Wie in Trance schritt Ron auf Remus zu, welcher sich in einem Gespräch mit Freyja befand. An irgendeinem Punkt lachte Remus und Ron stolperte fast über eine Wurzel, doch irgendwie registrierte er das nicht richtig. Als sie ihn bemerkten, schaute Remus ihn an und bemerkte sofort, dass etwas nicht stimmte.
„Ron? Was ist los?", fragte er.
„Sie… Sie hat…", setzte Ron an, doch er wusste überhaupt nicht genau, wie er es beschreiben sollte.
„Eine echte Prophezeiung, Ronald. Jede Prophezeiung hat ihren Ursprung, und die Prophezeiung einer Göttlichen steht geschrieben in den Urfesten der Magie. Ich habe sie selbst gehört und jeder, der das dritte Auge besitzt, wird sie gehört haben. Die reine Wahrheit, Vergangenheit, Gegenwart, und Zukunft. Bitte enttäusch das Schicksal nicht, Ronald. Es liegt an dir und deinesgleichen.", sagte Freyja.
Ihre Worte schmeckten fad in Rons Mund und er konnte noch nicht so richtig denken. „Ich muss… keine Ahnung. Meditieren oder so."
Tatsächlich fand man ihn daraufhin auf einem nahen Felsen sitzend, sich nicht rührend. Remus sprach ihn erst Stunden später wieder an.
„Ron?", hörte Ron eine Stimme neben sich und schreckte auf. Verdammter Remus, hatte es geschafft sich anzuschleichen.
„Hey. Wie geht's voran?"
„Naja ich weiß ja nicht, was genau der Wortlaut war, aber etwas, das dich so mitgenommen hat muss schlimm sein."
„Naja wir werden sehen. Ich weiß manchmal nicht, wie Harry damit klarkommt. Ich meine… Er hat auch so viel mitgemacht. Und zu viel wurde von ihm erwartet. Wie kann das IRGENDWER aushalten?"
Remus setzte sich zu ihm. „Naja weißt du, Harry ist eine der wenigen Personen, die in so ein Schlamassel reingehen können und wieder herauskommen, ohne sich verändert zu haben."
Ron nickte, „Ja, er war immer sehr beständig. Aber auch er hatte immer seine Grenzen. Ich erinnere mich nur an letztes Jahr. Ich dachte nie dass es so schlimm werden würde."
„Naja, es herrscht Krieg. Ich weiß, dass das scheiße ist, allerdings arbeiten wir zusammen an einer guten Zukunft für uns und unsere Nachkommen."
„Ach ja… Remus ich konnte nicht wirklich folgen vorhin. Das Mädchen mit dem wir hier her gekommen sind, ist Freyja. Sie heißt Freyja und reagiert darauf."
„Ja."
„Aber die Frau von eben heißt auch Freyja?"
„Ja, das ist kein Name sondern eher ihre Kaste."
„Und wenn sie dann von ihrem Bruder spricht, dann ist das nicht ihr biologischer Bruder, sondern der Bruder… aller Freyjas?"
„Ja.", hier grinste Remus bereits.
„Und sie wissen, dass es nicht ihre wirklichen Brüder sind, aber jeder nennt sie so? Und irgendwie sind es doch ihre Brüder, sonst würden sie sie nicht so nennen?"
„Ich weiß, dass kann für einen Außenstehenden schwer zu verstehen sein."
„Sehen die Leute hier da durch?" fragte Ron nun und fuhr sich mit der Hand durch die Haare.
Remus lachte kurz, „Naja es ist wie sie leben und unsere Kultur ist für sie wahrscheinlich auch befremdlich."
Ron schwieg kurz und sah auf das Land hinaus. Wirklich seltsam, was hier war. Seltsam verteilte… Gebäudeartige Dinger und die Landschaft war auch irgendwie komisch. Hier gab es kein Gras, zumindest hatte Ron bisher keines entdecken können. Und die Bäume hatten seltsame Formen und waren riesig.
„Ron.", hakte Remus nach, „Was ist passiert?"
So erzählte Ron ihm von der Prophezeiung und den Dingen, die die Göttliche gesagt hatte. Schließlich seufzte er und meinte, „Und ich weiß auch gar nicht ob ich es richtig verstanden habe, aber… Die Welt wird untergehen wenn wir Voldemort nicht besiegen oder wie sollte ich das jetzt verstehen?"
Remus blickte ihn ernst an, „Ron, wenn Voldemort nicht gestoppt wird, ist es auch egal, ob die Welt untergeht, denn dann wird es nichts mehr geben, für das es sich zu leben lohnt. Wie müssen ihn schlagen."
Damit hatte Remus nicht unrecht, allerdings… es war dennoch beunruhigend.
„Remus, wer ist der Überläufer? Snape?", fragte Ron nun. Er kapierte das Ganze immer noch nicht richtig.
Remus schüttelte den Kopf. „Nein, Snape ist nicht direkt ein Überläufer, weil er immer noch beide Seiten spielt. Ich vertrau ihm immer noch nicht."
„Aber… wer dann?"
„Naja die Person, die meist als Überläufer bezeichnet wird ist Thomas… Ich weiß aber auch nicht warum, immerhin gibt es Emilia und August auch noch, welche ebenfalls… Naja der dunklen Seite den Rücken gekehrt haben und das obwohl sie nichts anderes gekannt haben."
„Aber… Dann...", Ron hielt inne. 'die Fäden die den Überläufer in eurer Welt halten, werden bröckeln…'
„Remus, ich glaube Thomas wird sterben."
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Hermine wurde zum Schulleiter gerufen. Sie war sich noch immer nicht sicher, ob dieser es ihr übel nahm, dass sie nicht auf die Mission gegangen war. Doch sie hatte es irgendwie im Gefühl, dass es nicht der richtige Platz für sie wäre. Stattdessen war sie geblieben und trieb mit einer seltsame Faszination, die sie sich nicht erklären konnte, die Recherche über bestimmten Themen an.
Sie klopfte und hörte sogleich ein „Herein."
„Miss Granger, wie schön, Sie zu sehen. Ich muss Ihnen mitteilen, dass ein kurzfristiges Ordenstreffen einberufen wurde, ich nehme an, dass Sie teilnehmen können?"
Das war keine echte Frage und Hermine befand sich mit Dumbledore sehr bald im Hauptquartier, wo sie bereits von verschiedenen Mitgliedern erwartet wurden.
Sie setzte sich an den großen runden Tisch, an dem sie seit Monaten nicht mehr gesessen hatte, und starrte die vor ihr sitzende Person an.
Tick.
Tack.
Die Uhr hinter der Person tickte unaufhörlich und bald zeigte sich auf dem Gesicht der Person ein höhnisches Grinsen.
„Was, Granger, verwirrt, dass ich hier bin?", hallte die Stimme von Draco Malfoy über den Tisch.
„Was…"
„Glaubst du ich besitze nicht deutlich mehr Menschenverstand als mein Vater? Natürlich ist so ein Akt des Wandels ja nur von mir zu erwarten. Weasley würde in meiner Position am Ende des Jahres Dumbledore mit zitterndem Stab bedrohen."
„Genug.", sprach Dumbledore von der Seite und Hermine hatte keine Ahnung, was Malfoy meinte, aber er schien hierher zu gehören, und saß auch noch neben Jason, der keineswegs von Malfoys Anwesenheit irritiert schien. Nicht einmal Alastor Moody oder irgendwer sonst kommentierte seine Anwesenheit.
„Mister Malfoy ist Teil des Ordens, Miss Granger. Vertragen Sie sich.", befahl Dumbledore.
Langsam strömten mehr Mitglieder herein und der Tisch füllte sich, auch mit Mrs. Weasley, die sich neben die Zwillinge setzte. Hermine hatte die beiden schon länger nicht mehr gesehen. Sie trugen ziemlich edle Umhänge und Hermine wunderte sich, was sie jetzt wohl taten.
„Ich erkläre das Treffen der Ordensriege hiermit als eröffnet. Gibt es dringliche Anliegen zu klären?"
Ein Mann in einer alten, aber dennoch teuer aussehenden Robe stand auf. Seine Stimme wirkte aristokratisch, „Verehrte Ordensmitglieder, ich bin, wie sie sehen, ein relativ neues Mitglied des Ordens. Die fünf unter Ihnen, die meine Aura geprüft haben, bemerkten bereits, dass ich ein Vampir bin. Ich gebe Ihnen einen kurzen Überblick über die Aktivitäten in dem Bereich. Normalerweise ignorieren Vampire das Auftreten eines dunklen Lords, denn die meisten Älteren unter uns sind bereits bestens etabliert und die jüngeren werden meist unter deren Fittiche genommen. Deswegen hatte bisher kein dunkler Lord uns etwas anzubieten. Was Voldemort hingegen betrifft, scheinen bereits mehrere Vampirclans ihm zu folgen, ich habe jedoch noch nicht in Erfahrung bringen können, woran dies liegt."
Es herrschte ein Gemurmel rund um den Tisch und Hermine wunderte sich, warum die Vampire nicht auch für ihre Gleichberechtigung eintraten, immerhin wurde die Diskriminierung schlimmer.
„Ich denke da können wir im Moment noch wenig tun. Noch etwas?", fragte Dumbledore.
Arthur Weasley stand auf und blickte etwas besorgt in die Runde, „In meiner Abteilung war vor kurzem Sebastian Delacour, welcher deutliches Interesse an… gewissen Vorgängen hatte. Seine Fragen waren zwar an sich nicht auffällig, immerhin waren es nicht Dinge, die man überall zu lesen bekam, doch ich hatte trotzdem das Gefühl die Fragen waren nur ein Vorwand und er hielt sich beunruhigend lange im Ministerium auf. Weiß jemand etwas darüber?"
Kingsley räusperte sich, „Auch mit Amelia Bones hat er sich lange unterhalten und sie ist darauf etwas... verunsichert aus der Unterhaltung gegangen. Sie sind befreundet, glaube ich, zumindest auf Vornamenbasis."
Dumbledore wirkte bedächtig, „Es wäre vielleicht am besten, wenn wir Mister Delacour fürs erste beobachten. Bill soll sehen, was er herausfinden kann. Außerdem ist es fürs erste nicht ungewöhnlich, dass zwei Ministeriumsbeamte, die ein ähnliches Amt bekleiden, sich über die Nation hinaus verständigen. Nächstes Anliegen?"
Jason erhob sich, sah in die Runde, und beendete jede Unterhaltung und jedes Flüstern, „Die Unsäglichen haben es geschafft, fünf Nester zu zerstören."
Es herrschte Stille. Für einen Moment regte sich niemand, doch dann brach eine seltsame Art von Feierstimmung aus. Doch es war gleichzeitig auch bedrückt. Hermine konnte sich keinen Reim darauf machen. Jason jedoch stand noch immer und wartete geduldig auf die Frage, die unabdinglich kommen würde.
„Wie?", fragte Severus Snape, der wohl am eigenen Leib bereits gespürt hatte, zu was die Schatten in der Lage waren.
Jason machte eine kleine, beinahe unbemerkbare Geste mit seiner gesunden Hand. Aus seinem Umhang flogen zwei kleine, kristallartige Steine. Sie schimmerten leicht rot und Hermine spürte eine feindselige Aura von ihnen ausgehen.
„Das…", er nahm eines der Kristalle in die Hand, „Sind magiespeichernde Substanzen. Wir haben es geschafft, einen Fluch in diese Steine zu speichern, der bei Bedarf ausgelöst wird. Die Forscher waren sehr wählerisch bei der Auswahl des Fluches. Schließlich haben wir uns für Dämonenfeuer entschieden."
Nun starb die Freude. Kollektiv wurde scharf die Luft eingezogen.
Dumbledore sah Jason beinahe enttäuscht an, „Das ist schwarze Magie. Unkontrollierbar noch dazu."
Der Vampir grinste, „Das war aber extrem pfiffig von den Unsäglichen. Der Fluch kann an der Magie des Steins zehren und seine Umgebung verschlingen. Schwarze Magie richtet erstaunlich viel Zerstörung mit wenig magischer Kraft an. Das Dämonenfeuer verzehrt alles und der Zauberer, der den Fluch auslöst, muss nicht einmal in der Nähe sein. Perfekt gegen die Schatten."
„Wie könnt ihr das tun?", platze es aus Hermine heraus, „Dort könnten Kinder sein!"
Jason schüttelte den Kopf, „Wir haben die Nester größtenteils durchkämmt."
„Aber sicher sind Sie sich nicht.", sprach Arthus Weasley. Auch er wirkte enttäuscht.
Kingsley sprach nun, empört, „Solche Dinge sind verboten! Das ist schwarze Magie UND eine Art von Massenvernichtung!"
Jason wirkte unberührt, „IVZ Kriegsrecht. Was habt ihr erwartet? Wir haben nicht die Mittel, gegen eine Armee zu bestehen, die noch dazu auf so kleinem Raum ist! Uns fehlen die Mittel und kompetentes Personal, vor allem in England. Was sollen wir sonst tun? Wir können nicht die ganze Zeit rumsitzen und uns nur stur verteidigen, das wird irgendwann schiefgehen!"
„Ein Entlastungsangriff. Übrigens eine Muggelidee aus dem ersten Weltkrieg.", sagte der Vampir.
„Ist ja ganz toll, dass ihr beide einer Meinung seid! Hauptsache man hat mehr Mittel, um Menschen zu töten, als der andere!", rief Molly Weasley empört.
„Ich vertrete heute die Angelegenheiten und Meinungen der Unsäglichen. Es geht hier nicht nur darum, Dinge zu entwickeln, die uns einen Vorteil verschaffen. Die Unsäglichen wollen den internationalen Konflikt beenden, der droht zu entstehen. Wir operieren längst nicht mehr nur in Europa. Sie wissen alle, was die IVZ Mitgliedsstaaten sind, wir haben mit Albus ein verdammtes Mitglied hier sitzen! Die Vereinigten Staaten gehören dazu und dort ist das Interesse an einer schnellen Beendigung des Krieges groß."
Kingsley sprang auf, „Auf diese Weise verliert man seine Menschlichkeit. Die Unsäglichen machen sich nicht gerade beliebt mit diesem Kram. Wir haben so viele Fronten, an denen wir bereits kämpfen. Ich glaube der Preis für diese Siege ist zu hoch, selbst für die IVZ."
Dumbledore war die Unterhaltung über erstaunlich schweigsam geblieben.
„Deine persönliche Meinung mal außen vor, das hier ist Krieg. Und ein Krieg ist nun mal verdammt komplex und hat viele Fronten! Voldemort forscht und entwickelt Dinge, die wir uns nicht im Geringsten vorstellen können. Obskure Dinge, wer weiß was er vorhat! Und er wird nicht Halt machen, er wird unsterblich werden, wenn er das nicht bereits ist. Wir haben nur eine Chance, und ja verdammt, diese Chance beinhaltet nun mal den Feind überall da zu zerstören, wo es nur geht! Kein Gnom wird sich im Endeffekt dafür interessieren auf welche Art das geschehen ist und wir haben durch die Kristalle die bestätigten Tode von Rabastan Lestrange und Antonin Dolohov!"
Hermine zuckte etwas bei dem Namen.
„Außerdem von einer Menge unschuldiger Kinder! Das geht zu weit! Was soll das? Wir werden nicht besser als die Todesser wenn wir mit dem Morden anfangen! In welches Licht rückt uns das bitte? In welches Licht rückt das die Zauberwelt?", rief Molly Weasley.
Jason schnaufte, „Wir werden nicht ewig standhalten. Wäre Thomas hier, würde er genau dasselbe sagen. Wir brauchen mehr Mittel um anzugreifen! Wir können es uns nicht leisten, immer zu verteidigen, das verbrät auf Dauer alle Mittel, die uns zur Verfügung stehen! VOLDEMORT VERSKLAVT MENSCHEN! Die Eide sind nichts was man einfach ignorieren kann! Wenn er seine Streitkräfte so ausbaut, müssen wir alles Verdammte tun um sie wieder zu minimieren!"
Der Vampir sah abschätzig in die Runde, „Sie wussten alle vorher, worauf sie sich einlassen. Der Krieg bringt Opfer, und die eigene Menschlichkeit ist häufig eines davon. Der Krieg ist chaotisch, endotrop. Der Krieg zerstört und verwirrt die Sinne. Er nimmt uns die Sicht. So war es schon als ich noch ein Mensch war. Das hier ist kein Spiel, kein Gerangel unter Kindern. Ich habe viele Kriege erlebt und dasselbe kann man auch von Dumbledore und seinem berüchtigten Bluthund sagen. Wir wissen, dass der Krieg ein sich ständig wandelndes Gesicht hat. Er tobt, er zerreißt und er wütet. Doch eine Sache haben alle Kriege gemeinsam, niemand wird je gewinnen. Wir müssen alle Dinge hinter uns lassen. Warum geht ihr nicht, wenn das zu unmenschlich für euch ist? Ich sage ja, dass der Krieg das Einzige ist, wobei ihr Menschen euer wahres Gesicht zeigt."
„Dumbledore! Sagen sie was!", rief Molly nun.
Dumbledore seufzte resigniert, „Ich gebe zu, dass die Situation kritisch wird. Ich gebe zu, dass die Zeit drängt. Ich habe eine Erinnerung für euch."
Ein Schlenker des Zauberstabes, und eine Unheil versprechende Stimme erhob sich im Raum.
„… und das Gleichgewicht hergestellt werden muss, damit die Erde sich würdig zeigt, auch einen weiteren Zyklus zu kreisen."
Kingsley war der erste, der sich regte. „Ist sie authentisch?"
Dumbledore nickte stumm.
Jason musste wohl eine obligatorische Frage stellen, „Wurden die Prozeduren eingehalten?"
Wieder nickte Dumbledore und sagte, „Ein Unsäglicher der Mysteriumsabteilung hat die Prophezeiung aufgenommen und, da niemand speziell adressiert wird, kann sie nur von den Unsäglichen und mir eingesehen werden."
„Wann endet dieser Zyklus?", fragte Hermine, während sie versuchte die Bedeutung zu entziffern, „und von welchen Zyklen sprechen wir? Es werden ja wohl kaum einfach Jahre sein."
„In der Tat, Miss Granger. Im Moment denke ich, dass wir etwas Zeit haben. Allerdings auch viel Arbeit."
Der Vampir fuhr ihm ins Wort, „Der Zyklus endet in… fünf Jahren. Etwa. Ich kann es nicht genau sagen, ich würde eine Sternkarte benötigen. Eine Woche brauche ich dann."
„Tun Sie das und berichten Sie dann.", wies Dumbledore an.
„Fünf Jahre sind eine lange Zeit.", sagte Arthur Weasley.
„Nicht unbedingt. Wir haben zwar diese fünf Jahre, allerdings ist die Anforderung nicht einfach Voldemort zu töten oder seine Todesser. Vielmehr geht es um die Wiederherstellung der Gesellschaft und das dauert ein wenig. Die Unsäglichen haben übrigens eine Belohnung auf Voldemorts Tod ausgesetzt, die diskret an verschiedene Attentäter weitergeleitet wird."
„Aber ist nicht Harry…", setzte Tonks an, welche Hermine noch gar nicht bemerkt hatte, da sie nicht ihr übliches Aussehen hatte.
Dumbledore hob leicht die Hände, „Wir wissen nicht, inwiefern Voldemort sterblich ist und unter welchen Umständen er sterben kann. Bisher ist der Wert der Prophezeiung ungeklärt. Allerdings denke ich tatsächlich, dass es am Ende Harry Potter sein wird, der ihn tötet."
„Potter ist eine Kreatur.", gab Snape zu bedenken.
„Eine Kreatur vielleicht. Nobel, ehrenhaft und durchaus mächtig dennoch. Wir haben mit Harry Potter jemanden in der Hand, der nicht nur selbst ein sehr wertvolles Instrument zum Besiegen von Voldemort ist, sondern auch durch ihn viele Verbündete in der jungen Generation. Wir haben alle die DA letztes Jahr gesehen. Schüler, die Harry Potter in einen Kampf gefolgt sind, Schüler, die wussten, dass sie dabei hätten sterben können. Ich sehe den jungen Harry Potter, wie auch seinen Vater damals, wäre er nicht gestorben, als meinen Nachfolger an."
Stille folgte dieser Eröffnung. „So viele unangenehme Enthüllungen auf einmal.", sprach Snape aus, genau dann, als Molly Weasley „Er ist nur ein Kind, Albus!", rufen konnte.
„Thomas arbeitet mit ihm an seiner Macht und ich glaube, dass Harry ebenfalls das nötige Geschick aufbringen könnte, weitere Verbündete zu sammeln. Wie mir zu Ohren gekommen ist, hat er Sebastian Delacour selbständig als Schlüsselperson identifiziert und seine Fortschritte im Dialog mit dem Mann werden uns zugute kommen."
„Das ist sein sicherer Untergang. Politiker sind scharfzüngig und gerissen. Das übersteigt seinen mickrigen Verstand und erst recht seine Fähigkeiten."
„Severus das reicht!", sagte diesmal McGonagall.
„Was bürden Sie da bitte Harry auf? Das will er doch gar nicht!", meinte Hermine, allerdings vorsichtig. Sie war es nicht gewohnt Dumbledore Widerworte zu geben.
Dumbledore seufzte, „Miss Granger, der junge Harry kann kein Leben in Frieden führen. Voldemort will ihn finden und vernichten und außerdem glaube ich auch, dass sich Harrys Einstellung mittlerweile geändert hat. Ich weiß nicht genau, wie seine Stellung ist, allerdings unternimmt er bereits eigenständig Dinge, um die Welt zu verändern. Es wird nicht lange dauern, bis er bereit ist, sich von uns abzunabeln und auf eigenem Fuß Veränderungen an der Zauberwelt herbei zu führen. Ich habe diese Phase selbst durchgemacht, und ich sage ihnen, dass er viel verändern kann und viel verändern wird."
Auch Malfoy war erstaunlich ruhig bei der Unterhaltung, konnte er früher doch keine zwei Sekunden das Thema Harry Potter ruhig an sich vorbei ziehen lassen, ohne eine Beleidigung von sich zu geben.
„Hoffen wir mal, dass sie Recht haben, Albus.", sprach McGonagall.
„Wie kommen wir mit den Eiden voran?", fragte nun Kingsley.
„Wie sie wissen, untersuchen Thomas und sein Team diesen Sachverhalt. Sie sind allerdings zunächst dabei, die Angriffe auf nicht beeinflusste Politiker zu vereiteln. Alles weitere ergeben die Gespräche und Verhöre der verschiedenen Betroffenen. Eventuell kann es sein, dass sie mit etwas in Kontakt gekommen sind, oder ihnen ein Artefakt zugekommen ist, welches sie beeinflusst."
„Auf welche Art haben wir bestätigt, dass es tatsächlich Eide sind? Es könnten genauso gut veränderte Konfunduns-Zauber sein. Eventuell mit einer tödlichen Komponente.", warf Kingsley ein.
Jason schüttelte den Kopf, „Nein, unsere Forscher haben die magischen Signaturen von einigen Betroffenen überprüft und diese weisen Spuren derselben magischen Signatur auf, die auch auf jeden von uns liegt. Allerdings ist die Signatur von Voldemorts Sklaven… Anders. Wir wissen nicht genau mit was sie verbunden sind."
„Haben Sie eine Theorie, Albus?" fragte Moody.
„In der Tat, die habe ich. Allerdings muss ich noch auf Rückmeldung von Thomas warten. Ich hoffe, er wird mir mehr dazu sagen können."
„Aber Sie haben eine Vermutung.", meldete sich Draco Malfoy und Hermine fand dass er extrem untypisch klang. Irgendwie… brav.
Dumbledore nickte stumm.
Severus Snape sah kurz zwischen Jason und Dumbledore hin und her, dann forderte er, „Wollen sie uns Ihre Vermutung nicht mitteilen? Ich kann vielleicht etwas in Erfahrung bringen."
Jason räusperte sich und antwortete statt Dumbledore, „Wir glauben, dass die Eide durch Schattenmagie erzeugt werden."
Snape schnaufte verächtlich, „Wunderbar, Green, ignorieren Sie die Tatsache, dass die Eide reine weiße Magie sind und konzentrieren Sie sich auf Nebensächliches."
Jason grinste, „Das ist falsch. Ein Eid wird nicht durch eine Magieverbindung geschaffen sondern durch das Verbinden der Seele und des magischen Kerns mit einem Objekt oder einer Magiequelle. Es ist überhaupt nicht wichtig, was das für eine ist. Tatsächlich eignet sich Schattenmagie am Ehesten dazu, Zwangseide zu erzeugen. Weiße Magie benötigt die Zustimmung und die Lenkung der Geister, falls dir das entgangen ist, Snape."
Dumbledore seufzte, „Ich denke, dass das Erzeugen der Eide etwas mit Grindelwalds alter Forschung zu tun hat. Die Forschung der Art die er nach den Dreißigern getätigt hat."
McGonagall zog scharf die Luft ein, „Mit den Deutschen?"
Dumbledore nickte, während Jason ihn scharf ins Blickfeld fasste, „Dumbledore, die Informationen aus dieser Zeit liegen noch immer in ihrer Obhut. Ich rate ihnen aber jede Informationen die mit Joseph Mengeles Forschung zu tun hat an uns weiterzugeben wenn sie auch nur den Hauch einer Ahnung haben, dass es etwas mit diesem Fall zu tun haben könnte! Ich kann ihr Büro auch durchsuchen lassen."
Dumbledore sprach ruhig, aber bestimmt zurück, „Unsäglicher Green, vergessen Sie nicht, dass ich Ratsmitglied bin. Und zügeln Sie ihre Forderungen wenn Sie als Gast an diesem Tisch sitzen."
Jason schlug mit der Hand auf den Tisch, „Albus, du kannst nicht-"
Alle schreckten zusammen, als ein gellender Pfeiffton die Gespräche und jeden Gedankengang unterbrach. Jason schlug die Hand auf sein Abzeichen und es verstummte augenblicklich.
Für den Bruchteil einer Sekunde rührte sich niemand, doch dann herrschte Chaos.
Ein Patronuszauber flog herein und die Stimmte von Bill Weasley tönte im Raum umher, als Jason schon längst im Kamin verschwunden war, „Harry Potter ist verschwunden!"
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Neues Kapitel zwischen Weihnachten und Silvester.
