Vierunddreißigster Brief
… überraschend kurz geraten für Neos Verhältnisse
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Verehrte Dame,
dieser Brief soll unsere Dankbarkeit darüber ausdrücken, daß Ihr uns den Aufenthaltsort Eures Bruders mitgeteilt habt und uns noch immer auf dem Laufenden haltet.
Wie Ihr Euch sicher vorstellen könnt, waren wir die ganze Zeit in Sorge um den Admiral, da wir ja gar keinen Anhaltspunkt hatten, wo er sich befinden könnte.
Daß er momentan gut versorgt wird, hat uns ungemein beruhigt, vor allem Gandalf war ein Stein vom Herzen gefallen. Doch eigenartigerweise schien er trotz dieser guten Nachrichten über etwas verärgert. Es dauerte eine Weile, bis ich es aus ihm herausbekam: Er ist anscheinend nicht besonders gut auf Lord Vader zu sprechen - warum, das behält er noch immer für sich. Ich möchte wirklich hoffen, daß es zu keinem Unglück kommt sollten die beiden je aufeinander treffen.
Außerdem beunruhigt mich die Vorstellung, daß sich der Balrog wirklich überall im Schloß bewegen und sogar auf der "Executor" Schaden anrichten kann. Er könnte also auch jederzeit wieder hier in Mittelerde auftauchen.
Kurz zu unserer momentanen Lage: Seit wir zu der Erkenntnis kamen (wie in meinem letzten Brief beschrieben), daß wir ohne Hilfe nichts tun konnten, um Adama zu helfen, oder ihn auch nur zu finden, haben wir hier in der Nähe des Tors, direkt am Felsen, unser Lager aufgeschlagen. Dichtbarts Hütte schien uns zu weit gelegen, um bei Bedarf schnell reagieren zu können. Der Einsiedler war natürlich nicht besonders damit einverstanden, seine behagliche Unterkunft gegen blätterbedeckte Erde und freien Sternenhimmel einzutauschen, doch weil sein Wunsch, uns bei unserer Sache zu unterstützen und damit der Eintönigkeit zu entgehen, größer war als die Bequemlichkeit, konnten wir ihn letztendlich davon überzeugen, hier zu bleiben. Seine Erfahrung im Umgang mit der freien Natur kann uns nur nützlich sein.
So fristeten wir hier also stunden-, ja tagelang ohne ein Zeichen und begannen langsam und zu fragen, ob nicht schon alles zu spät sei. Gandalf war sehr betrübt geworden und Dichtbart hätte uns schon fast wieder frustriert verlassen, da kam das rettende Lebenszeichen in Form Eures ersten ausgedruckten Kameralogs durch das Tor geflattert.
Trotz der beruhigenden Nachrichten auf dem Papier machte mir einen Tatsache Sorgen: Warum hattet Ihr keinen eigenhändigen Kommentar oder sonst eine persönliche Nachricht für uns darauf abgegeben? War dieser Ausdruck etwa gar nicht für uns bestimmt und erreichte uns nur zufällig? Als uns wenige Stunden darauf der zweite Ausdruck erreichte, nahmen wir erleichtert zur Kenntnis, daß doch System hinter den Kameralogs steckte. Vielleicht seid Ihr ja nur zu beschäftigt, um uns weitere Nachrichten zukommen zu lassen.
Was das weitere Vorgehen betrifft, so überlasse ich das Euch bzw. Lord Vader.
Sobald Adama wieder entsprechend genesen ist, wird ihn wohl nichts mehr davon abhalten können, auf die Jagd nach dem Balrog zu gehen. Und ich vermute, daß Lord Vader nicht umhin kommen wird, eine Garnison Stormtroopers mitzuschicken oder ihn gar selbst zu begleiten.
Wie wir dem ersten Kameralog eindeutig entnehmen konnten, waren wir auf der "Executor" nicht willkommen, aber Lord Vader wird uns nicht daran hindern können, an der Jagd teilzunehmen, wenn die "Gesellschaft" sein Schiff verläßt.
Nun liegt es an Euch - und ich bitte Euch wirklich eindringlich darum - uns mitzuteilen, wenn es soweit ist, da wir von hier aus leider keinerlei Kontakt zum eigentlichen Geschehen haben - ja, nicht einmal wissen, wo genau es stattfindet.
Wie Ihr merkt, könnt Ihr sicher sein, daß unsere kleine aber feine Truppe hier regelrecht darauf brennt, endlich wieder in den Kampf einzugreifen und diesem vermaledeiten Balrog-Vieh das unheilige Lebenslicht auszublasen!
Voller Ungeduld
Sir Neo
mit Mannschaft
