Bella POV

Ich kann nicht sagen wie überrascht ich bin als Jasper meinen Rücken massiert. Ich fühle mich irgendwie schuldig. Er und Emmett verbringen soviel Zeit mit mir und so wenige mit ihren Frauen.

„Verschwinde schon, wir machen uns jetzt einen schönen Mädchen-Abend ohne nervenden Anhang."

Ich warte bis Jasper das Zimmer verlassen hat, bevor ich mich aufsetze. Ich greife nach meinen Bademantel und ziehe ihn mir über.

„Rose warte, Mädchen Abend. Ich bin dabei." Höre ich Alice aus dem Nachbarzimmer. Ich hatte gedacht, dass die Zeit mit Jasper verbringen würde. Doch sie folgt uns.

„Wo willst du hin?" Fragt Rosalie als ich Alice Zimmer gehen will.

„Etwas anziehen."

„Okay."

Ich greife mir nur schnell ein paar Sachen und ziehe mich um. Als ich das Zimmer wieder verlasse finde ich Rosalies Zimmertür einen Spalt geöffnet.

„Komm rein. Wir sind am planen."

„Und was?"

„Rache für das!" Rosalie hält eine ihrer Haarspitzen in der Hand.

„Was hat Emmett am liebsten?" Frage ich.

„Sein Auto." Sagt Alice.

„Welche Farbe mag er am wenigsten?"

„Rosa."

„Warum bemalen wir nicht einfach seine Windschutzscheibe mit rosa Lippenstift. Das schmiert wunderbar, wenn man es abwaschen will." Schlage ich vor. Das war ein Streich den einer unserer Lehrer in Phoenix mal gespielt wurde.

„Besser, wir nehmen Sprühlack."

„Aber den bekommt er nicht mehr ab." Sage ich.

„Doch wenn er sein Auto neu lackiert." Sagt sie und spring auf, Alice folgt ihr.

„Kommst du?" Beide schauen mich herausfordernd an.

„Nein, da mich ich nicht mit, dass…" Rosalie läuft vornweg.

„Kommt mit. Los." Ich lasse mich von Alice auf die Beine ziehen.

Wir laufen in die Garage. Rosalie holt von irgendwoher eine rosa Sprühfarbe und eine Folie.

„Alice, hilf mir."

„Was ist das?"

„Steinschlagschutzfolie. Wir kleben das auf das Auto, dann braucht er danach nur die Folie abzuziehen." Erklärt Rose. „Hier fang auf." Sie wirft mir einen Lippenstift zu. „Zeig was du kannst."

Ich öffne den Stift und male einen großen lachenden Smily auf das Seitenfenster. Während die beiden die einzelnen Wagenteile mit Folie abdecken.

„Geschafft." Sagt Alice und sie betrachten sich ihr Werk.

„Leider haben wir nur eine Dose. Wer will den Anfang machen?"

„Dein Mann." Sagt Alice.

Rosalie schüttelt die Farbe, bevor sie anfängt ein rosa Herz auf die Motorhaube zu malen. Dann reicht sie die Dose an Alice weiter, die auf jeder der Türen ein Herz malt. Dann halte ich die Flasche in der Hand.

„Trau dich." Sagt Rosalie.

„Du hast gut reden, ihr seit Vampire, ich nicht."

„Emmett würde dir nie ein Haar krümmen." Sagt sie.

Ich nehme meinen Mut zusammen und male jeweils auf die Kotflügel eine Blume. Ich versuche mich erst gar nicht in Herzchen malen, die werden meist schief bei mir.

„Blumen, da fehlt dann aber der Stil." Sagt Alice und kommt mit einer anderen Dose und ergänzt Blätter und Stil bei der Blume.

„Perfekt." Sagt Rose.

Danach gehen wir wieder in Rosalies Zimmer.

„Bella warum bist du so schweigsam?" Fragt Alice.

„Schweigsam?" Frage ich nach.

„Was bedrückt dich?"

„Und sag jetzt nicht Edward."

„Ich habe das Gefühl ich verbringe die ganze Zeit nur mit Jasper und Emmett und nehme die beiden euch weg."

„Du kannst Emmett gern haben." Sagt Rosalie.

Ich schaue sie mit großen Augen an.

„Das ist weil du ein Mensch bist, Bella." Sagt Alice.

„Ihr seit nicht eifersüchtig oder so?"

„Wieso?"

„Ich verbringe soviel Zeit mit ihnen."

„Ich bin mit Jasper schon eine lange Zeit zusammen und nach so einer langen Zeit kennt man seinen Partner und vertraut ihn." Sagt Alice.

„Dasselbe gilt für mich. Ich vertraue Emmett, auch wenn er manchmal schlimmer ist wie ein Baby. Er klopft gern Sprüche über leicht bekleidete Frauen, schaut jeder passabel aussehenden Frau hinterher. Doch er würde mich nie betrügen." Sagt Rosalie.

„Und wir vertrauen dir, Bella." Sagt Alice. „Du bist für uns alle eine kleine Schwester, die man einfach beschützen muss."

„Danke." Sage ich leise.

„Nicht weinen." Sagt Rose.

„Seitdem du bei uns bist, hat sich nicht nur Edward verändert, sondern auch Jasper. Du hast für ihn die Tür geöffnet in die menschliche Welt. Du hast ihm gezeigt, dass er sein inneres Monster besiegen kann. Dass er sich nicht verstecken braucht. Er ist viel offener geworden. Und dafür kann ich dir nie genug danken. Und wenn er Zeit mit dir verbringen will, dann soll er, weil am Ende kommt es auch mir zu Gute."

„Klopf, Klopf." Sagt Esme als sie in das Zimmer kommt. „Ich wollte nur fragen, was Bella gern zum Abendbrot möchte."

„Ich habe eine bessere Idee, wir könnten eigentlich ins Kino gehen." Sagt Rosalie.

„Sicher?" Frage ich und deute auf ihre Haare.

„Ist nicht das erste Mal, dass ich mit rosa Haaren durch die Gegend laufe. Irgendwann wiederholen sich Emmetts Streiche."

Wir ziehen uns alle an.

„Charlie würde mir Hausarrest geben wenn er wüsste dass ich an einen Schultag ins Kino gehe." Sage ich.

„Er ist weit weg. Komm schon."

Wir fahren verlassen die Garage in Rosalies roten BMW, wir sind die Hälfe der Einfahrt hinuntergefahren, als Alice ruft - anhalten.

Ich merke wie die beiden sich unterhalten.

„Komm her Bella, ich muss dich dafür tragen. Emmett und Jasper kommen zurück."

Rosalie rennt mit mir durch den Wald und wir verstecken uns. Ich kann zwar nicht allzu viel sehen, aber die beiden haben ihren Spaß. Selbst ich kann den Schrei hören. Danach verlassen wir unser Versteck und zeigen uns.

„Rosalie es tut mir leid." Sagt Emmett nur, während er sich auf den Boden vor seinem Auto sinken lässt.

„Mir nicht." Sagt Rosalie nur. „Und jetzt, jetzt lasst uns fahren, Esme möchtest du mit."

„Ich komme." Sagt sie und zieht sich in Sekundenschnelle um.

In Port Angeles angekommen, hole ich mir zunächst auf Drängen von Esme eine Kleinigkeit zu Essen. Währenddessen haben sich die frei einen Film ausgesucht, eine Komödie. Ich lasse mich knapp einhundert Minuten davon berieseln. Danach fahren wir wieder nach Hause. Während sich die anderen über den Film unterhalten, versuche ich mich irgendwie wach zu halten.

Ich kann mich an die letzten Minuten Fahrt nicht mehr erinnern, als wir jedoch in die Garage einfahren, sehe ich Emmett immer noch vor seinen Jeep sitzen. Er tut mir Leid.

„Das kommt davon." Sagt Rose zu ihm.

Ich laufe Alice hinterher ins Haus. Ich fühle mich schon wieder so wie ein Eindringling in ihren Leben.

„Jasper fragt, wie du geschlafen hattest, er will wissen ob er Wasser auffüllen oder ablassen soll." Fragt Alice für ihn.

„Braucht er nicht."

„Bella du brauchst nicht so zaghaft zu sein, wir brauchen das Bett heute Nacht eh nicht, wir wollten jagen gehen."

„Das Bett ist super, er braucht wirklich nichts daran zu ändern." Wiederhole ich mich. Damit hat sich auch die Frage geklärt, wo ich heute Nacht schlafen werde. Aber um ehrlich zu sein, das Bett ist bequem und weich.

„Nacht Bella." Sagt Jasper zu mir als er mir auf der Treppe entgegen kommt.

„Geht ihr alle Jagen?" Will ich wissen.

„Rose, Esme, Jasper und ich gehen, was Emmett macht weiß ich nicht und wo Edward im Moment ist weiß ich auch nicht." Sagt Alice. „Aber Carlisle bleibt auf jeden Fall zu Hause."

„Okay."

„Soll ich da bleiben?" Fragt mich Alice.

„Nein, ich bin heute eh zu nichts mehr zu gebrauchen." Sage ich.

Nachdem Alice gegangen ist, ziehe ich mich um und gehe ins Bett. Aber ich kann nicht wirklich schlafen. Die Stille macht mich nervös. Die Nähe des Waldes ist auf einmal unheimlich. Ich wünschte ich hätte meinen CD-Player mitgenommen, aber dieser liegt unter dem Kissen in meinen Bett.

„Bella." Klopft es an der Tür.

„Ja."

Carlisle öffnet die Tür.

„Alles in Ordnung?" Fragt er, während er sich auf das Bett setzt.

„Ich kann nicht einschlafen. Es ist auf einmal so ruhig."

„Und unheimlich." Sagt er.

„Das auch irgendwie." Sage ich.

„Warte kurz." Sagt er und verlässt den Raum. Danach kommt er mit einem kleinen tragbaren CD-Radio wieder. „Das sollte helfen." Er legt eine CD ein und dreht es leise, aber so dass ich es ohne mich anzustrengen hören kann.

„Danke."

„Gute Nacht und wenn irgendetwas ist, ich bin im Arbeitszimmer gegenüber."

Er verlässt das Zimmer wieder, doch unter der Tür kann ich einen Lichtschein erkennen. Er hat im Flur das Licht angelassen und die Musik wiegt mich langsam in den Schlaf.

Als ich am morgen aufwache, bemerke ich zunächst, dass das Zimmer leer ist. Aus dem CD-Player kommt immer noch klassische Musik. Doch neben meinen Bett ist ein kleiner Tisch, darauf ein Tablett, mit Frühstück und einen Brief. Die Schrift erkenne ich sofort – Edward.

Wieder nur ein kleines Update. Das nächste wird aus Edwards Sicht sein.