Titel: Lower Your Shields And Surrender
Autoren: Zanna & Laren (ZaLa)
Disclaimer: siehe Prolog
Kommentar: Hah, diesmal gabs das nächste Kapitel schnell, oder? Seid ihr schon gar nicht mehr gewöhnt, haben wir Recht? 'kicher' Viel Spaß beim Lesen!
Kapitel 36
„Und wie sieht's aus Doktor? Wird die Borgkönigin mich auch weiterhin als ihre Schachfigur missbrauchen können?" fragte Une besorgt. Sie sah entgegen ihrem normalen Erscheinungsbild besorgt und auch verängstigt aus und wirkte fast klein wie sie auf der Liege in der Krankenstation lag. Außerdem hatte die Operation auch ein paar Spuren an ihr hinterlassen. Bei so einem großen Eingriff konnte selbst die Sternenflottentechnologie nicht alle Nebenwirkungen vollkommen ausmerzen.
Der Doktor konnte Une ihre Besorgnis nicht verdenken. Zwar hatte sich die Lösung ihres Problems in der Theorie sehr gut angehört, aber jeder normale Mensch würde ein wenig Angst bei dem Gedanken an einer Gehirnoperation haben. Selbst jemand so kühles wie Une. Und selbst bei einem so guten Arzt wie ihm. „Es ist alles so verlaufen, wie wir es vorhergesehen haben."
Une tastete sich vorsichtig mit ihrer Hand an die rechte Kopfseite, dort wo der Doktor den Schädel geöffnet hatte um den Chip einzupflanzen. „Das ist schön zu hören, Doktor. Aber wird dieser kleine Chip jetzt auch wirklich halten was er verspricht?"
Sie hatten die ganzen Einzelheiten schon ein paar mal durchgesprochen, aber Commander Une wollte es wohl gerne noch einmal bestätigt bekommen. Der Doktor tat ihr den Gefallen. „Dafür kann ich garantieren. Seven und ich haben den Chip in den letzten Tagen ausführlich getestet. Sollte die Königin erneut ihre Borgsignale durch die winzigen Löcher aus der Subraumspalte senden, dann wird der Chip diese Signale automatisch abblocken. Sie werden vielleicht trotzdem Kopfschmerzen bekommen, aber Sie werden auf keinen Fall wieder unter die Kontrolle der Königin geraten."
Une ruckelte sich ein wenig auf der Liege zurecht. Dann blickte sie wieder zum Doktor. „Und wie lange wird das halten?"
„Dieser Chip besteht aus neuester Sternenflotten Nanotechnologie. Seven hat hochgerechnet, dass er für mehr als 100 Jahre betriebsbereit sein wird. Das sollte für Sie ausreichen, Commander."
„Ha," gab Une mit leicht gequältem Lächeln zurück. „Was wissen Sie schon, wie lange ich vorhab zu leben." Dann hielt sie wieder für ein paar Sekunden inne, bevor sie weitersprach: „Ich will ja nicht undankbar erschein, Doktor. Ich weiß dass Sie die erste Direktive garantiert schon wieder sehr lasch ausgelegt haben, um diese Lösung überhaupt zu ermöglichen. Aber ich möchte meinen Job als Chef der Preventer sehr gerne behalten. Und das kann ich mir selbst nur erlauben, wenn klar ist, dass ich mit meiner – nennen wir es mal Behinderung – nie wieder Gefahr laufe den Borg zu helfen. Und deshalb noch mal meine Frage, sind Sie sicher, dass dies ausreicht? Was ist, wenn es der Königin über die Jahre gelingen würde stärkere Signale zu senden?"
Der Doktor zog sich jetzt doch einen Stuhl heran und setzte sich neben seine Patientin. Dadurch war er ihr viel näher und konnte ihr direkt in die Augen blicken. „Commander Une, Sie müssen sich wirklich keine Sorgen machen. Der Chip misst jedes Mal wie stark die Borgsignale sind. Und er passt die Stärke der Abwehr jedes Mal an. Es ist narrensicher."
„Aber was…"
Doch diesmal ließ er sie erst gar nicht ausreden, da er ihren Einwand schon vorausahnte. „Sollten diese Signale irgendwann einmal eine gewisse, von Seven vorprogrammierte, Stärke übersteigen, dann wird der Chip die Überwachungsanlagen der Sternenflotte anfunken. Und die werden diese Nachricht in unsere Dimension weiterleiten. Dann wird sofort Hilfe kommen. Wir haben wirklich an alles gedacht."
„Das heißt, ich kann tatsächlich weiter die Chefin der Preventer bleiben?"
Der Doktor nahm ihre Hand und drückte sie fest. „Aber natürlich. Und damit werden sie besonders Wufei froh machen."
Une zog erstaunt ihre Augenbraue hoch. „Wufei?"
Der Doktor nickte. „Ja, er hat sich in den letzten Tagen immer wieder über die Ungerechtigkeit beklagt, dass Zechs als ihr Stellvertreter viel zu viel zu tun hat und überhaupt nicht mehr nach Hause kommt."
Die Augenbraue wanderte noch höher. „Ich dachte Agent Chang-Marquise wäre selbst sehr in die Ermittlungen eingespannt? Er wird doch sicher fast rund um die Uhr arbeiten, wie kann ihm da auffallen wie lang Zechs im Büro ist?"
Der Doktor stand auf, tätschelte ihr noch einmal die Hand und sagte, „Da sehen Sie mal, wieviel Zechs tatsächlich arbeitet um Sie zu ersetzen. Also ruhen Sie sich aus. Damit Sie ab morgen die Zügel wieder in die Hand nehmen können."
Une seufzte. „Ich nehme mal an, es wäre zuviel verlangt, darauf zu hoffen morgen den Aufenthaltsort von J als Willkommensgeschenk präsentiert zu bekommen?"
„Die Jungs und Seven tun was sie können," erwiderte der Doktor lakonisch. Dann verließ er langsam die kleine Krankenstation des Shuttles.
‚Es ist zum aus der Haut fahren,' dachte Duo und stützte seinen Kopf auf seine Hände ab. Er musste einfach eine kurze Pause machen, gerade hatte er schon die Buchstaben auf dem Monitor tanzen sehen.
Eigentlich wäre eine längere Pause angesagt. Schließlich arbeiteten sie seit fünf Tagen Doppelschichten. Seit sie das mit Une und den Löchern in der Barriere zum Subraum herausgefunden hatten.
Seit diesem Tag versuchten sie mit allen Mitteln den Aufenthaltsort von J zu finden. Irgendwie hatte Duo bei dem Borgwaffenfall immer angenommen, dass sie diesen schon so gut wie gelöst hätten, sobald sie nur wüssten wer dahinter steckte. Aber damit hatte er anscheinend ziemlich daneben gelegen. Zu wissen wer der Böse war half ihnen nämlich gar nicht.
J war seit Jahren 'tot' und er hatte in all dieser Zeit seine Spuren mehr als gründlich verwischt. Sie hatten nicht das allerkleinste Anzeichen auf seinen Aufenthaltsort. J hätte genauso gut wirklich tot sein können. Oder, wie man es in der Zeit vor den Kolonien so schön genannt hatte: er hätte auch genauso gut vom Erdboden verschwunden sein können.
Duo seufzte wieder. Eigentlich wollte er sich doch gerade ein paar Minuten Pause gönnen, wieso dachte er dann immer noch an diesen Wahnsinnigen? Er sollte sich lieber mal in Ruhe ausmalen, was er alles anstellen würde, sobald dieser Fall endlich erledigt war. Hmmm, automatisch geriet Duo ins Grübeln. Es gab soviel was in den letzten Tagen und Wochen hinten gestanden hatte. Ein langes Wochenende wäre nicht schlecht. Wo er einfach mal würde entspannen können und nichts tun. Oder er könnte… genau er könnte…
Vor seinem geistigen Auge erschien das Bild ihres Badezimmers, doch diesmal standen dutzende Kerzen überall im Raum verteilt. Im Hintergrund lief leise Musik und er und Heero lagen gemeinsam in der wunderbar warmen Badewanne.
Unbewusst leckte sich Duo die Lippen. Oh ja, er und Heero würden definitiv in einem Schaumbad entspannen. Sie könnten vielleicht ein paar Gläser Champagner trinken. Oder besser gesagt, ein Glas Sekt und ein Glas Limonade. Und Duo könnte mit dem Rücken an Heero gelehnt in der Wanne sitzen. Das wäre perfekt damit Heero ihm sanft die Haare waschen könnte. Allein bei dem Gedanken wie Heeros Hände seine Kopfhaut massieren würde wurde Duo schon ganz schummrig. Durch den ganzen Stress der letzten Tage hatten sie kaum noch Zeit für irgendwelche Zärtlichkeiten gehabt. Allein dafür würde Duo sich bei J bedanken.
Plötzlich wurde ein Becher mit einer dampfenden Flüssigkeit vor Duo abgestellt. „Das ist für dich," erklärte Heero.
Duo blinzelte zu seinem stehenden Partner und lächelte schräg. „Hm, Kaffee genau das, was ich jetzt brauch."
Doch Heero schüttelte den Kopf. „Baka, Kaffee ist ungesund. Ich hab dir stattdessen einen Becher heißen Kakao gebracht."
„Willst du mich einschläfern?" fragte Duo mit hochgezogenen Augenbrauen.
„Nun, es wäre vielleicht wirklich nicht das schlechteste, wenn du nach Hause gehen und dich etwas ausruhen würdest," aber Heero schien nur zu genau zu wissen, was Duo auf diesen Vorschlag antworten würde, deshalb sprach er hastig weiter. „Aber ich weiß dass du dafür viel zu unvernünftig bist. Trotzdem kriegst du keinen Kaffee mehr."
Duo grummelte leise vor sich hin. Er wunderte sich wirklich, wo Heero bei dem ganzen Stress den sie gerade hatten immer noch die Zeit nahm sich über die Schwangerschaft ausführlich zu informieren. Die Liste der Dinge die er jetzt nicht mehr tun durfte weil sie nicht gut für das Baby waren, wurde immer länger. Und Heero hatte da ein verdammt wachsames Auge drauf. Zum Glück hatte Duo schon beim ersten Versuch eine Studie gefunden, die belegte dass Babys glücklicher waren, wenn ihre Mütter während der Schwangerschaft Schokolade aßen. Ohne das wäre Duos Vorrat wahrscheinlich als erstes aus dem Haus geworfen worden. Wozu die Wissenschaft nicht manchmal gut war. Aber das mit dem Kaffee war hart. Duo seufzte wieder. „Wie lange machen wir heute noch?" fragte er und setzte sich wieder gerade hin.
Heero zuckte mit den Schultern. „Ich will noch ein paar Hinweise überprüfen. Vielleicht drei Stunden. Ist das in Ordnung?"
„Was muss, das muss," erklärte Duo und begann wieder auf seinen Monitor zu starren während er langsam das heiße Getränk schlürfte. Seit sie wussten dass J hinter der ganzen Sache steckte, suchten sie nach irgendeinem Hinweis darauf, wo dieser sich wohl aufhalten konnte. Das war absolute Wühlarbeit. Jeder von ihnen hatte sich auf etwas anderes konzentriert. Heero versuchte die geheimen Konten von J zu lokalisieren während Wufei und Ian nach Käufern von bestimmten Metallen und Mineralien suchten. Die Metalle wurden in den Waffen benutzt und beim Scan, den Seven von Baxters Wohnung gemacht hatte, waren ihr verstärkt Transporterstrahlechos aufgefallen, wahrscheinlich weil Baxter sehr oft vom dem Ort aus transportiert worden war. Und anders als beim Sternenflotten Transporter enthielten diese Echos geringe Mengen eines relativ seltenen Minerals.
Duo hatte sich entschlossen nach verdächtigen Käufen von Grundstücken und Gebäuden zu suchen. Aus den letzten sieben Jahren. Irgendwoher musste J ja seinen neuen Stützpunkt haben. Natürlich war es eine Arbeit, die kaum zu bewerkstelligen war und ohne die Unterstützung von einem Heer von Preventers die schon etliches vorsortierten wäre es sowieso aussichtslos gewesen.
Sie waren wirklich verzweifelt, oder sie würden nicht versuchen einen so gefährlichen Verbrecher durch eine derartige Puzzelarbeit zu finden. Aber es war das einzige was ihnen jetzt noch blieb.
Obwohl, Seven hatte gestern was davon gemurmelt, dass sie versuchen wollte die Scanner des Shuttles so zu verstärken und zu verfeinern, dass sie damit den ganzen Planeten und die Kolonien nach den Mineralien absuchen könnte. Duo drückte ihr alle Daumen, denn das hörte sich immer noch wahrscheinlicher an, als alles andere. Trotzdem durften sie einfach nichts unversucht lassen.
Zwei Stunden später war Duo soweit, dass er am liebsten geschrieen hätte. Er hatte sich jetzt durch so viele Daten gewühlt, dass die Buchstaben vor seinen Augen tatsächlich angefangen hatten zu tanzen und damit auch nicht aufhörten, nachdem er die Augen geschlossen hatte. Ein wirklich untrügliches Zeichen, dass er jetzt besser Schluss machen sollte. Vielleicht könnte er ja Heero auch von seinem Notebook hervorlocken und zum Feierabend überreden. Irgendwie würde das schon klappen, und wenn er ihn mit großen Augen und bibbernder Unterlippe würde anschauen müssen und verkünden dass ihm vor Hunger fast schwindelig wurde. Darauf sprang Heero garantiert an. Er würde ihn nach Hause bringen und mit einem netten Essen verwöhnen. OK, wahrscheinlich würde das Essen von einem Lieferdienst gebracht werden, aber das war Duo jetzt absolut egal.
Er wollte sich gerade zu Heero umdrehen und seinen Plan ausprobieren, als Wufei in das Büro stürmte. „Duo! Heero! Wir haben ein Problem!"
Duo hatte das Gefühl das ihm sämtliche Farbe aus dem Gesicht entwich. Ein Problem, das hatte ihnen gerade noch gefehlt. „Was ist denn los?" fragte er erstaunt.
Doch Wufei winkte ab. „Keine Zeit zum erklären. Wir treffen uns jetzt alle bei Une." Dann klopfte er sich auf seinen Kommunikator und sagte, „Drei Personen zum beamen."
Duo wollte noch protestieren, doch schon im nächsten Augenblick waberte die Luft vor ihm. Und einen Bruchteil einer Sekunde später befand er sich im Sternenflottenshuttle. Er wunderte sich immer noch, wieso sie nicht einfach in ein normalen Meetingraum hatten gehen können und Une nur per Videokonferenz dazuschalten, aber er kam nicht dazu diese Frage auch laut auszusprechen. Denn Wufei eilte in den hinteren Teil des Shuttles wo sich die Krankenstation und damit auch Une befand. Duo zuckte deshalb nur kurz mit den Schultern und folgte Wufei zusammen mit Heero.
Als sie in dem Raum ankamen, kam ihm für eine Sekunde der Gedanke von Ölsardinen in den Sinn. Der eher kleine Raum wirkte vollkommen überfüllt. Une lag auf einer Liege und um sie herum standen der Doktor, Seven, Zechs, Dorothy, Ian und Wufei. Und natürlich auch noch er und Heero.
Während Duo sich so die Anwesenden betrachtete, die alle mehr oder weniger aufgeregt drein sahen, bemerkte er dass sich Dorothy und Ian betont aus dem Weg gingen. Irgendwas stimmte zwischen den beiden nicht, sie verhielten sich schon so seit der Entführung. Duo hatte auch die wildesten Gerüchte von Preventerkollegen gehört, scheinbar hatten sich Doro und Ian nach dem Ende der Entführung vollkommen zerstritten, aber keiner von ihnen hatte den Mund aufgemacht und mal erzählt was vor ein paar Tagen genau passiert war. Ok, wenn Duo mehr Zeit gehabt hätte, dann hätte er einen von ihnen sicher inzwischen zum reden gebracht. Also noch eine Sache, die leider noch warten musste bis J endlich hinter Gitter war.
„Also Zechs, was soll die ganze Aufregung?" fragte Heero ruhig.
Zechs sah kurz in die Runde, dann straffte er seinen Rücken und sagte, „Wir haben eine Nachricht von J erhalten."
„Was?" platzte es aus Duo heraus. Ihm war, als würde sein Unterkiefer vor Überraschung auf den Fußboden fallen. Aber den anderen erging es scheinbar ähnlich, denn der ganze Raum quoll über mit aufgeregten Stimmen.
Zechs hob abwehrend die Hände. „Bevor ihr mich mit Fragen bombardiert, ist es wohl besser, wenn ich euch einfach die Nachricht zeige. Computer, File J47x bitte abspielen."
Sofort herrschte gespannte Stille im Raum, ein paar Augenblicke später erschien auf dem wandgroßen Monitor das Antlitz von J, der hinter einem riesigen Schreibtisch saß und in die Kamera starrte. „Da ihr ja inzwischen herausgefunden habt, wer hinter all dem steckt, kann ich mich ja offen zeigen. Ich hatte gehofft, dass mein Geheimnis noch ein paar Wochen länger unentdeckt bliebe, aber mir war klar dass ihr früher oder später den entscheidenden Hinweis von meinem alten Kollegen G erhalten würdet. Vielleicht hätte ich ihn doch schon vor ein paar Jahren eliminieren sollen."
Duo grollte. Wenn er J nicht schon vorher gehasst hätte, seine Art wie er jetzt über einen möglichen Mord an einen früheren Freund sprach hätte schon dafür gesorgt, dass Duo J für den Finsterling gehalten hätte der er auch war.
Natürlich redete J ohne Unterbrechung weiter. „Ihr habt also herausgefunden dass ich derjenige bin, der Waffen mit der Borgtechnologie verbessert hat. Euch dürfte durch eure monatelangen Untersuchungen auch klar sein, dass ich über eine große Menge dieser Waffen verfüge. Und dass es mir auch schon gelungen ist ein eigenes Kollektiv zu erstellen. Ich möchte ja nicht prahlen, aber es dürfte jedem bewusst sein, dass weder die Preventers, noch alle anderen Streitkräfte – seien es die Polizisten oder die kümmerlichen Reste der Erdarmeen – in der Lage sind gegen mich und meine Waffen anzukommen. Sie sind mir hoffnungslos unterlegen."
Duo knurrte, genau wie Heero der hinter ihm stand, aber sie wussten dass J mit seiner Aussage recht hatte. Da half es auch nichts, dass Wufei „Ungerechtigkeit!" murmelte.
J faltete auf dem Bildschirm seine Hände zusammen und sagte schlicht, „Da ein Kampf gegen mich nur in eurer Vernichtung enden würde mache ich euch hier einen vernünftigen Vorschlag. Die Preventerorganisation wird sich selbst auflösen, alle Waffen und Sternenflottentechnologien an mich abgeben, Relena Peacecraft wird von allen Ämtern zurücktreten und ich selbst werde zum Präsidenten der Erdallianz ernannt. Sollten meine Forderungen nicht bis Ende der Woche erfüllt werden, werde ich eine Stadt auf der Erde pulverisieren. Und jede Stunde eine weitere bis mir endlich die Macht übertragen wird. Ihr habt vier Tage Zeit." Der Monitor wurde schwarz.
„Uff," war alles was Duo sagen konnte.
Dann brach praktisch ein Chaos in dem Raum aus, jeder wollte als erstes sprechen. Und so redeten sie alle durcheinander und machten ihrem Unmut Luft.
„Dieser unehrenhafte Bastard! Wie kann er es wagen die unschuldige Bevölkerung zu bedrohen nur um an die Macht zu kommen! Ungerechtigkeit!" erklärte Wufei noch einmal.
Zechs seufzte. „Ich fürchte, uns muss in den nächsten Tagen ein Wunder in den Schoß fallen. Oder es wird ein Blutbad geben."
Une war gerade dabei von ihrer Liege aufzustehen. Zwar schien der Doktor dagegen etwas sagen zu wollen, doch sie schüttelte nur müde den Kopf. „Wenn wir alle uns so einer Bedrohung entgegen sehen, dann kann ich hier nicht ruhig liegen bleiben. Dieser Mann greift meine Organisation an. Er bedroht den Frieden den ich und meine Leute seit gut zehn Jahren bewahren. Er wird mich schon noch kennen lernen. Haben wir irgendwelche Fortschritte beim Lokalisieren von J gemacht?" fragte sie in die Runde.
Alle Anwesenden schüttelten betrügt die Köpfe. „Leider noch nicht," fasste Ian zusammen.
„Verdammt!" erklärte Une.
„Ich steh kurz vor dem Durchbruch mit der Modifikation des Scanners. Ich werde wohl bis morgen Mittag fertig sein. Allerdings würde ich bei dem feinen Suchmuster mehrere Wochen benötigen um die ganze Erde, alle Satelliten und Kolonien zu untersuchen. Angesichts unseres beschränkten Zeitfensters wäre es gut, wenn ihr mir sagen könntet wo ich zuerst suchen soll."
Alle seufzten, weil ihnen klar wurde, dass sie weiter in den Daten wühlen mussten. Irgendwo musste es doch einen kleinen Hinweis geben der ihnen helfen konnte. J konnte sich doch nicht so gut versteckt haben.
Duo lehnte sich an Heero. „Zumindest ein Gutes hat die Sache."
„Gutes?" fragte Heero erstaunt zurück.
Duo nickte. „Ja. Ich hab mich schon die ganze Zeit gefragt, was J eigentlich mit den Borgwaffen und so weiter anstellen wollte. Jetzt ist es klar. Er will sich die Herrschaft über die Menschen erpressen. Ich hab schon immer gewusst, dass er verrückt ist, aber jetzt haben wir einen Beweis."
Une nickte. „Ich gebe Duo in einer Sache Recht. Es ist gut, dass wir jetzt wissen worum gespielt wird. Wir tappen nicht mehr im dunkeln und können uns vielleicht auf das Kommende vorbereiten. Denn eines dürfte mal sicher sein, diesen Mann werden wir nicht als Präsidenten einsetzen!"
„Relena hat zwar auch nicht alle Tassen im Schrank, aber sie lehnt zumindest Gewalt ab," stimmte auch Duo zu.
„Ich schlage vor, das jeder von uns wieder an seine Arbeit geht. Wir haben einen größenwahnsinnigen Psychopathen zu finden," sagte Une und niemand widersprach ihr. Die Preventer standen vor der schwierigsten Aufgabe seit ihrer Gründung. Aber sie würden es schaffen. Sie mussten einfach.
