Letzter Kapitel
Harry schaute noch einmal auf die Karte. Draco, der neben ihm stand lachte.
„Bist du ein Zauberer oder nicht?", fragte er, „wozu brauchst du die blöde Karte?"
"Lass ihm seinen Spaß", meinte Julia, „und außerdem sind hier überall Muggel. Es hat lange genug gedauert die Wogen zu glätten, die der Krieg verursacht hat, um wieder Aufruhe zu riskieren."
Draco seufzte, dagegen hatte er nicht zu erwidern. Sie alle hatten tausende von Einsätzen, in denen sie unzählige Gedächtnisse veränderten.
Harry schaute triumphierend auf.
„Da lang!", rief er und deutete auf eine Landstrasse, „es sind nur ein paar hundert Meter."
Die drei setzten sich wieder ins Auto. Draco hat so lange rumgezaubert, biss es etwas „Ansehnliches" würde. Draco hat ein solches Auto während einses Einsatzes auf der Starasse gesehen und dann hat er Tage gebraucht, um es nachzubilden, abgesehen von ein paar winzigen Details war es ein GMC Topkick, für diese Gegend war es zu groß und zu auffällig, aber es passte hervorragend zu ihrer Tarnung.
Ein überreiches Ehepaar, das ihren Sohn suchte und ihr, nicht minder reicher Anwalt. Dank einem Alterungstrank sahen alle drei um einiges älter, Draco färbte die Haare schwarz, wodurch er vollkommen fremd aussah.
„Mach das nie wieder", bat ihn Julia, „deine eigene Haarfarbe ist viel schöner." Sie selbst veränderte ihre Augen und Haar, was sie eigentlich sehr selten machte.
Sie hielten vor einem großen, aber etwas heruntergekommenen Haus, der direkt an der Straße stand. Ein dunkelhaariger Junge vor etwa fünf Jahren saß an den Stufen und beobachtete, wie die Fremden ausstiegen. Er rannte ins Haus, als sie näher kammen.
Sofort kam ein älterer Mann heraus. Er scheuchte den jungen zurück ins Haus.
„Guten Tag, Herrschaften", sagte er barsch, „was kann ich tun, damit Sie schneller verschwindet?"
„Sehr freundlich", murmelte Harry. Dann sagte er laut.
„Guten Tag, Mr. Happer. Mein Name ist Roger Gray, und dass sind Mr. und Mrs. Johnson."
„Und?"
Harry merkte, wie Draco seine Muskeln anspannte. Er ging an ihm vorbei und stellte sich vor ihm.
„Mr. Happer, es geht um ihren Pflegesohn Severus."
Der Mann wurde blasser,sah sich um und kam dicht an Harry ran.
„Wollen sie ihn haben?", fragte er fast flüsternd.
„Ja, Mr. und Mrs. Johnson sind seine leiblichen Eltern…."
„Wollt ihr ihn haben?!", unterbrach der Mann ungeduldig.
Harry sah hilflos zur seinen Begleitern
„Aäm, ja… wir wollten…"
Der Mann sah sich noch mal um und kam die Treppen herunter.
„Was krieg ich denn für ihn?"
Draco machte eine jähe Bewegung, doch Julia hielt ihnm mit sanfter Handbewegung zurück.
„Was wollen sie haben?", fragte sie mit kalter, klarer Stimme, die so gar nicht nach ihr klang.
„Na ja…"
„Hundert Tausend Pfund? Würde das reichen?", Draco hielt schon das Checkbuch in den Händen, „sagen wir mal hundertfünfzig."
Er drückte dem Mann den Check in die Hand und marschierte an ihm vorbei ins Haus.
Der Junge saß in einer Ecke, seine Augen waren rot vor Tränen.
„Hey, Severus", sagte Draco freundlich, „ich bin Mr…. nein, nenn mich Draco, OK? Wir sind hier, um dich zu uns zu hohlen."
„Wer seid ihr?", der Junge Klang verängstigt.
Eine Frau kam zu ihnen, sie sah genau so heruntergekommen, wie das Haus und wie der Mann vor der Tür.
„Sind sie von Jugendamt? Wäre auch Zeit das den Jungen jemand abholt", sagte sie und schaute mit einem merkwürdigem Blick zur dem Jungen. Dann ging sie an ihnen vorbei zu ihrem Mann, der immer noch von Harry und Julia unterhalten wurde.
„Ich will nicht ins Heim", quengelte der Junge.
„Du gehst nicht ins Heim, versprochen", sagte Draco, und zauberte aus der Luft ein Taschentuch.
Der Junge hielt den Atem an, Draco auch – die Tarnung war hin.
„Sie können ja auch Sachen", flüsterte er.
„Ja ich kann ähm...Sachen… halt wart mal. Was heißt hier auch?"
Der Junge sah sich um und dann flüsterte er noch leiser:
„Manchmal passieren mit mir komische Dinge… und manchmal kann ich … Sachen machen…" Er schwieg eine Weile, dann fügte er kaum hörbar hinzu:
„Sie sagen ich bin ein Monster." Der Junge klag total unglücklich.
Draco richtete sich auf und sah zu dem Paar, Harry versuchte sie gerade davon abzuhalten wieder ins Haus zu gehen. Am liebsten hätte er sie mit einigen sehr widerlichen Flüchen belegt, aber er war mit einem anderen Ziel hier.
„Du bist kein Monster, Kleiner", versicherte Draco, „ebenso wenig wie ich es einer bin oder die beiden anderen, die mit mir da sind."
„Kommt ihr meinetwegen?"
„Ja. Willst mit uns kommen?"
„Werdet ihr mir mehr über die Sachen erzählen?"
„So viel du willst. Weist du es gibt eine ziemlich gute Schule, in der du in ein paar Jahren alles Mögliche über die Sachen lernen kannst."
„Gibt es viele, wie uns?"
Draco lächelte, der Junge gefiel ihm eindeutig.
„Ja, ziemlich viele. Kommst du nun mit."
Der Junge nickte lebhaft und rannte nach oben, nach einer Minute kam er wieder mit einem schmutzigen Plüschbären in den Händen, irgendwann mochte der Bär weiß gewesen sein. Er streckte Draco seine winzige Hand entgegen und Draco führte ihn nach draußen.
„Na endlich", meinte die Frau, „nimmt ihn ruhig mit, aber bringt ihn nicht zurück, wenn ihr feststellt, das er nicht normal ist."
Julia war drauf und dran die Beherrschung zu verlieren. Ihre Augen wurden heller und heller, noch einen Augenblick und sie würden zu den Augen eines Wolfes werden..
„Ich muss doch bieten!", rief Harry. Julia atmete durch und drehte sich um.
„Ja. Ja, der Junge ist unheimlich", fügte der Mann hinzu.
„Manchmal macht er Sachen", flüsterte die Frau ängstlich.
Draco marschierte an ihr vorbei zu dem Auto, mit dem Jungen auf den Händen, er setzte ihn nach hinten und schnallte ihn an.
„Verschwinden wir von hier"; flüsterte er Harry zu, „sonst kannst du mir gleich die Handschellen anlegen, denn ich werde die beiden umbringen."
Sie stiegen ins Auto und Harry drückte auf' s Gaspedal.
„Alles klar bei dir, Kleiner?", fragte er. Severus nickte.
„Kannst du auch Sachen?", fragte der Junge neugierig und Draco lachte.
„Und was für Sachen er kann", meinte er, „da wist du staunen."
Epilog.
Harry stand wieder auf dem Gleis 9 ¾ , zum ersten Mal seit so vielen Jahren. Neben ihm stand seine Tochter Lylly, die heute zum ersten mal nach Hogwarts fuhr und sein Adoptivsohn Severus, der diese Reise schon zum fünften Mal machte und sich bereits nach seinen Freunden umsah.
Draco betrat ebenfalls die Plattform und gleich danach erschien ein Junge, der ihm ziemlich ähnlich sah, nur dass sein Haar eher grau zu sein schien als platinblond.
„Hey, Onkel Harry!", rief er und Harry verwuschelte ihm die Haare, der Junge lachte.
„Warte bis Mama das sieht… du bekommst bestimmt Ärger!"
Lilly sah zu ihrem Vater.
„Darf ich mir Evar gehen? Wir wollten mit den Zwillingen zusammenfahren."
Die besagte Zwillinge, Arthur und Fabian, erschienen gerade eben auf dem Gleis, sie waren ebenso wie Lilly und Evar zum ersten Mal nach Hogwarts unterwegs. Alle zusammen liefen sie lärmend los.
Severus, der auf Draco, seinen Patenonkel gewartet hat klopfte ihm jetzt auf die Schulter.
„Vertrauensschüler, was?" Draco drückte den Jungen kurz an sich, "Wenn dein Vater es wüsste….", Draco stoppte.
Er schaute von Sev zu Harry.
„Du weist schon, wie ich es meine…."
Sev lachte.
„Ist schon gut, ich weis, wie du es meinst." Er klopfte ihn noch mal auf die Schulter, dann wandte es sich Harry zu.
„Sag Mom, dass ich sie leib habe", sagte er und ließ sich umarmen, er reichte Draco zum Abschied die Hand und lächelte als dieser ihm aus der Luft einen Schockfrosch zauberte. Es war ein Ritual, das sich jedes Jahr wiederholte. Severus packte den Frosch sofort aus und lachte noch lauter.
„Das war ja klar!", er zeigte die Karte Harry.
Von dem Bild grinste ihn Draco Malfoy selbst an und winkte mit einem Zauberstab.
Draco Malofy der beste Patenonkel aller Zeiten, stand in hüpfenden Buchstaben drunter, den Titel verdiente er sich in zahllosen Geburthagsfeiern und durch mehr als zahlreiche Geschenke. Nicht zuletzt bekannt als ein mächtiger Zauberer und absolut coole Person.
Severus lief lachen durch die Menge zu seinen Freunden.
„Haha, sehr komisch", meinte Harry zu Draco gewandt, „noch besser als Harry Potter der Retter der Gnome…"
Die Karten waren Dracos Idee, er machte sie nur für seine Kinder und für die Kinder seiner besten Freunde.
Endlich kamen auch die anderen zu dem Gleis, Ron sah sich nach seinen Zwillingssöhnen um, irgendwo tauchten zwei Rotschöpfe auf zusammen mit dem Schwarz von Lillys Haaren und dem blonden Grau von Dracos Sohn.
„Ich beneide Hogwarts wirklich nicht…", meinte Hermine, an ihrer Hand hielt sie ihre Tochter Karin, der ihre erste Hogwartsreise in nächsten Jahr bevorstand, sie sah sich mit riesigen Augen und angehaltenem Atem um.
Von einem Augenblick auf den anderen waren die Kinder wieder da. Sie warfen sich stürmisch an ihre Tanten und Onkeln, redeten durcheinander und versuchten so viel loszuwerden wie nur möglich.
„Viktoria und Romy sind da", sagte Lilly und die besagte Mädchen winkten Harry von dem anderen Ende des Platzes – die Töchter von Bill und Fleur und neben ihnen…
„… und Rom auch", ergänzte Evar.
Romulus, Remus's ältester Sohn winkte ebenfalls, es war unmöglich in dem Gedrängel einander näher zu kommen.
„Los ab mit euch in den Zug!", kommandierte Julia, „sonst müsst ihr laufen."
Die Kinder rissen sich los und rannten in einer lauten Schar zu dem Zug. Erst als die Kinder schon im Zug saßen, richtete sich die Aufmerksamkeit der Kinder auf die Gruppe um Harry.
„Machs gut, Kleines", rief Ginny und winkte Lilly zu das Mädchen winkte zurück und fragte sich was an ihren Eltern und oder Onkel Ron und Onkel Draco so besonders war, dass alle so aufgeregt auf sie zeigten.
Neben ihnen tauchte Sev auf, eine Weile wollte er mit den kleinen fahren, um ihnen die Nervosität etwas zu nehmen, er wusste wie es bei seiner Ersten fahrt war.
„Na aufgeredet?" Die jüngeren schüttelten wie auf' s Kommando den Kopf.
„Vielleicht ein wenig", gab Lilly kleinlaut zu und alle lachten.
Harry verfolgte den Zug, der hinter der Kurve verschwand.
„Ja, Ich beneide Hogwarts auch nicht", sagte Harry, „was meint ihr wie lange wird es dauern bis wir die ersten Briefe bekommen?"
„Ich wette, es liegt bereits eins zu Hause", sagte Julia seufzend, „ich wette wir werden sehr viele Briefe bekommen…."
Lachend gingen sie durch die Absperrung. Die Welt war heil und friedlich. Die Kinder werden ein aufregendes Jahr in Hogwarts haben, am Weihnachten werden sich alle bei den Malfoys versammeln und das Haus wird von Freunden und Verwanden auseinander bärsten…. So war es richtig, so solle es sein und so wird es auch sein.
