Neue Entwicklungen
Die nächsten Tage waren nicht einfach. Noch immer tuschelten in der Schule alle hinter meinem Rücken, sei es weil es zwischen mir und Edward aus war oder weil ich mit Jakob zusammen durch die Flure ging.
Manchmal fragte ich mich, ob Edward mit seinem Erfolg geprahlt hatte, wenn auch einige der Jungs mir hinterher sahen. Diese Blicke waren mir immer besonders unangenehm, weil ich mir nicht sicher war, warum sie mir nun hinterher sahen.
Doch ich hatte gute Freunde, die mir beistanden. Zum Beispiel traute es sich niemand, einen blöden Spruch abzulassen, wenn mein riesiger Teddybär neben mir herlief und jedem, der tuschelte, einen bösen Blick zuwarf. Und wenn man ihn nicht kannte, dann konnte sein böser Blick ganz schön bedrohlich wirken.
Rose, Alice und Angela versuchten immer mich abzulenken, genauso wie Jakob, der schnell seinen Weg in unseren Freundeskreis gefunden hatte, was wohl an seiner sympathischen Art lag.
Auch Jasper war immer für mich da. Er hatte so eine beruhigende Art und immer wenn ich kurz davor war mich aufzuregen oder manchmal auch in Tränen auszubrechen, war er für mich da hörte mir zu und beruhigte mich.
Manchmal konnte ich es echt nicht fassen, wie viel Glück ich mit ihnen hatte. Manchmal wünschte ich mir, dass meine Eltern daheim gewesen wären, doch die blieben ja lieber in ihrem Ferienhaus in der Karibik. Mein Mum konnte dort als Künstlerin genauso arbeiten wie hier und mein Vater hatte zwei neue für die Stellen bei der Polizei angelernt und erledigte nur noch den Papierkram, den er auch dort machen konnte.
Schon früher hatten sie Rosalie und mich oft zu unserer Oma geschickt in den Ferien, damit sie für sich waren. Sie waren nie die Art Menschen gewesen, die für die Elternrolle geschaffen waren. Ich liebte sie, ja. Aber ich hatte irgendwann aufgehört auf sie zu zählen. Dafür hatte ich Rose und die Anderen und war umso glücklicher darüber.
Schwierig war es auch mit Edward. Noch immer saßen wir in Biologie nebeneinander, doch nach meiner Ohrfeige hatte er nicht noch einmal versucht mit mir zu sprechen. Ich war ihm auch ganz dankbar dafür.
Jetzt nutzte ich auch wieder den Raum, den wir damals, als ich begann zu tanzen, leer geräumt hatten, damit ich ihn als Trainingsraum verwenden konnte. Denn ich konnte nur zweimal die Woche ins Training gehen, wenn ich Zeit hatte, brauchte aber momentan viel öfter ein Ventil.
Ich tanzte viel und sang noch mehr. Ich schaffte es sogar, noch einen Song zu schreiben, in dem noch immer Wut wegen Edward steckte, doch er zeigte auch die Verletzlichkeit, dich ich bisher so gut es ging verborgen hatte.
Samstag war es dann soweit. Rosalie brachte mich zur Bandprobe und wir saßen im Kreis zusammen. Ich saß neben James und da ich bisher noch keine Möglichkeit gehabt hatte, mich bei ihm zu bedanken, bat ich ihn nun kurz für ein Gespräch unter vier Augen.
Als wir in der Küche standen begann ich: „Ich wollte mich bei dir bedanken. Für alles. Dafür, dass du mir gezeigt hast, was für ein Arschloch Edward ist. Und dafür, dass du mich sozusagen gerächt hast, egal ob das jetzt für mich war oder nicht."
Er legte mir die Hand auf die Schulter und ich sah ihn zum ersten Mal lächeln, seit ich ihn kannte.
„Gern geschehen, Bella. Auch wenn es mir Leid tut, dass ich es erst so spät getan habe. Und die Prügelei… nun da warst du zugegeben nur die Spitze des Eisberges. Es war auch gleichzeitig für die Sache mit meiner Schwester und dafür, dass er unsere Freundschaft auf den Müll geworfen hat."
Ich nickte nur und bedankte mich erneut. Nie hätte ich gedacht, dass James diese Art von Mensch war. Aber das zeigte nur, dass man Menschen nicht vorschnell verurteilen sollte.
Schließlich gingen wir wieder zu den anderen, die schon angefangen hatten über den neuen Keyboarder zu diskutieren. Auf einmal traf es mich mit einem Schlag. Das hatte ich bei der ganzen Sache mit Edward ja total vergessen. Letztendlich hatte ich nicht einmal Alice danach gefragt.
Also hielt ich mich im Hintergrund und ließ die Anderen diskutieren. Keine der Personen, die vorgeschlagen wurden kannte ich. Zumindest bis Jane plötzlich eine Idee hatte. Eine Idee von der ich wünschte, dass sie sie nie ausgesprochen hätte.
„Hey, Bella. Hast du nicht erzählt, dass Edward Klavier spielen kann? Keyboard wäre doch dann eigentlich kein Problem oder? Würdest du ihn mal fragen?", fragte sie unschuldig, denn immerhin wusste sie nicht, was zwischen ihm und mir vorgefallen war.
Ich versteifte mich bei ihren Worten. Warum hatte sie dieselbe Idee wie Alice haben müssen? Ich schluckte einmal und versuchte zu antworten, brachte jedoch keinen Ton heraus. Unerwartet half mir jedoch erneut James.
„Den will ich lieber nicht dabei haben", sagte er zu den Anderen.
„Aber warum denn nicht?", fragte Embry. „Das wäre doch perfekt."
Ich schüttelte nur den Kopf. „Bitte nicht, Leute. Ich kann ihn auch nicht fragen, das kann ich einfach nicht."
Andy sah mich verwundert an. „Ach komm schon. Er ist dein Freund oder? Ich dachte, dass er dich unterstützt. Ich dachte, dass dir die Band etwas bedeutet, oder hab ich mich da geirrt."
Ich wollte ihnen nicht die Leidensgeschichte der Isabella Swan geben, deswegen erzählte ich ihnen die einfache Kurzfassung. „Wir haben uns getrennt. Es… war nicht mehr das richtige."
„Ja, aber man kann doch Freunde bleiben. Du hast nichts mit ihm zu tun. Oder willst du lieber von der Agentur irgendein Arschloch zugeteilt bekommen?", fragte Embry, der von meinen Worten nicht überzeugt war.
„Das macht keinen großen Unterschied", murmelte James, doch ich war die einzige die ihn hörte.
Er hatte wohl verstanden, dass ich nicht die ganze Geschichte erzählen wollte, deswegen hielt er sich zurück, während die anderen auf uns, insbesondere natürlich auf mich, einzureden versuchten.
Ich konnte es ihnen nicht einmal richtig übel nehmen. Sie wollten den Plattenvertrag und sich mit ihren Bandkollegen verstehen. Und da hätten die drei bei Edward kein Problem. Zudem wussten sie, dass Edward gut spielte, weil er uns einmal etwas vorgespielt hatte auf dem alten Keyboard in Andys Küche.
Schließlich nickte ich. Ich wollte mir nicht später anhören müssen, dass es alles meine Schuld gewesen war, dass wir einen schlechten Keyboarder bekamen. James sah mich entgeistert an und ich war auch ein wenig wütend auf mich, weil ich mich nicht besser durchsetzen konnte. Doch bei diesem Thema wurde ich einfach schwach.
„Cool, Bella. Danke. Keine Sorge, du musst ihn auch nicht fragen. Das mach ich dann schon. Das wird super", freute sich Jane über meine Zustimmung und nahm mich in die Arme.
Ich schloss die Augen und atmete tief durch. Vielleicht würde er ja gar nicht annehmen. Ich meine, er wusste doch, dass ich in der Band war, also hatte er einen guten Grund nicht ein Teil davon zu werden. Ganz davon abgesehen, dass sein Verhältnis mit James ja auch nicht gerade das Beste war.
„Lasst uns ihn doch gleich anrufen, okay?", fragte Andy. „Falls er nicht will, dann können wir ja weiter überlegen."
Die anderen nickten zustimmend und mit einem letzten Blick zu mir und einem Seufzen willigte sogar James ein. Ich machte ihm keine Vorwürfe. Immerhin war Edward mal sein bester Freund gewesen.
Und tatsächlich dauerte es nicht lange und Jane hatte ihr Handy in der Hand und wählte Edwards Nummer. Dann hielt sie es sich ans Ohr und hörte dem Tuten zu. Ihre Miene hellte sich plötzlich auf und ich nahm an, dass Edward nun wohl den Anruf entgegen genommen hatte.
Ich wollte dem Gespräch gar nicht zuhören also legte ich mich auf den Rücken und blendete meine Umgebung aus, die Augen geschlossen. Es erschien mir wie eine Art Ruhe vor dem Sturm. Aber Edward würde sicherlich ablehnen.
Erst als ich bemerkte, dass Jane sich von Edward verabschiedete, setzte ich mich wieder auf und sah sie, wie alle anderen, fragend an. Sie starrte auf ihr Handy und dann zu uns hoch.
„Er macht es! Wir haben einen neuen Keyboarder", rief sie laut und fiel mir erneut um den Hals.
Auch die anderen jubelten und fielen sich in die Arme, von James abgesehen, seine Miene konnte ich nicht lesen. Ich selbst war zu geschockt um zu reagieren. Warum hatte er angenommen? Was für einen Sinn hatte das?
Aber eins wusste ich, Bandproben würden jetzt sehr viel anstrengender werden, als vorher. Und das lag nicht daran, dass wir jemanden bekommen hatten, der strenger Proben würde, sondern jemanden, der für mich persönlich anstrengend war.
Tadumm
Ich bin böse
Ich weiß
Ihr liebt mich dafür^^
Lasst mir eure meinungen da ;)
Lg Scara
