Und da bin ich wieder :) Wow, muss ich sagen. Ich freue mich echt, dass einige von euch meine Story doch noch lesen. Reviewt schön weiter, das steigert meine Kreativität :D Ich fürchte auf Narcissas Genesung müsst ihr noch ein kleines Bisschen warten. Aber nicht mehr lange. Versprochen :)
LG Lucia
Der Ring
"Wir sollen alle Besitztümer deiner Mutter zerstören? Und du meinst, das lässt dein Vater zu?"
"Ihm wird nichts anderes übrig bleiben. Ich will meine Frau zurück."
Ohne zu Klopfen, stieß Lucius die schwere Holztüre zum Manor auf. Jeder andere wäre von einem Abwehrzauber aufgehalten worden, aber Lucius als rechtmäßiger Erbe wurde nicht am Eintreten gehindert.
"Schnapp dir alles, was du findest. Wir werden ein Feuer machen…"
"Lucius!" Abraxas Malfoys Stimme überschlug sich, als er in den Park hinter seinem Haus trat. "Was zur Hölle- Ich bin eine Stunde nicht im Haus und du … du läufst Amok. Was tust du da?"
Unbeirrt ließ Lucius weitere Kämme, Spiegel, Bücher sogar Lockenwickler seiner Mutter aus dem Haus in den Garten schweben und häufte sie auf einem mittlerweile immens großen Scheiterhaufen auf. Die Flammen loderten hellblau mindestens 6 Meter hoch auf.
"Lucius!", wiederholte Abraxas geschockt und fing mit der linken Hand den karmesinroten Lippenstift seiner verstorbenen Frau ab, bevor er ebenfalls in den Flammen landete.
"Wirf ihn ins Feuer, Vater.", sagte Lucius beiläufig und beobachtete, wie die Schminkkommode in Flammen aufging.
"Das werde ich selbstverständlich nicht tun. Und du wirst auf der Stelle diesen Wahnsinn stoppen!"
Rodolphus kam durch den Dienstboteneingang der Küche ebenfalls in den Garten. "Hier Lucius. Ich habe alles mitgebracht, was sie auch nur in der Hand gehalten haben könnte." Als er Lucius Vater neben dem Feuer erblickte, setzte er nur unsicher seine Schritte fort. "Abraxas.", grüßte er den Vater seines Freundes mit einem Kopfnicken.
"Gib mir den Lippenstift, Vater.", ordnete Lucius mit einem leeren Ausdruck in den Augen an. "Dieses Weibsstück hat meine Frau verflucht und wenn du mir nicht helfen willst, dann geh mir aus den Augen bis ich hier fertig bin."
Bei diesen harschen Worten zuckte Rodolphus zusammen. Niemals hatte Lucius zuvor so gewagt mit seinem Vater zu reden. Gespannt sah er zwischen Vater und Sohn hin und her.
Ein weiterer Moment absoluter Stille, dann zog Abraxas seinen Zauberstab.
"Du wirst nicht das Ansehen meiner Frau in den Dreck ziehen, für deine dummen Hirngespinste."
Rodolphus konnte sehen, wie Lucius förmlich der Kragen platzte.
"Du kanntest meine Mutter doch überhaupt nicht. Und jetzt hör auf eine Frau zu verteidigen, die du seltener gesehen hast, als deine verfluchte Sekretärin oder irgendwelche Prostituierten, die du zu dir gerufen hast."
Der ältere Malfoy schien kurz vor einem Wutausbruch zu stehen. Sein Gesicht war rot angelaufen, mit der linken Faust umklammerte er den Lippenstift, mit der rechten zitternd seinen Zauberstab. Dann schmiss er wortlos den Lippenstift ins Feuer, drehte sich auf dem Absatz um und eilte zurück ins Haus.
oOoOoOo
"Narcissa?" Voller Erwartungsfreude eilte Lucius in das eheliche Schlafzimmer, dicht gefolgt von Rodolphus.
Das Kindermädchen sah erschrocken auf, als die beiden Männer ruß verschmiert durch die Flügeltüren des Herrenschlafzimmers auf sie zu kamen.
Die rothaarige Ivette saß mit dem jüngsten Familienmitglied im Arm am Bett Narcissas und schaukelte ihn hin und her.
"Hat sich irgendwas verändert?", fragte Lucius, ohne die Nanny eines Blickes zu würdigen.
Ivette schüttelte langsam den Kopf. "Alles wie immer, Sir."
Einen Moment lang dachte Rodolphus, sein Freund würde am Fuß des Bettes zusammenbrechen. Er legte beide Hände schwer auf Lucius Schultern um ihm das Gefühl zu geben nicht alleine zu sein.
"Lasst mich alleine.", sagte er nachdem er einige Male tief durchgeatmet hatte. Mit bangem Blick huschte das Kindermädchen mit Draco im Arm aus dem Schlafzimmer, während Rodolphus den Druck seiner Hände nur verstärkte.
"Du auch, Rodolphus." Lucius Stimme hatte jede Tonalität verloren. "Ich will mit meiner Frau alleine sein." Die Hände glitten von seinen Schultern, als er sich auf das Bett sinken ließ. Der Freund nickte resignierend und ging zur Türe.
"Ich warte in deinem Arbeitszimmer.", sagte er mit ruhiger Stimme, ehe er das Ehepaar alleine zurückließ.
Lucius warf einen Blick über die Schulter um sich zu vergewissern, dass sie wirklich unter sich waren, dann vergrub er sein Gesicht in ihrem Haar.
Eine ganze Weile lag er bloß so da mit seinen Händen auf den ihren und atmete kontinuierlich den Duft ihres Haares ein. "Ich habe Mireille beauftragt, dir wieder mit deinem Shampoo die Haare zu waschen. Sie fühlen sich direkt viel leichter an, findest du nicht?", murmelte er gegen das feine blonde Haar seiner Frau hinein. "Und es duftet so gut." Lucius lächelte sanft in das leblose Gesicht der 19-Jährigen. Er hätte nie geglaubt, dass er jemanden so vermissen könnte. Er fühlte sich ausgelaugt. Die Angst, dass es jeden Moment soweit sein konnte, dass sie ganz von ihm ging und ihn zum Witwer, ihren Sohn zur Halbwaisen machen würde, bevor er sich überhaupt richtig an sie erinnern können würde, war so groß und allgegenwärtig, dass er das Gefühl hatte er würde von ihr erdrückt werden. "Dein Sohn wird jeden Tag größer, Liebes. Du solltest ihn mal sehen. So ein kräftiges Kerlchen, glaub mir. Ich bin wahnsinnig stolz auf ihn."
Etwas zu fest, als gewollt umklammerte er ihre kalten Hände. "Verflucht noch mal, Narcissa. Irgendwann musst du doch wieder aufwachen. Wir sehnen uns alle nach dir. Und ich brauche dich hier. Wir ziehen ins Manor um, mein Engel. Dann kann Draco dort aufwachsen. Wir haben dort viel mehr Platz und unser Junge kann den ganzen Tag draußen spielen…" Er brach ab, als er spürte wie ihm Tränen über die Wangen rannen. Lucius hätte nicht gedacht, dass er nach all den Wochen überhaupt noch weinen konnte. Er drückte seine Hände noch fester zu und spürte kaum den Schmerz, als sich der große Diamant von Narcissas Verlobungsring in seinen linken Handballen bohrte.
Lucius lockerte den Griff und strich mit dem Zeigefinger über den funkelnden Stein.
oOoOoOo
"RODOLPHUS!" Der Angesprochene wirbelte herum, als Lucius in das Arbeitszimmer stürmte. "Der Ring. Dieser verteufelte Ring!"
Immer noch ein wenig erschrocken verringerte Rodolphus die Distanz zwischen ihm und Lucius, der in der Türe stehen geblieben war und völlig hysterisch mit einem funkelnden Gegenstand in seiner Hand winkte, bei dem es sich zweifellos um den eben von ihm angesprochenen Ring handeln musste. "So eine Schlange war sie. Sie mogelt mir etwas unter schon damals zur Verlobung, was meine Frau nach dem Tod meiner eigenen Mutter ebenfalls umbringt."
"Aber…" Stirnrunzelnd besah sich Rodolphus den funkelnden Diamanten. "Schon einige Tage vor ihrem Tod schrieb Mutter mir einige Briefe. Sie wolle uns und Draco besuchen kommen. In Wahrheit wollte sie den Zauber aktivieren."
Für Lucius schien alles glasklar, aber Rodolphus schüttelte den Kopf. "Sie war doch nicht mehr bei euch."
Doch die Euphorie verschwand nicht von Lucius Gesicht. "Der Abend im Moor. Vielleicht alles ein Zufall oder von meiner Mutter vorbestimmt. Jedenfalls hat sie den Zauber dort aktiviert. Ich bin mir ganz sicher."
Zugegebenermaßen klang das auch in Rodolphus' Ohren logisch, aber er wollte sich nicht ausmalen, welch eine Enttäuschung es erneut für Lucius wäre, wenn die Spur wieder ins Leere führen würde.
"Und was hast du jetzt vor?"
"Wie brauchen einen Fluchbrecher."
