Zusammenfassung:

Beim Stöbern in der Bibliothek im Hauptquartier des Ordens im Grimmauldplatz, fallen Hermione fehlende Teile des Tagebuches Helga Hufflepuffs in die Hände. Wie schon im ersten Teil, das von der Jugend der Gründer Hogwarts handelt, scheint das magische Schwert Hrunting eine besondere Rolle im Leben Helgas zu spielen.

Helga Hufflepuff, die im Jahr 956 n. Chr. England verließ, um mit ihrem Mentor, dem Heiler und Halbelfen Richard Eriugena, den Mördern ihrer Eltern, dem Bund der Wölfe, zu entgehen und nach Irland ging, trifft 963 n. Chr. in Schottland auf Cedric Mac Maíl Coluim, den Vetter des Königs Dubh von Schottland. Hier kann sie verhindern, dass König Dubh durch eine Vergiftung stirbt, als auch, dass die Schlacht von Crieff für den vom Bund unterstützen Cullen mac Induff ausgeht. Durch die Benutzung ihres Schwertes bindet sie die Zentauren, die Dubhs Armee fast überrannten. Als der Anführer der Zentauren, Earpwald, mit den Insignien der Führerschaft, dem Diamanten Adamas, nach England flieht, nimmt Helga, nachdem sie von Cedrics Tal und Dorf Hogsmead zurückgekehrt ist, die Verfolgung Earpwalds auf. Doch sie hat nicht damit gerechnet, dass das neue Ratsmitglied Bellona, die dem Vampirclan der Baobhan-Sith angehört, einen durch schwarze Magie erschaffenen Attentäter, einen Wraith, loslässt, der sie fast tötet. Um ihm zu entgehen und mehr über ihn herauszubekommen, trennt sich Helga von Richard, der weiter die Zentauren verfolgt und geht nach Wilton zu Rowena von Ravenclaw.

Währenddessen wohnt im fernen Dinas Emrys, der berühmten Bergfestung inmitten des Königreiches Gwynedd, Godric Gryffindor als Geisel mit seiner Frau Melangell und seinen Kindern Gyrth und Osdryd in relativer Sicherheit, trotz eines Drachenweibchens, welches unter der Festung ihre Brut aufzieht. Als Godric erfährt, dass sein Vater im Sterben liegt, verlässt er Gwynedd und geht nach Tenby. Doch dies ist nur der Auslöser auf den König Iago gewartet hat. Während Iago durch seinen Hofzauberer Gwefrfawr Godrics Familie inhaftieren lässt und ihm eine Falle stellt, plant der Bund den Einfluss auf Iago zu erhöhen, in dem er den Hofzauberer durch Nadal Lynx ermorden lässt. Iago soll glauben, dass Dyfeder den Ausbruch durchgeführt haben und ihn so in einen Krieg zwingen. Allerdings bringt Dunstan von Canterbury König Edgar von England zur Intervention in Wales. Als Godric und seine Familie zum schwarzen Eldorman, dem Großmeister des Bundes, gebracht werden sollen, kann Salazar, der im Bund mittels Vielsafttrank spioniert, Godric befreien und flieht mit ihm und seiner Familie nach England. Doch der Bund, vor allem Salazars Vater Solmen, will Salazar vernichten und kann durch den Hauselfen Wewe den Aufenthaltsort Salazars erfahren. Nur durch den Einsatz Godrics kann ein Debakel verhindert werden.

In Wilton, dem neuen Heim von Rowena von Ravenclaw, geht es ähnlich dramatisch zu. Nicht nur, dass König Edgar eine ihrer Nonnen schwängerte, was erheblichen Wirbel hervorruft und das Ansehen der neuen Äbtissin schwächt, auch treffen Vertriebene des Bundes ein, die mit eingen wenigen magischen Fähigkeiten ausgestattet sind. Sie sollten dem Bund dienen oder vernichtet werden, denn der schwarze Eldorman möchte, dass nur eine Elite von Zauberer unter einem magischen König England herrscht. Da es im Land zu Unruhen auf Grund von Landschenkungen des Königs an die Kirche kommt, nutzt dies der Bund aus und greift schließlich auch das Kloster Wilton an, um jener Fliehenden habhaft zu werden. Doch Rowena kann nur mit äußerster Mühe diese Angriffe abwehren, selbst als Helga, Cedric und der Zentaure Berin in Wilton eintreffen. Erst durch Soldaten des Königs Edgar kann Sicherheit erlangt werden. Doch während Helga in Wilton und in Sarum nach dem Wraith forscht und auf seltene Runen stößt, die auch auf ihrem Schwert zu sehen sind, stellt der Bund eine Falle auf, mit der sie das Schwert Hrunting doch noch erhalten können. Dazu wird Meister Richard mit der Beschuldigung gefangen genommen, er habe einen Menschen aus niederen Beweggründen mittels Zauberei getötet. Vor dem Prozess wird er gezwungen, Helga einen Brief nach Wilton zu schreiben, um sie zum Austausch mit dem Schwert zu bewegen. Auf der anderen Seite formieren sich die kirchlichen Fanatiker, um an Richard ein Exempel durchzuführen.

Helga, die noch nichts von der Gefangennahme ihres Lehrers weiß, stößt in Sarum auf Runen, die von einem Dieb und seinem Bruder ihr angeboten werden. Diese Runenschrift, deren Runen der Schlüssel zur Macht Hruntings sind, gehörten einem arabischen Alchemisten in Sarum. Als Helga, Cedric und der Dieb in das Haus des Alchemisten eindringen, werden sie fast überrascht und müssen anhören, wie der Alchemist mit dem schwarzen Eldorman verhandelt.

16. Der Prozess

Sarum, Wiltshire, im Haus des Alchemisten, Frühjahr 965 n. Chr.

Helga versuchte noch dichter an die Tür heranzukommen, um das Gespräch des Alchemisten und seinem Gast, diesem seltsamen dunklen Zauberer, noch besser verfolgen zu können.

„Wollen wir versuchen uns leise zu entfernen", murmelte Cedric ihr ins Ohr, doch Helga schüttelte energisch den Kopf. Sie wollte noch mehr über die beiden Männer erfahren … und was sie über ihr Schwert Hrunting wussten.

„Ihr seid sicher, dass dieses Pergament echt ist?", fragte der Gast des Alchemisten nach einer Weile. Seine Stimme war zwar freundlich, doch Helga konnte hinter ihr die große Autorität spüren. Vor diesem Zauberer musste sie sich in Acht nehmen.

„Aber natürlich, wo denkt ihr hin, Eldorman. Ich habe mir von einigen Leuten, meist Dänen, diese Runen bestätigen lassen. Allerdings konnte mir keiner erzählen, ob die Runen wirklich wirkten, denn das Schwert blieb bei dem Träger wirkungslos."

‚Eldorman? War dieser Zauberer ein Adliger? Es würde zu ihm passen. Nur… warum trug er diese Maske?', fragte sich Helga.

„Wirkungslos?... Damit war er kein Zauberer. Das erklärt, die Umstände seines Todes", erwiderte der Eldorman

„Todes? Ihr kanntet den Träger des Schwertes?", fragte der der Alchemist entzückt.

Helga wurde schwarz vor Augen… anscheinend meinten die beiden ihren Vater. Er hatte ja bei Brunanburgh zusammen mit dem schottischen König Konstantin und den Dänen aus dem Danelaw gegen die Angelsachsen gestritten… und hatte mit ihnen verloren. So wie es aussah, war er mit Hrunting in die Schlacht gezogen… doch da er ein nicht-magischer Mensch war, hatte er die Macht des Schwertes nicht entfalten können… anders als Helgas Mutter, die aus einem reichen dänischen Zauberergeschlecht stammte. Einem Geschlecht, welches auf Unfried zurückzuführen war… jenem Unfried, der Beowulf sein Schwert zur Verfügung gestellt hatte… und jener Unfried, der schließlich die Halle des Königs zum Einsturz gebracht hatte. Helgas Mutter war also eine Zauberin gewesen, auch wenn sie versucht hatte, ihre magischen Fähigkeiten zu verbergen. Nur so hatte sie lange genug ihre kleine Familie geschützt und war nicht weiter aufgefallen.

‚Wie dumm ich damals gewesen war', sagte sich Helga, die damals nicht verstanden hatte, warum ihre Mutter ihre Fähigkeiten verteufelt und stets böse geworden war, wenn Helga unbedarft ihre eigenen angewandt hatte. Doch wie sollte ein achtjähriges Mädchen dies verstehen? Eine weitere Träne in ihren Augen löste sich und rann ihre Wange hinunter.

„Ja… auch den jetzigen Träger. Nicht persönlich… aber doch, ich kenne sie. Doch, wenn alles so läuft, wie ich es mir vorstelle, werde ich schon bald das Schwert in meinen Händen halten dürfen", erwiderte des Alchemisten Gast.

„Eine Sie?", fragte Abu nach.

„Ja… auch die vorige Besitzerin war eine Sie. Ihr Mann, den meine jetzigen Truppen getötet haben, war nur ihr Mann. Er war nicht fähig, den Zauber des Schwertes zu entlocken. Doch seine Frau schon… und nun seine Tochter. Wobei ich bei weitem nicht weiß, ob dieses Mädchen überhaupt realisiert hat, was sie da in den Händen hält."

Cedric, der wie Helga der Unterhaltung lauschte, schaute Helga mit großen Augen an, denn erst jetzt realisierte er, von wem gesprochen wurde.

„Und… wirkt das Schwert so, wie die Pergamente es beschreiben?"

Helga konnte die Antwort nicht hören… anscheinend schien der Eldorman nur mit dem Kopf geschüttelt haben, was Helga ja nicht sehen konnte.

„Vieles ist noch unklar…", hörte sie kurz darauf, wobei einiges so leise gesprochen wurde, dass es unmöglich war, dem Gespräch in allem folgen zu können.

„Ihr sagtet… in euren Händen? Wie das?", fragte der Alchemist nach.

„Ihr seid sehr neugierig, Abu. Ein wenig zu neugierig. Doch… ich will nicht so sein, denn ihr habt mir in einigem schon geholfen… so wie ich euch geholfen habe. Ich denke, ihr werdet auch in Zukunft mir gegenüber loyal sein, nicht wahr?", sagte der Eldorman sanftweich… so freundlich, dass ein Schauer Helga kalt über den Rücken kroch.

„Natürlich, selbstverständlich. Ich war schon immer auf eurer Seite", versicherte Abu schnell. Obwohl Helga den Mann nicht sehen konnte, konnte sie seine Angst spüren. Ein Zittern in seiner Stimme schien ihn zu verraten… und ließ zu, dass dies den Eldorman amüsierte.

„Nun gut, Abu… ich denke, wir werden das Schwert recht bald in den Händen halten können, weil die jetzige Trägerin es uns überlassen wird."

„Aber wieso? Ihr habt angedeutet, sie hat das Schwert schon benutzt… also weiß sie ein wenig von der Kraft… von der Macht des Schwertes. Sie wird kaum diese Macht aus ihren Händen geben!"

„Doch, sie wird es. So oder so. Denn wir haben ein Druckmittel für sie… ihren Mentor und Lehrer. Jetzt müsste sie eigentlich seinen Brief in den Händen halten, den er in unserer Gefangenschaft geschrieben hat. Ohne sie wird er in Nottingham im Kerker verrotten. Natürlich wird sie alle Möglichkeiten abwägen, aber schließlich wird sie ihm helfen müssen. Vielleicht wird sie ihn versuchen zu befreien… und wird ebenfalls in eine Falle laufen, denn wir rechnen eigentlich damit, dass sie dies tun wird. Letztendlich wird sie uns zur Rettung des… Wesens, einem Halbelfen, das Schwert überlassen… oder es einem Vertrauten geben, der es uns geben wird."

„Und dann?"

Helga hörte nun neben der Angst auch einen anderen Ton in der Stimme des Alchemisten. Er schien aufgeregt zu sein… fast begierig. Der Eldorman lachte.

„Ja, Abu, dann wird das Schwert zur näheren Untersuchung in deine Hände gelegt. Ihr werdet seine Geheimnisse entlocken… in unserem… oder genauer gesagt… in meinem Auftrag. Und dann werden wir das Schwert einsetzen, zu unseren Bedingungen, damit ein magischer König Englands Thron besteigen kann… und wir, der Bund, an seiner Seite das Land prägen… so wie wir dies uns alle vorstellen."

„Danke, schwarzer Eldorman, danke… ich werde euch nicht enttäuschen. So etwas grandioses… so etwas wunderbares, wie dieses Schwert habe ich schon lange nicht mehr in den Händen gehalten."

Der begierige Ton des Alchemisten wurde immer fordernder. Helga atmete noch tiefer ein. Sie zitterte nun vor Aufregung, vor Wut, vor Trauer… so dass Cedric sie packen musste und damit sie wieder beruhigte.

‚Richard! Er ist in Gefangenschaft… ist in Gefahr!'

Dieser Gedanke durchschoss ihr Gehirn. Dieser Mann, dieser schwarze Eldorman, hatte ihren Mentor, ihren Lehrer… ihren Freund gefangen genommen und wollte durch ihn an das Schwert kommen. Ihr war klar, dass der magische Gegenstand in der Hand des Eldormannes eine mächtige Waffe war… und doch war es ihr auch klar, dass sie Richard nicht einfach so in Gefangenschaft belassen konnte. Wo hatten sie, der Bund, ihn gefangen genommen? War der Ort nicht Nottingham? Sollte sie dort, wo ihre Eltern gestorben waren, schließlich auch ihren wichtigsten Förderer verlieren?

„Nun… ein wenig werdet ihr euch noch gedulden müssen, Abu. Der erste Schritt ist gemacht… nun werden wir auf ihre Antwort warten. Doch ich glaube, dieser wird nicht lange auf sich warten lassen."

„Was werdet ihr mit diesem Mädchen machen, wenn sie euch das Schwert überlassen hat?"

Wieder lachte der schwarze Eldorman auf.

„Wenn sie das Schwert uns gegeben hat, ist sie für uns unwichtig geworden. Nun, wir werden, je nachdem wie sie uns das Schwert überlassen hat, sie nicht weiter behelligen. Denn sie hat größere Probleme… ein Wraith ist ihr auf den Fersen. Zwar wird jener noch vom Clan der Baobhan-Sith gebunden… doch wenn sie für uns unwichtig sein wird, wird der Wraith wieder freigesetzt… und ihr wisst, nur schwarze Magie kann einen solchen Wraith aufhalten. Schwarze Magie, wie sie das Mädchen mit Sicherheit nicht kann… das Ende ist daher leicht zu erraten. Sie wird vom Wraith getötet… und vielleicht sogar noch ihre Freunde und Förderer. Ein Problem weniger…"

„Ihr seid… so einfallsreich", sagte Abu mit anerkennender Stimme. Doch seine Stimme war wieder furchtsam… als würde er sich vor dem schwarzen Eldorman fürchten.

„Ich nutze nur das, was andere entfesselt haben. Zunächst war ich wahrlich nicht glücklich, dass Bellona, die Führerin des Clans, einen magischen Attentäter entfesselt hat… ist er doch so wenig zu kontrollieren. Doch jetzt… wo der Clan sich verpflichtet hat, den Wraith zu binden… kann ich ihn als Bedrohung benutzen… nun, Abu, ich freue mich, dass ihr mir so loyal gegenüber steht. Bei euch bräuchte ich nicht mal einen Wraith zu entfesseln, um euch zu vernichten, nicht wahr? Allein die Wahrheit würde reichen!"

„Oh… nun, mein Eldorman, sicher… doch ihr werdet diese doch nicht einsetzen… nicht gegen einen eurer treusten Diener!"

„Natürlich nicht, Abu, natürlich nicht… es sei denn du würdest mich enttäuschen!"

„Ich euch enttäuschen… ich werde mich an die Erforschung des Schwertes machen und ihr werdet mit dem Schwert alles das erreichen, was ihr wollt. Mir allein bleibt das Wissen, die Wissenschaft, der ich mich gewidmet habe."

„Sehr schön, Abu… meine Güte, wie die Zeit verstrichen ist. Nun… das nächste Mal werde ich euch mit dem Schwert besuchen… also seid vorbereitet. Und noch etwas… lasst euch nicht wieder irgendetwas stehlen. Dieser kleine Dieb, Belfric ist glaube ich sein Name, ist langsam lästig… also unternimmt endlich etwas gegen ihn."

„Also… also gut. Ich werde es wie einen Unfall aussehen lassen!"

Der schwarze Eldorman sagte nichts mehr… und dann hörte Helga nur noch einen leichten Knall, der nicht lauter war, als das Entkorken einer Weinflasche. Nun herrschte Ruhe… nur Abu war zu hören, wie er Teile des Gespräches wiederholte.

„Die Wahrheit will er über mich verbreiten… diese Ausgeburt des Teufels… was ich nicht schon alles für ihn gemacht habe… aber dennoch muss er mich bedrohen… Muss er mich so ängstigen? Warum habe ich mich nur mit ihm eingelassen? Ich Dummkopf! Und jetzt… jetzt bin ich nicht besser als er…"

Helga drehte sich zu Cedric um, der noch immer starr auf die Tür schaute. Auch Belfric blickte starr auf die Tür… und weit überraschter als sie ihn je zuvor gesehen hatte.

„Er… er weiß, dass ich ihn bestehle?", flüsterte der Meisterdieb unbehaglich.

„Belfric… nun kommt. Oder er wird das mit euch tun, was er sich jetzt schon überlegt hat."

Nur undeutlich konnte Helga sehen, wie sich auch der Dieb aufmachte, um aus dem Haus zu schleichen. Nach einiger Zeit blieb der Dieb plötzlich stehen und schaute Cedric und Helga an, als würde er sie zum ersten Mal wirklich ansehen.

„Ich werde wohl Sarum verlassen. Bin hier wohl nicht mehr sicher… Danke."

„Nichts zu danken, Belfric… eher müssten wir die danken. Hier…"

Helga holte ein Goldstück heraus und drückte dies dem Dieb in die Hand. Dieser nickte nur kurz, als er das Goldstück in seiner Hand sah.

„Wenn ihr mal wieder etwas… braucht… so fragt nach mir…"

Helga nickte… und sah dann zu wie der Dieb in der Dunkelheit verschwand.

„Und was machen wir jetzt? Werden wir Rowena kontaktieren? Oder allein Richard befreien?", fragte Cedric Helga später, als sie sich in Sicherheit wähnten.

„Nein…"

„Nein?"

„Nein… ich muss erst nach Nottinghamshire…"

„Nottinghamshire? Aber warum…?"

„Weil dort meine Eltern ermordet wurden. Und weil dort die Männer von Abu, dem Alchemist, diese Notizen her haben. Wer weiß, was alles meine Mutter dort versteckt gehalten hat. Vielleicht sind dort auch weitere Pergamente, die auf keinen Fall in die Hände des Eldormannes fallen dürfen. Erst wenn alles gesichert wurde, werden wir uns aufmachen, Richard zu befreien. Er ist zwar in Gefangenschaft… aber sie werden ihm nicht wirklich was tun, denn sie brauchen ihn noch…"

„Ich bewundere dich… du bist so… vernünftig", sagte Cedric erstaunt.

‚Ich bewundere mich auch… aber wenn du wüsstest, wie es in mir aussieht, Cedric…', sagte sich Helga und versuchte mit aller Kraft ihre Tränen zu unterdrücken.

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Nottingham, im Rathaus, Frühjahr 965 n. Chr.

„Bewohner von Nottingham… ich bitte um Ruhe… der erhabene Bruder Aelfwin möchte den Schuldigen noch etwas fragen…"

Der junge Priester stellte sich mutig vor das Publikum und breitete seine Arme aus. Sogleich stellte sich das Bombardement der unterschiedlichen Früchte ein, mit denen sie Richard beworfen hatten. Richard schaute auf die Menge hinab, die hierher gekommen war, um ihren Spaß zu haben… und um zu sehen, wie er in diesem Käfig angekettet seinen Schuldspruch entgegennahm.

„Richard Eriugena …", hob der andere der drei Geistlichen an, die seitlich vom Sheriff von Nottingham saß „ … ihr bestreitet also weiterhin den Mann dieser armen Frau…"

Daraufhin zeigte er in die Richtung der Frau, die noch vor wenigen Minuten ausgesagt hatte, dass Richard ihren Mann mit Zauberei ermordet hatte, wobei er den Teufel zu Rate gezogen hatte und sich anschließend an ihr vergangen habe. Richard hatte zu den Vorwürfen geschwiegen… er hatte die arme Frau nur mitleidig angesehen, denn es war zu erkennen, dass man sie zu dieser Aussage genötigt hatte. Krampfhaft hatte sie ihren kleinen Sohn festgehalten.

‚Wahrscheinlich haben sie ihr gedroht… oder ihr noch zusätzlich einige Münzen gegeben, damit sie über die Runden kommt. Denn ohne Mann wird sie es kaum schaffen', hatte sich Richard gesagt. Nur kurz hatte sie Richard angesehen… all ihre Wut, die er beim letzten Mal zu spüren bekommen hatte, war nicht mehr da. Nur Angst. Doch nicht Angst auf ihn, sondern Angst, dass sie einen Fehler machen würde… und dann dafür büßen müsste. Er hatte ihr zugenickt und damit symbolisiert, dass er sie verstehen würde.

„… mit Zauberei getötet zu haben. Ist dies richtig so?"

Richard schaute auf, nickte und erwiderte laut: "Ja… das ist richtig so. Ich habe den Mann der Frau nicht getötet."

Der Geistliche schüttelte angesichts dieser Aussage sein Haupt und stieß einen Laut aus, um seine Ungläubigkeit gegenüber der Aussage Richards zu dokumentieren.

„Ihr sagt, ihr hättet ihn nicht getötet… aber ihr habt ihn behandelt!", unterbrach ihn Bruder Aelfwin.

„Das habe ich… ich war es, der ihn im Schnee gefunden hat, als er… als er Räubern in die Hände gefallen war. Ich habe ihn zu seiner Frau gebracht und ihn gepflegt, damit er am Leben blieb. Deshalb ist es unsinnig, dass ich ihn schließlich getötet haben soll."

„Nun… dort habt ihr erst gesehen, dass er eine Frau hat… und hast gesehen, dass er Dinge besaß, die ihr gern besessen hättet. Aber… ihr sagtet… das ihr ihn behandelt habt? Wie habt ihr ihn behandelt? Und vor allem… ist nicht das Gebet die beste Medizin? Denn… wenn der Mann wirklich so krank war, so liegt es daran, dass er ein sündiges Leben geführt hat…und so ist die Krankheit eine Strafe für dieses Leben."

„Keine Krankheit ist eine Strafe für einen Menschen! Was für ein Irrsinn", rief Richard dem Geistlichen entgegen.

„IRRSINN? Seht ihr, Abbas, wie er Gott lästert!"

Bruder Aelfwin hatte sich zum dritten Geistlichen umgedreht, einem alten Mann, den Richard wohl zu gut kannte und der ihn kritisch beäugte. Richard konnte den Hass in seinen Augen sehen. Damals hatte Flaewig beinahe die kostbaren Bücher der Abtei Glastonbury verbrannt, nur weil sie nicht in seinen Glauben passten. Und er, Richard, hatte dies verhindert.

„Ich lästere nicht unserem Herrn. Natürlich hilft ein Gebet… denn mittels des Gebetes wird der Kranke wieder aufgerichtet… er glaubt an die Heilkraft Gottes und das er gesund wird… und schon allein dies hilft ihm immens. Doch manchmal reicht dies eben nicht. Dann sollte man stets eine der Mittel ansetzen, die uns Gott gegeben hat.", erwiderte Richard.

„Mittel? Was für Mittel?", ereiferte sich Bruder Aelfwin.

„Zermörserte Pflanzenteile… aufgenommen in Alkohol… zerstoßene Blütenblätter… alles Dinge die Gott wachsen lassen hat… und die uns, den Heilern, helfen, den Körper wieder zu gesunden", erörterte Richard, als würde er seinem Publikum eine Vorlesung über die Medizin geben.

„'Wer vor seinen Schöpfer sündigt, der soll dem Arzt in die Hände fallen', Sirach 38, 15", erwiderte Bruder Aelfwin… und Richard konnte sehen, wie dem Mann dabei der Geifer aus dem Mund trat. Ihm war klar, dass er nicht seine Unschuld aufzeigen wollte, sondern seine Schuld.

„Nehmen wir einmal an, Heiler, ihr könnt einen Menschen mit den von Gott gewachsenen Dingen heilen… wo habt ihr dies gelernt?", fragte plötzlich der Sheriff von Nottingham, der zuvor eher gelangweilt ausgesehen hatte… als würde er dem Prozess nicht folgen wollen. Richard starrte ihn zunächst verblüfft an, dann gab er ihm die entsprechende Antwort.

„In einem Kloster in Irland und im Kloster von Lichfeld, Sheriff. Ich hatte dort eine umfassende Ausbildung."

„Bei den Mönchen? So, so… und doch seht ihr die Krankheit nur als Störung des Gleichgewichtes zwischen den vier Körperflüssigkeiten an… und nicht als Gottes Gabe? Und wenn ich euch richtig verstehe, hat auch kein Dämon die Krankheit verursacht."

„Ein Dämon? Nein… ich glaube nicht an Dämonen, die Krankheiten in einen Körper versetzen", erwiderte Richard, steckte sich… so dass der Käfig ein wenig hin und her schwankte. Irgendwie schien der Käfig durch diesen Effekt größer zu werden… jedenfalls zuckte der Ankläger, Bruder Aelfwin, ein wenig zurück, eher er auf die Antworten des Halbelfen einging.

„Ihr meint also nur durch die vier Eigenschaften des Körpers, Wärme, Kälte, Feuchtigkeit oder Trockenheit kommt es zu Krankheiten?", wiederholte der Sheriff seine Annahme.

Richard schwieg… denn er hatte seine eigene These, wie eine Krankheit entstand… und diese wollte er nicht unbedingt hier erörtern.

„Das heißt, aber wenn Gott die Menschen nicht straft… dann muss jemand anders seine Finger im Spiel haben… nämlich sein Meister… den, den dieses Wesen anbetet", rief Aelfwin der Menge zu, die darauf zusammenzuckte, als er zusätzlich mit dem Finger auf Richard wies.

„Abbas?", fragte der Sheriff von Nottingham den alten Mann überrascht, als der sich aufrichtete.

„Richard Eriugena… ihr mögt durch eure Heilkraft so manchen Menschen gerettet haben. Aber nun frage ich euch… und überlegt eure Antwort gut, denn wir werden merken, wenn ihr lügt… habt ihr je bei euren Taten Zauberkraft eingesetzt. Habt ihr je einen Menschen verzaubert… um ihm zu helfen?"

Richard schaute den alten Mann an… und verstand.

„Ja… ich habe Zauberkraft eingesetzt, um ihm zu helfen."

Sofort setzte ein lautes Gemurmel der Zuschauer ein, die überrascht waren, dies nun zu hören.

„Ein Geständnis… EIN GESTÄNDNIS!", rief Bruder Aelfwin triumphierend.

„Ihr könnt wirklich zaubern?", fragte der Sheriff von Nottingham überrascht.

„Ja, ich kann zaubern… aber ich habe bei diesem Mann keinen Zauber angewandt… und somit ihn nicht getötet."

Abbas Flaewig drehte sich angewidert zu Richard um.

„Das ist egal, Heiler… denn ihr habt zugegeben gegen Gottes Gebot verstoßen zu haben. Und dabei ist es egal, aus welchem Antrieb ihr dies getan habt… ob ihr nun wirklich etwas Gutes machen wolltet. Ihr habt damit Gott verraten, habt des Teufels Machwerk benutzt… und somit seine Seele der Verdammnis überantwortet. Auch wenn ihr dies im guten Glauben tatet, so hat der Teufel euch verführt. Und somit könnt ihr gar nicht wissen, ob er nicht in euch gefahren ist, als ihr dem Mann helfen wolltet. Vielleicht wolltet ihr wirklich niemanden schaden, vielleicht habt ihr nichts in Besitz nehmen wollen… doch ihr seid schon lange ein Diener des Teufels, dass ihr es vielleicht gar nicht mehr merkt, wenn er euch lenkt. Ein solches Wesen wir ihr es seid, muss vernichtet werden… ihr dürft nie wieder der verlängerte Arm des Bösen sein."

Richard schüttelte den Kopf.

„Meint ihr nicht, Abbas, ihr selbst urteilt einfach in Gottes Namen. Wer sagt euch, dass dies Gottes Wille ist. Hat er dies euch gesagt… wie er einst Moses die Schrifttafeln mit seinen Geboten gab? Habt ihr schon mal einen Verführten gesehen, der der Diener des Teufels war? Habt ihr jenen schon einmal selbst gesehen? Ich nicht! Wer sagt euch, dass es nicht Gott war, der mich aufforderte, dies zu tun, damit ich Gutes in Welt tue… Wie kommt ihr also darauf, andere zu richten… und euch selbst nicht?"

„Wie könnt ihr… schweig, du Wesen… ihr seid kein Mensch… ihr könnt kein Gottesgläubiger sein… so wie ihr ausseht", ereiferte sich Bruder Aelfwin und ballte dabei seine Fäuste. Nicht viel und er würde nach vorn stürmen und auf Richard einschlagen.

„Der Heiler hat Recht, Abbas… immerhin ist er Heilprediger, ausgebildet von Mönchen. Ich möchte nicht euer Urteil in Frage stellen… aber wenn ihr euch nun irrt.", fragte der Sheriff Aelfwin und Flaewig ruhig.

Flaewig schaute den Sheriff von Nottingham überrascht an.

„Wie… an was denkt ihr?"

„Nun… in solchen zweifelhaften Fällen… also ich denke mir, wir sollten IHN selbst zu Rate ziehen, meint ihr nicht auch? Ich denke mir, wir sollten ein Gottesurteil über ihn verhängen. Soll er doch ein glühendes Stück Eisen 15 Fuß lang transportieren. Wenn seine Hände nicht verbrannt werden… dann hat Gott ihn freigesprochen", sagte der Sheriff von Nottingham mit fester Stimme… so als müsste er sich selbst von diesem Urteil überzeugen.

„Aber… wenn er nun zaubern kann… so kann er seine Haut vielleicht selbst heilen!", warf Aelfwin ein.

„Mmh… ihr habt Recht… wie zaubert ihr, Heiler?", fragte der Sheriff von Nottingham nun Richard

„Wie… wie meint ihr das?". Richard war überrascht über die Frage des Sheriffs.

„Hebt ihr eine Hand und murmelt dann etwas?"

„Ja… schon…", antworte Richard unsicher.

„Gut… dann schneidet ihm die Zunge heraus… damit kann er nichts mehr sagen, geschweige denn einen Zauberspruch aufsagen… und muss das Gottesurteil hinnehmen. Sind seine Hände nicht verbrannt… so ist er freizusprechen… weisen sie Spuren von Verbranntem auf… dann… dann soll er… soll er eben selbst brennen", sagte der Sheriff und wischte so jeweilige Proteste weg. Das Publikum begann zu johlen, während Richard in seinem Käfig zusammensackte.

„Und wann soll dieses Gottesurteil stattfinden, Sheriff?", fragte Flaewig langsam

Der Sheriff zuckte mit den Schultern. "Nun, einige Vorbereitungen müssen schon getätigt werden… Abbas, wie wäre es nach sieben Nächten… in der Kirche von Nottingham."

Abbas Flaewig verneigte sich vor dem Sheriff, der nun fröhlicher aussah und sich von seinen Untergebenen feiern ließ.

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Abtei Wilton, Wiltshire, Frühjahr 965 n. Chr.

„Wie weit ist es, Schwester Hereswith?", fragte Rowena die junge Schwester, die aus der Kammer eilte, in der Schwester Wulfthrith in den Wehen lag.

„Alles läuft prima, Äbtissin… Schwester Wulfthrith geht es gut. Ich werde euch informieren, wenn das Kind kommt", sagte die junge Schwester mit einem leichten Grinsen und eilte weiter. Rowena schaute ihr noch hinterher, ehe sie seufzte und dann wieder in Richtung Bibliothek ging.

‚Nur gut, dass einige meiner Schwestern Hebammen sind… ich wüsste nicht, was ich tun würde… oder müsste', sagte sie sich. Natürlich ärgerte es sie, dass einige Schwestern sie, die Äbtissin, aus der Kammer hinausgeworfen hatten, doch letztendlich hatten sie Recht gehabt. Rowena hatte eine solche Unruhe verbreitet, dass dies Wulfthrith mehr geschadet hätte, als geholfen.

‚Warum ist nur Helga nicht hier?', fragte sie sich zum wiederholten Mal. Mit ihr wäre Rowena weit mehr ruhiger gewesen. Immerhin… dieses Kind konnte einmal der nächste Nachfolger von König Edgar sein. Wenn es ein Junge wurde…

Rowena ging an ihren Schreibtisch zurück und ordnete zum wiederholten Male ihre Post. Dieses liebgewordene Ritual lenkte sie ab… noch einmal las sie den Brief von Erzbischof Dunstan, in dem er ankündigte, dass die Synode im Frühjahr stattfinden würde. Alles schien in der Hauptstadt seinen rechten Wegen zu gehen. Die Proteste gegen die Landnahmen waren abgeklungen und weitere, selbst auch durch den Bund, provozierte Anschläge hatte es auch nicht mehr gegeben. Inzwischen schien auch König Edgar ein wenig über den Tod von seinem Freund Ethelgar hinweggekommen zu sein. Natürlich lag dies auch an seinen Aufgaben, die er jetzt nicht mehr mit dem jugendlichen Leichtsinn absolvierte. So wie Dunstan schrieb, war Edgar in Rhuddlan mit einem kleinen Heer mitten im Winter ‚einmarschiert' und hatte König Iago gezwungen, seine Pläne eines Feldzuges gegen die Deheubarther im Frühjahr aufzugeben. Nicht, dass König Iago darüber entzückt gewesen wäre… doch immerhin hatte plötzlich der König von England in seiner Burg gestanden… jener König, dem er einen Eid geschworen hatte. Auch wenn dieser König eigentlich noch gar nicht gekrönt worden, sondern nur von der Witan zum König ausgerufen worden war.

‚Ich hätte gern das Gesicht dieses Mannes gesehen, als er festgestellt hatte, dass der Fremde, der dort vor seiner Tür bewaffnet stand, der König von England war', sagte sich Rowena und legte den Brief zurück auf den Schreibtisch.

Wie zu erwarten gewesen war, hatten sich Edgar und Iago, aber vielmehr noch Aelfhere und König Iago kaum verstanden. Dunstan, der Aethelwold mit König Edgar mitgeschickt hatte, beschrieb in seinem Brief, dass er sich gut vorstellen kann, dass eines Tages zu einem Bruch der Beziehungen zwischen den Königen kommen wird… und zum Hochverrat des Walisers.

‚Wahrscheinlich hast du da gar nicht so unrecht, Dunstan', sagte sich Rowena. Sie hatte König Iago nicht kennen gelernt… doch die Berichte des Erzbischofs ließen auf einen unerbittlichen Sturkopf schließen, der noch immer der Macht über ganz Wales nachjagte.

„Äbtissin Rowena?"

Rowena ließ überrascht den Brief aus den Händen gleiten und schaute aufwärts.

„Long Bottom…? Mein Gott, ich habe euch eine Ewigkeit nicht gesehen. Wie kommt ihr hier rein… ach, sagt nichts, ich will es gar nicht wissen. Setzt euch. Wollt ihr auch einen warmen Met?"

„Sehr gern, Äbtissin… obwohl…"

„Obwohl was, guter Freund?"

Long Bottom schaute sich um, als würde er hinter seinem Rücken jemanden vermuten, der ihn beobachtet. Dann beugte er sich vor und begann mit fast flüsternder Stimme zu sprechen.

„Ich bin eigentlich hier, um euch zu warnen!"

Rowena schaute zunächst nach rechts, dann nach links, ehe sie ihn angrinste, sich ebenfalls vorbeugte und leise flüsterte.

„Keine Sorge… hier ist niemand. Wir brauchen also nicht zu flüstern."

Long Bottom schaute sie erstaunt an, räusperte sich schließlich, ehe er begann zu sprechen.

„Nun gut… ja… also ich wollte euch warnen…"

„Das sagtet ihr schon, Long Bottom… doch nicht vor wem? Der Bund?". Rowena nahm zwei Becher, stand auf, ging zum Kamin, holte dort einen kleinen Topf vom Feuer und goss den Inhalt des Topfes in die zwei Becher. Dann ging sie zurück zum Tisch und überreichte Long Bottom den einen Becher, während sie den anderen behielt. Long Bottom nickte.

„Ich habe heute früh Berin getroffen und er…"

„Helgas Zentauren?"

„Ja… und er hat mehrere Bündler bemerkt, die die Eingänge des Klosters und die Umgebung im Auge behielten."

„Meint ihr… sie greifen uns wieder an?", fragte Rowena und pustete ein wenig in ihren heißen Met, damit sie ihn trinken konnte.

„Berin verneint dies. Es sieht, nach seinen Angaben eher so aus, als würden sie jemanden erwarten, den sie abfangen wollen. Er bleibt ihnen auf den Fersen…Allerdings fragt er auch, was weiter zu tun sei?"

„Jemand will zu uns kommen… und der Bund will dies verhindern? Mmhh… man müsste herausbekommen, wer dies sei. Auf jeden Fall sollten wir darauf vorbereitet sein, diesen Jemanden… oder die Leute, je nachdem wie viel sie sind, so schnell wie möglich in Sicherheit vor dem Bund zu bringen. Allerdings… allerdings können wir mit dieser Sache kaum einen der hier verbliebenen Soldaten beauftragen. Ich traue ihnen nicht… so mancher mag gar dem Bund einige Informationen überbringen. Könntet ihr einige eurer ‚Dörfler' damit beauftragen, Long Bottom?"

„Daran habe ich auch schon gedacht und einige unser Holzfäller informiert. Allerdings benötigen sie von euch den Auftrag Feuerholz zu sammeln… sonst werden die Soldaten misstrauisch."

„Das ist kein Problem, Long Bottom. Ich werde sofort einen Brief an den Lagerkommandanten absenden, der eine erhöhte Sammlung von Feuerholz ermöglicht. Wir müssen nur sehen, wie ihr, ohne dass jemand es bemerkt, mit mir weiter in Kontakt treten könnt… ich möchte ungern, dass weitere Gerüchte unseren Erzbischof erschüttern."

Long Bottom lächelte Rowena spitzbübisch an, sagte allerdings nichts dazu, so dass Rowena weiterfuhr.

„Nun… am besten sollten die Holzfäller ihre Beobachtungen mit Berin koordinieren. Wenn etwas verdächtiges geschieht, müssen schnell einige unserer Leute vor Ort sein, um denjenigen, der abgefangen werden soll, zu schützen. Sollte es dann dennoch etwas anderes sein, warum die Bündler sich hier herumtreiben, sollen sie es herausbekommen. Wenn nötig, werde ich die Soldaten informieren. Und… habt ihr eine Idee?"

„Wozu?"

„Wie ihr mit mir weiter in Kontakt treten könnt!", sagte Rowena Kopf schüttelnd.

Wieder lächelte Long Bottom und erhob sich dann.

„Dies lasst meine Sorge sein, Äbtissin", sagte er, nahm den letzten Schluck aus seinem Becher und schlich sich aus dem Raum. Seufzend setzte sich Rowena hin… doch kaum hatte sie ihre Gedanken wieder geordnet und sich wieder ihrer Post gewidmet, stürzte Schwester Hereswith in die Bibliothek.

„Sie ist da… das Kind ist gesund. Und die Mutter lebt auch", rief sie erregt.

„Sie?"

„Ein Mädchen… und so niedlich!"

Rowena schloss die Augen… es war ein Mädchen, dass Schwester Wulfthrith geboren hatte und kein Knabe… und somit war dieses Mädchen allen zukünftigen Angriffen gegenüber erhaben, denn nur ein männlicher Nachkomme konnte zukünftiger König von England werden.

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Review-Antworten:

Fluffy Bond: Hallo Du! Endlich habe ich die Zeit gefunden, das nächste Kapitel fertig zuschreiben. Mit weiteren Cliffhängern… gg… Wie du sehen kannst, beantwortet das Kapitel auch einige deiner Fragen. (Jedenfalls ob der Eldorman sie entdeckt und warum Abu Beziehungen zu ihm hat). Und auch Solmens Männer haben zwar Wewes Spur verloren, aber die Suche mit Sicherheit noch nicht aufgegeben. Natürlich ergebn sich nun natürlich weitere Fragen… die ich hoffe bald beantworten zu können. Jedenfalls steuert das zweite Buch seinem Höhepunkt, der Gründung der Schule, immer näher.

Schön, dass du dich in Irland gut erholt hast. Es muss ein tolles Land sein ( wollte immer schon mal dorthin ). Aber ich werde wohl erstmal dieses Jahr wieder nach England fahren.

Ja, es war ein Forumstreffen in Worms bei Vivi. Über dreizig Leute waren dort. War sehr schön, wieder einige andere kennen zu lernen und andere, die man schon kannte, wieder zusehen. Auch meine Aktivitäten im Forum sind begrenzt und weit weniger als noch vor einem Jahr, aber ich schaue noch rein.

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Informationen:

Hunfried, Unfried oder Unferd

Unferd (altnord. Ófriðr)ist nach der Beowulf Sage, der Sohn des Ecglaf (altnord. Eggleifr). Er war jener der Beowulf am dänischen Hofe zunächst in Frage stellte, dann aber ihm sein Schwert zur Verfügung stellte, damit jener damit Grindel töten könnte.

Wie in der Beowulfsage genannt, saß Unferd zu den Füssen des Herrschers.. ( Hunferð maþelode, Ecgláfes bearn, þe æt fótum sæt, fréan Scyldinga) . Allerdings gibt die Beowulfsage auch an, dass Unferd seinen Herrscher verraten und ihn getötet habe. (fágum sweordum --nó ic þæs gylpe-- Doch fern sei Geprahle! Du freilich hast --þéah ðú þínum bróðrum, tó banan wurde--die leiblichen Brüder des Lebens beraubt,--héafodmaégum· þæs þú in helle scealt--Die nächsten Verwandten, und nimmer entrinnst du-- werhðo dreogan, þéah þín wit duge--den Qualen der Hölle, so klug du auch bist.--secge ic þé to sóðe, sunu Ecgláfes,--Sicher ist das, du Sohn des Ecglafs.

In einer späteren Zeile wird Unferd als Redner des Königs dargestellt.

Die Anspielung mit der Halle bezieht sich auf den Kriegszug, den Hrodgars Schwiegersohn Ingeld, König der Headobearden, gegen Dänemark unternahm. Er überfiel den Königssitz, und bei dieser Gelegenheit muß Heort, der Königssitz, in Flammen aufgegangen sein. Verraten wurde Hrodgar angeblich durch Unferd.

Magie und Medizin

Die Medizin war einer der Bereiche, in dem sich im Mittelalter die Magie am stärksten verankert hatte. Dies lang natürlich auch an der Naturmagie der Kelten, die viele heilerisches in die heutige Medizin überliefert hat. Basis der Medizin in Mittelalter blieb aber vor allem die rationalisierte griechisch/römische Medizin, die die Krankheit als Störung des Gleichgewichtes zwischen den vier Körperflüssigkeiten betrachtete und sie durch eines der Medikamente heilte, die eine der fehlenden vier Eigenschaften ( Wärme, Kälte, Fuchtigkeit, Trockenheit) hinzufügten. Im Mittelalter führte sie zur Ausbreitung komplizierter Medikamente, in denen mehrere Dutzend Bestandteile ihre Wirkung vereinten. Um eine speziellere Wirkung noch zu erreichen, wurde die Magie, aber auch das Gebet hinzugefügt. Im Gegensatz zur griechisch/römischen Medizin stellte sich die orientalischen, oder auch als babylonische, Vorstellung entgegen, dass die Krankheit eine Strafe sei für eine nicht gebeichtete Sünde. Dementsprechend wäre ein Gebet die beste Arznei. Vielfach wendeten die Kloster diese Heilung an, die teils auf Praktiken aus dem Volksglauben stammte. Vermehrt kam in dieser Zeit auch der Glaube an Dämonen auf, die die Krankheit in den Körper versetzten. Oder gar die Idee, dass die Krankheit durch das Eindringen eines Dämons in den Körper verursacht wurde. Um diese Auszutreiben wurde der kranke Körper dann beschwört. Der Unterschied zwischen einer Beschwörung und dem Gebet liegt darin, dass die Beschwörung ein Befehl, das Gebet eine Bitte ist.

„Wer vor seinen Schöpfer sündigt, der soll dem Arzt in die Hände fallen" ( Sirach 38, 15, alte Testament)

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Personen, die in diesem Kapitel der Geschichte Nosce te ipsum, 2. Buch, vorkommen. Die Personen die kursiv geschrieben sind, sind erdacht (entweder von JKR oder von mir)

Abu Musa Dschebec

Gelehrter und Alchemist aus Sarum, arbeitet für den schwarzen Eldorman

Aelfhere

Eldorman von Mercien, Führer der ostsächsischen Partei, Onkel von König Edgar

Aelfwin

ehemaliger Bruder aus der Abtei Jarrow. Nun Kleriker in Nottingham

Aethelwold

Bischof von Winchester, ehemaliger Abt von Abington, Ausbilder von Prinz Edgar, Freund Dunstans

Bellona

Ratsmitglied der Wölfe von 963 n. Chr., sie gehört dem Clan der Baobhan-Sith, von Vampiren an

Belfric

Leibeigner und Dieb

Berin

Zentaur. Sprecher der Zentauren, Zwillingsbruder von Alo

Cedric Mac Maíl Coluim

Vetter von König Dubh, späterer Ehemann Helgas

Culen mac Induff

König von Schottland von 967 bis 971, Gegner Dubhs

Dubh Mac Mail Coluim

König von Schottland von 962-967.

Dunstan

Erzbischof von Canterbury, ehemaliger Abt von Glastonbury

Earpwald

Führer der Zentauren. Verbündeter des schwarzen Eldormannes

Edgar

seit 959 König von England, Sohn Edmunds

Ethelgar

ältester Sohn Ethelstan, dem Eldorman Ost-Anglia, Jugendfreund Edgars

Flaewig

Abt von Jarrow, ehemaliger Bibliothekar von Dunstan

Godric ap Maredudd

Sohn des Herrn von Tenby und Gryffindor, einer der Gründer

Gyrth ap Godric

Sohn Godric Gryffindor

Gwefrfawr ap Sywno

Zaubermeister am Hofe Gwynedd. Vater von Melangell

Helga Hufflepuff

eine der vier Gründer Hogwarts

Hereswith

Schwester in der Abtei Wilton

Iago ap Idwal Foel

König von Gwynedd

Konstantin II

schottischer König von 900-942

Longbottom

Schmied und Führer der Dörfler.

Maredudd ap Morial

Thegn Owains, Herr über Tenby, Vater Godrics

Melangell

Ehefrau Godrics, Tochter von Gwefrfawr ap Sywno, Zaubermeister von Gwynedd

Nadal Lynx

Werkatze, Jäger von Solmen

Osdryd

Tochter Godrics und Melangell

Richard Eriugena

Heiler und Arzt, Ausbilder Helgas

Rowena Ravenclaw

eine der vier Gründer Hogwarts, Äbtissin des Klosters Wilton

Salazar Slytherin

jüngerer Sohn Solmens von Slytherin, Gründer Hogwarts

Solmen

Edorman von Cornwall, Graf von Slytherin, Vater Salazars, Ratsmitglied der Wölfe

Wewe

Hauself der Slytherins

Wulfthrith

Schwester im Kloster Wilton, Geliebte König Edgars