Disclaimer: DieTwilight Saga und ihre Charaktere gehören Stephenie Meyer und nicht mir!
AN: Hallo! Bereit für das nächste Kapitel? Etwas kürzer als sonst, aber das macht unserem Edward überhaupt nichts. Stur und respektlos wie immer! Viel Spass :)
Edwards PoV
Ich spürte, dass es hell war in meinem Zimmer. Heller als gestern Nacht, was hieß, dass es schon früher Morgen sein musste.
Vorsichtig blinzelte ich, legte mich dann auf den Rücken, nur um mit den Zähnen zu fletschen und mich auf die Seite zu rollen. Ich hatte es vergessen und mein Hintern tat immer noch weh von dem kleinen Denkzettel, den mir mein Vater in unserer Garage verpasst hatte.
Wie würde das erst heute Abend werden? Oder gleich in der Schule? Ich konnte nicht ohne Schmerzen sitzen und würde höchstwahrscheinlich die ganzen sieben Stunden unruhig auf meinem Stuhl hin- und herrutschen. Alle würden mich anstarren!
Sollte ich ihn fragen, ob er mich krank schreiben würde?
Ich seufzte, strich mir die Haare aus dem Gesicht und wartete nicht auf das Klingeln meines Weckers. Mit der linken Hand stellte ich den Alarm aus und krabbelte so vorsichtig aus dem Bett, dass ich mich nicht unbedingt hinsetzen musste.
Kurz warf ich einen skeptischen Blick in den großen Spiegel, drehte dann die Musik an der Stereoanlage auf – nicht zu laut versteht sich und trat an meinem Kleiderschrank. Nachdem ich mir ein graues Hemd, schwarze Hosen, Unterwäsche und Socken heraus gesucht hatte, drehte ich die Musik etwas leiser und trat auf den Flur.
Als ich die Tür geschlossen hatte und mich umdrehte, stand plötzlich Jasper an der Wand gegenüber und starrte mich an. Er war bereits fertig für die Schule und hatte abwartend die Arme vor der Brust verschränkt. Sein Blick durchbohrte mich förmlich, doch ich versuchte cool zu bleiben, bis er leise anfing zu knurren.
Ich hob eine Augenbraue und drückte meine Klamotten fester an meinen Körper. „Was?!"
„Du weißt ganz genau was," fauchte er wütend und nahm die Arme herunter.
Ich zuckte die Schultern und setzte meinen Weg zum Badezimmer fort. „Nein, weiß ich nicht!"
Gestern Abend hatte ich bereits seinen Kiefer registriert, doch jetzt mit Licht und allem drum und dran, sah seine Verletzung doch schlimmer aus, als ich gedacht hatte.
Ich stapelte meine Klamotten im Arm und griff mit der freien Hand nach der Türklinke unseres Badezimmers, als mein älterer Bruder meine Hand einfach weg schlug und mir den Weg versperrte.
„Ich muss zur Schule," fauchte ich laut und versuchte an die Klinke zu kommen.
Langsam ging mir das Geknurre meines Bruders ziemlich auf die Nerven und ich wusste nicht, wie lange ich es noch aushalten konnte, ohne die Kontrolle zu verlieren. Ich war drauf und dran meine Anziehsachen neben mich zu werfen und Jasper von der Tür zu vertreiben, als mir die Entscheidung abgenommen wurde.
Wir drehten beide unsere Köpfe nach rechts als wir unsere Mutter gerochen hatten, die auf dem Absatz der Treppe stand. Sie sah zu uns hinüber und marschierte dann auf uns zu. Esme trug blaue Jeans und ein lila-farbenes Oberteil, ihre Lieblingsohrringe und die Halskette mit unserem Familien-Wappen. Sie verschränkte die Arme vor der Brust und sah erst mich und dann Jasper an, der schluckte.
„Was ist hier los," fragte sie leise, aber zischend. Unsere Mutter wandte den Kopf in Richtung Schlafzimmer und dann wieder zu uns. Ich las ihre Gedanken, doch sie sprach es natürlich aus. „Wehe euch, wenn ihr ihn geweckt habt! Euer Vater hat sich seinen Schlaf redlich verdient und ich habe nicht vor ihn aufzuwecken, damit er hier am frühen Morgen schon für Ordnung sorgt!"
Ihr Blick haftete auf mir. „Ganz besonders du, mein Sohn, solltest lieber aufpassen, was du tust und sagst, hörst du?"
Ich seufzte leise. „Mum, ich weiss aber ..." Ich fuchtelte mit der freien Hand herum. „Er lässt mich nicht vorbei, okay?"
Jetzt sah sie ihn an. „Jasper! Was soll das?"
„Ich möchte, dass sich Edward bei mir entschuldigt für die Sch-" Der verärgerte Blick von Esme brachte ihn dazu, sich ein anderes Schimpfwort auszudenken. „Für den Mist, den er gemacht hat, Mam."
Okay, also das wollte er! Warum konnte er das nicht gleich sagen?
Ich machte große Augen, stieß einen genervten Seufzer aus. „Gut, schön? Sorry, okay? Darf ich jetzt vielleicht in unser Badezimmer, sonst komm ich zu spät!"
Jasper starrte mich immer noch an, doch Mum nahm ihn am Ärmel und zog ihn von der Tür weg. Entschlossen scheuchte sie ihn zur Treppe und dann in das Erdgeschoss, wo er mir nicht mehr auf den Keks gehen konnte. Nachdem ich ihnen hinter her gesehen und meinen Bruder in Gedanken mit allen möglichen Schimpfwörtern, die ich kannte, bombadiert hatte, nahm ich zum dritten Mal die Klinke in die Hand und öffnete.
„EDWARD! RAUS HIER!"
Ich rollte mit den Augen, knurrte und duckte mich dann, als mir ein Waschlappen ins Gesicht flog. Schnell schloss ich die Tür wieder, drehte mich um und überließ Rosalie ihrer Dusche.
Während ich im Flur stand und wartete, ließ ich noch mal den gestrigen Abend in meinem Kopf durch laufen. Das großartige Dilemma hatte damit begonnen, dass ich mit meinen Brüdern gestritten hatte wegen des Baseballspiels. Als ich nicht bekommen hatte, was ich wollte – die dämliche Karte nämlich – hatte ich es auf die rabiate Art und Weise versucht in dem ich Jasper angegriffen hatte. Ich hatte ihn so stark verletzt, dass mein Vater ihn hatte verarzten müssen und sein Kiefer war noch nicht geheilt.
Ich sah kurz an die Decke und schluckte.
Dann hatte ich mich aus dem Haus geschlichen, obwohl ich Hausarrest hatte und war bei meinen Brüdern mitgefahren. Natürlich hatten sie versucht mich wieder raus zu werfen, doch ich war sehr hartnäckig, wenn ich etwas ganz Bestimmtes ganz dringend wollte!
Beim Spiel selbst hatte es keine Probleme gegeben. Bis auf die kleine Tatsache, dass mein Freund mich fast umgebracht hatte und Carlisle mich retten musste. Zitternd erinnerte ich mich daran, wie mein Dad sich als Vampir zu erkennen gegeben – sein Cover aufgegeben hatte, um seinen Sohn zu schützen!
Er bringt mich um … Edward Cullen wird nie wieder sitzen können! Nie wieder …
Mein Blick wanderte zu der Schlafzimmertür, hinter der ich immer noch kein Lebenszeichen meines Vaters gehört hatte. Ich hatte ihn ja so enttäuscht.
Ich nahm meine freie Hand hoch, wischte mir kurz die aufkommenden Tränen aus den Augen und erschrak etwas, als endlich die Badezimmertür auf ging. Meine Schwester trug einen Bademantel und strubbelte sich durch das blonde und nasse Haar.
Sie sah mich etwas irritiert an, wahrscheinlich weil ich gewartet hatte. „Du kannst!"
„Danke," murmelte ich leise, sah sie nicht direkt an und schob mich dann an ihr vorbei.
Dad war mittlerweile auch wach. Wir hatten das Frühstück beendet, was sehr friedlich abgelaufen war.
Niemand hatte irgendwen angeknurrt oder angefaucht. Mum hatte ihm nichts von der kleinen Szene im Flur erzählt, aber vielleicht tat sie das noch, wenn wir in der Schule waren.
Vorsichtig stand ich vom Stuhl auf, griff mit der linken Hand nach dem dicken Kissen und balancierte meinen Teller, plus Besteck in die Küche. Mum nahm ihn mir ab und steckte ihn in die Spülmaschine zu den anderen. Als ich wieder verschwinden wollte, hielt sie mich am Ärmel fest.
„Edward?"
Ich stoppte und drehte mich um. „Ja?"
Esme ließ mich los. „Du kannst mir heute Nachmittag im Garten helfen, in Ordnung?"
Zwar wusste ich, dass das keine richtige Frage gewesen war, mehr ein Befehl, aber ich seufzte trotzdem genervt und verdrehte die Augen.
„Oh, Mum," bettelte ich weinerlich und ließ die Schultern hängen. „Du weisst doch, dass ich mit Blumen nichts anfangen kann."
„Mir egal, Edward," sagte sie streng und hob warnend einen Finger vor mein Gesicht. „Du wiedersprichts mir nicht! Ich kann mir aber auch eine sitzende Tätigkeit überlegen, wenn dir das lieber ist?"
Ich schluckte, als mir klar wurde, dass ich ihr nachdem ich mit Dad gesprochen hatte, helfen sollte.
Mein Blick ging in Richtung Parkettboden, dann sah ich wieder meine Mutter an, die mich fixierte. Ich schüttelte den Kopf und flüsterte.
„Nein, Mum. Das ist nicht nötig. Ich machs ja ..."
Ich ging zu ihr, drückte ihr einen Kuss auf die Wange und spazierte aus der Küche ins Esszimmer.
Der Raum war leer. Das Kissen landete auf meinem Stuhl. Gähnend setzte ich meinen Weg in die Lobby fort, wo ich auf meine Geschwister stieß, die an der offenen Haustür standen und sich mit Dad unterhielten.
Carlisle trug Jeans und ein schwarzes T-Shirt. Er würde heute nicht zur Arbeit fahren, darum hatte er sich auch nicht umgezogen. Er sass auf der untersten Stufe der hellen Holztreppe und hatte die Hände auf die Knie gelegt. Neben ihm auf der Stufe lag die Tageszeitung.
Ich griff nach meiner grauen Jacke, die an der Gaderobe hing, schlüpfte hinein und nahm dann meinen Rucksack vom Boden. Mit meinen Gedanken bereits bei dem Gespräch mit meinem Vater, reihte ich mich hinter Alice ein und schlenderte zur Haustür.
Ich spürte, dass Carlisle hinter mir aufgestanden war und dann seinen Arm, den er um meine Schulter legte, während er mich zur offenen Tür schob. Dort angekommen, beobachtete ich meine Geschwister, die sich in Rosalies BMW und Emmetts silbernen Jeep quetschten. Mein Vater hielt mich mit der Hand auf der Schulter zurück und lehnte sich dann nah an mein Gesicht, während er flüsterte.
„Ich habe das gehört mit Mum," begann er langsam. „Und glaub mir, ich war so kurz davor, dich noch vor der Schule übers Knie zu legen, mein Sohn ..." Mir wurde heiß und ich begann etwas zu zittern. Dad fuhr fort. „Du widersprichts ihr nicht! Ihr nicht und mir nicht! Aber keine Sorge diese Lektion wird heute Nachmittag sitzen, das schwöre ich dir! Du kommst nach der Schule sofort nach Hause und wenn ich sofort sage, meine ich sofort! Bin ich verstanden worden?"
Ich schniefte und traute mich nicht ihn an zu sehen. Mein respektloses Verhalten siegte dann leider. „Mein Gott! Ja ..."
Carlisle ließ meine Schulter los und schob mich dann mit zwei Fingern über die Türschwelle. Als ich den nächsten Schritt machen wollte, spürte ich seine rechte Hand, die auf mein wundes Hinterteil krachte. Ich zuckte nach vorn und zischte laut.
„AH!"
In Sekunden begannen meine Augen zu tränen und ich schniefte. Was hatte ich mir jetzt dabei gedacht? Wie ging dieser dämliche Spruch noch gleich? Wer schon im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen?
Ich hatte gerade einen Felsbrocken in Carlisles Richtung geschmettert!
Ehe ich reagieren konnte, war er direkt vor mir und packte mich am Kragen der Jacke. Das Knurren was seiner Kehle entwicht, war unmißverständlich.
„Du bewegst dich auf sehr dünnem Eis," zischte er zwischen den Zähnen hervor und starrte mich mit goldenen Augen an. „In die Schule! Jetzt! Bevor ich die Geduld verliere!"
Seine Hand lockerte sich langsam und er ließ mich frei. Langsam bewegte ich mich von ihm weg, stammelte ein Entschuldigung, was so leise war, dass es ein Mensch nicht gehört hätte und stolperte die Steintreppe hinunter und in den Vorgarten.
Ich sauste, ohne mich noch mal nach ihm umzudrehen, zu dem Wagen meiner Schwester, sprang auf die Rückbank und jaulte auf, als mein Po auf den Sitz gepresst wurde. Rose sah mich kurz an, dann startete sie den Motor und gab Gas.
Der Jeep von Emmett folgte uns die Einfahrt hinunter. Ich drehte mich nicht mehr nach meinem Vater um. Mit den Fingern wischte ich mir die Tränen aus dem Gesicht, nahm meinen Rucksack ab und legte ihn auf meine zitternden Beine. Mein Kopf fiel nach hinten und gegen die beige Stütze, während ich die Augen schloss.
Ich würde es so dermaßen kriegen, wenn ich später nach Hause kam ...
Tbc ...
AN2: Oh ja, Edward ;) Wer im Glashaus sitzt, der sollte nicht mit Steinen werfen - ein schöner Spruch! Four chapters left! Das nächste Kapitel behandelt das Thema "Schule" und die Leiden des Edward C. ... Danke für eure vielen Reviews, ihr Lieben! Es macht mich stolz, dass ihr die Geschichte so gut aufnehmt und sie euch gefällt! DANKE! Wir lesen uns. Eure Vanessa
