35. Making friends again

„Mione, ich bin´s", ertönte Harrys Stimme Sekunden später.

Der Lockenschopf richtete sich hektisch und mit rasendem Herzen auf. „Versteck dich", flüsterte sie wenig geistreich an den Blonden gewand.

Doch dieser verschränkte einfach nur mit hochgezogener Augenbraue die Arme vor der Brust. „Ich denk nicht einmal dran peinlich unter das Bett oder in deinen Schrank zu kriechen…"

„Mione? Bist du da?"

Die Angesprochene runzelte verzweifelt die Stirn, warf dem Blonden einen flehenden Blick zu. Sie wollte und konnte Harry das hier nicht erklären.

„Komm rein", rief Malfoy jedoch plötzlich und die ehemalige Gryffindor schlug fast vor Entsetzen die Hände über ihrem Kopf zusammen.

„Bist du wahnsinnig", formte sie wortlos mit den Lippen, aber sie war sich nicht sicher, ob er es überhaupt bemerkt hatte.

Malfoy trat wieder etwas an das Bett heran, während Harry mit sichtlich verwirrter Miene ins Zimmer kam. Mehr als nur unschlüssig blieb er direkt an der Tür stehen, schloss diese zögernd und schleichend langsam hinter sich.

„Hi", flüsterte er dann und sein Blick schweifte immer wieder von seiner besten Freundin, zu seinem momentanen heimlichen Lieblingssucher und ehemaligem Erzfeind. Mione wollte gar nicht wissen, was gerade in seinem Kopf vorging. „Ähm…", sagte der Schwarzhaarige schließlich leise.

Mione holte Luft um irgendetwas zu sagen. Sie wusste nicht wirklich was, aber alles war besser, als nichts zu sagen. Doch das blonde Miststück kam ihr erneut zuvor.

„Also Granger. Wie ich bereits sagte: Schön liegen bleiben und kleistere dir den Knöchel heute Abend noch einmal ein. Dann sollte es morgen wieder vergessen sein." Mit diesen Worten deutete er auf die kleine, graue Tube zu ihren Füßen und machte sich daran das Zimmer zu verlassen.

„Potter. Schön dich mal wieder zu sehen", murmelte er schneidend, während er den Schwarzhaarigen passierte.

Hermione blieb vor Schock der Mund offen stehen. Wie konnte er so tun, als wären sie nicht vor wenigen Sekunden noch haltlos übereinander hergefallen? Oder eher, wie schaffte er es? Ihre Wangen röteten sich bei dem Gedanken daran, dass sie ihn vor wenigen Minuten noch stürmisch geküsst hatte.

Kaum auszumalen, was passiert wäre, hätte die Eule sie nicht unterbrochen. Oder auch an welchem Punkt sie sich jetzt gerade wohl befunden hätten. Bei dem Gedanken daran färbte sich ihr Gesicht gefühlt blutrot.

„Ja, finde ich auch", gab Harry sichtlich verdattert zurück, „Danke übrigens…" Als er ganz offensichtlich über Malfoys Gefälligkeit, was das kommende Saison-Eröffnungsspiel betraf, sprach, wurden Harrys Wangen wahrscheinlich ebenso blutrot, wie sich ihre gerade anfühlten.

Da war er… Der Stolz eines Gryffindor am Boden. Sie konnte erahnen, wie entwaffnet ihr bester Freund sich gerade fühlte. Vor allem wahrscheinlich, wenn man sich so sehr zwischen Argwohn und Begeisterung bewegte, wie Harry es gerade tat.

Sie hatte ihn erst letzte Woche noch begeistert von Malfoys grandiosem Sieg über Viktor Krum schwärmen hören. Immer und immer wieder…

Was sie daran erinnert hatte, Viktor mal wieder ausführlich zu schreiben…

Nicht, dass das Wort Fan groß und breit auf seiner Stirn zu lesen war. Doch sie konnte es schwach erahnen. Mehr als schwach, aber sie kannte den Helden der Zauberwelt nach wie vor gut genug, um es in seiner Miene und seiner Körperhaltung lesen zu können.

Harry räusperte sich, als sich die Tür geräuschvoll hinter ihm schloss und sie allein im Zimmer zurück ließ.

„Du bist verletzt?", fragte er leise und sah sich unentschlossen und verloren zugleich um.

Mione seufzte. Soweit war es also schon gekommen. Es hatte Zeiten gegeben, wo sie und Harry sich freundschaftlich näher gestanden hatten, als jeder andere. Nun wagte er es noch nicht einmal mehr, sich unerlaubt in ihrem Zimmer zu bewegen.

„Es ist halb so wild. Es war ziemlich dunkel, als ich zurück zum Schloss kam. Da bin ich gestolpert", flüssterte sie schließlich und deutete ihm an, sich neben ihr auf die Bettkante zu setzen.

Dass sie der Weasley-Mix regelrecht in die Knie gezwungen hatte, wollte sie nicht erwähnen. Sie wusste nicht warum, aber es verschaffte ihr ein noch weniger gutes Gefühl. Früher hätte sie ihm so gut wie alles anvertraut. Doch das alles hatte sich geändert, als sie und Ron immer enger zusammen zu wachsen schienen.

War sie für ihn wirklich nur noch die Verlobte seines besten Freundes? Denn zugeben, so kam es ihr manchmal vor…

„Es ist wirklich merkwürdig", fuhr der Schwarzhaarige fort. Er war zögerlich ihrer Aufforderung nachgekommen und hockte nun wenige Zentimeter neben ihr. Und es fühlte sich beinahe fremd an. „Malfoy ist echt ein anderer Mensch geworden, was?"

Der Lockenschopf seufzte erneut, schüttelte schwach den Kopf. „Nicht auf ganzer Linie."

Harry runzelte die Stirn und ihre innere Stimme schien gehässig zu schnauben.

Was wusste er schon? Er, der sich sicherlich wöchentlich mit den neuesten Infos und Gerüchten aus der Sportwelt fütterte.

„Um ehrlich zu sein, denke ich, dass niemand wirklich den echten Malfoy kannte. Wie sehr kann man sich also ändern, wenn man sein wahres Gesicht nicht zeigt?", fügte sie hinzu, als sie sein fragendes Gesicht sah.

Harry lachte, spielte nervös mit dem Saum seiner Jacke. „Das war jetzt positiv oder negativ? In Hinsicht auf Malfoy?"

Mione wandte sich ab. „Du meinst, ob ich pro oder contra Malfoy bin?"

Er sagte nichts und sie konnte ein gehässiges Lachen nicht unterdrücken.

„Harry, bist du wirklich hier, um über Malfoy zu reden?", fragte sie schroff.

„Nein, natürlich nicht", antwortete er leise.

Sie nickte schwach.

„Das war gestern echt ne beschissene Situation." Er sah sie immer noch nicht wirklich an.

Ein erneutes Nicken.

„Wir wussten nicht, wie wir uns verhalten sollten. Ich und Ginny…" Er sah zu Boden, sah sie dann nach einem Moment des Schweigens wieder an. „Ich will dich aber als Freundin nicht verlieren."

Tränen stiegen ihr in die Augen, doch sie versuchte sie herunterzuschlucken. Früher hätte sie sofort angefangen zu heulen, aber sie war schon lange nicht mehr das kleine, naive Kind, welches sie einmal gewesen war.

„Manchmal denke ich, das ist schon längst passiert", sagte sie dann. Fest, aber nicht schroff oder vorwurfsvoll. Es war einfach der Auswurf eines Fakts.

Harry sah sie an, sagte jedoch mal wieder nichts. Doch sie nahm es ihm nicht übel. Sie war sich sicher, dass dieser Gedanke sie beide schon lange verfolgte.

Beispielsweise damals, als Ron regelrecht ausgerastet war, als sie zu zweit etwas unternehmen wollten… Er hatte wochenlang nicht mit Harry gesprochen und es war das letzte Mal gewesen, dass sie ihren besten Freund wirklich für sich gehabt hatte.

„Etwa, als wir anfingen nur noch zu viert wegzugehen. Du, Ron, ich und Ginny. Und jedes Mal, teilten wir uns in das typische Männer und Frauen Duo ein." Sie holte tief Luft, spürte, wie eine Klammer in ihr sich zu lösen schien. Eine, die sich vor so langer Zeit in sie gegraben hatte, dass sie gelernt hatte den Schmerz zu ignorieren. Zurück blieb jedoch Leere.

„Du hast mir wirklich gefehlt", flüsterte sie schließlich. Sprach aus, was sie ihm schon so lange hatte sagen wollen.

Einige weitere Augenblicke schwieg er, dann nickte er schwach. „Du mir doch auch! Ich hab das für euch getan…"

„Es ist soviel passiert. Fünf Jahre Harry. Wir haben Zeit verloren. Und mit ihr Nähe…"

„Ich bin bereit, diese Nähe wieder aufzubauen", sagte er fest und griff nach ihrer Hand.

Und etwas in ihr, schien sich zu lösen. Es war keine Tränenflut, die floss. Doch es waren ein paar vereinzelte Tränen. „Das wird dauern."

„Ich hab Zeit", lachte er mit wässrigen Augen. Dabei hielt er ihre Hand immer noch fest.

Sie drückte seine Hand kurz, erlaubte sich ein leises Schnaufen. Einen endlos langen Moment verharrten sie einfach so. Versuchten diesen absurden Moment zu verarbeiten, der sich zum einen so entsetzlich vertraut anfühlte. Zum anderen komplett fremd.

Mione wusste, dass es wahrscheinlich nie wieder so werden würde, wie es mal gewesen war. Doch der Gedanke daran, wenigstens einen Versuch zu starten, ihre Freundschaft wieder aufzubauen, fühlte sich gerade wie ein kleiner Anker an. Wie ein winzig kleiner Hoffnungsschimmer…

„Wie geht es Ron?", fragte sie schließlich. Die Stille schien augenblicklich um sie herum zu zerfallen und er zog langsam und sanft seine Hand zurück. Es war ihr recht, denn es passte.

„Er zieht sich zurück, ich weiß es also gar nicht wirklich."

Ein Nicken, dann sprach sie leise weiter. „Hat er wirklich nie etwas erwähnt? Darüber, dass es nicht mehr läuft? Dass ich ihn nerve? Irgendetwas?"

Harry atmete geräuschvoll ein. „Nicht wirklich."

Es überraschte sie nicht. Sie hatten ihnen allen lange das perfekte Paar vorgespielt. Und nicht nur das: Lange hatten sie es auch sich selber vorgespielt.

„Meinst du…", begann er, doch unterbrach sich selber, indem er offensichtlich nach den richtigen Worten suchte.

„Dass wir wieder zusammenkommen? Dass sich alles wieder richten wird?", beendete sie seinen Satz.

Er sagte nichts, aber das war auch nicht nötig. Sie verstand auch so.

„Ich denke nicht. Wir haben verpasst die Notbremse zu ziehen."

Wieder schwieg er, starrte irgendwo ins Leere ihres Zimmers. „Das tut mir echt leid."

Mione schüttelte den Kopf. „Du hast keine Ahnung, wie erleichtert ich bin", flüsterte sie dann schwach lächelnd.

-v-

Nach drei Stunden hatte Harry erst das Weite gesucht. Sie hatte die Zeit mit ihm genossen. Dennoch war es merkwürdig gewesen.

Ginny würde sich auch noch melden, hatte er gesagt. Allerdings kämpfte die weibliche Weasley gerade wohl stark gegen ihre familiäre Zwickmühle an.

Fast schon wie befürchtet, hatte Ron sich als entsetzliche Dramaqueen erwiesen. Natürlich hatte er von seiner Familie, und auch von seinen Freunden, absolute Loyalität verlangt. Was wohl bedeutete, dass vorerst niemand mit ihr oder über sie reden durfte.

Das war typisch Ron…

Würde man ihm diesbezüglich in den Rücken fallen, hatte man die Konsequenzen zu tragen. Welche bei Ron meistens aus strafender Nichtbeachtung bestanden. Harry sagte er konnte sehr gut damit umgehen, doch bei Ginny war das wohl etwas anders.

Vor allem, da sie natürlich auch nicht wusste, wie der Rest des Weasley-Clans gerade über sie dachte: Und sie hatte es nicht gewagt danach zu fragen…

Das Quietschen der Tür riss sie aus den Gedanken.

Malfoy trat mit einem Grinsen, und entsetzlich zerzaust, ins Zimmer.

Mit einem Seufzen legte sie das Buch beiseite, welches sie gerade wieder zur Hand genommen hatte und sah zu ihm auf. Nicht, dass sie auch nur ansatzweise in dieses vertieft gewesen war.

„Ist dir das Wort Privatsphäre geläufig? Und der Sinn des Anklopfens?", fragte sie mit hochgezogener Augenbraue.

„Natürlich", gab er grinsend zurück und musterte sichtlich das Zimmer. „Ist Potter also endlich weg?"

„Malfoy", schnaubte sie.

„Zeit für deine letzte Salbung, Granger", ignorierte er sie und deutete auf ihren Knöchel, der nun wieder gut und warm verpackt in ihren Socken und Slippern steckte: Oder auch Puschen, wie ihre Mutter sie nennen würde. „Sind dir Tatzen gewachsen?", fügte er amüsiert hinzu.

Dieses Mal ignorierte sie ihn. „Du bist extra gekommen, um mich daran zu erinnern?", fragte sie skeptisch und etwas amüsiert.

Er trat näher ans Bett heran und zuckte mit den Schultern. Sie brauchte ihn nicht länger anzusehen, um zu wissen, dass er ihr keine Antwort geben würde. Also lehnte sie sich seufzend vor, befreite sich von ihrem Slipper und dem Socken und deutete auf den Schreibtisch. Auf diesem hatte Harry gerade die kleine, silberne Tube abgelegt.

„Könntest du mir das stinkende Zeug geben?", fragte sie grinsend.

Er zog die Augenbraue hoch. „Du bist nicht bettlägerig."

„Bitte", knurrte sie. „Außerdem sagtest du selber, ich soll liegen bleiben."

Mit einem Funkeln trat er zwei Schritte auf den Schreibtisch zu, schnappte sich die Tube und warf sie ihr zu. Natürlich verfehlte sie ihre ausgestreckten Hände und landete neben ihr. Er quittierte es mit einem Augenrollen, sagte aber nichts.

„Das war ein Ablenkungsmanöver für Potter", sagte er schließlich und drehte sich etwas nach links.

„Da ist ein Ast in deinem Haar", säuselte sie grinsend. Um ehrlich zu sein, steckte da gerade einiges in seinem wirren, platinblonden Haar: Kleine Äste, Dreck und hier und da sogar extrem vertrocknete Laubreste.

Malfoy sah sie an, tastete dann natürlich prompt an der falschen Kopfseite.

„Andere Seite", hauchte sie und schraubte die Tube auf.

Wortlos lange er zur anderen Seite, zupfte sich langsam einige größere und damit fassbare Holzreste aus dem Haar.

„Was hast du gemacht?", fragte sie.

„Während du dich mit Potter amüsiert hast? Da habe ich ein paar Runden auf meinem neuen Besen gedreht." Sein Grinsen wurde mal wieder unverschämt und einen Moment verlor sie sich in seinem Anblick, als er sich versuchte mit den Händen die Haare zu glätten.

Doch Mione runzelte die Stirn. „Wir haben uns nicht wirklich amüsiert. Wir haben uns ausgesprochen. Und du hast schon wieder einen neuen Besen?"

Er zuckte mit den Schultern, sah ihr dabei zu, wie sie sich den Knöchel einschmierte. „Ich weiß. Und ja. Oder eher: Eigentlich handelt es sich dabei um einen neuen Prototypen. Es war sozusagen ein Testflug."

„Du weißt was?", fragte sie und schraubte die Tube wieder zu. „Und scheinbar ist der Testflug dir alles andere als geglückt."

Malfoy nickte schwach, lehnte sich an ihren Schreibtisch. „Ich habe zufällig ein paar Gesprächsfetzen aufgefasst", sagte er.

„Du meinst wohl, du hast gelauscht?", gab sie errötend zurück.

„Und nein; der Testflug war fantastisch", ignorierte er sie.

„Du bist so ein Mistkerl", flüsterte sie und warf die Tube nach ihm. Natürlich fing er sie ohne Mühen und mit einer Hand auf. „Da wünscht man dir doch glatt einen miesen Testflug."

„Was? Ihr habt über mich gelästert. Ich bin und bleibe ein Malfoy, Granger. Leute zu bespitzeln, liegt mir sozusagen in den Genen", sagte er amüsiert und ließ die Tube in seiner Hosentasche verschwinden.

„Das ist meine!", rief sie, „und wir haben nicht gelästert."

Er blickte auf seine Hosentasche. „Nein, es ist meine. Ich habe sie dir nur geliehen", antwortete er. „Und ja, habt ihr tatsächlich nicht. Was mich wirklich überrascht hat…"

Mione runzelte erneut die Stirn. Eines war sicher: Wenn sie weiterhin soviel Zeit mit ihm verbrachte, brauchte sie in spätestens fünf Jahren ein Facelifting.

„Worüber? Darüber, dass wir uns nicht über dich das Maul zerrissen haben?"

„Ja, irgendwie schon. Immerhin reden wir hier von dir und Potter", entgegnete er grinsend und bedachte sie mit einem seiner undeutbaren Blicke.

Der Lockenschopf seufzte. „Wir haben uns alle geändert, Malfoy."

Er schüttelte schwach seinen Kopf, sein Grinsen wurde breiter. „Nein, das habe ich im Grunde nicht. Du lagst gar nicht mal so falsch…"

Schweigen… Sie starrte ihn einfach nur an.

„Mit deiner Aussage. Darüber, dass mich wahrscheinlich keiner wirklich kennt", fügte er hinzu.

Ein Nicken ihrerseits. „Ich erinnere mich an meine Worte."

„Das ist gut."

Erneutes Schweigen. Er sah zu Boden, während sie an die Tür starrte.

„Es ist manchmal einfach ermüdend", sagte er schließlich überraschend.

Mione sah ihn an. „Was genau?"

Ein Schulterzucken. „Alles? Die einen, die sich auch heute noch über meine Vergangenheit auslassen. Die anderen, die so tun als wenn nie etwas passiert wäre…"

„Was ist schlimmer?"

Er atmete tief ein, zog die Tube wieder aus der Hosentasche und schien damit zu spielen. Wahrscheinlich, um seine Finger zu beschäftigen. „Am schlimmsten sind die, die so tun als wäre ich ein anderer Mensch. So, als hätte es mich vor all den Jahren einfach nicht gegeben."

Vor ihrem Fenster tauchte erneut der kleine, weißte Kauz auf, den Harry und Ginny seit geraumer Zeit besaßen. Wahrscheinlich trug er einen Brief von dieser bei sich. Doch Mione konnte und wollte sich jetzt nicht dazu durchringen, dieses Gespräch zu unterbrechen…

Ihn zu unterbrechen…

„Du bist ein anderer Mensch", sagte sie also.

Malfoy schüttelte den Kopf, lachte leise. „Falsch. Absolut falsch…"

„Doch, das bist du. Sieh dich an, du bist-"

„Äußerlichkeiten und Image, Granger? Lässt du dich wirklich bereits davon blenden?", fiel er ihr ins Wort. „Ich habe wirklich mehr von dir erwartet."

„Lass mich gefälligst aussprechen", blaffte sie und für einen Moment schien er tatsächlich überrascht. Die Tube, die er Sekunden zuvor immer wieder hatte flink zwischen seinen Fingern hatte hin und her wandern lassen, stoppte...

„Du hast mich in all den Wochen, nicht einmal als Schlammblut betitelt", sagte sie fest.

Er sah auf, musterte sie. „Was nichts darüber aussagt, was ich denke."

Mione rollte genervt mit den Augen. Komischerweise verletzte und traf es sie nicht. „Du schläfst mit mir", wisperte sie.

Wieder ein Schulterzucken. „Das bedeutet nun was?"

„Sag du es mir?" Ganz sicher lag etwas Herausforderndes in ihren Augen, als sie ihn ansah.

Doch es folgte keine Reaktion.

„Du hast unter Muggeln gelebt. Du weißt sie zu schätzen", fuhr sie fort.

Er lachte bitter. „Es tut mir leid dich zu enttäuschen. Ich bin nach wie vor ganz sicher kein Muggelliebhaber und ich werde niemals einer werden…"

Ein schwaches Grinsen umspielte ihre Lippen und für einen Moment wollte sie widersprechen. Wollte ihn darauf hinweisen, dass es offensichtlich war, dass er einen Muggel geliebt hatte. Aus welchen absurden Gründen auch immer…

Aber, irgendetwas in ihr wusste, dass dies keine besonders gute Idee war. Und dieses Etwas, sagte ihr ebenfalls, dass er sie auch ohne Worte verstand.

„Süße, ich bin verdammt-", platzte Daria ins Zimmer. Und für eine Sekunde fragte sie sich, ob das Schicksal sich heute einen dummen Streich mit ihr erlaubte.

Malfoy schreckte kaum merklich auf, löste seine grauen Augen von ihr; die wenige Momente vorher noch tief in die ihren geschaut hatten.

„Verdammt spät dran", beendete er grinsend Darias Satz und die Schwarzhaarige folgte ihm mit ihren Blicken, als er blitzschnell und geschmeidig das Zimmer verließ.

„Malfoy, die Salbe", rief Hermione ihm hinterher.

Als er die Tür bereits hinter sich gelassen hatte, drehte er sich ein letztes Mal um. „Die wirst du nicht mehr brauchen."

„Und was wenn doch?"

„Ganz sicher nicht."

Und weg war er…

„Er ist so ein-", grummelte sie, hielt sich aber selber davon ab, den Gedanken auszusprechen.

Ein paar Mal atmete sie tief durch und ließ sich dann zurück ins Kissen fallen. Daria stand immer noch etwas verloren mitten im Raum.

„Also, komm her und erzähl mir in Ruhe von dir und Alain", entgegnete der Lockenschopf und machte sich – den kurzen Schilderungen, die sie am heutigen Mittag ergattert hatte wegen – auf jede Menge Ablenkung gefasst.

Doch die konnte sie gerade eindeutig gebrauchen…


Vorschau:

Wahrscheinlich würde es Ewigkeiten brauchen, um alles wieder einzurenken. Und eine gehörige Aussprache mit Ron; auf die er ganz offensichtlich gerade pochte. Und noch viel mehr: Er erwartete, dass sie den ersten Schritt machte.

Ginny hatte angedeutet, dass Ron diese Sache anscheinend immer noch nicht wirklich für voll nahm. Er sah das alles als eine Phase an. Was sie noch nicht einmal wirklich überraschte.


Huhu ihr Lieben… Hier bin ich wieder… hihi… :)

Vielen lieben Dank an meine Beta India und an Mean und Fränzi für den kreativen Beistand. Und natürlich auch Danke an alle Stillleser und die, die mich und diese Story auf ihre Favoritenliste gesetzt haben. Ganz großer Dank gilt aber wie immer meinen lieben Reviewern, die sich die Zeit genommen haben, mir ihre Meinung zu geigen. Ich knuddel euch alle. *knuddelundkekseverteil*

Da ich aber gerade mehr oder weniger in Zeitdruck bin und es langsam aber sicher erfreulicherweise immer mehr schriftlichen Anklang gibt, werde ich mich heute in meiner Reviewtime mal nur auf die Revs beziehen, die Grund zur direkten Antwort bieten. Bitte nicht böse sein, wenn eure nicht dabei ist. Ich freue mich über wirklich jeden noch so kleinen Satz. *knutsch*

Dracos Coffee Girl: Dazu möchte ich mich jetzt noch nicht äußern. Hihi ;) Was es jetzt wahrscheinlich noch schlimmer macht… *lach*

Ika: Die beiden sind in diesem Fall Draco/Mione, Mione/Harry oder Harry/Draco? *lach* Sorry, wenn ich auf dem Schlauch stehe. ;)

Hattu: Ach, ich weiß auch nicht. Der Magen halt… War aber recht schnell wieder okay… Und ja.. Zur verzwickten Lage: Das mag stimmen, aber ich kann dir versichern, dass ich es dann doch nicht so offensichtlich geplant habe. Hihi ;) Zu deiner Rückkehr: Das freut mich, dann können wir endlich mal wieder quatschen. Obwohl wir auch mal mein Headset einweihen müssen, bevor du wieder da bist… *lach*

Die-na: Ja, sie ist gerade ziemlich dreist, was sich mal wieder in einer neuen Story äußert. Und zwar einer, die ich tatsächlich bereits in Sparflamme gestartet habe. Ich konnte einfach nicht anders, denn Frau Muse wollte sich nicht aus meinem Gesicht verziehen. Aber, vorerst geht es erfreulicherweise auch hier sehr zügig weiter… *freu* Mal sehen, vielleicht gibt´s bald sogar mal wieder eine 3er-Posting-Woche… hihi Und ojee… Wie geht´s dir denn jetzt? Wurzelbehandlungen sind echt fies…

Nessi.C.: Süß? Ein Malfoy ist doch nicht süß… hihi Lass ihn das bloß nicht hören… ;) Danke für den Tipp übrigens. Das wusste ich echt nicht. Ich werde es mir für die Zukunft merken. Gott sei Dank habe ich nicht oft Nasenbluten..

Princess-Frances: Ich hasse Harry auch… *lach* ;) Oder auch nicht, wo Lemon doch so schwer zu schreiben ist. Wie manche das 30 Chapter lang aushalten? *laut lach* Und ja, ich denke ich weiß was du meinst.. hihi

Und natürlich auch Danke an: HexenLady, Anna, One77 und Cori… Ich hoffe, ich hab jetzt niemanden vergessen. Falls doch, lasst es mich lautstark wissen. Dann singe ich für euch… hihi