Hallo!

Das mit dem schneller Posten hat nicht ganz geklappt!!! Aber ich hatte so viel Uni-Stress, es hat nicht geklappt!

So, jetzt aber viel Spaß beim nächsten Kapitel!!!

.Reviews???….wie immer^^

Neuanfang

Wie zu erwarten war das Haus, vor dem wir jetzt standen, groß genug, um noch eine Familie unserer Größe unter zu bringen. Obwohl ich zugeben musste das es mir gefiel, im Grunde genau die Art von Haus, die ich mir immer vorgestellt hatte. Zumindest falls ich irgendwann einen reichen Anwalt geheiratet hätte. Aber ewig jung und recht wohlhabend war auch durchaus zu akzeptieren.

Das Anwesen bestand augenscheinlich aus drei Stockwerken, die mit großen Fenstern ausgestattet waren, ähnlich wie in Forks. Ein Balkon zog sich um den kompletten zweiten Stock herum und wirkte ziemlich modern. Außerdem gefielen mir die hellen Klinker besonders gut.

Selbstverständlich gehörte auch eine große Garage zum Haus, in der schätzungsweise zwei der Autos Platz hatten.

„Und gefällt es dir?", flüsterte Edward, der seine Arme um mich schlang und mir in den Nacken hauchte.

„Ich glaube ich kann mich hier einleben!", grinste ich und küsste ihn sanft. Unser Kuss wurde jäh unterbrochen, als Emmet aus dem Auto sprang und Edward unsanft auf die Schulter schlug. Rose kicherte und warf uns einen nüchternden Blick zu.

Emmet streckte die Nase in die Luft und breitete die Arme weit aus. „Bären so weit das Auge reicht!", sagte er genüsslich und zog Rosalie in seine Arme.

„Bisher sehe ich keinen einzigen Bären.", warf ich ein und schmunzelte.

„Ach Bella, man braucht sein Essen nicht zu sehen um sich darauf zu freuen. Aber das kann eine Neugeborene ohne besondere Vorlieben was Essen angeht natürlich noch nicht verstehen.". Er verdrehte theatralisch die Augen und kniff mich in die Seite, so wie er das früher schon immer getan hatte wenn er mich ärgern wollte.

Ich grinste und kniff zurück. Emmet keuchte und sah mich verdutzt an. „Ich vergesse jedes Mal dass du jetzt kein Mensch mehr bist. Das tat weh!"

„Selbst schuld, Großer!", lachte ich und ging zurück zu Edward der mich mit offenen Armen erwartete. Ich ließ mich fallen und kuschelte mich an seine Brust.

„Das ihr euch immer ärgern müsst.", sagte er tadelnd und grinste mich unschuldig an.

„Das sagt der Richtige! Außerdem muss ich mir doch genügend Respekt verschaffen solange ich noch ein bisschen stärker bin als Emmet!"

Er legte den Kopf schief und grinste mit dem umwerfenden Lächeln, das mich immer noch dahin schmelzen ließ. Daran würde sich wohl nie etwas ändern. „Wo du Recht hast!"

Ich nickte selbstzufrieden und beobachtete Alice, die Jasper hinter sich her zog und ununterbrochen quasselte. Jaspers Miene zeigte keine Regung und er ließ alles widerstandlos über sich ergehen.

„Um ehrlich zu sein finde ich den Balkon noch ziemlich kahl, denkst du nicht auch, Schatz?", Alice legte den Kopf schief und stupste Jasper auffordernd in die Seite.

„Wenn du meinst."

„Das du immer so lustlos, emotionslos bist und dir alles gleichgültig erscheint!", brummte das Vampirmädchen weiter und schwebte zur Haustür, aus der Esme nun mit ausgebreiteten Armen heraus kam.

„Emotionslos?", prustete Jasper und runzelte die Stirn. Er tippte sich an die Schläfe und sagte leise zu uns: „Ich bin gerade der reinste Gefühlscocktail!"

Edward und ich kicherten und ließen uns nacheinander von Esme in die Arme ziehen. Jetzt waren wir wieder komplett und ich merkte doch dass etwas gefehlt hatte. Carlisle konnte Esmes Rolle einfach nicht übernehmen, jedenfalls wäre Emmet mit den zwei Vasen und drei Stühlen, die in der letzten Woche kaputt gegangen waren, bei Esme niemals einfach davon gekommen.

„Und wie findet ihr es?", fragte Esme und schmiegte sich zufrieden mit ihrem Werk, an Carlisles Brust. Mit einer sanften Handbewegung deutete sie auf das Haus. „Es ist soweit alles fertig eingerichtet, jetzt fehlen nur noch eure persönlichen Sachen die eingeräumt werden müssen. Womit ihr auch sofort anfangen könnt, auch du Emmet Cullen!"

„Komisch, kaum sehen wir uns fünf Minuten, hört sich mein Name bei dir schon wieder auffallend nach Ärger an.", grummelte er und stemmte die Hände in die Hüfte. „Dabei hatte ich noch nicht einmal die Chance irgendetwas anzustellen. Deine Erwartungen wachsen über meine Fähigkeiten hinaus!"

„Weniger reden, mehr ausräumen!", seufzte Rose und zog ihren Mann in Richtung Wagen. Hastig stapelte sie mehrere Kisten in Emmets Arme aufeinander. Bald schon war sein Kopf hinter dem dritten Karton verschwunden.

„Esme, hast du mit dem Garten schon angefangen? Er sieht noch leer aus, ich hätte da ein paar superschöne Ideen.", trällerte Alice und alle seufzten laut.

„Du hast auch immer etwas zu meckern, Liebling. Natürlich habe ich mit der Gestaltung des Gartens auf euch gewartet, bin ich lebensmüde?", lachte Esme und warf ihr einen vorwurfsvollen Blick zu.

Alice Augen funkelten freudig und ich ahnte dass die bereits jetzt in Gedanken den Garten komplett auf den Kopf stellte.

Edward und ich betraten das Haus und waren schon im Eingangsbereich davon überzeugt, das Esme sich selbst übertroffen hatte. Alles war äußerst modern und sehr hell gehalten. Große Lampen tauchten das Zimmer in ein warmes Licht und ein großer roter, weicher Teppich füllte den Raum. Uns gegenüber hing ein großer Spiegel unter dem eine Glasvitrine mit Einigen der Erinnerungsstücke von Carlisle und Esme aus vergangenen Reisen. Die ältesten Kostbarkeiten, bei denen es manch einem ahnungslosen Menschen merkwürdig vorkommen könnte, dass die Cullens so etwas besaßen, waren im Büro untergebracht.

Auch die Küche war groß und hell, aus weißem Holz mit Marmorplatten als Arbeitsbereich. Zumindest sah es ziemlich teuer aus, was im Grunde ziemlich sinnlos war, da diese Küche niemals genutzt werden würde. Im Normalfall jedenfalls nicht. Ein Essbereich war ebenfalls neu gekauft worden, als Carlisle Esme von dem zerstörten Esstisch und den Stühlen erzählte, die Emmett zum Opfer gefallen waren.

Der Wohnbereich wirkte sehr offen, da eine große Fensterfront eine der Wände bildete. Alles in Allem bisher also ein Haus das sich sehen lassen konnte.

Aber noch gespannter war ich auf Edwards und mein Zimmer. Als hätte er meine Gedanken gelesen stürzte er mit mir die Treppe hoch in den dritten Stock und hielt mir eine Hand vor die Augen.

„Hey!", beschwerte ich mich und tastete nach der Türklinke.

„Bereit?", kicherte Edward und legte seine Hand auf meine, um die Klinke hinunter zu drücken. Rasch schob ich seine Hand von meinen Augen und mir klappte die Kinnlade ein ganzes Stück herunter.

Es war wirklich traumhaft schön. Viel größer als Edwards Zimmer in Forks, aber ein gemütliches Bett fehlte trotz allem nicht. Ein Bett hatte schließlich verschiedene Zwecke, wie Edward inzwischen eingesehen hatte. Ein breites Regal zog sich an einer der Seitenwände entlang und bot Platz für Edwards riesige Musiksammlung und meine Bücher.

Verschlungene Ranken- und Blumenmotive zierten die Decke und ein genauso kuscheliger Teppich wie unten, nur in einem kräftigen gelb, verdeckte einen Teil des Parkettbodens.

„Es ist ein Traum, Edward! Der Wahnsinn!", jauchzte ich und schubste ihn auf das große Bett.

Kichernd zog er mich in seine Arme und küsste mich sanft. „Mir gefällt es genauso gut."

Sanft strich er durch meine Haare und hauchte mir seinen süßen Atem ins Gesicht. „Ich glaube hier lässt es sich leben."

Ich konnte hören wie Alice den Flur entlangging und Jasper ihr gefügig an den Fersen klebte. Mich würde es nicht wundern wenn Alice und Rosalie einen Großteil der Einrichtung mit Esme diskutierten, Alice jedenfalls betrachtete schon jetzt jeden Winkel des Hauses kritisch.

„Gut das ich Mum gesagt habe das ich die Einrichtung unseres Zimmers selber zusammenstelle, sonst hätten wir nachher genauso eine Tapete wie hier oben!", murmelte sie ihm zu und hüpfte den Gang entlang zu unserem Zimmer. „Schön habt ihrs!", bewunderte sie den Raum und pfiff anerkennend.

Ich grinste über beide Ohren und beobachtete den Blick unserer Schwester, die jedes Möbelstück musterte.

Plötzlich wurde Alice beiseite geschubst und Emmet stürzte ins Zimmer, warf sich zwischen Edward und mir auf das Bett und ignorierte das leise Knacksen unter der Matratze.

Edward knurrte genervt und boxte ihm in die Seite.

„Keine fünf Minuten und du demolierst schon wieder sämtliche Einrichtungsgegenstände!"

„Hatte ich nicht vor! Eigentlich wollte ich fragen ob ihr genug besichtigt habt und wir los können den Wald erkunden!", begierig leckte er sich über die Lippen. „Ich sterbe vor Durst!", fügte er sarkastisch hinzu und grinste unschuldig.

Genervt tastete ich seinen Kopf ab und drückte ihm meine Finger unsanft in den Nacken. Ich griff nach seinen Händen und drehte sie.

„Was soll das Bells?", fragte er verwundert und kniff die Augen zusammen als ich ihm einen Klaps auf den Hinterkopf gab.

Ich kicherte und zuckte unschuldig mit den Schultern. „Ich suche bei dir die Schlummertaste!"

„Sehr witzig! Aber was ist nun?"

„Schon gut! Lasst uns schnell etwas jagen damit Emmet aufhört rumzunerven!", beschloss Edward und schob seinen Bruder durch die Tür zur Treppe. Was eigentlich nicht nötig war, den wie ein kleines Kind das zu McDonalds gehen darf, wartete er ungeduldig vor der Haustür. Also zogen wir rasch mit allen los und machten Emmet damit glücklich.

Edward und ich blieben im vorderen Teil des Waldes und trafen glücklicherweise auf keine riesigen Bären. Während ich mich mit einem Rentier zufrieden gab, hatte Edward sichtlich Freude daran, einen ziemlich großen Wolf zu jagen. Ich ahnte warum er sich für den Wolf, anstatt dem zweiten Rentier in der Nähe entschieden hatte.

Mit den Bären in der Gegend wollte ich mich immoment noch nicht anlegen, auch wenn ich wusste dass das Unsinn war. In der Beziehung wurde ich von den Anderen immer belächelt, aber in mir steckte einfach noch zuviel alte Bella, zumindest meine frühere Unsicherheit war übrig geblieben.

So waren wir, Esme und Carlisle allerdings früher Zuhause als Emmet und die Anderen. Unser Großer spielte in dieser Zeit wahrscheinlich mit einem doppelt so großen Bären! Ich musste zugeben dass ich dabei nicht ungern zugeschaut hätte.

Am Abend schaffte ich es endlich Charlie am Telefon zu erreichen. Ich hatte schon lange nicht mehr mit ihm gesprochen und irgendwie hatte ich gerade im Augenblick das Bedürfnis seine Stimme zu hören. Vielleicht auch weil das ein Stück Zuhause für mich war.

Erst dachte ich es wäre niemand Zuhause, vielleicht verbrachte mein Vater den Abend bei Billy. Ich ließ es lange läuten, bis sich endlich die wohl bekannte Stimme den Anruf beantwortete

„Hey Dad!", meldete ich mich, setzte mich auf die Couch im Wohnzimmer und zog die Beine dicht ein meinen Körper. Ich konnte Emmet, Edward und Jasper beobachten, die sich draußen einen kleinen Kampf lieferten. Sie jagten sich so schnell, das ein Mensch sie niemals hätte sehen können.

„Spätzchen! Erzähl wie geht es dir?". Ich konnte hören dass Charlie den Fernseher leiser stellte und irgendetwas hastig herunterschluckte.

„Läuft Baseball und hast du wieder etwas zu Essen kommen lassen, Dad?", murmelte ich vorwurfsvoll und konnte mir bildlich vorstellen wie er gerade schuldbewusst den Pizzadeckel zuklappte, als wenn ich durchs Telefon sehen könnte. Tatsächlich meinte ich keine Sekunde später einen Karton gehört zu haben. „Ich dachte Sue Clearwater kümmert sich um dich?"

„Sie ist nicht jeden Abend hier, Bella. Ich komme schon klar, mach dir keine Gedanken! Wie läuft das College? Wie ist Alaska?"

Ich seufzte kurz und grinste. „Das Wetter ist mies. Ich fühle mich wie Zuhause!"

„Wir hatten heute Sonnenschein in Forks."

„Danke Dad!", lachte ich und schaute in den düsteren Himmel. Es sah nach Regen aus, es roch bereits durch das offene Fenster nach einem Schauer. „Aber Alaska ist wirklich okay. Und das College ist auch toll."

Ich grinste bei dem Gedanken das ich das College eigentlich noch niemals von Nahem gesehen hatte, geschweige denn von innen!

„War Alice schon bei euch? Sie wollte euch ein paar Sachen vorbeibringen, ich hab dir etwas zusammengepackt."

„Ja danke, sie hat uns schon- ähm- besucht.". Es wurde dringend Zeit das Thema zu wechseln bevor ich mich verplapperte. Außerdem war ich drauf und dran Charlie wegen des Micky Mouse Rucksackes zur Rede zu stellen!

Im Eifer des Gefechts krachte Edward, den Emmet erwischt hatte, gegen einen Baum und ein großer Ast krachte auf den Waldboden. Emmet brüllte laut vor Vergnügen und flüchtete vor der Rache meines Engels.

„Was hat da bei dir so laut gekracht?", fragte Charlie misstrauisch.

Schnell ließ ich mir etwas einfallen und grinste Alice an, die mich durchs Fenster amüsiert anblickte. Ich verdrehte theatralisch die Augen, im Bezug auf die ungestümen Vampire draußen. „Oh, das kam von draußen. Es wird eine Feier vorbereitet und einem der Studenten ist eine Musikbox heruntergefallen. Das war so laut.", log ich.

Es herrschte kurz Stille an beiden Enden des Telefons. Die üblichen Fragen waren abgearbeitet und Charlie war noch nie ein guter Gesprächspartner gewesen. Wahrscheinlich verfolgte er jetzt gerade nebenbei das Baseballspiel. Eine Frage beschäftigte mich aber noch, allerdings wusste ich nicht so recht ob ich die Antwort hören wollte.

„Wie geht's Billy und- Jake?". Ich schluckte schwer und strich mir durch das Haar. Seit unserem Abschied ging Jacob mir nicht aus dem Kopf. Der Abschied hatte weh getan, auch wenn er unvermeidlich gewesen war. Die Dinge die zwischen uns geschehen waren hatten überwogen.

„Billy geht es gut. Ich sollte dir Grüße bestellen. Ich war heute bei ihm, Sue hat für uns Mittag gekocht. Jake habe ich allerdings nicht gesehen. Billy sagt er wäre immer seltener Zuhause."

„Oh okay. Grüß Billy bitte auch von mir.", erwiderte ich trocken und entschied mich dafür, das es ein gutes Zeichen war das Jake nicht Zuhause Trübsal blas. Vielleicht bildete ich mir auch zuviel auf uns ein, als das er unserer Freundschaft nachtrauerte. „Okay Dad. Ähm, ich meld mich die Tage noch mal. Ich muss mich umziehen und so was."

„Du gehst heute auf diese Party, oder was? Dir geht's wirklich gut Bella?"

„Ja richtig. Ich geh aus. Und mir geht es hervorragend. Edward hat mich dazu überredet, weißt du!" Wenn Charlie unbedingt hören wollte dass ich abends ausging, dann tat ich ihm den Gefallen. Dabei war er selbst der größte Stubenhocker.

„Wenn du weg gehst, hast du auch etwas von dem Pfefferspray dabei das ich dir mitgegeben habe? Ich glaube kaum das Edward dich vor irgendjemandem beschützen könnte, so schmächtig wie der Junge ist!", knurrte er am anderen Ende der Leitung und ignorierte mein genervtes Seufzen.

Wenn Charlie wüsste wie gut Edward mich beschützen könnte, egal gegen wen. Und wenn er dann noch wüsste das ich mich inzwischen selbst ausreichend wehren kann! Aber ich blieb dabei dass er mein kleines Geheimnis bis auf Weiteres nicht erfahren sollte.

„Dad!", stöhnte ich mahnend.

„Schon gut. Nichts gegen Edward, hab ich verstanden. Ich mein es nur gut! Viel Spaß heute Abend, Spätzchen.". Mein Vater mochte Edward inzwischen ziemlich gut leiden, aber manchmal musste er immer noch auf ihm rumhacken.

„Bye Dad!"

Edward kam zu mir und ich kuschelte mich in seinen Arm. Ich hatte ihn kommen hören. Seine Haare waren vom Wind draußen zerzaust und er grinste mich schief an. Sanft strich er mir eine Strähne aus dem Gesicht. „Wie geht's Charlie?"

„Gut, solange er glaubt ich bin eine glücklich verheiratete, fleißige Studentin, die das Leben in vollen Zügen genießt!", murmelte ich und grinste ihn an.

„Weißt du eigentlich dass deine Augen inzwischen ziemlich braun geworden sind? Zwar immer noch ziemlich dunkel aber das Rot ist fast weg. Nur noch am Rand.". Mit seiner Fingerspitze umkreiste er meine Augen und fuhr meinen Nasenrücken entlang. Ich seufzte genüsslich.

„Willst du mir damit irgendetwas sagen?", fragte ich und runzelte die Stirn. Seine Miene verriet alles.

„Erwischt.", bekannte er und griff nach meiner Hand. „Carlisle hat uns schon an einer neuen High School angemeldet. Am Montag geht es los.". Gespannt wartete er auf meine Reaktion.

Ich stöhnte. „Die erste High School von noch sehr, sehr vielen. Das wird die Hölle!". Und nicht nur der langweilige Stoff, der sich wie ein Gummi ziehen würde, machte mir Sorgen. Dazu kam noch meine Vorliebe für Menschen. Es würde eine harte Zeit werden, auch wenn ich mich inzwischen erstaunlich gut im Griff hatte.

„Ich habe aufgehört zu zählen die wievielte High das bereits ist. So schlimm ist es gar nicht, glaub mir!", kicherte Edward und beobachtete Emmet, der gerade von Jasper überfallen wurde. Jasper hatte unheimlich schnelle Reflexe und war ziemlich flink. Auch wenn Edward schneller war. Emmet wuchtete ihn über seine Schulter und verfolgte seinen Bruder, der wie eine Katze, sanft aufgekommen war. Rose und Alice waren auf der Terasse in Kataloge vertieft und warfen den Jungs genervte Blicke zu.

„Sag mal, was hatte Jasper eigentlich vorhin? Er wirkte zwischendurch irgendwie durcheinander.". Ich beobachtete meinen Bruder, der sich jetzt zu Alice setzte und ihr einen Kuss auf die Stirn drückte.

„Ja stimmt. Er macht sich Gedanken weil seine Fähigkeit in der letzten Zeit ein paar Mal versagt hat. Es ist tatsächlich merkwürdig."

„Achso.", murmelte ich leise und ließ zu, das Edward meinen Kopf in seine Richtung drehte.

„Hey, wieso guckst du plötzlich so grimmig? Stimmt etwas nicht, Liebes?"

Ich seufzte und sprang blitzschnell vom Sofa auf. Ich legte den Kopf in den Nacken und fuhr mir durch die Haare. „Es ist nichts, nur, na ja ich bin ein bisschen enttäuscht."

„Würdest du mir bitte sagen was los ist? Ich kann deine Gedanken immer noch nicht lesen und das macht mich gerade wahnsinnig!". Edward nahm meine Hand und zog mich zurück auf die Coach. Er nahm mein Gesicht in seine Hände und küsste mich kurz.

„Ach, es beschäftigt mich halt. Die Volturi hatten ein so großes Interesse an mir, schon als ich noch menschlich war. Man hatte mir besondere Fähigkeiten und so was angedichtet und ich war darauf vorbereitet irgendetwas, na ja, Cooles zu können. Aber bisher kann ich nichts Besonderes."

Edwards Miene wurde nachdenklich und er schüttelte langsam den Kopf. „Ich denke nicht dass du keine besondere Fähigkeit hast. Fast schon glaube ich wir kommen ihr langsam auf die Spur, weißt du?"

„Wie meinst du das?", fragte ich mürrisch und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Carlisle und ich hatten die Vermutung das Jaspers Aussetzer mit dir zutun haben könnten."

„Ich habe aber nichts getan!", erklärte ich rasch und sah meinen Mann ungläubig an. Wenn ich Jasper seine Fähigkeiten blocken könnte dann wüsste ich das jawohl. Und vor allem wie sollte ich das machen ohne davon zu wissen?

„Pass auf Bella. Was ist wenn deine Gabe in dir schlummert und du sie nur noch nicht kontrollieren kannst? Du selbst bist schon als Mensch gegen Angriffe die deine Psyche betreffen immun gewesen. Wir wussten immer dass sich diese besondere Fähigkeit als Vampir verstärken würde. Wie wäre es also, wenn es zu deiner Gabe gehört, dass du eben solche Fähigkeiten von Anderen blocken kannst? Carlisle vermutet das du sie unbewusst durch starke Gefühle und Stimmungen bereits eingesetzt hast und Jasper musste halt dran glauben."

Triumphierend starrte Edward mich an, als würde er erwarten dass ich Luftsprünge mache und ihm für diese Neuigkeiten in die Arme fallen würde. Dabei wusste ich gerade nicht so recht was ich davon halten sollte. Nach der Theorie von Edward und Carlisle schien ich schließlich keine Kontrolle über meine eventuelle Fähigkeit zu haben. Na wunderbar!

„Und das glaubst du wirklich, ja?"

„Wieso nicht, Bella? Das ist gut möglich. Und wenn es so ist, dann bekommen wir das unter Kontrolle.", versprach er, als hätte er gerade tatsächlich meine Gedanken gelesen.

„Das will ich ausprobieren!", forderte ich und deutete nach draußen zu den Anderen.

Ich nahm Edwards Hand und zog ihn mit. Alice, Rose, Jasper und Emmet saßen auf der neuen Gartengarnitur und hatten jetzt ein altes Brettspiel herausgekramt. Emmets Miene nach zu urteilen war er am Verlieren. Bisher war das Wetter mild genug um noch Zeit draußen zu verbringen. Es war nicht besonders warm, aber es regnete wenigstens nicht. Für uns macht Kälte sowieso keinen Unterschied. Carlisle und Esme waren in der Stadt Besorgungen machen, falls wir menschliche Überraschungsgäste bekommen würden. Gratulanten zum Einzug oder Andere. Esme war immer gerne auf alles vorbereitet.

„Ooooh nein Edward! Du kannst nicht mehr mitspielen, die Runde hat begonnen. So habe ich wenigstens auch mal eine Chance zu gewinnen!", knurrte Emmet wie auf Kommando und klopfte wütend mit seiner Spielfigur viel zu feste auf den Tisch.

Edward zog eine Grimasse und sah seinem Bruder über die Schulter. „Es sieht auch ohne mich nicht so aus als würdest du gewinnen, Emmet."

Der grollte nur und schob Edward von sich weg.

„Emmet du musst Versuchskaninchen spielen.", befahl ich und zog ihn am Arm hoch, sodass er neben Edward stand. Verwirrt sah er mich an und tippte sich an die Schläfe.

„Was wird das Bells?"

„Sie will ihre Fähigkeit ausprobieren. Sie versucht Fähigkeiten auszuschalten um zu testen ob sie für Jaspers Blockaden verantwortlich ist, stimmt´s Bella?", riet Alice richtig und klatschte aufgeregt in die Hände. „Wie spannend!"

„Stimmt genau. Ich möchte dass Edward gleich versucht deine Gedanken zu lesen Emmet und ich probiere ihn zu stoppen. Okay?" Ohne Emmets Antwort abzuwarten versuchte ich mich zu konzentrieren und atmete tief ein. Ich lenkte meine Konzentration auf Edward und dachte angestrengt daran, dass er Emmets Gedanken nicht lesen können sollte. Aus Emmets Gesichtsausdruck entnahm ich, das ich gerade eine ziemlich alberne Grimasse ziehen musste.

„Du bist ein Schwein, Emmet!", sagte Edward plötzlich und unterbrach die Stille, die vor Aufregung fast schon geknistert hätte.

Emmet grinste unschuldig und zuckte mit den Schultern. „Ich habe damit gerechnet dass es funktioniert!"

Seufzend ließ ich mich auf den Gartenstuhl fallen. „Es hat nicht geklappt."

„Worauf hast du dich konzentriert?", fragte Edward und warf Emmet immer noch einen angewiderten Blick zu.

„Darauf das du seine Gedanken nicht lesen kannst. Ich habe mich nur noch darauf konzentriert!", antwortete ich und hatte keine Ahnung worauf Edward hinaus wollte. Es ging schließlich darum seine Fähigkeit zu stoppen.

„Versuch es einmal andersherum.", überlegte er und strich mir ermutigend über den Handrücken. „Anstatt sich darauf zu konzentrieren mich zu stoppen, versuch deine Aufmerksamkeit auf Emmet zu lenken, quasi auf denjenigen den du schützen willst. Verstehst du?"

Ich nickte und richtete mich erneut auf. „Dann mal los.".

Emmet grinste mich an, doch ich achtete nicht darauf sondern nahm mir vor, nicht zuzulassen, dass jemand Emmets Gedanken lesen konnte.

Niemand kommt in seinen Kopf. Er soll ruhig denken was er will, ohne dass es jemand erfährt!

„Es funktioniert noch nicht Bella. Konzentrier dich!", mahnte Edward im Hintergrund.

Weiterhin verstärkte ich meinen Wunsch das Emmets Gedanken vor Edward geschützt waren. Stellte mir eine große Mauer vor, die dessen Gedanken abschirmten. Ich ballte meine Fäuste und wartete auf irgendein Zeichen das es vielleicht funktionierte.

„Es sind nur noch die von Rose, Jasper und Alice übrig. Du hast es geschafft Bella!", stellte Edward fest und zog mich in seine Arme. Er drückte mir einen Kuss auf die Haare und grinste mich an. „Damals im Wald, da wolltest du nicht das ich meine Wut gegenüber den Wölfen bändigte, weil du genauso erbost warst oder? Damit hast du aus deinen Gefühlen heraus unbewusst Jasper gegen mich abgeblockt!"

Ich nickte und kicherte, als ich Jaspers wenig begeisterte Miene sah. Allerdings war er wahrscheinlich froh dass sich seine Aussetzer so erklären ließen. „Ich glaube das gefällt mir!", lachte ich und grinste.

„Das ist tatsächlich ziemlich cool.", gab Emmet neidlos zu und versuchte seine Spielfigur unbemerkt ein paar Felder weiter zu schieben, während die Anderen nicht auf das Brett achteten.

Rose schlug ihm auf die Finger. „Lass das ja sein Emmet Cullen!"

Bis zum nächsten Mal!!!

Danke für die Reviews!!!