Sorry, mir ist das letzte Mal ein klitzekleiner Fehler passiert und ich hab das falsche Kap hochgeladen! verlegen grins Stells gleich richtig!

melethil: Ich kann es natürlich nicht verantworten, dass du Entzugserscheinungen bekommst! g Deshalb auch schon das neue Kapitel! Ich hoffe, es ging dir schnell genug! Und ja, es gibt 50 Kaps, kannst dich also noch auf einige mehr freuen!

38. Kapitel Wieder nach Süden!

Legolas erwachte, blieb jedoch mit geschlossenen Augen liegen. Etwas war anders! Dann kam blitzartig die Erinnerung an den vergangenen Tag und die vergangene Nacht wieder. Natürlich! Er war verheiratet und Sarina war bei ihm. Während der Nacht hatte er sich wohl zur Seite gedreht und Sarina lag nun an seinen Rücken geschmiegt, einen Arm über ihn gelegt. Er spürte ihren warmen Atem an seinem Nacken. Ruhig und gleichmäßig! Sie schlief noch. Wie spät mochte es sein? Die Sonne schien noch nicht ins Zimmer. Es war wohl noch früher Morgen. Ihm war heiß! Kein Wunder, trug er doch immer noch die Kleidung vom Vortag, war zudem zugedeckt und hatte Sarina dich bei sich. Sollte er versuchen weiterzuschlafen? Sollte er Sarina wecken? Es galt schließlich auch noch die versäumte Hochzeitsnacht nachzuholen. Doch eine innere Unruhe trieb ihn aus dem Bett. Vorsichtig löste er sich aus ihren Armen und erhob sich. Dann ging er leise zum Schrank, griff nach Hemd und Hose und schlich dann ins Badezimmer. Ehe er die Tür schloss, warf er noch einen Blick auf seine schlafende Frau. Der Gesichtsausdruck war entspannt und trotzdem oder vielleicht gerade deswegen erschien sie ihm verletzlicher als jemals zuvor. Wieder dachte er an die Qualen und Selbstvorwürfe, die ihr in den letzten Jahren das Leben schwer gemacht hatten. Sollte es sich tatsächlich so abgespielt haben, wie es Sarina dargestellt hatte, dann traf sie nicht die geringste Schuld an der Tragödie. Dennoch war die Frage nach dem Warum noch nicht ganz geklärt. Ihm war die Antwort darauf jedoch wichtig und er wollte alles in seiner Macht stehende tun, um auch noch dieses Geheimnis zu lüften. Er tat dies nicht nur für sich, nein auch für Arolan, Askalon und nicht zuletzt für Sarina!

Wenige Minuten später klopfte er an die Tür zu den Eichenzimmern. Niemand antwortete! Vorsichtig drückte er die Klinke hinunter und dann gegen das Holz. Die Tür schwang leise auf. Legolas betrat vorsichtig den Raum. Niemand war zu sehen! Sie schliefen wohl noch. Leise schlich er zur ersten Schlafzimmertür und öffnete sie vorsichtig. Dann schob er den Kopf etwas vor, sodass er bequem in den Raum schauen konnte. Aragorn! Legolas trat ein und an das Bett. Dort blieb er noch einmal stehen, ehe er sich über das Bett beugte und Aragorn leicht rüttelte. Dieser war sofort wach und blickte den am Bett stehenden Elben erstaunt an. Dann setzte er sich auf.

„Nanu, Legolas, was machst du denn hier? Wie spät ist es überhaupt?"

„Die Sonne ist noch nicht aufgegangen. Ich wollte dich bitten, dich reisefertig zu machen. Ich will den Palast so schnell wie möglich verlassen."

Verwunderung zeigte sich in Aragorns Augen.

„Jetzt hör aber mal. Ich weiß ja, dass ihr euch nicht unbedingt in Liebe zu getan seid, aber gleich den Rückzug anzutreten ist auf keinen Fall die richtige Lösung. Arwen und ich…" Weiter kam er nicht, denn Legolas begann zu lachen.

„Nein, es ist nicht was du denkst. Es hat nichts mit Sarina zu tun." Nach kurzem Nachdenken fügte er hinzu: „Es hat schon was mit ihr zu tun, aber nur indirekt. Und nun, mach schnell. Die Zeit drängt!"

Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, stürmte der Elb aus dem Zimmer und ließ einen völlig verwirrten Aragorn zurück. Dieser kam dann zu dem Entschluss, dass er am schnellsten zu Informationen kommen würde, wenn er den Wünschen des Elben entspräche. Schwungvoll wollte er aus dem Bett klettern, hielt aber sofort inne, ließ sich zurück sinken und hob die Hand an die Augen. Man konnte sagen, was man wollte, die Elben verstanden ihre Feste auf jeden Fall zu feiern. Schon lange nicht mehr war er mit solch hämmernden Kopfschmerzen aufgewacht. Da würde sich doch wohl nicht das Alter bemerkbar machen? Entschlossen sich selbst das Gegenteil zu beweisen, stieg er dann doch aus dem Bett – langsam und vorsichtig.

Gimli schlief noch tief und fest, als ihn ein unbarmherziges Rütteln weckte. Er wollte die Augen aufschlagen, überlegte es sich jedoch sofort anders, als der erste Lichtstrahl wie ein Blitz in sein Gehirn fuhr. So schielte er nur vorsichtig unter einem halbgeöffneten Auge hervor. Vor ihm stand zu seiner Überraschung niemand anderes als Legolas. Dieser Umstand überzeugte den Zwerg dann doch davon, beide Augen zu öffnen. Sollte er soviel getrunken haben, dass er jetzt schon Gespenster sah? Doch auch nach mehrmaligem Blinzeln war der Elb nicht verschwunden. Er öffnete den Mund um etwas zu sagen, bekam aber nur ein leises Krächzen hervor. Er räusperte sich und setzte noch einmal zum Sprechen an.

„Was bei allen Mächten machst du denn schon hier?"

„Keine Zeit für Erklärungen! Steh auf! In einer halben Stunde reisen wir ab!"

„Du spinnst wohl, oder? Ich denke gar nicht daran, das warme Bett zu verlassen."

„Dann reisen wir eben ohne dich! Machs gut!"

Der Elb verließ den Raum wieder. Das Ganze war äußerst seltsam. Gimli stand schließlich doch auf. Nicht, weil er fürchtete alleine zurückgelassen zu werden, nein, ganz und gar nicht. Ihn interessierte lediglich der Grund für das seltsame Verhalten von Legolas. Das redete er sich zumindest ein, als er eilig in seine Hosen schlüpfte und seine Sachen zusammensuchte.

Legolas war inzwischen in sein eigenes Zimmer zurückgekehrt. Dort stand er vor seinem Bett und starrte auf die Frau, die immer noch tief und fest schlief. Sie hatte die Hand auf das Kissen gelegt, genau dahin, wo vor einigen Minuten noch sein Kopf geruht hatte. Ihr Gesichtsausdruck war entspannt, wenn sich auch auf den Wangen noch Spuren der am Vortag vergossenen Tränen abzeichneten. Er erinnerte sich wieder an den Schmerz, der sich in ihren Augen widergespiegelt hatte, als sie vom Tod Askalons berichtet hatte. Und er erinnerte sich auch an jene letzte verzweifelt gestellte Frage, die sie schon halb im Schlaf gemurmelt hatte und die soviel Unverständnis, soviel Hilflosigkeit enthalten hatte. „Aber ich verstehe nicht, warum Kalia ihn hat umbringen lassen!" Er verstand es auch nicht! Aber er und sie hatten das Recht darauf, die Wahrheit zu erfahren. Er musste es einfach herausfinden. Das war er Askalon schuldig. Er wusste, sein Freund hätte nicht gewollt, dass sich Sarina so lange seinetwegen grämte. Doch er wusste auch, dass sie erst dann Ruhe finden würde, wenn sie verstehen würde, warum alles so hatte geschehen müssen. Und er würde es herausfinden!

Leise trat er näher an das Bett, beugte sich hinab und drückte der Schlafenden einen zarten Kuss auf die Wange. Dann erhob er sich wieder, trat zum Schreibtisch, nahm Stift und Papier und schrieb eine kurze Nachricht. Vorsichtig schob er sie dann unter Sarinas Hand, sammelte einige Sachen ein und verließ das Zimmer, nicht ohne einen letzten Blick zurückzuwerfen.

Aragorn und Gimli warteten bereits auf ihn. Er musste sich ein Lächeln verkneifen, als er in ihre ahnungslosen und fragenden Gesichter schaute.

„Seid ihr soweit? Dann lasst uns aufbrechen!"

„Jetzt warte doch mal, Legolas! Willst du uns nicht langsam erklären, was…"

„Später, Freunde, später! Ich will heute so weit wie möglich vorankommen. Wir können unterwegs reden."

Gimli wollte ihm etwas entgegen, doch Aragorn deutete ihm zu schweigen.

„Du kennst doch seinen Sturkopf, oder? Am besten wir tun, was er sagt. Irgendwann wird er schon mit der Sprache herausrücken."

Ergeben senkte auch Gimli den Kopf und folgte Aragorn in den Stall. Dort standen ihre drei Pferde bereits reisefertig. Legolas führte Arod in den Hof, stieg auf und sprengte davon. Aragorn und Gimli hatten Mühe ihm zu folgen. Erst als sie die Elbenstadt schon weit hinter sich gelassen hatte, wurde Legolas langsamer und ließ seine Freunde aufholen. Gimli, der dem Reiten ohnehin wenig zugetan war und Galoppieren mehr als alles andere hasste, klammerte sich verzweifelt an Hasufels Hals. Er saß mehr schlecht als recht auf dem Rücken des Pferdes und es schien, als wäre er mehr durch Glück als durch Können nicht herab gefallen. Als er schließlich an Legolas' Seite zum Stehen kam, setzte er sich vorsichtig wieder zurecht, nicht ohne einen bösen Blick auf den Elben.

„Könntest du uns nun langsam aufklären, was diese Nacht-und-Nebel-Aktion zu bedeuten hat?"

„Ja, natürlich. Wir sind auf dem Weg, um Askalons Mörder zur Rechenschaft zu ziehen!"

Legolas begegnete Aragorns und Gimlis verwirrten Blicken mit einem Lächeln. Aragorn wandte sich im Sattel um und schaute Richtung Elbenstadt, obwohl diese schon lange außer Sicht lag. Selbst Legolas konnte sie nicht mehr erkennen.

„Aber…?" Legolas winkte ab.

„Ich weiß, was ihr denkt, aber wir waren während all der Zeit auf der falschen Fährte. Leider hab ich das erst gestern erkannt, und das auch nur, weil mir Sarina endlich die Augen geöffnet hat."

„Das ist ja alles schön und gut, aber dennoch kein ausreichender Grund, um am Tag nach deiner Hochzeit klammheimlich zu verschwinden, oder?"

„Oh doch, denn erst wenn dieses Mysterium gelüftet ist, kann Frieden in mein und Sarinas Leben einkehren. Einem Neuanfang steht dann nichts mehr im Wege. Ich muss es tun. Es tut mir leid, wenn ich euch überrumpelt habe und wenn ihr mich nicht auf dieser Mission begleiten wollt, steht es euch natürlich frei, wieder umzukehren. Ich werde das jedenfalls nicht tun. Mein Ziel liegt im Süden, nicht im Norden!"

Mit diesen Worten wandte er sich ab, ritt allerdings noch nicht los. Schweigend wartete er auf eine Antwort seiner Freunde. Natürlich wünschte er sich, dass sie ihn begleiteten, aber auch wenn sie das nicht tun würden, würde er alleine weiterziehen.

„Eigentlich sollten wir nun wirklich böse sein, Legolas Grünblatt! Denkst du wirklich, wir würden dich bei diesem Abenteuer alleine lassen? Klar kommen wir mit. Aber…meinst du nicht, es ist an der Zeit, uns das Ziel unserer Reise zu verraten? Süden ist eine recht vage Angabe!"

Mit einem freudigen Lächeln drehte sich Legolas wieder zu Aragorn.

„Ich wusste doch, dass ich auf euch zählen kann. Natürlich sage ich euch, wo es hingeht. Mittlerweile kennen wir den Weg ja schon. Unser Ziel ist…Schloss Inaró!"

Legolas hatte schon damit gerechnet, dass diese Antwort Überraschung hervorrufen würde, aber auf die grenzenlose Verwirrung, die sich auf den Gesichtern seiner Gegenüber abbildete, hatte er nicht gerechnet. Mit großer Mühe verbarg er ein Lachen. Dennoch genoss er den Anblick für einige Sekunden, ehe er seinen Freunden erzählte, was er in der vergangenen Nacht in Erfahrung gebracht hatte.

„Das ist ja interessant! Warum sie das wohl getan hat? Und vor allem: weiß Warden davon?" Aragorn saß gedankenverloren da. Dann trat ein entschlossener Zug auf sein Gesicht.

„Auf nach Süden!"

Eine Woche später erreichten drei in Mäntel eingehüllte Gestalten das Schloss. Der Wärter, der das Schlosstor und die Umgebung im Auge behielt, saß in seiner warmen Stube und sah nur sporadisch aus dem Fenster. Er rechnete nicht damit, dass sich bei diesem Wetter jemand auf den Weg zum Schloss begab. Seit zwei Tagen regnete es schon ununterbrochen. Auch war die Temperatur stark gesunken. Als er wieder einmal kurz aus dem Fenster spähte, glaubt er nicht richtig zu sehen. Durch den Schleier, den der herabfallende Regen erzeugte, war nur undeutlich etwas zu erkennen. Doch bald zeichneten sich die Reiter genauer ab und der Wächter beeilte sich, ihnen das Tor zu öffnen. Um wen es sich handelte, konnte man immer noch im Inneren des Schlosses klären. Von drei Männern konnte schließlich nicht so eine große Gefahr ausgehen. Die Männer ritten herein, der Regen rannte an ihren Mänteln und den Leibern der Pferde herab. Der Wächter wurde mit einem dankbaren Nicken belohnt. Es schien dem Wärter als würden sich die Angekommenen im Schloss recht gut auskennen, denn ohne Zögern schlugen sie den Weg zum Stall ein. Dort angekommen, saßen sie ab und führten die Pferde hinein. Der Wärter beschloss, den Lord über die jüngsten Ereignisse zu unterrichten und überließ die drei Männer sich selbst.

Legolas, Aragorn und Gimli entledigten sich ihrer triefnasser Mäntel und kümmerten sich dann um ihre Reittiere. Dampf stieg von den Rücken der Pferde auf, denn die letzten Meilen hatten die drei im Galopp zurückgelegt, das nahe Ziel schon vor Augen.

„Wie sollen wir jetzt weiter vorgehen? Wir können schließlich nicht einfach das Schloss stürmen und die Schlossherrin des Mordes bezichtigen!"

Schon seit längerem beschäftigte die drei Freunde diese Frage, aber bisher hatten sie die Beantwortung immer aufgeschoben. Nun war es aber an der Zeit eine Entscheidung zu treffen.

„Am besten wäre es, wenn wir uns mit ihr alleine unterhalten könnten. Aber wie sollen wir das machen? Warden wird sie nicht aus den Augen lassen und er wird sicher vorsichtig, wenn wir den Wunsch äußern, sie allein zu sprechen."

Keiner sagte etwas. Alle dachten nach, wie es wohl am besten zu bewerkstelligen wäre, dass sie Kalia allein antrafen.

„Wie wäre es, wenn wir uns die Geheimgänge zu nutze machen würde?"

Gimli sprach aus, was sich die beiden anderen schon gedacht hatten.

„Ja, aber wie?" Legolas sah Gimli fragend an.

„Da sieht man mal wieder, dass ihr ohne mich aufgeschmissen wärt. Glaubt ihr denn nicht auch, dass Schlossherr und Schlossherrin auch in einem Balkonzimmer wohnen? Es gilt nun also nur, die Lage des Zimmers herauszufinden und während einer oder zwei Warden ablenken, macht sich der Rest auf zu Kalia."

„Hm, das könnte tatsächlich klappen! Aber wir brauchen auch noch einen offiziellen Grund für unser erneutes Hier sein. Fällt dir da auch was ein, Gimli?"

Doch dieses Mal konnte ihnen auch Gimli nicht weiterhelfen. Plötzlich trat ein Leuchten auf Legolas' Gesicht.

„Ich weiß! Aragorn, mein Freund, sehnst du dich nicht nach deiner Frau?" Verdutzt sah Aragorn seinen Freund an.

„Natürlich tue ich das, aber was hat das jetzt…" Legolas unterbrach ihn, ehe er seinen Satz zu Ende gesprochen hatte.

„Dann wirst du sicher froh sein, wenn du sie bald wieder siehst, nicht wahr?" Weder Aragorn noch Gimli verstanden, worauf der Elb hinaus wollte. Legolas stieß einen tiefen Seufzer aus.

„Nun, kommt schon, es ist doch ganz einfach. Aragorn kehrt endlich nach Minas Tirith zurück. Eigentlich wollte er, begleitet von seinen beiden Freunden, direkt dorthin reiten, doch angesichts des schlechten Wetters, hat er umdisponiert und will nun seinen Freund um Unterschlupf ersuchen. Klingt doch gut, oder?"

Zufrieden schaute Aragorn nun auf seine beiden Freunde.

„Ja, das könnte klappen! Los, lasst uns dem Gastgeber die Ehre erwiesen."