Auf der Suche nach Magie"

Übersetzung der Geschichte „Looking for Magic" von Hypnobarb.

Disclaimer: Alles gehört JKR, bis auf diese Übersetzung. Die gehört mir, aber ich verdiene kein Geld damit!

Eine kleine Anmerkung vorweg: Ich habe mich entschieden, eine bestimmte Übersetzung zu ändern. Die Paar-Magazine nenne ich jetzt Paar-Tagebücher.

Viel Spaß mit dem neuen Kapitel!

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34. Kapitel:

Hermine und Severus

4. Oktober 1998

Hermine erschien im Transportraum in der ersten Etage der St. Germain Hall. Sie trat heraus und warf ihren Rucksack über ihre Schultern, ergriff ihre Reisetasche und ging zum Fahrstuhl.

Fünf Minuten später stand sie vor ihrer Zimmertür. „Feinstes aus dem Honigtopf.", sagte sie und die Tür öffnete sich. Hermine ging hinein und stellte die Taschen auf dem Fußboden ab, eilte hinüber zu ihrem Schreibtisch und zog die unterste Schublade auf. „Quidditch nervt." Die Schublade öffnete sich und Hermine nahm vier Tagebücher heraus. Sie ergriff das Schwarze und suchte nach einem Glühen auf dem Cover, dem Signal für einen Eintrag.

„Noch nichts", seufzte sie.

Sie fühlte ein wuscheliges Etwas um ihre Knöchel streichen. „Hallo Krummbein. Hattest du ein ruhiges Wochenende mit Thekla und Butterscotch? Ich habe dir etwas von der guten Katzenminze aus dem Hinterhof des Ordenshauptquartiers mitgebracht, die du so magst. Da ist auch etwas für Thekla und Butterscotch dabei. Ich möchte ihren Frauchen danke sagen, dass sie auf dich aufgepasst haben."

Hermine griff in den Korb mit Katzenspielzeug und entnahm eine Spielmaus. Dann zog sie einen kleinen Beutel mit Blättern aus ihrem Rucksack und holte eine großzügige Menge heraus, legte sie in eine Klappe an der Spielzeugmaus und warf diese durch den Raum. Krummbein raste hinterher und schleifte sie umher. Hermine setzte sich zurück auf ihren Schreibtischstuhl, schloss ihre Augen und überlegte.

Sie hatte zwei Stunden geschlafen, nach dem sie sich vom Professor im Kellerlabor verabschiedet hatte. Als sie Harry und Ron in den Flur stürmen hörte, war sie aufgewacht, und hatte sich zu den beiden in die Küche gesellt, nach dem sie geduscht hatten.

Auch wenn es vielleicht keine gute Idee war, hatte Hermine die beiden bezüglich des Solvo Ira Trankes aufgeklärt, damit sie wenigstens vorgewarnt waren über die Bedrohung beim Quidditch Spiel. Sie mussten vorsichtig sein und so tun, als ob sie davon noch nichts wussten. Als Auroren in Ausbildung würden sie wahrscheinlich noch nicht hinzu gerufen werden, um sich mit darum zu kümmern.

"Hermine", sagte Ron. "Harry und ich müssen sehr vorsichtig sein, wie wir Insiderinformationen handhaben."

"Ich habe nie honoriert, wie schwer das für Tonks und Shacklebolt ist", sagte Harry. „Als Ordensmitglieder erfahren wir manchmal Informationen über geplante Todesser Aktivitäten. Als Aurorenlehrlinge können wir da gar nichts machen. In unserem ersten Lehrjahr ist es uns nicht erlaubt, irgendwo hinzugehen ohne die Begleitung eines designierten Aurorenausbilders."

"Abgesehen davon", ergänzte Ron, "würden wir hinausgeworfen werden, wenn die Magische Rechtsdurchsetzung erfährt, dass wir Teil irgendeiner Organisation sind, die unsere Aktionen in einem Fall beeinflussen kann."

"Im zweiten Ausbildungsjahr", sagte Harry, "ist es uns erlaubt, mit Partnern zu arbeiten, die voll ausgebildete Auroren sind. Tonks und ich haben darüber gesprochen. Sie wird mal schauen, ob ich ihr zugeteilt werden kann, wenn ich mein erstes Jahr vollendet habe. Shacklebolt und Dumbledore haben darüber diskutiert, bei welchem Ordensmitglied unter den Auroren Ron untergebracht werden kann. Das würde alles viel einfacher machen."

"So, Snape hat dich also mit ihm zusammen an dem Trank arbeiten lassen, den die Todesser verwenden werden?", fragte Ron und in seinem Gesicht spiegelte sich äußerste Skepsis wieder. „Hast du auch etwas anderes zu tun bekommen als Kessel zu schrubben?"

"Oh Ron, werde erwachsen", stöhnte Hermine. „Komm über den Unsinn hinweg, der in deinem Kopf über Professor Snape herum spukt. Er ist auf unserer Seite und war es schon immer. Wir haben am Solvo Ira Trank gearbeitet, um ihn zu sabotieren. Er wird nicht annähernd so wirken, wie Voldemort glaubt."

"Snape mag auf unserer Seite stehen", erwiderte Ron, „aber das bedeutet nicht, dass er kein richtiger Bastard ist."

"Du musst schon zugeben, dass er uns wie Drittklässler behandelt, die er kurz nach Zapfenstreich erwischt hat", ergänzte Harry.

"Ich möchte euch beide nicht beleidigen, aber er behandelt euch zwei wie Drittklässler, die kurz nach Ausgangssperre erwischt wurden. Mich behandelt er allerdings nicht so", sagte Hermine bewusst. „Vieles resultiert aus der Art, wie ihr mit ihm umgeht. Ihr erwartet von ihm, dass er euch wie ein richtiger Bastard behandelt, deshalb behandelt ihr ihn wie einen. Und er geht mit euch so um, wie ihr es von ihm erwartet. Wenn ihr vielleicht höflich zu ihm wärt und aufhören würdet, rotznäsige Bemerkungen zu machen, wenn er anwesend ist, könntet ihr vielleicht einen Unterschied feststellen."

Hermine lehnte sich vor. "Habt ihr mal beobachtet, wie Remus mit Professor Snape umgeht?"

"Siehst du, das ist genau das, wovon ich spreche, Hermine", schnaubte Ron. „Er macht Remus immer nieder und macht abfällige Bemerkungen."

"Nein", beharrte Hermine. "Du denkst zurück an die Heulende Hütte, als Professor Snape einen Zauberstab an Remus Gurgel hielt, weil er glaubte, Remus würde Sirius helfen zu fliehen. Er sagte ziemlich fiese Dinge zu Remus und zu Sirius, weil er glaubte, beide wären in den Tod von Harrys Eltern verwickelt."

Hermine schüttelte ihren Kopf. "Du lässt es zu, dass dieser Vorfall deinen Eindruck von jeder anderen Interaktion, die zwischen ihnen entstand, trübt. Wenn du sie jetzt genau beobachten würdest, sähest du etwas völlig anderes. Professor Snape macht eine fiese Bemerkung zu Remus, aber da ist keine Gehässigkeit dahinter. Remus antwortet mit einem bösartigen Kommentar, aber seine Stimme klingt dabei frotzelnd. Es ist ihre Form eines Geplänkels."

"Ron, es ist nichts anderes, als wenn du Harry als Angeber bezeichnest und Harry dich einen Schwachkopf nennt. Keiner von euch beiden meint es ernst. Ich habe schon viele Zeiten erlebt, in denen Professor Snape und Remus am Küchentisch zusammen saßen, Tee tranken und über Idioten im Ministerium diskutierten. In einem Kampf würde jeder von beiden dem anderen den Rücken freihalten. Es mag Meinungsverschiedenheiten zwischen ihnen geben, aber ich denke, sie haben vieles beiseite geschoben, um mit einander arbeiten zu können."

Hermine atmete durch. "Professor Snape hat einen sehr trockenen, absolut schwarzen Sinn für Humor. Außerdem neigt er dazu, den wunden Punkt einer Person herauszupicken und darauf herumzuhacken, bis er eine Reaktion von der Person erhält. Er neckt Dumbledore in einer Art, die ich als Zuneigung beschreiben würde. Dumbledore ärgert ihn in der gleichen Weise zurück. Ich denke, er weiß, dass er dies mit Dumbledore machen kann und genauso mit Remus. Ron, er zieht deine Mum auf, aber niemals mit etwas, das ihre Gefühle wirklich verletzen würde und sie tut es ihm gleich. Sie ist nicht im Mindesten von ihm abgeschreckt."

Ron schaute belämmert. „Ich glaube, Mum würde sich nicht mal von Voldemort abschrecken lassen."

Harry und Hermine lachten.

"Ich glaube, damit hast du recht", sagte Harry. „Wir sollten unsere Strategie überdenken und deine Mum auf ihn ansetzen. Ein paar Wochen mit Nörgeleien über genug essen, einen ausreichend warmen Pulli zu tragen und wieder daheim zu sein zu einer angemessenen Zeit, und er würde entweder Gedanken an die Welteroberung aufgeben oder besser auf sich acht geben und nicht mehr so launenhaft sein."

Der Klang von Lachen hallte aus der Küche durch das ganze Haus.

"Vor allem, wenn wir ihn dazu bekommen, zu gehorchen, und zu einer angemessenen Zeit aufzutauchen. Er wäre nicht so müde, wenn er die Todessertreffen nicht so spät veranstalten würde. Und wenn er richtig essen täte, würde er nicht so schrumpelig aussehen. Es würde seinen Charakter nur verbessern", schnaubte Harry.

Hermine hielt sich ihren Bauch, weil sie so sehr lachte, dass ihr schon Tränen das Gesicht runter liefen. Remus wählte diesen Moment, um in die Küche zu kommen. „Was ist so lustig?"

"Wir… wir", würgte Hermine hervor. Sie rang nach Atem. "Wir haben uns vorgestellt, wie wir Molly auf Voldemort ansetzen und sie ihn zu Tode bemuttert."

Remus stimmte in das Gelächter mit ein. „Ihr drei habt den kreativen Durchbruch gefunden, den wir brauchen. Molly Weasley, Geheimwaffe des Phönixordens. Wir müssen diese Strategie bei unserem nächsten Treffen vertiefen. Wenn Voldemort angemessene Bemutterung gehabt hätte, während er heranwuchs, hätte er wahrscheinlich nicht das Bedürfnis verspürt, sich in eine Art Schlange zu verwandeln."

Das Gekicher verstummte als jeder versuchte, Luft zu holen.

Hermine schaute zu Remus auf. „Ich nehme an, Professor Snape hat das Haus mit dem Solvo Ira verlassen?"

"Er ist vor einer Stunde gegangen. Severus sagte aber noch, wie hilfreich du bei der Herstellung warst, vor allem weil er sich noch von dem Crucio erholte." Remus schaute Hermine nachdenklich an.

"Ich bin froh, dass ich helfen konnte. Ich genieße es wirklich, mit ihm gemeinsam an Tränken zu arbeiten. Es ist eine gute Lernerfahrung, auch wenn der Solvo Ira kein Trank ist, von dem ich als Unterrichtsprojekt sprechen kann."

Hermine schaute aus dem Fenster. „Es wird spät und ich muss zurück ans College."

"Bevor du gehst", sagte Remus, "glaube ich, dass du die Ehre verdienst, das hier zu sehen." Er griff in das Medizinschränkchen in der Küche und nahm das Fläschchen mit Wolfsbann heraus, das Hermine und Severus am Tag zuvor zubereitet hatten. Er gab Hermine ein schiefes Lächeln und entkorkte den Trank.

"Ich habe versucht, ihn warm, kalt und in jeglicher Art dazwischen zu trinken", sagte Remus. „Es schmeckt trotzdem so, wie flüssige Scheiße riecht."

Er führte das Fläschchen an seine Lippen und kippte den Inhalt so schnell er konnte. Remus milde Gesichtszüge verzogen sich in das garstigste Gesicht, das Hermine sich vorstellen konnte, und er schüttelte sich wie ein nasser Hund in Reaktion auf den Geschmack.

"OH, WIE EKLIG", fluchte Remus, und nahm ein paar tiefe Atemzüge.

Hermine, Ron und Harry zogen eine Schnute in Sympathie und zuckten zusammen, als Remus eine Reihe von angewiderten Gesichtern zog, und ein Glas Wasser trank, um den Trank hinunter zu spülen.

Sein Gesicht glättete sich in Remus viel liebenswürdigeren Ausdruck. Er schloss seine Augen für einen Moment.

Dann öffnete er seine Augen wieder und schaute Hermine an.

"Es fühlt sich so an, als ob der Wolfsbann wirkt", sagte er und schaute Hermine dankbar, mit ein klein wenig Wehmut an. „Ich bemerke den beruhigenden Effekt, wie bei den anderen Malen, an denen ich Professor Snapes Wolfsbann einnahm."

Hermine umarmte Remus und schaute zu dem größeren Mann auf.

"Ich bin froh, dass er wirkt und es tut mir leid, dass er so schrecklich schmeckt", sagte sie entschuldigend.

Remus umarmte Hermine fester und küsste sie auf die Stirn.

"Es sind nur ein paar Minuten an Unbehagen als Gegenleistung für eine Transformation, bei der ich keine Angst haben muss, dass ich jemanden verletzten werde", sagte er. „Ich bin Severus und jetzt auch dir dankbar, mehr als ihr ahnen könnt."

Hermine lächelte zu ihm auf. „Gern geschehen", sagte sie sanft, „Jemand anderem zu helfen, ist der Grund, warum ich in dieses Metier möchte."

Remus schaute zu Harry und Ron. „Ob er es zugibt oder nicht", sagte Remus bedeutungsvoll, „es ist einer der Gründe, warum Severus Zaubertränke Meister ist. Er ist der Brillanteste seiner Art, von dem ich weiß. Außerdem ist mir bekannt, dass einer der Gründe, warum er den Wolfsbann entwickelt hat, der, dass ich ihn beinah getötet hätte als wir Teenager waren. Trotzdem bereitet er den Wolfsbann jeden Monat für mich zu."

Ron und Harry tauschten bedeutungsvolle Blicke aus.

Remus ließ Hermine los und sie trat beiseite. Sie griff nach seiner Hand.

"Habe eine gute Verwandlung. So gut, wie sie nur möglich ist", sagte sie.

"Ich werde in ein paar Stunden hinunter in den speziell angefertigten Vorratsraum im Keller gehen", erwiderte Remus. „Mit ein wenig Glück werde ich die meiste Zeit in den kommenden drei Tagen schlafen. Mit Wolfsbann wird es mir gut gehen." Remus drückte Hermines Hand erneut. „Danke nochmals."

"Nochmals gern geschehen", sagte Hermine. Sie sah zu Harry und Ron. „Ich muss jetzt wirklich gehen."

Ron stand auf und nahm ihre Reisetasche zur Hand. Harry schnappte sich ihre Büchertasche. „Wir werden dich hinaus begleiten, Mione." Lupin öffnete die Hintertür und folgte den dreien hinaus in den Hinterhof, hinter die Anti-Apparationssperren.

"Sobald ihr etwas über den Solvo Ira hört, sagt mir bitte Bescheid über die Tagebücher. Ich möchte unbedingt erfahren, ob der Trank so funktioniert hat, wie Professor Snape es wollte, und was beim Quidditch Spiel passierte."

"Wir beide müssen in ein paar Stunden wieder arbeiten. Zu unserem Glück auch noch Nachtschicht. Es wird wohl eher morgen werden, Mione.", sagte Ron. Er schloss zu Hermine auf und umarmte sie. Harry tat es ihm gleich und küsste sie flüchtig auf die Stirn. „Komm zurück, sobald du kannst. Wir vermissen dich."

"Das werde ich, weißt du doch." Hermine lächelte. „Versprecht mir, darüber nachzudenken, worüber wir gesprochen haben?"

Ron schaute zu Harry. "Schwachkopf", sagte er.

"Angeber", erwiderte Harry.

Hermine lachte als sie den Portschlüssel herausholte und verschwand.

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Hermine öffnete ihre Augen und überprüfte die Einbände der Tagebücher. Immer noch nichts. Sie legte sie auf dem Tisch beiseite und öffnete ihren Laptop. Dann griff sie in das Regal über dem Schreibtisch, zog ihr Kalkulation Sachbuch heraus und begann zu lernen. Alle paar Minuten hörte sie kurz auf und überprüfte die Einbänder der Tagebücher erneut.

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Es war weit nach Mitternacht, als Severus am Rande des Verbotenen Waldes apparierte. Er hielt inne und schaute zum Nachthimmel hinauf, Sterne funkelten am wolkenlosen Himmel. Dann sehr er wieder nach unten und streifte seine Todesser Roben ab, die er trug. Ein Wink mit seinem Zauberstab und sie schrumpften auf eine Größe, in der sie in seine Tasche passten. Severus ging auf das entfernte Schloss zu.

Als er seine Räume erreichte, ging Severus direkt in das Badezimmer und spritzte sich kaltes Wasser ins Gesicht, wusch seine Hände und trocknete beides mit einem Handtuch. Dann ging er zurück in das kleine Wohnzimmer, griff in eine silberne Schale auf dem Kaminsims und warf eine Handvoll des Pulvers in die Feuerstelle.

"Albus?"

"Ja, Severus? Du bist zurück. Unverletzt, hoffe ich?", antwortete eine bekannte Stimme.

"Ich bin unverletzt."

"Kommst du zu mir? Ich habe hier eine Flasche guten Brandys", sagte Albus.

Snape trat in das Feuer und kam im Büro des Direktors wieder heraus. Er wischte sich den Ruß von seinen Roben und seine Haare aus seinem Gesicht. Albus Dumbledore saß in einem der beiden Lehnsessel. Ein kleiner Tisch stand zwischen ihnen, zwei Kognakgläser und eine Flasche standen oben auf. Snape sank müde in den zweiten Sessel. Dumbledore hob die Flasche an und füllte die bernsteinfarbene Flüssigkeit in die zwei Gläser.

"Kann ich dir etwas zu essen bestellen, Severus?"

"Nein Albus, ich habe etwas auf Malfoy Manor bekommen", erwiderte Severus und rieb sich müde sein Genick.

"Warst du die ganze Zeit dort?", hakte Dumbledore nach. „Ich habe mir schon Sorgen gemacht."

"Das war nicht notwendig. Alles verlief so, wie geplant. Der Trank wirkte perfekt, zumindest nach unserer Definition." Severus nahm einen Schluck von dem Brandy und ließ ihn seinen brennenden Weg die Kehle hinunter laufen. Er schloss für einen Moment seine Augen und lehnte seinen Kopf an den Sessel.

Dumbledore stellte sein Glas ab. "Die Berichte, die ich über die Veranstaltung im Stadium erhalten habe, waren sehr positiv. Das Spiel lief zwanzig Minuten, verschiedene kleine Tumulte brachen unter den Fans der rivalisierenden Mannschaften aus. Wie du vorausgesagt hattest, gab es blaue Augen und blutende Nasen. Nichts Ernstes. Es wird bestimmt nur einen kleinen Bericht in den Sportseiten des Propheten morgen geben. Es gab kein Zeichen von dem Dunklen Mal."

"Nach der Definition des Dunklen Lords ist es das einzig Positive, das am heutigen Tage passierte. Wie ich erwartet habe, sprach er einen Analyse Zauber über den Solvo Ira, als ich ihn ihm übergab. Er war deutlich zufrieden mit dem Trank. Was ich bis dahin nicht wusste, war, dass Lucius Malfoy angewiesen wurde, das Team im Stadium anzuführen und die Beschwörung vorzunehmen."

"Malfoy tat genau das, was ihm aufgetragen worden war, und der Trank verpuffte in einen Nebel, der sich im Stadium ausbreitete. Ein paar Minuten später begannen kleine Kämpfe auszubrechen. Als Lucius erkannte, das der Effekt geringer war als erwartet, zog er sein Team zurück und verbot, das Dunkle Mal über dem Stadium heraufzubeschwören. Er wusste, der Dunkle Lord wollte nicht, dass dieser Reinfall sich in der Öffentlichkeit verbreitete." Snape rieb seine Nase, Angespanntheit spiegelte sich in seinem ganzen Körper wider.

"Ich war beim Dunklen Lord, als wir die Rückkehr des Teams erwarteten. Als Malfoy zurückkam und seinen Bericht ablieferte, war Riddle so wütend, wie ich ihn noch nie erlebt habe. Er machte Lucius für diesen Misserfolg voll verantwortlich. Ich stoppte das Zählen bei der vierten Runde Crucio. Glücklicherweise sprach Pettigrew sie auf Anweisung des Dunklen Lords. Hätte Riddle die Flüche selber gesprochen, wäre Malfoy jetzt wahnsinnig oder tot."

"Mitgliedern des Inneren Zirkels wurde die Möglichkeit geboten, sich an ihm auslassen zu dürfen. Ich musste sehr vorsichtig sein und wartete, bis der Zirkel und der Dunkle Lord verschwunden waren. Lucius war immer noch ohnmächtig. Ich apparierte uns beide nach Malfoy Manor."

"Wird er überleben?" Dumbledores Augen waren verdeckt.

"Nicht wegen der wenigen Versuche von Seiten Pettigrews. Narcissa und ich haben viel Erfahrung mit dem Behandeln von Crucio und die Verletzungsarten, die entstehen bei rachesüchtigen Todessern. Gebrochene Rippen, eine durchstochene Lunge, wahrscheinlich eine angerissene Milz, gebrochenes Wadenbein, verschiedene und allerlei andere Verletzungen. Wir haben fast zwei Stunden damit verbracht, Lucius wieder zusammen zu flicken und ihn zu stabilisieren. Dass er während der ganzen Zeit bewusstlos war, war das einzig Positive daran. Ich glaube, er wird überleben, aber er wird eine lange Zeit brauchen, um sich zu erholen."

"Ich weiß, dass du und Malfoy eine Art Freundschaft habt. Es ist nicht deine Schuld, Severus." Dumbledore füllte Snapes Glas nach.

"Nein, ich weiß. Wenn ich gewusst hätte, dass Lucius dafür bestraft werden würde, hätte ich nach einer Alternative gesucht, das Problem zu lösen. Obwohl ich darüber die letzten Stunden nachgedacht habe, fällt mir aber nichts anderes ein, was ich hätte probieren können."

"Das mag gefühllos klingen, aber gibt es einen Weg, diesen Missbrauch von Lucius Malfoy zu unserem Vorteil zu nutzen?" Dumbledore schaute Snape erwartungsvoll an.

'Ist das nicht typisch für dich, alter Mann?', dachte Snape, als sich die Wut hinter seinen geschlossenen Augen bildete. ‚Du bist wie ein verdammter Geier, darauf wartend, aus jeder Situation das kleinste herauszuholen.'

Severus atmete tief ein und langsam aus, um sich selbst zu beruhigen.

"Es ist möglich", antwortete er. „Lucius war seit einiger Zeit vom Dunklen Lord ernüchtert. Er hat es mir immer wieder angedeutet und seine Mühe, Draco aus dem Land zu bekommen, um zu verhindern, dass er das Dunkle Mal annehmen muss, verdeutlicht das auch. Da er fast zu Tode geschlagen und mit Crucios getroffen wurde, wird sich sein Denken weiter vom Dunklen Lord entfernen. Ich werde seine Abneigung weiter vorantreiben. Irgendwann in naher Zukunft, wenn Lucius weiter genesen ist, wird es vielleicht Zeit sein, dass Risiko zu wagen, ihm meine Rolle als Doppelagent preis zu geben." Severus streckte seine langen Beine aus.

"Der Dunkle Lord mag wütend sein, aber ich glaube nicht, dass er Malfoy tot sehen will oder aus dem Inneren Zirkel herausnehmen würde. Das Malfoy Vermögen steht dem Dunklen Lord zum Grossteil zur Verfügung und er wird das nicht riskieren. Ich werde die Situation vorsichtig beobachten, wie sie sich entwickelt, und werde dich wissen lassen, was passiert." Severus stellte das leere Brandyglas zurück auf das Tischchen.

"Ich bin müde. Ich würde mich gern säubern und mein Bett aufsuchen." Severus hob seinen Kopf und schaute Dumbledore an. "Danke für den Brandy."

"Das habe ich gern getan, Severus."

Beide Männer erhoben sich und Dumbledore ging auf Severus zu, legte eine knorrige Hand auf seine Schulter. „Sohn, heute Nacht war es sehr schwierig für dich. Ich weiß dies zu schätzen. Du hast getan, was schwer, aber richtig war. Ich danke dir nicht genug für das, was du tust, für die schweren Entscheidungen, die du jeden Tag treffen musst."

"Ich werde immer versuchen, meine Pflichten zu erfüllen Albus", erwiderte Severus. Er entzog sich Dumbledores Hand und warf das Pulver in den Kamin. „Räume des Zaubertränke Meisters", sagte er und trat in die Feuerstelle, in den grünen Flammen verschwindend.

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Severus trat aus der Dusche. Er fühlte, wenigstens den Dreck des Tages weggewaschen zu haben, wenn auch nicht den Geschmack. Er schaute auf sein Bett und dann auf seinen Schreibtisch. Das Tagebuch befand sich in der obersten Schublade.

'Hermine hat schon lang genug auf ein Wort von mir gewartet', dachte er.

Severus ging zum Schreibtisch und öffnete die Schublade. Der schwarze Einband glühte sanft. Er setzte sich auf den Schreibtischstuhl, öffnete das Tagebuch und begann zu lesen.

Lieber Severus,

es ist später Nachmittag hier in Chicago. Ich dachte mir, ich schreibe dir ein oder zwei Zeilen bevor ich in die Bibliothek gehe. Ich habe morgen einen Test in Kalkulation und muss noch einen Aufsatz beenden über die Effekte von verschiedenen Methoden der Destillation von ätherischen Ölen. Wenn ich einen Computer in Hogwarts hätte, könnte ich einfach den Aufsatz hervorholen, den ich für dich im letzten Schuljahr geschrieben habe, und ihn hier erneut einreichen. Du bist viel kritischer in deinen Kommentaren als Professor DeBastain.

Ich habe das Zauberer Radio gehört und nichts außer den Punkteständen vom heutigen Quidditsch Spiel gehört. Ich schließe daraus, dass alles gut verlaufen ist.

Ich möchte dir nochmals danken, dass ich mit dir an dem Solvo Ira arbeiten durfte. Ich bin soweit von euch weg, dass ich mich die meiste Zeit fühle, also ob ich in keiner Weise eine Hilfe für euch bin. Unsere Diskussion über die anderen Angelegenheiten bedeutet mir sehr viel. Ich weiß, dass du nicht oft persönliche Informationen von dir preisgibst. Das du mir vertraust… Also, danke dafür.

Ich hoffe, dir geht es gut und unsere Sabotage wurde nicht entdeckt. Pass auf dich auf

Hermine

Severus lehnte sich zurück. Sie hatten gestern soviel Zeit mit Reden verbracht. Oder war es der Tag zuvor? Die Zeit griff ineinander über.

Es gab bisher keine Zeit, ihre Diskussion zu verarbeiten. Es war … einzigartig. Ja, einzigartig für seine Erfahrung. Er konnte sich nicht an das letzte Mal erinnern, als er solch persönliche Dinge mit jemandem diskutiert hatte. Sicher, da waren viele Gespräche mit Albus, aber diese waren begrenzt auf die Berichte oder das Festlegen von Strategien. Keine Gespräche über Gefühle.

'Sie war an meinen Gefühlen interessiert', dachte er. ‚Als ich ihr meine Reaktion zum Crucio beschrieb, war sie den Tränen nah. Wann war das letzte Mal, als jemand um mich weinte? Weinte, weil ich Schmerzen hatte? Niemals, da bin ich mir sicher. Ist sie so zart besaitet? Unwahrscheinlich. Der Sprechende Hut steckte sie in Gryffindor, nicht Hufflepuff.'

Severus drehte sich auf seinem Stuhl in Richtung Kamin. ‚Sie hat bei mir nach Trost gesucht, als sie dachte, ihre Eltern wären gequält worden.'

Er stand auf, ging zu einem Schränkchen in der Ecke und öffnete die Tür. Dann nahm er eine Flasche Feuerwhisky heraus und füllte ein Maß oder zwei in ein Glas, und setzte sich zurück an den Schreibtisch.

"Konzentriere dich, Snape", befahl er sich selbst. „Ein neunzehnjähriges Mädchen hat sich schlecht für dich gefühlt, weil du gequält wurdest. Sie würde sich auch schlecht fühlen, wenn es irgendjemandem passiert, den sie kennt. Es ist nichts persönliches, sondern einfach nur ihre Art."

Severus schüttete seinen Drink hinunter und stellte das Glas wieder auf dem Schreibtisch ab. Er tippte mit seinen Fingern auf das Einband des Tagebuchs. ‚Sie meinte es ernst', dachte er. ‚Vielleicht steckt noch mehr dahinter. Sie ist aufrichtig zu ihren Freunden.'

Severus öffnete das Tagebuch und kehrte zu der Seite zurück, die er gelesen hatte. Er nahm einen Federkiel und begann zu schreiben.

Hermine,

es war ein sehr langer Tag. Hier ist es fast drei Uhr morgens. Du hast Recht mit deiner Annahme darüber, warum du nur die Quidditch Tore im Zauberer Radio gehört hast. Der Trank hat genau so funktioniert, wie wir beabsichtigt hatten und wenig Schaden angerichtet. Natürlich muss ich nicht erwähnen, dass der Dunkle Lord sehr unzufrieden war. Die Person, die den Zauberspruch vollzogen hat, wurde für das Versagen bestraft. Unsere Sabotage des Trankes blieb unentdeckt. Die ganze Serie an Ereignissen dauerte den ganzen Tag und ich bin erst vor kurzer Zeit hierher zurückgekommen.

Ich muss dir danken für deine Assistenz bei der Vorbereitung des Solvo Ira. Nach dem ich so viele Crucios abbekommen hatte in der anderen Nacht, habe ich oft Probleme mit meinen Händen, die für ein paar Tage zittern. Es wäre für mich sehr schwierig gewesen, die Zutaten selbst vorzubereiten. Sollte ich mich wieder in einer ähnlichen Situation in der Zukunft befinden, werde ich nicht zögern, dich um deine Hilfe zu bitten.

Was unser Gespräch angeht, glaube ich nicht, dass mir jemals jemand so eine Frage gestellt hat. Ich habe nie wirklich meine eigenen Reaktionen untersucht, wenn ich verflucht wurde. Es war für mich genauso interessant wie für dich.

Ich habe vollstes Vertrauen in dich, dass du deinen Test morgen erfolgreich bestehen wirst, genauso wie den Aufsatz. Vergiss nicht, mehr ist manchmal nur mehr.

Wenn du das nächste Mal nach England kommst, würde ich gern die Möglichkeit nutzen, unsere Diskussion fortzusetzen über die Behandlung des Crucio. Was du über Muggelarznei in Erfahrung bringen kannst, könnte sehr hilfreich sein, bestehende Behandlungsmethoden zu verbessern. Wie ich bereits vorher schon sagte, habe ich ein persönliches Interesse, die Entwicklung von effektiveren Behandlungsmethoden mit anzusehen.

Mir geht es ganz gut und ich bin nach den heutigen Geschehnissen unverletzt. Danke für deine guten Wünsche. Ich wünsche dir eine gute Nacht.

Severus

Severus schloss das Tagebuch und legte es zurück in die Schublade. Er ging ins Schlafzimmer, warf seine Robe auf den Stuhl und kletterte ins Bett. Er winkte mit seiner Hand. Die Lichter gingen aus.

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Hermine lag auf dem schmalen Tagesbett. Krummbein lag zusammengerollt an ihren angewinkelten Beinen. Das Licht aus dem Gebäude auf der gegenüberliegenden Seite der Straße strahlte durch das Fenster und formte rote und blaue Muster an die Wand und die Decke.

Das schwarze Tagebuch lag auf dem Tisch vor ihrem Tagesbett, wo sie es gleich sehen konnte. Vor allem weil sie sich nicht dazu bringen konnte, ihre Augen zu schließen. In dem Moment als das Glühen von ihrem Geist begriffen wurde, sprang Hermine auf, schubste die Katze beiseite, welche ans Ende des Bettes sprang und ihr einen sehr bösen Blick zuwarf.

Hermine schnappte nach dem Tagebuch und ergriff ihren Zauberstab. „Lumos", murmelte sie und Licht erschien an der Spitze. Sie öffnete das Tagebuch und sah die spinnenartige Handschrift und begann zu lesen. Sie seufzte vor Erleichterung.

'Es geht ihm gut. Es geht ihm gut. Es geht ihm gut.'

Hermine drückte das Tagebuch an ihre Brust, knipste das Licht aus und legte sich hin. Sie schloss ihre Augen.

tbc

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Replies habe ich übrigens geschrieben. Aber hier geht gerade wieder nix. Zumindest kommen keine Alertbenachrichtigungen an…

Das nächste Kapitel ist eines meiner Lieblingskapitel. Man könnte es als schnell bezeichnen, da es einen ganz anderen Stil hat wie die bisherigen. Und wir erfahren einiges in kompakter Form, z.B. über Hermines Date und Malfoy.

Butterscotch lässt sich übrigens mit Butterbonbon oder Karamellbonbon übersetzen. ;O)

Wie hat euch dieses Kapitel gefallen?