Zehsara ist auf dem Mist von Eclaire Riddle gewachsen, gebetat von Stephi und Lory
Kapitel 37
Zehsara
In der Küche herrschte einige Sekunden lang Stille, bis sich jemand zu Wort meldete. „Sie nennt sich seine Schwester?", fragte Lily und warf James einen misstrauischen Blick zu. Der bemerkte das und hob abwehrend die Hände. „Denk nicht mal dran, ich habe außer Harry keine Kinder in die Welt gesetzt". Sirius prustete los und wurde von James mit einem Todesblick bedacht.
„Ich bin mir sicher, dass Lufia kein Kind von euch beiden ist. Ich kannte ihre Mutter und weiß auch, wer ihr Vater ist. Warum sie sich als Harrys Schwester bezeichnet, ist mir hingegen ein Rätsel", warf Albus nachdenklich ein.
„Ich kenne diesen Namen auch und wenn es die Lufia ist, die ich meine, dann ist es gut, dass sie hier ist", sagte Severus. Auch Draco und Zissa schienen mit dem Namen etwas anfangen zu können, wie ihre Gesichter verrieten. Man begann, ihnen Informationen zu entlocken, genauer gesagt versuchte man es, aber die Vier schwiegen sich aus.
Als Harry in seinem Zimmer erschien, hatten Tonks und Lufia schon das Bad verlassen. Sie lümmelten sich in Bademänteln auf dem Bett und sagten gleichzeitig: „Na endlich!". „Sklaventreiberinnen!", gab Harry zurück und gab jeder der Beiden einen Kaffee. Auch Harry ließ sich auf dem Bett nieder und sie genossen schweigend ihre Espressi.
Als sie damit fertig waren, stellte Lufia ihre Tasse weg und begann zu sprechen: „Ich vermute, dass ihr einige Erklärungen haben möchtet. Fangen wir doch mit meinem Namen an, ich heiße Lufia Felicia Nott".
„Nott? Wie Theodor Nott?", fragte Harry dazwischen. „Ja, Theo ist mein Cousin. Allerdings weiß ich nicht, ob ich stolz auf diese Tatsache sein soll. Ich befürchte, dass er ein Anhänger von Riddle ist. Sein Vater, der ebenfalls Theodor heißt, ist auf jeden Fall ein Todesser", antwortete sie.
„Theo ist kein Anhänger Riddles, Lufia. Wir sind sozusagen Verbündete, allerdings erst seit wenigen Tagen. Kennst du Draco Malfoy?", fragte Harry. Lufia nickte und Harry fuhr fort: „Wir waren bis vor kurzem Feinde, aber das hat sich geändert. Draco hat mir erzählt, dass keiner seiner Klassenkameraden auf Voldis Seite steht und ich vertraue ihm".
„Gut. Wie ihr ja bestimmt an meinen Zähnen gesehen habt, bin ich eine Halbvampirin. Mein Vater ist Elias Nott, der jüngere Bruder von Theodor Nott. Meine Mutter ist eine Vampirin, sie heißt, oder genauer gesagt, sie hieß Zehsara. Sie ist tot, getötet von Riddle persönlich. Mein Vater hat sie ihm ausgeliefert", sagte sie bemüht emotionslos, aber Harry und Tonks hörten ihr an, dass sie mit den Tränen kämpfte.
Harry nahm sie in die Arme, sie schluchzte auf und lies ihren Tränen freien Lauf. Tonks legte ihr einen Arm um die Schultern und Lufia begann sich zu beruhigen. Nach einigen Minuten fuhr sie fort: „Elias hat meine Mutter vor 20 Jahren im Auftrag Riddles aufgesucht, um mit ihr über eine Zusammenarbeit zu verhandeln. Meine Mutter wollte nichts davon wissen, sie verabscheut Typen wie Riddle. Leider verabscheute sie nicht meinen Vater, sie verliebte sich in ihn und sie kamen zusammen, sie feierten sogar eine Bluthochzeit. Einige Jahre später wurde ich geboren, das war in dem Jahr, als Riddle von der Bildfläche verschwand. Meine Eltern lebten glücklich zusammen und als ich 11 Jahre alt wurde, kam ich in die Schule. Weil ich eine Halbvampirin bin, schickten mich meine Eltern nicht nach Hogwarts, sondern nach Irland, nach Dark Castle. Das ist eine Art Elite-Schule, die nur Geschöpfe wie mich aufnimmt, Halbvampire, Halbveela und andere magische Wesen. Dort lernt man nicht nur die normale Zauberei, sondern auch, seine speziellen Kräfte zu nutzen".
Da fiel ihr ein, was heute passiert war, sie sagte traurig: „Ich vermute, die Schule existiert nicht mehr, oder?". „Wenn du dieses Schloss in der Waldsenke meinst, dann hast du Recht, dort gibt es nur noch Trümmer. Die Einzige, die diesen Angriff überlebt hat, bist du. Es waren Todesser, die das Schloss zerstört haben, als ich ankam, feierten sie gerade ein wenig. Die meisten von ihnen werden wohl jetzt in der Hölle feiern", sagte Harry.
Lufias Gesicht war ein Fragezeichen, deshalb erzählte Harry seine Erlebnisse und wurde danach von ihr umarmt. „Dein Phönix hat was gut bei mir, Harry", sagte sie. „Kauf ihm einfach eine Tonne Trauben und einen Kasten Bier, dann seid ihr quitt!", gluckste Tonks. Lufias verblüfftes Gesicht ließ Harry und Tonks kichern, es war offensichtlich, dass sie noch nie von diesen Vorlieben der Phönixe gehört hatte. Wie bestellt erschien Fawkes auf dem Fußteil des Bettes und nahm Kontakt mit Harry auf: „ Das mit den Trauben und dem Bier gefällt mir, Freund, sie soll es ja nicht vergessen". „Na, geschnüffelt?", fragte Harry amüsiert. „Jap!", antwortete Fawkes, dem das offensichtlich nicht im Geringsten peinlich war.
Lufia erzählte weiter: „Es war alles in Ordnung, bis vor zwei Jahren das dunkle Mal meines Vaters wieder zum Leben erwachte. Erst brannte es leicht, aber es wurde im Laufe des Jahres immer stärker. Gegen Ende des Schuljahres fühlte mein Vater, dass Riddle ihn rief und obwohl meine Mutter ihn anflehte, zu bleiben, folgte er dem Ruf und verschwand. Als er zurückkehrte, war er wie verwandelt, er faselte vom Beginn einer neuen Zeit und dass meine Mutter und ich uns der dunklen Revolution anschließen müssten. Meine Mutter schickte mich in die Schule zurück, damit ich mich nicht in seinem Einfluss befinden würde".
Wieder traten Tränen in ihre Augen, sie wischte sie energisch fort und sprach weiter: „Ich habe meine Mutter nie wieder gesehen. Vor einigen Monaten erhielt ich einen Brief meines Vaters, in dem er mir mitteilte, dass Riddle meine Mutter getötete hatte. Er schrieb, dass es an mir läge, sie wieder ins Leben zurück zu bringen, denn Riddle hätte ihre Asche und mit seinem Blut, dem Blut ihres Mörders, könnte man sie wieder beleben. Ich müsste nur das dunkle Mal annehmen, aber das werde ich nie tun. Meine Mutter würde es nicht wollen und ich würde mich nie auf die Seite dieses Bastards stellen".
Harry hatte eine Idee, sie war auf den ersten Blick total aberwitzig, aber bei genauerem Nachdenken erschien sie ihm durchaus durchführbar. „Fawkes, weißt du, wo Voldis Hauptquartier ist?", fragte Harry telepathisch. „Natürlich, möchtest du ihn besuchen?", fragte Fawkes zurück, Harry hörte ihm an, dass er diese Idee für gut hielt. Das war etwas, was er an Fawkes mochte, er erweckte nie den Eindruck, ihn, Harry, aus jeder Gefahr heraushalten zu wollen. Harry fasste einen Entschluss, er sprach die beiden Frauen an: „Los, zieht euch etwas Vernünftiges an, in den Bademänteln könnt ihr ja nicht wirklich kämpfen!".
„Was hast du vor?", fragte Tonks besorgt, sie sah einen harten Glanz in Harrys Augen, den sie dort noch nie bemerkt hatte. „Na was schon, Zehsaras Asche holen. Wenn wir Glück haben, bekommen wir auch etwas Blut von Voldi", antwortete Harry und verwandelte sich in Nightmare. Lufia deutete auf ihn und wollte anscheinend etwas sagen, sie beschränkte sich aber auf stumme Lippenbewegungen. „ Metamorph, ich übrigens auch", sagte Tonks und lies sich eine Schweineschnauze wachsen und sie gleich darauf wieder verschwinden. Harry lachte plötzlich auf und wandte sich dem Spiegel zu, als er sich zurück drehte, grinste er und präsentierte seine Vampirzähne, die er sich wachsen lassen hatte. „Komm, Schatz, leg dir auch solche Beißerchen zu", forderte er seine Freundin auf.
Tonks folgte seiner Aufforderung, sie stellte sich vor den Spiegel und als sie sich umdrehte, verfügte sie ebenfalls über Vampirzähne. „Und jetzt wüsste ich gerne, was du vorhast!", sagte sie nachdrücklich. „Voldi besuchen, wie ich schon gesagt habe. Er bewahrt Zehsaras Asche bestimmt in seiner Nähe auf und nun kommen drei Vampire, um die Asche ihrer Artgenossin zu holen. Ihr Beide teleportiert mit Fawkes und sucht die Asche, ich beschäftige Voldi, indem ich ihm die Wärme meiner Gefühle zu ihm begreiflich mache". „Laut meinem Vater hat Riddle sie in einer Urne, welche in seinem Thronsaal steht", warf Lufia ein, die in Tonks Klamotten wühlte und gerade eine Jeans leicht angeekelt musterte. „Ich trage sonst nie Hosen, aber nun bleibt mir wohl nichts anderes übrig. Wenigstens ist sie schwarz", murmelte sie dabei. sie schnappte sich ein ebenfalls schwarzes T-Shirt und ein Paar Stiefel, die Tonks als Aurorin getragen hatte, und verschwand im Bad.
„Lässt du dich davon abbringen?, fragte Tonks ohne viel Hoffnung. „Nein, Schatz, ich ziehe das durch. Uns kann nichts passieren, wie Albus gesagt hat, gegen einen Teleporter ist kein Kraut gewachsen". Tonks nickte und begab sich ebenfalls zum Schrank, um sich ähnlich wie Lufia auszustaffieren. Die kam schon umgezogen aus dem Bad gestürmt, Panik stand in ihren Augen. „Verdammt, ich habe keinen Zauberstab mehr, Harry!", rief sie. Harry warf ihr seinen eigenen Stab zu und sagte: „Nimm meinen, ich brauche ihn heute nicht". Dann wandte er sich telepathisch an Fawkes: „Kannst du uns in den Thronsaal dieses Bastards bringen?". „Natürlich, mein Freund. Mach dir keine Sorgen um die Beiden, ich passe auf sie auf. Und du geh hart und kompromisslos vor, wenn du dich mit Voldi anlegst. Gib alles, was du hast, er hat es verdient, werd also ja nicht weich, wenn er schreien sollte!". „Keine Angst, Fawkes, dem heize ich ein", antwortete Harry. Dann wandte er sich an die beiden Frauen: „Seid ihr fertig? Dann greift euch Fawkes Schwanzfedern, ich reise auf dem Hinweg mit euch". Sie folgten seiner Anweisung, Lufia bekam eine schnelle Umarmung und Tonks einen brennenden Kuss, dann teleportierte Fawkes auf Harrys Anweisung hin.
Schrille Schreie empfingen sie, als sie in einem riesigen Gewölbe materialisierten. In einiger Entfernung konnten sie Voldemort sehen, der sich offensichtlich zu erzieherischen Maßnahmen veranlasst gesehen hatte. Vier Todesser lagen vor ihm auf dem Boden, er schickte in rascher Folge Cruciatusflüche unter sie. Das mussten die Todesser sein, welche den Angriff auf Dark Castle überlebt hatten. In Harry stieg eine unbändige Wut auf, hätte ihm in diesem Moment jemand ins Gesicht gesehen, wäre er angesichts seiner Augen erschrocken zusammen gefahren. Wie Voldemorts Augen in höchster Wut rot leuchteten, so leuchteten Harrys Augen in einem hellen smaragdgrün auf. Er konzentrierte sich mit aller Macht auf die Phönix-Magie in seinem Inneren, mit einem Aufschrei jagte er eine drei Meter große, blendend helle Feuerkugel auf seinen Todfeind. Voldemort wirbelte herum und schrie entsetzt auf, während er zur Seite hechtete. Er warf einen Blick auf seine Angreifer und sah, dass Lufia Nott bei ihnen war, aber die anderen Beiden kannte er nicht. Ein blonder Teenager schien derjenige zu sein, der ihm die Feuerkugel entgegen geschleudert hatte, denn er schickte erneut eine solche auf den Weg.
Voldemort hätte nicht ausweichen können, also apparierte er an das andere Ende des Thronsaals. Zum Glück konnte nur er hier apparieren, aber da sah er entsetzt, wie der Blonde sich auflöste und keine drei Meter von ihm entfernt wieder auftauchte. Der Blonde grinste und Voldemort sah seine langen Fangzähne, es musste ein unglaublich mächtiger Vampir sein, denn die Feuerkugeln sagten Voldemort deutlich, dass sein Gegner über Elementarkräfte verfügen musste. Erneut schoss der Blonde eine Feuerkugel ab, wieder apparierte Voldemort und wieder verfolgte der Blonde ihn. Und diesmal passierte es, eine Feuerkugel erwischte Voldemort und der lernte, dass es weit schlimmere Schmerzen als diejenigen gab, welche ein Cruciatusfluch verursachte. Voldemort schrie in absoluter Qual, er konnte sich nicht genug konzentrieren ,um zu apparieren. „Nightmare, komm, wir haben die Urne!", hörte er eine Frauenstimme rufen. Plötzlich verschwand das Feuer und als Voldemort aufblickte, war die Halle bis auf seine vier Todesser leer, die ihn groß anstarrten. Sie durften nicht leben, um die Nachricht seiner Niederlage zu verbreiten. Vier Todesflüche sorgten dafür, dass sie dazu keine Gelegenheit bekommen würden. Dann versank Voldemort in eine tiefe Meditation, um seinen zum Glück sehr widerstandsfähigen Körper zu heilen.
Kaum war Harry in seinem Zimmer materialisiert, da warf Tonks ihm schon ihre Arme um den Hals und Küsste ihn so heftig, dass sie sich ihre Zunge an seinen Fangzähnen aufschlitzte. Fluchend versuchte sie einen Heilzauber zu wirken, aber mit heraus gestreckter Zunge einen Zauberspruch zu sprechen war schwierig. Lufia stellte die Urne ihrer Mutter ab und erbarmte sich der blutenden Zunge, jetzt erst bekam sie die Gelegenheit, Harrys Stab zu benutzen. Er schien ziemlich gut mit ihrem magischen Kern zu harmonieren, natürlich nicht so gut wie ihr eigener Stab, aber zaubern konnte sie damit. Harry und Tonks ließen ihre Vampirzähne verschwinden, bevor sie sich erneut küssten. „Aus Schaden wird man klug", gluckste Lufia und musste ihrem Bruder zugestehen, dass er sehr gut küssen konnte, denn für ihre Vampirsinne war Tonks steigende Erregung deutlich zu erkennen.
Als die Beiden voneinander abließen, wandte sich ihre Aufmerksamkeit der Urne zu, welche Lufia wieder in den Händen hielt. „Wenn wir jetzt das Blut dieses Monsters hätten, könnten wir sie zurück holen", sagte Lufia traurig. „Wir brauchen sein Blut nicht", sagte Harry mit fester Stimme. „Natürlich brauchen wir es, nur das Blut ihres Mörders kann sie wieder beleben", antwortete Lufia. „Ich glaube nicht, dass das in diesem Fall zutrifft", sagte Harry und Lufia schaute ihn verwirrt an. Sie wusste, dass sie Riddles Blut brauchen würden, aber Harry wirkte so überzeugend, dass sie nicht mehr wusste, was sie denken sollte. Harry sah ihre Verwirrung und sagte: „Vertrau mir,. ich weiß, was ich tue". Er nahm ihr die Urne aus der Hand, sie widerstrebte erst, aber ließ sie dann los.
Er beschwor einen großen Tisch in der Raummitte, dann öffnete er die Urne und schüttete die Asche auf die Tischplatte. „Sind irgendwelche Rituale nötig oder reicht das Blut?", fragte Harry und sah Lufia an. „Nur das Blut", sagte sie und starrte gebannt auf Harry, der sich seinen Zauberstab von ihr geben ließ. Er hielt die linke Hand über die Asche, schlitzte sich die Handfläche mit einem Schneidefluch auf und ließ sein Blut, welches ziemlich heftig aus der Wunde strömte, auf die Asche tropfen. Als die Asche komplett mit Harrys Blut getränkt war, erhob sich plötzlich ein starker Wind in dem Raum. Die Vorhänge flatterten, das geöffnete Fenster begann hin und her zu schwingen und ein Gefühl der Bedrohung breitete sich aus. Der Wind verstärkte sich immer mehr, bis er die mit Blut getränkte Asche erfasste und sie von der Tischplatte wirbelte. Lufia und Tonks zogen sich an die Wand zurück, aber Harry bewegte sich keinen Millimeter von seinem Platz weg, denn er konnte diese Bedrohung nicht fühlen. Das lag daran, dass es sein Blut war, dessen Magie hier wirkte.
Der Wirbel wurde stärker, erst war er formlos, aber dann nahm er die Umrisse einer menschlichen Gestalt an. Es war eine Frau, das war eindeutig zu erkennen. Schwarze Flammen züngelten an ihr empor, erst stand sie aufrecht über der Tischplatte, aber dann wurde sie in die Waagrechte gekippt und senkte sich auf die Tischplatte. Kaum berührte der Wirbel den Tisch, da war der Spuk bereits zu Ende. Der Wind verschwand schlagartig und wo eben noch der Wirbel in Form einer menschlichen Gestalt war, lag nun eine nackte Frau auf der Tischplatte. Sie wirkte wie tot, aber nach einigen Sekunden öffnete sich ihr Mund und sie hauchte ganz leise: „Schwach. So schwach".
„Sie muss trinken!", rief Lufia panisch. Harry legte der Frau seine noch immer blutende Hand auf den Mund, einige Sekunden lang passierte gar nichts, aber dann begann sie erst schwach und dann immer stärker zu saugen. „Pass auf, dass sie dich nicht beißt!", warnte Lufia Harry. „Ich glaube nicht, dass sie das will", antwortete Harry. Die beiden Frauen wussten nicht, dass die Vampirin mittlerweile die Augen geöffnet hatte, sie blickte Harry an und in ihrem Blick lag keine Gier, nur unendliche Dankbarkeit. Nach einer Weile schob die nun nicht mehr so schwach wirkende Frau ihre Hand und drückte Harrys Hand zur Seite. „Ich danke dir, mein Freund, aber mehr darf ich von dir nicht trinken, sonst nimmst du Schaden".
Nun traten auch Lufia und Tonks näher und als die Frau Lufia erblickte, fuhr sie hoch und griff nach ihrem linken Arm. Sie drehte ihn, damit sie die Innenseite des Armes ihrer Tochter betrachten konnte, als sie feststellte, dass sie kein dunkles Mal trug, zog sie Lufia in ihre Arme. „Du hast es nicht getan!", rief sie, vor Freude schluchzend. „Nein, ich habe es nicht getan und ich hätte es auch nie, Mutter", antwortete Lufia, in deren Augen die Tränen glänzten. Die Vampirin begann zu schwanken, Harrys Blut, welches sie getrunken hatte, war zu wenig gewesen, um sie genug zu stärken. Tonks trat zu ihr, fügt sich einen Schnitt am Handgelenk zu und sagte: „Trink!". Die Vampirin schaute sie erstaunt an, aber Tonks drückte ihr die blutende Wunde an den Mund und sagte: „Na los, trink schon, du brauchst es".
Während die Vampirin trank, erwachte in Harry der Gentleman und er ging zum Schrank, um einen Umhang für die nackte Frau zu holen. Er rechnete damit, dass sie die Vorlieben ihrer Tochter teilte und nahm einen Schwarzen. Als er zum Tisch zurückkehrte und ihr den Umhang umlegte, hörte sie auf zu trinken und sagte: „Warum muss es ausgerechnet schwarz sein?". „Weil Harry glaubt, dass du einen ebenso erlesenen Geschmack wie ich besitzt, Mutter", gab Lufia grinsend zurück. Die Frau schüttelte den Kopf, dann wandte sie sich Tonks zu und schaute sie hoffnungsvoll fragend an. „Nur zu, etwas verkrafte ich noch", ermunterte Tonks die Vampirin. Sie trank noch einige Schlucke, dann ließ sie von ihr ab und bedankte sich herzlich. Tonks wollte gerade den Schnitt heilen, da nahm die Vampirin ihr Handgelenk in beide Hände, Tonks spürte eine wohlige Wärme von den Händen ausgehen und als die Vampirin ihren Griff löste. war von der Wunde nichts mehr zu sehen. Dann wandte die Vampirin sich Harry zu und sagte: „Ich bin Zehsara. Ich soll dich von deinen Ahnen grüßen".
In der Küche hatte man mittlerweile die Versuche aufgegeben, Albus oder den anderen Informationen zu entlocken. Man unterhielt sich eine Weile über andere Dinge, bis sich plötzlich ein seltsames Gefühl breit machte. Es war irgendwie beängstigend, auch wenn offensichtlich keine Gefahr drohte. Nicht nur die Menschen fühlten es, sondern auch die Hippogreife. Rowdy fiepte ängstlich und als er aus der Küche flüchtete, liefen ihm alle nach und sahen, dass er sich im Garten zitternd zwischen seine Eltern drängte. Die wirkten auch nicht gerade besonders erfreut, sie blickten sich hektisch um, als würden sie versuchen, einen Angreifer zu lokalisieren. „Was ist das nur", fragte Ginny verzweifelt, als plötzlich ein starker Wind aufzog. „Da, schaut, das kommt aus Harrys Zimmer!", rief Zissa laut, um den immer stärker werdenden Wind zu übertönen. In der Tat schien etwas aus dem Fenster zu kommen, aber man sah nichts außer Staub, der vor dem Fenster tanzte. Aber man konnte fühlen, dass in diesem Zimmer etwas vorging. „Wir sollten lieber ins Haus gehen", schlug Padma ängstlich vor. Aber da legte sich der Wind und das bedrohliche Gefühl verschwand in der gleichen Sekunde. „Ich möchte wissen, was die da getrieben haben", sagte Lily. „Was auch immer es war, es ist vorbei. Warten wir ab, bis sie uns erzählen, was sie gemacht haben", schlug Albus vor.
„Von meinen Ahnen?", fragte Harry verdattert. „Ja, von Godric und Rowena. Auch Salazar und Helga lassen dich grüßen". „Du kanntest die Gründer?" ,fragte Lufia. „Ja, ich kannte sie. Ich habe ihnen sogar etwas beim Bau der Schule geholfen und ihnen ein Versprechen gegeben, für dessen Einlösung nun die Zeit gekommen ist", antwortete Zehsara. Sie konzentrierte sich kurz und fragte: „Wer sind die Menschen, die ich in diesem Haus spüre?". „Freunde und Familie", antwortete Harry. „Kann man ihnen vertrauen?". „Ja". „Dann lasst uns zu ihnen gehen, ich möchte sie kennen lernen". Dann fügte sie hinzu: „Hättet ihr vielleicht etwas anderes zum Anziehen für mich? Weiß wäre nett". „Sie hat dich adoptiert, nicht wahr?" ,wandte sich Tonks feixend an Lufia. „Manchmal glaube ich das auch", gab sie zurück.
Harry verließ das Zimmer und einige Minuten später folgten ihm die drei Frauen. Zehsara trug nun einen weißen Umhang und Tonks tönte: „Sie trägt jetzt auch was drunter, stell dir vor, ein Windstoß zur falschen Zeit...". Sie und Lufia prusteten los, auch Zehsara konnte nicht ernst bleiben. „Gönnst du ihnen denn gar nichts?", fragte sie Tonks. „In deinem Alter solltest du eigentlich etwas mehr Würde besitzen", gab Tonks zurück. Na hör mal, 1200 Jahre sind für unsere Rasse doch gar nichts". „1200 Jahre?", fragte Harry. „Ein paar mehr oder weniger", gab Zehsara locker zurück. Flachsend erreichten sie die Küche, wo sich wieder alle versammelt hatten. Als sie eintraten, sprang Albus auf, eilte auf sie zu und verneigte sich vor der Vampirin. „Fürstin Zehsara", sagte er höflich.
