A/N 2014
Oktober 2012. Gut 1900 Wörter
Körperwärme
Kapitel 1
Als John erwachte fühlte er sich unendlich elend und krank. Dann wurde er des warmen Körpers der gegen seinen Rücken gepresst und der Arme die ihn festhielten gewahr.
Mit Mühe drehte er sich auf die andere Seite. Er erschrak nicht, als er in die braunen Augen seiner geheimen Träume blickte.
John seufzte. „Was für ein schöner Traum", sagte er krächzend. Er zog seine Hand unter der Decke hervor und legte sie zärtlich an ihre Wange.
„Dies ist kein Traum und Du hast immer noch Fieber John ", sagte Cameron leise.
Fast unmerklich schüttelte er den Kopf. „Wenn das kein Traum wäre hätte ich nie den Mut Dir zu sagen dass ich Dich liebe", sagte er zwar leise aber nichtsdesdotrotz eindringlich. „Ich wünschte ich hätte es Dir sagen können bevor Cromartie meinen Traum zerplatzen lies, denn es war wie ein Traum von Dir in der Schule angesprochen zu werden".
Cameron schien sprachlos. Sie sagte kein Wort, weil das verantwortliche Programm einfach nicht mit einer entsprechenden Entgegnung aufwarten wollte. Im Gegenteil. Ihr HUD war leer. In dem Moment als John sagte, dass er sie liebt hatten ihre Sekundärsysteme die Arbeit eingestellt.
Johns Augenlieder begannen sich schließlich wieder zu senken. „Bin so müde", sagte er und rutschte näher.
Alles was Cameron zustande brachte war John zu sich heran zu ziehen bis seine Wange an ihrer Brustwölbung oberhalb des BHs lag, dann war John auch schon wieder eingeschlafen.
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Als John das nächste mal erwachte sah er lila Spitze und zartbraune, gewölbte Haut vor sich. Als er den Kopf zurücknahm blickte er in braune Augen, Camerons Augen, die ihn neugierig musterten.
„Was tust Du hier?", fragte er, der entsetzte Unterton nicht zu überhören.
Cameron legte den Kopf schräg was, da ihr Kopf auf dem Kissen lag, annähernd grotesk aussah. „Du hattest hohes Fieber. Da die Heizung in diesem Haus nicht funktioniert benötigtest Du zusätzliche Körperwärme".
„Und da bist Du einfach halbnackt zu mir unter die Decke gekrochen?" Nun hatte er leichte Verärgerung in der Stimme.
Cameron sah ihn sekundenlang an. Sie hatte ihn gescannt und seine Körpertemperatur war noch immer erhöht aber akzeptabel. Als er nun aber Verärgerung zeigte gingen erneut ihre sekundären Systeme offline.
„Ich werde jetzt gehen", sagte sie mehr oder weniger emotionslos und schob sich von ihm weg.
„Warte", sagte er schnell. „Ich wollte nicht verärgert klingen aber Du weißt dass das nicht richtig ist dass wir..."
„Ich verstehe, danke für die Erklärung", unterbrach sie ihn. Diesmal klang sie definitiv gekränkt.
„Versteh doch", sagte er drängend. „Wenn Mom und Derek davon erfahren bin ich am Arsch".
Cameron stand in ihrer Unterwäsche neben dem Bett und starrte ihn an. „Danke für die Erklärung".
In diesem Moment erklang ein Räuspern. Johns Kopf ruckte herum, seine Augen wurden groß wie Untertassen.
Kapitel 2
6 Stunden zuvor
Völlig durchnässt waren sie in das kleine Safehouse gekommen. Schon Stunden zuvor hatte John erste Anzeichen von Fieber gezeigt. Nicht nur der wolkenbruchartige Regen war schuld an seinem Zustand, er hatte sich bei der Flucht vom Leuchtturm auch am Boot verletzt.
Die Wunde an seinem Bein hatte sich böse entzündet. Sie hatten ihm Antibiotika gegeben, dass auch gut anschlug allerdings hatte sein Körper, so geschwächt wie er war nicht gut auf den kalten Regen an der Küste reagiert.
Cameron brachte ihn sofort in das einzige Schlafzimmer des kleinen Hauses und begann ihn zu entkleiden.
„Was glaubst Du, was Du da tust", fragte Sarah als sie einige Sekunden später das Zimmer betrat.
Cameron hielt Inne „Ihn entkleiden", war die wie immer kurze und prägnante Antwort des nichtmenschlichen Mitgliedes der kleinen Gruppe.
„Das wirst Du schön bleiben lassen", sagte Sarah energisch, dann drehte sie den Kopf nach hinten. „DEREK!" Schrie sie über ihre Schulter.
Cameron sah mit ausgestreckten Armen auf John hinab, bevor sie sich aufrichtete und zurücktrat.
„Was ist denn?" Kam Derek angehetzt. Er wusste, wenn Sarah laut wurde musste man sich beeilen.
„Zieh ihn aus!" Befahl Johns Mutter
Derek blickte an Sarahs Arm entlang auf das Bett, auf das ihr Zeigefinger deutete. „Was ich", fragte er verwirrt. Soll die Maschine das machen".
Sarah warf ihm ihren -verarscht Du mich- Blick zu.
Derek sah in ihre Augen und beeilte sich dann ins Zimmer zum Bett zu kommen.
„Und zieh ihm eine frische Shorts und ein Shirt an". Sarah sah zu Cameron. „Zinnmann, raus hier bis Derek fertig ist.
Cameron, die John nicht aus den Augen gelassen hatte sah zu Sarah. „Ich verstehe nicht. Ich habe John bereits zuvor nackt gesehen":
Sarah verdrehte die Augen. Sie sah nicht ein mit der Maschine zu diskutieren. „Du kommst mit, ich brauch Deine Hilfe".
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Derek hatte John gerade die Shorts übergestreift als Cameron zurückkam, einen der alten schweren Sessel aus dem Wohnzimmer mit ausgestreckten Armen vor sich hertragend.
Sarah kam gleich nach Cameron ins Zimmer und sah ihr zu, wie sie gleich darauf den Raum wieder verlies.
„Was hast Du vor?" Fragte Derek, der Mühe hatte John ein frisches Shirt anzuziehen.
Bevor Sarah antwortete sah sie zur Tür, wo gerade Cameron mit dem zweiten Sessel auftauchte. Sie stellte ihn vor den anderen.
Sarah sah nun kurz wieder zu John, dann zu Derek. „Ich werde auf den Sesseln schlafen, Du kannst die Couch nebenan haben".
Derek brauchte einige Sekunden um sich zu vergegenwärtigen, dass das kleine Haus nur ein Schlafzimmer hatte und dass John im einzigen Bett lag.
„Die Heizungsanlage ist defekt", sagte in diesem Moment Cameron, die als nächsten Auftrag von Sarah aufgetragen bekommen hatte die Heizung einzuschalten.
„Reparabel?"
„Der Wasserbehälter ist durchoxydiert. Eine Reparatur, ohne Austausch der gesamten Anlage, dürfte unmöglich sein".
In genau diesen Moment begann John zu zittern. Sie hörten förmlich seine Zähne aufeinanderklappern.
Sarah ging zum Bett und fasste an Johns Stirn. „Er hat noch immer Fieber", sagte sie besorgt.
Cameron schob Derek aus dem Weg und fasste selbst an Johns Stirn. Dann sah sie einen Augenblick nachdenklich auf ihn hinab, während Derek zu Sarah ging.
„Was machen wir, wenn es ihm morgen schlechter geht?" Fragte Derek leise.
Sarah starrte auf ihren Sohn hinab. „Ich weiß es nicht", entgegnete sie nachdenklich. „Notfalls...". Ihre Augen wurden groß. Sie hatte aus den Augenwinkeln heraus etwas wahrgenommen. „... was zum Teufel tust Du!" Rief sie gepresst.
Ohne in ihrer Tätigkeit inne zu halten fuhr Cameron fort sich zu entkleiden. „John benötigt zusätzliche Wärme. Die einzige Möglichkeit wäre, wenn einer von uns seine Körperwärme mit ihm teilt. Ich bin die beste Wahl, da ich meine Körpertemperatur kontrollieren und gleichzeitig Johns Gesundheitszustand überwachen kann".
Bevor Sarah oder Derek protestieren konnten kletterte Cameron in Panty und BH ins Bett und schob sich von hinten gegen John. Einen Arm unter seinem Hals durchschiebend legte sie den anderen um seine Brust.
Kapitel 3
Gegenwart:
„Mom!"
Sarah hatte sich auf einen Arm gestützt und geräuspert.
„Was tust Du hier? Da da das... das ist ni nicht wonach es aussieht!" Stotterte er rotwerdend.
Sarah lies ihren Sohn einige Sekunden lang wortlos schmoren. „Na das hoffe ich doch", sagte sie schließlich mit funkelndem Blick.
John musste heftig schlucken. „Cameron...", sagte er nervös. „...steh da nicht so halbnackt rum".
„Cameron", sagte Johns Mutter, als diese zu ihrer Kleidung griff.
Cameron hielt inne und sah zu ihr, bewegungslos.
Sarah verdrehte die Augen. „So hat er das nicht gemeint", sagte sie mit ironischem Unterton.
Cameron richtete sich auf und rief Johns Worte aus ihrem Speicher ab. Den Kopf schräg legend versuchte sie den Sinn, den Sarah angesprochen hatte zu erfassen. Schließlich trat sie in Aktion. Sie griff mit beiden Händen Hinter sich an den Verschluss des BH, öffnete ihn und streifte ihn über ihre Schultern ab.
Sarah hatte sich auf John konzentriert und sah erst wieder zu Cameron als sie einen schockierten Ausdruck Johns, gefolgt vom Wegdrehen seines Kopfes wahrnahm. „Cameron!"
Erneut hielt die Angesprochene inne, die Daumen bereits in die Seiten ihres Panty gehakt. Sie legte den Kopf schräg und sah Sarah fragend an.
Sarah legte eine Hand vor die Augen und schüttelte verzweifelt den Kopf. Dann wischte sie sich mit der Hand nach unten über den Mund bevor sie auf den fragenden Blick des Cyborgs reagierte. „Er möchte, dass Du zurück unter seine Decke kommst".
„Mom!" Rief John und vermied es zu Cameron zu sehen, die nur eine Sekunde benötigt hatte, um Sarahs Worte zu verarbeiten.
Mit großen Augen starrte John auf seine Mom, die ein etwas sadistisches Grinsen in den Mundwinkeln hatte.
Cameron hatte ihren warmen, nun oben herum völlig unbekleideten Körper wieder gegen Johns Seite geschoben.
Er war natürlich starr vor Schock.
Sarah hingegen hatte jetzt ein volles Grinsen im Gesicht und erhob sich. Sie ging zum Bett und setzte sich neben ihren Sohn.
John vermied es immer noch zu Cameron zu sehen. „Mom, was soll das?"
Die Angesprochene lächelte ihren Sohn jetzt an. „Ich kann nicht behaupten, dass mir das gefällt...".
„Aber warum...?"
„Lass mich ausreden", unterbrach Sie energisch.
Johns Mund klappte mit einem vernehmlichen Geräusch zu.
Sarah sah kurz nach unten auf ihre Hände als müsste sie ihre Gedanken sammeln. Dann richtete sie ihren Blick auf Cameron die wiederum John anstarrte. „Nach dem, was Du letzte Nacht gesagt hast, hast Du kein Recht sie einfach wegzuschicken".
Johns Augen waren aufgerissen. „Dann...dann war das kein Traum?"
Sarah seufzte dann schüttelte sie den Kopf und sah aus dem Fenster. „Das war ein längst fälliges Geständnis". Nun sah sie wieder zu ihrem Sohn. „Du kannst mir nichts vormachen. Dass Du in Cameron verliebt bist war nicht schwer zu bemerken, insbesondere nach Riley. Dass Du... dass Du sie aber von Herzen liebst..."
„Du bist nicht wütend?" Fragte John verwirrt. „Sie ist eine Maschine und hat keine Gefühle", sagte er leise. „Und doch...". Er verstummte rot werdend.
„Wütend?" Fragte Sarah nachdenklich. Schließlich schüttelte sie den Kopf. „Was Camerons nicht existente Gefühle betrifft...". Sarah verstummte nachdenklich.
Sarah erinnerte sich an Johns fieberbedingtes Liebesgeständnis der letzten Nacht. Ihr war sofort klar geworden, dass sie dem einen Riegel vorschieben musste.
Was sie aber dann sah machte sie sehr nachdenklich und lies sie sehr lange nicht zur Ruhe kommen.
Nachdem John an ihrer Brust eingeschlafen war hob Cameron die Hand und fasste an ihre Wange. Eindeutig verwirrt sah sie dann mit großen Augen zu Sarah.
Was Sarah dann im Mondlicht sah waren Tränen, die die Wange der Maschine herabliefen.
Nach diesen Erinnerungen sah Sarah erneut in Johns Augen. „Was ihre Gefühle betrifft bin ich mir da nicht mehr so sicher".
John starrte sie verwirrt an. „Wie meinst Du das?"
Sarah sah ihn an, schüttelte dann den Kopf. „Ich hab ehrlich keine Ahnung".
Zu Johns Verwunderung streckte Sarah die Hand aus und strich eine Haarsträhne aus dem Gesicht des Cyborgs, der die Unterhaltung stumm beobachtet hatte.
„Ich weiß es wirklich nicht aber ich möchte, dass Du in Betracht ziehst, dass sie möglicherweise doch Gefühle hat.
John starrte sie einige Sekunden an. Dann schüttelte er den Kopf. „Hat sie nicht, das hat sie mir selbst gesagt".
Sarah schüttelte mitleidig den Kopf. Erneut dachte sie an letzte Nacht. „Hast Du schon mal daran gedacht, dass sie es gar nicht weiß? Dass sie es nicht versteht?"
John drehte den Kopf und sah in Camerons Augen. Er versuchte zu ergründen, ob hinter diesen braunen Seen irgendwo der Funke eines Gefühls, eine Seele verborgen war.
Sarah legte eine Hand auf seinen Arm. „Versucht zusammen zu ergründen was da in ihrem Chip vor sich geht. Sarah erhob sich und wollte gehen, stoppte dann aber nochmals und sah zurück. „Aber John...".
John drehte den Kopf und sah fragend zu seiner Mutter hoch.
Sarahs weicher Blick wurde ernst. „Falls da Nichts ist und Du missbrauchst sie...".
John hob die Augenbrauen und sah wie Sarah den Türknauf ergriff und die Tür langsam hinter sich her zuzog.
„...kastriere ich Dich".
(ENDE)
