Die Personen und Orte gehören Stephenie Meyer.
Die Originalstory ist von T. G. Kira.
Vertrauen. Edwards Pov.
„Wie konntest du ihm das sagen?" Carlisle schien sauer zu sein.
„Weile es eine Empfehlung von Jasper gewesen ist, die du beschlossen hast zu ignorieren. Es ist das Beste für ihn und wenn er sich dafür entscheidet, können wir nichts machen. Ich habe ihm nur die Möglichkeit gegeben zu wählen."
„Wie sollen wir auf ihn aufpassen, wenn er nicht bei uns ist? Wie sollen wir wissen, ob er einen Rückfall hat, ob es ihm gut geht?"
„Ich weiß das du Angst hast Carlisle, mir geht es genauso. Aber wenn er es nicht versucht, wird er nie wissen zu was er fähig ist. Wir haben uns schon oft genug mit unseren Entscheidungen für ihn vertan, er sollte seine eigenen Entscheidungen treffen. Glaubst du nicht?"
„Wie kannst du mir das so ruhig sagen? Wie kannst du sagen, dass es seine Entscheidung ist? Kann er überhaupt eine vernünftige Entscheidung treffen?" Bemerkte Carlisle frustriert.
„Was er braucht, ist sich selber kennen zu lernen, zu lernen wozu er fähig ist und wozu nicht."
Carlisle seufzte müde, er wusste, dass er verloren hatte.
Dieses Gespräch hatte ich, durch Zufall, vor einigen Tagen mitgehört. Bis jetzt hatte noch keiner das Thema wieder angesprochen. Vielleicht hatte Carlisle Recht, vielleicht Esme, ich wusste es nicht.
„Geht es dir gut?" Fragte Alice. Ich war zu ihr ins Café gegangen, um ein wenig raus zu kommen. Ja, ich war aus dem Haus gegangen.
„Ja, warum fragst du?"
„Weil du deinen Kuchen völlig verkrümelt hast, ohne einen Bissen zu essen." Sie zeigte auf meinen Teller.
„Tut mir Leid...ich...ich habe viel worüber ich nachdenken muss und bin etwas zerstreut."
„Das sehe ich." Alice nahm meinen Teller. „Kann ich dir irgendwie helfen?"
„Wie ist es alleine zu leben?" Alice sah mich an, stellte die Sachen die sie in der Hand hatte ab und setzte sich zu mir.
„Am Anfang ist es nicht leicht, aber wenn man sich daran gewöhnt hat ist es gut. Man kann sich selber beweisen, wozu man fähig ist."
„Lebst du gerne allein?"
„Manchmal fühle ich mich allein, aber das wir bei dir nicht so sein, du hast Familie, ich nicht."
„Sag das nicht, du hast auch Familie. Du hast mich, Bella und auch...Jasper." Fügte ich zweifelnd hinzu.
Alice wurde rot, als ich das sagte und ich wusste, das ich Recht hatte.
„Danke, dass ihr meine Familie seid. Aber du solltest das mit Bella besprechen, meinst du nicht?"
„Könnte sein. Danke für dein Ohr."
„Dafür bin ich doch da. Eh...ich glaube deinem Freund geht es nicht so gut." Alice zeigte auf Emmett, der an der Bar saß. Er sah etwas blass um die Nase aus, was aber auch kein Wunder war, er hatte so viel Kuchen gegessen, wie in seinen Magen passte.
Ja, ich konnte aus dem Haus gehen, aber mit Emmett als Begleitung. Es sah so aus, als ob ich auf ihn aufpasste, aber es war natürlich umgekehrt.
„Danke Alice und entschuldige das Chaos."
„Quatsch, Emmett ist ein Schatz. Bring ihn mal mit nach Hause und ich mach ihm einen Kuchen, nur für ihn." Sie sammelte die Sachen ein und ging in die Küche.
Ich ging zu Emmett.
„Bist du Ok?"
„Klar, aber ich glaube der Kuchen war nicht gut."
„Ich habe dich ja gewarnt, aber du musstest ja alles essen. Gehen wir?" Er nickte, sah aber nicht begeistert aus. Er war gerne bei Alice.
„Ich gehe mich von Alice verabschieden." Emmett sprang von seinem Hocker und rannte in die Küche.
Während ich wartete ging die Tür auf und ich sah ein bekanntes Gesicht.
„Hey." Sagte Jasper überrascht mich zu sehen. „Schön, dass es dir besser geht."
„Ja und ich komme Morgen auch wieder zur Therapie."
„Das ist gut."
„Es ist wirklich gut für mich, zu sehen, dass es noch mehr Menschen so geht wie mir."
Jasper sah mich berechnend an, es war dieser Blick mit dem er mich in unseren Sitzungen immer ansah. So als ob er herausfinden wollte, in welche Richtung meine Gedanken gingen. Aber ich sagte nichts weiter.
„Was machst du eigentlich hier?" Nahm ich die Konversation dann wieder auf.
„Ich...also...ich..." Eigentlich brauchte er es nicht zu sagen, er war wegen Alice hier.
„Gedenkst du mit ihr zu reden?" Fragte ich neugierig.
„Ehrlich gesagt, war sie es die mich hierher bestellt hat. Sie hat gesagt, das ich sehr verbittert sei und etwas Zucker in meinem Leben bräuchte." Erklärte er verschämt.
„Bedeutet das, dass sie dir verzeiht?"
„Das bedeutet, dass ich ihn toleriere." Unterbrach uns Alice, sie hatte Emmett an der Hand.
„Hallo Alice." Sagte Jasper schnell.
„Hallo." Antwortete Alice trocken. Sie war freundlich aber anscheinend noch nicht ganz dazu bereit, ihm zu verzeihen.
„Gut, wir gehen dann mal." Ich wollte mich nicht weiter in diesen, was auch immer bedeutenden, Moment einmischen.
„Ok Edward, kommt bald wieder." Alice wuschelte Emmett durch die Haare.
„Klar komm ich wieder Alice." Emmett strahlte sie an und zeigte seine Grübchen. Alice murmelte leise. „Wie süß."
Ich ging mit Emmett aus dem Café und wir machten uns auf den Weg zu Bella.
Es war Emmett der mir den Weg zeigte, ich war noch immer etwas unsicher auf der Straße und Emmett kannte sich besser aus als ich.
„Wir gehen jetzt also zu deiner Freundin?"
„So ist es."
„Glaubst du nicht, dass ich bei dem stören könnte, was du mit ihr machen möchtest?" Fragte Emmett suggestiv und wackelte mit den Augenbrauen.
Ich wurde rot, dieser Junge war fürchterlich mit seinen eindeutig zweideutigen Bemerkungen. Seit dem er mich mit Bella im Bett „erwischt" hatte, hörte er damit überhaupt nicht mehr auf.
„Bitte Emmett, lass gut sein." Bat ich.
„Ja ja, ich hör ja auf." Sagte Emmett lachend.
Wir gingen weiter und so langsam erkannte ich die Gegend wieder.
Mein Besuch war eine Überraschung für Bella und auch, dass ich Emmett mitbrachte. Aber ich wusste, dass es Bella nicht stören würde.
Als wir an Bella Haus ankamen, rannte Emmett die Treppe herauf und forderte mich zu einem Rennen heraus, ich ließ ihn gerne gewinnen.
Oben angekommen, klopfte ich ungeduldig an Bella Tür.
Als die Tür aufging, erwartete ich Bella zu sehen, aber ein junges Mädchen machte mir die Tür auf. Sie war ungefähr so alt wie Emmett, hatte lange blonde Haare und glitzernde blaue Augen. Neugierig sah sie mich an.
„Hallo?" Sagte sie, um mich zum reden zu bringen.
„Eh...Hallo, ist Bella da?" Fragte ich dümmlich.
„Ja, kommt rein." Sie machte die Tür frei.
Ich musste Emmett regelrecht mitziehen, er stand, aus irgendeinem unerfindlichen Grund, stocksteif da.
„Wer ist es Rose?" Hörte ich Bella aus dem Schlafzimmer rufen. Ohne nachzudenken, bewegte ich mich auf die Tür zu, machte sie vorsichtig auf und schlich mich an Bella heran. Sie stand mit dem Rücken zu mir und faltete ihre Wäsche.
Sanft legte ich ihr meine Hände über die Augen. Bella versteifte sich.
„Hallo Hübsche." Sagte ich ihr ins Ohr. Sofort entspannte sie sich und drehte sich zu mir.
„Hallo Schatz." Sagte sie erfreut und schlang ihre Arme um meinen Hals. „Das ist eine schöne Überraschung."
„Ich habe dich so vermisst." Ich legte meine Lippen auf ihre.
„Ich dich auch." Murmelte sie gegen meine Lippen und intensivierte den Kuss dann.
Ohne zu wissen wie, lagen wir bald auf ihrem Bett und sie küsste mich leidenschaftlich. Mich überfielen wieder diese neuen und unbekannten Gefühle und ich genoss Bellas Nähe. Als wir keine Luft mehr bekamen, lösten wir uns voneinander.
„Wie geht es dir?" Fragte Bella, als sie wieder zu Atem gekommen war.
„Jetzt sehr gut."
„Mir geht es jetzt auch gut." Flüsterte sie und wurde etwas rot.
„Bella? Kann ich reinkommen?" Rief das Mädchen vor der Tür. Bella sprang auf und strich sich durch die Haare.
„Klar Rose. Was ist?"
„Da ist ein Junge im Wohnzimmer, der belästigt mich." Schimpfte sie.
Emmett! Den hatte ich ganz vergessen.
„Das ist meine Schuld, ich habe Emmett mitgebracht. Ich hoffe, dass stört dich nicht."
„Selbstverständlich nicht. Emmett ist immer Willkommen."
Wir gingen aus dem Zimmer und Emmett saß auf dem Sofa und hatte sich der Fernbedienung bemächtigt, so wie es seine Gewohnheit war.
„Hey Emmet, wie geht es dir?"
„Hallo Bella." Grüßte Emmett etwas schüchtern.
Wie seltsam. Emmett war alles außer schüchtern.
„Meine Nachbarin habt ihr ja schon kennen gelernt. Das ist Rosalie, ich passe auf sie auf während ihre Eltern nicht da sind. Oder sie leistet mir Gesellschaft, ganz wie man will." Bella zeigte auf ihre kleine Nachbarin. Die lächelte mich kokett an und warf Emmett dann einen genervten Blick zu.
„Das ist Edward, mein Freund und das ist Emmett sein Cousin." Stellte Bella uns vor.
„Freut mich." Sagte ich und hob grüßend die Hand.
Rosalie sah wieder zu Emmett und der wurde leicht rot. Er wirkte verlegen.
Was für eine seltsame Reaktion.
Bella schien das auch zu merken, sie rief Emmett und ging mit ihm in die Küche, um ihm etwas zu trinken zu holen.
Und ich war irgendwie genervt. Ich war hier um Zeit mit Bella zu verbringen und das war so nicht möglich.
Wir verbrachten den Nachmittag in Bellas Wohnung, zusammen mit Rose und Emmett. Der schien ganz fasziniert von dem hübschen Mädchen zu sein.
Als Rose sich dann irgendwann verabschiedete, verlor auch Emmett die Lust bei Bella zu bleiben.
„Soll ich Papa anrufen, damit er uns abholt?" Fragte er offensichtlich gelangweilt.
„Wenn du schon gehen möchtest." Antwortete ich, ich wollte noch bei Bella bleiben.
„Ok." Er stand auf und rannte zum Telefon.
„Ich glaube, er hat das Interesse daran verloren hier zu sein." Spottete Bella und setzte sich neben mich.
„Was meinst du?"
„Rosalie gefällt ihm, hast du das nicht gemerkt?"
„Ehrlich gesagt nein. Ich hatte nur Augen für eine hübsche junge Frau, mit dunklem Haar und schönen braunen Augen. Kennst du sie?" Fragte ich und sah sie unschuldig an.
Bella wurde rot und sah auf den Boden.
Das war eine der Reaktionen die ich so an ihr liebte.
„Ich muss mit dir über etwa reden, aber..." Emmett unterbrach mich.
„Papa möchte dich sprechen." Erklärte er und gab mir das Telefon.
„Ja?"
„Hallo Edward, wie war dein Tag?" Fragte Carlisle freundlich.
„Sehr gut."
„Das freut mich. Ich...bist du sicher, dass ihr schon nach Hause wollt? Ihr könnt auch noch bleiben."
„Emmett möchte gehen...ich würde gerne noch hier bleiben. Könnte ich vielleicht hier übernachten?" Carlisle schweig einen Moment.
Carlisle hatte nichts gegen meine Beziehung mit Bella, aber ich wusste nicht, wie er auf meine Bitte reagieren würde.
„Wenn du das möchtest." Antwortete er müde. „Ich komme gleich und hole Emmett ab."
Er legte auf, ohne das ich mich verabschieden konnte.
Emmett hatte es sich wieder auf dem Sofa bequem gemacht und Bella sah mich besorgt an.
„Ist was?" Wollte sie wissen.
„Nichts, nur das ich heute Nacht hier bleiben kann...wenn du das möchtest." Fügte ich hinzu, als ich ihren konfusen Gesichtsausdruck sah. Ich merkte, dass ich sie gar nicht gefragt hatte, ob es ihr Recht war. Vielleicht wollte sie das ja gar nicht.
Aber sie warf sich begeistert in meine Arme.
„Wie schön!" Rief sie fröhlich. Sie schien genauso begeistert zu sein wie ich und ich verstand gar nicht, wie ich je an ihr zweifeln konnte.
Wenig später ging ich mit Emmett nach unten, um auf Carlisle zu warten, der wenig später vor uns hielt.
„Ciao Ed." Verabschiedete sich Emmett und stieg ins Auto und sehr zu meiner Überraschung stieg Carlisle aus und brachte mir einen Rucksack.
„Hier sind Sachen drin, damit du dich umziehen kannst." Erklärte er desinteressiert.
„Danke, daran habe ich gar nicht gedacht."
„Das dachte ich mir. Pass auf dich auf, Ok?"
Er zögerte und schien nicht zu wissen, ob er mich umarmen sollte oder nicht. So umarmte ich ihn einfach.
Ich verstand ihn ja und auch Esme. Sie hatten einfach Angst davor, mich wieder zu enttäuschen.
Und ich wusste nicht, was ich gegen ihre Angst tun konnte.
„Nochmal Danke." Sagte ich und er stieg ins Auto. Ich sah ihm nach, bis ich ihm nicht mehr sehen konnte.
Dann nahm ich den Rucksack und wollte so schnell wie möglich wieder zu Bella. Mit schnellen Schritten rannte ich die Treppe herauf, doch auf halbem Weg rutschte mir der Rücksack von der Schulter und fiel einige Stufen nach unten. Ich musste wieder einige Stufen runter gehen, um ihn zu holen, als mir zwei Gestalten am Fuß der Treppe auffielen.
Es waren Alice und Jasper. Von meinem Platzt aus konnte ich sie nicht hören, aber ihre Gesten sprachen für sich. Jasper sah aus, als ob er um etwas bitten, oder eher flehen, würde und Alice schien zu weinen. Mein erster Impuls war es, zu ihnen zu gehen, aber ich hielt mich zurück. Sie mussten ihre Probleme alleine lösen.
Jetzt leise, ging ich den Rest der Treppen nach oben, da sah ich Bella aus ihrer Wohnung kommen, Sie hatte eine Jacke an und wollte gerade die Tür hinter sich zu machen.
„Wo gehst du hin?" Fragte ich eine wenig laut.
„Oh." Rief sie, als sie mich sah. „Ich wollte nachsehen wo du bleibst, es hat so lange gedauert und ich habe mir Sorgen gemacht."
„Es ist nichts passiert. Carlisle hat mir ein paar Sachen gebracht." Ich zeigte ihr den Rucksack.
„Tut mir Leid." Sie war rot geworden. Ich wusste, dass sie nicht wollte, dass ich merkte wie besorgt sie war. Es war die gleiche übertriebene Sorge wie bei Esme und Carlisle. Aber bei ihr störte es mich nicht so sehr. Oder ich versuchte zumindest, dass es mich nicht störte.
Sie machte die Tür wieder auf und wir gingen in ihre Wohnung.
„Möchtest du was essen?" Fragte Bella.
Ich nickte nur, noch immer etwas sauer. Auch wenn ich eigentlich keinen Grund dazu hatte, aber es war einfach lästig, dass jede meiner Bewegungen ständig beobachtet wurde. So als ob ich jeden Moment etwas falsches tun könnte.
Das könnte passieren.
Genial. Das hatte mir noch gefehlt.
Ich ignorierte die Stimme in meinem Kopf, das hatte Jasper mir geraten und setzte mich auf einen Stuhl in der Küche.
„Ich hoffe es schmeckt dir. Es gibt Lasagne." Erklärte Bella und stellte einen Teller vor mich auf den Tisch.
„Danke." Ich lächelte sie an. Auch wenn ich mal sauer auf Bella war, es ging immer schnell wieder vorbei. Sie musste einfach nur sie selber sein und alles war wieder gut.
Wir aßen schweigend und ich versuchte einen Anfang zu finden, um ihr das zu sagen, was ich zu sagen hatte.
„Hilft du mir spülen?" Fragte Bella als wir fertig waren,sie stand auf und brachte das Geschirr zur Spüle. Sofort stand ich auf um ihr zu helfen.
Zu Hause kümmerten sich Sophie und Esme um diese Art von Arbeiten. Es war etwas neues für mich und es machte mit Spaß. Bella spülte und ich trocknete ab. Es war das erste mal, dass ich mich nützlich fühlte.
„Was machen wir jetzt?" Fragte Bella als wir fertig waren.
„Ich weiß nicht. Nach dem Essen geh ich auf mein Zimmer. Was machst du?"
„Ich warte auf den Anruf von meiner Mutter, damit sie mich wieder ausschimpfen kann, weil ich mich so wenig melde."
Ich spürte einen Stich in der Brust.
„Du solltest nicht zulassen, dass sie sich Sorgen um dich macht."
„Ich weiß Edward, aber manchmal habe ich so viel um die Ohren."
„Ja aber...vergiss deine Eltern nicht, Ok?" Sagte ich mit erstickter Stimme.
Sie verstand sofort was ich meinte.
Wir machten es uns auf dem Sofa bequem und machte den Fernseher an. Es lief nichts interessantes, aber als Hintergrundgeräusch war es beruhigend.
„Du hast vorhin gesagt, dass du mir was sagen musst. Worum geht es?" Machte Bella den Anfang.
„Also, Esme hat gesagt, dass..." Und wieder unterbrach mich das Telefon.
Bella sprang auf und nahm ab. Sie sprach gut fünfzehn Minuten mit ihrer Mutter. Manchmal wurde sie rot, wer weiß was ihre Mutter ihr sagte.
„Ja Mama...Ok...Ich hab dich auch lieb. Grüße Papa von mir."
Bella legte auf und kam wieder zu mir.
„Wie geht es ihnen?" Wollte ich wissen.
„Gut, sie vermisst mich und will das ich nach Hause komme."
Bei dem Gedanken zog sich mein Herz zusammen.
„Und?" Hakte ich nach.
„Und was...?"
„Möchtest du zurück? Zu deinen Eltern meine ich."
„Natürlich vermisse ich sie, aber mein Leben ist jetzt hier. Hier ist meine Arbeit, meine Freunde und das wichtigste, du bist hier. Und was immer meine Mutter auch sagt, sie versteht mich." Sie gab mir einen Kuss. „Und jetzt erzähl endlich."
„Ok."
Ich berichtete ihr, was Esme mir gesagt hatte und auch von der Konversation die ich mitgehört hatte.
„Was denkst du darüber?" Fragte sie, als ich fertig war.
„Ich weiß es nicht. Auf der einen Seite bin ich begeistert, auf der anderen erschreckt mich der Gedanke."
Sie schwieg und ich wollte doch ihre Meinung hören.
„Was denkst du?" Drängte ich sie.
„Möchtest du die Wahrheit hören?" Ich nickte. „Ich halte es für keine gute Idee."
Das hatte ich nicht erwartet.
„Du vertraust mir auch nicht." Ich sprang auf. Das tat weh.
„Hör mir bitte einen Moment zu Edward. Ich vertraue dir und ich glaube an dich, aber..."
„Aber ich bin deiner Meinung nach nicht fähig auf mich selber aufzupassen. Wirklich Bella, ich habe geglaubt, dass du anders wärst als Esme und Carlisle. Ich dachte, dass du der einzige Mensch bist, der an mich glaubt. Aber so ist es nicht, stimmts?"
„Bitte Edward, lass mich dir meine Gründe erklären."
„Du hast Gründe um mir zu misstrauen?" Murmelte ich.
„Sei nicht sauer." Bat sie traurig, so als ob sie diejenige wäre, die verletzt worden ist.
Ich holte tief Luft, um mich zu beruhigen.
„Gut, erkläre es mir."
„Ich glaube, dass du noch jemanden brauchst, der sich um dich kümmert. Der auf dich aufpasst..."
„Ist das das Problem? Ich bin es Leid, dass alle meinen auf mich aufzupassen zu müssen!" Schrie ich wütend.
Bella sah mich überrascht an. Bis jetzt hatten sich meine Wutanfälle nie gegen sie gerichtet. Bis Heute.
„Tut mir Leid. Ich wollte dich nicht anschreien." Entschuldigte ich mich sofort und rannte in ihr Schlafzimmer.
Ich brauchte jetzt Zeit um mich zu beruhigen. Bella ließ mich einige Minuten allein, bis ich hörte, wie die Tür aufging.
„Geht es dir besser?" Fragte sie, noch immer mir diesem traurigen Ton in der Stimme.
„Etwas." Antwortete ich wenig überzeugend.
Bella kam zu mir und umarmte mich.
„Ich vertraue dir." Murmelte sie gegen meinen Hals.
„Das tust du nicht. Du verschweigst mir etwas und glaubst, dass jemand auf mich aufpassen muss. Das ist kein Vertrauen."
„Ich habe dir noch nie etwas verschwiegen." Sagte sie irritiert.
„Doch das tust du. Warum hast du so hysterisch reagiert, als Esme uns gesehen hat wie wir uns küssten?"
„Warum fragst du?"
„Esme hat gesagt, dass du vielleicht eine schlechte Erfahrung gemacht hast und deswegen so reagierst. Was war es?"
„Es war nichts wichtiges, wirklich." Versuchte Bella sich raus zureden.
Ich seufzte müde, so kamen wir nicht weiter.
„Gut." Sagte ich, wenn sie nicht reden wollte, würde ich sie nicht drängen. Ich legte mich ins Bett, bereit einfach zu schlafen.
„Vor einigen Jahren hatte ich einen Freund." Ihre Stimme ließ mich meine Augen wieder öffnen. Sie wollte reden. „Es war nichts besonderes, es war eine einfach, einen Freund zu haben um einen zu haben. Er hieß Mike. Wir schwänzten einen Tag die Schule und blieben einfach bei ihm zu Hause. Eigentlich sollte sonst niemand da sein und wir fanden es aufregend. Irgendwann lagen wir auf seinem Bett und küssten uns. Es waren einfache und simple Küsse. Dann kam seine Mutter rein und bekam fast einen Herzinfarkt." Sie lachte leise. Es war für mich nicht witzig von ihrem Ex Freund zu hören, aber ich hatte es ja so gewollt.
„Seine Mutter regte sich fürchterlich auf, sie nannte mich Schlampe und noch vieles mehr. Sie verbot mir Mike jemals wiederzusehen, aber dabei blieb es nicht. Sie erzählte im ganzen Dorf, was für ein leicht zu habendes Mädchen ich sei. Das bekamen natürlich auch meine Eltern mit und ich schämte mich fürchterlich." Bella sah mich fest an.
„Und ich hatte Angst, dass es mit Esme genauso sein könnte. Das sie mir sagen würde, dass ich dich nie wiedersehen dürfte. Es ist dumm, ich weiß, aber es ist nun mal hier drin." Sie zeigte auf ihren Kopf.
Ich zog sie in meine Arme.
„Und, was sagst du dazu?" Wollte sie wissen.
„Jetzt verstehe ich dich etwas besser. Aber Esme würde nie schlecht von dir denken. Und selbst wenn, wäre es mir egal. Ich bin schließlich derjenige der dich liebt." Erklärte ich.
Bei meinen Worten wurde sie etwas rot.
„Und jetzt wird geschlafen." Befahl ich. Wir mussten uns Beide ausruhen, es war ein aufregender Tag gewesen.
