geworden sind, die sich zu helfen wissen." Dumbledore begann nun auch zu applaudieren. Nach kurzer Zeit setzten die anderen Lehrer mit ein und auch die Schüler der anderen Häuser klatschten für die Helden des Tages. Sogar ein Großteil der Slytherins beteiligte sich und zur größten Überraschung der Marauder sogar Lucius Malfoy.

Als die Schüler die große Halle verließen, blieb Remus noch am Tisch der Gryffindors sitzen. Er konnte gar nicht fassen, dass er auf einmal zu den gefeierten Helden des Tages gehörte. Vor einer Stunde dachte er noch, die Welt bräche über ihm zusammen. Und nun sollte alles gut sein?

„Moony? Kommst du oder bist du versteinert?", zwinkerte ihm Sirius zu.

„Wie? Ähm…ja, ich komme ja schon.", antwortete Remus geistesabwesend.

Während des gesamten Abends grübelten die Freunde, was Dumbledore getan hatte, dass Malfoy die Nachricht von Remus noch nicht in ganz Hogwarts herumerzählt hatte. Aber ihnen fiel keine plausible Lösung ein. Es gab in ihren Augen keine. Auf die Idee eines Vergessenszaubers kam keiner von ihnen. Wie auch? Es war nicht gerade die feine Art einen Menschen seiner Erinnerungen zu berauben. Und für einen Lehrer gegenüber einem seiner Schüler gehörte es sich schon gar nicht.

„Warum sollen wir uns weiter den Kopf zerbrechen? Ich meine, es scheint doch alles gut zu sein, oder? Nehmen wir es einfach, wie es ist.", seufzte Eowyna schließlich, als der Zeiger der Uhr immer weiter voran schritt, eine Antwort auf ihre Frage aber immer noch nicht näher gerückt war.

„Sie hat Recht.", unterstützte sie James. „Und du kannst ja Dumbledore bei Gelegenheit mal fragen, was er gemacht hat, Moony. Schließlich geht es ja um dich."

„Wahrscheinlich habt ihr Recht. Ich sollte einfach zufrieden mit dem sein, was passiert ist, was auch immer es auch war.", beschloss Remus. Er holte einmal tief Luft und schaute seine Freunde lächelnd an. Wenn jetzt noch Celina von der Krankenstation kam, war alles wieder perfekt.

„Was?", brüllte eine erzürnte Stimme. „Wie konnte das passieren? Immerhin handelt es sich hier um einen gesuchten Death Eater, der zudem noch ein Werwolf ist und viele Menschen auf dem Gewissen hat."

Der blasse Ministeriumsmitarbeiter wurde immer kleiner vor seiner wütenden Chefin. „Mrs. Bagnold…ich kann doch nichts dafür…wir haben unser Bestes getan, aber er war einfach stark."

„Zu stark? Wir haben hier hochqualifizierte, exzellent ausgebildete Auroren und Sie wollen mir sagen, dass die Greyback nicht aufhalten konnten.", schnaubte die Ministerin. „Er hat Schüler von Hogwarts angegriffen, wie stehen wir denn jetzt in der Öffentlichkeit da? Schicken sie Scrimgeour zu mir."

„Aber …die Auroren? Was wollen Sie denn jetzt von Scrimgeour? Was hat der denn nun wieder mit der Sache zu tun?", stammelte der Beamte.

„Warum arbeiten Sie eigentlich hier? Wer hat Sie bloß eingestellt? Ich möchte natürlich vom Chef der Aurorenabteilung wissen, warum unsere Elitekampftruppe nicht in der Lage war, eine einzige Person aufzuhalten und zur Vernehmung zu bringen." Millicent Bagnold schüttelte fast verzweifelt den Kopf. Manchmal fragte sie sich, wer dieses unfähige Ministeriumspersonal einstellte.

„Aber Mrs. Bagnold, ich mache meine Arbeit immer pflichtbewusst. Nur Scrimgeour und die Auroren waren doch gar nicht in der Nähe von Greyback."

„WIE BITTE? Wollen Sie mir allen Ernstes erzählen, dass ein Gefangener ohne vorschriftsmäßige Bewachung überführt werden sollte?"

„Nun ich…also ich habe Parker und Jonathans mit der Aufgabe beauftragt. Ich dachte, dass zwei Mitarbeiter doch vollkommen ausreichen, um diesen Typen zur Verhandlung zu bringen. Ich meine, man muss diese Situation nicht überbewerten, nur weil ein paar Kinder sich irgendwelche Geschichten von einem Kampf gegen einen Death Eater, der zufällig auch noch ein Werwolf sein soll, erfunden haben. Die wollen sich doch nur ein bisschen wichtig machen und vor ihren Freunden angeben. Und wir wollen uns doch nicht lächerlich machen. Was sollen denn die Leute denken, wenn wir den Hirngespinsten von so halbstarken, pubertierenden Kindern glauben würden? Aber es war ja wieder klar, dass Dumbledore nie auf die Idee kommen würde, dass seine lieben Kleinen auch nicht immer so lieb sind, wie er denkt." Der Beamte nickte, um dem Gesagten Nachdruck zu verleihen. „Wir wollen doch kein Aufsehen erregen, oder?", fügte er etwas unsicherer hinzu, als er in die Augen der Ministerin sah, aus denen Dolche zu schießen drohten.

„Aufsehen erregen? Hirngespinste? Mein Lieber, Fenrir Greyback ist ein gesuchter Death Eater und bewiesenermaßen auch ein Werwolf, der vielen Eltern die Kinder genommen hat. Hier handelt es sich sicher nicht um eine Wichtigtuerei von ‚pubertierenden Halbstarken', wie Sie es so schön gesagt haben. Sie haben wissentlich die Vorschriften missachtet. Da werden noch Konsequenzen auf Sie zukommen. Ich verstehe Sie einfach nicht. Mit Ihrer Art werden Sie es nie zu etwas bringen. Und nun gehen Sie mir aus den Augen, Mr. Fudge."

„Was bist du nur für ein Versager?"

Greyback kauerte zu Füßen seines Meisters. Er senkte den Kopf. Dem bohrenden Blick aus den schlitzförmigen, rötlich schimmernden Augen des mächtigen Zauberers konnte man einfach nicht standhalten. Vielleicht war es falsch von ihm gewesen, sofort zu Voldemort zurückzukehren, aber andererseits…hätte er gewartet, wäre das Donnerwetter sicher noch herber ausgefallen.

„Mein Lord, ich habe mein Bestes gegeben…", sagte er leise. Voldemort erhob sich. Seine widerliche Schlange schlängelte sich unter seinem Sessel hervor und einmal um Greyback herum. Es kam ihm vor, als starre sie ihn an und versuchte seine Gedanken zu lesen. Aber es war doch nur eine verdammte Schlange…oder war da doch mehr?

„Das war dein Bestes? Erbärmlich! Es waren Kinder. Kinder, denen du nichts entgegenzusetzen hattest." Voldemort kam bedrohlich näher. „Geh mir aus den Augen!"

„Aber ja, mein Lord. Sofort." Greyback rutschte rückwärts auf Knien aus dem Raum. Voldemort blickte ihm nach. Gegen Kinder ist er nicht angekommen. Dabei hatte er immer viel auf den starken, kämpferischen Werwolf gegeben. „Die werde ich mir wohl mal angucken müssen."; murmelte er.