36.
„Cordé hat mein Haarband und gibt es nicht zurück!" Kam es laut aus dem Nebenraum und es war klar, das dieser Ausruf an Padmé gerichtet war.
Sie ignorierte die beiden Mädchen im Nebenraum noch etwas länger und konzentrierte sich auf den Teig den sie gerade knetete.
„Sie hat es mir versprochen!" War die sofortige Antwort.
„Hab ich nicht!"
„Hast du wohl!" kreischte Cordé und Padmé konnte sich vorstellen wie sie einander durch den Wohnraum jagten und Leia gelegentlich versuchte nach dem Band zu greifen.
„Gib es mir wieder, du kleiner diebischer Java!"
Padmé verdrehte die Augen. Wie oft hatte sie Leia gesagt sie solle nicht solche Sachen sagen?
„Mom! Leia hat mich einen Java genannt!" Padmé seufzte und wischte den Teig von ihren Händen.
„Aber nur weil sie mein Haarband hat!"
„Sie hat es mir versprochen, Mom!"
„Könntet ihr beiden vielleicht ein bisschen leiser sein?" fiel Luke nun ein, der mit seinem jüngerem Bruder am Esstisch saß. „Ich versuche Garen gerade diese Mathe Aufgabe zu erklären und man kann sich nicht konzentrieren wenn ihr so rum kreischt."
„Dann geht in dein Zimmer, Wormie!" rief Leia aus dem Nebenraum.
„Aber der Esstisch ist größer als der in meinem Zimmer, Euer Hoheit." schnappte Luke zurück.
Padmé legte ein Tuch über die Schüssel mit dem Teig, wischte über die Arbeitsplatte, schaute in den Ofen ob das Essen bereits fertig war, bevor sie etwas Wasser in einen Behälter goss, mit einem Brotkorb, Tellern und Bestecken auf ein Tablett stellte und sich dann schließlich den Wohnraum betrat um sich um die Mädchen zu kümmern.
Beide Mädchen diskutierten nach wie vor laut über die Besitzansprüche des Haarbandes. Luke sah in Richtung Padmé.
„Leia. Cordé. Es reicht." die beiden hörten auf und das Band flatterte zu Boden. Es war für einen Moment leise. Sie konnten von draußen Bens Stimme hören, wie er etwas zu ihrem jüngsten Sohn sagte.
Padmé schüttelte unmerklich den Kopf und sah die beiden streng an. Beide sahen zu Boden. Es dauerte einige Zeit bis sie den Disput geklärt hatte. Keiner der beiden Parteien schien zufrieden zu sein als das Band in der Schürze ihrer Mutter verschwand.
Sie trug den Mädchen auf den Tisch zu decken, was sie grummelnd erledigten. Damit ging sie zurück in die Küche und dann in den Hof, wo Ben an seinem Flitzer herumwerkelte, der mal wieder den Geist aufgegeben hatte. Was nichts neues war, schließlich war der Flitzer fast so alt wie die Zwillinge. Luke sagte Ben immer wieder das er den Schrotthaufen verkaufen und sich einen neuen zulegen sollte und obwohl er seinem Sohn zustimmte, tat er es doch nie.
Gerade stand er über den Motor gebeugt da und blickte das Innere des Flitzer aufmerksam an. Sein Haar fiel ihm wirr in die Stirn und seine Brauen waren nachdenklich zusammengezogen, während seine Augen hin und her wanderten um das Problem zu finden. Er murmelte etwas das sie nicht verstand.
„Soll ich ihn noch mal anspringen lassen, Dad?" fragte Benji der gerade mit vollen Armen aus der Werkstatt kam.
„Nein, nein." Ben wandte sich seinem Sohn zu. „Gib mir mal den Druckregulator."
Benji gab seinem Vater das gewünschte Werkzeug, blickte ebenfalls konzentriert nieder auf den Motor und biss sich nachdenklich auf die Unterlippe.
Ben setzte den Regulator an, startete die Energiezufuhr, bevor es einen Kurzschluss gab und ihnen eine dunkle schwarze Rauchwolke entgegen schoss.
„Ich sage doch er sollte dieses Ding verkaufen." meinte Luke gerade und trat neben seine Mutter.
„Das hab ich gehört." Ben hustete und fächelte den Rauch hinfort. Luke zuckte mit den Schultern. Schließlich ging er hinüber, sah hinab auf den Motor, schraubte an irgend etwas rum, überprüfte die Verbindung irgendwelcher Kabel, schloss eines davon an einem anderem Anschluss an, bevor er Benji darum bat noch mal zu starten. Ratternd sprang der alte Motor an.
Luke grinste.
„Gut gemacht, Luke." Ben klopfte ihm auf die Schulter. Luke strahlte übers ganze Gesicht. Dann warf er seinem Bruder einen selbstzufriedenen Blick zu.
„Allerdings steht Arroganz niemandem." Lukes Lächeln verschwand so schnell wie es gekommen war und Padmé war beinahe schmerzhaft an Anakin erinnert. Manchmal hatte sie Angst davor was es bedeutete das Ben Luke, und zu gewissen Teilen auch Garen, wie Padawane behandelte. Das er Luke, aber auch ihre anderen Kinder, versuchte all die Werte beizubringen die man ihm als Jedi beigebracht hatte.
Es gab diese Momente in der Erziehung ihrer Kinder, in denen er plötzlich ein ganz anderer Mann wurde. Dann war er plötzlich ernst und distanziert von ihnen und stattdessen ein Lehrer und Mentor, jemand der ihnen Fehler aufzeigte und ihnen sagte wie sie es besser machen konnten.
Padmé kannte diesen Mann, aber für ihre Kinder war er nach wie vor ein Fremder, jemand vor dem sie sich in Acht nahmen, da seine strengen Blicke und seine Missbilligung viel schwerer zu ertragen war, als das Schimpfen ihrer Mutter.
Sie wusste das er, trotz allem was er sagte, immer noch Obi-Wan Kenobi war, der Jedi Meister, und nicht nur Ben, ihr geliebter Gefährte.
Wie musste es für ihn sein das seine Kinder nichts vom Orden der Jedi wussten außer dem was er ihnen erzählte und versuchte zu lehren? Das es immer einen Teil gab den er vor seiner Familie verbarg, weil es zu sehr weh tat es zu teilen.
Es war schmerzhaft zuzusehen wie er mit sich selbst kämpfte und versuchte beides zu sein: Mann und Jedi. Oftmals musste sie beobachten, wie er feststellte, das es hier keinen Platz für den Jedi Meister gab.
In diesem Moment sah Ben auf, als wüsste er was sie dachte und zu einem Gewissen grad entsprach das vielleicht auch der Tatsache. Sie spürte ein Zwicken in ihren Schilden, wo sie locker gelassen hatte, sie unterdrückte einen überraschten Aufschrei, was er mit einem kleinen Lächeln und einer hoch gezogenen Braue bemerkte.
Beim Essen sprachen sie über die diesjährigen Bantha Eve Festivitäten, doch im Gegensatz zu den Jahren davor war die Freude über das anstehende Fest nicht ganz so groß. Oh ja, man redete darüber und die Zwillinge planten die Feierlichkeiten aufzusuchen, doch es schien so als wären sie nicht ganz bei der Sache.
Immer und immer wieder in den letzten Monaten war das Gespräch darauf gekommen das die Zwillinge sich wünschten eine Akademie jenseits von Tatooine zu besuchen.
Wie jedes ihrer Kinder, hatte Padmé die Zwillinge zuhause unterrichtet. Nachdem sie das erste Mal die Akademie angesprochen hatten, hatte Padmé sich die Anforderungen einiger ihrer Wunscheinrichtungen angesehen und erkannt das beide eine Prüfung bestehen würden.
Sie ließ sich das Material zuschicken welches in einer Prüfung abgefragt werden könnte und begann die beiden vorzubereiten.
Die Zwillinge waren bereit Tatooine zu verlassen. Padmé hätte es zwar nie gedacht, aber offensichtlich war es nicht sie, die ihre Kinder nicht los lassen konnte. Ben tat sich sehr schwer mit dieser Entscheidung.
"Gehen wir dieses Jahr alle zusammen oder bleibst du zuhause, Mom?" fragte Garen sie gerade.
Padmé musste nicht lange überlegen.
"Wir gehen alles zusammen." Die Kinder waren allesamt zufrieden. Die Aussicht auf Süßigkeiten, ihre Freunde treffen und das Pod-Rennen stimmten sie fröhlich.
Ben warf ihr einen skeptischen Blick zu. In all den Jahren die sie hier lebten hatte Padmé den Feierlichkeiten höchstens zwei oder drei Mal beigewohnt. Zu viele Erinnerungen an Anakin... Doch dieses Jahr hatte sie das Gefühl das es das letzte Mal sein würde das sie alle zusammen gehen konnten.
"An was denkst du?" fragte Ben später, als sie zusammen in der aufsteigenden Kühle des Innenhofes saßen. Er hatte seine Arme um sie geschlungen, sein alter Mantel lag über ihnen.
"Die Zukunft." sagte sie ernst. "Die Zwillinge werden nicht ewig hier bleiben. Und du weißt so gut wie ich, sobald Garen kann wird er ihnen folgen." Er gab ein undeutbares Geräusch von sich.
Sie wandte sich ihm zu. "Unsere Kinder sind fast erwachsen."
"Ja, fast." gab er zögernd zu. "Aber das heißt nicht das sie bereit sind-"
"Um was geht es hier eigentlich? Um deine Fehler an Anakin oder machst du dir wirklich Gedanken das Luke und Leia es da draußen nicht schaffen würden?" Sie hatte ihre Stimme nicht gehoben, das musste sie nicht.
Er wandte sich nicht ab, aber sie spürte den Stich auch ohne seine Züge zu sehen.
"Manchmal denke ich es wäre einfacher ihnen lediglich aus der Ferne beim aufwachsen zuzusehen."
"Aber würde das nicht ebenso weh tun?"
"Vielleicht, doch es wären nicht meine Fehler." sagte er leise, wehmütig.
"Mir war nicht bewusst das du dich davor fürchtest Fehler zu machen." Bei diesen Worten wandte sie sich ihm zu und musterte sein ernstes Gesicht.
"Nicht davor Fehler zu machen, nur meine Alten zu wiederholen."
"Du tust so als hättest du nicht aus deinen Fehlern gelernt." Selbst in ihren Ohren klang sie verärgert. "Du hast die Kinder in dein Herz gelassen. Du hast mich in dein Herz gelassen. Das ist alles was Anakin je von dir wollte."
Sie sah wie es in ihm arbeitete. Wie die Worte, die sie nicht das erste Mal ausgesprochen hatte, ihn berührten, doch nicht erreichten. Sie fuhr fort:
"Du bist ein guter Jedi. Auch dadurch das du gelernt hast ein Mann zu sein, ein Vater. Ich glaube... Ich glaube Anakin, so wie wir ihn gekannt haben, wäre glücklich darüber das du seinen Kindern ein Vater bist."
"Du bist weit zuversichtlicher als ich, Liebste." Die Augen hatte er niedergeschlagen, erst als er fortfuhr und er sich wieder unter Kontrolle hatte, sah er auf. "Lass uns nach Bantha Eve noch einmal über die Akademie reden."
"Oh, meinst du die Feierlichkeiten besänftigen dich?" fragte sie schmunzelnd und er schüttelte den Kopf.
"Nein, so weit würde ich nicht gehen. Aber sollte es so wie letztes Jahr werden, dann werde ich danach vielleicht froh sein die Beiden los zu sein."
Padmé lachte auf als sie sich an letztes Jahr erinnerte: Die Zwillinge hatten das erste Mal Alkohol getrunken und Luke hatte über die Stränge geschlagen. Er hatte sich mit allen möglichen Leuten angelegt und sich geprügelt, bis Leia irgendwann Ben dazu geholt hatte, der Luke dann schließlich wieder nach Hause gebracht hatte um seinen Rausch auszuschlafen.
Nicht bevor er sich nicht während der Fahrt in dem alten Flitzer auf Ben übergeben hatte. Padmé hatte ihn schon lange nicht mehr so wütend gesehen. Ben hatte Luke das Gefährt am nächsten Tag, verkatert und schlecht gelaunt, so lange Schrubben lassen bis alles glänzte.
"Nun gut, dann lass uns danach noch einmal darüber sprechen. Bis Anmeldeschluss ist sowieso noch etwas Zeit." Ben horchte auf.
"Woher genau weißt du wann Anmeldeschluss ist, Padmé?" fragte Ben skeptisch, sie errötete. Natürlich hatte er sie durchschaut. Sie kannten sich zu lange und zu gut um sich etwas vorzumachen.
"Sagen wir... Ich habe mich erkundigt." Sie lächelte schelmisch.
Er schüttelte den Kopf und half ihr auf. "Komm, wir sollten rein gehen, es wird langsam kalt."
Sie gingen zusammen nach drinnen und verbrachten den Abend in kameradschaftlicher Zweisamkeit.
Die Wochen bis Bantha Eve vergingen schnell. Bald schon redeten die Kinder über nichts anderes mehr. Es wurde besprochen was wer anziehen würde, wer kommen sollte und was man sich ansehen wollte. Die Feierlichkeiten waren dieses Jahr besonders schön, stellte Padmé fest als sie schließlich auf die große Arena zutraten um dort dem Rennen zuzusehen.
Padmé hatte vergessen, wie mitreißend die Stimmung des Publikums sein konnte.
Sie dachte an ein anderes Rennen, vor langer Zeit.
An Qui-Gon Jinn, der neben ihr auf der staubigen Bank gesessen und auf die Macht vertraut hatte. An Shmi Skywalker und ihr verhärmtes Gesicht mit den schönen Augen. An Anakin...
Immer und immer wieder war es Anakin. Ob es irgendwo ein Universum gab in dem Anakin und sie glücklich waren?
Ihre Liebe an ihn war eine entfernte Erinnerung. Sie hatte über die Jahre versucht diese nicht von der Verbitterung trüben zu lassen, aber das war ihr nicht ganz gelungen.
Doch an den Anfang zu denken fiel ihr leicht.
Sie warf Ben einen Blick zu, den er fragend erwiderte. Sie schüttelte den Kopf und versicherte ihm das alles in Ordnung sei.
Dennoch nahm er ihre Hand in seine, trotz der Hitze, trotz das ihre Handflächen bald aneinander klebten hielt er sie fest und ankerte sie im Hier und Jetzt.
Ob er manchmal daran dachte wie anders ihr Leben vielleicht verlaufen wäre wenn sie auf dem Raumschiff geblieben wäre, als sie auf Tatooine gestrandet waren? Oder was geschehen wäre wenn er sie nach Mos Eisley begleitet hätte anstatt Meister Jinn...? Manchmal fragte sie sich ob sie sich gestattet hätte sich in ihn zu verlieben hätte sie nur die Chance gehabt ihn damals bereits besser kennen zu lernen.
Natürlich war es müßig solchen Gedanken nachzuhängen. Doch manchmal, manchmal, wenn Padmé zu viel von diesem Planeten, diesem Leben, dieser Isolation hatte, hing sie solchen Gedanken nach.
Ja, was wäre wenn...?
Bens warme Hand drückte ihre Finger, als wollte er sie daran erinnern das es nur das Jetzt gab.
Als sie Heim kehrten war es Abend. Sie nahmen noch ein kleines Abendessen ein, saßen noch einige Zeit um den Esszimmertisch und redeten. Benji schlief zu diesem Zeitpunkt fast ein, seine Augen blieben nur mit Mühe offen. Als er letztendlich einschlief trug Ben ihn in sein Zimmer und legte ihn ins Bett.
Nach und nach zogen sich auch die anderen Kinder in ihre Zimmer zurück, bis sie beide allein waren. Er fragte unnötigerweise ob sie jetzt darüber reden wollte. Padmé sah ihn nur mit verschränkten Armen und in die Stirn gezogenen Brauen an und verschwand dann in ihr Schlafzimmer, wohl wissend das er ihr folgen würde. Als sie schließlich die Tür hinter ihm schloss, fühlte sich Padmé als würde sie in Verhandlungen mit einer gegnerischen Partei gehen und nicht mit Ben über die Zukunft der Zwillinge reden.
Einige Zeit lang redeten sie über die Fakten. Luke und Leias Alter. Das Tatooine ihnen nichts mehr bot. Das es Zeit war für sie ihre Schritte in die große Galaxis zu setzen und sich auszutesten. Sie erinnerte ihn daran das sie beide viel jünger gewesen waren, als sie ihre Aufgaben aufgenommen hatten.
Padmé sah Ben mit festem Blick an. Sie würde in dieser Angelegenheit nicht nachgeben und er wusste das. Sie hatten oft genug darüber diskutiert und es würde nicht mehr lange dauern bis eine Entscheidung getroffen werden musste.
Er stand am anderen Ende ihres Schlafzimmers, rieb sich nachdenklich über seinen beinahe vollkommen ergrauten Bart und hatte die Augen in tiefer Überlegung niedergeschlagen.
Ihr war klar, dass der Jedi in ihm wusste, dass ihrer beider Entscheidung die Richtige war. Nur der Mann, der Vater in ihm, konnte sich damit noch nicht so ganz abfinden.
„Luke und Leia sind beide alt genug um zu entscheiden was sie wollen." sagte Padmé fest. „Hier auf Tatooine gibt es keine Möglichkeiten für sie, das weißt du. Diese Welt ist zu eng für sie. Sie sind intelligent und engagiert. Sie wollen etwas verändern. Du kannst nicht von ihnen erwarten das sie hier bleiben."
„Es ist das Wort ‚engagiert' das mir Gedanken macht, Padmé." Er drehte sich schließlich zu ihr. „Wenn ich mir sicher sein könnte, dass sie beide tatsächlich auf die Akademie gehen, so würde ich sie gehen lassen. Aber ich kenne die beiden. Sobald Leia die Chance hat wird sie sich der Allianz anschließen und Luke wird mitgehen, nur damit er in einem Cockpit sitzen kann."
Padmé lächelte über ihren Mann. Als wäre sie sich dessen nicht bewusst. Oft genug hatte sie mit Leia über Politik diskutiert und Luke über seine Piloten-Träume zugehört.
„Oh Ben, wie kannst du ihnen das zum Vorwurf machen? Einen Großteil dieser Verantwortung trägst du selbst. Du hast ihnen davon erzählt wie es sein sollte: Von der Republik, der Demokratie. Du hast sie dazu aufgerufen verantwortungsbewusst zu sein, gegen Unrecht vorzugehen, selbst wenn es noch so klein ist. Du hast ihnen gesagt, dass sie nicht frei sind, solange es das Imperium gibt."
Ben gab beinahe so etwas wie einen Seufzer von sich und da war es wieder, der übliche, inzwischen altbekannte Zwiespalt: Jedi gegen Mann.
„Sie sind unsere Kinder." erinnerte Padmé ihn liebevoll.
Nach einigen Minuten der Stille sagte er matt: „Natürlich. Was sollten sie anderes tun, als kämpfen?"
„Für eine gerechte Sache kämpfen." Bei diesen Worten sah er auf und endlich kam er zu ihr, ließ sich neben ihr auf dem Bett nieder und legte seinen Arm um sie.
„Du hast recht." Er klang wieder ganz wie er selbst. Nach einer ganzen Weile schlug er schließlich vor: „Vielleicht können wir sie nach Alderaan schicken. Die Akademie dort hat einen hervorragenden Ruf."
Sie lehnte sich an seine Schulter und schloss für einen Moment die Augen, eine Welle von Melancholie überkam sie, ob bei dem Gedanken an die Trennung von ihren Kindern oder an eine längst entflohene Zeit voll von langen Spaziergängen und Gesprächen, einer aufblühenden Liebe, konnte sie nicht ganz sagen.
Sie spürte, dass ihre Augen unter ihren Lidern brannten und sie traute sich nicht sie zu öffnen, aus Angst sie würde weinen.
„Du weißt was das bedeutet, Padmé?" fragte Ben schließlich und bei dem ernsten Ton seiner Stimme sah sie auf. „Wir müssen es ihnen sagen."
Für einen kurzen Moment verstand sie nicht was er meinte, dann erschlug sie das Wissen. Es ihnen sagen... Nein, das kann ich nicht!
„Wir müssen." Antworte er auf ihren inneren Aufschrei. „Wenn sie von hier fort gehen, sind sie nicht länger sicher. Wir können sie nicht einfach in die Galaxis schicken ohne das sie eine Ahnung haben, das es eine dunkle Bedrohung gibt die nur darauf wartet das sie einen falschen Schritt tun."
„Ben." Sein nachdrückliches Kopfschütteln war endgültig. „Heute müssen wir beide etwas loslassen."
„Sie sollten nicht wissen wer ihr Vater ist." Padmé antwortete mit zitternder Stimme. „Sie sollten es nicht wissen!"
„Ich habe mich so lange es ging deinem Wunsch gefügt, Padmé, weil du ihre Mutter bist. Aber jetzt haben sich die Umstände verändert."
„Du redet wieder wie ein Jedi."
„Du hast an den Jedi in mir appelliert, Padmé." Sein Lächeln war freudlos, doch seine Hand, als er ihre Wange berührte war zärtlich.
Sie wusste das er recht hatte. Sie wusste, dass Ben sich viel zu viele Sorgen um Leia machte. Sie war sein Liebling. Sie war es gewesen seit sie ihn das erste Mal angesehen hatte. Es würde schwer für ihn sein sie gehen zu lassen und nicht mehr in der Lage zu sein, sagen zu können ob sie sicher war. Sie würde nicht mehr zu ihm kommen können, wenn etwas nicht stimmte. Sie würde junge Männer kennen lernen, die er allesamt nicht für gut genug halten würde und doch würde sie zu weit weg sein, als das er etwas dagegen tun könnte.
Natürlich machte er sich auch Sorgen um Luke. Doch diese Sorge war anders, schmerzhafter. Sie konnte in seinen Zügen sehen wie sehr Luke ihn an Anakin erinnerte. Ben zerbrach sich den Kopf darüber wie er die Fehler vermeiden konnte die er bei Anakin gemacht hatte. Der Junge stürzte ihn in Selbstzweifel: Was hatte er falsch gemacht?
Ben sah sie gerade aufmerksam an und sie konnte sehen, das er einige von ihren Gedanken gespürt hatte und ein trauriges Lächeln umspielte seine Mundwinkel. Eines voller Trauer und Schuldgefühlen.
„Wir haben bereits Schlimmeres gemeistert." Padmé lächelte, obwohl ihr nicht nach Lächeln zumute war.
„Das sagst du jedes Mal." flüsterte sie und strich mit ihren Daumen über seine Handflächen.
„Und ich habe jedes mal wieder recht." schloss er sanft und die Verhandlungen waren zu einem friedlichen Ende gekommen.
Sie blickte hinab auf ihre ineinander verschränkten Hände und dann in seine Augen, die die Farbe des sturmgrauen Himmel Naboos angenommen hatten. Sie kamen sich auf halbem Weg entgegen und küssten einander und Padmé wusste es würde zu meistern sein, solange sie ihn an ihrer Seite hatte.
