Vielen Dank für die Reviews, Mortianna´s Morgana, Marylein und Schanin!
Na mal sehen wie Fenrir, Harry und Ron die Situation lösen. ;-) Was die Entführung von Mrs. Granger betrifft, so lässt die Lösung noch etwas auf sich warten. Die Arme kommt nicht so schnell frei.
Liebe Grüße Gaby
37 Und immer weiter
Fest umschloss er ihren Hals mit seinen scharfen Krallen. Elsbeth bekam kaum noch Luft. Schreckensstar blickte sie auf Harry und Ron. Hatte sie die Vergangenheit doch noch eingeholt. So viele Jahre war sie in Sicherheit gewesen, aber diese war trügerisch. Hatte sie nicht auf genau diesen Augenblick gewartet? Ihr war immer schon klar gegen Voldemort gewann man nicht, man entkam ihm auch nicht. Früher oder später würde er einen finden und nun war dieser Tag da.
Er hatte seinen Häscher ausgeschickt sie zu suchen und zu töten. Das war also ihr Ende. Ergeben fügte sie sich, in das für sie Unvermeidliche. Sie schloss die Augen und wartete. Schon bald würden ihr die scharfen Krallen die Kehle zerfetzen. Sie kannte die Kreatur in ihrem Rücken. Das war Greyback, Voldemorts Geschöpf. Nicht, das dieser ihn erschaffen hätte, Greyback war ein Werwolf. Woher er kam, das wusste nur er und sein Erzeuger, aber dennoch betrachtete er Voldemort als seinen Herrn und diente ihm mit seiner ganzen schwarzen Seele treu bis in den Tod.
*
Geifer tropfte von seinen Fängen. Er war besser als Potter. Dieser hatte vielleicht durch einen unglaublichen Zufall und großes Glück, Geschick und Klugheit war es mit Sicherheit nicht, Voldemort besiegen können, aber gegen ihn hatte er keine Chance. Er war besser, schneller und tausendmal klüger, als dieser nichtsnutzige Bengel.
„Nun was sagst du? Soll ich ihr die Kehle einfach aufschlitzen und wir warten bis sie verblutet ist, oder machen wir es schnell und schmerzlos und ich drehe ihr einfach ihren dünnen, klapprigen Hals um?" böse grinste er Harry an. Dieser zog ohne mit der Wimper zu zucken seinen Zauberstab, Ron tat es ihm gleich und starrte Fenrir Greyback kaltblütig an.
„Entweder du lässt sie auf der Stelle los oder ich töte dich. Bevor du ihr auch nur einen Kratzer zugefügt hast, bist du schon Wurmfutter!" erklärte ihm Harry. Er erhob dabei nicht einmal seine Stimme, sprach leise wie immer, so als wäre es eine ganz normale Unterhaltung, doch der stählerne Glanz der in den einzelnen Silben mit schwang, ließ Greyback frösteln und eine ungeahnte Furcht spüren.
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Zulange. Sie brauchte zulange. Länger konnte, wollte er nicht warten. Er musste etwas tun sonst wurde er noch verrückt. Entschlossen warf er sich seinen Umhang über und stürmte aus dem Haus. Ihm war klar, wenn das Gremium davon erfuhr, steckte er vermutlich in großen Schwierigkeiten, aber das war ihm egal. Hermione war in Gefahr und für sie würde er alles tun. Er wusste an wen er sich wenden musste, um Lucius Malfoy zu Fall zu bringen. Es gab noch einen Verbündeten in seinem Leben, aus seiner Vergangenheit und an den würde er sich wenden. So wie die Dinge jetzt lagen, würde sein Anliegen nicht auf taube Ohren stoßen, da war er sich ganz sicher.
Schnell huschte er die schmale Strasse hinab und sobald er die richtige Stelle erreicht hatte, apparierte er. Malfoy Manor. Dunkel lag es vor ihm. War es immer schon so gewesen, oder kam es ihm nur so vor? Gleichmütig zuckte er mit den Achseln und schritt auf das Portal zu. Wider Erwarten war es nicht verschlossen. Kurz erstaunte ihn dieser Umstand, doch dann trat er ein. Kerzenduft hüllte ihn ein. Aus dem vorderen Salon drang Licht. Als er in den Raum blicken konnte entdeckte er den Sarg. Kurz überrollte ihn eine Welle des Schmerzes, doch schnell schüttelte er sich. Zum Trauern hatte er später Zeit. Zuerst musste er Lucius finden und aufhalten, wie war egal.
„Guten Abend, Severus. Ich habe auf dich gewartet." Wie gebrochen und traurig sie klang, noch nie zuvor hatte er sie so gehört.
„Guten Abend, Narzissa." erwiderte er und betrachtete ihre schlanke Gestalt, als sie sich ihm näherte. „Bis du gekommen um meinen Sohn zu rächen?" Langsam nickte er mit dem Kopf, seine Augen brannten bei ihrem Anblick. Soviel Schmerz und Leid entdeckte er in ihren Zügen. Sie schien um Jahre gealtert. Nichts war mehr übrig geblieben von ihrer einstigen, einzigartigen Schönheit. Zurückgeblieben war eine alte Frau, die den größten Schatz in ihrem Leben verloren hatte. Sie hatte ihn erreicht und ohne zögern schloss er sie in seine Arme.
„Wieso habe ich damals dich nicht erwählt? Warum war ich so blind und dumm?"
Er hätte ihr all die Gründe aufzählen können, warum sie sich gegen ihn und für Lucius entschieden hatte, aber in diesem Moment erschien ihm das unwichtig und so schwieg er. Lange Zeit standen sie da, doch die Zeit drängte und so schob er sie sanft von sich.
„Hilf mir." bat er sie und sah sie eindringlich an.
„Er ist nicht hier. Ich..." erwiderte sie leicht abwesend. Für sie war er noch nicht wichtig. An erster Stelle kam ihr Sohn und dieser brauchte sie.
„Lass mich ihn noch zu Grabe tragen, dann helfe ich dir, oder du mir. Er soll sterben. Ich will ihn genauso leiden sehen, wie ich leide. Er soll meinen Schmerz fühlen." stieß sie leidenschaftlich hervor. Sie hatte sich von Severus gelöst und ging in kleinen Schritten auf den Sarg zu. Sachte strich sie darüber. „Er hat mir meinen Sohn genommen."
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Leise rief sie nach ihm, aber sie bekam keine Antwort. Er war fort. Traurig sank sie auf die Stufen nieder und ließ ihren Tränen, die sie solange schon zurück gehalten hatte, freien Lauf. Wo bist du nur? Ich brauche dich so sehr. Flehte sie stumm und betete um das Leben ihrer Mutter. Sie wollte sich am liebsten einfach hier auf dem Boden zusammenrollen, die Augen schließen und nie wieder aufstehen. Entschlossen straffte sie sich und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Es half ihrer Mutter bestimmt nicht, wenn sie jetzt aufgab. Sie wusste was zu tun war. Sie musste ein Monster finden und es töten. So einfach war das.
Nur wo könnte er sein? Irgendwie glaubte sie nicht, dass er ihre Mutter in Malfoy Manor gefangen hielt. Zu einfach. Sie bräuchte ihm nur die Auroren auf den Hals hetzen und ehe er sich versah, saß er in Askaban und wartete auf seinen Kuss. Nein, so leicht würde Lucius Malfoy es ihnen nicht machen, dafür war er viel zu gerissen. Diese Überlegungen brachten sie nicht weiter und eigentlich müsste sie jetzt bei ihrem Vater sein. Er war bestimmt schon halb von Sinnen vor Angst um seine Frau und Tochter. Er hatte keine Ahnung davon was sich hier ereignet hatte.
Müde schleppte sie sich ins Bad und wusch sich das Gesicht mit kaltem Wasser. Es wurde Zeit zu ihm zu gehen und ihm die Augen über sich zu öffnen. Sie war schuld an allem. Wegen ihr musste ihre Familie leiden, mussten alle die sie liebte leiden. Einen Augenblick lang betrachtete sie ihr Spiegelbild, sah den Menschen der aus ihr geworden war. War alles was sie getan hatte falsch gewesen? Diese Menschen waren unschuldig gewesen und mussten deswegen sterben. Sollte ihr Tod für immer ungesühnt bleiben? War das Gerecht? War das der Preis für ihren ungestörten Schlaf? Nein! Es war richtig was sie getan hatte.
Diese fünf Menschen verdienten, dass man die Wahrheit über ihr Schicksal erzählte. Sie sind nicht einfach gestorben, sie wurden ermordet. Ermordet von einem Wahnsinnigen um seine Macht zu festigen und das um jeden Preis. Er hatte damals den Sieg davon getragen. Viele Jahre lang hatte keiner das Offensichtliche gesehen, oder es wollte keiner zu genau hinsehen.
Sehen heißt handeln zu müssen und das bedeutete, Menschen wie Lucius Malfoy auf die Füße treten zu müssen. Nein sie hatte das Richtige getan. Die Geschichte musste berichtigt werden, die Schuldigen gehörten bestraft und den Familien, deren man einen lieben Menschen aus der Mitte gestohlen hatte, denen musste man diesen Frieden zurück bringen. Ariana, die tief in ihrem Herzen immer wusste, dass Arthur nicht einfach an einem Herzversagen verstorben war. Den Eltern von Elsbeth, die schon so lange ihre Tochter suchten.
Bei allen anderen war es fast schon zu spät, ihre Eltern lebten nicht mehr. Dennoch, die Wahrheit über das was ihnen tatsächlich widerfahren war zu erzählen, konnte nicht verkehrt sein. Mühsam schluckte sie den Kloß, der sich in ihrer Kehle gebildet hatte, hinunter. Hoffentlich war der Preis dafür nicht das Leben ihrer Mutter. Sie könnte es nicht ertragen. Sie schrieb noch schnell eine Nachricht für Severus, das er ohne ihr Einverständnis das Haus verlassen hatte, bereitete ihr Sorgen, aber darum würde sie sich später kümmern. Sie ahnte was er vorhatte und hoffte nur eins – ihm zuvor zu kommen. Lucius Malfoy gehörte ihr. Doch zuerst musste sie noch etwas anderes erledigen. Tief holte sie Luft und wappnete sich innerlich für das Gespräch mit ihrem Vater, dann öffnete sie die Tür und verließ das Haus.
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Er rang mit sich. Sein Tod war die Sache nicht wert. Lieber kassierte er von Malfoy keine Prämie und überließ das Weib Potter, als das er seinen Hals für diesen riskierte. Immerhin konnte er ihn nicht einmal ausstehen. Er hasste ihn mehr noch als den Jungen der vor ihm stand und dieser hatte das Leben seines Meisters ausgelöscht, aber dabei war er sich selber treu geblieben, was man von Malfoy nicht behaupten konnte. Dieser war nur sich selber treu und glaubte an nichts. Er war weniger wert als sein schlimmster Todfeind. Die meisten von diesen besaßen mehr Rückgrat und Aufrichtigkeit in ihrem Tun, als dieser jemals aufbringen konnte, denn sie glaubten an ihr Ziel.
Unentschlossen stand er da. Er hatte den Auftrag nur angenommen, weil die Zeiten schlecht für ihn waren und er auch von etwas Leben musste, wobei die Betonung auf Leben lag. Langsam wich er zurück und hob seine Hände, die mehr wie Pfoten aussahen.
„Sie gehört dir." sagte er leise, achtete aber darauf, dass Elsbeth zwischen ihm und den Beiden blieb.
„Lass mich gehen und wir vergessen die ganze Sache." schlug er dreist vor und schaute sie lauernd an. Würden sie ihn einfach ziehen lassen? Oder fand er heute ein eher unwürdiges Ende? Harry senkte leicht seinen Zauberstab, aber nur soviel, dass er ihn bei der geringsten Bewegung von Greyback sofort wieder hochreißen und ihn mit einem schmerzhaften, wenn nicht sogar tödlichen Fluch belegen konnte.
„Du verrätst mir wer dich geschickt hat und schwörst mir, dass auch vor dem Zaubergamot auszusagen. Sollte ich dich jemals wieder bei einem Mordversuch erwischen, werde ich keine Gnade mehr walten lassen." erklärte ihm Harry seine Bedingungen. Widerwillig stimmte der Werwolf zu. Noch ahnte er nicht, dass er mit seiner Aussage sich selbst nach Askaban befördern würde.
„Es war Lucius Malfoy." voller Verachtung spie er den Namen hervor und spuckte ihn förmlich auf den Boden. Ron winkte unterdessen Elsbeth zu sich, deutete ihr aber sich vorsichtig zu bewegen. Greyback war nicht nur als Handlanger von Voldemort bekannt, sondern auch wegen seiner Unberechenbarkeit. Er mochte gerade behauptet haben, er würde ihr nichts tun, doch genauso gut konnte es passieren das er sich im nächsten Moment auf sie stürzte und ihr das Herz heraus riss.
Werwölfe waren eine unberechenbare Rasse, bis auf Remus Lupin natürlich, er war eine Ausnahme. Er unterschied sich grundsätzlich von seiner Art. Einem Werwolf durfte man einfach nicht trauen. „Wenn du ihn so verabscheust, warum dienst du ihm dann?" stellte Harry verblüfft die nächste Frage. Zum einem um Greyback am Reden zu halten und so von Elsbeth abzulenken und zum anderen, weil es ihn tatsächlich interessierte. Er war immer schon sehr neugierig gewesen. Eine Eigenschaft, die ihm mehr als einmal beinahe zum Verhängnis geworden wäre, hätten ihm nicht seine Freunde geholfen. Verächtlich schnaubte Greyback durch die Nase.
„Weil wegen dir und deinesgleichen ich kaum noch ehrliche Arbeit finde. Ich kann mir meinen Auftraggeber nicht aussuchen. Nicht jeder wird mit einem goldenen Löffel im Mund geboren." Böse sah er Harry an.
Für ihn war der Junge der Inbegriff von einem sorgenfreien, glücklichen Leben. Niemals musste der sich die Hände schmutzig machen. Er war praktisch reich geboren worden. Von Harrys Leben bei seinen Verwandten wusste er nichts und im Vergleich dessen was er alles bisher erdulden musste, war das nichts. Harry erwiderte nichts darauf. Wozu auch? Sie würden einander niemals verstehen. Zu vieles stand zwischen ihnen. Allem voran das Greyback eine heimtückische Bestie war und immer eine sein würde.
*
Ängstlich spitzte sie die Ohren. Sie hatte etwas gehört. Da. Da war es schon wieder. Ein Kratzen oder Schlürfen über nackten Felsen. Sie konnte es nicht genau zuordnen. Nur eines war ihr klar – das Geräusch kam auf sie zu. Erneut drohte die Panik sie zu ersticken. Mühsam unterdrückte sie sie und zwang sich ruhig zu bleiben. Vermutlich war es nur der Mann, Lucius Malfoy, der sie gefangen hielt. Vielleicht hatte er sich eines Besseren besonnen und ließ sie frei. Ja, ja und Schweine können fliegen. Höhnte ihre innere Stimme verächtlich. „Hallo!?" rief sie zaghaft und erschrak zutiefst über den Laut ihrer eigenen Stimme. Sie musste sich zusammenreißen, sonst verlor sie tatsächlich noch ihren Verstand.
„Hallo? Sind Sie es?" fragte sie zittrig. Die Geräusche waren unterdessen immer näher gekommen und hielten nun vor ihrer Zellentür inne. Sie konnte nichts sehen oder erkennen, es war einfach zu dunkel. Die Fackel leuchtete nur noch schwach und schon bald saß sie in der Dunkelheit fest. Sie wollte nicht dran denken, denn dann... Das Gitter knirschte und zitterte. Dort draußen lauerte etwas großes, gefährliches und es wollte zu ihr. Sie verkroch sich tief in ihrer Nische und schloss die Augen. Bitte, ich will leben! Flehte sie lautlos und wusste doch - sie würde sterben.
