Disclaimer: Die fantastische Twilight Saga und alle Charaktere gehören Stephenie Meyer und nicht mir!

AN: Hallo Ihr Lieben! Sorry, dass ich erst jetzt poste, aber ich hatte noch mit einer anderen Story zu tun ... So aber jetzt geht's hier weiter! Das Kapitel ist wieder geteilt, dh erst kommt ein Edward PoV und dann Carlisle :D Dieses Kapitel ist meinem Lieblingssong von Our Lady Peace Somewhere Out There gewidmet! Obwohl Starseed auch toll ist und ein echter Klassiker! ... Viel Spass wünsche ich euch!


Edwards PoV

Eine Stunde später stehen wir in der Mehrzweckhalle nebeneinander und ich fühle mich so, als ob ich jede Sekunde umkippe. Die Luft hier drin ist stickig und viele Fans rauchen, obwohl es hier nicht erlaubt ist. Noch dazu wird hier mehr Alkohol ausgeschenkt, als auf dem jährlichen Stadtfest in Forks. Ich versuche ruhig zu bleiben und atme tief ein und aus. Mir ist heiß und ich denke, dass das nicht alleine von der Wärme hier drin kommen kann. Ich spüre ganz deutlich das Fieber in meinem Körper! Doch Jasper zu Liebe versuche ich mich zusammen zu reißen und mache auf gute Laune.

Wir bewegen uns im Takt der Musik hin und her und grölen laut die Texte mit. Zwischendurch kommen die großen Nebelmaschinen auf der Bühne zum Einsatz und der Kunstnebel wabert durch die komplette Halle bis zu uns herüber. Man wird von anderen Menschen hin und hergedrückt, manche drängen sich an einem vorbei, oder treten uns auf die Füße.

Aber die Show von Our Lady Peace ist spitze und genau so hatte ich es mir vorgestellt. Die Leute singen die Texte mit, es gibt Grüppchen die ausgelassen pogen und es wird im Takt mitgeklatscht. Wo man nur hin sieht, lauter fröhliche und ausgelassene Fans, die heute Abend eine Sache verbindet: Die Musik!

Nach einer halben Stunde Warterei und fordernden Sprechchören der Fans kommt dann endlich einer der Höhepunkte der Show und ein Publikumsliebling:

Leise Keyboardklänge ertönen. Sanft und noch keiner Melodie folgend. Raine Maida geht langsam bis zur Bühnenkante und nimmt das Mikrofon an sich. „Wave in … Wave out! ..."

Dann kommt das Schlagzeug hinzu und das Publikum jubelt bereits. „Smile! Wave out!"

Endlich die Melodie … Schlagzeug, Bass und das Kreischen der E-Gitarre. Raine macht Ernst. „Okay! Keiner sitzt mehr! Alle aufstehen! … Hier kommt Starseed!"

Aufbrausender Jubel und Gekreische der Fans! Ein Klassiker, der bei keinem Konzert fehlen darf! „I let go of the world that was holding, passenger that could not smile! In search of souls, in search of something – so let it go, let it slide!"

Jubel überall aus der Halle! „When I find out what went on, I`ll bring it back, but it won`t be easy! They won`t believe how a man could drown on a STARSEED! STARSEED!"

Jasper und ich brüllen uns mit den anderen Fans die Seele aus dem Leib. Wir lieben diesen Song! Ich lege meinem Bruder den Arm über die Schulter, als ich spüre wie mein ganzer Körper zittert und meine Knie nachgeben. Starseed wird leiser und dann beginnt das nächste Lied.

„Jaz," nuschele ich und versuche dabei lauter als Raine und die Gitarren zu sein. „Ich geh mal kurz raus, okay?"

Mein Bruder wirft mir einen besorgten Blick zu. „Soll ich mit gehen?"

Ich winke mit der Hand. „Ist schon gut, ich komm ja gleich wieder. … Muss nur mal kurz frische Luft schnappen!"

Mit diesen Worten drehe ich mich um, fingere meine abgerissene Konzertkarte aus der Hosentasche und stolpere zwischen den wenigen Fans, die mit uns weiter hinten stehen, zum Ausgang. Die Ordnungskräfte, die auf mich zu kommen, weil sie mich taumeln sehen, wimmele ich ab – ich will nur raus!

Ich trete auf den kleinen Vorplatz der Halle. Gierig sauge ich die frische und kalte Luft ein, als ich mich vorsichtig an der Mauer auf den Boden fallen lasse und den Kopf an die Wand lehne.

Niemand ist hier vor der Halle – ich bin allein! Jetzt wär ich doch ganz froh, wenn mein Bruder hier wär. Meine Finger tasten in meiner Hosentasche nach dem Handy, was ich nicht dabei habe. Ich spüre plötzlich wieder die Übelkeit. Dann drehe ich mich zur Seite und kotze. Ich höre noch die leisen Klänge von Somewhere out There und die Fans, die jede Zeile des Liedes mitsingen und dann werde ich ohnmächtig ...


Carlisles PoV

Ich sitze hinter meinem Schreibtisch und kümmere mich um die Aufarbeitung der Akten, die sich bereits seit drei Wochen hier stapeln. Ich hasse diesen Papierkram, aber auch der muss leider gemacht werden, da führt kein Weg dran vorbei. Ich trinke einen Schluck aus meiner Tasse, stelle sie wieder ab und schreibe weiter. Vor einer halben Stunde habe ich überlegt, einen Abstecher zur Blutbank zu machen, aber ein Notfall kam dazwischen …

Jetzt sitze ich seit fünf Minuten wieder hier und fülle Formulare aus, korrigiere Berichte von den Mitarbeitern und bin mit meinen Gedanken schon zu Hause. Ich werfe einen Blick auf die Uhr und stöhne. 22.36 Uhr. Ich muss noch drei Stunden durchhalten!

Also nein, ich mache meine Arbeit ja wirklich gerne und habe immer ein gutes Gefühl, wenn ich Menschen helfen kann, die ich früher umgebracht hätte. Ich nehme wieder einen Schluck lauwarmen Kaffee und unterzeichne ein Formular. Plötzlich klingelt mein Handy auf meinem Schreibtisch. Bevor es vibrierend von der Tischkante fällt, greife ich danach und werfe einen Blick auf die Caller-ID: Unbekannt … Ich melde mich natürlich trotzdem.

„Dr. Cullen?"

Die andere Stimme kenne ich nicht. „Dr. Cullen! Hier ist Peter Armstrong von der V-Point Security!"

Von der was ...? Ich runzele die Stirn, nicht sicher mit wem ich da spreche. „Um was geht es, Mr. Armstrong?"

„Haben sie einen Sohn mit dem Namen Edward, Doktor?"

Mein Gesichtsausdruck verändert sich sofort. Ich werde angespannt und nervös zugleich. Meine Finger umschließen das Handy noch fester. „Ja, was ist mit ihm?"

Komm doch endlich zum Punkt! …

„Er ist hier auf dem Konzert von einer Rockgruppe umgekippt, Doktor," teilt er mir mit. „Wir haben in seiner Geldbörse einen Zettel gefunden, wo sie als Notfallnummer angegeben sind!"

Mir wird heiß und meine Nervosität weicht Verärgerung! Ich stehe auf und ziehe meinen Kittel aus, während ich mit dem Security-Typen rede. „Ich bin sofort da! Wo ist er genau und wie sieht er aus?"

„Wir haben ihn ins Sanitätszelt gebracht neben der Halle und sein Bruder ist bei ihm. Er hat starkes Fieber und sich bereits zwei Mal erbrochen. Schwach, Kreislaufprobleme, aber keinen Alkohol! Hat Reaktionsschwierigkeiten und ist aber einigermaßen stabil. Scheint nur eine starke Grippe zu sein, Doc!"

„Ja," sage ich leise, während ich den Mantel und den Schal anziehe und die Schlüssel aus der Jackentasche hervor krame. „Ich bin sofort da, Mr. Armstrong! … Äh, welcher von seinen Brüdern ist jetzt bei ihm?"

Ich höre, wie Armstrong mit jemandem redet. Dann wendet er sich wieder an mich. „Jasper Hale, Sir."

Ich atme tief durch und reisse meine Bürotür auf. „Sagen sie ihm, er soll sich nicht rühren! Er soll bei ihm bleiben, bis ich da bin. Bis gleich, Mr. Armstrong."

Anstatt auf eine Antwort zu warten, drücke ich die Taste zum Auflegen und laufe aus meinem Arbeitszimmer, den Krankenhausflur hinunter zum Ausgang.

Während ich über den Parkplatz zu dem Mercedes gehe, versuche ich ruhiger zu werden und mir einzureden, dass er ja jetzt in guten Händen ist und nichts dramatisches passiert ist. Ich öffne den Kofferraum, lege meine Tasche hinein und schließe ihn wieder. Dann lehne ich mich kurz gegen das kalte Metall und ziehe wieder das Handy aus der Manteltasche. Ich tippe unsere Festnetznummer ein und warte. „Esme? … Du bist zu Hause? Schatz, tu mir einen Gefallen. Geh rauf in Edwards Zimmer und sieh nach, ob er da ist!"

Ich weiss, dass das ein ziemlich dummer Befehl ist, weil ich ja genau weiss, dass er nicht in seinem Zimmer und nicht im Haus ist. Ich warte.

„Ja," sage ich dann in den Hörer, als meine Frau fast in Tränen ausbricht und mir sagt, dass unser kranker Sohn nicht in seinem Bett liegt, sondern ein gut drapierter Stapel Kissen und Decken.

„Sch … Esme, ist schon gut," versuche ich sie zu beruhigen und merke, dass auch ich ruhiger werde. „Ich weiss wo er ist und ich werde ihn jetzt holen, okay? … Gut, wenn ich ihn habe, rufe ich dich an! Ja! Bis gleich."

Ich bringe ihn um! Mein Sohn ist so gut wie tot! ...

Seufzend lege ich auf, stopfe das Telefon wieder in meinen Mantel zurück und setze mich auf den beigen Fahrersitz. Zähne knirschend starte ich den Wagen, fahre rückwärts von meinem Privatparkplatz und verlasse ihn dann durch die Schranke. Schnell tippe ich die Adresse der Konzerthalle ein und lasse den Navigator suchen. Wenig später bestätige ich die gesuchte Adresse mit einem Druck auf die Taste und lasse den Rest das Navigationsgerät machen.

Ich kenne zwar die Adresse der Halle, war aber noch nie da und bin im Moment so aufgeputscht mit Adrenalin, dass ich zu viel Angst habe, mit der Suche Zeit zu verlieren oder vielleicht einen Unfall zu bauen. So kann ich mich auf das Fahren konzentrieren und mir schon mal ein paar Gedanken darüber machen, ob ich mit Edward sofort ins Krankenhaus fahre oder nach Hause.


Nach ganzen fünfzehn Minuten, die ich durch Forks gefahren bin fahre ich auf den großen Parkplatz der Mehrzweckhalle. Ich parke in der ersten Reihe, bleibe noch einen Moment sitzen um mich weiter runterzufahren, so weit, dass ich mit Edward reden kann und ihn nicht anschreie. Außerdem versuche ich meine Gedanken etwas zu ordnen, wegen Edward!

Ich steige seufzend aus dem warmen Wagen und gehe an den Kofferraum, den ich öffne. Ich greife nach meiner Tasche, die ich für alle Fälle mit nehmen will, auch wenn ich eigentlich weiss, dass Edward bei den Sanitätern in guten Händen ist.

Dann schlage ich den Kofferraumdeckel so laut zu, dass ich Publikum habe, aber das ich ignoriere. Als ich an meinem Wagen vorbei gehe, um zum Eingang zu kommen, bemerke ich jetzt erst, dass ich neben Jaspers Auto stehe. Kopfschüttelnd zeige ich den Securities meinen Dienstausweis und werde gleich von Mr. Armstrong, mit dem ich telefoniert habe in Empfang genommen.

„Dr. Cullen," stelle ich mich vor und wir schütteln uns die Hände.

Ich folge ihm durch die Gänge und trete dann wieder nach draußen in die kalte Nachtluft. Wir gehen auf das Sanitätszelt zu und Armstrong entlässt mich in die Obhut des Chefsanitäters. Er erklärt mir kurz die Situation und die Vitalfunktionen und dass Edward seit einer viertel Stunde wieder bei Bewusstsein ist. Als er gehört hat, dass die Jungs des Dienstes mich benachrichtigt haben, wollte er das Zelt auf eigene Faust verlassen, aber Armstrong war natürlich dagegen – und die Sanitäter auch!

Das Erste was ich sehe, als ich neben dem Sanitäter her gehe, ist Jasper, der auf einem Feldbett sitzt und ziemlich nervös und schockiert wirkt. Das Zelt ist fast komplett leer, scheinbar gab es nicht so viele Ausfälle, wie vermutet wurde. Einige Sanitäter spielen Karten und andere machen Schreibkram. Ich bleibe stehen und sehe zu meinem Adoptivsohn hinüber, der mich noch nicht bemerkt hat.

„Jasper," rufe ich laut und er dreht seinen Kopf in meine Richtung. Ich hebe die linke Hand hoch und locke ihn mit dem Finger. Der Junge lässt den Kopf hängen und kommt dann langsam zu mir hinüber. Als er vor mir steht, geht sein Blick sofort zum Boden. Ich drücke sein Kinn hoch, bis er mir in die Augen sieht.

Er schluckt. „Ich … wusste nicht, dass es ihm so schlecht geht, Dad. Ehrlich! Er hat mir gesagt, dass es ihm gut geht. Er wollte nur mal kurz raus gehen, um frische Luft zu schnappen und als er nicht zurück gekommen ist, da-"

„Bist du ihn suchen gegangen," beende ich den Satz. Der Sanitäter geht schon mal zu Edward hinüber. Ich sehe wieder Jasper an. „Du gehst jetzt nach draußen und wartest vor dem Zelt. Hast du verstanden? Wenn ich gleich mit Edward raus komme und du bist abgehauen, Jasper, kannst du dich auf was gefasst machen. Hab ich mich klar ausgedrückt?"

Ich hebe eine Augenbraue und warte. Er beisst sich auf die Unterlippe und räuspert sich. „Ja, Sir!"

Ich trete einen Schritt zurück und lasse ihn an mir vorbei gehen zum Ausgang. Ich warte bis er draußen ist und gehe dann langsam zu Edward hinüber, der auf einer Liege liegt und vor sich hin döst. Vielleicht tut er aber auch nur so … Ich weiss, dass er meine Anwesenheit gespürt hat, als ich den ersten Schritt durch die Plane des Zeltes gemacht habe!

Ich lasse mich auf das Feldbett nieder, auf dem vorhin auch mein Sohn gesessen hat und stelle die Tasche auf den Boden. Der Sanitäter drückt mir ein Clipboard in die Hand und geht dann wieder. Still lese und überfliege ich konzentriert die Daten meines Sohnes, dann lasse ich das Clipboard auf die Liege fallen, falte die Hände zusammen und senke meinen Blick und meine Stimme.

„Esme hat geweint, Edward," sage ich leise und ruhig. „Das mit den Kissen unter der Bettdecke war wirklich sehr echt. Sie hat es geglaubt. Sie hat wirklich geglaubt, dass du oben liegst und schläfst, dass alles in Ordnung ist. Als ich dann vorhin den Anruf bekommen habe, dass du hier und umgekippt bist, habe ich zu Hause angerufen, weil ich es nicht glauben wollte."

Ich werfe ihm kurz einen Blick zu. Noch keine Reaktion.

Also weiter. „Ich hab sie nach oben geschickt, weil sie nach sehen sollte, ob du in deinem Bett liegst. Weisst du was sie gefunden hat? Nichts! Sie hat ein leeres Bett mit Kissen gefunden, Edward, das war es! Und dann hat sie geweint und ich konnte sie fast nicht beruhigen. Es tat mir so leid, dass ich in diesem Moment nicht bei ihr war und ihr helfen konnte."

Dann endlich höre ich ein Schluchzen und er heult los. Auf diese Reaktion habe ich gewartet! Er hat scheinbar begriffen, auch wenn er jetzt ungefähr vier verschiedene Medikamente intus hat und nicht ganz bei sich ist. Ich stehe auf und setze mich auf den Rand der anderen Liege, so dicht zu ihm wie ich kann. Ich streichele seine Haar, sein nasses Gesicht. Ich beuge mich zu ihm hinunter und gebe ihm einen Kuss auf die Stirn.

„Beruhig dich jetzt. Wir fahren gleich. Ich will nur noch kurz mit dem Sanitäter reden, dann komm ich wieder und wir fahren nach Hause. Sch … Okay?"

Er redet nicht, aber nickt hektisch. Meine Finger gleiten noch mal durch sein Haar, dann stehe ich auf, nehme das Clipboard und gehe zu dem Tisch hinüber, an dem der Sanitäter sitzt und einen Kaffee trinkt.

Tbc ...