Vielen Dank für die Reviews, Marylein, CaroloveSeverus und Mortianna´s Morgana!

Marylein Lucius ist ein mieser Bastard und so einfach gibt der nicht auf.

CaroloveSeverus jetzt müssen sie ihn erste einmal finden. Lucius macht es ihnen nicht leicht.

Mortianna´s Morgana so schnell bringt er Hermiones Mutter auch nicht um, denn er will jemand ganz anderen.

Liebe Grüße Gaby

36 Angst

„Hier?" fragte Ron und sah auf Harry. Dieser studierte den kleinen Zettel in seiner Hand und blickte abwechselnd auf die Straßennamen.

„Hm?" murmelte er und ging ein paar Schritte weiter, dann hellten sich seine Gesichtszüge auf. „Hier ist es! Diese Straße hinunter, dann müssten wir direkt zu ihrem Haus kommen." E

r wartete gar nicht erst ab ob ihm Ron folgte, sondern eilte schon los. Sie befanden sich in einer schönen Vorstadtsiedlung. Überall gab es gepflegte Gärten und die Menschen in diesen beäugten sie neugierig. Hier kannte jeder jeden und ein fremdes Gesicht fiel einfach auf. Einmal mehr bewunderte Harry Snape für seinen Einfallsreichtum. Hier am Rande von London war für sie der sicherste Ort der Welt. Zu nahe an der Großstadt um leicht gefunden zu werden und doch in einer Gegend, in der ein neues Gesicht nicht unentdeckt blieb. Er hatte gut gesorgt für Elsbeth Foster, die sich jetzt Alice Lewis nannte.

Sie hatten die Hälfte der Strasse schon passiert, als ihnen eine große, merkwürdige Gestalt ins Auge stach. Sie bewegte sich anders als ein Mensch, fast so wie ein…Gleichzeitig liefen sie auf die Gestalt zu.

*

Zitternd stand sie da. Das Blatt dabei immer noch krampfhaft umklammert. Meine Mutter. Er hat meine Mutter. Lief es ihr unentwegt durch ihren Kopf. Das er zu Mord fähig war, das wusste sie und vermutlich war er jetzt noch gefährlicher. Er hatte gerade seinen Sohn getötet. Wie groß war da die Wahrscheinlichkeit, dass er dadurch seinen Verstand eingebüßt hatte?

Er hatte Draco geliebt, wirklich geliebt. Der Verlust und das Wissen für diese Tat verantwortlich zu sein, mussten schwer an Lucius Malfoy nagen. Nicht ganz. Die Schuld am Tod seines Sohnes gab er ihr und dafür sollte ihre Mutter nun sterben. Sie musste etwas tun. Ohne sich um ihre Sachen zu kümmern verließ sie die Bibliothek und eilte in Dumbledores Büro. Freundlich lächelte er sie an, als sie eintrat, doch bei ihrem Anblick erstarb das Lächeln auf seinen Zügen und er erhob sich von seinem Platz.

„Was ist passiert?"

Hörten die schlechten Nachrichten den überhaupt nicht mehr auf? Es war fast so schlimm wie zu Voldemorts Zeiten, man musste beinahe fürchten wenn jemand kam und was für welche Neuigkeiten dieser brachte. Erschöpft sank sie auf den Stuhl vor dem Schreibtisch.

„Er hat meine Mutter." Stammelte sie tonlos. Sie konnte es noch immer nicht richtig fassen. Wie war das möglich? Wo hatte er sie sich geschnappt?

„Wovon sprichst du?" Unterbrach Dumbledore Hermiones Gedankengang. Hastig legte sie das Stück Pergament vor den Schulleiter, damit dieser es lesen konnte.

„Malfoy will meine Mutter töten!" Sie fühlte wie sich ihr der Magen umdrehte bei ihren eigenen Worten. Dies als Gedanke im Kopf zu hören war etwas ganz anderes, als es tatsächlich laut zu hören. Das machte das Ganze irgendwie zu einer unumstößlichen Tatsache. Einer erschreckenden Tatsache.

*

„Wenn das nicht Voldemorts Schoßhündchen ist?" rief Harry spöttisch aus und zog dabei seinen Zauberstab aus dem Bund seiner Hose hervor.

„Harry Potter!" spie Greyback verächtlich auf den Boden. Spöttisch grinsend quittierte dieser dessen Gruß.

„Lange nicht gesehen. Die Geschäfte als Auftragskiller für irgendwelche Psychopaten laufen wohl nicht so gut?" zog Harry den Werwolf auf. Knurrend fletschte dieser die Zähne. Diesem Narren hatte er es zu verdanken, dass er arbeitslos war. Er hasste diese friedlichen Zeiten, die ihm den Nährboden für seine Existenz raubten, doch mit keiner Silbe würde er das vor diesem Potter-Bengel zugeben.

„Ich bin nicht hier um mich mit dir zu streiten." Stieß er grollend hervor.

„Der Krieg ist lange vorbei. Kann ein freier Werwolf nicht einfach seiner Wege gehen, ohne von irgendwelchen Möchtegernzauberern aufgehalten zu werden?" Fragte er grob und versuchte dabei harmlos auszusehen.

Das sie beide dasselbe suchten war nur zu wahrscheinlich. Nur ihr Auftraggeber und ihr Befehl was sie mit der Gesuchten tun sollten, würden sich wahrscheinlich voneinander unterscheiden. Harry neigte den Kopf leicht zur Seite.

„Was willst du von Elsbeth Foster und wer hat dich geschickt?" fragte er ihn rundheraus.

*

Aufgewühlt lief er durch das Haus. Sie war schon solange fort und er hatte nichts zu tun. Am liebsten wäre er losgelaufen und hätte sich Lucius Malfoy geschnappt. Wie konnte er es wagen Hermione ein Leid zufügen zu wollen? Kurz senkte er traurig den Kopf. Draco Malfoy war viele Jahre lang sein Schüler gewesen. Er hatte den Jungen gut gekannt. Dieser war im Grunde kein schlechter Mensch, er stand nur zu sehr unter dem Einfluss von Lucius. Irgendwie fühlte er sich mitschuldig an seinem Tod. Er wusste besser als jeder andere zu was Lucius fähig war.

Warum war ihm nie in den Sinn gekommen, dass Lucius noch einen weiteren Versuch Hermione zu töten, starten könnte? Lucius gab niemals auf, wenn er sich einmal in eine Sache verbissen hatte, noch dazu da Hermione der Wahrheit so gefährlich nahe gekommen war. Sie hatten Unschuldige getötet. Sie alle. Lucius war sogar noch einen Schritt weiter gegangen. Er hatte seinen Liebhaber umgebracht. Er hatte den Mann, den er liebte getötet, nur um Voldemort zu gefallen. Hermione. Sie war in Hogwarts.

In Sicherheit, aber er machte sich trotzdem Sorgen. Das Ministerium suchte verzweifelt nach Lucius, doch bis jetzt hatten sie ihn noch nicht fassen können. Er hatte ihr versprochen hier auf sie zu warten, dass war für ihn der einzige Grund warum er noch nicht losgelaufen war. Nur sein Wort das er ihr gegeben hatte, hielt ihn.

*

Dumbledore ließ sich geschockt auf seinen Stuhl fallen. Damit hatte er nicht gerechnet. Lucius Malfoy schien tatsächlich völlig außer Kontrolle zu sein. Der Tod seines Sohnes hatte ihm schwer zugesetzt und sein Urteilsvermögen getrübt.

„Ich werde alles dafür tun um deine Mutter unbeschadet zu befreien." Versprach er ihr. Am Besten brach er sofort auf und machte sich auf den Weg nach Malfoy Manor. Wenn nicht dort, wohin sonst sollte er Hermiones Mutter schon gebracht haben? Dumbledore erhob sich wieder und trat an Hermione heran.

„Kehre du zu Severus zurück und überlasse Lucius Malfoy mir." Redete er auf sie ein und legte ihr dabei sanft eine Hand auf die Schulter.

„Aber ich…" warf sie ein. Sie wollte nicht einfach nur abwarten. Sie wollte etwas tun. Ihre Mutter war in Gefahr. Sie musste es ihrem Vater sagen. Ihm klarmachen, dass ihre Arbeit alle Menschen gefährdete die sie liebte, weil sie nicht loslassen konnte. Warum hatte sie nicht aufgehört?

Immer weiter und weiter hatte sie gegraben, bis sie tief genug war und tatsächlich etwas gefunden hatte. Sie hätte aufhören sollen, als sie die Möglichkeit dazu noch hatte, doch jetzt war es zu spät. Langsam kam auch sie auf die Beine.

„Ich werde zu Severus gehen und ihm alles erzählen, aber erwarten Sie nicht von mir, dass ich dort bleibe, während meine Mutter in den Händen dieses Wahnsinnigen ist." Stellte sie entschlossen fest und blickte Dumbledore mit einem Ausdruck an, der ihm klarmachte, egal was er zu ihr auch sagte, nichts würde sie davon abhalten ihrer Mutter zu helfen. Und wenn sie kam, würde auch Severus kommen.

„Gib mir etwas Zeit, bevor du etwas unternimmst." Bat er leise. Hermione machte einen Schritt zurück und sah Dumbledore aufrecht an.

„Das kann ich nicht." Flüsterte sie. „Sie ist meine Mutter – verstehen Sie nicht?" Sie war der Verzweiflung nahe. Während sie hier mit dem Schulleiter stritt musste ihre Mutter vielleicht irgendwelche Qualen erleiden.

*

Wasser tropfte von den Wänden und knirschend schloss sich hinter ihr die schwere Eisentür. Ängstlich sah sie sich um. Wohin hatte er sie nur gebracht? Vor ein paar Minuten stand sie noch vor den Trümmern die einst das Haus ihrer Tochter waren und nun war sie in einer Höhle, oder Keller gefangen. Warum? Was hatte sie diesem Mr. Malfoy getan?

„Entschuldigen Sie bitte!" rief sie leicht hysterisch durch die Tür, erhielt aber keine Antwort. Die gespenstische Stille rund um sie sagte ihr sie war ganz allein. Panik ergriff sie. Was wenn er nicht wiederkam und sie hier sterben ließ? Heftig sog sie die Luft in ihre Lungen, ihr Herz raste. Sie hatte das Gefühl sie müsste ersticken.

Sie wischte ihre schweißnassen Hände an ihrem Rock ab, immer und immer wieder, bis sie sich ihres merkwürdigen Verhaltens bewusst wurde und sich zwang es zu lassen. Vorsichtig sah sie sich um, wenigstens hatte er ihr ein Licht dagelassen. Unstet flackerte eine Fackel in ihrer Halterung. Für wie lange sie wohl Licht spendete? Hoffentlich lange genug. Betete sie. Es gab hier nicht viel.

Außer den nackten, kalten, steinernen Wänden war noch mit Ketten ein einfaches Brett an der Wand befestigt worden. Umständlich nahm sie darauf Platz und schlang zur Beruhigung die Arme um sich, aber es half nicht viel. Spürbar kroch die Kälte in ihre Glieder und sie begann zu frösteln. Sie hatte Angst, große Angst. Verzweifelt klammerte sie sich an den Gedanken gerettet zu werden, obwohl ihr eine innere Stimme zuflüsterte, dass keiner wusste wo sie war und eine Rettung wenig wahrscheinlich war. Sie schloss die Augen umso diesem Ort zu entfliehen und versuchte mit aller Gewalt ruhig zu bleiben. Es fehlte nicht mehr viel und sie würde schreien.

*

Wachsam sah er Harry an. Nun war die Vermutung zu einer Tatsache geworden und noch etwas wusste er – er war in der richtigen Strasse und die Schlampe nicht weit. Jetzt brauchte er nur noch die beiden loszuwerden.

„Ich habe keine Ahnung wovon zum Salazar du sprichst." Gab er sich betont unschuldig.

„Aber wenn du außer komischen Andeutungen nichts weiter zu sagen hast, würde ich mich nun gerne empfehlen. Im Gegensatz zu manch anderen muss ich für mein täglich Brot tatsächlich arbeiten." Stieß er höhnisch hervor, machte auf dem Absatz kehrt und trollte sich.

Er musste sich beeilen und die andere Seite der Häuser erreichen. Seine einzige Chance vielleicht doch noch Elsbeth Foster vor Harry Potter zu erwischen. Betont gemütlich schlenderte er den Gehweg entlang, doch sobald ihn die beiden nicht mehr sahen lief er als wäre Dumbledore persönlich hinter ihm her. Hastig stob er um die Ecke und rannte auf der anderen Seite die Strasse hinunter, dabei hielt er schnüffelnd seine Nase in die Luft. Er hatte ihn wieder. Ihren Duft.

*

Ron und Harry sahen besorgt hinter dem Werwolf her. Er hatte sie angelogen. Er war genauso wie sie auf der Suche nach Elsbeth Foster, denn warum sonst sollte er sich hier herum treiben?

„Wir sollten uns beeilen und sie so schnell wie möglich finden, bevor er es tut." Schlug Ron trocken vor. Harry konnte nur zustimmend nicken.

„Gut das wir die genaue Adresse haben und ich möchte bezweifeln, dass er sie auch hat, aber ich will es nicht darauf ankommen lassen." Eilig hetzten sie Seite an Seite die Strasse hinab, dabei behielten sie die Hausnummern genau im Auge.

Sie suchten nach der Nummer 62, waren aber erst bei 38. Angetrieben von einer Angst die von Minute zu Minute immer größer wurde, rannten sie schließlich so schnell sie konnten die Strasse hinab. Völlig außer Atem erreichten sie das Haus mit der Nummer 62. Keuchend hielten sie kurz vor dem Gartentor inne. Eine ältere Frau stand im kleinen Garten dahinter und zupfte Unkraut. Sie hatte die Beiden noch nicht bemerkt.

„Elsbeth?" fragte Harry leise und wartete. Überrascht und ängstlich sah ihn die Frau an. Sie war es. Sie hatten sie endlich gefunden. Harry richtete sich auf und wollte noch etwas sagen, doch zerspringendes Glas ließ ihn jedes Wort schlagartig vergessen. Greyback brach durch das Fenster neben der Tür. Angriffslustig stand er kaum einen Herzschlag neben der Frau.

„Diesmal gewinne ich, Potter!" rief er triumphierend aus und hob seine zur Klaue gekrümmte Hand.