Zusammenfassung:

Beim Stöbern in der Bibliothek im Hauptquartier des Ordens im Grimmauldplatz, fallen Hermione fehlende Teile des Tagebuches Helga Hufflepuffs in die Hände. Wie schon im ersten Teil, das von der Jugend der Gründer Hogwarts handelt, scheint das magische Schwert Hrunting eine besondere Rolle im Leben Helgas zu spielen.

Helga Hufflepuff, die im Jahr 956 n. Chr. England verließ, um mit ihrem Mentor, dem Heiler und Halbelfen Richard Eriugena, den Mördern ihrer Eltern, dem Bund der Wölfe, zu entgehen, trifft 963 n. Chr. in Schottland auf Cedric Mac Maíl Coluim, den Vetter des Königs Dubh von Schottland. Dabei verhindert sie nicht nur eine Vergiftung des schottischen Königs, sondern steht auch Cedric bei der Schlacht von Crieff bei. Durch die Benutzung ihres Schwertes bindet sie die Zentauren, die Dubhs Armee fast überrannten. Als der Anführer der Zentauren, Earpwald, mit den Insignien der Führerschaft, dem Diamanten Adamas, nach England flieht, nimmt Helga, nachdem sie von Cedrics Tal und Dorf Hogsmead zurückgekehrt ist, die Verfolgung Earpwalds auf. Allerdings verfolgt sie ein Attentäter, der durch das neue Ratsmitglied der Wölfe, Bellona, welche dem Vampirclan der Baobhan-Sith angehört, mittels schwarzer Magie erschaffen wurde. Um ihm zu entgehen und mehr über ihn herauszubekommen, trennt sich Helga von Richard, der weiter die Zentauren verfolgt und geht nach Wilton zu Rowena von Ravenclaw.

Währenddessen wohnt im fernen Dinas Emrys, der berühmten Bergfestung inmitten des Königreiches Gwynedd, Godric Gryffindor als Geisel mit seiner Frau Melangell und seinen Kindern Gyrth und Osdryd in relativer Sicherheit, trotz eines Drachenweibchens, welches unter der Festung ihre Brut aufzieht. Als Godric erfährt, dass sein Vater im Sterben liegt, verlässt er Gwynedd und geht nach Tenby. Auf einen solchen Schritt hat König Iago nur gewartet. König Iago lässt durch seinen Hofzauberer Gwefrfawr Godrics Familie inhaftieren. Doch der Bund, der den Einfluss auf Iago erhöhen möchte, lässt den Hofzauberer durch Nadal Lynx ermorden. Iago soll glauben, dass Dyfeder den Ausbruch durchgeführt haben und ihn so in einen Krieg zwingen. Allerdings bringt Dunstan von Canterbury König Edgar von England zur Intervention in Wales. Als Godric und seine Familie zum schwarzen Eldorman, dem Großmeister des Bundes, gebracht werden sollen, kann Salazar, der im Bund mittels Vielsafttrank spioniert, Godric befreien und flieht mit ihm und seiner Familie nach England. Doch der Bund, vor allem Salazars Vater Solmen, will Salazar vernichten und kann durch den Hauselfen Wewe den Aufenthaltsort Salazars erfahren. Nur durch den Einsatz Godrics kann ein Debakel verhindert werden. Ihr Ziel kann nun nur noch Wilton sein.

In Wilton, dem neuen Heim von Rowena von Ravenclaw, geht es ähnlich dramatisch zu. Nicht nur, dass König Edgar eine ihrer Nonnen schwängerte, was erheblichen Wirbel hervorruft und das Ansehen der neuen Äbtissin schwächt, auch treffen Vertriebene des Bundes ein, die mit einigen wenigen magischen Fähigkeiten ausgestattet sind. Sie sollten dem Bund dienen oder vernichtet werden, denn der schwarze Eldorman möchte, dass nur eine Elite von Zauberern unter einem magischen König England herrscht. Als es im Land zu Unruhen auf Grund von Landschenkungen des Königs an die Kirche kommt, nutzt das der Bund aus und greift schließlich auch das Kloster Wilton an, um jener Fliehenden habhaft zu werden. Doch Rowena kann nur mit äußerster Mühe diese Angriffe abwehren, selbst als Helga, Cedric und der Zentaur Berin in Wilton eintreffen. Erst durch Soldaten von König Edgar kann Sicherheit erlangt werden.

Während Helga in Wilton und in Sarum nach dem Wraith forscht und auf seltene Runen stößt, die auch auf ihrem Schwert zu sehen sind, stellt der Bund eine Falle auf, mit der sie das Schwert Hrunting doch noch erhalten können. Dazu wird Meister Richard mit der Beschuldigung gefangen genommen, er habe einen Menschen aus niederen Beweggründen mittels Zauberei getötet. Vor dem Prozess wird er gezwungen, Helga einen Brief nach Wilton zu schreiben, um sie zum Austausch mit dem Schwert zu bewegen. Schließlich wird Richard vom Sheriff von Nottingham, dem Abt Flaewig und seinen fanatischen Brüdern zu einem Gottesurteil verurteilt.

Helga, die noch nichts von der Gefangennahme ihres Lehrers weiß, stößt in Sarum auf Runen, die von einem Dieb und seinem Bruder ihr angeboten werden. Diese Runenschrift, deren Runen der Schlüssel zur Macht Hruntings sind, gehörte einem arabischen Alchemisten in Sarum. Als Helga, Cedric und der Dieb in das Haus des Alchemisten eindringen, werden sie fast überrascht und müssen anhören, wie der Alchemist mit dem schwarzen Eldorman verhandelt. Hier erfährt Helga mehr über ihre Eltern… und über die Gefangennahme Richards.

17. Briefe

Nottinghamshire, Frühling 965 n. Chr.

Vor zehn Jahren stand ich schon einmal hier... hier in der Nähe Nottinghams, hier am Rande des ehemaligen Danelaws, hier in dem schönen anmutigen Tal, in dem ich einst meine Kindheit verbrachte... eine Kindheit, die fröhlich und unbeschwert war... bis zu jenem furchtbaren Tag, im Jahre 954 nach der Geburt unseres Heilandes, als sie, die Häscher und Mörder meiner Eltern, die Untergebenen des Bundes des Wolfes über uns hereingebrochen waren und alle außer mir töteten. Wie ich sie nur hasse, diejenigen, die unter Führsprache christlicher und weltlicher Herren meine kleine Welt für immer zerstört haben. Nur mit Hilfe Richards konnte ich dem allen entgehen. Und nun... nun ist er angeklagt und nur ich kann ihm helfen. Soll ich ihnen unser Erbe geben? Soll ich den Schatz, den meine Eltern so lange hüteten, für den sie starben, ihnen übergeben? Ich werde mich ihnen offenbaren müssen, wer ich bin, den Kleingeistern und Engstirnigen... und werde dafür meine Buße hinnehmen, was auch immer sie sei. Doch ich will noch einmal zurückkehren zu jenem Tage, als alles begann..."

Helga setzte ihre Feder ab und schaute in die Dunkelheit hinein. Der Schein ihres Feuers tanzte auf dem Pergament auf und ab. Ihr war es ein Bedürfnis gewesen, ein Tagebuch zu beginnen und so die bisherigen Erlebnisse aufzuschreiben. Nur so konnte sie ihre Vergangenheit abarbeiten… und verarbeiten. Vor allem am heutigen Tage benötigte sie dieses Tagebuch… denn heute, nach zehn Jahren hatten sie und Cedric die Toten, ihre Mutter, ihren Vater und auch Tore endlich beerdigt. Diese Arbeit hatten Cedric und sie die ganze Zeit schweigend verrichtet… bis auf ein abschließendes Gebet, als die Holzkreuze auf den drei einzelnen kleinen Hügeln standen, die neben der immer noch zerstörten und verwüsteten Hütte ihrer Eltern errichtet worden waren. Wie abgestumpft hatte sie sich dann in diese Ruine gewagt, um nach der Hinterlassenschaft ihrer Familie zu schauen und nach Pergamenten ihrer Mutter zu suchen. Einiges war dabei gewesen, dass sie erstaunt hatte… vor allem der Brief ihrer Mutter, der einem Testament gleich kam. Abermals nahm Helga diesen Brief in die Hand und versuchte im Dämmerlicht die Schrift ihrer Mutter zu entziffern… doch eigentlich brauchte sie dies nicht, denn die Worte hatten sich in ihr Gedächtnis eingebrannt.

Liebe Kinder, lieber Tore, liebe Helga, wenn ihr dies lest, dann werde ich und euer Vater nicht mehr sein, dann werde ich unserem Herrgott gegenüber treten… und werde hoffen, dass mein Leben und das eures Vaters vor seinem Haupt Gerechtigkeit findet. Weint nicht um uns… denn jeder von uns muss eines Tages diesen Weg gehen… der eine früher, der andere später. Ich hoffe, dass wir, euer Vater und ich, nicht allzu lange leiden mussten… und ich werde mich freuen ihn dort, wo wir hingehen werden, wieder zu sehen. Doch nun zu euch… denn einiges was wir vor euch verborgen haben, da ihr noch zu klein wart um es zu verstehen, werde ich euch nun offenbaren.

Natürlich werdet ihr fragen, warum wir dies verborgen haben, und warum wir hier, im ehemaligen Danelaw lebten und nicht in einem prunkvollem Palast in Haithabu. Dies hat mit unserer nahen Geschichte zu tun… vor allem mit der Hochzeit eures Vaters und mir.

Die Familie eures Vaters war eine der ersten die nach England übersetzten und sich hier ansiedelten. Meine Familie dagegen war noch lange in Haithabu ansässig… denn immerhin bin ich einer die Nichte von Chnuba, dem ehemaligen König von Dänemark. Zusammen mit ihm kämpfte mein Vater Gurd 934 n.Chr. gegen ostsächsische König Heinrich I. aus dem Geschlecht der Liudolfinger… und verlor. Um unsere Familie und seine Männer vor diesem König zu retten, ließ sich König Chnuba taufen… wie auch mein Vater, sein Bruder Gurt und alle unsere Familienmitglieder. Doch dies reichte diesem König nicht. Er wollte, dass die Dänen nie wieder die Grenzen seines Reiches unsicher machten. Also ließ er anordnen, dass einige weibliche Familienmitglieder aus Knuts Familie seine Männer ehelichen sollten. Ihr könnt euch vorstellen, dass mir das nicht behagte. So fasste ich den Entschluss zu fliehen… und nahm mein Erbe, das Schwert Hrunting mit. Mein Vater, der auch ein Zauberer war, hätte das Schwert als Träger zu sich rufen können, doch durch einen Trick überließ er mir das Schwert und machte es mir so zum Geschenk, so dass ich damit dessen Träger wurde und er es ab diesem Moment nicht mehr zu sich rufen konnte. Natürlich war mein Vater, als auch König Chnuba, über meine Flucht und den "Diebstahl" des Schwertes sehr erzürnt. Sie ließen mich verfolgen, denn sie hatten gedacht, dass sie mit Hrunting ihre Freiheit erkaufen könnten. Doch kurz nachdem ich Haithabu verließ, starb König Chnuba, mein Onkel. Sein Sohn Sigerich betrat für kurze Zeit den Thron. In den Wirren dieser Zeit setzte ich nach England über… und traf dort schließlich euren Vater. Doch damit niemand, weder aus meinem Geschlecht, noch aus dem Geschlecht des Gorms, einem dänischen Häuptling, der einst meinem Onkel ergeben war und dessen Sohn Harald Blauzahn nun der König von Dänemark ist, weiß, wo sich das legendäre Drachenschwert Hrunting befindet, versteckten wir es. Höret… nur ihr könnt dieses Schwert zu euch rufen, denn ihr seid die legendären Nachfahren des Unfrieds. Nur ihr könnt die gesamte Macht des Schwertes hervorrufen, denn wenn ich von dieser Welt gegangen bin, gehört das Schwert euch. Vor allem dir, Tore… Doch ich würde dich bitten, es deiner Schwester zu überlassen, denn dieses Schwert könnte deine Zauberkräfte überfordern. Und dich Helga bitte ich um eines… zerstöre das Schwert. Mir war dies nicht gegeben, obwohl ich es gern getan hätte. Dies Schwert, euer Erbe… wurde durch böse Magie hergestellt… und in ihm wohnt eine Kraft, die größer war, als die meine. Zudem… sobald man die Kraft des Schwertes benutzt… sei es im Guten oder im Bösen… macht sie einen abhängig. Je öfter man das Schwert benutzt, je weniger kann man es schließlich zerstören, denn es nährt sich auch am Träger, wie ein Blutsauger an seinem Wirt. Dies sagt nämlich zunächst für mich noch unbekannte und letzte Rune auf dem Schwert aus… die Rune, Othel, die Besitz bedeutet. Doch nicht ihr besitzt das Schwert… es wird euch besitzen. Deshalb benutzt es nicht… und wenn, dann nur kurz und so wenig wie möglich, sonst verfallt ihr ihm. Gebt es niemanden weiter… denn das Schwert will den Träger besitzen… ihn lenken… bis Schwert und Träger Eins sind. Dann… hüte uns vor diesem Moment… wird seine Kraft alles um sich verderben und vernichten. Unfried, euer Vorfahre, war das erste Opfer des Schwertes… und seine Seele ist noch immer darin zu fühlen. Ich weiß, ihr werdet sagen, warum überlässt sie uns ein solch furchtbares Erbe… und doch bist du es, Helga, die die Macht, die Möglichkeit und das Erbe besitzt, das Schwert zu tragen… und es zu vernichten."

Helga senkte das Pergament. Würde sie wirklich das Schwert an diesen Zauberer, den schwarzen Eldorman, abgeben? Sie konnte das nur verneinen. Sicher, seine Kräfte waren wohl ebenso groß… sein Wissen mit Sicherheit auch… und doch würde das Schwert auch ihn in Besitz nehmen, denn seine Gier nach Macht, wie auch seine Gier nach starker Magie, war deutlich zu erkennen. Diese Gier würde die Macht des Schwertes entzünden… und ihn schließlich selbst vernichten. Helga war das egal… doch wie Viele andere würde der schwarze Eldorman auf diesem Wege mit sich nehmen. Wie viele Seelen würden vom Schwert aufgesaugt werden… wie einst die Seele und das Leben des Zentauren, der Cedric bedroht hatte. Doch was sollte sie tun… sollte sie einfach Richard in Nottingham vermodern lassen… sich nicht darum kümmern, dass sie das Schwert niemanden anderen geben konnte? Das konnte sie nicht…

Eine Träne lief ihr wieder über ihre Wange. Sie hatte nach diesem Tag nicht gedacht, dass sie noch weinen konnte… doch sie hatte sich wohl geirrt. Die Träne fiel schließlich auf das Pergament und verwischte einen Teil des alten Pergamentes. Schnell legte sie es aus der Hand und schluckte hart, denn der aufkommende Klos in ihrem Hals wollte nicht vergehen.

„Helga?"

Eine müde Stimme des schlaftrunkenen Cedrics, der nahe dem Feuer gelegen hatte, drang zu ihr. Doch sie war nicht in der Lage ihm zu antworten. Verzweifelt nahm sie ihre Hände ins Gesicht, denn er sollte sie nicht so sehen. Sie wollte stark sein… und doch schnitten die Geschehnisse ihr tief in die Seele… als würde ihr die Seele durch das Schwert geraubt. Selbst unter der Folter Solmens von Slytherin hatte Helga nicht so gelitten. Sicher war der Tod ein ständiger Begleiter in ihrem Leben gewesen… angefangen von ihren Eltern, über Rufus bis hin zu Cuthburh. Und doch… gerade jetzt und hier, schien ihr Schmerz aus ihr herauszuströmen. Sie merkte nun kaum etwas mehr… merkte nur noch wie ihre bebenden Schultern sanft umarmt wurden, wie Cedric auf sie einredete und sie leicht liebkoste. Sie krallte sich in seine Haut, als würde er im nächsten Moment weggehen müssen und sie wieder mit ihrem Schmerz allein lassen. Sie spürte seinen Atem an ihrem Ohr… und hörte die beruhigenden Worte, die er flüsterte… und doch verstand sie keines dieser Worte. Immer wieder brach der Schmerz aus ihr heraus… sie merkte, dass sie schrie und weinte. Ihr Blick, als sie die Augen schließlich öffnete, war verschwommen.

Nur sehr langsam ließ sie sich von Cedric trösten und beruhigen. Doch schließlich überkam sie auch eine Müdigkeit… eine Müdigkeit, die zwar bleiern war, aber wohltuend. Cedric schwieg und hielt sie fest, worüber Helga dankbar war. Schließlich übermannte sie die Müdigkeit und Helga schlief im Arm des großen Highländers ein.

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Abtei Wilton, Wiltshire, Frühling 965 n. Chr.

„Wilton!"

Salazar zeigte auf das Kloster, das vor ihnen erschien. Godric atmete tief ein, dann schulterte er wieder die Sachen, die er nur kurz abgelegt hatte, damit seine nun schon schmerzende Schulter ein wenig Ruhe bekam. Den Wagen, den sie kurz nach ihrer Abreise der letzten Unterkunft benutzt hatten, hatten sie während der Flucht längst stehengelassen. Nun trug Godric und Folcard den Hauptanteil der Gegenstände, während Melangell sich um die Kinder kümmerte.

„Zum Glück ist Osdryd so ein liebes Mädchen, sie schreit kaum."

Es war merkwürdig… selbst bei Salazar, der stets missgelaunt und höchst angestrengt war, konnte Osdryd in dessen Armen einschlafen. Es war sehr merkwürdig… denn Salazar wandelte sich stets, wenn er das Mädchen im Arm hielt. Es schien ihn zu beruhigen und er schien mit ihr die Umgebung… und seine Ängste und seine Furcht, aber auch seinen Zorn, seine Wut und seine bösen Gedanken verdrängen zu können. Godric hatte sogar ein leichtes Lächeln seines neuen Freundes auf seinen Lippen sehen können, als er das Mädchen im Arm hielt.

‚Wie es wohl gewesen wäre, wenn er ein solches Mädchen gehabt hätte?'

Sicher wäre Salazar ein weit aus freundlicher und geduldiger Vater geworden, sagte sich Godric. Doch nun war aus dem jungen Mann ein dunkler Zauberer geworden, den vor allem seine Rache weiter vorantrieb. Godric bedauerte ihn… und, obwohl er in Vielem mit ihm übereinstimmte, hoffte Godric, das ihn der Rachegedanke… und der Zorn nicht eines Tages so übermannte, das er sich gegen jeden wenden würde, der ihm nahe stand.

„Wir haben es nicht mehr weit", sagte Folcard, der irgendwie das Gegenteil des ewig grübelnden Salazar war. Seine Fröhlichkeit und Unbekümmertheit standen schon krass im Widerspruch zu dem Zorn und der Unbeherrschtheit Salazars. Und doch… oder vielleicht gerade deshalb… waren die beiden Männer ebenso Freunde wie Godric und Salazar.

„Ich hoffe, Wewe hat meinem Vater nicht zu viel verraten", sagte Salazar bitter und schaute sich um, als würde er der Umgebung nicht trauen. Godric zog die Stirn kraus… vor zwei Tagen war der Hauself plötzlich verschwunden und nicht wieder aufgetaucht. Allen war klar gewesen, dass Solmen Slytherin den Hauselfen zu sich gerufen hatte, um die neusten Informationen über seinen Sohn zu erhalten… und somit das Ziel seiner Wanderung. Doch er und vor allem Melangell, hatten Salazar immer wieder gehindert, dem Hauselfen etwas anzutun. Auch wenn das Risiko eines Angriffes des Bundes gegen die kleine Gruppe wuchs… sie wollten sich auf gar keinen Fall genauso gebärden wie der Bund. Für ihn, Godric, aber noch mehr für seine Frau, war der Hauselfe ein Wesen, das wie jede andere Lebensform einen Anspruch auf Leben hatte. Eine solche Unterdrückung durch Zauberer wollte, ja konnte, Godric nicht einfach hinnehmen. Immerhin erinnerte ihn Wewe ein wenig an Richard… obwohl es zwischen beiden einen riesiger Unterschied gab.

„Wartet..!"

Salazar war stehen geblieben. Seine Augen funkelten nun, zu Schlitzen zusammengezogen. Während Salazar in die Umgebung horchte, löste Godric seinen Bogen von der Schulter und legte bereits einen Pfeil ein.

Stupor!"

Ein Zauber durchdrang das Gestrüpp vor ihnen und hätte Folcard erwischt… hätte Melangell nicht rechtzeitig reagiert.

Fid Ru Múgsat!"

Im nächsten Moment schien sich der Wald um sie herum sich vor sie zu stellen… oder Godric kam es nur so vor. Der Schockzauber jedenfalls, der Folcard getroffen hätte, schlug nun in einen Ast ein, der rauchend zu Boden stürzte.

„Gebt auf… ihr seid umstellt. Und in wenigen Augenblicken werden weitere unserer Männer hier eintreffen… ihr habt keine Chance", rief ihnen eine dunkle Stimme entgegen, doch Salazar antwortete ebenfalls mit einem Schockzauber. Godric spannte seinen Bogen… noch war niemand zu sehen, deshalb wartete er, während sich die anderen nun im Kreis aufstellten und die Zauber, die aus allen Richtungen zu kommen schienen, abwerten. Immer wieder flogen krachend Äste zu Boden, getroffen von Zaubern der Bündler. Leider behinderten diese ihre eigenen Zauber, denn sie mussten sich vor den herunter gefallenden Ästen vorsehen.

„Kein so toller Abwehrzauber", rief Salazar Melangell zu.

„Na, dann… macht es besser!", rief sie zurück und schoss im nächsten Moment einen weiteren Zauber ab, ohne sicher zu sein, jemand getroffen zu haben.

Endlich ließ sich einer ihrer Angreifer sehen. Godric ließ den Pfeil los, wobei er im selben Augenblick „Collineo" rief. Der Pfeil schlängelte sich durch das Gebüsch… und erledigte den Gegner, der schreiend zu Boden ging, um röchelnd liegen zu bleiben. Abermals spannte Godric seinen Bogen… und sah einen seiner Gegner auf sich zukommen.

Collineo!"

Doch diesmal war sein Gegner vorbereitet, denn diese Soldaten waren keine walisischen Fußsoldaten.

OPPUGNAT!"

Der Pfeil, der den Mann sicher getroffen hätte, wurde nun von einer solchen Windböe erwischt, dass er mehrere Meter weit weg flog und dann in der Luft zerbrach.

‚Nun gut, dann eben nicht', sagte sich Godric, legte den Bogen nieder und begann mit der Verwandlung in seine Animagusgestalt. Dann verließ er den Kreis und stürmte dem Gegner entgegen, der sich äußerst überrascht zeigte, als er plötzlich einem Löwen gegenüberstand. Der folgende Kampf war kurz… und blutig. Doch Godric, der nun nach einem neuen Gegner suchte, wusste, dass sie nicht mehr lange aushalten konnten… vor allem nicht, da seine Kinder bei ihnen waren.

‚Vielleicht lässt sich ein Bresche schlagen, durch die wir entkommen können', sagte sich Godric. Ihn ärgerte es sehr, so kurz vor seinem Ziel… dem Kloster Wilton… noch abgefangen worden zu sein. Und dieser Ärger machte ihn noch gefährlicher.

„Gebt endlich auf… ihr könnt uns nicht entkommen. Niemand von euch wird hier den Platz lebend verlassen, wenn… Urrgh..."

Godric hielt an. Er hatte sich der Stimme dieses Bündlers bis auf wenige Meter genähert, der so abrupt aufgehört hatte, seine Warnungen zu rufen. Schon schien sich das Gebüsch vor Godric zu bewegen. Er kauerte zusammen… immer den Blick nach vorn… um im nächsten Moment nach vorn zu schnellen und den Gegner mit seinen tödlichen Pranken und scharfen Zähnen den Garaus zu machen. Dann brach das Etwas durch das Gebüsch… und ließ Godric erstarren.

„Halt… ich bin ein Freund. Ruft eure Freunde her… wir müssen uns beeilen, ehe weitere Bündler eintreffen", sagte das für Godric riesige Geschöpf, das aus einem Mann und einem Pferd zu bestehen schien. Das Gesicht dieses Wesens war weit entschlossener, als bei einem anderen Mann… was auch die beiden geschwungenen Schwerter anzeigten, die es in beiden Händen trug und welche blutgetränkt waren.

Godric erschauerte es… er hatte zwar von diesen Wesen schon gehört, aber noch nie einen Zentauren leibhaftig gesehen.

„Nun macht schon, Zauberer… oder könnt ihr nicht?"

Godric begann sich zurückzuverwandeln und rief Salazar und die anderen zu sich. Anscheinend waren die Bündler von weiteren Helfern erledigt worden.

„Melangell kommt… wir müssen hier weg… Salazar, nun macht", rief Godric, griff seinen Sohn unter dem Arm, der den Zentauren weit weniger furchtsam anstarrte, aber dennoch keinen Laut von sich gab und eilte dem Wesen hinterher, der sich schnell auf den Weg nach Wilton machte.

„Woher…?", fragte Godric keuchend, als er versuchte mit dem Zentaur in seiner menschlichen Gestalt mitzuhalten.

„Wir haben euch schon erwartet… wie auch die Bündler. Nur Glück, dass die Äbtissin und Long Bottom so aufmerksam sind und mir die Holzfäller unterstellt haben. So konnten wir euch rechtzeitig helfen."

Godric verstand zwar nur die Hälfte, denn er wusste nicht, wer Long Bottom war… aber er war sich sicher, dass dieser Zentaur ihm helfen würde.

„Mein Name ist übrigens Berin…", sagte dieser, als wäre dies nur nebensächlich.

„Nun, kommt… der Weg ist nicht mehr weit, ehe ihr endgültig in Sicherheit seid", sagte er nach einer Pause und eilte den Fliehenden voran.

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Abtei Wilton, Wiltshire, in den Räumen des Abtissin, Frühling 965 n. Chr.

„Äbtissin… was habt ihr?"

Hereswith, die Rowena aus der Kirche, in die Schreibstube in der Bibliothek begleitet hatte, erschrak. Rowena war unerwartet stehen geblieben und starrte auf die schwere Tür, die die Schreibstube von dem steinernen Flur trennte. Als Rowena sehr langsam nach etwas in ihrer Robe griff, schaute sie auch genauer dorthin, wohin ihre Äbtissin hinsah… und atmete angstvoll ein. Die Tür, die zuvor verschlossen war, war nur angelehnt.

„Schwester Hereswith!"

„Ja, Äbtissin?", hauchte Hereswith.

„Sucht Long Bottom… oder einen der Dörfler… und die Soldaten…und lauft… schnell!"

Hereswith nickte rasch, wandte sich von der Äbtissin ab und eilte hinaus, um einen der Dörfler oder Soldaten zu finden, der ihrer Äbtissin beistehen konnte. Rowena wandte sich erneut der Tür zu, atmete noch einmal tief ein, zog ihren Zauberstab… als plötzlich die Glocke der Kirche zu schlagen begann. Ihre Gedanken überschlugen sich. Handelte es sich dabei um einen Überfall? Eine Falle… ? Sollten die Bündler zurückgekommen sein, um das Kloster anzugreifen? Wenn ja...wie waren sie trotz des Apparierschutzes hereingekommen? Rowena öffnete leicht dir Tür. Sie war bereit, sofort einen Zauber abzuschießen, aber als sie schließlich das Zimmer betrat, sah sie, dass sich niemand darin aufhielt.

‚Sollte ich mich getäuscht haben und die Tür nicht verschlossen haben?', dachte sie sich ratlos, versteifte sich aber sofort, als ihr Blick auf ihren Schreibtisch fiel. Auf der Schreibfläche, genau vor ihrem massigen Stuhl, steckte ein Dolch. Es war kein normaler Dolch… er war leicht geschwungen, besaß aber zwei Schneiden, die zudem mit widerwärtigen Widerhacken versehen waren. Würde ein solcher Dolch aus einem Opfer wieder herausgezogen werden, würde man ihm zusätzliche, tödliche Verletzungen zufügen. Rowena schluckte hart und schaute sich abermals um… doch niemand schien in dem Raum zu sein… niemand, der diesen Dolch in ihren Schreibtisch gerammt haben vermochte. Langsam… und mit erhobenem Zauberstab ging Rowena zu ihrem Schreibtisch. Als sie sich ihm schließlich auf einen Meter sich dem Dolch genähert hatte, bemerkte sie ein Schriftstück, welches der Dolch auf dem Schreibtisch festhielt.

„Eine Nachricht vom Bund", murmelte sie, denn sie erkannte das Wappen des Bundes auf dem Griff des Dolches. Sehr vorsichtig griff sie danach und zog ihn mit einem Ruck aus dem Schreibtisch heraus.

„Es wird der Brief von Richard sein!", sagte eine Stimme aus dem Hintergrund. Rowena wirbelte, fast zu Tode erschrocken herum; den Zauberstab im Anschlag. Doch kein Zauber fuhr ihr über ihre Lippen, nur ein überraschender Ausruf.

„Helga?… HELGA! Wie kommst du hier herein?"

„Wir sind hierher appariert. Eigentlich sind wir vor das Tor appariert und wollten dann angemeldet zu dir gelangen… doch wie wir bemerken mussten, schleichen sich um das Kloster einige Bündler herum… und als dann auch noch Alarm ausgelöst wurde… da dachte ich, du könntest gut meine Hilfe gebrauchen. Wie ich durch den Apparierschutz gelangen bin, weiß ich nicht… hast du ihn abgestellt?", fragte Helga die Äbtissin und trat ins Licht der Fackeln. Auch die zweite Gestalt, die Helga begleitete, konnte Rowena nun deutlicher erkennen, denn Cedric, der sein Schwert gezogen hatte, trat an die Tür und schaute auf den Flur, um zu sehen, ob sich jemand näherte. Dann, mit einem Nicken, verschwand er.

„Ich… ich habe nichts abgestellt… jemand muss diesen Apparierschutz beseitigt haben."

„Dann hast du einen Verräter in deinen Reihen, Schwester Rowena", erwiderte Helga und deutete dann auf den Brief.

„Hast du ihn schon gelesen?", fragte sie Rowena und nahm den Brief auf, der noch unberührt auf dem Schreibtisch lag. Rowena schüttelte den Kopf. Ihr ging der Gedanke nicht aus dem Kopf, dass jemand aus dem Kloster… oder von den Dörflern oder Soldaten den Apparierschutz zerstört haben sollte.

„Wenn… wenn jemand den Apparierschutz zerstört hat… dann… dann hätte…"

„… dann hätte nicht nur. Der Bund hat euch überrascht. Und das bewusst. Dies ist ein deutliches Zeichen. Natürlich hättest du auch tot sein können, Rowena… aber anscheinend ist dies nicht mehr das Ziel des Bundes."

„Was weißt du von den Zielen des Bundes, Helga… und warum weißt du, dass dies ein Brief von Richard ist?", fragte Rowena die jüngere Zauberin nach und trat nun neugierig heran.

„Er ist von Richard!", sagte Helga matt, nachdem sie den Brief überflogen hatte und händigte ihn der Äbtissin aus… ehe sie Rowena erklärte, woher sie ihre Informationen hatte.

„Das heißt… Du hast den Anführer des Bundes der Wölfe gesehen und gehört. Wer ist er? Bisher hatte ich gedacht, Solmen von Slytherin wäre der Kopf dieser Bande von Zauberern."

„Nein… allerdings habe ich ihn nur kurz gesehen… und er trug eine Maske, die sein Gesicht verbarg. Aber Solmen ist es nicht gewesen… an dessen Stimme… und an seine Gestalt kann ich mich noch gut erinnern. Nein, dieser Zauberer ist weit mächtiger, gerissener und tödlicher als Solmen. Er ist mir mehr als unheimlich… und er macht mir mehr Angst, als mir je ein Zauberer gemacht hat", sagte Helga… wobei ihr ein Schauer über den Rücken jagte, der sie frösteln ließ.

„Sie haben also Richard… und wollen im Tausch mit ihm das Schwert erringen. Gehst du darauf ein?", fragte Rowena, als auch sie den Brief von Richard, dessen Schrift sie ebenfalls kannte, überflogen hatte. Helga wandte sich ab und sah nicht in die Augen der älteren Freundin. Wieder waren einzelne Tränen in ihren Augen entstanden, die sie nur mit Mühe zurückhielt.

„Nein… nein, dass kann ich nicht. Mit diesem Schwert… alle, die sich dann dem Bund entgegenstellen, würden vernichtet werden… das Schwert… es muss vernichtet werden!"

„Vernichtet werden?", fragte Rowena ungläubig nach, doch als sie Helgas entschlossenen Gesichtsausdruck sah, fragte sie nicht nach. Nach einer Minute des Schweigens fuhr Rowena fort.

„Doch, was dann? Du sagst, sie rechnen mit einem Fluchtversuch… und dass sie dir… uns eine Falle gestellt haben. Somit rechnen sie schon damit, dass du ihnen nicht das Schwert einfach so überlassen wirst. Was willst du tun? Wie willst du der Falle entgehen… wie willst du Richard aus Nottingham holen?"

Helga setzte sich erschöpft ihr gegenüber.

„Ich weiß es nicht, Rowena… ich weiß es nicht. Ich dachte, vielleicht könnte Berin mir helfen… und du…"

„Natürlich helfe ich dir, wo ich kann. Laut Richards Aussage ist er vom Sheriff von Nottingham angeklagt worden… und da Zauberei im Spiel ist, wird wahrscheinlich einer, wenn nicht sogar mehrere Geistliche beim Verhör und beim Prozess dabei sein. Wir müssen erstmal herausbekommen, ob Richard der Prozess bereits gemacht wurde. Wenn ja… nun dann wird an ihm wahrscheinlich ein Gottesurteil vorgenommen", sagte Rowena nachdenklich.

„Ein Gottesurteil?"

„Da man selbst nicht weiß, ob diese Zauber gut oder böse waren, die Richard angeblich anwendete… obwohl er ja schrieb, dass er gar keine Zauber wirkte… also ob Richard vom Teufel geleitet wurde, setzt man ihm einem Gottesurteil aus… im Normalfall dürfte ihm das kein Problem machen, aber wer weiß. Wie er schreibt, haben die Bündler seine Kräfte gebunden, so dass er sie nicht einsetzen kann."

„Und das bedeutet?"

„Das er vielleicht das Gottesurteil nicht überlebt!", sagte Rowena mit einem vermeintlichen Seufzer.

„Aber… was kann man dagegen tun?"

„Vielleicht… vielleicht kann der Erzbischof Richard helfen… immerhin hat Richard Dunstan, als er vor König Eadwig floh, ihm das Leben gerettet. Und auch, als er durch den Bund angegriffen wurde. Man müsste ihn von den Taten des Bundes informieren… vielleicht kann er die Sache klären und sich für Richard einsetzen. Vielleicht bekommen wir ihn durch sein Wort frei…"

„Würdest du… dich für Richard bei ihm einsetzen?"

„Natürlich… ich werde sogleich einen unserer Falken nach Canterbury schicken und…"

Rowena unterbrach sich, als sie Schritte hörte… wieder schoss ihre Hand zu ihrem Zauberstab, doch dann sah sie wie Cedric den Raum betrat. Allerdings folgten ihm in braunen Kutten vermummte Gestalten, die von weitem Mönche oder gar Nonnen ähnlich sahen.

„Cedric… wer…?"

„Freunde!", sagte der erste der vermummten Gestalten, der darauf seine Kapuze nach hinten zog. Rowena atmete tief aber erfreut ein, als sie das Gesicht von Long Bottom gewahr wurde.

„Helga? HELGA?", sagte eine weitere vermummte Gestalt, die hinter Long Bottom den Raum betreten hatte. Sogleich zog der Mann seine Kutte zurück… und eilte der mit fast versteinertem Blick schauenden Helga entgegen.

„Godric?"

Schon war Godric auf Helga zugelaufen und hatte Helga umarmt. Helga sank in seinem Arm zusammen… die vorher so mühsam unterdrückten Tränen flossen nun ungehemmt. Rowena schaute überrascht ihre neuen Gäste an, die alle auf die herzergreifende Umarmung starrten.

„Berin und die Holzfäller haben sie vor unseren Toren angetroffen, als sie mit einigen Bündlern kämpften. Wären wir nicht eingeschritten, wären sie ihnen wohl unterlegen gewesen. Durch den Alarm konnten wir weitere Bündler vertreiben und verkleidet ohne Aufsehen das Kloster betreten. Niemand von den Wachen hat uns bemerkt", berichtete Long Bottom mit einem leichten Kichern.

„Was ich nicht glaube", sagte eine weitere vermummte Gestalt, die wie all die anderen ihre Kutte zurückzog. Dann wandte sich der düstere Zauberer Rowena zu.

„Ich glaube, wir haben uns auch schon einmal getroffen… mein Name ist Salazar, Salazar Slytherin, Äbtissin."

„Salazar?"

Helga ließ von Godric ab und schaute dem dunklen Zauberer ins Gesicht, der daraufhin Helga anlächelte.

„Ihr seid groß geworden, Mädchen. Und… ihr tragt noch immer euer Schwert", sagte Salazar, wobei seine Augen merklich enger wurden, als er Hrunting ansah. Deutlich war sein Hunger nach diesem Zauberschwert zu spüren, obwohl er es acht Jahre nicht gesehen hatte und damals im Keller auch nur kurz in Hand hatte.

Helga schluckte hart… dann versuchte sie ihn verkrampft anzulächeln.

„Salazar? Godric?... Ihr kennt euch?"

„Ja… noch nicht sehr lange… aber ich kann sagen, dass wir befreundet sind. Helga… ich darf dir meine Frau Melangell vorstellen… und meinen Kinder… Gyrth und Osdryd."

Stolz führte Godric Helga zu seiner Familie, die noch immer ein wenig unsicher in der Bibliothek standen. Währenddessen trat auch Folcard zu Rowena hin und stellte sich ebenfalls vor.

„Melangell, Schatz… dies ist Helga, von der ich dir erzählt habe. Das ich sie hier treffe… das ich sie überhaupt noch einmal treffen durfte, nach allem was passiert ist… das ist das größte Geschenk, welches man mir gemacht hat."

Melangell verneigte sich vor der jungen Frau, die ihrerseits unsicher die Frau Godrics ansah.

„Papa… wer ist diese Helga?", fragte Gyrth seinen Vater laut und brach damit ein wenig das Eis.

Helga lächelte den Jungen an, der nun vor ihr stand und ein wenig wie ein kleiner Godric aussah.

„Ich bin so etwas wie eine Tante von dir", sagte Helga freundlich und beugte sich zu dem kleinen Jungen herab, der sie immer noch mit ernsten Augen ansah. Schließlich lächelte Gyrth Helga an.

„Tante Helga… Papa?", fragte Gyrth und schaute seinen Vater an.

„Was Gyrth?"

„Was ist eine Tante?"

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Review-Antworten:

Tomac: Vielen Dank für dein Lob. Es hat zwar etwas Zeit gebraucht, aber nun ist das neue Kapitel fertig. Und endlich kommt es zum Treffen aller vier Gründer.

Fluffy Bond: Ich hatte endlich zwei Wochen Ferien… und kam überhaupt nicht dazu, irgendetwas zu schreiben, geschweige denn für meine Geschichte etwas zu lesen. Nun, deine Fragen sind noch nicht beantwortet… oder auch nur gestreift, denn immer noch ist es nicht klar, ob sie es schaffen Richard heil zu befreien. Aber schon bald werde ich diese Fragen beantworten. Danke für dein Review

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Informationen

Haithabu

Haithabu (dänisch Hedeby, lateinisch Heidiba, heutiger deutscher Name Haddeby) war als erste echte mittelalterliche Stadt in Nordeuropa ein Handelsort und Hauptumschlagsplatz für den Handel mit Skandinavien und dem Baltikum. Haithabu lag in Jütland am Isthmus zwischen Nordsee und Ostsee und dem historischen Ochsenweg an der Schlei. Der Name bedeutet „Stadt in der Heide". Der Ort gehört heute zur Gemeinde Busdorf nahe Schleswig im Kreis Schleswig-Flensburg in Deutschland. Haithabu wurde spätestens um etwa 770 erbaut. Durch die Zerstörung des konkurrierenden slawischen Handelsortes Reric (nachgewiesen in der Nähe von Wismar) durch den dänischen König Göttrick (auch: Godofridus) im Jahr 808 und anschließende Umsiedlung aller Kaufleute nach Haithabu entwickelte sich die Stadt rasch zur ersten königlich dänischen Handelsstadt. Um 890 unternahm Wulfstan von Haithabu im Auftrag Alfred des Großen eine Reise nach Truso. Damals, vom 9. bis in das 10. Jahrhundert, war Haithabu mit nur etwa 1.000 Einwohnern schon ein wichtiger Handelsplatz. Hier wurden schon früh eigene Münzen geprägt. Andere Handelszentren Nordeuropas dieser Zeit waren Birka und Dorestad.

Ende des 9. Jahrhunderts wurden der nördliche und südliche Teil aufgegeben. Der mittlere Teil am Haithabu-Bach wurde weiter benutzt. Wikinger kamen und übernahmen den Ort. Im Jahr 934 besiegte der ostfränkisch-sächsische König Heinrich I. die Wikinger unter König Knuba in der Schlacht von Haithabu und eroberte die Stadt anschließend. Später wurde Haithabu ein Haupthandelsplatz wegen seiner günstigen Lage an Haupthandelswegen zwischen dem Fränkischen Reich und Skandinavien sowie zwischen Ostsee und Nordsee. Adam von Bremen bezeichnet Heidiba als portus maritimus, von dem aus Schiffe bis nach Schweden und sogar Griechenland geschickt wurden. Besonders die Herstellung und Bearbeitung von Tonwaren (Geschirr), Glas und Werkzeug wurde wichtig für die Bedeutung Haithabus, das sogar von arabischen Händlern und Reisenden besucht und beschrieben wurde. Im 10. Jahrhundert erreichte Haithabu seine Blütezeit und war mit mindestens 1.500 Einwohnern der bei weitem bedeutendste Handelsplatz des Ostseeraumes. In den Jahrzehnten um 1000 gehörte die Siedlung offenbar zeitweilig zum Machtbereich des deutschen Kaisers, doch unter Konrad II. wurde die Grenze von der Schlei wieder zurück an die Eider verlegt. 948 wurde Haithabu Bischofssitz, nachdem schon um 850 die erste christliche Kirche errichtet wurde. Die Existenz dieses Baus ist zwar in den Schriftquellen sicher belegt, konnte aber noch nicht archäologisch nachgewiesen werden.

Knut I, König von Dänemark

Knut I. (dänisch Knud, auch Knuba, Gnupa oder Chnuba, Geburts- und Sterbedatum unbekannt) war Widukinds Res gestae Saxonicae zufolge 934 König von Dänemark, als er bei der Schlacht von Haithabu von Heinrich I. besiegt wurde. Möglicherweise war er der Sohn von Olaf dem Dreisten. Dass Knut gelebt hat, belegt auch Adam von Bremen, der sich auf König Sven Estridsson (1047-1076) beruft. Auch wird er auf zwei Gedenksteinen seines Sohnes Sigerich erwähnt. Manchmal wird auch sein Bruder Gurd als dänischer König genannt, was aber zweifelhaft erscheint. Am Ende der Schlacht von Haithabu ließ sich Knut taufen, um das Leben seiner überlebenden Männer zu retten.

Heinrich I

Heinrich I. ( 876; † 2. Juli 936 in Memleben in Sachsen-Anhalt) aus dem Geschlecht der Liudolfinger, auch Heinrich der Vogler oder Heinrich der Finkler genannt, war seit 912 Herzog der Sachsen und von 919 bis 936 König des Ostfrankenreichs. Mit politischem Geschick, aber auch durch Feldzüge erlangte er schließlich die Anerkennung seines Königtums durch die Herzöge Burkhart II. von Schwaben 919 und Arnulf von Bayern 921, obwohl Herzog Arnulf anfangs als vom bayrischen Adel und Klerus gekürter Gegenkönig gegen ihn stand. 921 erkannte auch der westfränkische König Karl III. im Bonner Vertrag Heinrich als „König der Ostfranken" an, was das Ende karolingischer Ansprüche im Osten bedeutete. Nach mehreren Feldzügen Heinrichs unterwarf sich 925 auch Giselbert (Herzog von Lothringen von 915 bis 939). Damit gliederte Heinrich das zuvor vom Westfrankenreich beherrschte Lothringen, das auch das Rheinland umfasste, in der Zeit von 925 bis 928 als fünftes Herzogtum in das Ostfrankenreich ein. Diesen Prozess schloss die Verheiratung von Heinrichs Tochter Gerberga mit Giselbert ab. Die Vereinigung der Stämme im Ostfrankenreich unter seiner Herrschaft erfolgte auch unter dem Druck der Ungarn. Die ostfränkischen Herzogtümer waren zu dieser Zeit ständigen Raubzügen ungarischer Reiterheere ausgesetzt. Durch die Gefangennahme eines ungarischen Edlen vor der Burg Werla und Tributleistungen an die Ungarn konnte Heinrich I. 926 einen zehnjährigen Waffenstillstand aushandeln. Die Zeit des Waffenstillstands nutzte er zum Burgenbau, zur Aufrüstung und Erprobung eines starken Heeres mit schwerer Reiterei, und zur Festigung seiner Königsmacht durch die Unterwerfung der slawischen Stämme östlich der Elbe 927-929. Aus vielen dieser Befestigungen wurden später Städte; daher rührt Heinrichs Beiname Heinrich "der Städtegründer". Noch vor Ablauf des Waffenstillstands besiegte Heinrich die Ungarn 933 in der Schlacht bei Riade an der Unstrut. Dieser Sieg mit einem Heer aus allen Stämmen seines Reiches konsolidierte den Zusammenhalt von Heinrichs Reich und sicherte seine Akzeptanz im Hochadel aller Reichsteile. Erst nachdem Heinrich seine Herrschaft so gesichert hatte, sind größere Reisen und Hoftage außerhalb des sächsischen Kernbereichs nachzuweisen. Heinrich war nach dem Ungarnsieg stark genug, 934 die Dänen anzugreifen und durch die Schlacht von Haithabu das Gebiet zwischen Eider und Schlei zu erobern. Als Heinrich auf der Jagd im Harz einen Schlaganfall erlitt und am 2. Juli 936 in seiner Pfalz Memleben starb, war sein Herrschaftsbereich geografisch, in seiner inneren Struktur und durch die Anerkennung der Liudolfinger als Herrscherdynastie konsolidiert. Deshalb galt Heinrich I. vor allem in der Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts als der erste deutsche König und Reichsgründer des späteren Heiligen Römischen Reiches (HRR). Seine letzte Ruhestätte fand er in der Stiftskirche Quedlinburg.

Harald Blauzahn

Harald I. Blauzahn Gormson (Dänisch Harald Blåtand) (um 910; † 1. November 987), getauft um 960. Sohn Gorms des Alten und Tyra Danebods. Nachfolger Gorms als König von Dänemark (ca. 935) und König von Norwegen (970). Harald I. fiel mehrmals in die Normandie ein, wo er 945 Richard den Furchtlosen unterstützte, indem er Ludwig IV. gefangen nahm und ihn zwang, Richards Herrschaft anzuerkennen. Er erkannte 948 die deutsche Hoheit an und gründete die Bistümer Århus, Ripen und Schleswig, wodurch die Christianisierung Skandinaviens im großen Stil begann. 950 gründete er Jomsburg (auch bekannt unter Julin, Jumne, Wollin) im späteren Pommern. Aufgrund einer gescheiterten Rebellion gegen das Deutsche Reich ließ sich Harald um 960 taufen und bekam die Eider-Schlei-Grenze zugesprochen und damit Dänemark. Nach der Ermordung seines Neffen Harald besetzte er Süd-Norwegen und nannte sich König von Norwegen. Haakon II. Ladejarl wurde sein Vasall. Damit begannen jahrhundertelange Auseinandersetzungen zwischen Dänemark und Norwegen. Er verlor 974 nach erneuter Rebellion Schleswig an Kaiser Otto II. Im Jahre 983 unterstützte Harald den großen Slawenaufstand und wurde nach langem Bürgerkrieg von seinem Sohn und Nachfolger Sven I. Gabelbart 987 verjagt. An Allerheiligen 987 starb Harald Blauzahn verwundet im Exil in Jomsburg. Sein Leichnam wurde nach Roskilde in die von ihm erbaute Kirche überführt.

Fid Ru Múgsat

Fid Ru Múgsat bedeutet nach dem altirischen „ sich im Wald verstecken"

Collineo

Ist schon mal erklärt worden, bedeutet „treffe das Ziel". Mit Hilfe dieses Zaubers kann man Dinge, wie Speere oder Pfeile genau dorthin bringen, wo man sie hinwerfen/-schießen wollte, ohne das Ziel richtig zu sehen

OPPUGNAT

(lat.) Von oppugnare stürmen.

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Personen, die in diesem Kapitel der Geschichte Nosce te ipsum, 2. Buch, vorkommen. Die Personen die kursiv geschrieben sind, sind erdacht (entweder von JKR oder von mir)

Abu Musa Dschebec

Gelehrter und Alchemist aus Sarum, arbeitet für den schwarzen Eldorman

Bellona

Ratsmitglied der Wölfe von 963 n. Chr., sie gehört dem Clan der Baobhan-Sith, von Vampiren an

Belfric

Leibeigner und Dieb

Berin

Zentaur. Sprecher der Zentauren, Zwillingsbruder von Alo

Cedric Mac Maíl Coluim

Vetter von König Dubh, späterer Ehemann Helgas

Chnuba

dänischer König um 936 n. Chr.

Dubh Mac Mail Coluim

König von Schottland von 962-967.

Dunstan

Erzbischof von Canterbury, ehemaliger Abt von Glastonbury

Eadwig

(956 +959), König von England, Sohn Edmunds

Earpwald

Führer der Zentauren. Verbündeter des schwarzen Eldormannes

Edgar

seit 959 König von England, Sohn Edmunds

Folcard

fränkischer Adelsohn, Freund Salazars

Godric ap Maredudd

Sohn des Herrn von Tenby und Gryffindor, einer der Gründer

Gorm

dänischer König von Jütland um 936 n.Chr.

Gurd

Bruder Chnubas, dem König Dänemarks, mütterlicher Grossvater von Helga

Gyrth ap Godric

Sohn Godric Gryffindor

Gwefrfawr ap Sywno

Zaubermeister am Hofe Gwynedd. Vater von Melangell

Harald Blauzahn

König von Norwegen und Dänemark, Verwandt mit Helga Hufflepuff.

Heinrich I

König der Ostfranken von 919 bis 936 n. Chr.

Helga Hufflepuff

eine der vier Gründer Hogwarts

Hereswith

Schwester in der Abtei Wilton

Iago ap Idwal Foel

König von Gwynedd

Longbottom

Schmid und Führer der 'Dörfler'

Maredudd ap Morial

Thegn Owains, Herr über Tenby, Vater Godrics

Melangell

Ehefrau Godrics, Tochter von Gwefrfawr ap Sywno, Zaubermeister von Gwynedd

Nadal Lynx

Werkatze, Jäger von Solmen

Osdryd

Tochter Godrics und Melangells

Richard Eriugena

Heiler und Arzt, Ausbilder Helgas

Rowena Ravenclaw

eine der vier Gründer Hogwarts, Äbtissin des Klosters Wilton

Salazar Slytherin

jüngerer Sohn Solmens von Slytherin, Gründer Hogwarts

Siegerich

Sohn Chnubas, dänischer König ab 936

Solmen

Edorman von Cornwall, Graf von Slytherin, Vater Salazars, Ratsmitglied der Wölfe

Thore

Bruder Helgas

Wewe

Hauself der Slytherins