Annuket: Was lange wärt... ‚beschämt zu Boden schau' ... ich weiß, es ist ewig her, dass wir ein neues Kapitel hochgeladen haben... Dieses hier hatte ich zwar schon da fertig, aber da es irgendwie ‚ein unschönes Ende' hat (lies ‚Cliffhanger', zumindest meiner Meinung nach), wollte wir es erst fertig machen, wenn wir das nächste Kapitel haben. Leider dauerte das und die Korrektur dieses Kapitels wegen verschiedener Umstände länger als erwartet.

Magician ‚ist völlig fertig': Ich HASSE Viren...

Annuket: Wir werden uns bemühen, das nächste Kapitel bis nächste Woche korrigiert zu haben.
Danke für die Reviews. Danke für die Stärkungen, Claudia. Auch wenn es trotzdem noch etwas gedauert hat.
An Heavenfly: Die Reaktion der drei, wenn sie es erfahren, wird es erst später geben (bisher denke ich, dass es eine gute Abschlussszene ist, für einen etwas offenen Abschluss, nicht nur alles-ist-gut-Abschluss...). Auf jeden Fall will ich es später nochmal kurz aufnehmen. Aber natürlich muss ich erst einmal bis dahin kommen... Das dauert aber noch ein bisschen...
Ich muss sagen, dass ich das letzte Kapitel sehr mochte, auch wenn es für den Verlauf der Geschichte nicht wirklich wichtig war. Dieses hier mag ich aber auch sehr. Es passiert endlich was ... Ok, ich weiß, dass ich brutal und krank mit dem Rückblick bin, aber trotzdem mag ich es.

Akunadin: Ja, und du machst mich noch grausamer als in der Serie. Ich bin heilfroh, dass dir weder Yugioh noch Harry Potter gehören, wer weiß, was du alles anstellen würdest.

Annuket ‚schmoll': Aber ich versuche doch, deine Taten zu rechtfertigen...

Akunadin: Versuche es lieber gar nicht erst, wenn die Taten dadurch noch schrecklicher werden!

Annuket ‚sich schmollend über TCs Kuchen und Kekse hermach': Menno, was man macht, macht man falsch...

Magician ‚schnappt ihr ein paar Kekse vor der Nase weg und ist danach wieder besser gelaunt': Dann geb' ich mal den Startschuss. Viel Spaß beim Lesen. ‚murmelt' Und nochmal Verzeihung für die lange Verzögerung.

((...)) Anmerkungen von Annuket und Magician

Gedankenverbindung: /.../ Yami; /-/.../-/Yugi; /'/.../'/ Kaiba

„..." Gespräch

‚...' Gedanken, Schrift lesen bzw. in Gespräch wörtliche Rede wiedergeben

Tierstimmen: :...: Benu (Yamis Phönix, heiliges Tier des Re); :-:...:-: Miut (Yugis Katze, heiliges Tier der Bastet); :':...:': Scha (Kaibas Hund, heiliges Tier des Seth); --:…:-- Chetmety (Baku-Ras Schlange, heiliges Tier des Apopis); :--…--: Trevor (Nevilles Kröte, heiliges Tier von Hu und Hauet); --…-- Schutniu (Ryous Vogel, heiliges Tier der Maat)

Blabla Parsel

Parallel dazu geschehen bei ‚Harry Potter und der Orden des Phönix' die Sachen von den Seiten 829-856.

Kapitel 35: Prüfungen

Nur wenige hektische Wochen später war es Juni, und damit rückten die ZAGs und UTZs für die drei Schattenmagier unaufhaltsam näher. An die Zeit, in der sie unter der Wirkung des Zaubertrankes gestanden hatten, erinnerten sie sich nicht mehr, und auch wenn ihnen auffiel, dass sich Snape irgendwie merkwürdig verhielt, so hatten sie doch nicht die Muße, sich darum irgendwelche Gedanken zu machen, und weder Luna noch die heiligen Tiere wollten den Vorfall von sich aus ansprechen. Zwar mussten Yami, Yugi und Kaiba für diese Prüfungen nicht sehr viel lernen, sondern begnügten sich damit, noch einmal grob den Stoff zu wiederholen, doch wussten sie, dass ihr Test im Verbotenen Wald auch kurz bevorstand und versuchten daher, noch so viel wie möglich darüber in Erfahrung zu bringen.

Besonders nachdem der CEO in einem seiner kurzen Träume über die Vergangenheit erfahren hatte, dass jeder, der diese Tore betreten hatte, gestorben war, setzten die drei alles daran, mehr Informationen zu dem ganzen Test zu bekommen, um nicht das gleiche Schicksal zu erleiden. Trotz aller Mühe blieben ihre Nachforschungen jedoch frustrierend ergebnislos. Alles, was sie von den Göttern erfahren konnten, war, dass die Prüfung an einem Ort stattfinden würde, wo diese weder Zutritt noch Macht hatten und dass es jetzt, da die Schattenmächte wieder erwacht waren, die Pflicht der Schattenmagier war, in der Welt hinter den Toren ‚das was in ihnen schläft' zu erwecken und eins mit ihm zu werden, damit die hiesige Welt nicht von der wilden Schattenmagie zerstört wurde.

Dass dieser Test gleich am Nachmittag desselben Tages wie die letzten Schulprüfungen stattfinden sollte, beruhigte die Nerven der Schattenmagier nicht gerade und als sie in der letzten Schulwoche die Prüfer ankommen sahen, fühlten sie sich mehr als unwohl. Es war für sie, als hätte ein stiller Countdown begonnen, an dessen Ende sie ins Ungewisse gehen würden.

Am Sonntagabend vor der ersten Prüfung wurden sie von Binns darüber unterrichtet, wie die gekoppelten Examen für sie aussehen würden, und bevor sie sich versahen, steckten sie bereits mitten in jenem nur halb geordneten Chaos, das derartige Abschlussklausuren mit sich brachten. Dabei begannen die schriftlichen ZAG-Prüfungen der Fünftklässler jeden Tag um 10:00 Uhr. Danach hatten sie Zeit zum Mittagessen, was für die Hauselfen mehrmals täglich umfangreiches Umräumen der Großen Halle bedeutete, wie die Schattenmagier bewundernd feststellten. Während die anderen Schüler dann aber nach der Mahlzeit noch eine Stunde Zeit hatten, um sich auf die praktischen Teile vorzubereiten, wurden die drei Schattenmagier schon nach einer halben Stunde in einen leeren Klassenraum gebracht, um ihre theoretischen UTZs in Angriff zu nehmen, für die sie wie bei den ZAGs auch zwei Stunden Zeit hatten. Schließlich wurden sie in den Raum mit den noch nicht praktisch geprüften Schülern gebracht, wo sie dann als letzte aufgerufen wurden, um nach einer kurzen Pause die entsprechenden praktischen ZAG- und UTZ-Aufgaben zu erfüllen((1)).

Trotz der Sorge wegen dem, was sie auf der anderen Seite des Tores erwarten würde, liefen die Prüfungen für die Schattenmagier, wie zu erwarten war, sehr gut. Keine der Fragen oder Aufgaben bereitete ihnen große Schwierigkeiten, auch wenn sie bei vielen Fragen durch weniger ausführliche Antworten hätten Zeit sparen können. Selbst in der ZAG-Prüfung von Wahrsagen hatte Yugi den Eindruck, den Prüfer von seinen ‚außergewöhnlichen Fähigkeiten' überzeugt zu haben, auch wenn er sich die Prophezeiung nur ausdachte. Dieser fragte ihn nämlich hinterher, warum er nicht auch die UTZ-Prüfung hatte machen wollen und ob er sie später noch nachholen wolle. Auf jeden Fall solle der junge Japaner sein Talent nicht verschwenden.

In der Nacht vor dem letzten Prüfungstag hatten sie ab 22:00 Uhr die Astronomieprüfung, die es im UTZ-Jahrgang zum Glück nicht mehr gab. Auch hier waren die drei Schattenmagier natürlich schneller als ihre Klassenkameraden, und da sie einfach nur in eine vorgefertigte Sternenkarte einige Dinge eintragen mussten und nicht durch besonders ausführliche Antworten auf Fragen mehr Zeit brauchten, konnten sie ihre Karten frühzeitig abgeben. Während sie allerdings dem ihnen fröhlich zuzwinkernden Professor Tofty ihre Blätter reichten und ihre Sachen zusammenpackten, ging unten auf dem Schlossgelände, von fast allen unbemerkt, eine kleine Gruppe von sechs Gestalten zu Hagrids Hütte und verschwand in ihr, nachdem der Halbriese geöffnet hatte.

Gerade als die drei Schattenmagier zu der Tür, die ins Schloss führte, schritten, um zu Bett zu gehen, ertönte von der Hütte des Hüters ein lautstarkes Gebrüll. Besorgt und neugierig zugleich traten die drei an eine der Brüstungen, um zu sehen, was los war. Einige der anderen Schüler hatten sich auch umgedreht, doch nach Professor Toftys sanfter Ermahnung widmeten sie sich wieder ihren Sternenkarten. Anschließend nickte der alte Zauberer freundlich den drei Austauschschülern zu, wie um ihnen zu sagen, dass sie gehen sollten, und diese wandten sich erneut zum Ausgang, doch Sekunden später waren sie abermals an der Brüstung, nachdem ein lauter Knall von unten zu hören gewesen war.

Mental diskutierten sie, ob sie sich einmischen sollten, als sie sahen, dass sich unten ein Kampf zwischen Hagrid und den sechs Gestalten entwickelte. Fang unterstützte ihn, so gut er konnte, doch schließlich traf einer der roten Schockzauber den Hund, und er sank zu Boden. Das machte den Halbriesen erst richtig wütend, und mit einem zornigen Schrei überwältigte er einen der Angreifer.

Währenddessen kam eine empörte McGonagall vom Schloss, doch wandten sich die Angreifer ohne Warnung gegen sie und schossen gleichzeitig vier Schockzauber auf die alte Lehrerin ab. Von diesen getroffen fiel sie hart zu Boden, ohne sich danach noch einmal zu bewegen. Waren die Schattenmagier vorher noch unschlüssig gewesen, ob sie eingreifen sollten, da sich Hagrid gut selbst verteidigen konnte, so hatten sie nun einen triftigen Grund, sich einzumischen. Während Professor Tofty sich über das unehrenhafte Verhalten der vier Angreifer empörte sowie unten der Halbriese dieselben anbrüllte und zwei weitere außer Gefecht setzte, schwangen sich Yami, Yugi und Kaiba über die Brüstung und sprangen zum Entsetzen derer, die es sahen, in die Tiefe.

Sofort zückten sie ihre Zauberstäbe und zauberten sich kräftige Flügel auf den Rücken, um schnell zu der Hauslehrerin von Gryffindor zu gelangen. Schon während des Fluges beschworen Kaiba und Yami Schutzschilde um jeden Ohnmächtigen, angefangen natürlich bei Professor McGonagall. Ansonsten mischten sie sich aber in den Kampf nicht ein.

Als sie bei der alten Lehrerin angekommen waren, untersuchte Yugi sie sofort mit seinen Schattenkräften, im Geiste dem Umstand dankend, dass Heilen einer der wenigen Zauber war, die er trotz des Einflusses des Tores relativ sicher durchführen konnte. Augenblicklich merkte er, dass die vier gleichzeitigen Schockzauber das Herz der Frau zum Stillstand gebracht hatten.((2)) Vorsichtig benutzte er die Schatten, um es wieder in Bewegung zu setzen und dafür zu sorgen, dass es seine Pumpbewegungen nicht gleich wieder einstellte.

„Yami, Seto", sprach er seine Geliebten an, die angespannt zusahen, wie sich Hagrid mit Fang auf dem Rücken zur Flucht wandte und derweilen Umbridge mit ihrem letzten noch stehenden Helfer diskutierte und von ihm forderte, dass er den fliehenden Halbriesen aufhalten solle. Trotzdem richtete sich die Aufmerksamkeit der beiden größeren Austauschschüler augenblicklich auf Yugi, der besorgt aussah. „Kommt, wir müssen Professor McGonagall auf die Krankenstation bringen."

Nachdem sie einen Schwebezauber auf die bewusstlose Lehrerin angewendet hatten, eilten die drei mit ihr in die Schule. Madame Pomfrey, die von der Aufregung draußen nichts mitbekommen hatte, war entsetzt, als sie sie ankommen sah, und scheuchte Yami, Yugi und Kaiba nach deren kurzer Erklärung kreidebleich aus dem Krankenflügel, um sich in Ruhe um die Professorin kümmern zu können.


Am Donnerstagnachmittag waren schließlich die letzten Prüfungen, nämlich die zum Fach Geschichte. Während die anderen Schüler wegen der Astronomieprüfung in der Nacht davor am Vormittag frei hatten, begannen die drei Austauschschüler auf ihren Wunsch schon um 9:00 Uhr mit ihren beiden letzten Prüfungen. Sie hielten ihre Antworten so kurz wie möglich, ohne unpräzise zu werden, und da Umbridge für sie mit den Prüfern sprach, durften sie die beiden Prüfungen direkt hintereinander schreiben. So konnten sie bereits, kurz nachdem für die anderen Fünftklässler sowie die Siebtklässler in der großen Halle ihre Arbeiten begonnen hatten, ihre Aufgabenblätter abgeben.

Nach einer kleinen Mahlzeit, die sie sich von ihren Hauselfen in ihren Gemeinschaftsraum((3)) bringen ließen, gab Yugi die noch nicht vergebenen Millenniumsgegenstände in Ryous Obhut, da die Götter gesagt hatten, dass diese nicht mit durch das Tor genommen werden durften. Dann machten sich die drei in Begleitung der heiligen Tiere auf den Weg in den Tempel. Da sie auf Scha, der seine große Gestalt angenommen hatte, reiten durften, erreichten sie ihr Ziel sehr schnell.

Die ganze Atmosphäre an dem Ort wirkte angespannt und energiegeladen. Die Blätter der heiligen Bäume rauschten stark, obwohl nur ein leichter Lufthauch zu spüren war, und es klang fast so, als würden sie vor sich hin summen. Außerdem schienen sie die Anwesenheit der drei Schattenmagier und der Götter gar nicht zu bemerken, da sie anscheinend in einer Art Trance waren.

Schließlich erreichten Yami, Yugi und Kaiba den Tempel selbst, und die drei Tiere blieben vor dem Eingang stehen. Die Götter ergriffen von ihnen Besitz und sahen ihre nervösen Schützlinge an. „Nun ist es soweit, mein Sohn und Geliebte meines Sohnes", erhob Re das Wort. „Eure Prüfung kann beginnen. Geht durch das Tor im Inneren des Tempels und erfüllt, was auch immer eure Aufgabe ist."

„Geleitet Ihr uns nicht wenigstens bis in den Hof mit dem Tor, ehrenwerte Götter?" wollte Yami wissen.

Re seufzte. Doch war es nicht er sondern Bastet, die die Frage beantwortete: „Ich fürchte, dass das nicht möglich ist. Die Schattenmagie gehört nicht zu den Kräften, die wir kontrollieren oder beherrschen können. Daher konnten wir euch auch so wenig darüber sagen. Wir wissen nur, was uns erzählt wurde, aber ein Ort, der derart mit Schattenmagie pulsiert, ist für uns unzugänglich."

„Bastet hat Recht", stimmte Re bedrückt zu. „Alles, was wir für euch tun können, ist, euch Glück zu wünschen. Kommt gesund und erfolgreich zurück, meine Kinder, das Schicksal dieser Welt liegt in euren Händen."

Yami, Yugi und Kaiba sahen sich einen Moment an, gegenseitig ihr Gefühlschaos austauschend, ehe sie sich den drei Göttern zuwandten und, nach einer kleinen Verbeugung, den Tempel betraten. Die Luft wurde immer schwerer, und die Unruhe in ihnen wuchs, doch schließlich standen sie vor dem dreigeteilten Torbogen. Der schleierartige Vorhang, der sich bei ihrem ersten Besuch nur leicht bewegt hatte, flatterte nun wild umher.

Die drei Schattenmagier mussten unwillkürlich schlucken, als sie die Energien spürten, die von dem Bogen ausgingen. Die drei standen einen Moment nur stumm da. /Seid ihr bereit?/ fragte Yami, der selbst in Gedanken flüsterte, als hätte er Angst, ein falscher Laut wäre verwerflich.

/-/Ja/-/ erwiderte Yugi und versuchte, seinen Geliebten soviel Mut, Zuversicht und Hoffnung zu schicken, wie er aufbringen konnte, während er Yamis Hand in die seine nahm. /-/Wir werden das bestimmt schaffen. Schließlich sind wir alle drei zusammen./-/

/'/Ja/'/ antwortete auch Kaiba, der Yamis andere Hand ergriff, während er versuchte, den beiden anderen etwas von seiner Stärke und Entschlossenheit zu geben. /'/Wer sich uns in den Weg stellt, sollte besser vorsichtig sein./'/

/Gut/ sagte Yami, die starke Gefühlsbindung einen Moment genießend und mit seiner Liebe beantwortend, ehe er die beiden Hände in den seinen ermutigend drückte. Wie eine Person machten die drei einen Schritt vorwärts, so dass sie im Tor standen.

Augenblicklich richtete sich all die Energie, die frei durch den Raum und das Tor geflogen war, auf sie. Ein starker Schmerz durchzuckte jeden der drei, ausgehend von der Brust, so dass sie einen Moment ihre Augen schlossen, und sie hörten einen unmenschlichen Schrei, der unglaublich viel Emotionen in sich trug, aber die deutlichsten waren Schmerz, Wut und Verzweiflung. Erinnerungen, die nicht ihre eigenen waren, erfüllten sie, als sie ein Stück des Bewusstseins des Wesens sahen…

--Erinnerungen--

Ein königlich gekleideter Mann Mitte zwanzig saß an einem Tisch voller Papyrusrollen, die wild durcheinander lagen, und hatte seinen Kopf in den Händen vergraben. Die Tür öffnete sich und ein dem Mann sehr ähnlich sehender Mann kam herein. Der erste Mann, Atemus Vater, hob seinen Blick und sah zu, wie sein um wenige Minuten jüngerer Bruder auf ihn zueilte. „Neuigkeiten von der Front?" fragte der erste besorgt.

„Nein, mein Bruder, nicht seit der letzten Niederlage und dem dankenswert darauf folgenden Patt", antwortete der junge Akunadin. „Aber dafür habe ich eine andere gute Nachricht. Ich kann dir einen Erfolg in meinen Studien melden."

In Akunamkanons Augen leuchtete ein Funken Hoffnung auf. „Du hast etwas gefunden, mit dem wir ihre übermächtigen Truppen und Zauberer aufhalten können?" Akunadin nickte. „Berichte!"

„Nun, wie du weißt, dauern unsere Ritualzauber zu lange und sind zu unflexibel, als dass wir sie gegen unsere Angreifer einsetzen könnten", begann der jüngere der Zwillinge. „Aber dank verschiedener Theorien unserer weisen Vorfahren, habe ich ein Ritual entwickelt, dass es uns ermöglicht, mächtige magische Gegenstände zu schaffen, mit denen wir auf der Stelle mächtige Zauber ausführen und unsere Feinde damit besiegen können."

„Ist es dir bereits gelungen, einen solchen herzustellen?" fragte der Pharao seinen Bruder aufgeregt. „Und wie schnell kannst du weitere herstellen?"

Akunadin sah sein Gegenüber etwas unsicher an. Er wusste, dass sich das hoffnungsvolle Gesicht seines Bruders sofort in Entsetzen und Qual verwandeln würde, wenn er ihm die Details seines Vorhabens schildern musste. „Um ehrlich zu sein", hob er zu sprechen an, in der Hoffnung, das scheinbar Unvermeidliche hinauszuzögern, „erfordert dieses Ritual ein Opfer, das ich nicht einfach so ohne deine Zustimmung machen wollte. Aber meine Göttin Isis((4)) hat mir durch ihr Tier mitgeteilt, dass das Ritual sehr vielversprechend ist. Es ruft eine Macht an, die die Götter nicht kennen, und daher ist sie auch etwas, was wir gegen unsere Feinde einsetzen können, ohne dass ihre Götter sich einmischen können wie das letzte Mal, als sich unsere Götter auf unserer Seite schlugen und es ein Unentschieden gab."

„Gut", sagte der Pharao entschlossen. „Wie lange brauchst du für dein Ritual und was benötigst du?"

„Nun", erwiderte Akunadin zögerlich. „Ich muss es an einem anderen Ort als hier durchführen. Isis hat mir auch schon mitgeteilt, welche Stadt sie für am günstigsten hält. Dort können wir es allerdings nur einmal vornehmen. Mit diesem einen Durchführen des Rituals werden wir dort sieben Gegenstände erhalten, die aber unserer Meinung nach reichen, um unsere Feinde zu besiegen. Dafür brauche ich übrigens Gold, das ich aber schon mit ihrer göttlichen Erlaubnis aus dem Tempelschatz der Isis genommen habe. Was allerdings das Opfer für das Ritual betrifft--"

Genau hier wurde die Erklärung des jüngeren Zwillings unterbrochen, da ein aufgeregter Bote eintrat. „Eure Majestät, ehrenwerter Akunadin", keuchte er, während er sich vor den beiden hohen Herren verneigte. „Schlechte Nachrichten. Ka-n-Sob((5)) ist gefallen, und unsere verbleibenden Truppen sind zerstreut."

„Danke. Du kannst dich zurückziehen und etwas ausruhen", entließ Akunamkanon den Boten. Auch wenn er vor dem Boten gefasst wirkte, so kannte Akunadin seinen Bruder doch gut genug, um die Sorge und Verzweiflung in seinem Inneren zu sehen.

Der erschöpfte Bote, der sich durch die Ruhe seines Herrschers offenbar nicht mehr ganz so hilflos fühlte, wenn man dem Aufhellen seines Gesichtes glauben konnte, zog sich zurück. Sobald er fort war, trat Akunamkanon zu seinem Bruder und legte ihm die Hand auf die Schulter. „Tu, was immer getan werden muss", befahl er. „Führe dein Ritual durch, opfere, was auch immer du opfern musst((6)). Ich werde derweilen versuchen, die verbleibenden Truppen in Mn-Nefer((7)) zu sammeln und unsere Feinde dort aufzuhalten, bis du mit den Gegenständen zu uns stößt."

Dann drehte er sich zur Tür. „Kai((8))", rief er, und sofort trat der Oberste der königlichen Leibgarde ein.

„Wie sind Eure Befehle, mein Pharao?" fragte der Mann, während er sich verbeugte.

„Mir wurde gerade berichtet, dass Ka-n-Sob gefallen ist" erwiderte der Pharao ruhig. „Daher werde ich selbst eine neue Front in Mn-Nefer aufbauen mit allem, was wir noch haben."

Der Soldat straffte sich. „Meine Männer und ich sind bereit, Euch überall hin zu folgen", antwortete Kai fest. Er wusste, dass ihre Chancen auf einen Sieg gleich Null sein würden, doch war er fest entschlossen, für seinen Pharao und sein Land in den Tod zu gehen und so viele Feinde wie möglich mit sich zu nehmen.

„Danke, mein Freund, aber für dich habe ich eine andere Aufgabe", sagte Akunamkanon und lächelte sanft über die Treue des Mannes ihm gegenüber. Als der Leibwächter anscheinend widersprechen wollte, hob der Pharao seine Hand und fuhr mit Entschiedenheit in seiner Stimme fort: „Mein Bruder hat einen Weg gefunden, wie wir vielleicht doch noch siegen können. Er wird ein Ritual durchführen, und ich möchte, dass du und die Hälfte deiner Männer ihn zu dem Ort begleiten. Akunadin hat alle Vollmachten, und ihr müsst jeden seiner Befehle widerspruchslos befolgen. Sorgt dafür, dass er alles bekommt, was er braucht, und beschützt ihn um jeden Preis."

Kai sah seinem Herrscher einen Moment in die Augen, doch als er sah, dass jeglicher Widerspruch zwecklos sein würde, nickte er. „Jawohl, mein Pharao."

„Gut. Die Zukunft unseres Landes liegt in euren Händen. Suche deine Männer zusammen, und dann brecht so schnell wie möglich auf."

„Jawohl, mein Pharao", sagte der Leibwächter gehorsam, und nachdem er seinen Herrscher noch einmal besorgt angesehen hatte, als hätte er Angst, ihn nie wiederzusehen, verneigte er sich und eilte davon.

Akunamkanon hingegen wandte sich wieder seinem Bruder zu. „Kehre so schnell wie möglich zurück. Wir zählen auf dich. Du bist unsere letzte Hoffnung, mein Bruder."

Die beiden Brüder umarmten sich. Akunadins Augen füllten sich mit Tränen. Er wusste, was genau das Opfer sein würde, doch war es die einzige Chance, die er für ihr Land sah. Was war auch ein Dorf im Vergleich zu ganz Kemet? Allerdings war er erleichtert, dass es ihm erspart geblieben war, seinem Bruder diese Einzelheit zu erzählen. „Ja, ich werde mich beeilen, mein Bruder."

Sie lösten ihre Umarmung und Akunadin machte einen Schritt auf die Tür zu, doch Akunamkanon fasste ihn am Arm, so dass er sich noch einmal umdrehte. „Wenn mir etwas zustoßen sollte, verlasse ich mich auf dich", sagte der Pharao Kemets schlicht. „Bringe Kemet Frieden und Wohlstand zurück."

Akunadin sah ihn einen Moment verständnislos an, ehe ihm klar war, wovon sein Bruder sprach. „Das wirst du viel besser machen, als ich es je könnte, Bruder", erwiderte der jüngere Zwilling schließlich mit festem Gesicht. „Außerdem würde ich dir nie verzeihen, wenn du frühzeitig zu Mutter, Vater und den Göttern gehst, um dich hier vor deiner Verantwortung zu drücken."

Dann drehte sich Akunadin wieder zur Tür und eilte aus dem Raum, seinen sanft lächelnden Bruder zurücklassend. Der jüngere der Zwillinge stieß außerhalb des Palastes auf Kai und fünfzig der Leibwächter seines Bruders, die schon auf ihn warteten. Außerdem waren auch noch die anderen fünf Priester, die Akunadin aus dem Isistempel mitgenommen hatte, aufbruchsbereit bei ihnen, so wie er es ihnen aufgetragen hatte, bevor er den Pharao aufgesucht hatte.

Kurz prüfte er, ob das heilige Gold aus dem Tempelschatz der Isis sicher verstaut war, und die Zutaten und weiteren Dinge, die er für das Ritual brauchte, alle vorhanden waren, ehe er das Zeichen zum Aufbruch gab. Schnell wie der Wind ritten die Männer durch die Stadt, während der Pharao sie von einem Balkon aus beobachtete und gedanklich ein Gebet sprach, in dem er die Götter bat, sie alle zu beschützen.


Nachdem sie mehrere Tage ihre Pferde bis zum Äußersten getrieben hatten, erreichte die kleine Gruppe schließlich den kleinen Ort Kul Elna. Isis hatte von den Aufzeichnungen ihres Gatten((9)) erfahren, dass die Kas der Menschen in diesem Dorf ausgeglichen waren, und sie wusste, dass das die perfekte Bedingung für das Ritualopfer war.

Die Menschen des Dorfes empfingen die Besucher wohlwollend und boten ihnen sofort Unterkunft an, was Akunadin mit seinen Priestern annahm, während er den Soldaten befahl, direkt vor den Toren Wache zu halten, niemanden hinein zu lassen und unter allen Umständen außerhalb der Stadtmauern zu bleiben, bis sie gerufen wurden. Die Dorfbewohner, die meinten, es wäre nur zum Schutz der Besucher und deren geheimen Vorhabens, begrüßten sogar diese Maßnahme und unterstützten die Ritualvorbereitung, soweit sie konnten.

Schließlich waren alle Vorbereitungen getroffen, und bei Sonnenuntergang begannen die Priester das Ritual. In der Dorfmitte war ein großer Kreis gezogen worden, in dem ein großer flacher Stein lag, in dem sieben Öffnungen zu den Hohlräumen waren, in die das Gold zur Fertigung der Gegenstände gegossen werden sollte. Auf der einen Seite des runden Steines, außerhalb des inneren Kreises, war eine etwa drei Meter hohe Plattform. Um das Ganze war der Ritualzirkel gezogen worden, in dem die Priester standen, und den runden Stadtmauern folgend war noch einmal ein Schutzzauber geschaffen worden.

Der erste Schritt des Rituals war eine Art Hypnosezauber, der nach Akunadins Vorhaben jeden der genau neunzig Bewohner des Dorfes in Trance versetzte, sie zu dem Versammlungsort rief und in der für das Ritual günstigsten Reihenfolge aufstellen ließ. So kamen alle Menschen des Ortes an den Dorfplatz, Männer, Frauen und auch die Kinder, von den letzteren wurden sogar noch einige von ihren Müttern getragen. Der jüngere Bruder des Pharao und seine Priester sahen schweren Herzens, aber entschlossen, das Ritual dennoch durchzuführen, zu, wie die Dorfbewohner sich versammelten.

Was aber weder der Zwillingsbruder des Pharao noch seine Männer wussten, war, dass es nach ihrer Wahl des Ortes noch eine Veränderung in der Bevölkerung gegeben hatte. Zwar hatte Isis für sie geprüft, dass in den nächsten drei Monaten keiner der Menschen eines natürlichen Todes sterben würde, aber ihnen war entgangen, dass eine der Frauen vor kurzem ein Kind bekommen hatte. Daher wurden alle zusammengerufen, außer einem kleinen Jungen, dessen von Isis vorhergesehener Platz das Ka des Babys viel besser einnehmen konnte, da die Stärke seines jungen Lebens im Dorf eher seinen Gegensatz fand als die überdurchschnittliche des sechsjährigen Jungen.

Nachdem die Priester der Meinung waren, dass alle Dorfbewohner sich versammelt hatten, schickten sie ein Signal zu den Männern der Leibgarde, so dass diese ihre Posten außerhalb der Stadt verließen und zu ihnen kamen, um gemäß der Anweisung des Priesters zu helfen, die Menschen in das dunkle Feuer, das im Inneren des engsten Kreises durch den Beginn des Rituals brannte, zu geleiten. Die Männer fühlten sich verständlicherweise äußerst unwohl, seit sie erfahren hatten, was genau sie machen sollten und was für das Ritual erforderlich war, doch den unschuldigen Menschen nun tatsächlich gegenüberzustehen und zu wissen, dass sie nun mit ihrer Hilfe sterben würden, war noch viel schlimmer. Daher übernahm Kai die schrecklichste Aufgabe selbst, um sie seinen Männer zu ersparen, auch wenn Tränen der Trauer und Schuld seine Sicht sehr verschwimmen ließen, während er sie ausführte: Er trug die Kinder, die noch nicht selbst die Stufen hinaufkamen auf das Podest und warf sie in das Feuer. Dass sie dabei in Trance waren und daher zumindest nichts spürten, war nur ein sehr schwacher Trost für den Anführer der Leibgarde und seine Männer. Das Wissen, dass die Dorfbewohner in dem Feuer nicht nur ihr Leben verloren, sondern dass auch ihre unsterblichen Körperbestandteile dabei auf ewig verdammt wurden, hatte Akunadin den Soldaten immerhin verheimlicht, als er ihnen erzählt hatte, was sie für die Rettung Kemets tun mussten, um ihre Qual nicht unnötig zu vergrößern.

Die Opferung der Dorfbewohner schritt voran, ohne dass einer der an ihr Beteiligten den kleinen Zuschauer bemerkte, der sich geschockt und voller Angst in den Schatten einer nahe gelegenen Gasse versteckt hielt. Nachdem schließlich der letzte Bewohner im nun blauleuchtenden Feuer verschwunden war, holten die Männer der Leibgarde das heilige Gold der Isis und warfen es ebenfalls hinein. Die Ritualflammen schmolzen es und versahen es mit den Kräften der geopferten Menschen, während es in ihnen schwebte. Erst als die magischen Flammen erloschen, da sie all ihre Macht abgegeben hatten, floss das Gold in die sieben Öffnungen auf dem Stein im Boden und verteilte sich, ohne Rückstände zu hinterlassen, in die Formen der Gegenstände.

Unter weiteren Beschwörungsformeln und Zaubern erkaltete das Gold, bis die Gegenstände schließlich vollendet waren. Während die Priester sich einen Moment in ihren Positionen ausruhten, zerbrachen einige der Soldaten auf Akunadins Anweisung hin den Stein, um die Gegenstände zu befreien, was allerdings eine große Energiewelle auslöste, die die ganze Stadt erfüllte und die Soldaten tötete. Der Bruder des Pharao hingegen mit seinen Männern, die in ihren Zauberkreisen des Ritualzirkels geschützt waren, beobachteten dies mit hilflosem Entsetzen, da sie etwas Derartiges nicht erwartet hatten.

Die Tränen des kleinen Jungen hingegen, dessen Magie sich als Angehöriger vieler der Opfer durch die Energiewelle verstärkt hatte, statt sein Leben zu nehmen, versiegten in diesem Augenblick. Zu übermächtig waren die Rachegedanken der Ka-Monster der Dorfbewohner, die ihn ergriffen, als dass seine eigenen Gefühle sich gegen sie hätten durchsetzen können. Die starken Emotionen und die unglaubliche Macht, die ihn so plötzlich durchströmten, ließen seine Haare schlagartig weiß werden und überwältigten ihn nur wenige Sekunden später, so dass er nicht mehr sah, wie die Priester ihre Positionen verließen und sich den Gegenständen näherten.

Ängstlich sahen sie auf ihre neue Schöpfung, und keiner von ihnen außer Akunadin schien sich näher als eine Armeslänge an sie heranzutrauen. Der Bruder des Pharao hingegen musste wissen, ob seine Arbeit und das Opfer umsonst gewesen waren oder nicht. Zögerlich streckte er die Hand nach dem augapfelartigen Gegenstand aus und ergriff ihn. Er spürte die Macht in dem kleinen runden Objekt geradezu pulsieren, als er es genauer betrachtete. Schließlich führte er es an sein linkes Auge, das wegen einem Vorfall in seiner Kindheit ohnehin fast blind war, und drückte es, die Schmerzen und das Blut ignorierend, hinein.

Die Macht, die er daraufhin spürte, ließ ihn erleichtert aufatmen und den Schmerz, den er sich selbst zugefügt hatte, vergessen. Alles, was zählte, war, dass er Recht gehabt hatte. So groß und furchtbar das Opfer auch gewesen war, es war immerhin nicht umsonst gewesen. Akunadin wusste, dass diese Gegenstände seinen Bruder und ganz Kemet retten konnten.

Schnell ließ er sich von seinen Priestern Tücher und einen Sack bringen und verpackte anschließend die verbleibenden Gegenstände sicher darin. Dann schwangen sich die Priester auf ihre Pferde, um Kul Elna so schnell wie möglich zu verlassen. Sie waren derart in Eile, dass sie nicht einmal bemerkten, dass sich das Stadttor, dem sie sich näherten, verändert hatte und dass nun ein schleierartiger Vorhang in ihm wehte. Akunadin ritt ganz hinten und konnte dank seines neuen Auges zusätzlich zu dem, was für die anderen im Mondlicht zu erkennen war, auch noch bestimmte Magie sehen. Daher war er der einzige der Priester, der sah, dass etwas nicht stimmte, auch wenn er zunächst nicht ganz verstand, was das vor ihnen war. Zwar warnte er seine Gefährten, sobald er erkannte, dass ihnen von dem Tor Gefahr drohte, doch es war bereits zu spät. Die ersten seiner Männer hatten den Schleier bereits erreicht und waren dahinter verschwunden, und die anderen konnten ihre Pferde nicht mehr schnell genug zügeln, als sie den Befehl zum Anhalten hörten. Somit war Akunadin der einzige, der rechtzeitig sein Pferd bremsen konnte. Schnell erkannte er, dass er seinen Freunden genauso wenig helfen konnte, wie er den Soldaten seines Bruders hatte helfen können. Nachdem er die Kräfte des Auges das erste Mal richtig an der benachbarten Mauer ausprobiert und das beschworene Ka-Monster die Wand zerstört hatte, verließ Akunadin eiligst die Geburtsstätte der Millenniumsgegenstände.

--Ende der Erinnerung--

Yami, Yugi und Kaiba kamen wieder zu sich, und das erste, was sie fühlten, war die starke, aber nachlassende Hitze auf ihrer Brust. Dazu kam ein plötzliches Verständnis des bzw. der Schattenreiche und der Magie, wie sie es nirgendwo gelernt hatten, ohne zu wissen, woher sie es plötzlich wussten. Instinktiv verstanden die drei, dass das Ritual nicht nur in Kul Elna Schlimmes angerichtet hatte, sondern dass auch das Gleichgewicht des Schattenreichs dadurch zerstört worden war.

Nachdem ihr Bewusstsein ein paar Minuten damit gekämpft hatte, all die plötzlichen Erkenntnisse zu verarbeiten, öffneten sie ihre Augen und sahen sich um. Alles, was sie sahen, war eine dunkelgraue Welt, die starke Zerstörungen aufzuweisen schien, hier und da lagen bzw. standen versteinerte Duelmonster. Doch was ihre Aufmerksamkeit sofort auf sich zog, war ein riesiges schwarzes Monster mit merkwürdigen leuchtenden Linien auf seinem Körper, die sich auf seinen ganzen Körper entlang zogen, und das überhaupt merkwürdig zusammengesetzt aussah, als wäre es aus sehr vielen einzelnen Monstern entstanden.

Mit unzähligen hasserfüllten dunkelroten Augen sah es auf sie herab und stieß aus einer Vielzahl von Mündern einen einzigen seelenerschütternden Schrei aus. Sofort machten sich die drei kampfbereit, doch als sie ihre Millenniumsgegenstände in die Hand nehmen wollten, griffen sie nur ins Leere. Als sie daraufhin an sich heruntersahen, erkannten sie, dass das Puzzle, der Schlüssel und der Stab mit den Körpern ihrer Träger verschmolzen waren und nun als ‚goldenes Tattoo' ihre Körper schmückten.

In ihrer Überraschung hatten sie gerade noch Zeit, dem ersten Angriff des merkwürdigen Vielfach-Monsters auszuweichen, indem sie sich in unterschiedliche Richtungen in Sicherheit brachten. Während das Monster einen Moment überlegte, welchem seiner drei Zieles es jetzt zuerst folgen sollte, nutzten die drei Schattenmagier die wenigen Sekunden, die ihnen die Unsicherheit ihres Gegners gebracht hatte, um in sich zu gehen und ihre Gegenstände zu aktivieren, die ihre Körper mit ihrer Macht erfüllten wie niemals zuvor.

Durch ihre Gedankenverbindung perfekt aufeinander abgestimmt griffen die drei an, während das Monster sich anscheinend gerade dazu entschlossen hatte, Yugi anzugreifen, da es sich ihm zuwandte. Bevor es allerdings etwas tun konnte, wurde es von den Zaubern der drei getroffen und wurde mit einem vielfachen Schmerzensschrei zerteilt, woraufhin die Teile zu Boden fielen und die leuchtenden Linien auf seinem Körper erloschen.

„Oh, nein", stieß Yugi entsetzt hervor und sank auf seine Knie.

„Was ist denn? Bis du verletzt?" fragten Yami und Kaiba wie aus einem Mund und rannten bestürzt zu ihrem kleineren Geliebten.

Yugi schaute mit Tränen in den Augen zu ihnen hoch, und seine Stimme brach fast, als er ihnen sagte, was er in dem kurzen Augenblick, in dem er mit dem Monster Blickkontakt gehabt und deswegen mehr von ihm hatte spüren können, erkannt hatte. „Dieses Lebewesen ist-- war das Ergebnis einer erzwungenen Mehrfachfusion von Ka-Monstern… Genauer gesagt, es ist bei dem Ritual in Kul Elna entstanden. Die Kas der Dorfbewohner wurden dazu gezwungen, sich zu vereinigen und all die Zeit, die seitdem vergangen ist, waren sie hier, in ihrem Hass vereint und auf ewig verdammt…"

„Was?" fragte Kaiba entsetzt, während Yami kein Wort herausbrachte. „Soll das heißen, sie sind hier seit 3000 Jahren und…"

Yugi zitterte, als er weitersprach und die Vermutung des CEOs bestätigte. „Ja, und seit dieser Zeit sind sie hier und verwüsten in ihrem Zorn und ihrer Hilflosigkeit diese Welt, die allen Ka-Monstern gehört. Das hier ist keine einfache Prüfung. Wir müssen den Schaden wiedergutmachen, den unsere Rasse in dieser Welt angerichtet hat."

„Aber--", hob Yami an, doch weitersprechen konnte er nicht, da erneut ein wütender Vielfachschrei hinter ihnen erklang. Sie drehten sich um und sahen, dass ihnen nun drei Monster, nämlich zwei kleinere und ein großes gegenüberstanden.

„Wir haben keine Zeit", sagte der Pharao entschieden, auch wenn seine Geliebten seine Schuldgefühle mehr als deutlich spüren konnten. „Wir müssen es, oder eher sie, besiegen."

Ohne viel nachzudenken, richteten sie sich auf und wichen wieder in unterschiedliche Richtungen aus, nur dass ihre Gegner diesmal scheinbar nicht überlegen mussten, wem sie folgen sollten. Yugi und Kaiba wurden augenblicklich von jeweils einem der kleineren Vielfachmonster verfolgt, während sich das deutlich größere Yami widmete.

Kaiba kämpfte verbissen gegen seinen Gegner, auch wenn das Monster ihm keine Gelegenheit gab, seine Kräfte effektiv zu bündeln. Dabei fiel ihm auf, dass Yugi, der einen verzweifelten Gesichtsausdruck hatte, sich nur darauf zu beschränken schien, auszuweichen. Zwar wusste er, dass sich sein kleinerer Geliebter lieber verteidigte als anzugreifen, doch war es ihm unverständlich, warum er derart passiv war. Mehrmals fühlte er, dass Yugi hätte angreifen können, und der Braunhaarige hatte auch ein paar Schwachstellen im Angriff des Monsters gesehen, doch obwohl sein Geliebter Anstalten machte, diese zu nutzen, entschied er sich dann doch in letzter Sekunde dagegen und wich stattdessen nur aus.

/'/Was ist los, Yugi?/'/ fragte er, während er sich auf die Verbindung mit dem Kleineren konzentrierte und sich daher für den Moment ebenfalls auf Verteidigung beschränkte. /'/Du musst angreifen./'/

/-/Aber/-/ kam die zaghafte Antwort. /-/Die Monster sind unschuldig, und ihr Zorn ist verständlich. Was ist, wenn ich sie oder einige von ihnen endgültig töte?/-/

/'/Wir haben keine Zeit für solche Überlegungen/'/ antwortete Kaiba. /'/Erst einmal müssen wir an die Milliarden anderen Monster denken, die gegen dieses hier machtlos sind./'/

/-/Aber damit machen wir uns doch genauso schuldig wie Akunadin und seine Männer!/-/ erwiderte der Kleinere, und seine Augen trafen die blauen seines Geliebten. /-/Eigentlich sogar noch schuldiger, da wir viel mehr wissen als sie damals./-/

Diesen Moment, den die beiden abgelenkt waren, um sich anzusehen, nutzten die beiden angreifenden Monster. Große dunkle Energiewellen hüllten Yugi und nur wenige Hundertstelsekunden später auch Kaiba ein, und die Monster schienen mit ihnen zu explodieren. Yami, der sich gerade in diesem Augenblick zu seinen Geliebten wandte, da er natürlich ihr Gespräch mitangehört hatte, starrte einen Moment vor Entsetzen gelähmt die Stelle an, an der die beiden eben noch gestanden hatten.

Ein unmenschlicher Schrei entrang sich seinen Lippen, und etwas tief in ihm erwachte zu neuem Leben, etwas, das immer bei ihm gewesen war und sich doch nie so wie bei anderen Menschen mindestens für Schattenkundige gezeigt hatte: Sein Ka-Monster.

Yami spürte die Hitze des Monsters, wie er in Flammen aufging, als sie eins wurden, was noch niemals bei einem Menschen geschehen war, soweit er wusste. Das Ka konnte sonst nie ganz eins mit dem Körper werden, aber nun brach diese Grenze für ihn. Doch nicht nur Ka und Körper wurden unzertrennlich eins, auch seine restlichen Bestandteile, das Ba, das Herz, der Schatten und sein wahrer Name, Atemu, verschmolzen unwiderruflich, wodurch eine unglaubliche Macht, die weder die Menschenwelt noch das Schattenreich je gesehen hatte, entstand. Feurige Flügel schlugen kraftvoll, und der heilige Göttervogel((10)) erhob sich mit einem Schrei, der von seinen Schmerz und seiner Verzweiflung zeugte, zum ersten Mal in den Himmel.

Nach einem kurzen Kampf mit dem Vielfach-Monster, von dem Yamis Bewusstsein, das nach seinen Geliebten rief, selbst nicht allzu viel mitbekam, zersprang sein Gegner in vier weitere kleinere Versionen, genau wie die, gegen die auch Yugi und Kaiba gekämpft hatten und die sie dem Rotäugigen genommen hatten. Die kleineren Vielfachmonster flohen mit einem merkwürdigen Schrei in verschiedene Richtungen, ehe der Pharao etwas tun konnte, und waren Sekunden später nicht mehr zu sehen.

Yami, der sich unglaublich leer fühlte, da er seine Geliebten weder sehen noch spüren konnte, sank einfach zu Boden, unfähig, mehr zu tun. Er schleppte sich zu den Stellen, an denen seine beiden Geliebten verschwunden waren, doch spürte und wusste er, dass er nichts tun konnte, selbst wenn sie noch lebten. Das Band zwischen ihnen war seit dem letzten Angriff verschwunden, keine Tür führte mehr aus Yamis Seelenraum in die ihren. Für den Pharao waren sie trotz all der Macht, die ihn nun durchströmte, unerreichbar geworden. Verzweifelt schrie er seine Trauer in die zerstörte Schattenwelt hinaus, gleichgültig ignorierend, dass sie langsam begann, sich zu regenerieren.

Fortsetzung folgt…

Anmerkungen

((1)) Die ZAG-Prüfungen bei Harry beginnen um die S. 834 und ziehen sich bis ins nächste Kapitel hin. Übrigens hat Harry den Traum, in dem Voldemort Sirius bedroht, während der letzten Prüfung, nämlich der von Zaubereigeschichte am Donnerstagnachmittag der zweiten Prüfungswoche.

((2)) Als Harry am nächsten Tag Madame Pomfrey nach ihr fragt, sagt sie, es sei ein Wunder, dass das nicht passiert sei (S. 858). Daher dachte ich, dass ich es reinbringen könnte… Vor allem, da ich mir nicht vorstellen kann, dass die drei da tatenlos zusehen würden.

((3)) In der Großen Halle wird ja schließlich die Prüfung geschrieben.

((4)) Isis war die Göttin der Zauberei usw. Sie war es auch, die ihren Bruder und Ehemann Osiris wieder zum Leben erweckte.

((5)) Annuket: Dieses Dorf habe ich erfunden… Wurde halt ausgelöscht…
Magician: Heißt der Name was? ‚Kopf fragend schief leg'
Annuket: ... Weiß nicht mehr… Wahrscheinlich ‚Ka des Sobek'… falls ich mir was dabei gedacht hatte. ‚unsicher sei' Schon so lange her. Aber Sobek wurde ja eher in den Oasen verehrt, soweit ich mich erinnere, d.h. die Angreifer würden von W oder NW kommen. Das ist dann schon in Ordnung,

((6)) Annuket: Er hat sich aber das tatsächliche Opfer nicht im Entferntesten vorstellen können.
Magician: Ist ja auch kein Wunder. Mal ehrlich, Menschenopfer sind nicht gerade etwas Alltägliches. Wie sollte er darauf kommen? Armer Kerl, das wird ein Schock für ihn.
Annuket: Wieso? Atemus Vater erfährt es doch nicht. Sein Bruder ist der einzige (menschliche) Zeuge -außer Baku-Ra und mal ehrlich, warum sollte der Pharao ihm gegen das Wort seines Bruders vertrauen, falls er überhaupt vor ihn kommt?- und warum sollte er es ihm verraten? Ich denke, dass das Auge Akunadin nur langsam hat wahnsinnig werden lassen und damit zum Verräter gemacht hat, weil er sicher an sich einen starken Charakter hat. Somit passiert auch nichts, solange sein Bruder lebt.
Magician: Auch wieder wahr. Hatte nur die Serie im Kopf, wo er es ja von Mahado erfährt.

((7)) Das ist der ägyptische Name von Memphis.

((8)) Das ist nur eines der Worte für ‚stark'. Mir ist nichts Besseres eingefallen.

((9)) Zur Erinnerung: Osiris ist der Herrscher über das Totenreich.

((10)) Bei mir ist ganz offensichtlich ‚der geflügelte Drachen des Ra' Yamis Ka-Monster. Allerdings wird er bei mir nur heiliger Göttervogel heißen, da es ja nicht wirklich was mit Ra zu tun hätte, außer, dass er einem Phönix ähnlich sieht, wenn er seine volle Stärke nutzt.


Annuket: So, ich hoffe, das Kapitel hat euch auch gefallen und somit wenigstens etwas für die lange Wartezeit entschädigt. Wie gesagt, das nächste Kapitel sollte etwa in einer Woche oben sein. Feuern wir alle Magician an, dass sie ein bisschen Zeit dafür abkapseln kann und nicht ein unkorrigiertes Kapitel hochgeladen werden muss. Wobei unkorrigiert ja besser als gar nicht ist, oder? Da wird zwar nicht alles aufgelöst, aber zumindest erfährt man ein bisschen was.

Magician: Ich werde mich reinhängen, schließlich geht die richtige Arbeit bei mir erst nächste Woche los. Den ersten Durchgang schaffen wir also bestimmt vorher. ‚murmel' ...sofern mein Computer wieder geht... ‚bricht in Tränen aus'

Annuket ‚umarm': Das wird bestimmt wieder. Dein Computer ist doch jetzt beim ‚Doktor'. Der kümmert sich liebevoll um ihn, damit er bald wieder funktioniert. Hier für die Glückshormone ‚Kakao reich'

Magician ‚schnief': Danke. Aber die ‚Kur' dauert jetzt schon über drei Wochen... ‚sich aufraff' Aber du hast Recht. Immer positiv denken! Und sonst besetze ich den Computer meiner Mitbewohnerin. Ha! ‚irres Lachen'

Annuket ‚Magician besorgt anschau': Okey... Äh... Auf jeden Fall bis zum nächsten Mal, liebe Leser.