Und Chapter 37. Mensch, war das merkwürdig zu schreiben! Da sind Szenen umgeschmissen und verschoben worden bis zum geht nicht mehr. Ich hab glaub ich in diesem Kapitel öfterer copy und paste verwendet als in jedem anderen Kapitel. Das halbe Kapitel war so nicht geplant, aber passierte oft, auch in Black Heart und BtF. Das kommt dann, wenn man Musik hört und plötzlich läuft etwas, worin man total versinkt und dann strömen die Gedanken wild umher und man fängt an so was zu schreiben. Nun war das natürlich so nicht geplant und ich muss mal guggen, ob ich es so weiterführen kann und zurück zu dem finde, was danach ursprünglich kommen sollte. Na, viel Spaß trotzdem. Ich werd mich mal weiter wieder in mein Mathezeugs vertiefen. Baba!

Reviews:


Mannequin: Halli Hallö =)

Und wie gut kommst du mit Chains of Xerchia zurecht? +lach+ Jiah, normalerweise update ich nie gegen Mittags, aber da hat es irgendwie gepasst. Ah, okay XD Mit der Frage wollte ich vor allen Dingen Lesern wie euch schützen, die die FF nun doch schon ne Weile lang mitverfolgen. Es ist ja immer etwas blöd, wenn man eine FF verfolgt und plötzlich reißt sie mitten drin ab. Und ich hab schon zwei mal abgerissen ohne es beabsichtigt zu haben. So hätte ich euch sonst ein vorzeitiges Ende präsentiert, weil ich selber auch nicht weiß, wie viel Zeit ihr überhaupt noch habt.

Ich lese teilweise auch noch Detective Conan, das ist ein Manga und auch ein Anime. Ich hab das vor einigen Jahren mal entdeckt und fand das süß, aber brach irgendwie in Deutschland ab und hab das dann aus den Augen verloren. Habs vor einiger Zeit wieder entdeckt und dacht mir: Woat? Das geht in Japan weiter und der Detektiv ist noch immer ein Kind Öö Und ein Ende ist noch nicht in Sicht und jetzt hab ich eher Angst, dass er irgendwann einfach so aufhört und untertaucht, weil er kein Ende machen will oder kann.

Hui, Glückwunsch! Ist das die Stelle, wo du auch schon das Praktikum gemacht hast? Und wie war dein erster Tag so? Das ist echt super zum rein finden =) Ich wollt auch in einem Jahr dann mit nem Werkstudentenjob oder nem Praktikum in der Firma starten, um langsam wieder in nen Vollzeitjob reinzufinden. +g+ Glück für mich ^^ Ich würd's aber verstehen, wenn du keine Zeit mehr findest, die FF zu lesen. Ich hatte immerhin damals keine Zeit mehr, die FF zu schreiben =.="

Irgendwie find ich deine Großeltern total niedlich ^^ Ich muss sagen, ich bin zu nem Teil genau so. Ich hab ein paar superliebe und enge Freunde in ganz Deutschland verteilt und immer wenn ich sie besuchen fahre, kann ich nächtelang vorher nicht schlafen und plan auch alles mögliche und wenn sie zu mir kommen ist es noch übler, weil ich wie ne irre plane bis zum geht nicht mehr. Wenn ich also jetzt schon so bin, will ich nicht wissen, wie ich in 10 Jahren sein werde Öö

+g+ Echt jetzt? Fremdschämen? XD Gut, so schlimm war es bei mir noch nicht. Ich hatte nur keine Verbindung gesehen. Ich mein, bei Ron und Hermine wars niedlich, bei Harry und Hermine waren die Szenen auch niedlich, sogar bei Cho und Harry fand ich die Szenen niedlich ^^ Aber bei Ginny und Harry... hab ich einfach gar nichts gefühlt. Vll. Passt auch einfach die Darstellerin nicht. Keine Ahnung.

Hehe, ja, ich kenne Star Wars. Mag zwar die älteren lieber, weil ich Harrison Ford ganz gerne mochte, aber die neuen fand ich eigentlich auch ganz gut, weil ich Ewan McGregor mag. Und hm... Ich glaub, an sich fand ich die Story gut und ich mochte auch Hayden Christensen und seine Rolle. Ich hätte mir vll. Nur ein paar Änderungen gewünscht, weil ich so den dritten Teil irgendwie nicht so gerne mochte. Vll. Hätte ich es besser gefunden, wenn er nicht all die kleinen Kinder Jedi Ritter getötet hätte. So gab es dem Film irgendwie noch mal eine Spur Grausamkeit, auf die ich gerne verzichtet hätte und die Endszene fand ich auch irgendwie merkwürdig. Als Darth Vadar nach Padme gefragt hat. Ich glaube, es wäre für mich „passender" gewesen, wenn Anakin, bevor er zu Darth Vadar wurde, nach Padme gefragt hätte oder wenn sie in seinen Armen gestorben wäre.

Hassen tu ich ihn nicht, dafür kann ich ihn glaub ich zu gut verstehen. Er hatte es ja auch alles andere als leicht in seinem Leben. =/

Yeps =) Ich hab in den FF's, die ich früher gelesen habe, auch immer die Lilli und James Szenen geliebt. Für mich waren sie einfach ein unglaubliches Pärchen mit so viel Funken =) Vielleicht ist es ganz gut, dass Rowling nie ein Buch über sie geschrieben hat. Wer weiß, inwiefern es meine Welt erschüttert hätte, weil ich einfach schon ein Bild der beiden in mir drin habe. Deswegen les ich mittlerweile auch keine anderen FF's mehr.

Ich hab Anna mal den „Weg hinaus" ein wenig erklären lassen in diesem Kapitel ^^

Graphikprogrammierung geht eigentlich =) Ich lern da Schatten setzen und in 3D zu programmieren. Bis jetzt ist es noch am Anfang, aber mal sehen wie es später so wird. Und noch geht alles im Studium.

Thx für's liebe Review =) Wao! Meine Antwort ist fast ne ganze Seite Öö

Liebe Grüßle


anonym: Hallöle =)

Thx =) Aber … bedeutet bei mir meistens so ein „denke ich... aber wer weiß... wer weiß... wer weiß..." ^^ bzw. ich benutze …. immer als ein Zeichen, dass ich doch meine Zweifel habe.

Es gibt 2 Sachen, die ich in James und Lilli FF's immer gern gelesen hatte. Einmal war das über die Freundschaft von Sirius und James und einmal über die Liebe von James und Lilli. Ich glaub, ich bin einfach irgendwo auf James fixiert, weswegen ich meistens die anderen Dinge von Lilli und ihren Freundinnen oder Sirius und seinen Freundinnen eher ignoriert habe. Ich glaub, in BtF merkt man vor allen Dingen meine Fixierung auf James. Ich hab das bei Black Heart ein wenig zurückgenommen, aber oftmals kann ich doch nicht andere ^^ James gehört einfach mein Herz in den FF's. Auch wenn er in den HP-Büchern teilweise nicht mehr so gut dargestellt wird oder viele sagen, dass er eigentlich ein Arschloch war. Ich finde es nach wie vor nicht und vertrete auch weiterhin diese Meinung.

Das Ereignis des Wunschzaubers hatte ich sogar schon geschrieben, aber mir gefällt da einiges noch nicht, weshalb ich es erst mal aufgeschoben habe. James... hm... Ich will nicht spoilern, hehe und zudem will ich mir glaub ich den anderen Weg nicht verbauen. Die FF könnte jetzt in zwei Richtungen gehen und ich bin noch unentschlossen, welche Richtung ich wähle.

Thx fürs Review. Liebe Grüßle =)


Chapter 37 – Dive for the sparkle of light II

Die Woche verging, doch James Zustand änderte sich nicht. Er vergrub sich weiterhin in seinem Zimmer und verließ auch das Haus nicht. Er wusste nicht, ob seine Freunde absichtlich dafür gesorgt hatten, dass ihn keiner außer ihnen selbst besuchte, aber er war froh um diese Abschirmung. Er wollte niemanden sehen und schon gar nicht sprechen. Peter und Remus waren einmal zu Beginn der Woche da gewesen, doch James hatte nicht wirklich mit ihnen geredet. Er war still sitzen geblieben und hatte nach einer kurzen gemurmelten Begrüßung den Boden anzustarren begonnen. Er hatte auf ihre Fragen ab und zu genickt, doch das war es auch schon. Die Wunde an seinem Bauch heilte, wenn auch langsam. Stradford war einige Male gekommen, um den Fortschritt der Heilung zu begutachten und ihm hin und wieder neue Medikamente zu verabreichen.

James wurde von jeglichen Aktivitäten im Orden freigestellt. Lilli und Alice durften aufgrund ihrer Schwangerschaft ebenfalls Heimarbeit erledigen. Die anderen mussten zurück an ihre Arbeit, obgleich sich Sirius mit Händen und Füßen wehrte. Dabei brachte es auch nichts, dass Anna, Lilli und Remus versuchten auf ihn einzureden.

Er ging sogar soweit mit seinem Austritt aus dem Orden zu drohen und das war James nicht entgangen. Er hatte ihren lautstarken Streit auf der Terrasse mitbekommen, weil sie nicht im Haus streiten wollten aus Angst, er könnte vorbei kommen und aus Versehen zuhören. Dass er von seinem Zimmer aus bei offenem Fenster alles Gesprochene auf der Terrasse auch ungewollt hören könnte schien ihnen allerdings keine einzige Sekunde durch den Kopf gegangen zu sein, denn sie stritten munter weiter.

„Das ist doch Schwachsinn!" donnerte Sirius aufgebracht.

„Diana hat uns geholfen!" brüllte Anna verständnislos zurück. „Das mindeste was wir nun tun können ist ihre Mutter zu befreien!"

„Das tut ihr doch auch? Was bringt es, wenn einer mehr im Nirgendwo sucht, nur weil man glaubt, dass sie da sein könnte?"

Sicherheit, das bringt es!"

„McKinnon wäre bereit dahin zu gehen. Dann hast du deine Sicherheit."

„Marlene kann erst nach ihrem Auftrag dahin und das zögert das alles mindestens eine Woche hinaus. Eine Woche zu viel. Sirius, die Königin der Phowlyris könnte jeden Moment sterben."

„Mein bester Freund auch!"

„Sirius!"

„Er ist doch nur noch ein Schatten seiner selbst, An! Lilli kann nicht alleine auf ihn aufpassen und wenn Voldemort einfällt, dann würde er ihm auch noch seinen Igelkopf hinstrecken, damit er ihn endlich abhackt! Entschuldige mich also wenn das Leben meines besten Freundes, der mir mehr als einmal den Arsch gerettet hat, wichtiger ist als das der Mutter einer Frau, die bereits zwei mal fast unser aller Leben auf dem Gewissen gehabt hätte!"

„Wie kannst du so nachtragend sein, Sirius?" sagte Lilli unfassbar über seine Worte und hatte damit vor Anna gesprochen. „Diana hat Fehler gemacht, aber sie versucht sie wiedergutzumachen und du legst ihr unnötig Steine in den Weg."

„Vielleicht macht ihr es ihr ein wenig zu einfach?" schlug er gereizt vor. Anna und Lilli hatten sich einen merkwürdigen Blick zugeworfen, der ihm offenbar zum nachdenken brachte, denn schon im nächsten Moment schüttelte Sirius den Kopf und sein Ausdruck hatte die Wut von eben verloren. „Hört zu," sagte er sanfter. „Ich weiß was ihr sagen wollt und mir tut es leid um ihre Mutter, okay? Unter anderem Umständen wäre ich gegangen, aber Prongs ist mir wichtiger. Hier gibt es für mich kein zögern bei einer Entscheidung."

Damit ließ er die Gruppe stehen und ging ins Haus zurück. Anna, Lilli und Remus hatten einander angesehen und jeder von ihnen hatte ein anderen Ausdruck im Gesicht. Anna war verständnislos, Lilli aufgebracht und Remus traurig.

„Er hat Recht," sagte Remus schließlich, woraufhin die beiden Frauen ihn verwirrt ansahen. Dass er Partei für seinen besten Freund ergriff war das Letzte womit sie gerechnet hatten.

„Diana und Padfoot sind nicht gerade die besten Freunde und irgendetwas sagt mir, dass sie niemals großartige Freunde werden. Er ist nun mal wie er ist. Und ehrlich gesagt, ich habe auch so schon ein schlechtes Gewissen zu gehen, weil es sich wirklich anfühlt als ob ich James im Stich lasse."

„Das ist doch Unsinn," sagte Anna sofort. „James ist nicht alleine. Lilli ist hier und sein Zustand bessert sich nicht von heute auf morgen. Keiner von euch lässt ihn im Stich, wenn ihr die Aufträge des Ordens ausführt."

„Es fühlt sich aber so an," gestand er leise. Lilli lächelte ihn an und stimmte ihrer Freundin zu.

„Muss es nicht. Hilf Diana und bring ihre Mutter heil zurück."

Sie hatte ihm liebevoll in den Arm gedrückt, bevor sie Sirius ins Haus hinein folgte. Remus aber war stehen geblieben und hatte tief geseufzt, was Anna dazu brachte ihn skeptisch anzusehen.

„Hast du noch etwas auf dem Herzen?" fragte sie vorsichtig. Obwohl ihre Stimmen leiser geworden waren, konnte James ihre Unterhaltung noch sehr gut hören. Er saß nach wie vor barfuß auf dem kalten Boden unter dem Fenster, die Knie an seine Brust gezogen und seine Arme auf ihnen lehnend. Seine Augen starrten die Leere vor sich an und hatten die ganze Zeit versucht etwas zu fixieren und nichts zu denken, doch der Streit seiner Freunde ging nicht an ihm vorbei. Es stach ihm ins Herz.

„Anna... Ich will Diana helfen. Das will ich wirklich, aber... ich glaube, ich wäre beruhigter, wenn Sirius wirklich hier bleibt."

„..."

Remus zuckte den Mundwinkel, denn auf gewisse Weise war es ihm peinlich das zuzugeben.

„So, weiß ich wenigstens, dass wenn ich zurückkomme James noch hier ist und sich nicht... du weißt schon..."

Sie sah ihn verständnisvoll an und hatte traurig ins Haus hineingesehen, wo Lilli nach wie vor zu versuchen schien Sirius ins Gewissen zu reden. Das Wetter war so düster, der Schnee war nicht mehr weiß und fest, sondern lag grob als dreckiger Matsch herum. Der Himmel war verdeckt mit dunklen Wolken und immer wieder wehte ein eisiger Wind an ihnen vorbei. Alles wirkte in der Tat alles andere als friedlich und zuversichtlich und Remus folgenden Worte machten die Lage fast noch schlimmer.

„Ist das der Anfang vom Ende, Anna? Es... es fühlt sich nämlich so an. Gideon meinte, dass sie ihren Auftrag nicht erledigen konnten, weil Lestrange ihnen zuvor kam. Hätten sie sich nicht zurückgezogen, wären sie jetzt tot. Dädalus Diggel wäre ebenfalls beinahe bei seiner Mission getötet worden. Dies ist alles so so haarscharf... Dearborn ist wahrscheinlich tot und Benjy ist definitiv tot. Nun das mit James... Ist er der Nächste?"

Anna wollte nein sagen und ihn beruhigen, sagen, dass solange sie kämpfen, sie es überstehen würden und am Ende auch gewinnen, denn sie hatten Dumbledore an ihrer Seite. Doch die Wahrheit sah anders aus. Mit James' Zustand war wohl in ihnen allen eine gewisse Trübseligkeit hereingebrochen. Durch ihre eigene Vergangenheit lag außerdem auf der Hand, dass Dumbledore zwar ein großer und mächtiger Zauberer war, doch auch er konnte keine Wunder vollbringen und schon gar nicht konnte er gewisse Gräueltaten und Geschehnisse verhindern.

Sie drückte Remus Mut machend den Arm und lächelte sanft.

„Viel Erfolg," sagte sie leise und ging dann ebenfalls ins Haus hinein.


Nun das mit James... Ist er der nächste?

Die Worte seines Freundes hallten in James Gedanken wider und plötzlich lehnte er seinen Kopf schwermütig an die Wand und starrte die Decke über sich an. Er verfolgte seinen eigenen Atem, das Klopfen seines Herzens und fragte sich wie lang er dieses Spiel treiben könnte ohne doch noch verrückt zu werden.

„James," hörte er Lilli's Stimme besorgt. Er hatte nicht mal gehört, dass sie sein Zimmer betreten hatte. Sie setzte sich zu ihm auf dem Boden, obgleich er eisig kalt gewesen war. James selber spürte dies schon gar nicht mehr und hatte dies nur gesehen, weil Lilli zu zittern begann. Er wandte ihr seinen tief traurigen Blick zu.

„Lil..." begann er leise. Seine Stimme erschreckte sie, denn so gebrochen und verloren, so hatte sie ihn noch nie erlebt. Nein, nicht noch nie. Einmal... vor beinahe 8 Jahren, als sie ihn im St. Mungo begegnet war. Und genau so wie damals sahen seine Augen auch dieses Mal aus, als ob die Welt sie im Stich gelassen und verraten hätte. Aufs Neue hatte sie seine Hand genommen und ihre Finger zwischen seinen verhakt und auch dieses Mal wollte sie ihn weiter liebevoll mit all der Kraft, die sie besaß, ansehen und zeigen, dass er nicht alleine war. Wieso nur waren seine Augen weiterhin so trüb? Warum gewannen sie ihren früheren warmen Glanz nicht wieder zurück? Was sollte sie denn noch alles tun, um diese Dunkelheit dazu zu bringen, ihn endlich in Frieden zu lassen?

„Tut mir leid," flüsterte sie leise nachdem er nichts weiter getan hatte, außer sie anzusehen. Es war für sie bereits ein Fortschritt gewesen, dass er zumindest den Blickkontakt mit ihr nicht mehr mied, denn es hieß, dass er es zuließ, dass sie sich bei ihm befand.

„Was tut dir leid?" flüsterte er leise traurig zurück.

„Ich hätte warten sollen, um dir das mit deinem Großvater zu erzählen. Ich hab dir damit noch mehr weh getan."

Er schwieg für einen Moment und in diesem Augenblick keimte in ihr ein inniges Verlangen auf. Sie musste nur tief in seine Augen blicken, um zu spüren, wie sehr sie sich nach ihm sehnte, nach seiner zärtlichen Berührung, seiner Liebe, aber in diesem Zustand ließ er es nichts von alle dem zu und diese Ablehnung schmerzte mehr als jeder Fluch, den sie bisher ertragen hatte. Selbst der Cruciatus Fluch kam nicht an diese Qualen des Feuers heran, welches gerade in ihrem Herzen loderte.

„Nein," sagte er schließlich kaum hörbar. „Du hast schon das Richtige getan..."

Er unterbrach den Blickkontakt und wandte sich wieder dem kalten Boden zu. Es war nicht so, dass er sie anlog. Seine Worte waren absolut ernst gemeint, aber James schämte sich für seine Gefühle, die in diesem Moment hochkamen und in seinen Augen erkennbar sein würden. Er wollte nicht wütend und frustriert sein, aber er war es. Er war wütend auf seinen Großvater, weil er ihm dieses Leben auferlegt hatte und dann einfach starb und ihn damit allein ließ. Und er war frustriert, weil er kämpfen wollte und eigentlich wusste, was das Richtige war und was er tun sollte, aber es irgendwie einfach nicht konnte. Sein Körper, sein Herz und seine Seele wollten nicht mehr.


Lilli saß auf der Schaukel auf der Terrasse und blickte gedankenverloren in die Ferne, während der Kaffee in ihrer Hand sanft vor sich hindampfte. Anna hatte sie da besorgt entdeckt und war nach einigem Zögern zu ihr hinausgeschritten, um sich zu ihr dazuzusetzen.

„Alles okay?" fragte sie sanft. Lilli legte die Tasse weg und schüttelte nachdenklich den Kopf.

„Ich kann ihn nicht erreichen, An. Egal, was ich tue... Manchmal habe ich ihn für eine Sekunde und im nächsten Moment wird er mir wieder aus den Armen gerissen. Ich weiß nicht wie lang ich es noch ertrage, ihn in diesem Zustand zu sehen ohne auszuflippen."

„Ja, ich auch," sagte sie verständnisvoll, bevor sie Stirn runzelnd James beobachtete, der weit von den beiden Mädels entfernt mitten auf der Wiese stand und einfach nur in die Ferne blickte.

„Es ist einfach nur... schwer... Ich will ihm helfen..."

„Das wollen wir alle," sagte Anna leise. „James war schon immer derjenige, den wir alle beschützen und in Watte einpacken wollten."

Auf diesen Satz hin blickte sie verwirrt auf, doch ihre Freundin hatte einfach nur amüsiert geschmunzelt.

„Er ist nach wie vor der Jüngste von uns allen. Ich weiß, dass Sirius und Remus schon immer schützend eine Hand über ihn legten, ganz zu schweigen von seinen Eltern, seinen Paten, seinen Großeltern, Patty, sogar Melissa!" zählte sie etwas überrascht mit auf. „Egal, wie sehr sie mit ihm gespielt hat, sie hat ihn auch beschützt. Dumbledore, das sieht ein Blinder mit Krückstock, du und Ich natürlich, auf eine sadistische Art... sogar Voldemort."

„Voldemort? Das kannst du nicht ernst meinen! Er foltert und quält ihn! Er verfolgt ihn und er bedroht ihn!" sagte Lilli aufgebracht.

„Ich weiß," sagte die junge Hexe sanft. Sie hatte weder ihre Stimme erhoben, wie ihre Freundin es tat, noch hatte sie sie in ihrer Wut unterbrochen. Jeder gesunde Menschenverstand hätte nachvollziehen können, warum Lilli so reagierte und Anna fand es dumm von sich selbst, dass sie sogar dazu im Stande war Voldemort zu verstehen.

„Dennoch.. Er hatte seinen Leuten klare Anweisung gegeben, dass James nicht getötet werden darf und irgendetwas sagt mir, dass er stets einen Weg gefunden hätte, rechtzeitig aufzukreuzen, um seine Todesser daran zu hindern, James zu killen, gerade weil er ihn lebend wollte. Ich glaube, dass das auch ein Grund dafür sein könnte, warum etwas in James nach wie vor Voldemort's Seite wählen möchte."

„..."

„Auf eine... wirklich... sehr... perfide Art und Weise kann Voldemort James schützen und... wir konnten es nicht."

„... Schützen?" fragte Lilli verständnislos, woraufhin Anna müde ausatmete. Auch diese Reaktion ihrer Freundin war vollkommen nachvollziehbar und so suchte sie nach den passenden Worten, um die Situation zu beschreiben.

„Solange Voldemort James als seine Waffe gesehen hat, hat er ihn auch dementsprechend kostbar behandelt und beschützt."

Eine Erklärung, die Lilli's Herz noch mehr belastete.

„Also sah er ihn als ein Ding an, so wie manche mich in Hogwarts ansahen? Als ein Ding... Beim letzten Aufeinandertreffen, nachdem James sich aus seiner Kontrolle entreißen konnte und ihn angriff, da hat er gesagt, dass es jetzt vorbei wäre und James das noch bereuen würde. Er sagte, James wüsste etwas, was nicht verraten werden durfte und dass er ihn vorher vernichten würde."

Anna nickte verstehend.

„Leider weiß James davon nichts."

„..."

„Dumbledore hat mit ihm gesprochen, aber es hat sich nichts außergewöhnliches ergeben. Was immer es somit ist, was Voldemort glaubt, dass es nicht weitergegeben werden darf, wir wissen es nicht."

Lilli seufzte traurig auf. Alles schien nur schlimmer zu werden, statt sich zu bessern. Sollte die Zeit nicht Wunden heilen, statt neue aufzureißen?

„Glaubst du... er wird gehen? Ich meine... den Ausweg nehmen, den Albus ihm angeboten hat..." fragte sie ihre Freundin leise.

„Ich glaube, dass Dumbledore, so wie wir auch, hofft, dass James nicht gehen wird. Das Überleben unserer Seite hängt von Gryffindor's Magie ab und Dumbledore weiß das."

„Warum hat er ihm das dann angeboten?"

„Keine Ahnung... Um seine Seele zu entlasten? Wenn wir wissen, dass es einen Ausweg gäbe, sehen wir die Dinge anders und die Dunkelheit ist nicht mehr ganz so dunkel."

„... Anna? Was ist das für ein Ausweg?"

Die Freundin pustete kurz heiße Luft zwischen ihren geschlossenen Lippen hervor, bevor sie eine Grimasse zog.

„Es ist ein sehr mächtiger Zauber, den so gut wie kaum jemand beherrscht. Dumbledore tut es wohl oder es ist sehr fies jemanden etwas anzubieten, was man am Ende nicht erfüllen kann. Richtig angewandt bewirkt er im Grunde genommen, dass die Person sein gesamtes Leben vergisst und ein Neues hat, obwohl die Dinge in der Erinnerung gar nicht wahr sind. Die Magie sorgt dann dafür, dass er nie wieder mit seinem alten Leben in Berührung kommt und ihn auch keiner aus seinem alten Leben wiederfindet. Was die Magie jedoch nicht beeinflussen kann, ist das Herz. Man mag keine Erinnerungen mehr haben, aber dein Herz fühlt weiter. Erinnerungen können aus dem Gehirn gelöscht werden, nicht aber aus dem Herz. In James' Fall... wäre es vielleicht sogar ein Segen. Er hat weiß Merlin bereits genug durchgemacht."

Lilli schluckte bedrückt. Es war so selbstsüchtig gewesen, dass sie wollte, dass er bei ihr blieb, trotz all der Seelenqualen, die er durchlitten hatte und immer in sich tragen würde. Doch sie konnte sich ein Leben ohne ihn einfach nicht vorstellen, noch glaubte sie, dass sie ohne ihn jemals wieder lachen würde. Ihre Hand wanderte zu ihrem Bauch und innerlich flehte sie, dass er sich für sie und ihr gemeinsames Baby entscheiden würde, damit sie alle drei glücklich sein konnten. Anna schien ihre Gedanken gehört zu haben, denn sie hatte ihr plötzlich die Hand gedrückt.

„James wird das Richtige tun... so wie du auch."


Gegen Ende der Woche war Stradford ins Potter Haus gekommen, um sich James' Wunde anzusehen und hatte erfreut festgestellt, dass die Heilung außerplanmäßig gut verlief. Sie legte diesmal nur einen leichteren Verband mit einer Salbe an und packte dann ihre Sachen wieder ein.

„Ich habe dir heute noch mal zur Sicherheit die Wunde mit der Salbe bandagiert, aber wenn du nicht wieder gegen einen Dolch läufst, darfst du den Verband morgen wieder abmachen."

Die Heilerin hatte ihren Patienten amüsiert angesehen, doch James hatte nur sehr leicht den Gesichtsausdruck verändert, woraufhin Stradford augenblicklich wieder strenger wurde und ihn besorgt musterte.

„Als deine Heilerin, weiß ich wie es um deinen körperlichen Zustand steht, nicht aber dir selbst. Möchtest du darüber reden?"

James hatte nicht wirklich zu ihr rübergesehen, stattdessen knöpfte er sein Hemd langsam zu.

„Hab ich je über etwas reden wollen?" sagte er schließlich leise. Stradford wirkte traurig, nickte jedoch verstehend. So wie heute hatte er sich auch 8 Jahre vorher benommen und schon damals konnte sie als Heilerin nichts für ihn tun. So, hoffte sie heute, dass er auch wie damals jemanden fand, den er helfen ließ.

Es klopfte und Lilli steckte vorsichtig ihren Kopf herein.

„Komm herein," sagte die Heilerin und war vom Bett aufgestanden.

„Es sieht gut aus," teilte sie ihr mit, bevor sie sich wieder an ihren Patienten wandte. „Melde dich bei mir, sollte es dir wider erwartend doch schlechter gehen. Ansonsten sehe ich dich in einer Woche wieder."

„Danke, Jeanette."

„Immer gerne, James, Lilli."

Die Heilerin war kaum rausgeschritten, da war Lilli zu James geeilt, der ein wenig verloren mitten im Raum stand. Sie kam einfach nicht umhin Angst zu spüren, wenn sie nicht ganz nah bei ihm sein konnte. Angst, dass er sonst für eine Sekunde glauben könnte, dass sie nicht bei ihm sein wollte.

„Sieht gut aus hört sich gut an, oder?" sagte sie sanft.

„Ja... tut es wohl," stimmte er leise zu und es wirkte alles andere als aufrichtig. Lilli's Herz zerbrach. Je kälter er sich ihr gegenüber benahm, um so größer wurde die Furcht, dass er sich gegen sie entscheiden würde und je stärker wurde das Verlangen, sich in seine Entscheidung einzumischen und sie für ihn zu treffen. Sie seufzte ohne es wirklich beabsichtigt zu haben. Anna und Dumbledore hatten ihr beide oft genug gesagt, dass sie sich zusammenreißen musste, aber es wurde immer schwerer und nun gar langsam unerträglich.

„Es ist nur..." Sie hatte angesetzt, um sich zu rechtfertigen, aber James hatte gesprochen noch bevor sie weiter reden konnte.

„Es hat keinen Sinn,Lils. Ich komm einfach nicht weiter," sagte er mit merkwürdig fremder Stimme. Er wirkte nun weder niedergeschlagen, noch müde, einfach nur gleichgültig. „Mein Kopf ist leer... alles ist einfach weg."

„...Deswegen bleibst du stehen, nicht wahr?" fragte sie sanft. Ihr Herz jedoch blutete bei diesen Worten. James schluckte hart.

„Ich weiß, Padfoot und die anderen wollen nur helfen, aber... es geht nicht. Du bist schwanger... und ich bin nun Voldemort's Feind Nr. 1 auf der Abschussliste. Nichts macht wirklich Sinn..."

Lilli hatte das Gefühl jeden Moment wie eine Statue auf dem Fleck zu gefrieren, als ob sie jeden Moment sterben würde. Sie unterdrückte den Schmerz ein weiteres Mal.

„Dann lass uns den Weg gemeinsam gehen," sagte sie entschlossen und hatte ihre Hand auf seine gelegt, doch hatte sie nur eine Sekunde später wieder gelöst. Sie war so kalt, dass es Lilli erschreckte. War er so kalt? Im Zimmer hatte es eigentlich Raumtemperatur gehabt, aber James Hände fühlten sich eisig an. Er hatte ihr Entsetzen sofort bemerkt und war von ihr weggeschritten.

„Sorry," murmelte er leise und war sich offenbar um seine Wirkung bewusst. Doch Lilli ergriff erneut seine Hand, egal wie kalt sie war und schloss sie dieses Mal in ihren ein. Ihre smaragdgrünen Augen funkelten mit all der Liebe und Fürsorge, die sie für ihn besaß. Der rote Rubin an ihrer Hand funkelte im Schein des Sonnenlichtes, dass sich durch die Wolken gekämpft hatte. Ein Glanz, der ihre Liebe widerspiegelte.

Ein Klopfen hatte die beiden unterbrochen und diesmal hatte Anna ihren Kopf in das Zimmer herein gesteckt. Sie sah beide mit einem beunruhigenden Ausdruck an.

„Hey, sorry, wenn ich euch störe. Lil, kann ich dich für eine Sekunde sprechen?"

„Klar," sagte sie, hatte jedoch ihren Ehemann danach fragend angesehen. James nickte ihr verstehend zu.

„Geh ruhig."

„Ich bin gleich wieder zurück," flüsterte sie mit einem zarten Lächeln und drückte fest seine Hand, bevor sie vor die Tür ging und diese hinter sich schloss.


Im Grunde genommen hatte sich Lilli absolut keine Gedanken gemacht, worüber Anna mit ihr kurz sprechen wollte. Es blieb ihr auch nicht wirklich Zeit dazu sich irgendetwas zu überlegen, denn die Freundin hatte sofort hektisch losgesprochen und sie dabei verzweifelt angesehen.

„Ich hab schlechte Neuigkeiten. Ich weiß, dass es das Letzte ist, was du hören möchtest, aber wir müssen dringend handeln. Du musst dich zusammenreißen, okay?"

Lilli nickte vorsichtig.

„Was ist passiert?"

„Voldemort hat Maria."

Lilli schluckte hart und schritt zur Wand, um sich festhalten zu können. Musste das nun wirklich sein? War das, was die Magie für sie wollte? Diese unfassbar grauenvolle Situation? Die junge Hexe war sprachlos und kämpfte mit ihrer Fassung. Zusammenreißen war nicht mehr möglich.

„Meadows und Maria waren gerade auf ihrem Weg zurück nach London, als sie angegriffen wurden. Meadwos ist in keinem guten Zustand, aber Voldemort hat sie am Leben gelassen, damit sie uns diese Nachricht mitteilen konnte. Er will, dass James sich mit ihm trifft oder er tötet sie auf der Stelle."

„Dann können wir ihn genau so gut selbst töten," sagte Lilli aufgebracht. „Das wäre dann wenigstens humaner. Was will dieses Monster ihm denn noch antun? Er hat ihn doch schon fast -" Sie brach ab, als die ganzen Emotionen in ihr zusammentrafen und kochten. Es dauerte kaum eine Sekunde, da bereute sie ihre Reaktion. Natürlich konnte die Freundin nichts für die Situation, noch hatte sie es verdient die gesamte Wut abzubekommen und so unterdrückte sie die Worte, die ihr unüberlegt rausgerutscht wären.

„Wenn wir James jetzt zu Voldemort schicken, kommt er nicht mehr zurück," sagte sie schließlich gefasst.

„Ich weiß," antwortete Anna leise. Es war wohl das Beschissenste was sie hätte in diesem Moment sagen können, aber ihr fiel nichts anderes ein. Sie standen alle mit dem Rücken zur Wand und vor ihnen lauerte ein düsteres Ende.


Zu entscheiden welches Leben einem wichtiger war, gehörte nicht zu den Dingen, die Lilli in ihrer Freizeit beschäftigte. Es spielte hier keine Rolle, wie gern sie Maria hatte oder was die Aurorin für sie bedeutete, James war alles für Lilli gewesen. Egal worum es ging, sie hätte sich jederzeit ohne zu zögern für sein Leben entschieden.

Genau so jedoch kannte sie James und wusste, dass wenn er entscheiden müsste, jederzeit das Leben seiner Mutter vor das seines Eigenen stellte. Als sie ihm mitteilte, was passiert war, überraschte es sie infolgedessen nicht, wie er darauf reagierte. Die Wunde an seinem Bauch war relativ gut verheilt, doch hatte der Dolch seinen Körper sehr geschwächt und genau so kraftlos fühlte er sich nach wie vor. Dennoch, James nickte verstehend. Er ging einige Schritte zum Schreibtisch, wo sein Zauberstab lag, welchen er seit längerer Zeit nicht mehr angerührt hatte. Noch stand James nur davor und starrte ihn mit merkwürdig leerem Blick an. Lilli war die wenigen Schritte mit ihm mitgegangen und hatte sich so neben dem Tisch hingestellt, dass sie ihn ansehen konnte und er auch sie, wenn er es denn wollte.

„Du musst da nicht hingehen," sagte sie leise in dem Versuch ihn zurückzuhalten. Etwas winzig kleines in ihr hatte gehofft, dass sein Zustand sich auch auf diesen Charakterzug auswirken würde und er sich nicht wieder in Gefahr begab. James atmete tief ein und nahm sein Zauberstab in seine Hand.

„Doch, ich muss," sagte er niedergeschlagen und schloss seine Augen. Sie sah, wie sein Griff um den Zauberstab stärker wurde. Zu stark! Lilli hatte seine Hand mit ihrer ergriffen, damit er ihn nicht noch auseinanderbrach, woraufhin James sie nun erschrocken ansah.

„Tut mir leid," fügte er rasch hinzu und ließ seinen Zauberstab los. Sie legte ihn mit der einen Hand zurück auf den Tisch, während ihre andere James' Hand nicht losgelassen hatte. Sanft zog sie ihn mit sich zum Bett, drückte ihn auf die Matratze nieder und setzte sich eng daneben.

„Du musst das nicht tun und ich meine es wirklich so," flüsterte Lilli sanft mit eindringlichem Blick, doch James schien nervös zu sein.

„Aber ist das nicht der James Potter, in den du dich verliebt hast?"

„Der James Potter, in den ich mich verliebt habe?" wiederholte sie verwirrt. James blickte sie nun melancholisch an und aufs Neue sah sie das kleine versteckte Funkeln hinter der trüben Mauer in seinen Augen. Obwohl er nicht weitersprach, verstand sie seine Worte und lächelte zärtlich.

„Ich liebe alles an dir, James," sagte sie sanft. „Ich liebe... deine stacheligen, unbändigen Haare." Sie strich verliebt mit ihren Fingern über seine Frisur und begann zu grinsen als es an ihren Fingern zu kribbeln begann und sich dieses wunderschöne Gefühl über ihre Haut bis in ihr Herz vor schlang. „Ich liebe es, wie du mich ansiehst, als ob es niemand schöneres gibt..."

„Es gibt niemand schöneres für mich," sagte er leise und ein weiteres Lächeln kroch ihr über die Lippen. Es gab wirklich niemand, der ihr je so wie James das Gefühl gegeben hatte, dass sie das wertvollste auf der Welt für ihn war.

„Lilli, was ist -" Er machte eine kurze Pause, um seinen Mut zusammenzunehmen, bevor er mit schwerer Stimme fortfuhr und seine Augen dabei träge und hoffnungslos in ihre blickten. „Was ist wenn ich nicht mehr der bin, in den du dich verliebt hast?"

„Wie meinst du das?" fragte sie vorsichtig, doch seine Hand hatte sie nicht losgelassen. „James, wir alle verändern uns doch? Natürlich bist du nicht mehr der, der du vor 2 Jahren warst oder der, der du vor 8 Jahren warst. Ich liebe kein Bild von dir. Ich liebe dich. Mit all den kleinen Fehlern, die du glaubst du haben."

Er fühlte ein stechen in seinem Herzen, als sie dies sprach. Ihre Worte... Wusste sie überhaupt, worauf er hinaus wollte? Er bezweifelte es.

„Was ist, wenn irgendetwas in mir tatsächlich -" Er stoppte und starrte wieder auf den Boden. „Ich sage immer, dass ich die dunklen Künste verachte und niemals benutzen würde. Aber Anna konnte mir damals damit helfen und Gryffindor's Magie in mir war lange Zeit Dark Breath. Magie, angetrieben von den dunklen Künsten. und Voldemort hat es zweimal geschafft komplette Kontrolle über mich zu erlangen. Vielleicht bin ich nicht so weiß-magisch, wie ich gerne glauben möchte... Oder du glauben möchtest?"

„Doch, das bist du," sagte Lilli entschlossen. James wandte sich ihr wieder zu und verwirrt stellte er fest was für eine Stärke in den vertrauten Augen seiner Frau leuchteten. Er wusste, dass sie stark war, aber zum ersten Mal sah er in diesem Moment, wie sehr sie es tatsächlich sein konnte. Dieser standhafte, intensive Blick, der einfach keine Wiederworte an ihrer Meinung mehr zuließ, war umwerfend und James konnte nicht anders als in ihren Glanz zu versinken. Sie gaben ihm eine unfassbare Stärke, die er so noch nie gespürt hatte, als ob sie ein Schutzschild um ihn herum aufbauten.

„James, dein Vater... bevor er starb, da hat er mich zur Seite genommen und mir eindringlich gesagt, dass wir, das heißt du, Anna und ich, wir seien Black Hearts aber wir seien nicht böse. Es sei nur ein Name und hätte nichts mit unserem Herzen an sich zu tun."

Ihr waren die Worte von Michael Potter erst jetzt wiedergekommen und so musste sie sie ihm auch sofort mitteilen. Nie zuvor war ihr aufgefallen, wie sehr er tatsächlich mit dieser Frage gehadert hatte. Sie wusste, dass Anna damit zu kämpfen hatte, aber sie hatte nie auch nur einen Moment geglaubt, dass auch ihn diese Frage so sehr bedrückte. Sie hatte stets geglaubt, dass er sich bewusst war, dass er ein guter Zauberer für alle darstellte und bei ihnen allen für das absolute Gute stand.

„Ich glaube, dein Vater wusste mehr und... seine Worte hatten bestimmt ihre Berechtigung. Du bist nicht wie Voldemort und du bist garantiert kein schwarz-magischer Zauberer."

Sie hatte ihre Hand an seine Wange gelegt und sich ihm langsam genähert. Er konnte nun ihren weichen Atem auf seiner Haut kribbeln spüren und Hitze kochte in ihm hoch, die die Kälte vertrieb.

„Liebst du mich denn noch?" fragte sie leise. Sie wollte diese Frage nie stellen und sie wollte auch keine Angst vor der Antwort haben. Es ging nicht. Sie hatte sie gestellt und sie hatte Angst vor der Antwort. Seit kurzem überkam sie das pure Grauen, wenn sie nur daran dachte, dass er sie nicht mehr lieben könnte, weil Voldemort es vielleicht geschafft hatte, sie für immer zu trennen. Ihr Herz bebte, ihr Puls raste und plötzlich blieb ihr die Luft weg. Tränen wollten sich an die Oberfläche kämpfen und dann hatte James den winzig kleinen Abstand zwischen ihnen beiden hinter sich gelassen und seine Lippen auf ihre gepresst. Intensiv, ungehemmt und voller Leidenschaft hatte er sie geküsst und Lilli konnte nicht anders als die kleine Träne hinabrollen zu lassen vor Erleichterung.

„Ich könnte niemals aufhören, dich zu lieben," flüsterte er sanft als sich ihre Lippen schließlich voneinander lösten und sie strahlte ihn überglücklich an.


„SAG MAL, HABT IHR EURE LETZTEN GEHIRNZELLEN RAUSGEPFURZT?!" Sirius knurrte, brüllte, platzte und hatte sich vor Anna und Dumbledore aufgebaut wie ein Drache, der drauf und dran war, gleich Feuer zu speien. Die drei standen im Wohnzimer des Potter Hauses neben James und Lilli, die auf der Couch saßen, und waren ihre nächsten Schritte durchgegangen, um Maria zu befreien.

„ICH WILL MARIA AUCH BEFREIEN UND WOHLAUF SEHEN, ABER DAS KANN DOCH NICHT EUER ERNST SEIN, EINEN FREUND IN DIE HÖLLE ZURÜCKZUSCHICKEN?! VOLDEMORT WIRD IHN AUF DER STELLE ZU KLEINHOLZ VERARBEITEN!"

„Wenn James nicht auftaucht, wird Voldemort Maria töten," sagte Anna nicht ganz so laut schreiend wie Sirius. „Und James wird da nicht alleine auftauchen. Lilli wird mit ihm gehen."

„WOW!" stieß er nun noch übertriebener aus und klopfte verrückt in die Hände. „GRATULIERE! ICH DACHTE SCHON IHR HÄTTET EUREN VERSTAND VERLOREN. IN WAHRHEIT SEID IHR BEREITS REIF FÜR DIE KLAPPSMÜHLE! LILLI IST SCHWANGER, IHR -"

„Sirius!" rief Lilli und nur deswegen brach er ab und hatte das was er bereits auf den Lippen hatte nicht ausgesprochen. Stattdessen grummelte er weiter finster vor sich hin.

„Bitte hör dir zu Ende an, was sie zu sagen haben."

Er verschränkte seine Arme und sah Dumbledore böse von der Seite an, doch dem schien das absolut nichts auszumachen, hatte er doch kein bisschen das Gesicht dabei verzogen oder überhaupt eine Reaktion gezeigt, dass er beleidigt sein könnte.

„Voldemort kann Lilli nicht töten ohne seine Magie zu verlieren," erklärte Anna. „Er kann seinen Leuten auch nicht den Befehl dazu geben, was bedeutet, dass solange Lilli bei James ist, er ihm auch nicht zu nahe treten wird."

„Und was dann?" grummelte er grimmig weiter. James vermutete, dass Dumbledore Anna den Plan hatte erzählen lassen, weil er wusste, dass Sirius sie verständnisvoller behandeln würde, als ihn selbst.

„Chains of Xerchia," sagte Anna ernst.

„Wie jetzt?" schnaubte er irre lachend.

„Nachdem die letzte Kette von James wieder – ähm – abgestoßen wurde."

„Sehr aufmerksam," sagte James und zuckte kurz mit dem Mundwinkel. Anna lächelte schüchtern.

„Jedenfalls haben wir einen Weg gefunden, sie zurückzurufen, so dass sie ihn noch einmal aufsuchen wird, sobald er bereit dazu ist, oder einen bestimmten Zauberspruch ausspricht. Durch die zweite Kette wissen wir, dass James andere mit in diese Schutzwelt nehmen kann, in den die Ketten ihn tragen. Außerdem kann James, sobald ihn die Ketten aus dieser Schutzwelt wieder entlassen, an einem beliebigen Ort wieder auftauchen. Also aus Voldemorts Fängen an einen sicheren Ort. Wenn alles so läuft, wie geplant, kommen alle drei da heil heraus."

„Und wenn nicht, dann haben wir drei Freunde mit eigenen Händen in den Todesfluch gestoßen!"

bellte er sauer, wenn er auch nicht mehr wie ein verrückter brüllte. Seiner Freundin gegenüber war er offenbar ruhiger geworden. „Was lässt dich glauben, dass er das hinkriegt? Diese Ketten sind nicht gerade menschlich oder seine besten Freunde! Schon vergessen, dass diese Kette ihn 2 Monate lang in einem Koma hielt?!"

„Wir haben die nötigen Zauber rausgesucht. Wir konnten mit dem Buch von Xerchia mittlerweile viel mehr über diese Ketten herausfinden."

Sirius Mimik war nach wie vor finster und unzufrieden, wenn auch zu einem gewissen Grad milder.

„Ich komme mit."

„Wie jetzt?" rutschte es dieses Mal von Anna heraus, die ihn verwirrt ansah. Genauso überrascht hatten auch Lilli und James ausgesehen, allein Dumbledore schien diese Reaktion nicht zu überraschen.

„Ich komm mit," wiederholte Sirius entschlossen. „Auf einen mehr oder weniger kommt es nicht an und so kann ich ebenfalls helfen, falls diese Ketten irgendein Scheiß bauen."

„Sirius! Lilli kann James schützen, weil Hufflepuffs und Rawenclaws Magie auf ihn wirkt, aber nicht auf dich. Du würdest dich Voldemort auf einem Silbertablett servieren!"

„Ich fänd's gut, wenn Sirius mitkommt," sagte James plötzlich, woraufhin ihn nun alle verwirrt ansahen. Sirius strahlte, Lilli wirkte überrascht, Anna verständnislos und Dumbledore zeigte selbst jetzt noch keine außergewöhnliche Reaktion. James hatte nicht mehr Worte verloren, um sich zu erklären und es war nicht ersichtlich, ob er nur keine hatte oder sich nicht rechtfertigen wollte. Anna aber nickte verstehend.

„Okay... Dann passe ich mal die Veränderungen an," sagte sie müde und verließ das Wohnzimmer. James hatte nicht gezögert ihr zu folgen, Lilli jedoch gedeutet nicht mitzukommen, so dass sie bei Sirius stehen blieb, statt ihm nachzugehen.

„Anna, warte," sagte James, bevor sie in den Kamin steigen konnte. Sie war stehen geblieben und drehte sich auch wieder zu ihm um. Eine Weile lang blickten die beiden einander lediglich an ohne dass einer von ihnen ein Wort gesprochen hatte. Es war Anna, die ihm schließlich zunickte als Zeichen, dass sie ihn schon verstanden habe. Sie schritt vom Kamin weg zu ihm zurück und hatte eine Phiole aus ihrem Umhang mit einer klaren, glitzernden Flüssigkeit herausgeholt.

„Für den Kristall-Zauber deines Vaters. Wir haben das Wasser geholt."

„Danke," sagte er mit einem kurzen warmen Lächeln und steckte die Phiole ein. Sie spürte, dass er nach wie vor etwas auf seinem Herzen hatte, jedoch die Worte dafür nicht fand und so lächelte sie zuversichtlich.

„Ich werde mich um Diana's Mutter kümmern," sagte sie sanft. „Ich weiß nicht, wie lange dich die Chains of Xerchia dieses Mal einnehmen werden, noch weiß ich, ob du es dieses Mal schaffst, die Kette zu erhalten. Ich werde vielleicht nicht mehr da sein, wenn du wieder zurückkommst -"

„Anna," kam es traurig von ihm, doch sie ließ sich nicht unterbrechen und hatte ihn stattdessen in eine feste Umarmung genommen.

„Pass auf dich auf, ja?"

Und gerade als sie ihn losließ, um zum Kamin zu schreiten, hatte er ihren Arm ergriffen und sie fast schon krampfhaft festgehalten. Verwirrt wandte sie sich ihm wieder zu. Er sah besorgt und entsetzt aus.

„Ich kann das nicht," sagte er auf einmal. Er hörte sich so verstört und schwach an, dass sie erschrocken zurückwich.

„James, was -"

„Du musst mir schwören, dass du da bist, wenn ich zurückkomme."

Sie war sprachlos und verwirrt, denn seine Gefühle zeigten klar und deutlich, dass er dies nun von ihr hören musste oder alles in ihm wäre wie bei einem Kartenhaus zusammengebrochen. Sie hätte es ihm nicht schwören und auch einhalten können, wusste sie doch, wie gefährlich die gefallene Phowlyris war. Aber Anna verstand, dass James nicht hätte zu einer Rettungsaktion aufbrechen können und mit aller Kraft um sein Leben zu kämpfen, wenn eine zusätzliche Angst um ihn herum schwebte.

„Ich versprech's," sagte sie schließlich und versuchte ihn zuversichtlich anzulächeln.

„Anna," wiederholte James jedoch ohne seinen flehenden Ausdruck verloren zu haben. „Bitte, du... du musst hier sein, wenn ich wieder zurückkomme..."

Sie nickte aufs Neue und nahm ihm ein letztes Mal fest in die Arme.

„Ich versprech's..." wiederholte sie dieses Mal ernster und mit einem eindringlicheren Ausdruck, dann grinste sie ein wenig amüsiert, wissend, dass dies etwas war, was ihr bester Freund nun brauchte.

„Ich will schließlich Jilli kennenlernen."

Anna war wieder auf den Kamin zugegangen, als James verwirrt die Stirn runzelte.

„Moment, das war... kein Traum? Wir bekommen eine Tochter?"

Sie warf ihm ein letztes Lächeln zu, bevor sie wortlos in den Kamin stieg und das Haus verließ. James hoffte, dass sie ihn wirklich verstanden hatte. Gerade als er sich umdrehte, um zurück ins Wohnzimmer zu gehen, sah er Dumbledore bei ihm im Flur stehen, welcher ihn mit einem merkwürdig besorgten Blick musterte. Er sah seine Chance vor ihm stehen, die Umstände zu klären und vielleicht auch etwas für die Sicherheit seiner besten Freundin zu tun.

„Sie hat versucht sich selber zu töten," teilte er seinem Mentor frustriert mit. „Als Voldemort sie zwang mich... sie war bereit sich selbst zu töten, um mir das zu ersparen."

„So was habe ich bereits vermutet," gab Dumbledore leise zu und seufzte schwer. „Sei unbesorgt. Ich werde ebenfalls da sein und sie beschützen."

„Du warst auch neulich da, um auf sie aufzupassen. Danke, wenn du nicht gewesen wärst... Ich will gar nicht wissen, wie es ausgegangen wäre."

„Ich war auch da, um ein Auge auf dich zu haben," fügte Dumbledore väterlich hinzu. James wurde schwer ums Herz als ihm Lilli's Worte im Bezug auf seinen Großvater wieder einfielen. Dieser war mittlerweile tot, während Dumbledore noch lebte und mit dieser Last und Bürde weiterleben musste.

„Ich hätte euch Beiden gerne vieles erspart. Nicht immer ist es mir möglich gewesen und mir bleibt zu hoffen, dass ihr beide damit zurecht kommt und dennoch glücklich sein könnt. Lilli hat es einfacher, weil sie nicht als Black Heart geboren wurde. Du und Anna, ihr beide habt euer Schicksal so bemerkenswert gemeistert, dass ich in der letzten Zeit nachlässig wurde und euch alleine habe gehen lassen."

„..."

„Was Anna betrifft, so werde ich dieses Mal auch dabei sein und mich um ihre Sicherheit bemühen. Das kann ich bei dir dieses Mal leider nicht."

James kam nicht umhin ein wenig zu lächeln, denn auch wenn dies für Dumbledore vielleicht klingen mag, als ob er ihn im Stich ließ, so war dies für ihn so gar nicht der Fall. Im Gegenteil, er war froh, dass sich sein Freund endlich wie ein Urgroßvater verhielt und seine Urenkelin dem Allgemeinwohl vorzog.

„Ich hoffe, du passt auf dich auf und bringst Maria heil wieder zurück."

Und auch Dumbledore hatte das Haus verlassen. James fragte sich, ob er jemals das Verhältnis zwischen Urgroßvater und Urenkelin verstehen würde, denn je mehr er erfuhr oder miterlebte, desto verwirrter wurde er.


James, Lilli und Sirius wussten, wohin sie zu gehen hatten und sie machten sich bewaffnet mit ihren Zauberstäben auf zu diesem Treffpunkt.

„Wir könnten nach wie vor umkehren," warf Lilli irgendwann während ihres Weges ein. Es war kein verzweifelter Versuch, ihren Ehemann umzustimmen, sondern ein dämlicher Satz, um die kalte Stille zwischen ihnen zu durchbrechen. James hatte sie kein einziges Mal angesehen, sondern sich ihnen gegenüber sehr unterkühlt und gleichgültig verhalten. Es war fast so als ob er bereits seine Entscheidung gegen sie gefällt hätte und diese Furcht löste in Lilli eine Art aus, die sie sich selbst nicht erklären konnte. Sie brabbelte dann jeden Schwachsinn, der ihr in den Sinn kam.

„Quatsch," sagte Sirius, da James nicht mal angesetzt hatte zu einer Antwort. „Wir holen Maria da raus, verkloppen Voldemort's Leute und hauen gemeinsam wieder ab! So wie geplant."

„Ich glaub nicht, dass bei Anna's Plan von Voldemort's Leute verkloppen die Rede war," warf Lilli ironisch ein.

„Da hättest du zwischen den Zeilen lesen müssen, Schätzchen," witzelte Sirius.

'Wenigstens ist Sirius so wie immer,' dachte sie sanft, verlangsamte dann jedoch ihre Schritte als ihr Ziel immer näher kam und sie die einzelnen Personen erkennen konnte, die an dem Punkt bereits auf sie gewartet hatten. Automatisch griff Lilli nach James Hand und hatte auch ihn dadurch in seinem Schritt auf die Gegner verlangsamt. Alle drei hatten ihre Zauberstäbe in der Hand während sie sich den Personen näherten. Voldemort stand mit dem Rücken zu ihnen gewandt mit unzähligen seiner Leute rechts und links neben ihm. Sie blieben stehen als sie sich nah genug bei ihm befanden und sicher gingen, dass sie nicht umzingelt werden konnten. Da standen sie also erneut in Iargrove und waren in die Höhle des Löwen getreten.

„Wie nett, dass du zu deiner Hinrichtung auch erschienen bist," zischte die grausame, listige Stimme des dunklen Zauberers, als sich dieser mit überheblicher Miene umdrehte. Damit machte er den Blick frei auf den Körper einer brünetten Frau, die am Boden lag und sich nicht rührte. Maria Potter. Ihr Gesicht war blass, ihre Haare und ihr Körper nass. James ballte seine Hände zu Fäusten und richtete seinen nun dunklen Blick an seinen Gegner. Lilli bemerkte entsetzt, dass er Voldemort gegenüber plötzlich Emotionen zeigen konnte.

Blutrote Augen starrten triumphierend zurück und Voldemort hatte seinen dunklen Zauberstab gleichfalls gezogen, so wie auch all seine Todesser. Lilli hatte nicht gezögert sich direkt vor den beiden Jungs aufzubauen.

„Wollen sie wirklich meinen Tod? Wollen sie wirklich, dass ihre Todesser mich töten?" fragte sie laut und stark. Planmäßig hatten die Todesser nun gezögert und ihren Gebieter fragend angesehen. Dieser verengte giftig seine Augen und schnaubte verächtlich.

„Offenbar will ich das nicht..." presste er zähneknirschend hervor, so dass nun verwirrtes Gemurmel durch die Runden ging. Sie trauten sich nicht Flüche abzufeuern oder anzugreifen, genau so wie es auch von den Freunden geplant war. Maria regte sich hinter Voldemort und Lilli konnte spüren wie auch James ein Stein vom Herzen flog. Endlich, eine gute Reaktion. Sie waren ihm noch nicht egal geworden und er konnte noch Gefühle ihnen gegenüber zeigen. Ihr schoss es durch die Gedanken, dass er sich vielleicht selber gezwungen hatte, sämtliche Gefühle ihnen gegenüber zu unterdrücken, weil er glaubte, sich dadurch eher finden zu können oder sie vor seiner Wut abzuschirmen.

„James..." sagte Maria mit gebrochener und schwerer Stimme. Sie hatte sich mühsam auf ihre Hände stützen können und die drei Freunde mit verzweifeltem Blick angesehen. „Du hättest nicht kommen dürfen..." schloss sie kraftlos und Lilli bemerkte erschrocken wie das Funkeln in seinen Augen noch kleiner wurde als ob es gleich ganz verschwinden würde. Die Hand, die den Zauberstab hielt, zitterte und sie sah wie glasig seine Augen von all den Gefühlen wurden, die auf ihn einprasselten wie ein heftiger Platzregen.

„James Potter," sagte Voldemort auf einmal und etwas hinterlistiges blitzte in seinen unbarmherzigen Augen auf. „Wolltest du deine Mutter nicht retten?"

Er richtete seinen Zauberstab gegen die Hexe am Boden, welche in diesem Moment die Augen schloss, um das Ende entgegen zu sehen. Es war in dem Wissen, dass ihr Sohn ihren Tod nun mitansehen musste und sie wollte ihm nicht eine weitere schmerzvolle Erinnerung in sein Leben legen, indem er ihre Angst und ihren Kummer in ihren Augen sah. Das letzte was er in ihren Augen gelesen hatte, sollte ihre unendliche Liebe für ihn bleiben.

James dachte nicht nach. Alles in ihm war innerhalb einer Sekunde übergekocht, gipfelte in einem Punkt und bevor er sich versah hatte er Lilli zur Seite gedrückt und war auf Voldemort zugerannt.

Sirius und Lilli waren zu geschockt gewesen um rechtzeitig zu reagieren als Voldemort den Zauberstab mit einem Ruck zur Seite gegen James richtete. Es war ein schwarzer Strahl, dem er sich entgegen sah und sich in ihn hineinpresste. James schrie als sein Körper von innen implodierte. „NEIN!" schrie Lilli aus voller Verzweiflung so laut wie sie konnte, als ob sie ihn dadurch aufhalten konnte. Dann fror alles ein. Der Schmerz und das Feuer in seinem Blut, alle Todesser um ihn herum, Voldemort vor ihm, Lilli und Sirius hinter ihm, die gerade dabei waren auf ihn zuzulaufen, seine Mutter hinter Voldemort, die ihn am Boden zerstört vor Entsetzen anstarrte.

James schnappte schmerzhaft nach Luft. Der Fluch hatte sich angefühlt, als ob ihm selbst seine Kehle von dem Feuer eingehüllt worden war und jeder Atemzug ließ einen erneuten Zug der Qual

durchziehen. Er richtete sich von seinen Knien wackelig wieder auf und hätte dabei fast seinen Zauberstab wieder verloren. Irritiert sah er sich um und bemerkte dann den grünen flammenden Kreis. Er hätte nie gedacht, dass er eines Tages tatsächlich mal erleichtert sein würde, diese flammenden Scheißkerle zu sehen. James schluckte hart und versuchte sich zu konzentrieren. Der kleinste Fehler würde nun alles zum Einsturz bringen.

„Danke für's kommen," begann er vorsichtig, doch eine Antwort bekam er nicht. Keine Antwort war besser als ein sofortiges verschwinden, also sprach er weiter.

„Ich weiß, du willst mich jetzt prüfen, ich habe nur eine Bitte. Nimm 3 Personen mit in deine Schutzwelt. Meine Mum, Lilli und Sirius. Bitte."

'Bitte, bitte, bitte, lass es klappen. Bitte!' flehte er tief in sich drin.

Sie bedeuten dir viel, nicht wahr?

Noch konnte er keine Erleichterung verspüren, trotz einer Antwort. Dumbledore hatte ihm gesagt, dass die Chains of Xerchia neutral der Magie gegenüber standen und auch weder Barmherzigkeit noch Grausamkeit kannten.

„Ja," antwortete James und schluckte hart. War dies die richtige Antwort? Es musste die richtige Antwort sein. Wenn nicht... er wusste nicht, was er tun würde.

Ein helles Licht erfüllte die Gegend und er schloss automatisch geblendet von der Helligkeit seine Augen und wandte seinen Kopf zur Seite.


Das Grelle verschwand und als er seine Augen wieder öffnete, fand er sich auf einer runden, weißen Fläche mitten im Nirgendwo wieder. Um ihn herum war pure Finsternis und er war alleine.

„Wo... bin ich?" fragte er irritiert. Angst schoss in ihm hoch. Hatten die Chains of Xerchia nur ihn weggeholt?

„Warte! Bitte! Hol sie auch!"

Er wusste nicht mal zu wem er sprach, zumal der flammende Kreis nirgendwo zu sehen war und er wirklich von nichts als Dunkelheit umgeben war, bis auf das Licht, dass die Fläche abgab, auf die er stand.

„Bitte! Du verstehst nicht, Voldemort wird sie töten! Ich... Bitte!"

Wenn Voldemort sie tötete, wenn er ihm Lilli, Sirius und seine Mutter nahm, dann wollte James erst recht nicht mehr weitermachen. Er konnte ja schon kaum noch atmen, bei dem Gedanken, dass er sie nun verloren haben könnte. Und mit einem Mal wurde ihm klar, dass er Dumbledore's Angebot gar nicht mehr annehmen wollte. Wenn er nun zurück kam und sie waren nicht mehr da, würde er nicht mal mehr weiterleben wollen. In diesem Moment erschien ihm sogar der Gedanke, das überhaupt in Erwägung gezogen zu haben, irgendwie absurd. Wollte er wirklich von seinem besten Freund weg, der selbst jetzt zu ihm gestanden hatte, ganz gleich was für eine Gefahr er sich selbst damit ausgesetzt hatte? Von Lilli weg, wo er doch Jahre gebraucht hatte, um ihr Herz zu gewinnen? Die tollste, bildhübscheste und liebevollste Frau der Welt liebte ihn und war von ihm schwanger und er hatte tatsächlich daran gedacht, sie aufzugeben? Sie im Stich zu lassen? Hatte er tatsächlich diese Feigheit in Betracht gezogen? Seine Mutter zurücklassen? Nachdem sie so tapfer den Tod ihrer Tochter und ihres Mannes überstanden hatte und nach wie vor wie eine Kriegerin für ihren Sieg kämpfte? James sank kraftlos auf den Boden hinab und seufzte. Er war wirklich ein feiges Arschloch...

Junge, gib nicht auf...

„Dad?"

Plötzlich blickte James auf in der Erwartung seinen Vater zu sehen, doch niemand war da. Er war nach wie vor der Einzige in dieser verlassenen Gegend. Sein Herz wurde schwer. War dies eine Art Gefängnis? Es fühlte sich an wie eines...

Bist du jetzt bereit, James Potter? Dich mir zu stellen?

Verwirrt blickte James sich um. Das war eine seltsam vertraute Stimme.

„Dark Breath?" fragte er unsicher.

Ich spreche für die Chains of Xerchia.

James zögerte eine Sekunde bevor er sich wieder aufrappelte und sich zusammenriss.

„Lilli, Sirius und meine Mum, geht es ihnen gut?"

Du weißt, dass du viel von der Magie verlangst, James Potter?

„Tu ich das?" fragte er sarkastisch und verfinsterte seinen Blick, wenn er auch irgendwo in die Dunkelheit über sich sprach. „Ich weiß, dass die Magie viel von mir fordert."

Nichts. Er schüttelte frustriert den Kopf.

„Voldemort will diese Magie und er hat nicht gezögert jeden, der mir nahe steht, zu töten. Hätte er das auch getan, wenn ich diese Magie nicht gehabt hätte? Nein, hätte er nicht," sagte er mit entschlossener und fester Stimme. „Lilli ist die wohl – reinste und wunderbarste Hexe, die es gibt. Sie ist warmherzig und gut und sie hat ein gutes und sicheres Leben verdient und ich wollte ihr das geben. Stattdessen macht ihr uns das Leben zur Hölle! Ich hätte sie tausend Mal glücklicher machen können, wenn ich gar nicht erst diese Magie gehabt hätte! Ihr schuldet es mir, mit dem entgegenkommen! Ich... Ich bin ein guter Zauberer! Warum um Merlin's Willen könnt ihr nicht einmal etwas Richtiges tun?!"

Nichts.

Vor einigen Monaten noch hätte er wahrscheinlich geschnaubt, sich aufgeregt, losgebrüllt, alles einfach rausgelassen was ihn aufregte. Aber er hatte sich verändert. Alles was er nun erlebt hatte, sowohl die guten wie auch die schlechten Erlebnisse hatten ihm gewisse Dinge in einem anderen Licht gezeigt.

Er wartete und hoffte, dass die Magie ihm recht gab. Denn wenn es etwas gab, worin er nie auch nur den geringsten Zweifel hatte, dann war es, dass seine Freunde, Lilli, Sirius und seine Mutter für das Richtige einstanden und kämpften.

Vor ihm erschien eine beleuchtete Stufe und direkt nach ihr eine weitere bis sie eine lange Treppe zu einer anderen Ebene bildeten. James zögerte diesen Weg zugehen, obgleich es der Einzige war und im Grunde genommen eigentlich keine andere Wahl blieb. Dennoch... er blieb stehen.

„Ich will nur, dass du sie in Sicherheit bringst," sagte er leise. Seine Stimme war nicht mehr laut und befehlend, sondern weich, fast schon flehend. „Ich tu alles was du danach willst, nur bitte, bring sie in Sicherheit."

Und plötzlich sah er Lilli auf einer kleineren Plattform einen Spalt neben seiner Plattform stehen, sie starrte in Gedanken versunken den Boden an.

„Lils -" James wollte gerade auf sie zurennen, da tauchte Sirius unweit von ihr entfernt auf einer weiteren runden Plattform und auch er starrte Gedankenversunken auf den Boden. James drehte sich um und sah nun auch seine Mutter da stehen, ihr Blick war gleichfalls in die Leere gerichtet. James blieb irritiert in der Mitte stehen. Der Spalt war zu groß, als dass er einen von ihnen hätte erreichen können, egal wie weit er springen konnte.

Sie sind in Sicherheit... zum jetzigen Zeitpunkt...

„Was heißt das?"

Wenn du ein Leben opfern musst, wen würdest du gehen lassen?

„Was?" fragte er ungläubig. „Das kann nicht... Das ist doch... Keinen!"

Ein Leben

James' Herz wurde schwer. Wie sollte er wählen? Er konnte das nicht. Sie bedeuteten ihm alle alles. Er konnte doch nicht... Er konnte nicht...

Deine Prüfung wartet, James Potter. Danach werde ich dich noch einmal fragen. Ein Leben, dass du opfern musst, wen würdest du gehen lassen.

Die Treppe begann heller zu leuchten und signalisierte damit, dass er sie betreten musste.

„So war das nicht gedacht," seufzte er deprimiert und wiedermal sollte Anna Recht damit behalten, als sie vermutete, dass ihre Pläne nie so liefen, wie sie es planten. Er schluckte hart, dann jedoch trat er die Stufen hinauf in die nächste Ebene. Für diesen einen Moment wollte er den Gedanken nach hinten stellen. Vielleicht konnte er Dark Breath oder was immer es jetzt auch war doch noch davon überzeugen, alle drei gehen zu lassen. Er hoffte es.


Vor einigen Tagen

Anna saß mit Dumbledore am Küchentisch, vor beiden war jeweils eine Tasse dampfend heißer Tee.

„Ich möchte ihm helfen..." sagte sie bedrückt. „James... Er ist so... Wie ich es einmal war. Aber es passt nicht zu ihm. Er sollte nicht so sein."

„Erfahrungen sollten einem im Leben nicht verwehrt bleiben. Es ist diese Kraft, die wir sammeln, wenn wir sie bewältigen."

„Urgroßpapa, wir sind nicht wie du," hauchte Anna sanft. „Wir sind nicht so stark. Wir treffen falsche Entscheidungen und führen hitzige Diskussionen, wo wir schon mal Dinge sagen, die gar keinen Sinn ergeben und wahrscheinlich sogar falsch sind. Aber... wir sind nun mal so. James hat das Gefühl im Stich gelassen worden zu sein und ich kann ihn verstehen. Auf gewisse Weise hat er recht. Manches hätte nicht sein müssen und ich bin Schuld, weil ich es zugelassen habe."

„Ich kann verstehen, dass du gerade jetzt dieser Meinung bist. Aber haben dir die Wunschzauber nicht gezeigt, dass alles seinen Sinn und Zweck hat? Wenn wir versuchen die Vergangenheit zu ändern, hat dies Auswirkungen auf unsere Zukunft."

„Ich versuch doch gar nicht, die Vergangenheit zu verändern," sagte sie sofort und fügte etwas amüsiert hinzu: „Ist ja nicht so, dass ich Zugang zur Mysteriumsabteilung habe, um mir einen Zeitumkehrer zu mobbsen -" Und mit einem größeren Grinsen fuhr sie schließlich fort: „Oder du mir gerade Zauber beibringst, um die Vergangenheit zu ändern."

Dumbledore hatte ihre Hand mit seiner leicht getätschelt und seufzte tief auf, was ihr klar machte, dass er weder ihren Sarkasmus verstanden hatte noch ihre ironische Übertreibung.

„Glaube mir, Anna. Wir sollten nur die Gegenwart beeinflussen, um die Zukunft zu gestalten, nicht aber die Vergangenheit."

„Jiah, du willst mir also sagen -" Sie sah Dumbledore etwas suchend nach einer Bestätigung an. „Ich solle James jetzt helfen?"

Der Zauberer runzelte die Stirn, woraufhin sie breit grinste.

„Wenn du dich ständig in Rätseln ausdrückst, wunderst du dich doch wohl nicht wirklich, wenn man dich so versteht, wie es einem am besten in den Kram passt?" Und damit begann sie selbstzufrieden an ihrer Tasse Tee zu nippen. Da Dumbledore jedoch selbst jetzt nicht aufgehört hatte sie mit einem intensiven Blick zu beäugen, der ihr ein unglaublich schlechtes Gewissen bereitete, legte sie die Tasse schließlich zurück und rollte mit den Augen.

„Na gut!" sagte sie und knabberte etwas an ihren Lippen. „Ich helfe ihm nicht."

„Anna?" mahnte Dumbledore sanft, als ob er genau wusste, warum sie diesen Wortlaut nahm. Sie zuckte mit dem Mundwinkel und fügte schließlich hinzu: „Ich helfe ihm nicht mit den Chains of Xerchia."

„Gut," sagte er sanft. „Du solltest nichts tun, mit dessen Konsequenzen du nicht leben kannst."

Auch Dumbledore hatte an seiner Tasse genippt und Anna begann ihn dabei nachdenklich zu beobachten. Hatte er nun diesen Satz mit diesem Wortlaus aus einem bestimmten Grund gesprochen? Er war, ist und würde ihr immer ein Rätsel bleiben... und ein komischer Kauz.