Nach dem heißen Bad saß Alwa in eines seiner dicken Winternachthemden gehüllt, warm zugedeckt und mit einem Handtuch um die nassen Haare in seinem Bett. Sie löffelte hungrig die Suppe und stürzte die süße Schokolade hinunter. Inzwischen war es bereits sehr früh am nächsten Morgen. Thorin nahm ihr den leeren Teller ab und reichte ihr die große Schüssel Grießbrei. Sie aß auch davon noch einen Teil, bis sie sich reichlich satt fühlte und trank noch einen großen Schluck Tee. Danach ließ sie sich zurücksinken und griff seine Hand.
„Das war knapp. Aber Fredrin geht es gut", seufzte sie heiser und fragte dann, „Hättest Du wirklich Thrors Gebeine in Thranduils Abtritt versenkt?".
„Bei Durins Bart! Das hätte ich, verdammt!", fuhr Thorin auf und musste dann doch schmunzeln.
„Das hast Du gehört?", fragte er verlegen.
Sie nickte lächelnd und zog seine Hand an ihre Wange.
„Großvater… Thror… Er hat Dich auf der anderen Seite festgehalten?", fragte der König dann leise und seine Nackenhaare stellten sich auf.
„Nicht festgehalten wie ich hier Deine Hand festhalte. Es war mehr… Er hat mich Dinge sehen lassen. Begebenheiten aus seinem Leben. Elben, die ihn hassten und Böses wollten, Menschen, die ihn betrogen haben. Orcs, die Tod und Vernichtung brachten. Hass und Gewalt, Verrat, Niedertracht und Enttäuschung. Und je tiefer er mich blicken ließ, umso mehr entfernte ich mich von Wala und von dieser Seite. Eben noch konnte ich Ama singen hören und im nächsten Moment war alles still und dunkel um mich. Ich hatte kein Gefühl für die Zeit, die verstrich. Alles verschwamm. Traue nur Dir selber, beschwor Thror mich immer wieder. Nur Gold ist wahrhaftig! Aber irgendwann konnte ich tiefer sehen, als er mich sehen lassen wollte. Es war die Furcht, dass Fredrin anders sein würde als er, die ihm ein Dorn im Auge war. Und von da an konnte ich seinen Einflüsterungen stand halten, aber ich sah den Weg zurück nicht mehr. Ach, Thorin! Sein Herz ist so kalt und sein Verstand so verwirrt… Er tat mir so furchtbar leid, aber ich wusste nicht, wie ich ihm helfen sollte. Und ich musste dringend zurück, denn ich sah plötzlich wie viel Zeit vergangen war. Keine Minuten und Stunden, wie ich gedacht hatte, sondern Tage! Und ich dachte, wenn Du seinen Geist nur ein wenig ablenkst, könnte Wala mich finden. Und Du hast die Nachricht verstanden und das Richtige getan. Thror verstummte, verschwand schließlich und ich hörte Deine Stimme. Und dann war Wala wieder bei mir und plötzlich war alles ganz einfach".
Thorin beugte sich über sie und küsste zärtlich ihre aufgesprungenen Lippen.
„Mahal, Alwa! Ich bin so froh!", flüsterte er,"Wie konntest Du das nur wagen?".
„Es wäre alles gut gegangen, wenn ich nicht aus Respekt vor Deinem Großvater angefangen hätte, ihm zuzuhören. Für Dís war es wichtig. Wie geht es ihr? Hat sie Dir von Fíli erzählt?", fragte sie.
„Ja, hat sie. Sie war… Sie war sehr bewegt und sie war jeden Tag hier an Deiner Seite. Wie Deine ganze Familie übrigens. Bestimmt siehst Du Dís heute noch. Sie hat mir gestern ein Schreiben gegeben… Ach, aber... davon können wir später reden", winkte er ab.
„Und Du nennst mich jetzt bei meinem Namen?", fragte er stattdessen lächelnd.
Sie nickte.
„Ja. Etwas ändert sich, mein König. Mein Thorin", antwortete sie und zog ihn zu einem weiteren Kuss zu sich.
Er hielt sie fest im Arm und musste sich schon wieder seiner Tränen erwehren.
„Verdammt. Ich werde weich auf meine alten Tage", dachte er.
„Mahal sei Dank", flüsterte sie und wieder war er nicht sicher, ob sie nicht tatsächlich seine Gedanken las. Aber es war ihm schlussendlich einerlei.
„Ich sollte Dan wecken. Ich habe es versprochen? Geht es Dir gut genug, mein Schatz?", fragte er besorgt.
Sie nickte, doch als er sich erhob, um zu gehen, hielt sie ihn zurück und sagte abwesend:
„Ama wird sterben".
Thorin seufzte und sagte:
„Ich hatte denn Eindruck, dass ihr die letzten Tage sehr zugesetzt haben".
„Ja. Sie sollte mit meinen Eltern in die Eisenberge zurückkehren. Dort ist sie zuhause", erwiderte sie.
„Soll Dwin Dir an ihrer Stelle zu dienen?", fragte Thorin.
„Nein", antwortete seine Gemahlin bestimmt, „Ihre Hilfe in den letzten Tagen war wertvoll und ich bin ihr dankbar. Aber sie wäre unglücklich hier ohne Stein und Eisen. Nein, das will ich nicht. Brit soll kommen".
„Brit?", fragte Thorin und hob die Brauen.
„Karlas Älteste. Sie hat immer schon mit für ihre jüngeren Geschwister gesorgt. Sie wäre die Richtige für mich und Fredrin. Sie ist jung. Sie könnte, wie Ama, ihr Wissen um mich später an unsere Enkel weitergeben. An denjenigen, der vielleicht die Gabe weiterträgt", erwiderte Alwa.
Thorin schluckte und hob ergeben die Hände.
„Gut, gut, gut! Aber eins nach dem anderen. Erst einmal hole ich Dan".
Alwa lächelte nachsichtig.
Dís erschien am späten Vormittag zusammen mit Thranduils Heiler am Erebor und erfuhr gleich am Tor von Alwas Rückkehr in die Welt der Lebenden. Sie dankte dem elbischen Heiler herzlich für sein Kommen und bat ihn, Thranduil ihre Grüße und ihren Dank auszurichten. Der Elb war leicht pikiert, den weiten Ritt umsonst angetreten zu haben. Auf der anderen Seite war er erleichtert, den Berg nicht betreten zu müssen. Er verbeugte sich, wendete sein Pferd und ritt zurück. Dís eilte die Treppen hinauf und sah Alwas Familie mit strahlenden Gesichtern um ihre verloren geglaubte Tochter und Schwester herum versammelt. Alwa lag noch immer in Thorins Bett und sah glücklich, aber noch ziemlich mitgenommen aus. Sie bemerkte Dís unschlüssig in der Tür stehen und streckte lächelnd die Hand nach ihr aus. Dís stürzte auf sie zu und die beiden Zwerginnen lagen sich in den Armen.
„Alwa! Mahal sei Dank!", schluchzte Dís.
„Jetzt wird alles gut", flüsterte Alwa ihr zu.
„Ich danke Dir. Du hast etwas gut bei mir", flüsterte Dís zurück.
„Du hast Deinen Teil dazu beigetragen. Ohne Deine Ehrlichkeit wären wir nicht soweit. Es war eine gute Idee mit dem Schreiben", antwortete ihre Schwägerin.
„Bards Idee", sagte Dís mit Tränen in den Augen.
„Er hat ein so großes Herz. Er tut Dir gut", sagte Alwa.
Dís nickte und die Tränen strömten ihr die Wangen herab. Sie verabschiedete sich gleich wieder. Sie wollte die Familie nicht länger stören. Und sie wollte zurück nach Thal. Zu Bard. Zu ihrem Leben.
Sie eilte zur Treppe und traf dort auf Thorin. Erschrocken und verunsichert hielt sie inne. Halb erwartete sie, dass er sie hier und jetzt auf ewig für ihre Taten verdammen würde. Doch er sah sie an und lächelte. Genauso unsicher, wie sie sich fühlte. Gewaltige Erleichterung breitete sich warm in ihr aus.
„Ich bin so froh. So froh, dass sie zurück ist!", lachte Dís glücklich und immer noch mit Tränen in den Augen.
„Und ich erst!", sagte Thorin aufatmend und umarmte seine Schwester.
Sie küsste ihn auf die Wange.
„Wir sehen uns spätestens auf dem Erntefest, Bruder!", rief sie freudestrahlend und lief weiter. Und in ihrem Kopf klang es „Bruder! Mein Bruder! Er ist mein Bruder". Und das Herz war ihr leicht.
Yavanniё ging ins Land und Alwa erholte sich. Ihre Familie kehrte nach Hause zurück und nahm Ama, die über Schmerzen beim Atmen klagte und immer hinfälliger wurde, mit zurück in ihre Heimat. Am Abend vor ihrer Abfahrt sprach Alwa lange mir ihr unter vier Augen. Sie würden sich auf dieser Welt nicht wiedersehen. Das wussten beide. Doch Ama sah gelassen dem Kommenden entgegen. Sie hatte ihre Aufgabe erfüllt. Trotzdem fiel es beiden sehr schwer, Abschied zu nehmen.
Alwa begann zunächst nur vormittags und an vier Tagen in der Woche im kleinen Saal wieder Zwerge und Menschen zu empfangen. Allerdings reichte die Zeit nie aus, um den täglichen Strom der Ratsuchenden zu bewältigen. Täglich gab es daher lange Warteschlangen, Gedränge und Streitigkeiten um die Reihenfolge und Dauer der Gespräche. Das andauernde Gezeter störte Alwa sehr in ihrer Achtsamkeit, doch ihr Sekretär und ihre Leibwache wurden nicht Herr der Lage. Balin klagte am Mittagstisch bei Bombur den Gefährten wieder und wieder über die Zustände in der Halle.
Schließlich war es Dori, der die rettende Idee hatte. Er ersann ein System mit nummerierten Täfelchen, die am Morgen unter seiner strengen Aufsicht verteilt wurden. Nur die Besucher mit den nächsten zehn Nummern durften dann leise in den kleinen Saal weiter rücken, nachdem die Leibwache sie auf Waffen untersucht hatte. Alwa schlug einen sanften Gong, wenn sie bereit für den nächsten Besucher war, der Sekretär kontrollierte die Täfelchen und sammelte sie ein. Alle anderen Ratsuchenden konnten sich die Wartezeit im Berg vertreiben ohne ihren Platz zu verlieren, etwas essen oder Besorgungen machen und nebenbei natürlich Gold im Erebor ausgeben. Dori verfeinerte sein System immer mehr, sodass der Ablauf immer reibungsloser gelang und Alwa ihre Sprechzeiten langsam wieder ausdehnen konnte. Wer zum Beispiel Mondtags ein grünes Täfelchen mit einer hohen Nummer bekommen hatte und doch nicht mehr gehört werden konnte, kam Baumtag vor den neu verteilten roten Baumtagstäfelchen an die Reihe. An einem Nachmittag im Monat waren nur per Voranmeldung verteilte Termine für weitgereiste Gästen vergeben, um die sich der Sekretär kümmerte und jeden ersten und dritten Mondtag war kein Sprechtag, weil Alwa an diesen Tagen mit Thorin bei Gericht saß. Nachdem gleich am Anfang ein schwunghafter Handel mit gefälschten Täfelchen aufkam, sorgte Dori für fälschungssichere Tafeln mit Goldsiegel. Er ging so vollkommen in dieser selbst gestellten Aufgabe auf, dass Thorin ihn zu sich rief, ihm von ganzem Herzen dankte und ihm den neu geschaffenen Posten von Alwas Zeremonienmeister anbot. Dori, der natürlich wie die anderen Gefährten eigentlich nicht mehr auf Arbeit angewiesen war, nahm gerne an. Seit Ori ausgezogen war, wurde ihm zuhause die Zeit lang. Er bekam noch drei Leute zur Seite gestellt und sorgte von nun an für Ruhe im Saal und Ordnung in der Halle. Und er trug seine prächtige Uniform mit Stolz.
Dwalin stand am Rande des Übungsplatzes und beobachtete mürrisch die Anstrengungen seiner Ausbilder mit den neuen Rekruten. Er fuhr sich ärgerlich über den Schädel und brüllte ein paar barsche Anweisungen. Plötzlich bemerkte er aus dem Augenwinkel heraus neben sich eine Bewegung und sah sich um. Alwa stand neben ihm. Sie blickte zu ihm auf.
Es war Mondtag Mittag und heute Vormittag hatte sie neben Thorin, der die oberste Instanz der Rechtsprechung im Reich war, im Schiedssaal gesessen. Seit sie dies tat, waren die Anliegen deutlich weniger geworden. Es hatte sich herumgesprochen, dass in allen Fällen, in denen es um Wahrheit oder Lüge ging, Thorin sich an seine Gemahlin wandte und sie mit ein oder zwei gezielten Fragen den Lügner entlarvte. Übrig blieben jetzt meist nur die Fälle, in denen es um die Auslegung der Gesetze ging. Hierbei konnte sie zwar nicht helfen, denn Thorin traf eine Entscheidung nach Beratung mit seinen Rechtsgelehrten, trotzdem freuten sich beide auf diese gemeinsamen Tage. Er hatte sie gerne bei sich. Sie saß königlich geschmückt und lächelnd neben Thorin und verfolgte schweigend das Geschehen. Und er sah sich hin und wieder voller Stolz zu ihr um. So war es auch heute Vormittag gewesen. Die beiden einzigen Fälle, die vorgebracht wurden, waren rasch entschieden. Den Rest des Tages hatte sie nun für sich und jetzt stand sie also, barfuß wie immer, vor Dwalin, der sich erstaunt verbeugte.
„Hoheit?", entfuhr es ihm verwundert.
„Bring mir das Reiten bei", sagte sie schlicht.
„Wieso?", brummte er verdutzt.
„Ich möchte zum Erntefest nach Thal neben Thorin reiten", antwortete sie.
„Das sind nur noch acht Tage", überlegte Dwalin und kratzte sich am Kinn.
„Ist Reiten so schwierig?", fragte sie gelassen.
„Schwierig nicht. Es braucht Übung. Und Übung braucht Zeit", brummte er.
„Können wir es versuchen?", fragte sie weiter.
„Klar", meinte Dwalin.
„Jetzt gleich?".
Dwalin ächzte.
„Natürlich, Hoheit".
„Schön!", freute sie sich.
Dwalin führte sie zu Dwins Pony in den Ställen.
„Das ist Dwins Leni", knurrte er.
Alwa streckte stumm ihre Hand aus und Leni schnupperte daran. Sie kam näher und schien die fremde Zwergin mit gespitzten Ohren zu begutachten.
„Ich bin Alwa", sagte Alwa.
Leni schnaubte sachte und drängte ihren großen Kopf an Alwas Schulter.
Alwa lachte leise und sah Dwalin glücklich an.
Der seufzte. Er griff sich Dwins Sattel, erklärte allerhand über Satteldruck, Widerrist und Lederpflege und sattelte Leni nebenbei mit geübter Hand. Dann holte er ein paar Stiefel aus der Stube der Reitknechte.
„Ohne geht´s diesmal nicht", brummte er und hielt sie ihr hin. Gehorsam stieg sie hinein.
„Den linken Fuß hier hinein, hoch und herum!", wies er sie an und hielt ihr den Bügel zurecht.
Alwa zog sich ächzend in die Höhe und schob ihr rechtes Bein langsam über den Rücken des Ponys. Alles andere als elegant, aber sie schaffte es. Dwalin setzte ihr den rechten Fuß sicher in den Steigbügel, prüfte die Höhe und nahm die Zügel.
„Brecht Euch bitte nicht den Hals, Hoheit, wenn Euch mein Leben lieb ist", brummte er.
„Na gut", lachte sie.
„Festhalten", knurrte Dwalin dann schroff und führte Leni langsam in die Reithalle. Hier wurden gerade zwei andere Ponys von den Reitknechten bewegt und Dwalin schickte sie mit einem Wink hinaus. Er führte Leni zwei Runden im Kreis, wobei er Alwa immer im Blick behielt. Ihre Wangen glühten vor Aufregung und Dwalin musste schmunzeln.
„Wieso habt Ihr das nicht früher gelernt?", fragte er.
„Dan meinte, es wäre zu gefährlich. Weil ich ja damals nicht wirklich wach war. Ich habe soviel verpasst!", antwortete sie.
„Hmm", brummte er.
Dann holte er die lange Leine und ließ Leni weiter im Kreis gehen.
„Rücken gerade! Schultern zurück!", bellte er.
„He! Wie redest Du denn mit Deiner Königin?", unterbrach ihn eine barsche Stimme.
Thorin stand grinsend am Eingang und beobachtete sie. Alwa erschrak, geriet ein wenig aus dem Gleichgewicht, fing sich aber wieder. Sie lachte.
„Das macht soviel Spaß!", rief sie.
„Aber ob das bis zum Erntefest klappt mit dem alleine Reiten, weiß ich nicht", knurrte Dwalin zweifelnd.
Thorin kam heran und Dwalin drückte ihm die Leine in die Hand.
„Hier. Mach Du weiter", brummte er verlegen, „Ich hab eigentlich auch ganz was anderes zu tun".
„Danke!", rief Alwa ihm hinterher. Dwalin hob nur die Hand in Erwiderung und stapfte hinaus.
Leni war stehengeblieben, als Dwalin ging und Thorin ruckte an der Leine und schnalzte mit der Zunge. Folgsam setzte sich das brave Tier wieder in Bewegung.
„Du willst also reiten lernen?", fragte er belustigt.
Sie nickte und kämpfte mit dem Gleichgewicht. Glucksend hielt sie sich am Sattelknauf fest.
„Aber Dwalin behält wohl recht. Übung braucht mehr Zeit als ich bis dahin habe", meinte sie bedauernd.
Thorin ließ sie noch ein paar Runde weiter reiten und schlug schließlich vor, zusammen noch etwas zu essen, bevor er wieder ins Amt musste. Er holte die Leine ein und Leni kam auf ihn zu. Er griff ihr Halfter und trat an ihre Seite. Alwa glitt aus den schweren Stiefeln, die in den Steigbügeln zurückblieben und ließ sich in seine Arme fallen. Er hatte das so nicht kommen sehen und strauchelte auf dem weichen Untergrund des Platzes. Sie landeten beide ausgelassen lachend in Sand und Sägespänen am Boden. Sie obenauf. Alwa war von der ungewohnten körperlichen Anstrengung erhitzt und ihre Augen leuchteten. Sie küsste ihn hingebungsvoll.
„Reiten fühlt sich gut an", raunte sie ihm zu und presste drängend ihre Mitte an ihn.
Erstaunt sah er sie an und setzte zu einem Einwand an, aber sie verschloss ihm den Mund mit ihren zarten Küssen.
„Jetzt. Bitte!", flüsterte sie endlich.
Thorin warf einen Blick zur Tür, schalt sich dann aber einen Narren. Dies war sein Haus und sein Weib. Er konnte hier tun und lassen, was er wollte. Wer wollte ihn denn zurechtweisen?
Er nahm ihr Gesicht in seine großen Hände und sah ihr tief in ihre klaren Augen. Ihr wurde schwindelig von dem schäumendem Glücksgefühl, das dabei in ihr aufstieg. Langsam zog er sie zu einem langen, tiefen Kuss zu sich. Sie seufzte selig. Mit beiden Händen packte er ihre Hüften, schob ein Knie zwischen ihre Beine und rieb seinen Oberschenkel an ihrem Schoß. Sie keuchte.
„Du willst also gerne reiten?", fragte er rau.
Sie war sich nicht gänzlich sicher, wie die Frage gemeint war, aber sie nickte.
Ohne den Blick von ihr zu wenden, raffte er ihren Rock aus dem Wege und machte sich an seinem Gürtel zu schaffen. Dann fasste er unter ihren Rock und zerriss das störende Höschen. Das Geräusch des reißenden Stoffes ließ sie erschrocken nach Luft schnappen.
„Na, da wollen wir Deine erste Reitstunde noch ein wenig...mhm", er suchte nach dem richtigen Wort.
„Vertiefen?", schlug sie vor.
„Alwa, Alwa. Was ist nur aus der unschuldigen Zwergin geworden, die Mittsommer zu mir kam?", fragte er mit gut gespielter Verzweiflung.
„Hier ist sie doch! Ich habe keine Ahnung, was ich jetzt tun soll, Thorin", lachte sie verlegen.
„Ich wette, Du kommst dahinter. Ich gebe Dir einfach einen kleinen … mhm… Fingerzeig", erwiderte er grinsend.
