Chapter Thirtyseven: Das Grauen kehrt zurück
Schwärze. Die Dunkelheit ballte sich zu bedrohlichen Formen zusammen, schien sie zu erdrücken. Sie war orientierungslos. Das Bedrohliche hatte sie eingekreist, es schien überall zu sein. Überall und nirgends. Es gab keinen Ausweg. Sie spürte, wie es ihr immer schwerer fiel zu atmen. Es wurde eiskalt. Die Dunkelheit erdrückte sie, presste ihr die Luft aus den Lungen.
Ein dunkler Schemen betrat den Raum und winkte den anderen zu, damit sie sich nur noch lautlos miteinander verständigten. Die fünf Eindringlinge pirschten sich an die unruhig schlafende Frau an. Als geübte Mörder verstanden sie es sich absolut lautlos zu bewegen. Der Schemen betrachtete die schlafende Schönheit. Ihr geschmeidiger Körper wälzte sich unruhig in den Laken. Sie schien sich unter einer unsichtbaren Macht zu winden. Schweißperlen standen auf ihrer Stirn und sie wirkte gehetzt. Aber das machte sie für ihn nur noch unwiderstehlicher. Ein qualvolles Keuchen entwich ihrer Kehle und der Eindringling verharrte regungslos. Hatte sie sie bemerkt? Er betrachtete eine Schweißperle, die sich von ihrer Stirn löste und hinunter zu ihren vollen Lippen rann. Er spürte sein Verlangen immer stärker. Das Verlangen ihren perfekten Körper erneut zu packen und nach seinem Willen beliebig zu biegen. Oh wie gut hatte sich ihr schlanker Körper unter dem seinen angefühlt.
Er wollte es wieder haben. Er blickte auf die anderen, die mit ihm gekommen waren. Die dasselbe wollten wie er. Zwei davon dienten wie er unter dem Lord, allerdings war dieser Dienst nur Fassade. Der Commander hatte sie geschickt. Er kannte den Lord. Er hatte sie bei dessen Kriegern einzuschleusen gewusst. Und wie leicht waren die anderen beiden zu überzeugen gewesen. Ein bisschen Wodka, ein paar Schilderungen von seinen Erfahrungen mit der Schönheit und schon hatte er sie davon überzeugt, dass ihnen für ihre lebensgefährlichen Dienste mehr zustand, als das Geld, das der Lord ihnen zahlte. Er konnte sein eigenes brennendes Verlangen auf ihren Gesichtern wieder finden. Er deutete den beiden Söldnern, dass sie sich auf die andere Bettseite begeben und gleichzeitig sowie langsam die Decke von ihrem Körper ziehen sollten.
Behutsam schlugen sie den Stoff zurück und legten den schlanken, anmutigen Körper der Schlafenden frei. Er konnte erkennen, wie den anderen bei diesem Anblick der Atem stockte. Er hatte ihnen nicht zu viel versprochen.
Ihr Atem ging stoßweise, als würde sie zu ersticken drohen. Sie hatte Angst. Doch er würde ihre Angst noch steigern und auf sich lenken. Er wollte all ihre Furcht und Leidenschaft für sich verbuchen. Er hatte es schon einmal genossen, dass ihr Körper unter seinem erbebte.
Die Dunkelheit manifestierte sich in einem Schemen. Sie spürte, wie er sie anstarrte. Ihre Sinne waren so geschärft, dass sie ihn atmen hören konnte. Moment. Atmen?
Lara schlug die Augen auf, gewahrte und erkannte das Gesicht neben ihr und stieß einen markerschütternden Schrei aus. Ihre plötzliche Reaktion irritierte den Eindringling. Diesen Moment nutzte sie. Sie zog das Buch unter ihrem Kopfkissen hervor und schleuderte es mit voller Wucht gegen das Nasenbein des Mannes. Er taumelte mit einem schmerzerstickten Laut zurück.
Die beiden Eindringlinge zu ihrer rechten reagierten zuerst. Einer packte ihr Handgelenk und der andere drehte eine Fessel grob darum. Nun reagierte auch der zweite auf der linken Seite und versuchte ihre Füße zu packen. Sie wirbelte ihre Füße durch die Luft, trat dem Mann gegen den Kopf, worauf dieser bewusstlos zu Boden fiel und nutzte den restlichen Schwung um auf die Beine zu kommen. Lara baute ihre Körperspannung auf, beugte ihren Körper an der Hüfte nach vorne und drehte sich. Dadurch war der Krieger, der ihr rechtes Handgelenk an der Fessel gehalten hatte, gezwungen diese loszulassen. Sie benutzte ihre Drehbewegung um Schwung zu holen und vollführte einen Dreh-Sprung-Kick, der den anderen Krieger mit voller Wucht im Genick traf. Ein Knacken wie beim Zerbrechen eines trockenen Astes war zu hören und der Körper des Mannes fiel leblos zu Boden.
Sie landete neben dem Toten auf dem Boden und wurde augenblicklich vom Eindringling mit der Fessel von hinten gepackt. Sein Griff fühlte sich an wie der einer Würgeschlange. Der erste Angreifer trat zu ihnen, eine Waffe auf ihre Brust gerichtet. „Hallo, Kleine. Lange nicht mehr gesehen." Er grinste. Der Buchabdruck zeichnete sich schon auf seinem Gesicht ab.
„Ich wünschte ich hätte Ihr Genick gebrochen."
„Das ist aber nicht sehr nett von dir. Ich denke, ich werde dir wieder Manieren beibringen müssen!" Er schlug sie mit der Waffe ins Gesicht. Der Schlag war so hart, dass ihr Kopf zur Seite flog. Wie oft hatte er sie schon so geschlagen. Doch auch der Griff des anderen lockerte sich. Darauf hatte sie gewartet. Sie rammte ihm den Ellbogen in den Bauch, drehte ihren Körper zur Seite und ergriff die Waffe des ersten. „Lass los, Schlampe!"
Sie zog kräftig an der Waffe. Ein Schuss löste sich und schlug im Bauch des Mannes ein, der sie zuvor umklammert hatte. Sein Blut spritzte auf ihren Pyjama.
Lara trat dem Angreifer instinktiv die Waffe aus der Hand und versuchte angesichts seines mörderischen Blickes zu fliehen. Er wollte sie packen, doch sie wehrte sich. Beide fielen sie aufs bett. Lara ergriff die nackte Angst, als sein Körper zur Hälfte auf ihren fiel. Sie drehte sich, warf sich herum und es gelang ihr sich zu befreien. Panikerfüllt krabbelte sie übers Bett. Weg von ihm. Er wollte sie halten, bekam aber nur ihre Hose zu fassen, die unter seiner Kraft zerriss.
Lara stolperte aus dem Bett und hatte die Gelegenheit, ihren Angreifer zu attackieren, da er durch die weiche Unterlage der Matratze im Nachteil war. Doch sie konnte es nicht. Sie war innerlich wie gelähmt und starr vor Schreck. Das Grauen war ihr von der Burg hierher gefolgt und manifestierte sich in diesem grausamen Mann. Bilder von den Gräueln, die er ihr angetan hatte, traten ihr vor Augen. Sie würgte und taumelte zurück. Sie konnte es nicht alleine schaffen. Schon damals hatte sie es nicht geschafft. Sie war ihm unterlegen. Sie streckte ihre Hand voller Panik nach der Türklinke aus.
Der Krieger nützte ihre Panik aus, packte sie bei ihren langen, seidigen Haaren und schleuderte sie brutal gegen die Tür. Sie flog mit ihrem Körper gegen die Klinke, die Tür gab nach und sie fiel weiter nach vorne ins Wohnzimmer. Sie schmeckte den eisernen Geschmack von Blut.
Ihre Angst trieb sie jedoch dazu, ihre Benommenheit zurück zu drängen und sich wieder aufzurappeln. Doch der Angreifer packte ihren linken Fuß und zog sie zu sich. Lara schrie und trat nach ihm. Sie kam frei und stolperte in die Richtung von Sokrates' Schlafzimmertür.
Lara war erst ein paar Schritte gekommen, als er sich erneut auf sie stürzte.
„Glaubst du wirklich, du kannst mir entkommen?", zischte er ihr zu. Er streckte seine Hand nach ihrem Gesicht aus und sie biss kräftig hinein. Er schrie mehr vor Wut als vor Schmerz auf und schlug ihr mit unverminderter Kraft ins Gesicht. Durch die enorme Wucht seines Schlags wurde sie zu Boden geschleudert und fiel gegen die Couch. Ihr Kopf dröhnte und sie war einen Moment lang nicht mehr fähig sich zu bewegen. Dies ausnützend drückte er sie ganz zu Boden, setzte sich auf sie und fixierte dadurch ihre Beine. Mit einem fiesen Grinsen riss er ihr auch noch das Pyjama-Oberteil vom Körper. Sein Blick fiel auf ihre Brustwarzen. „Na, Häschen. Fürchtest du dich, oder freust du dich mich zu sehen?"
Er ließ ihr keine Gelegenheit zu reagieren, drückte seinen Daumen in ihre Kieferspalte und zwang dadurch ihren Mund auf. Er küsste sie. Seine Zunge stieß gierig in ihren Mund. „Mhh, du schmeckst gut."
Lara würgte. Ihre Gefühle waren eine Mischung aus Ekel, Angst und Verzweiflung. ER packte ihren Hals und drückte zu. Laras Hände schnellten reflexartig zu ihrem Hals, um sein würgen zu unterbrechen. Inzwischen strich er über ihren zitternden Körper. „Du fühlst dich immer noch so gut an…"
Ihr Luftmangel wurde so akut, dass sie seine Worte gar nicht mehr richtig wahrnahm. Kurz bevor sie ohnmächtig wurde, ließ er ihre Kehle los. Keuchend schnappte sie nach Luft.
„Ich werde dich gleich hier nehmen, direkt unter der Nase des Lords. Und das Beste daran ist, dass dich niemand außer mir schreien hören wird…" Sein dämonisches Grinsen brannte sich auf ihre Netzhaut, als er sich an seiner Hose zu schaffen machte. Diesen Moment nutzte Lara ohne zu zögern. Sie ließ ihre Hand nach vorne schnellen und traf seine Luftröhre. Röchelnd fiel er von ihr zu Boden.
Hastig versuchte sie auf die Beine zu kommen. Doch der Angreifer erholte sich schneller, als sie erwartet hatte. Er zückte seinen Dolch und schlitzte ihr Bein mit einer einzigen, fließenden Bewegung auf. Lara schrie vor Schmerz auf, fiel wieder zu Boden und schleppte sich panisch weiter Richtung Sokrates' Tür. Für sie gab es nur noch diesen einen Gedanken. Die rettende Tür zu erreichen. Nur noch wenige Meter trennten sie von ihrem Ziel. Ihr Herz raste vor Angst. Ihr Verlangen diese Tür zu erreichen war so groß, dass sie das Blut, das ihr Bein hinab strömte, nicht einmal bemerkte. Nur noch wenige Meter trennten sie von ihrer Rettung. So nahe.
„Du entkommst mir nicht, Schlampe!" Er packte ihr Haar, zog sie brutal auf die Füße und schleuderte sie mit derselben Bewegung gegen jene Tür, die sie zu erreichen hoffte. Lara schlug hart mit dem Kinn an der Klinke auf und glitt benebelt zu Boden. So nahe.
Der Krieger trat über sie und blickte zufrieden auf die wehrlose, verletzte Frau hinab. „So gefällst du mir…" Mit bereits offener Hose kniete er sich vor sie. Lara kämpfte verbissen gegen die Dunkelheit an, die sich ihrer bemächtigen wollte. Es wäre so einfach, in die alles überdeckende Ohnmacht hinüber zu gleiten. So einfach, sich diesem Gefühl der Schwäche zu ergeben. Aber sie wusste, sie würde später daran zugrunde gehen, wenn sei sich nicht bis zum Schluss wehrte.
Sie verspürte den Drang sich zu übergeben, als er ihre kraftlosen Beine auseinander drückte. Er senkte sich über sie...
Sorry, dass das so lange gedauert hat. Ich habe euch bestimmt nicht vergessen! Ich hoffe in diesem Kapitel war wieder genug Action für Marc ;-)!
Ich hoffe, ihr hattet schöne Feiertage und wünsche euch alles Gute fürs Neue Jahr!
Eure
lara
