36. Kapitel

Den Wolf zähmen

Es ließ sich nicht verhindern, im Krankenhaus Charles Grant immer wieder zu begegnen. Hermine kam mehr als einmal der Gedanke, wie dumm es auch ihm vorkommen musste, auf Muggelheilmethoden zurückgreifen zu müssen, obwohl sie beide genau wussten, dass ihnen nichts fehlte. Als sie allein im Warteraum saß und auf ihren Abschlussbericht wartete, hatte auch Charly die letzte Untersuchung hinter sich gebracht und setzte sich ihr gegenüber auf einen Stuhl.
"Professor Springfield wird zur Beobachtung über Nacht hierbehalten", sagte er und deutete dann vage auf die Tür, "hab ich eben mitbekommen."
Hermine nickte nur.
"Ich möchte mit Ihnen reden - ungestört", fügte er an, und sah abermals zur Tür. Sie wusste, dass sie dem auf lange Sicht nicht entgehen konnte. Dem Kollegen Charles Grant hätte sie vielleicht ausweichen können, aber einem Ministeriumsangestellten auszuweichen, der den Auftrag hatte mit ihr zu sprechen, erschien Hermine völlig unmöglich.
Sie atmete tief durch und ließ die Luft seufzend entweichen. "Gut, wo?"
"Bei Ihnen?", sagte er, als habe er nur auf ihre Frage gewartet. Hermine lief eine Gänsehaut über, doch ihr war klar, dass sie es nicht riskieren konnte Zuhörer zu haben, und so schied jeglicher öffentlicher Ort aus. Wenn sie nur die Wahl hatte zu ihm zu gehen, oder zu ihr, dann zog sie ihr Zuhause in jedem Fall vor. "In Ordnung, bei mir. Wann?"
Wiederum schien er sehr souverän: "Ich würde sagen, sobald wir hier entlassen sind - wenn es Ihnen nichts ausmacht. Hat die Polizei Sie schon zu dem Feuer befragt?"
Hermine nickte und sagte dann: "Ich konnte ihnen keine Angaben machen. Sie waren irritiert, weil die Sprinkleranlage nicht funktionierte."
Charles Grant lächelte still: "Die brauchten wir nicht. Ich hatte das Feuer sofort im Griff, deshalb habe ich sie außer Gefecht gesetzt."
Hermine sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an: "Die wundern sich darüber, dass das Ding es nicht tat - wäre es nicht sinnvoller gewesen, die Anlage einfach ihre Arbeit tun zu lassen?"
"Ich wollte nicht, dass Sie völlig durchnässt werden, wenn es nicht unbedingt nötig ist", sagte er und sah sie leise lächelnd an.
"Ich?", fragte Hermine ungläubig, "was hat das mit mir zu tun?"
Seine Antwort klang nicht so, als wäre sie für ihre Ohren bestimmt, als er leise flüsterte: "Alles, absolut alles"
Hermine wollte ihn gerade zur Rede stellen, als die Tür schwungvoll geöffnet wurde. Die Papiere waren fertig und beide konnten das Krankenhaus verlassen. Hermine wusste, dass die meisten Muggel sich in Krankenhäusern unwohl fühlten, doch sie wäre am liebsten noch eine Ewigkeit dort geblieben, um nicht mit Charles Grant in ihrer Wohnung allein sein zu müssen. Für einen Moment überlegte sie, Severus darum zu bitten zu ihr zu kommen, doch ihr war klar, dass sie damit nur Öl ins Feuer gießen würde. Auch den Gedanken Harry oder Ginny dazu zu bitten, schien ihr nicht sinnvoll, denn es war ihre Vergangenheit und ihre Zukunft, die sie mit dem Mann besprechen würde, den sie bislang nur für einen Kollegen, gehalten hatte.

Charly deutete vor dem Krankenhaus auf ein Taxi. Als sie eingestiegen waren, nannte er dem Fahrer wie selbstverständlich Hermines Adresse. Schweigend brachten sie die kurze Fahrt hinter sich. Charly bezahlte den Fahrer, nicht ohne ihm ein üppiges Trinkgeld zukommen zu lassen, was angesichts des Fahrpreises geradezu lächerlich wirkte. Als Hermine ihre Wohnungstür öffnete, wurde ihr zum ersten mal vollends bewusst, dass sie Charly gegenüber keinen Vorteil mehr hatte. Er war ebenso ein Zauberer wie sie - vermutlich mit einer Aurorenausbildung und daher als Duellpartner ihr vermutlich weit überlegen.
Dennoch griff sie, in ihrer Wohnung angekommen, als erstes nach ihrem Zauberstab. Charles nahm es mit einem leisen Lachen zur Kenntnis.
"Sie glauben doch wohl nicht, dass ich Ihnen etwas antun möchte?", fragte er und hob demonstrativ beide Arme, um seine leeren Handflächen zu präsentieren.
Hermine schickte ihm ein knappes Lächeln, das eher spöttisch, als höflich wirkte.
"Ich bin mir nicht ganz sicher", sagte sie und sah ihn herausfordernd an. "Nun, dann sollte ich wohl schnell zur Sache kommen", erwiderte er mit einem Seufzen.
"Das läge auch in meinem Interesse."

Da sie ihm keinen Platz angeboten hatte, blieb Charly mitten im Wohnzimmer stehen und begann zu sprechen. "Wie Sie vermutlich inzwischen wissen, bin ich ein Vertreter des Zaubereiministeriums. Man übertrug mir die Aufgabe, Kontakt mit Ihnen aufzunehmen." Er hielt inne und sah sie fragend an. Als sie schlicht nickte, schien er bestätigt zu sehen, was er vermutet hatte und fuhr in verbindlicherem Tonfall fort: "Ich habe - ebenso wie Sie - Muggeleltern. Meine Verbindungen in die Muggelwelt sind weitreichend und für das Ministerium von großem Wert. Inzwischen wissen Sie wahrscheinlich ebenso von den Plänen Lord Voldemorts, Muggel in seine Gefolgschaft zu holen, genauso wie Sie vom Plan des Ministeriums Kenntnis haben, Sie in unseren Reihen Willkommen zu heißen. Ich bin davon überzeugt, dass Snape Sie darüber informiert hat und...nun, sagen wir so...die Vorteile, die sich aus Ihrer Arbeit beim Ministerium ergeben würden, in das Gegenteil verkehrt hat." Er hielt inne und sah sie abermals fragend an.

Hermine ignorierte seine Neugier und wies nun doch auf einen Sessel, während sie sich gegenüber auf der Couch nieder ließ.
Charly deutete die Geste scheinbar als einen Teilerfolg, denn er lächelte zufrieden, als er sich setzte. "Warum bin ich so wichtig für das Ministerium?", fragte Hermine misstrauisch.
"Weil Sie über außergewöhnliche Intelligenz verfügen - über die Eigenschaft Dinge zu Ende bringen zu wollen, und über die nötigen Kontakte verfügen, um Ihr Handlungsfeld ohne Probleme auszuweiten"
"Aber das Ministerium hat Sie - Sie sagten eben, dass Sie über weitreichende Kontakte verfügen...wozu braucht man mich also noch?"
"Weil wir zusammenarbeiten sollen. Hermine, ich wäre stets an Ihrer Seite."
Er schien dies tatsächlich für einen Vorteil zu halten, den er ihr schmackhaft machen wollte. Hermine schauderte innerlich.

Plötzlich wechselte der Ton seiner Stimme; er richtete sich auf und beugte sich ihr entgegen.
"Hermine, seit ich Sie das erste mal sah, war mir klar, dass wir füreinander geschaffen sind. Ich habe so etwas noch nie zuvor gespürt. Obwohl Sie sich mir gegenüber als Muggel ausgaben, konnte ich Ihre magische Kraft praktisch jederzeit spüren. Haben Sie schon einmal versucht, ohne Ihren Fokus - ohne Ihren Zauberstab - zu zaubern? Ich bin mir sicher, dass es Ihnen gelingen würde. Ich weiß, dass Sie ein ungeschliffener Diamant sind - und ich würde die Aufgabe liebend gerne übernehmen, Ihnen den nötigen Schliff zu geben."
Hermines Gesicht drückte Widerwillen bei diesen Worte aus, und er reagierte sofort darauf: "Glauben Sie, Severus Snape denkt etwas anderes über Sie? Er formt Sie bereits jetzt nach seinen Wünschen, oder wollen Sie das leugnen?"

In Hermines Kopf drehte sich alles. Darum ging es? Als sie Severus vorgeworfen hatte, dass er ihr Leben manipulierte, hatte sie also die volle Wahrheit ausgesprochen? Charly schien zu spüren, dass er einen guten Treffer gelandet hatte. "Er benutzt Sie nur. Ich kenne seine Akte - wissen Sie, was er in Ausübung seiner Spionagetätigkeit für Dinge tut? Ich kann sie nicht aussprechen, weil die Akten mit einem Schweigezauber versehen sind und ich bereits jetzt gegen eine Menge Vorschriften verstoße, weil ich Sie überhaupt warne. Er ist damals nur freigesprochen worden, weil Dumbledore ihn in seine Dienste nahm. Der Orden des Phönix ist eine schlechte Wahl für Sie, Hermine. Dumbledore setzt auf die falschen Leute, wenn er Männer wie Snape für sich arbeiten lässt. Eines Tages wird ihm der Wolf, den er in die eigenen Reihen holte, die Kehle zerfetzen, aber dann ist es zu spät. Für Sie muss es das nicht sein - verlassen Sie den Orden und nehmen Sie die Ausbildung zur Aurorin an. Ich werde Ihnen zeigen, wie Sie die dunkle Seite am effektivsten bekämpfen. Beginnen Sie damit, indem Sie jeglichen Kontakt zu Snape abbrechen."

Hermine hallten diese Worte in ihrem Kopf - den Kontakt zu Severus abbrechen...wie oft hatte sie diese Forderung schon an sich selbst gestellt - vergeblich.
Es war Charlys triumphierender Blick, der sie in die Realität zurück holte.
"Warum bin ich so wichtig für das Ministerium?", wiederholte sie erneut, als habe sie die Frage nicht bereits vor ein paar Minuten schon einmal gestellt.
Er schickte ihr ein einnehmendes Lächeln, und beugte sich noch ein Stück in ihre Richtung.
"Hermine, ich verrate Ihnen wohl kein Geheimnis, wenn ich Ihnen nun gestehe, dass Sie nicht nur für das Ministerium wichtig sind. Ich habe noch nie eine Frau getroffen, der ich mich so verbunden fühlte...ich möchte, dass Sie wissen, wie sehr ich mir wünschte, dass sie mir eine Chance geben. Ich kann Ihnen mehr bieten als Snape. Sie haben etwas Besseres verdient, und Sie wissen das auch! Er ist ein Verbrecher, den man nicht bei Zeiten zur Rechenschaft zog. Aber eines Tages wird man es tun, und ich werde zu denen gehören, die ihn dingfest machen werden. Sollte er Ihnen je etwas zu Leide tun, dann gnade ihm Gott, wenn ich ihn in die Finger bekomme."
Bei dieser leidenschaftlichen Rede hatten sich Charlys Wangen gerötet und Hermine sah den unnatürlichen Glanz in seinen Augen. Hier sprach ein Mann, der vor Eifersucht loderte und der seinem Widersacher am liebsten eigenhändig einen langsamen Tod bescheren wollte.

"Charles, ich habe Ihnen gesagt, dass ich zu Severus gehöre. Ich weiß von den Dingen, die er im Dienste des Lords ausführt...er hat mich nie belogen", sie stockte einen Moment und prüfte diese Aussage auf Glaubwürdigkeit. Natürlich klang es wie Hohn, nach allen Erkenntnissen, die sie inzwischen gesammelt hatte, doch Severus hatte ihr tatsächlich von seinen Gräueltaten berichtet; und er hatte ihr berichtet, warum er sie zurückgeholt hatte. Es wurde ihr klar, dass er es nicht nur getan hatte, damit der Orden ihre Dienste in Anspruch nehmen konnte, sondern er hatte sie schützen wollen. Wenn es ihm egal wäre, was aus ihr wurde, dann hätte er schon vor langer Zeit zusehen können, wie sie zur Aurorin ausgebildet wurde, um ihrer eventuellen Folterung mit stoischer Gelassenheit beizuwohnen oder sie gar auszuführen. Er hatte ihr erklärt, dass er sie lieber scheitern gesehen hatte, als ihr auf diese Art wiederzubegegnen. Vielleicht galt dies sogar jetzt noch - vielleicht wollte er sie mit seinem Training derart schockieren, dass sie sich auf Dauer in die Muggelwelt zurückzog. Und doch war er zu ihr gekommen, als sie genau das getan hatte. Er hatte sich von ihr verletzen lassen - hatte seine Strafe gesucht - und ihr letztendlich gestanden, sie zu lieben. Hatte er all das wirklich nur getan, um sie nicht dem Ministerium zu überlassen? Die Stimme in Hermines Innerem war so eindeutig, wie ein gewaltiger Donnerschlag. Nein! Nein - so war es nicht! Es steckte mehr dahinter, als sie nur für den Orden zu werben - seine Worte waren die Wahrheit gewesen - er liebte sie.

"Denken Sie über alles in Ruhe nach, Hermine", sagte Charles Grant ruhig, "denken Sie darüber nach und wägen Sie ab. Sie werden erkennen, dass ich Recht habe. Sie gehören zu uns. Sie gehören zu mir!"
"Es gibt keinerlei Basis dafür - ich begreife nicht, wie Sie immer wieder darauf kommen, dass wir beide zusammen gehören würden", sagte Hermine gereizt.
Als habe er nur darauf gewartet, seine Argumente aufführen zu können, begann er zu sprechen: "Wir kennen beide Welten, das ist ein Punkt, der uns absolut verbindet. Wir leben als Muggel und als Zauberer und verstehen die Probleme, die in beiden Welten lauern. Ich verstehe, wie wichtig Ihnen die Arbeit an der Uni ist - und meine ist mir ebenfalls wichtig. Wir können in beiden Welten gemeinsam arbeiten und für mich ist es kein Problem, dass Sie...dass du nicht von Zauberern abstammst. Wie ich dir sagte, waren auch meine Eltern Muggel. Und ich weiß, dass ich dir ein guter Partner sein könnte, beruflich und privat. Ich möchte dir jeden Wunsch von den Augen ablesen...möchte dich verwöhnen und auf Händen tragen."

Hermines Blick war bei seinem unaufgeforderten Wechsel zu 'du' reserviert geworden. Sie hörte seine Worte und unwillkürlich überkam sie ein ungutes Gefühl. Alles was er sagte klang einfühlsam und ehrlich, aber gleichzeitig so unglaublich selbstsüchtig. Sie wollte nichts von alledem hören...gar nichts!
"Ich möchte keine Aurorin werden - und noch viel weniger möchte ich in irgendeiner Weise eine engere Beziehung zu Ihnen. Richten Sie Ihren Vorgesetzten aus, dass mein Entschluss feststeht. Es gibt keinen Grund, mich länger zu verfolgen! Charles - ich möchte, dass Sie Abstand halten, wenn wir uns an der Uni sehen. Habe ich mich klar ausgedrückt?"
Der junge Mann sah sie einen Moment nachdenklich an, dann wurde seine Miene fast schon entspannt: "Ich werde Abstand halten, wenn Sie es wünschen. Aber dennoch werde ich soweit in Ihrer Nähe sein, Hermine, dass ich sofort da bin, wenn Sie mich brauchen. Ich denke, dass Sie Ihre Meinung ändern werden. Und ich weiß, wann es sich zu warten lohnt."

Er erhob sich so plötzlich, dass Hermine ihn einen Moment verwundert ansah, ehe sie ebenfalls aufstand und ihn zur Tür begleitete. Bevor er die Wohnung verließ, drehte er sich noch einmal zu ihr um und sagte: "Denken Sie über uns nach - und über das Angebot des Ministeriums. Ich werde noch warten, bis ich Ihre Nachricht an meine Vorgesetzten weiterleite."
Hermine hielt seinem forschenden Blick Stand: "Sie können es ebensogut noch heute weitergeben - ich werde meine Meinung nicht ändern...und meine Meinung darüber, dass es kein 'uns' gibt, mit Sicherheit noch viel weniger. Lassen Sie mich in Ruhe, Charles, sonst wird mir keine andere Wahl bleiben, als mich über sie zu beschweren."
Als er gegangen war, schloss Hermine nachdrücklich die Tür. Charles Hartnäckigkeit machte ihr langsam tatsächlich Angst. Er verband offensichtlich seinen Auftrag, sie für das Ministerium zu werben, mit seinem persönlichen Interesse. Er umwarb sie so offensichtlich auf privater Ebene, dass sie sich zu fragen begann, ob ein Gang zum Ministerium nicht unumgänglich sei, doch er hatte nichts getan, was ihr einen echten Grund dazu gegeben hätte. Im Gegenteil, seine Ausführungen waren erstaunlich vernünftig und wohlüberlegt gewesen. Der Verstand redete ihr ein, dass er in vielen Dingen richtig lag. Doch was, wenn der analytische Verstand gewillt war, der Chemie des Körpers sehr viel mehr Daseinsberechtigung einzuräumen, als eigentlich gut war? Was, wenn die Begierde so viel mehr Platz einnahm, als das logische Denken eigentlich zulassen sollte?

Diese Frage stellte sich Hermine erneut, als die Sonne immer tiefer am Himmel stand und sie ruhelos wurde. Severus hatte sie gefragt, ob sie heute Abend zu ihm käme...er hatte sie gebeten. Es widersprach jeder Logik, sich erneut in seine Hände zu begeben. Sie war nun an einem Punkt, an dem sie ihr ganzes Leben ändern konnte. Sie brauchte nur 'ja' zu sagen, zu dem Angebot des Ministeriums - sie bräuchte nur 'ja' zu Charles Grant zu sagen. Es war ihre Entscheidung das Ruder herumzureißen und Severus in seine Schranken zu weisen. Auch wenn sie Charles nicht wirklich wollte - er war da, und wartete nur auf ein einziges Wort von ihr - es würde Severus hart treffen, wenn sie ausgerechnet ihn wählte.

Der Nachmittag verstrich, und auch der Abend kam, ohne dass Hermine Severus Bitte nachgeben wollte. Es wäre ein Stich für ihn, wenn sie nicht zu ihm ging. Ein Stich, der vielleicht die richtige Stelle traf - seinen Stolz. Doch je mehr die Sonne am Himmel sank, desto mehr spürte Hermine, dass sie selbst es war, die den Schmerz spürte. Ruhelos griff sie zu einem Buch, schlug es auf und spürte bei jedem Wort, das sie ohne Sinn und Verstand las, wie ihr Herz bis zum Hals schlug. Ärgerlich klappte sie es zu und begab sich ins Badezimmer. Sie blickte in den Spiegel und sah der Frau in die Augen, deren Wangen vor Erregung leicht gerötet waren. "Du gehst nicht zu ihm! Er hat dich belogen - all die Zeit über. Geh nicht, du wirst dir selbst nicht mehr in die Augen sehen können, wenn du es tust."
Voller Konzentration atmete sie tief ein, um dann den Atem langsam entweichen zu lassen. Die Anspannung verstärkte sich dennoch auf eine Weise, die Hermine resigniert seufzen ließ. Zu eindeutig war der Puls zu spüren, der den Weg zwischen ihre Beine gefunden hatte, als wäre dieser Bereich es wert, das Gehirn eine Zeit lang unterzuversorgen.

Ihre Hände griffen zum Hahn und drehten das kalte Wasser bis zum Anschlag auf. Wieder und wieder tauchte sie ihre schöpfenden Hände hinein, um ihr Gesicht mit der kühlen Flüssigkeit zu benetzen.
Schließlich sah sie erneut in den Spiegel und warf sich selbst einen ironischen Blick zu: "Du warst schon mal überzeugender", fauchte sie ihr Ebenbild an.
Den letzten Schwall Wasser schleuderte sie gegen den Spiegel, und ihre eigenen, missbilligenden Augen verschwammen dadurch lange genug, so dass sie sich abwenden konnte.

Die Entscheidung war gefallen - und mit ihrer Entscheidung auch die letzte Gegenwehr. Nein, er hatte ihr keinen Fluch auferlegt; er hatte ihr keine sinnesraubenden Gifte untergemischt - sie allein war es, die so auf ihn reagierte. Als sie sich umzog, zitterten ihre Hände. Die Anspannung war kaum noch auszuhalten. Sie vermied es, erneut in den Spiegel zu sehen. Niemand hatte sie je so zu Gesicht bekommen...völlig außer sich vor Erregung...jeder sinnvolle Gedanke war ausgelöscht...eine einzige Berührung würde ausreichen, um sie vollkommen willenlos zu machen. Niemand hatte sie je so gesehen...außer ihm! Er hatte sie so hilflos ihrer eigenen Lust ausgesetzt gesehen und er hatte ihr nie einen Vorwurf daraus gemacht. Er hatte sie jeweils noch einen Schritt weitergeführt, als sie selbst zu gehen bereit gewesen war. Dieser eine Schritt war es, der sie zu seiner Sklavin machte. Hermine wusste, dass sie sich nur etwas vormachte, wenn sie sich selbst versprechen würde, dass er es heute nicht schaffen würde, sie weiter gehen zu lassen, als sie es selbst wollte. Sie wusste, dass sie es herbeisehnte und genau dieses Herbeisehnen dazu führte, dass sie ihn als ihren Meister anerkannte.

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Der warme Wind spielte mit ihren Haaren, als sie vom Apparierpunkt aus zum Schloss ging. Der Vollmond schien auf die Ländereien und ließ alles in eigenartig gedämpften Farben leuchten, die die ganze Szenerie unwirklich erscheinen ließen.
Irgendwo im Verbotenen Wald drang ein Wolfsgeheul durch die dichten Bäume und Büsche, das Hermine unwillkürlich bewog, einen Schritt schneller zu gehen.

Charles hatte Severus mit einen Wolf verglichen, der dem Mann ohne Vorwarnung an die Kehle gehen konnte, der ihn vor einer Bestrafung durch das Ministerium gerettet hatte. Erneut das Heulen - Hermine verfluchte sich jetzt dafür, dass sie so lang gewartet hatte bis es dunkel war, um hierher zu kommen. Es war noch Zeit umzukehren. Severus würde ohnehin nicht mehr mit ihr rechnen. Er würde sich damit abgefunden haben, dass sie seiner Bitte nicht gefolgt war - es wäre besser umzukehren, bevor sie dem Wolf ihre nackte Kehle darbot. Doch das Schloss war jetzt schon so viel näher als der Apparierpunkt. Eine Rechtfertigung, die sie nicht einmal ansatzweise sich selbst durchgehen ließ. Fast rechnete sie damit, die Tür verschlossen vorzufinden, als sie beim Schloss angelangt war. Doch sie war nicht verschlossen - sie erkannte Hermine als Besucherin, der Zugang zu gewähren sei und Hermine trat ein, und roch den typischen Geruch, der diesen alten Gemäuern anhaftete. Ein Stück Vertrautheit, das sie fast zärtlich zu umarmen schien.

Die Halle war leer um diese Zeit. Die Schüler befanden sich inzwischen in den Gemeinschaftsräumen und würden lesen, Schach spielen oder einfach nur plaudern, bis es Zeit war schlafen zu gehen. Hermine hörte ihre eigenen Schritte an den Wänden widerhallen und fragte sich, ob sie mit diesem Geräusch nicht unwillkürlich Filch auf den Plan rufen würde. Schnell nahm sie die Stufen zu den Kerkern. Severus musste sie als Besucher angekündigt haben, niemals hätte sie sonst ungehindert das Schloss betreten können. Sie fragte sich, ob er dennoch überrascht sein würde, wenn sie so spät noch an seine Tür klopfte.
Scheinbar hatte er sie tatsächlich nicht mehr erwartet, denn es dauerte geraume Zeit, bis er öffnete.
Als er sie erkannte, stieß er wortlos die Tür weit auf und deutete eine einladende Geste an.
Sie trat ein und sah sich betreten um. Auf dem Tisch stand eine Flasche Wein, die jedoch fest verkorkt war. Severus folgte ihrem Blick: "Ich wollte sie nicht ohne dich öffnen. Eigentlich wollte ich sie gerade wieder wegräumen."
Hermine nahm es als Vorwurf und erwiderte: "Ich hatte nicht versprochen zu kommen. Ich musste darüber nachdenken."
"Ich verstehe", erwiderte er knapp. "Es gibt so vieles, über das ich nachdenken muss", fügte sie an, als habe er ihr nicht soeben zugestimmt.
"Ich werde dich nicht weiter drängen, für den Orden zu arbeiten. Ich werde dich auch nicht drängen, mit mir den Abend zu verbringen...ich wünsche es mir, aber ich werde dich nicht drängen."

Seine Stimme hatte abweisender geklungen als seine Worte und Hermine begriff, dass er ihr damit Gelegenheit geben wollte, ihm Ungastlichkeit vorzuwerfen um einen Grund zu haben, sofort wieder zu verschwinden, wenn es ihr Wunsch sei. Aber Hermines Wünsche sahen ganz anders aus. Sie setzte ein Lächeln auf und erwiderte: "Wenn ich den Abend nicht mit dir verbringen wollte, dann wäre ich nicht hergekommen, nicht wahr?"
Er schüttelte vage den Kopf und seine Stimme klang rau: "Es ist gut möglich, dass dein Pflichtgefühl dich hertrieb. Du bist meine Schülerin und ich weiß noch aus alten Zeiten, wie genau du diese Aufgaben nimmst. Aber heute habe ich keine Aufgabe für dich."
"Ich komme nicht, um eine Aufgabe zu erfüllen. Ich kam, weil du mir ein Versprechen gegeben hast und den Wunsch geäußert hast, mir den See zeigen zu wollen."
"Dann lass uns gehen", sagte er so bestimmt, dass Hermine nicht glauben konnte, dass er ihr eben noch angeboten hatte, ihn einfach wieder zu verlassen.

Stumm folgte sie ihm abermals durch die Eingangshalle und über die Ländereien, bis sie den See glitzernd im Mondschein vor sich liegen sahen. Fast erschrak sie, als Severus seine Hand in ihrer verschränkte. Es war eine so ungewöhnliche Geste, dass sie unwillkürlich die Luft anhielt. Einen Moment standen sie einfach nur so da. Hermine genoss den Blick über die spiegelnde Oberfläche. Dass sie aus Angst um ihr Leben die glatte Fläche noch tags zuvor panisch zum Erbeben gebracht hatte, verbannte sie jetzt aus ihrem Kopf. Das Einzige, was zur Zeit in dem Wasser zu ertrinken schien, war das Abbild des Mondes und er schien diese Tatsache gelassen hinzunehmen.
Plötzlich löste Severus sich von ihr und sah sie mit seinen dunklen Augen an. "Ich erwarte dich im See...sagen wir, du hast genau zwei Minuten."
Als er sich nun langsam auszog, wandte sie nicht ein einziges mal den Blick ab. Im Schein des Mondes wirkte seine weiße Haut seltsam verlockend, und seine Muskeln, die nun deutlich hervortraten, ließen sie fast hypnotisiert seinen Anblick genießen.
Hermine bemerkte eine neue Welle der Erregung, die durch ihren Körper jagte, als er seine komplette Kleidung abgelegt hatte. Sie versuchte nicht allzu offensichtlich auf sein Glied zu schauen, obwohl der Grad seiner Erregung durchaus höchst interessant für sie war. Doch ehe sie sich weiter Gedanken darum machen konnte, sprang Severus kopfüber ins Wasser. Eine Zeit lang war er untergetaucht und Hermine fielen seine Worte wieder ein. Er hatte ihr zwei Minuten gegeben. Die würde sie nicht brauchen.

Schnell streifte sie ebenfalls ihre Kleidung ab und spürte dem Pulsieren zwischen ihren Beinen nach.
Sie tauchte einen Fuß in das Wasser, zog ihn aber augenblicklich wieder zurück. Severus war inzwischen aufgetaucht und sah zu ihr herüber.
"Es ist eisig", rief sie ihm zu.
Er lachte über diese Bemerkung, war er doch selbst soeben ohne Zögern hineingesprungen. "Du hast schätzungsweise noch eine Minute", rief er zu ihr hinüber.
"Und wenn ich nicht ins Wasser will, was dann?", fragte sie kopfschüttelnd.
Snapes Stimme wurde drohend: "Du weißt, was dann passiert. Darauf würde ich es nicht ankommen lassen."
"Sadist", murmelte sie leise, doch sie kam seinem Befehl nach.

Langsam ging sie immer weiter in das Wasser hinein und fragte sich unwillkürlich wo der Unterschied zum gestrigen Abend lag. Ihr war kalt und mit jedem Schritt den sie ging, verstärkte sich das Gefühl, diesem See ausgeliefert zu sein. Ihre Erregung war vollends verschwunden, und tatsächlich war sie froh darüber, zeigte es ihr doch, dass sie Severus nicht völlig ausgeliefert sein würde.

Als das Wasser ihr bis zum Bauch reichte, legte sie sich darauf und begann zu schwimmen. Hektisch sah sie zum Ufer - es war klar zu sehen. Ihr Blick wanderte wieder über den See. Hermine hielt kurz in ihrer schwimmenden Bewegung inne. Von Severus keine Spur. Einen kurzen Moment schossen ihr Gedanken durch den Kopf, dass der Krake vielleicht heute beschlossen hatte die Störenfriede, die sein Reich abermals zu dem ihren machen wollten, kurzerhand zu seinem Spielzeug zu erklären. Plötzlich wurde jedoch die Wasseroberfläche direkt vor Hermine durchbrochen und Severus strich sich, schwer atmend, die Haare aus dem Gesicht. "Endlich! Das wollte ich dir auch geraten haben", sagte er leise grollend, dann zog er sie bestimmt an sich und Hermine umklammerte ihn wie selbstverständlich mit beiden Beinen.

Von diesem Moment an war ihr klar, dass sie ihm nichts vormachen konnte. Seine Wärme an ihrem Körper zu spüren raubte ihr schier den Verstand. Ohne zu zögern drang er mit einer einzigen fließenden Bewegung in sie ein. Er wollte, dass sie mit dem See wieder versöhnt wurde. Hermine schiegte sich dich an ihn und verließ sich darauf, dass er sie halten würde. Erst als er sie in in das seichtere Wasser zog, wurde ihr klar, dass er die Verbindung zwischen ihnen hergestellt hatte, um im tiefen Wasser ganz dicht bei ihr zu sein - er hatte sie völlig ausgefüllt, sie dicht an sich gezogen und ihr dabei tief in die Augen gesehen. Er hatte ihr nachhaltig das Gefühl geben wollen, dass ihr nichts passieren konnte - dass er bei ihr war und es nicht zulassen würde. Als er nun festen Stand hatte, zögerte er plötzlich, sie abermals in Besitz zu nehmen.

Doch diesmal war es Hermine, die diese Verbindung wieder herstellen wollte. Erneut umklammerte sie ihn, und er drang wieder in sie ein. Dann begann er sich in ihr zu bewegen und die Intensität war so stark, dass Hermine lustvoll aufstöhnte. Das Wasser umspülte wild ihren Körper, während sein Rhythmus schneller wurde. Hermine fühlte sich auf wundervolle Weise losgelöst. Sie bäumte sich auf, umfasste seinen Nacken und grub ihre Zähne in seine Schulter, während er sie nun regelrecht aufspießte. Wasser perlte über seinen Hals. Hermine kostete davon, indem sie mit der Zunge über seine ebene Haut strich. Sie setzte ihre Erkundung fort, und biss ihm sanft in die Halsbeuge. Im gleichen Moment stieß er sich - ihre Pobacken haltend - so tief und kraftvoll in sie, dass ihrer Kehle ein animalisches Gurgeln entrang. Sie war selbst von diesem Orgasmus völlig überrascht worden, so dass ihr für einen Moment schwindlig wurde. "Ich liebe dich", hörte sie ihn flüstern. Plötzlich kam ihr alles fast unwirklich vor. Der See, der Taumel der Lust, Severus Worte - all das konnte unmöglich Realität sein. Sie hörte ihn leise seufzen und es klang enttäuscht. "Glaubst du, den See jetzt wieder in besserer Erinnerung behalten zu können?", fragte er sachlich nach.

Er hatte sich aus ihr zurückgezogen und Hermine stand etwas wackelig im seichten Wasser und sah sich um. Schließlich wandte sie sich ihm wieder zu und sagte leise: "Ich bin dir noch etwas schuldig", sie wollte nach ihm greifen, damit er wieder in sie eindrang, um seine eigene Lust zu befriedigen, doch er wich zurück. "Du bist mir nichts schuldig - ich möchte nichts, das du mir nicht freiwillig zu geben bereit bist. Lass uns nun zurückkehren."
Hermine sah zu, wie er das Wasser verließ. Er hatte ihr den Rücken zugewandt und erst als er am Ufer nach seiner Kleidung griff, sah sie, was sie bereits vermutet hatte - seine Erektion war nach wie vor vorhanden, doch er hatte sich entschieden, sie zu ignorieren. Hermine folgte ihm stumm an Land. Er wollte gerade sein Hose schließen, als sie sich vor ihm auf die Knie fallen ließ. Ohne zu zögern, schob sie sich seinen Penis tief in den Mund und begann ihn zu verwöhnen. Sie spürte, wie er ihr voller Empörung in die Haare griff und ihren Kopf von sich ziehen wollte. Schnell griff sie mit der Hand unter seine Hoden und ließ sein Glied bis zum Schaft in ihrer Mundhöhle versinken, um es kurz darauf mit zusammengepressten Lippen bis zur Eichel wieder freizugeben. Sobald sie sein Stöhnen hörte, vollführte sie die Bewegung wieder in die andere Richtung. Das Zerren an ihrem Haar wurde von einem bestimmenden Druck gegen ihren Hinterkopf abgelöst. "Das...ist es nicht...was ich...meinte", stieß er hervor, erbebte jedoch eindeutig unter der intensiven Behandlung.

Hermine wusste wovon er gesprochen hatte, und für einen Moment hätte sie fast lachen können, weil ihr der Gedanke kam, wie gut es war, dass sie den Mund voll hatte und daher einen guten Grund, eine Antwort schuldig zu bleiben.

Es erregte sie eigenartig aufs neue, hier nackt vor ihm zu knien und ihn gegen seinen eigentlichen Willen soweit zu bringen, dass er sein Sperma in ihrer Mundhöhle verspritzen würde. Als es geschah, durchfuhr sie eine tiefe Befriedigung darüber, ihr Vorhaben in die Tat umgesetzt zu haben. Es beflügelte sie, ihn so zu reizen, dass Severus sich nicht hatte wehren können. Er zog sich recht schnell aus ihrem Mund zurück, um ihr die Gelegenheit zu geben, auszuspucken. Als sie ihn daraufhin nur anlächelte und damit begann, nach ihren eigenen Kleidern zu greifen, spürte sie seinen ungläubigen Blick. "Du hättest das nicht tun müssen", sagte er leise.
"Keine Sorge - ich tue nichts, das ich nicht freiwillig tun will", erwiderte Hermine bestimmt, wagte jedoch nicht, ihm dabei in die Augen zu sehen. "Bist du dir sicher?", hörte sie ihn fragen und blickte ihn nun doch an.
Sie begriff, dass er nach sehr viel mehr fragte, als nur nach der Tatsache, dass sie bereit gewesen war, sein Sperma hinunterzuschlucken.

Ihr Mund war von seinem Geschmack immer noch überschwemmt und ihr wurde bewusst, wie merkwürdig es ihm vorkommen musste, dass es sie nicht anekelte ihn zu schmecken, wo sie doch nicht einmal bereit war, ihm die langersehnten Worte zu sagen.
"Ich muss über einiges nachdenken, Severus", erwiderte sie träge und war sich bewusst, dass sie lediglich wiederholte, was sie ihm zuvor schon gesagt hatte.
"Spielst du mit dem Gedanken, dich zur Aurorin ausbilden zu lassen?" Hermine zögerte: "Ich sollte es zumindest in Erwägung ziehen. Das Ministerium will mich nach wie vor."
"Und Charles Grant...er will dich auch...ziehst du auch das in Erwägung?"
Seine Stimme hatte durch die Pausen merkwürdig verletzt geklungen, obwohl er sie lediglich aufmerksam ansah. "Nein, das ziehe ich nicht in Erwägung", antwortete sie sofort.
Er stieß einen Seufzer der Erleichterung aus, was sie aufgrund dieser offenen Reaktion zu einer näheren Erklärung bewegte.
"Ich habe noch nie geglaubt, dass Liebe etwas mit Logik zu tun hat. Würde ich rein logisch an die Sache herangehen, so wäre Charles Grant wohl der ideale Partner für mich. Er ist in meinem Alter. Er sieht nicht übel aus. Er kennt meinen Beruf und teilt ihn sogar. Wir würden uns nicht nur ein paar Stunden am Abend sehen, sondern hätten die Möglichkeit, uns sogar während der Arbeit zumindest kleine Zärtlichkeiten zukommen zu lassen", sie verzog bei diesen Worten unwillkürlich den Mund widerwillig, was sie durch schnelles Weitersprechen zu kaschieren versuchte, "er wechselt zwischen Magier- und Muggelwelt und er stammt - so wie ich - von Muggeleltern ab. Er hat einen Posten beim Ministerium, der dafür sorgt, dass er mein Ausbilder sein könnte."

Severus nickte langsam und seine Stimme klang bitter: "Und er würde dich vermutlich auch nicht zwingen..."
Hermine fiel ihm so laut ins Wort, dass er tatsächlich abrupt verstummte.
"...aber ich habe bereits einen Ausbilder. Und ich habe bereits einen Job angenommen, den ich zu Ende bringen werde - übrigens eine der Eigenschaften, die das Ministerium an mir zu schätzen scheint. Und zudem...", jetzt hielt sie inne und schluckte sichtbar, bevor sie den Satz leise beendete, "...und zudem habe ich schon einen Mann, mit dem ich meine Begierden stillen möchte, und der sie besser kennt, als jeder andere. Bitte Severus, verlange nicht mehr von mir...ich bin wütend auf dich...ich bin wütend wegen all der Jahre, die ich betrogen wurde und ich brauche Zeit, um meinem Herzen beizubringen, warum du das getan hast. Du hast die Macht, meinen Körper in einen Zustand zu versetzen, der jegliche Gegenwehr von mir schwinden lässt. Mir ist bewusst, dass es nicht richtig ist...dass ich mich dafür schämen müsste. Aber weißt du was, Severus? Ich habe keine Lust mich dafür zu schämen! Doch wenn du mehr willst als das, dann gib mir Zeit."

Er nickte, aber ein ungläubiges Lachen klang leise aus seinem Mund: "Du bietest mir deinen Körper an, aber von deinem Herzen soll ich mich fern halten. Wer sollte das wohl besser verstehen als ich, Hermine? Ich werde danach handeln, aber du sollst wissen, dass es ausdrücklich dein Wunsch war...vergiss das nicht!"

Hermine wandte sich ein letztes mal in dieser Nacht dem See zu und sah über die erleuchtete Oberfläche. Das Bild verschwamm vor ihren Augen und sie ärgerte sich über die Tränen, die sich völlig ungerechtfertigter Weise Bahn brachen. Sie hatte ihren Willen bekommen und die Dinge klargestellt - es gab keinen Grund jetzt zu heulen...und so tat sie es lautlos, denn was ihr Kopf so logisch erdacht hatte, schien mit einem mal ihrem Herzen überhaupt nicht gefallen zu wollen.

tbc

Ein relativ langes Kapitel... sagt mir doch einfach, wie ihr es fandet, und ob ihr das nächste auch wollt!

Liebe Grüße, Kira