Kapitel 35
Verwirrt ließ Harry den Blick schweifen. Bis eben hatte er noch einen recht interessanten Traum mit Draco gegabt und plötzlich taucht eine ihm gut bekannte Umgebung vor ihm auf.
"Hallo Harry, es ist schön dich wiederzusehen."
Es war Miki.
Sie stand direkt vor ihm und lächelte ihn an.
"Aber...ich dachte..."
Er wusste nicht, was er sagen sollte. Sollte Miki inzwischen nicht ihren Frieden gefunden haben?
"Glaub mir, ich bin genauso überrascht wie du."
"Ich verstehe das nicht. Akira und Ryo sind glücklich zusammen, ich dachte damit wäre die Aufgabe erfüllt?"
"Das hatte ich auch vermutet, aber scheinbar ist dem nicht so...Ich glaube, dass es noch etwas gibt, was zu tun ist...aber ich bin mir nicht sicher..."
Harry überlegte einen Moment was es noch sein könnte: "Vielleicht auch noch die Dämonen aus unserer Welt vertrieben werden?"
Nach den letzten Ereignissen war es offensichtlich, dass es darauf hinauslaufen würde, allerdings konnte er sich nicht erklären, was das mit Miki zu tun hatte.
"Das ist momentan der einzigste Anhaltspunkt. Würdest du trotzdem ein Auge offenhalten, falls dir etwas auffällt?"
"Kein Problem."
Harry war ihre einzige Verbindung zur Außenwelt und sie konnte nur hoffen, dass er etwas raus bekam, dass ihr helfen konnte.
"Tut mir leid, dass ich dich schon wieder in diese Sache reinziehe."
"Mach dir darüber mal keine Sorgen," lächelte er verständnisvoll, "Ohne deine Einmischung würde ich wahrscheinlich immer noch dieses langweilige Leben führen. Und Draco und ich wären niemals zusammengekommen. So gesehen müsste ich mich eigentlich bei dir bedanken."
"Ich hoffe du bereust das nicht irgendwann..."
"Das glaube ich kaum."
Vielleicht sollte sie wirklich nicht so negativ denken. Bis dato war alles gut gegangen und vielleicht würde es auch so bleiben.
"Ich schätze ich schicke dich jetzt besser zurück. Du brauchst deine Ruhe."
"Bis zum nächsten Mal," verabschiedete er sich und verschwand wieder aus ihrer Welt.
Für den Moment blieb ihr nichts anderes übrig, als abzuwarten, aber sie hoffte, dass Harry vielleicht schnell eine Lösung für ihr Problem fand.
„Ist alles in Ordnung bei dir?" fragte Neville, der sich verschlafen die Augen rieb. „Du hast mich halb zu Tode erschreckt, als du plötzlich angefangen hast im Schlaf zu reden."
„Hast du gehört, was ich gesagt habe?"
Beunruhigt wandte er sich an seinen Bettnachbar. Wie sollte er erklären, dass er mit einem toten Mädchen, dass ihm immer im Traum erschien, gesprochen hatte.
„Nein, du hast nur so vor dich hingemurmelt..."
Erleichtert atmete er leise aus.
„Keine Sorge, war nur ein Alptraum," versuchte er es ihm zu erklären.
„Etwa etwas von dem dessen Namen nicht genannt werden darf?" flüsterte Neville erschrocken.
„Es lässt sich leider nicht vermeiden...Tut mir leid, wenn ich dich geweckt habe."
Wenigstens war sein Geheimnis noch für eine Weile sicher.
„Kein Problem, dafür musst du dich nicht entschuldigen. Ich habe auch ständig Alpträume...von meinen Eltern...weißt du? Aber weißt du was hilft? Wenn du dir immer wieder sagst, dass es nur ein Traum ist, werden die Bilder irgendwann immer blasser. Man kann sie nicht vollkommen verschwinden lassen, aber es hilft dabei, dass sie nicht mehr so schmezhaft sind."
„Danke Neville, dass werde ich mir merken."
Es tat ihm ein wenig Leid dein Jungen so anlügen zu müssen, aber es war für sein eigenes Wohl. Umso weniger er wusste, desto besser für ihn. Das hier war ein Krieg, an dem er nicht teilhaben sollte, er hatte auch so schon viel zu viel schlechtes in seinem Leben erlebt.
„Ich denke ich hau mich wieder auf´s Ohr. Das solltest du auch tun, Neville. Wer weiß schon, was sie für morgen wieder alles geplant haben."
„Du hast recht. Es ist auch so schon schwierig genug, sich den ganzen Stoff zu merken..."
Sie wünschten sich eine gute Nacht und waren kurz darauf eingeschlafen. Harry blieb ein weiterer Besuch von Miki in dieser Nacht erspart und konnte sich endlich mal wieder richtig ausruhen.
Mit der Enspannung war am nächsten Morgen jedoch schluss. Trotz der Tatsache, dass er hundemüde war, war er wiedereinmal vor allen anderen wach. Noch einmal einzuschlafen, war sicherlich keine gute Idee, wenn er nciht den Unterricht verpassen wollte, also machte er sich fertig und entschloss sich zu einem kleinen Spaziergang über das Schulgelände, bis die große Halle für das Frühstück geöffnet wurde.
Die frische Luft würde ihm wenigstens dabei helfen richtig wach zu werden.
Weit kam er jedoch nicht, als er auf dem Flur zwei wohlbekannte Stimmen hörte.
Die eine gehörte Umbridge, das schlimmste, was dieser Schule bis jetzt passieren konnte und die andere gehörte Ryo. Er konnte der Diskussion nur schwer folgen, da er so weit von ihnen entfernt war, aber er ahnte, dass es nicht gut ausgehen würde. Besonders bei Ryo, der mit Frauen sowieso eine sehr kurze Geduldsspanne hatte.
Er wünschte, er könnte näher ran, aber dann hätte er sich wahrscheinlich verraten.
„Mr. Asuka, ich weiß nicht, was für ein Spiel sie hier spielen, aber glauben sie ja nicht, dass sie damit noch länger durchkommen. Das Ministerium hat angeordnet jede verdächtige Person in gewahrsam zu nehmen und sie...!"
Weiter kam sie nicht, als Ryo sie an der Gurgel packte.
„Sie langweilen mich mit ihrem sinnlosen Gerede. Verschwinden sie aus meinem Sichtfeld oder ich werde sie verschwinden lassen. Und das wollen sie doch nicht, oder?"
Seine Stimme war kalt und es gab keinen Zweifel daran, dass er seine Drohung wahr machen würde, wenn sie seiner Aufforderung nicht folge leistete.
„Sie werden es noch bereuen so mit mir geredet zu haben! Merken sie sich meine Worte!"
Sie ging in die Entgegengesetzte Richtung und ließ ihn stehen.
„Tch...gegen diese Frau sollte ich wirklich etwas unternehmen, bevor sie mir noch gefährlich wird..." murmelte er nur und machte sich auf den Weg in sein Klassenzimmer.
